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Was wäre wenn es Wernher von Braun nicht gegeben hätte?

In fünf Wochen jährt sich das 50-ste Jubiläum von Apollo 11. Dann laufen wieder viele Dokus über den Wettlauf im All und auch wieder welche um Wernher von Braun. Um ihn kommt man ja nicht herum. Denn er hat nicht nur die Saturn V entwickelt, sondern auch die Raketen, die den ersten US-Satelliten, die erste US-Mondsonde und den ersten Amerikaner ins All brachten. In deutschen Produktionen hebt man in den letzten beiden Jahrzehnten meist die Negativaspekte hervor. Ich habe das schon mehrmals thematisiert. Daher will ich mal das Pferd andersrum aufzäumen und Überlegungen anstellen, was passiert wäre wenn:

  1. es Wernher von Braun nie gegeben hätte.

  2. er den NS-Staat nicht zur Verwirklichung seiner Träume genutzt hätte, sondern aktiv Waffen entwickelt hätte, die wirklich nützlich gewesen wären.

Annahme: es gab niemals Wernher von braun und eine Raketenforschung in Peenemünde

Fangen wir mit Ersterem an. Man muss sich nur mal vergegenwärtigen, was die Raketenentwicklung im Zweiten Weltkrieg außer der von Braun entwickelten A-4 hervorbrachte: Das waren in der Regel ungesteuerte Feststoffraketen. Sie steckten sowohl in Artelllerieersatzwaffen wie der russischen Katjuscha oder dem deutschen Nebelwerfer wie auch Infanteriewaffen gegen Panzer wie die deutsche Panzerfaust oder die amerikanische Bazooka, also auch in Starthilferaketen auf US und deutscher Seite, wenn z.B. eine Startbahn zu kurz oder ein Flugzeug überladen war. Bei einem solchen Projekt arbeitete auch Robert Goddard auf der US-Seite mit. Dort interessierte sich keiner für seine vorherigen Forschungen.

Feststoffraketen waren billig und ausgereift und auch ohne die Entwicklung des Antriebs mit flüssigen Treibstoffen wurden sie nach dem Krieg weiter entwickelt. Mit Polymerbindern bekam man Ende der Fünfziger Jahre die heutigen Treibstoffmischungen hin mit höherem Impuls und verlässlicheren Verhalten. Man lernte bald den Schubvektor zu steuern und ab Anfang der Sechziger Jahre ersetzten feststoffangetriebene Raketen die vorher mit flüssigen Treibstoffen angetriebenen Raketen. Poseidon und Polaris wurden auf U-Booten stationiert. 1000 Minuteman ergänzten die lediglich 54 flüssig angetriebenen Titan. Schon das Zahlenverhältnis zeigt: das Militär setzte schon damals auf Feststoff. Vor allem waren flüssig angetriebene Raketen in den anderen Ländern kleine Raketen von einigen Kilogramm Masse, mit schlechten Performanceparametern, weil man noch an den Grundlagen forschte. Niemand in Russland oder den USA wurde vom Militär gefördert. Verglichen damit war die A-4 um den Faktor 1000 größer. Zum Vergleich: Von der A-4 zur Saturn V ist es nur der Faktor 200.

Meiner Ansicht wären ohne die Vorentwicklung flüssige Antriebe auf kleine Antriebe beschränkt geblieben, mit geringen technischen Herausforderungen, wie druckgeförderte Antriebe mit ablativer oder passiver Kühlung. Sie braucht man um die Genauigkeit zu erhöhen, da der Gesamtimpuls einer Feststoffrakete konstant ist. Noch heute stecken solche Antriebe in den MIRV-Köpfen. Diese wären aber auch entwickelbar gewesen ohne die Vorentwicklung Wernher von Brauns, ebenso wie man in Deutschland den Walther Antrieb der z.B. in dem Raketenjäger Me-163 genutzt wurde unabhängig und mit viel geringeren Mitteln entwickelt hat. Ich denke diese Schiene wäre so weiter gelaufen. Wenn man nach dem Krieg Großraketen entwickelt hätte – ich schreibe bewusst hätte, denn ich bezweifele, dass jemand die teure Entwicklung finanziert hätte, wenn es nicht schon eine fetzig entwickelte Rakete als Vorlage gegeben hätte, dann wären das, wie bisher Raketen mit festen Treibstoffen gewesen.

Aber zur genaueren Begründung. Versetzen wir uns zurück ins Jahr 1950. Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, die USA haben fünf Jahre lang abgerüstet, doch nun beginnt der Koreakrieg. Russland hat nun auch die Atombombe und es wird wieder aufgerüstet. Damals war die Rakete nur eine von vielen Entwicklungen, mit denen man die strategischen Streitkräfte aufrüstete. Es wurden neue Bomber entwickelt, in der Zeit entstand z.B. die B-52, die bis heute im Dienst ist, es wurden Marschflugkörper entwickelt. Man hätte auf US-Seite sicher mehr in diese Entwicklungen gesteckt und sich auf sie gestützt. Es gab ja eine Reihe von Entwicklungen, die zwischen den langsamen Bombern großer Reichweite und den schnellen, aber kostspieligen Raketen lagen wie Überschallbomber und eben Ramjetangetriebene Marschflugkörper wie die Navaho. Sicher wären dann auch irgendwann die Interkontinentalraketen entstanden, aber vielleicht eben, erst als die Feststoffraketen ausgereift waren und auch die Sprengköpfe kleiner wurden. Ich denke man hätte den Zwischenschritt der ersten Mittelstreckenraketen Redstone, Thor Jupiter und die ersten ICBM Atlas und Titan ausgelassen. Doch genau diese waren die Basis für die Weltraumfahrt. Man hätte sicher mit Feststoffraketen auch einen Satelliten starten können, das bewies ja die Scout wenige Jahre nach Explorer 1. Aber sie wären zu klein für ein bemanntes Raumfahrzeug gewesen. Ich glaube das das gesamte Rennen im Weltall wäre nicht erfolgt, denn hier waren die USA eindeutig weiter. So wäre man auch nie auf die Idee gekommen, ein Mondlandungsprogramm durchzuführen. Es war ja politisch motiviert, weshalb wir auch 50 Jahre später keine Wiederholung dessen haben.

Gehen wir zur anderen Seite Russland. Auch hier sehe ich dieselbe Entwicklung. Sicherlich war in Russland der Druck für eine strategische Flotte größer. Das war ja auch der Grund, warum sie zuerst ICBMs bauten. Russland ist eingekreist von Staaten mit US-Luftwaffenstützpunkten. Doch dann hätte man eben mehr in andere Systeme investiert. Im Koreakrieg war die Mig-15 lange Zeit den amerikanischen Jägern überlegen. Russland Konstrukteure konnten also ein Flugzeug bauen das Amerika Paroli bieten konnte, so glaube ich nicht, dass sie es nicht auch fertiggebracht hätten einen strategischen Bomber zu entwickeln, der die USA erreicht hätte. Ohne die Investitionen die die Raketen R-3 bis R-7 (die R-1 war ja eine umbenannte R-1 und die R-2 eine leicht verbesserte A-4) hätte es aber auch keinen Sputnik gegeben.

Annahme: Wernher von Braun baut wirkliche Waffen

Kommen wir zu Teil 2: Selbst in den kritischsten Veröffentlichungen wird Wernher von Braun attestiert, dass er kein Nazi war und seine A-4 zwar eine riesige Rakete war, aber nicht als effektive Waffe gelten konnte. Erstaunlicherweise nimmt man anderen, die in er derselben Zeit effektive Waffen entwickelten wie Willy Messerschmitt, Claude Dornier oder Ernst Heinkel das nicht so übel. Aber nehmen wir mal an, Wernher von Braun hätte sein Genie dazu genutzt für das dritte Reich effektive Raketenwaffen zu entwickeln. Was hätte dabei rauskommen können? Es entstand zu Kriegsende die Wasserfall. Das war eine A-4 verkleinert um den Faktor 3. Sie war die erste Luftabwehrrakete, die es gab. Aus ihr wurden später die ersten Luftabwehrraketen der USA (Hermes) und Russland (R-101) entwickelt, das bedeutet, die Waffe funktionierte, wurde eben nur nicht rechtzeitig fertig. Auf der anderen Seite startete Wernher von Braun schon 1939 die A-5 als Modell der A-4 für Tests der Aerodynamik und Steuerung, die nur wenig kleiner als die Wasserfall war. Man kann also annehmen, wenn man gezielt eine solche Waffe entwickelt hätte, sie irgendwann zwischen 1939 und 1944 operativ geworden wäre, ich würde mal auf das Mittel 1942 tippen. Damit aber vor einem Zeitpunkt, wo die schlimmste Phase der Bombardierung begann. Bomberschwärme zu treffen, ist wegen ihres starren Formationsflugs relativ leicht, die Steuerungsmöglichkeiten entweder per Funk oder Radar gab es auch schon. Ich denke eine Wasserfall wäre eine effektive Abwehrwaffe gewesen. Mit ihr hätte man sicher nicht den Krieg gewonnen aber verlängert.

Die gleiche Rakete hätte man auch anders einsetzen können. Die deutsche Marine war bei Beginn des Krieges viel zu klein um sich nur mit der englischen Marine zu messen, ganz zu schweigen, wenn dann noch die US-Navy hinzukommt. Aber schon ein kleines Schiff wie ein Zerstörer hätte mehrere dieser Raketen mitführen können. Die Wasserfall hatte eine Maximalhöhe als Luftabwehrrakete von 16 km und eine Querreichweite von 26 km. Übersetzt man das in eine Wurfparabel, so entspricht das eine Reichweite von mindestens 52 km. Ebenso betrug die Nutzlast rund 700 kg TNT, das ist das Gewicht einer 38-cm-Granate. Das heißt, mit einem Schlag wäre ein Zerstörer in der Lage gewesen, ein Schlachtschiff anzugreifen und da er kleiner und viel schneller ist als dieses kann er sich selbst dem Beschuss entziehen.

Das ist nur ein Beispiel. Die Expertise von Braun hätte man auch woanders einbringen können, Flugzeuge erhielten damals ungesteuerte Raketen – mit gesteuerten Raketen hätte man diese weit vor dem gegnerischen Bomberschwarm absetzen können und dann abdrehen. IR-Sensoren zur Zielerkennung und Radar wurden auch schon im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Ebenso wäre denkbar, dass man aus ungesteuerten Gleitbomben wieder HS-293 aktiv gesteuerte Flugkörper macht. Bomber könnten sie so lange vor einem Ziel ausklinken und abdrehen, ohne in die Gefahr zu kommen beschossen zu werden. Aktiv gesteuerte Panzerabwehrraketen (mit Drahtsteuerung) wären genauso möglich gewesen. Sie hätten vor allem die Panzerfaust viel effizienter gemacht. Die litt darunter, dass die Reichweite viel zu kurz war und man einen Panzer nur aus nächster Nähe bekämpfen konnte.

Hätte man die vielen Raketenwissenschaftler die damals die A-4, entwickelten auf diese Teilprojekte verteilt, der Krieg wäre anders verlaufen. Sicher nicht siegreich für Deutschland, denn an einer Regel, die schon im Ersten Weltkrieg Wissenschaftler erkannten – ob ein Krieg gewonnen werden kann hängt primär von der Wirtschaftsleistung ab und die war eben kleiner als die von USA, Russland und England zusammen – hätten sie nichts geändert. Aber vielleicht wären dann die Atombomben auf Pforzheim und Dresden gefallen, die sich die Alliierten ja bis zuletzt als Ziele aufsparten genauso, wie sie dies mit Nagasaki, Kyoto und Hiroshima taten. Der Krieg hätte noch länger gedauert, Deutschland wäre sicher noch mehr zerstört gewesen und es hätte noch mehr Opfer gegeben. Ich denke Deutschland wäre dann nicht nach 10 Jahren schon wieder Exportweltmeister geworden, und ob die Nachkriegsordnung so gekommen wäre und wo dann die Grenze Ost-West verlaufen wäre, ist auch reine Spekulation. Aber eines denke ich ist sicher: Wernher von Braun hat mit der A-4 den Krieg verkürzt, selbst wenn es ihn nie gegeben hätte. Denn die Entwicklung der A-4 band Tauende von Ingenieuren, noch mehr Zwangsarbeiter und es wurden eigene Produktionsanlagen in Stollen angelegt. Es gibt verschiedene Schätzungen, die den Aufwand zwischen 500 und 2000 Millionen Reichsmark schätzen. Alleine die US-Army schätzte die Ersparnis auf bei der eigenen Raketenentwicklung 50 Millionen Dollar, was beim damaligen Umrechnungskurs 400 Millionen Reichsmark entsprachen. Die untere Schätzung ist für die Entwicklung, die obere für das Gesamtprogramm inklusive über 15.000 gefertigter Raketen. Nur mal als Vergleich einige Zahlen, was damals Waffen kosteten:

Für die Summen hätte man viel mehr andere kriegswichtige Waffen fertigen können und so hat das Fehlen dieser Waffen den Krieg aktiv verkürzt. Damit hat er sicherlich viel mehr Menschen das Leben gerettet als durch Produktion und Einsatz der A-4 ums Leben kamen.

Eines ist sicher: ohne die Entwicklung der A-4 wäre die Geschichte der Weltraumforschung anders verlaufen.

An deutschem Raketenwesen kann die Welt genesen?

Eine unter Raumfahrtfans kursierende Geschichte ist die, das alle Siegernationen nur die deutschen Entwicklungen im Krieg nutzten und so der Ursprung der ganzen modernen Raketentechnik in Deutschland liegt. Ich habe daran früher nie geglaubt, weil es zu hochstaplerisch ist. Bei der Recherche für meine Bücher habe ich aber festgestellt, das vieles für diese Theorie spricht. Ganz offensichtlich ist dies in den USA. Dort entwickelten die deutschen Spezialisten die 1945 im Rahmen der Operation Paperclip in die USA geholt wird die Redstone, Jupiter und Saturn I,IB und V. Wernher von Braun und Kurt Debus wurden Direktoren des Marshall Space Flight Centers und Kennedy Space Centers. Doch auch viele der anderen hatten hoch dotierte Posten. Dieter Hutzel begründete die Triebwerkssparte von North American die zu Rocketdyne wurde. Krafft Ehricke entwickelte das RL-10 Triebwerk und die Centaur. Walter Dornberger baute die Raketenantriebsproduktion von Bell auf. Mit Sicherheit hätte es keine Saturn V gegeben.

Russland ging einen anderen Weg. Dort wurden die verbliebenen Spezialisten – erheblich mehr Personen – aber weniger Top-Leute, nach Russland verschifft. Russland baute mit ihnen die A-4 nach und stellte sie als R-1 in Dienst. Danach wurden die Spezialisten immer weniger in Projekte involvieret, es entstand zuerst die R-2 als verbesserte A-4 dann zunehmen leistungsfähigere Raketen. Schließlich wurden sie alle bis 1955 zurückgeschickt. Daher behauptet Russland immer, sie hätten ihre Raketen alleine entwickelt. Sie haben aber genauso das Wissen abgeschöpft, und wenn man sich die R-7 anschaut, die Sputnik und Wostok in den Orbit brachte fallen die Ähnlichkeiten direkt auf: gleiche Treibstoffkombination, das Triebwerk hat pro Brennkammer keinen höheren Schub als eine A-4 (dafür 20 davon), der Gasgenerator verwendete, wie bei der A-4 Wasserstoffperoxid das katalytisch zersetzt wurde. Vor allem gibt es einen Plan von Helmut Göttrop, des führende Deutsche, den Russland übernahm, der der R-7 zum Verwechseln ähnelt. Dagegen scheiterte Russland mit ihrer komplett selbst entwickelten N-1 und auch die selbst entwickelte Proton hat bis heute eine miserable Zuverlässigkeit. Qian Xuesen war damals noch als US-Staatsbürger bei den Verhören der deutschen Raketenforscher dabei, verhörte persönlich Wernher von Braun und wechselte später nach China. Später bekam China auch Raketen, bis es zum Bruch Russland-China kam. Ein China Besucher berichtete mir von einer A-4 mit chinesischen Schriftzeichen, die er in einem Museum sah, leider waren Aufnahmen nicht gestattet. Ich vermute aber es ist der russische Nachbau die R-1. Ganz klar ist auch die Situation in Frankreich. Dort entwickelte für alle Großraketen, von der Diamant über die Europa-Zweitstufe bis zur Ariane 1 Heinz Bringer die Triebwerke. Seine erfundene Radialeinspritzung und der Gasgenerator der Wasser einspritzte, um die Temperatur zu senken sind charakteristisch für diese Raketen. England übernahm das Entwicklerteam, das den Walther Antrieb in Kiel konstruierte und so wundert es nicht, das dieses Team denselben Oxidator – Wasserstoffperoxid auch für die Triebwerke in den britischen Raketen Black Knight und Black Arrow übernahm. Indiens Vika Triebwerke entstanden wiederum durch Industriespionage, indem die Konstruktionsunterlagen der Viking Triebwerke von Bringer nach Feierabend bei SEP kopiert und als Diplomatengepäck nach Indien geschmuggelt wurden.

Ja selbst heute wird die damals verwendete Technologie noch verwendet. Auf der A-4 basierte die russische Kurzstreckenrakete Scud. Sie ist primitiv nach heutigen Maßstäben mit doppelwandigen Brennkammern. Aus der Scud baute Nordkorea seine Trägerraketen bis zur aktuellen Unha und es hat diese Technologie in den Iran exportiert, die so zu ihrer Safir kamen. Man kann daher mit Fug und Recht behaupten: Ohne die deutsche Raketenentwicklung im Krieg gäbe es weder:

Die Trägerraketen für

Und daher denke ich ist die Behauptung nicht weit hergeholt, wenn ich behaupte, das, wenn es die Raketenforschung in Nazideutschland nicht gegeben wäre, die Raumfahrt sicherlich komplett anders verlaufen wäre.

Artikel erstellt am, Artikel zuletzt bearbeitet am 22.7.2019

Bücher vom Autor

Es gibt von mir vier Bücher zum Thema bemannte Raumfahrt. Alle Bücher beschäftigen vor allem mit der Technik, die Missionen kommen nicht zu kurz, stehen aber nicht wie bei anderen Büchern über bemannte Raumfahrt im Vordergrund.

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© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.
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