Bildverarbeitung – anno dazumal

Zeit mal in einem Blog die Gesichte der Bildverarbeitung zu referieren. Schon die frühen US-Raumsonden lieferten Bilder. Eine Ranger in den letzten 20 bis 24 Minuten vor dem Aufschlag 4.000 – 7.000 Surveyor bis zu 29.000 pro Mondtag (rund 14 Erdtage). Lunar Orbiter pro Mission maximal 212 – allerdings je eine Weitwinkelaufnahme von 80 MPixel und eine Teleaufnahme von 256 Mpixel, da zucken auch heute noch Fotografen mit den Augenbrauen. Ich kam wie öfters auf das heutige Thema, indem ich im Netz immer suche, wie viele Bilder eine Mission gemacht hat – die Rubrik im Datenblatt habe ich in Band 1 eingeführt, wo man von vielen Missionen die Bildzahl kennt. Bei neueren ist es sehr schwierig, die genaue Zahl zu ermitteln.

Die Frage, die sich aber wohl jeder gestellt hat – wie verarbeitet man solche Datenmengen mit der Technik der Sechziger und siebziger Jahre? Also mal ein Überblick über wie die Bildverarbeitung immer leistungsfähiger wurde. more

Neueste Kommentare (in allen Artikeln)

Neueste Beiträge

post By Bye Andreas Stiller

Mit der letzten ct‘ gab Andreas Stiller seinen Abschied. Andreas Stiller war ct‘-Redakteur von Anfang an, seit der ersten Ausgabe 12/83. Schon alleine das ist eine Besonderheit. Wie viel hat sich doch in dieser Zeit verändert. Man muss sich nur die Themen der ersten Ausgabe ansehen. Das erste Bauprojekt: eine Terminalkarte, Programmierung des Z80 PIO, ein Monitorprogramm für Z80 CPUs, Tests von CBASIC und MBASIC, Grundlagen über Drucker. Die heutige ct‘ befasst sich mit Smartphones, Smartwatches, Smarthome, Fahrradcomputern und Fahrassistenzsysteme. Computer kommen nur noch am Rande vor. Wenn mal ein Test von Computern kommt, dann über Luxusnotebooks und Server.

Ich wollte Andreas Stiller, der sich still und leise mit einem Satz am Ende seiner letzten Kolumne in den Ruhestand verabschiedet hat, eigentlich eine Email schicken, es wäre die Erste gewesen, obwohl ich seit über 30 Jahre seine Artikel lese, habe es aber dann irgendwie verbummelt und in der aktuellen ct‘ erscheint er schon nicht mehr im Impressum. Ich dachte mir es wäre eine gute Idee mal die Zeit zu reflektieren und anstatt einer Mail einen Blog zu schreiben. more


post Die Lösung für ein überflüssiges Problem – der Voyager Orbiter

Derzeit lese ich „Voyagers Grand Tour“. Gleich am Anfang stieß ich über eine Passage, die mich zu meinem heutigen Aufsatz inspirierte. Der Autor schreibt da, dass Voyager 5 Jahre vor dem Start technisch nicht möglich gewesen wäre und 5 Jahre nach dem Startdatum die USA die Sonden nicht mehr auf den Weg bringen konnten. Ich habe den Passus falsch verstanden. Der Autor meinte wohl das die einmalige Gelegenheit spätestens 1980 verstrichen war. Dann musste man bis 2153 warten, bis die Planetenkonstellation wieder da ist. Ich meinte er bezog sich auf die Trägerraketen. Die Titan 3E wurde ja nach Voyager 1 ausgemustert. Ich dachte mir, man hätte ja die Centaur auf eine Titan 34D setzen können, die hätte sogar noch mehr Leistung gehabt.

Das brachte mich auf folgende Idee: Schon die Titan 3E Centaur hätte 1.000 kg zu Jupiter entsenden können. Von den 825 kg von Voyager entfielen 105 kg alleine auf das Hydrazin. Mit den 5,5-Segment-boostern der Titan 34 und einer zusätzlichen Transtage (anstatt, dass Sie durch die Centaur ersetzt wurde), wäre da auch ein Orbiter möglich? more


post Durch nichts tun zum Mars

Durch nichts tun zum Mars,

und das auch noch ohne Geld? In letzter Zeit wird mal wieder so getan, als ob eine bemannte Marsexpedition nur ein Klacks wäre. Dabei wird völlig ignoriert, dass dazu viel mehr als nur der Transport zum Mars und zurück gehört. Für alles andere fehlen die Voraussetzungen, und es wird kaum etwas getan um das zu ändern.

Musks Marsprojekt setzt die Treibstoffproduktion auf dem Mars voraus. Das erfordert die Gewinnung von Wasser als Rohstoff, auch für die Gewinnung von Atemluft. Der erste Schritt dazu wäre eine gründliche Lagerstätten-Erkundung. Kenntnis der Abbau-Bedingungen, Wassergehalt und Verunreinigungen sind die Grundlage für die Entwicklung einer optimalen Förder- und Verarbeitungstechnologie. Aktueller Stand: Die für eine Lagerstätten-Erkundung nötigen Sonden existieren noch nicht einmal auf dem Papier.

Um sicherzugehen, daß auch wirklich Treibstoff in der nötigen Menge hergestellt werden kann, müßte eine vollautomatische Rohstoff-Förderung und eine Anlage zur Treibstoffproduktion schon mindestens ein Startfenster vor der Besatzung die Arbeit aufnehmen und dann jahrelang ohne Wartung und Reparaturen laufen. Und das unter Marsbedingungen. Beim gegenwärtigen Stand der Technik recht utopisch.

Das nächste Problem für eine wenigstens halbwegs autonome Basis ist die Energieversorgung. Kohle und Erdöl gibt es auf dem Mars nicht. Und selbst wenn fehlt der Sauerstoff zum Verbrennen. Für Windkraftanlagen ist die Atmosphäre zu dünn. Solarenergie kann kaum in den nötigen Mengen erzeugt werden, schon weil beim Mars nur noch etwa die Hälfte der Sonnenenergie wie bei der Erde ankommt. Und was wird bei Nacht? Schon für die Heizung der Gebäude ist gerade wenn die Sonne nicht scheint besonders viel Energie nötig. Für Energiespeicherung im großtechnischen Maßstab gibt es auf der Erde bis jetzt nur eine ausgereifte Lösung: Pumpspeicherwerke. Die erfordern aber große Mengen flüssiges Wasser, und das gibt es auf dem Mars nicht. Ein Ausweg könnte Kernfussion sein, aber auch da wird mehr gebremst als geforscht.

Grundvoraussetzung für eine Marskolonie ist eine autonome Versorgung mit Nahrung und Luft, denn wenn das alles zum Mars geschleppt werden muß wird es wirklich teuer. Versuche dazu wie Biosphäre 2 und 3 haben aber noch nicht mal richtig auf der Erde funktioniert. Anstatt weiterzuforschen wurden diese Projekte vorsichtshalber eingestellt. Mal abgesehen von der Frage, ob Pflanzen überhaupt mit der Marsgravitation klarkommen.

Bei einer ersten kleinen Expedition ginge es notfalls auch ohne, besonders wenn keine Landung erfolgen soll. Eine Besiedlung ist aber ohne die Produktion wenigstens der wichtigsten Versorgungsgüter vor Ort undenkbar.

Einige Probleme könnte eine rotierende Raumstation klären, mit der die Marsgravitation simmuliert werden könnte. Auch für die Besatzung liese sich so ein Marsflug simmulieren. Ein Langzeit-Aufenthalt auf der ISS wäre der „Hinflug“. Eine „Landung“ auf der Station mit Marsgravitation entspräche dem Aufenthalt auf dem Mars. Der „Rückflug“ wäre dann wieder auf der ISS möglich. Später könnte diese Station dann verwendet werden, um nach Langzeitflügen die Besatzung langsam wieder an die Gravitation zu gewöhnen. Aber wie sieht es in der Realität aus? Das (für diesen Zweck auch noch viel zu kleine) Zentrifugenmodul für die ISS verrottet in einem Museum.

Mit diesen Voraussetzungen werden Pläne wie Mars direct nur zu einer besonders teuren und umständlichen Form der aktiven Sterbehilfe.

Kurz zusammengefaßt: Musks Super-Marsrakete setzt eine funktionierende Infrastruktur auf dem Mars voraus. Die gibt es aber noch nicht mal auf dem Papier, und es wird auch absolut nichts getan um das zu ändern. Da kann sich Jeder selbst ausrechnen, wie realistisch der ganze Marsrummel ist.

Alte Beiträge

Die Lösung für ein (fast) überflüssiges Problem: Wie weit fliegt Nordkoreas ICBM

Die Lösung für ein überflüssiges Problem: Reisen im Sonnensystem

Videos killed the Text

The Expanse (Fernsehserie)

Liebe Parteien,

Up, Up and Away