Unter 32-16-8  herrscht Konjunktur die ganze Nacht

Das Buch von Eugen Reichl habe ich genutzt meine Daten der N-1 mal abzugleichen. Schließlich hat der Autor zwar meine Daten übernommen, aber nicht alle. Vor allem fiel mir auf, dass die angegebene Nutzlast so niedrig ist: Die N-1 war dreistufig und sollte 95 t in den Erdorbit bringen. Dabei hat sie höhere spezifische Impulse als die Falcon Heavy und ein günstigeres Stufenverhältnis, trotzdem wäre bei dieser der prozentuale Nutzlastanteil höher. Die N-1 bin ich auch bei der Neuauflage der Trägerraketen übergangen, weil ich eigentlich gedacht habe bei einer so alten Rakete wären die Daten eindeutig. Sie sind es aber nicht. Schon innerhalb einer Quelle differieren sie. So geben Ptrzybilski / Wotzlaw als Trockenmasse 277 t an, wenn man die drei Stufen aber addiert kommt man auf 182 t und auch die Startmasse von 2750 bis 2820 t passt nicht mal mit Maximalnutzlast (2707 t). more

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post Buchkritik: Die N1 Moskaus Mondrakete

Nach den bisherigen Erfahrungen mit Reichl, der in den Büchern die ich bisher von ihm habe jede Menge Sachfehler drin hat (bei Rechtschreibfehlern bin ich weil ich es selbst nicht perfekt hinbekomme relativ großzügig), war das erste Mal, das ich mit einem Textmarker ein Buch gelesen habe und alles markiert habe was ich fachlich für falsch fand. Sehr bald fanden sich auf fast jeder Seite ein bis drei Markierungen. Dabei behandelt das Buch in großen Teilen nur Geschichte, nicht gerade das was mein Schwerpunkt ist.

Hier ein paar Dinge aus den ersten Seiten als Beispiel für das ganze Buch.

Auf S.12 wurde im Februar 1960 Kennedy Präsident und das löste nach Ansicht des Autors Anfang Januar eine Versammlung aller fürs Raumprogramm verantwortliche  durch Chruschtschow  zu sich um auf die erwartete Erhöhung des Weltraumetats (Lyndon B. Johnsons Position war schon vorher bekannt) zu reagieren. Hübsche Geschichte. Nur wird der Präsident immer im Januar in einem ungeraden Jahr vereidigt, Kennedy am 20.1.1961. Das ist also ein Jahr später. Im Januar 1960 war er noch nicht mal Kandidat. Das ist ein Hauptkritikpunkt an der Schreibweise von Reichl. Er verwebt Geschichten. Geschichten die stimmen, die aber nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben wie hier die Reaktion Chruschtschow s auf Kennedy die gar nicht möglich war weil Kennedy noch nicht Präsident war. Gluschko schlägt bei dem Treffen eine Superrakete aus sieben R-9 als erste und vier als zweite Stufe vor. Das wäre ein sehr ungünstiges Stufenverhältnis. Ich habe bei der Recherche nichts darüber gefunden und bei dem Schub der RD-111 Triebwerke hätte die Kombination wahrscheinlich mit Nutzlast nicht mehr abheben können. more


post Schweine im Weltraum erobern das All

Eine Frage die sich mir bei der Lektüre von Eugen Reichls Buch über die N-1 stellte, ist die ob Russland jemals das Wettrennen zum Mond gewinnen konnten. Es war ja in Wirklichkeit kein Wettrennen. Offiziell hatte Russland nie ein Mondprogramm. Die NASA hatte die Deadline von Kennedy als Fristvorgabe und sie konnte nicht wissen, wie weit Russland ist. Wenn also irgendjemand ein Wettrennen hatte, dann Russland, die immer unterrichtet waren wie weit die NASA ist. Reichl baut über das ganze Buch hinweg einen Spannungsbogen auf indem er NASA-Leistungen und russische Leistungen vergleicht. Das geschieht ihm auch recht gut, obwohl man wenn man objektiv sich die Fakten ansieht man sagen muss das Rennen war aus bevor es begann.

Kurze Antwort weil ich keinen Spannungsbogen hinbekomme, wenn ich mich nur auf Tatsachen beschränke: Das Rennen war gelaufen bevor es begann und zwar aus folgenden Gründen: more


post Erste Regel für den Notfall am Computer: Null Emotionen

Derzeit lese ich von Eugen Reichl „Die N1 Moskaus Mondrakete“. Dazu gibt es wenn ich fertig bin, noch eine Buchkritik. Dabei bin ich auf folgendes gestoßen: (über das Steuersystem KOORD) „Trotzdem war es ein Mirakel der sechziger Jahre. Das Telemetriesystem war in der Lage auf 14 Frequenzen und 320.000 Kanälen eine Datenmenge von 9,6 Gigabytes pro Sekunde zu senden und zu empfangen“.(S.136 unten) Das fand ich erstaunlich und glaubte zuerst an einen Irrtum. Heute können wir über 10 Gigabit Ethernet gerade mal ein Zehntel der Datenmenge transferieren. 10 Gigabyte pro Sekunde das ist das doppelte das ein Core eines Haswells oder Skylake im Burst-Betrieb vom Hauptspeicher transferieren kann. WLAN kann mit einer Antenne auf 40 MHz breiten Kanälen maximal 150 MBit/s transferieren. Selbst mit 14 Kanälen käme es nicht auf 9,6 Gigabyte pro Sekunde.

Doch kann sich Eugen Reichl irren? Schließlich ist er ja ein „ausgewiesener Fachmann“ der an der „Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Technik“ sitzt und sich so in beiden Bereich bestens auskennt. Er macht jährlich hunderte von Vorträgen, schreibt Bücher und hat einen Blog. Ich habe ihn nach dem Material gefragt, es durchgelesen und weiter recherchiert und heraus kam unglaubliches. more

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