Ich trau keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe

Eigentlich habe ich, nachdem ich in wenigen Wochen drei Dokumentationen über Hanf / Cannabis (zuletzt am Dienstag in Quarks & Caspars) gesehen, habe mal vor was über das Thema zu schreiben, aber beim Suchen nach der Zahl der Konsumenten und des Umsatzes bin ich auf offizielles Dokument der Bundesregierung gestoßen. Dabei fiel mir ein Absatz über die Gewinnmöglichkeiten durch Marihuana Verkauf auf.

Gewinn durch den Verkauf von Marihuana

Nach Erkenntnissen des Kriminaltechnischen Institutes beim Landeskriminalamt Nordrhein-
Westfalen in Düsseldorf können bei sachgerechter Zucht aus einer ausgewachsenen
Cannabispflanze mindestens 25 g konsumfähiges Marihuana gewonnen werden. Der
Durchschnittswert aus etwa 50 Cannabisplantagen mit erntereifen bzw. geernteten Pflanzen
liegt seit etwa fünf Jahren in Nordrhein-Westfalen bei etwas über 40 g an konsumfähigem
getrocknetem Marihuana. Bei professionellen Anlagen werden auch über 50 g erreicht. Der
für die Ertragserrechnung angenommene Durchschnittswert ist auf 40 g abgerundet. Bei den
Berechnungen zum Ertrag einer Cannabisindoorplantage wird der Mindest- und der
Durchschnittswert ermittelt, indem die Anzahl der Pflanzen mit der Mindest- (25 g) bzw. der
Durchschnittsmenge (40 g) an möglichem konsumfähigen Marihuana multipliziert werden.
Das errechnete Gewicht wird dann mit dem aktuellen Straßenverkaufspreis (2012: 9,10 €/g)
bzw. mit dem Großhandelspreis (2012: 3.500 €/kg) multipliziert. Von diesen Werten werden
dann die Kosten für die Pflanze (ein Steckling kostet z. B. in den Niederlanden 2,50 €) und
anteilig für das eingesetzte, wieder verwendbare technische Equipment in Höhe von
insgesamt 10 € pro Pflanze abgerechnet. Kosten für die Energieversorgung werden hier
nicht angeführt, da in der überwiegenden Zahl der Fälle von sichergestellten
Cannabisindoorplantagen der für den Betrieb erforderliche Strom illegal abgezweigt wurde.
Im Ergebnis können mit 1.000 Cannabispflanzen Gewinne beim Straßenverkauf zwischen
217.500 € und 354.000 €, beim Großhandel zwischen 77.500 € und 130.000 € erzielt
werden.
Für das Jahr 2012 bedeutet das bei 97.829 sichergestellten Pflanzen einen nicht erzielten
Profit von 7,6 Mio. € bis 12,7 Mio. € im Großhandel und zwischen 21,3 Mio. € und
34,6 Mio. € im Straßenhandel (Bundeskriminalamt, SO 22, und eigene Berechnungen).

Quelle Retox Report 2013 Deutschland

Na ja wenn ich das hochprofitabel rechnen will, dann kann ich das so machen. Nur hat das nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Da kommen erst mal, da man nur weibliche Pflanzen für die Gewinnung nimmt, nochmal 2,50 Euro für die männlichen Stecklinge drauf die es rein statistisch auch geben muss. Sicherer wäre es, da jede männliche Pflanze weitere Kosten verursacht, rein weibliche Samen zu kaufen. Die gibt es, das erreicht man durch eine chemische Behandlung der Pflanzen. Nur kosten die meist ab 5 Euro aufwärts. Dazu kommen die Kosten für Gartenerde und Dünger, die kann man auch bei 3 Euro pro Pflanze anstzen.

Dann muss man die Pflänzchen gießen. 5 l pro Tag über 100 Tage Vegetationszeit sind zwar nur ein halber Kubikmeter, der kostet bei uns aber auch schon 2 Euro. Ob man mit 10 Euro Abschreibung für das Equipment hinkommt wage ich auch zu bezweifeln. Eine Growbox kostet um die 240 Euro, zumindest die Filter werden erneuert werden müssen und ob man damit 24 Ernten hat, bis eine Lampe ausfällt oder der Kunststoff alter? Der Filter auf jeden Fall kostet schon mal 40 Euro. Daher würde ich 40 Euro (Filterwechsel alle zwei Ernten und Verschleiß) als Minimum an Equipmentkosten ansetzen.

Das der Strom nur illegal beschafft wurde wage ich zu bezweifeln. Also eine GrowBox hat eine Anschlussleistung von 250 W, während der Aufzucht Phase läuft die 18 Stunden am Tag, das sind 4,5 KWh pro Tag, eine Summe die bald auffällt, erst recht wenn wie oben davon ausgegangen wird, dass man 1000 Cannabispflanzen so aufziehen kann, ohne das jemand merkt, das 250 KW Leistung dauernd fehlen. Ich vermute die meisten werden, schon um nicht aufzufallen und neugierige Prüfer vom Stromversorger im Haus zu haben, fein den Strom bezahlen.

Nach dieser Webseite braucht man mindestens 1 Monat (besser länger) 18 h lang Licht, dann 8 Wochen 12 Stunden. Nehmen wir mal 6 Wochen Vorblütezeit um auf die hohe Ernte von 40 g zu kommen, dann sind das 18 x 7 x 6 x 0,25 + 8 x 7 x 12 x 0,25 = 357 KWh, beim aktuellen Strompreis von 0,3 €/KWh sind das Stromkosten von 107,10 Euro.

Doch das wichtigste hat man vergessen: Macht sich das alles von alleine? Schön wäre es wenn man nur einen Sack Getreide kaufen würde, denn lässt man dann neben dem Acker und einem Sack Dünger liegen und 4 Monate später hat man dann einen Riesenberg Weizenkörner. Ja genau so ist das oben vorgerechnet. Die Pflanzen müssen mindestens einmal, eher zweimal umgetopft werden (ca. 30 Minuten pro Pflanze), an den rund 100 Tagen Wachstumszeit muss man sie düngen, gießen, auf Pflanzenschädlinge, Hitzeschäden etc. kontrollieren und etwas dagegen tun, wenn das nur 1 Minute pro Tag und Pflanze sind, dann kommt man so auf weitere 100 Minuten.

Das zeitaufwendigste scheint nach dem anschauen einiger Videos bei Youtube aber die Ernte selbst zu sein. Die Blütenstände sind nicht wie bei einer Rose abstehende Blüten, sondern mitten in den Blättern angelegt, da muss man erst große Blätter mit einer Gartenschere entfernen, dann viele kleine Blätter sehr sauber von Hand mit einer Bastelschere abschneiden oder auszupfen. In Foren liest man öfters von Krämpfen in den Fingern, das scheint also längere Zeit zu dauern. Es soll auch einen elektrischen „Bartschneider“ als Zubehör für einen Staubsauger geben, trotzdem würde ich bei der Methode den Zeitaufwand für die Ernte pro Pflanze auf 90 Minuten schätzen.

Damit haben wir folgende Rechnung:

5 Euro Pflanzen

3 Euro Erde + Dünger

2 Euro Wasser

40 Euro Abschreibung Equipment

107,10 Euro Stromkosten

220 Minuten Arbeitszeit

Ja illegale Leute verlangen nichts für ihre Arbeitszeit, auch alle die ihnen helfen arbeiten für umsonst (bei 1 Minuten Minimum nur das Durchsehen und Gießen, kann man leicht ausrechnen dass bei der oben angegeben Plantage von 1000 Pflanzen der Tag nicht ausreicht um nur die Pflanzen zu gießen und zu überprüfen, von der Ernte oder Umtopfen unter Zeitdruck mal ganz zu schweigen).

Wenn er das alleine macht kann er nicht arbeiten gehen, hat also einen Verdienstausfall, Sonst muss er Leute bezahlen (bei 1000 Pflanzen unumgänglich) so wird das auch nicht billig, denn die begehen ja auch ein Verbrechen und werden sicher einen kräftigen Aufschlag zu einem normalen Stundenlohn nehmen. Sagen wir mal 25 Euro pro Stunde, dann kommen noch 91,66 Lohnkosten drauf.

Dann sind wir bei Kosten von 247,76 Euro und einnahmen von 40 x 9,10 Euro = 364 Euro, bleibt ein Gewinn von 116,24 Euro beim Straßenverkauf – wenn man es selbst verkauft, ansonsten wird der Dealer auch was haben wollen. Das zeigt auch der Großhandelspreis von 3,5 Euro pro Gramm. Bei dem Preis würde man sogar Verluste machen.

Bei der obigen Plantage mit 1000 Pflanzen wird sicher auch eine Menge Platz benötigt, zudem hat man ein kleines Kühlungsproblem, denn wenn man sagen wir mal 200 m² Fläche nimmt (5 Pflanzen pro m², dann noch Gänge zum Laufen), die dann mit 1,25 KW/m² beheizt wird es sehr warm, das ist die Sonneneinstrahlung in der Sahara, zumindest im Sommer fast unmöglich durchzuführen. Auf jeden Fall bedeutet das neue Kosten und das Gebäude kostet ja auch was und wenn es nur ein Mietausfall von zwei bis drei Wohnungen ist. Auch das fehlt in der Rechnung.

Lohnt es sich? Klar, wenn ich Konsument bin und die Zeit nebenher habe, denn meine Arbeitszeit kostet nichts und wenige Pflanzen wachsen auch sehr gut im Zimmer erst auf der Fensterbank, dann dahinter. Dann stehen wirklich nur 10 Euro Kosten pro Pflanze eingesparten Ausgaben in Höhe von 364 Euro entgegen, selbst wenn man selbst indoor anbaut und dann das mit Beleuchtung macht kommt man auf weniger als die Hälfte der Kosten für gekauftes Gras.

Aber der enorme Umsatz und Gewinn dürfte ein Märchen sein, zumindest beim illegalen Anbau in Deutschland. Wenn man das im Freiland in Marokko oder Afghanistan tun kann, kaum gießen muss und es dort billige Arbeitskräfte gibt, dann kommt man auf die Verdienste. Das dürfte aber auch ein Grund sein, warum der Großhandelspreis um den Faktor 3 niedriger ist.

Für die hohen Kosten spricht auch, dass in Colorado wo der Cannabiskonsum nun legalisiert ist, die Preise gleich blieben. Im Normalfall müsste bei einem legalen Anbau durch viel mehr Leute die das betreiben (es ist ja nun ungefährlich) und sinkende Lohnkosten (kein Aufschlag für illegale Arbeit) die Preise sinken. Zudem würde es mehr Abnehmer geben (ist nicht illegal, Cannabistourismus aus anderen Bundesstaaten) durch mehr Konsumenten eine höhere Nachfrage und damit effizientere Produktion = niedrigere Preise geben. Eine Unze kostet mit 400 Dollar in Colorado sogar noch mehr als die obigen 9,10 Euro pro Gramm (entsprechen 305,5 Dollar pro Unze). Würde man so enorm viel dran verdienen, also praktisch 12500 Euro Investitionen für 1000 Pflanzen über das zwanzigfache verdienen, dann wäre ein Rabatt leicht möglich.

Was bleibt ist ein ungutes Gefühl. Ich erwarte von einem offiziellen Bericht eine wertneutrale Darstellung der Situation. Hier werden die Verdienstmöglichkeiten künstlich übertrieben um aus kleinen Dealern gleich enorm reiche Cannabisbarone zu machen. Wenn man diesem Dokument glauben soll, dann würden bei 4 Ernte zu je 40 g pro Jahr 35 Pflanzen reichen um 50.000 Euro im Jahr netto zu verdienen. Dann muss man nicht mehr arbeiten gehen, hat trotzdem das doppelte Nettogehalt, an den meisten Tagen nicht mal eine Stunde Arbeit. Bei nur 35 Pflanzen kann man bei den Abmessungen einer Growbox in einem kleinen Zimmer auf diesen Umsatz kommen. Glaubt das wirklich der Autor der Studie? Schade. so nimmt sich die Bundesregierung selbst die Glaubwürdigkeit weg.

 
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20 replies


  1. Ja, fast alle Zahlen, die Lobbyisten (hier halt die Anti-Drogen-Lobbyisten) in den Raum werfen, entpuppen sich bei genauerem Hinsehen als wenig haltbar. Zweifellos kann man mit illegalen Drogen Geld verdienen – der Verkaufspreis ist ja nicht 0 – aber ob es wirklich für die Milliardengewinne reicht, die immer wieder für die „Mafia“ kolportiert werden, darf gehörig bezweifelt werden.

    Elendsoft hat mit den 20 Millionen illegalen Schusswaffen eine weitere solche „Luftzahl“ genannt. Durch viele, viele Medien ging vor einigen Jahren auch die Zahl von 40.000 Zwangsprostituierten, die zur WM *zusätzlich* nach Deutschland verschleppt worden sein sollen. Dabei zeigen schon rein logistische Überlegungen, dass diese Zahl kaum die Wahrheit gewesen sein kann: Wo sollen die alle untergebracht werden? Und vor allem: Wie sollen unter den WM-Gästen täglich über 100.000 Freier akquiriert werden, ohne dass das auffällt???

    Polizeilich ermittelt wegen Menschenhandel zur sex. Ausbeutung in Verbindung zur WM wurde am Ende in 5 Fällen. http://www.deutschlandradiokultur.de/prostitution-die-spur-der-40-000.976.de.html?dram:article_id=296569

    Leider gibt es zahlreiche Lobbygruppen, die genau das eklatante Missverhältnis zwischen den von ihnen verbreiteten Fantasiezahlen und der tatsächlich ermittelten Fälle nicht dazu nutzen, die Fantasiezahlen zu korrigieren, sondern der Polizei eben Untätigkeit, Wegsehen etc. pp. vorwerfen.


  2. Damit begründest Du recht gut, warum man in Deutschland trotz des Aufwands Indoor züchtet. Ich glaube es gibt kaum Ecken wo man eine ganze Plantage verstecken könnte, selbst in relativ menschenleeren Gebieten wie Mec-Pom oder Niedersachsen.


  3. Eigentlich wollte ich ja nur ein bisschen bzgl. diverser Raumfahrtgeschichten herumstöbern.
    Jetzt überlege ich mir, ob es sich wirklich lohnt, hierzulande Pflanzenzucht zu betreiben…

    Ich lese hier in der lokalen Presse des öfteren, dass mal wieder eine Plantage hopps genommen wurde. Offensichtlich ist es ein wesentliches Problem, die Sache dauerhaft geheim zu halten.
    Zur Suche fliegen hier (Grenzregion zu NL) übrigens die Polizeihubschrauber mit hochsensiblen Kameras die Gegend ab. Die Besatzungen haben dazu von ihren NL-Kollegen eine spezielle Schulung erhalten, wie man mittels der Infrarot-Kameras Hinweise auf Plantagen erkennt: wechselnde Strukturen in eigentlich homogenen Feldern oder Gebäude / Wohnungen, die irgendwie wärmer sind, als ihre Nachbarn, etc.
    Das geht so im Nebenherbetrieb, also, wenn man sowieso gerade von A nach B unterwegs ist, lässt man mal die Kameras mitlaufen.
    Einem Bericht unserer lokalen Zeitung nach hat es auf diese Weise hier etliche Treffer gegeben.

    Ich persönlich habe übrigens noch nie sowas zu mir genommen. Der einzige Drogenmissbrauch beschränkt sich auf auf 2 oder 3 böse Besäufnisse anlässlich von Familienfeiern. Deren Folgen haben mich dann auch hier ausgebremst.

    So erschliesst sich mir nicht der Drang, der den enormen Aufwand und Risiko begründet, nur um eine „leichte“ Droge zu bekommen.


  4. Mal ein anderes Beispiel für recht zweifelhafte Angaben: Immer mal wieder (besonders wenn es um eine Verschärfung des Waffengesetzes geht) geistert durch die Medien, daß es hierzulande 20 Millionen illegale Schußwaffen geben soll. Da müßte mindestens in jedem zweiten Haushalt eine illegale Schußwaffe rumliegen. Die Realität sieht dann wohl doch etwas anders aus. Da sich solche Zahlenangaben kaum nachprüfen lassen, kann man dabei recht „kreativ“ umgehen. Mit anderen Worten: Man saugt sich die gewünschten Werte einfach aus den Fingern.


  5. Ich sage ja nicht, das man die Felder nicht über Luftaufnahmen entdecken kann. (Luft keine Satellitenaufnahmen). Nur eben nicht über niedrig auflösende Satellitenaufnahmen und automatische Programme. Wenn man aus einem Grund Luftaufnahmen macht (bei uns z.B. vor zwei Jahren um die Grundstücksfläche und Bebauung zu bestimmen, die Basis für die Berechnung der Abwassergebühr sind. Wenn die dann jemand durchschaut fallen auch Hanffelder auf.

    Ich habe nur meine Zweifel das dies mit Satellitenaufnahmen und Programmen möglich ist.


  6. Ich gebe auf.
    Ich weis nur daß es Anfang der 2000er plötzlich und unerwartet ein paar Strafverfahren bei holländischen Kollegen gab und von einem aufs andere Jahr man plötzlich keine Hanfecke mehr bei holländischen Kollegen gesehen hat.
    Almeria hat keine Glashäuser sondern Foliengewäcchshäuser mit diffusen Bedachungsmaterial.
    Bei mir und bei Kollegen kann ich über Google-Earth (Okay, Luft-, keine Satelittenaufnahmen) ziemlich sicher sagen, was sie wo in ihren Glasgewächshäusern kultivieren.
    Aber ich gebe auf.

    Bernd


  7. Also ein Satellit kann anhand der Farbe relativ sicher Weizen von Grass unterscheiden, mit Nah-infrarotkanälen auch aktives Pflanzenwachstum von kranken Pflanzen, aber damit man einzelne Pflanzenarten voneinander unterscheiden kann dafür bräuchte man viel mehr Spektralkanäle bei denen dann die Auflösung sinkt. Satelliten die dies können haben derzeit noch Auflösungen im Bereich von >10 m, also 100 m² ergäben ein Pixel. Ich vermute die EU wird nicht Pflanzen unterscheiden sondern Farben und Pflanzenaktivität, auch weil die Datenmenge sonst stark ansteigt. Die meisten kommerziellen Services haben auch keine MSS mit vielen Spektralbändern um das zu leisten. EnMAP vom DLR wird so ein Satellit sein, der 2017 startet und 250 Spektralbänder hat, aber nur 30 m Auflösung.

    Für Gewächshäuser gibt es in jedem Fall Entwarnung: die spiegeln von oben gesehen das Licht. So sieht Almaria mit den vielen Gewächshäusern aus dem All wie eine Silberfläche aus.


  8. Ich glaube ich hatte es erwähnt:

    SÄMTLICHE Agrarflächen innerhalb der EU werden per Satellit überwacht.
    Mit automatischen Programmen.
    Die Untergrenze liegt m.W. in D bei 500 m²
    Es geht zwar um Subventionsbetrug, aber wen die Programme erst einmal rechnen…..
    Eine Hecke oder Christbaumkugeln oder eine Freilandplantage im Maisfeld sind nicht wirklich nachhaltig. Oder die Fläche ist kleiner als das Auflösungsvermögen eines Spektralscanners.

    Das System ist darauf ausgelegt zu unterscheiden, ob auf einem Acker nen paar Sack Futtergerste ausgestreut und sich selbst überlassen wurden oder ob tatsächlich Brotweizen mit intensiver Pflege drauf steht und ob die Wildhecke, die als Cross-Compliance-Element gemeldet ist, wirklich noch steht. Als Nebeneffekt erkennt es auch z.B. Hanf unter Glas.Ob es eine THC-Sorte erkennt weis ich nicht, da aber alle Hanfflächen angemeldet sein müssen….

    Welches Satelittensystem benutzt wird oder ob die einfach Bilder bei Landsat kaufen? Keine Ahnung. Wenn aber die Jahresschlussmeldung der Landwirte nicht mit den tatsächlichen Satelittendaten übereinstimmen gibt das relativ zügig eine Meldung.

    Bernd


  9. Im Gewächshaus weit weg von der Straße brauchts auch keine Aktivkohlefilter – aber ein paar kleine gelbe, und ein paar etwas größere Rote Christbaumkugeln zur Tarnung sind jetzt gerade in Supermarkt im Angebot.


  10. Wie ich schon im letzten Absatz schrieb: wenn man das professionell macht dann baut man das Gewächshaus gut geschützt, weitab von fremden Blicken, umzäunt das ganze oder pflanzt ne große Hecke davor und baut Aktivkohlenfilter wegen dem Geruch ein, dann kann man die sonne nutzen, die Pflanzen können groß werden und die Ernte ist noch größer, aber ben nur einmal im Jahr, dafür fallen alle Kosten für Strom und Lampen weg. Es gibt eben nur eine Ernte im Jahr, doch bei genügend viel Platz kann man das durch mehr Fläche ausgleichen.


  11. Tja, da sind wir wieder beim Thema „Die uninformierte Meinung“

    Ja, ich weis wie eine Hanfpflanze aussieht.
    Ja, ich weis, daß die Ernte der Blüte eine Heidenarbeit ist. Wenn auch nicht aus eigener Praxis.
    Aber:
    Hat einer von euch eine Ahnung, wieviel Arbeit in einer simplen Tomate steckt? Scheinbar nicht. Aufleiten, entblättern, sacken lassen des Haupttriebes, Trossbügel in der lichtarmen Jahreszeit, vereinzeln der Blütendolde und und und. Alles nicht automatisierbar. Und in meiner Lehrzeit sind wir ausserdem noch mit einer Art Vibrator zur Bestäubung dadurch gelaufen. Das machen heutzutage zum Glück Hummeln. Ich habe schon meine Gründe, wenn ich nur von „etwas“ aufwändiger spreche.
    Professionelle Hydroponik, dem ollen Liebig gefolgt, ist seit 30 Jahren Standard,
    LED-Beleuchtung ist seit mehr als 5 Jahren in den Markt eingeführt, also lange aus der Erprobungsphase raus. Natrium-Dampflampen sind übrigens im roten Spektrum gut, aber es fehlt fast komplett das blaue Spektrum ( Warum sind Pflanzen (Chlorophyll) grün? Richtig, weil das rote und blaue Spektrum absorbiert wird, das grüne/gelbe reflektiert), Energiebedarf ca. 30 % von Natrium-Dampflampen.
    Holländische Tomaten bestehen auch nicht aus mehr Wasser als Spanische oder deutsche.

    Natürlich kann man die Kapitalkosten von einer Grossproduktion nicht auf einen Dachboden runterskalieren. Deshalb habe ich ja pro Einzelproduktion die Steuerungstechnik mit 5000,- eingesetzt. Beinhaltet eine einfache Temperaturregelung mit Ausgängen für Heizung/Lüftung/Ventilation, Ein pH und EC Mess- und Steuergerät (EC = Leitfähigkeit der Nährlösung. Darüber wird heute die Düngung gesteuert).In diesem Falle reicht ein hydromechanischer Düngermischer (z.B. Dosatron) zum Herstellen der Bewässerungslösung.
    Es gehören natürlich 3-4 Laborproben á 100,-€ im Jahr dazu um die Einzelnährstoffe zu messen, anhand dieser Proben kann dann die Düngerstammlösung erstellt werden und über den EC gesteuert werden. Rechenprogramme gibt es dazu im Internet und bei den grossen Düngerherstellern.
    Wenn ich dann noch dran denke, was für simple aber trickreiche Maschinen ich in der Saatgutproduktion schon gesehen habe, gibt es sicher auch Möglichkeiten, die Aufbereitung der Blüten zu vereinfachen.
    Es ist natürlich auch falsch, eine Trockenmassenernte von 40gr mit einer Trockenmassenernte von 5kg (ich nehme mal an, auch Haschisch bzw. seine Harze dürfen nicht staubtrocken sein) zu vergleichen.

    Eine solche Kleinanlage wäre weit von den Möglichkeiten einer grossen Profiproduktion entfernt aber scheinbar gibt es relativ preiswerte Möglichkeiten, die Produktionsbedingungen auf Dachböden zu verbessern.

    Bernd


  12. Moin,

    > Ich halte schon 40 g ertrag für sehr viel.

    Zudem da diese 40g Trockenmasse bei sagen wir mal 60% Raumfeuchte sind. Das ist was ganz anderes als die Holland Tomate, die ein riesiger Wasserbeutel ist. Da aus optischen Gründen die Blüten beim Transport nicht so gepresst werden, sind 40g ca zwei Tabakbeutel, oder der Monatsbedarf eines Kiffers, der täglich kifft, weil er selber anbaut. Mit 3 Zelten z.b. eines für die Mutter und die Stecklinge, eines für die Wachstumsphase, und eines für die Blüte könnte ein Kiffer rum kommen. Aber das sind schon 750W Netto, mit Vorschaltgeräten und Lüftung ca 1000W.

    So ein Ertrag pro Planze ist unter Kunstlicht mit täglich ausgewogenem Dünger durchaus leicht möglich. Aber auch nur, wenn alles richtig läuft.

    > wer zu viel düngt, bei dem können die Pflanzen eingehen

    Exakt, und deswegen werden auf Hyrdo, Steinwolle und auch auf Erde kontinuierlich die Wasserwerte gemessen. Weil es nicht darum geht viel zu düngen, sondern von dem was gerade fehlt genau das richtige nach zu düngen. Und das bei 3 Wasserkreisläufen. Frei nach Justus von Liebig aus Giessen der das richtige Giessen erst zur Wissenschaft gemacht hat.

    ciao,Michael


  13. @Bernie
    Du vergisst in deiner Kalkulation dass
    – man von dem Hanf nur die Blütentrichome erntet und Hanf bildet nicht riesige Zierblüten wir Rosen aus, sondern feine Schläuche. eine Bilderrecherche hilft da viel. Ich halte schon 40 g ertrag für sehr viel.
    – man kann die Blüten nicht einfach wie Tomaten pflücken, sondern muss sie arbeitsintensiv von allen Blättern (und das sind eine Menge) befreien. Angesichts der Empfindlichkeit und Verwobenheit kann man das kaum automatisieren
    – Weil Hanf seine Blüte normalerweise nur bildet wenn der Tag 12 h lang ist und die sonne tiefer steht nimmt man für die Ertragsmaximierung Natriumdampflanpen. Die sind deutlich teurer, haben aber das benötigte rot-orange Lichtspektrum.

    sicher wird man wenn man ein Gewächshaus anstatt einzelner Growboxen einsetzt eine Menge an Kosten einsparen können. Mit einem Gewächshaus, gut von einem Zaun umgeben kann man auch auf Strom verzichten und outdoor anbauen (eigentlich das natürlichste der Welt, nur weil die Zucht verboten ist muss man ja so perverse Dinge machen wie die Aufzucht unter Kunstlicht)


  14. Als Profi-Unterglasgärtner würde ich mal sagen:
    Das Amt kalkuliert zu wenig, aber bei Bernds Kalkulation würde Aldi ein simpler Kopf Salat im Einkauf schon 5 Euro Kosten.
    Ich glaube, ich sollte umsatteln und die Atomstromgrasgärtner beraten.Da scheint ein Haufen Know-How dringend gefragt zu sein, daß könnte man sich richtig versilbern lassen …. 😉

    (Indoor-Equipment: Profiqualität, arbeitssparend, energiesparende LED-Technik, Lebensdauer > 10 Jahre: 20 -30 € pro Quadratmeter Produktionsfläche bei Einkaufgemeinschaften mit Gesamtflächen jenseits 1000 m² plus 5000,- für Steuerung der Einzelanlage. Ohne Installationsarbeiten)

    Oder Andersrum: Der Großhandelspreis für Tomaten im Winter (nicht Spanien, Mitteleuropa und belichtet!) liegt bei 2,- €/Kg. Umgerechnet auf Trockenmasse (95% Wasser, bei Cannbis weit geringer) sind das 40,-€. Den Aufwand schätze ich ähnlich, allenfalls die Ernte etwas aufwändiger, zusätzlich Trocknungskosten. Und das macht bei Tomaten vielleicht 20% der Gestehungskosten. Okay, das sind Preise bei Grossproduktion….

    BTW: Früher hatten einige…, viele holländische Gärtner eine kleine Ecke im Gewächshaus für die Eigenproduktion. Seit ca. 2000 werden wegen Marktordnung und Subventionen (250€/ha, lohnt nicht im Unterglasanbau die zu beantragen) ALLE offiziellen Flächen in Europa per Satelitt überwacht. Aufgrund der Spektralemmisionen können dabei sogar die angebauten Pflanzenart unterschieden werden und die Kollegen müssen auf dem freien Markt kaufen….
    Schon sind wir wieder bei der Raumfahrt.


  15. Eben bestätigst Du gerade dass man nicht viel Dünger braucht: die Pflanze braucht nicht mehr Mineralstoffe als in dem Ernteprodukt stecken. Das bekommt man durch Veraschen raus, ich würde aber bei 50 g Trockenmasse schätzen, dass es pro Pflanze maximal 10 g sind. Mehr Dünger brauchts für die Blüte nicht, dann noch etwas für die Pflanze selbst und das über die ganze Wachstumsperiode verteilt.

    Bei frei wachsendem Hanf für die Gewinnung von Fasern mag man viel Dünger brauchen, nicht jedoch für die kleinen mickerpflanzen in den Töpfchen. Im Gegenteil: wer zu viel düngt, bei dem können die Pflanzen eingehen, weil sie kaum noch Wasser gegen das Konzentrationsgefälle aufnehmen können.


  16. Moin,

    ist Hanf eine anspruchsvolle Pflanze? Im Freiland sollte der Boden im Jahr vorher satt gedüngt werden, und Gras sollte maximal alle 3 Jahre auf den selben Acker. Gras laugt den Boden stärker aus als Mais. Grasplanzen haben halb so viel Wurzel nach unten, wie sie nach oben treiben, d.h. eine 4-5 Meter Pflanze hat 2-3 Meter Wurzel und holt sich ihre Nährstoffe.

    Aufm Dachboden mit Hydro oder Steinwolle hat der Boden jedoch keinen Puffer, und die Mickerlinge von Atomstromgraspflanzen haben nur noch 10 max 20cm Platz für die Wurzel, weil die werden ja auch nur Knie hoch. Und diese Mickerlinge sollen dann eine Blüte schmeißen, da träumt der Landhippy von. Wenn ich im Unterricht richtig aufgepasst habe, dann gabs mal Liebig von Gießen (pun intended) der hat behauptet, dass nicht das Maximum an Dünger entscheidet, sondern das Element, das gerade am wenigsten vorhanden ist. Das geht nur mit viel Chemie, die täglich neu dosiert wird, da reicht Liebe und Sonne nicht.

    Ach ja, und wer sich fragt, wo mein Grasacker jetzt ist. Tja, leider wohne ich seit 14 Jahren wieder inner Stadt, und mein Garten ist quasi der informelle Raucherhof der benachbarten Berufsschule. Und Schüler sind bekanntlich schlimmer als Ziegen und Pferde zusammen, wenn es darum geht Gras vor der Zeit zu ernten.

    ciao,Michael


  17. Wusste nicht das Hanf eine so anspruchsvolle Pflanze ist, dass man da Spezialdünger braucht, zumal man Dünger ja nach Bedarf dosieren sollte und ich glaube nicht das man den Boden regelmäßig auf den Gehalt an Kalium, Stickstoff, Magnesium und Phosphor kontrolliert.

    Was spricht gegen den bei allen anderen Pflanzen eingesetzten Universaldünger (Blaukorn) während der Wachstumsphase und einem PK-Dünger während der Blütenphase. Die kosten 5-10 Euro pro 5 kg und das dürfte für sehr viele Pflanzen reichen.


  18. Moin,

    > Wie man sieht baue ich kein Cannabis Indoor an

    Wie man liest halte ich nicht viel von Atomstromgras. Ok, die THC Menge pro Gramm ist extrem. Sonst würde heimisches Grass auf dem Markt keinen höheren Preis erzielen als Schwarzer aus Afghanistan mit Goldstempel. Aber der Aufwand an Chemie, Technik und Strom ist hoch, und als Althippy widerstrebt mir einfach die Idee von Atomstromgrass.

    Für Dich als Chemiker wäre es lukrativer den Growshops Deinen Bernd-Leitenberger-Wunder-Dünger (im Weltraum erprobt) zu verkaufen. Das kann nicht so schwer sein, wir Aquarianer machen unsern eigenen Dünger ja auch jeden Tag. Und die Handelsspanne ist extrem. Wenn man das offiziell als Geschäft macht, und nicht so privat, dann steht auch nicht um 5 Uhr morgens das SEK vor der Tür um das Sprengstofflabor aus zu heben.

    ciao,Michael


  19. Hallo Michael,

    Wie man sieht baue ich kein Cannabis Indoor an, sonst würde ich sicher im Blog nicht drüber schreiben wo jeder noch so dumme Polizist das Webimpressum lesen kann. (Obwohl es noch dümmere Polizisten gibt die mich z.B. anschreiben weil jemand mit eine E-mailadresse der Domain „Smartmail.de“ wohl eine Straftat begangen hat und man den Klarnamen wissen will und ich habe ja ein Mailprogramm namens Smartmail, da muss mir ja auch die Domain gehören…).

    Die Rechnung kann in Details falsch sein, mir geht es nur darum zu zeigen dass die Rechnung des Amtes mit nur 12,5 Euro Investitionen und 450 Euro Gewinn pro Pflanze sicher falscher sind als meine.

    Die 35 Pflanzen pro Zimmer bezogen sich auf 35 dieser im Artikel verlinkten Growboxen, die wohl jede so 0,3 m² Flache haben. Das ergäbe rund 10 m² Flächenbedarf für ein Einkommen das deutlich über dem durch Arbeit erreichbaren liegt wenn die obige Rechnung der Polizei stimmen würde.


  20. Moin Bernd,

    > nochmal 2,50 Euro für die männlichen Stecklinge drauf die es rein statistisch auch geben muss

    ein geübter Züchter erkennt ab der 2ten Woche, ob ein Keimling männlich oder weiblich wird. Stecklinge jedoch sind Clone von Mutterplanzen die über Jahre hinaus bei 18 Stunden Licht pro Tag am Leben bleiben, nie blühen, und immer nur Stecklinge produzieren.

    > Dann muss man die Pflänzchen gießen. 5 l pro Tag über 100 Tage Vegetationszeit sind zwar nur ein halber Kubikmeter

    Grassplantagen haben wie im Gewächshaus umlaufendes Wasser, oben tröpfelts rein, und läufts raus, dazwischen ist eine PH Überwachung, und täglich muss Dünger in der richtigen Menge und Mischung zugegeben werden. Am günstigsten ist es noch auf Erde anzubauen, da die besser puffern kann. Aber auch dann kommt täglich Dünger, Wurzel und Blühten Enzyme, PH Puffer usw in ins Wasser. Pro 600 Watt Bucht kommen schnell mehrere Liter an Chemie pro Monat zusammen. Und die ist nicht billig, insbesondere da die in der Atomstomgrassscene beliebten Düngemittel meist stark verdünnt sind.

    Als Beispiel mal Hesi: http://www.hesi.nl/deutsch/objects/schemas/DE_schemaaarde.png

    > Also eine GrowBox hat eine Anschlussleistung von 250 W

    Mit weißer Silofolie das Zimmer auskleiden, und richtige NDL 600W Strahler höhenverstellbar an die Decke hängen pro Bucht mit anderthalb q². In der Stecklings und Wurzelphase als auch für die Mütter reichen noch gute T5 Röhren mit 150W pro q². Im Aquarien und Terrarienbereich ist die Regel, dass es sich lohnt die Lampen jedes Jahr auszuwechseln, weil die Energieersparnis größer ist, als der Preis der Lampe. Wer als Grower den Strom klaut, dem mag das egal sein, was denen aber nicht egal ist, ist dass die Lichtausbeute sinkt, weil weniger Licht heist schlechtere Ente, so dass eher von einem Wechsel der Leuchtmittel alle halbe bis dreiviertel Jahr auszugehen ist. Auch elektronische Vorschaltgeräte sind ein muss, sonst wird die Hitze zum Problem, und die Nachbarn fragen sich ob jemand auf dem Dachboden Bienen züchtet, weils da immer so brummt. Die Lampen kosten „nur“ nen 30er, aber auch die Vorschaltgeräte geben gelegentlich den Geist auf, und unter 120 ist da schwer was gutes zu kriegen. Die 250 Watt Funzel im Zelt lohnt sich nur für den Privatverbrauch, hat abern dann auch den Vorteil, dass sie nicht mehr Strom verbraucht als ein gut ausgebauter Spielecomputer.

    Im Fazit ist Deine Rechnung aber wohl richtig:

    > Aber der enorme Umsatz und Gewinn dürfte ein Märchen sein

    Der Umsatz ist enorm, verteilt sich aber auch auch viele Hände, und das meiste davon ist legal versteuert, z.b. der Strom, die Lampen und der Dünger sind eine riesige Branche, an der der Fiskus natürlich mit verdient.

    > Für die hohen Kosten spricht auch, dass in Colorado wo der Cannabiskonsum nun legalisiert ist, die Preise gleich blieben.

    Interessant an Colorado ist, dass die Steuereinnamen natürlich veröffentlicht werden. Wenn ich jetzt mal sage dass ein Deutschland genauso viele Kiffer gibt wie drüben, dann wären dass für Deutschland 80 Millionen € Steuern pro Monat, knapp ne Milliarde pro Jahr … ohne dass der Preis sich ändert. Das Geld was der Staat einnimmt fehlt natürlich jetzt kriminellen Organisationen die sich vorher um den Vertrieb gekümmert haben. Deren Monopol ist ja durch die Legalisierung aufgehoben worden. Die Kosten auf Herstellungsseite wurden vorher ja auch schon versteuert.

    > Wenn man das im Freiland in Marokko oder Afghanistan tun kann, kaum gießen muss und es dort billige Arbeitskräfte gibt, dann kommt man auf die Verdienste. Das dürfte aber auch ein Grund sein, warum der Großhandelspreis um den Faktor 3 niedriger ist.

    Als Junger Bub hatte ich mal die Althippies in der Verwandtschaft gefragt was ein Gramm denn so kosten würde, und das war damals vor 40 Jahren Gras kostet nichts, und Haschisch kostet auf der Straße 10DM/Gramm ist aber Shit und privat weniger in besserer Qualität. Dieser Preis ist auch bis Mitte der 90er so gleich geblieben. Bis es dann in „Mode“ kam, hier in Deutschland Atomstromgras anzubauen hieß es „Deutsches Gras braucht genauso viel Liebe wie Sonne, und wer sein Gras liebt, der verkauft es nicht, sondern verschenkt es.“ Da werden dann alle Freunde zum Erntedankfest aufs Land eingeladen, und wer den Fehler macht bei der Ernte die Finger ab zu lecken, der fällt frühzeitig flach. Aber bei Indoor Anbau reicht es nicht mehr im Sommer den Hühnerstalls fürs Hanfbeet im nächsten Jahr unter zu graben. Daher ist der Preis für Deutsches Atomstromgras privat hier meist auf ca 7-8€/Gramm geklettert, auf der Straße eher mehr. Der Großhandelspreis von €3.50/Gramm geht dann aber durch mehrerer Verteiler. Wer noch echte Hippies kennt, kann auch heute noch Gras geschenkt bekommen, und selbst gutes Hasch aus Marokko und Afghanistan ist immer noch zum alten Preis von €5/Gramm zu bekommen.

    Das ist eben so wie beim Kaffee. Meine Oma meinte, ein günstiger Kaffee hätte nach dem Krieg DM10/Pfund gekostet, heute sinds immer noch €10/kg im Supermarkt. Währendessen hatten wir jedoch eine Inflation, von PI*Daumen Faktor 2 alle 10 Jahre. Über die 40 Jahre betrachtet ist Hashish also 16 mal billiger geworden, und vom Kaffee mag ich gar nicht reden. Für uns bleibt der Preis scheinbar gleich, aber die Terms of Trade werden von uns ausgehandelt, und da hat das Agrarland leider den schlechteren Hebel.

    > Bei nur 35 Pflanzen kann man bei den Abmessungen einer Growbox in einem kleinen Zimmer auf diesen Umsatz kommen.

    35 Planzen passen nur als Stecklinge in eine Growbox. Aber zumindest in London gibts ne Masche mit die recht gut läuft: Fahr in Urlaub, in ein Commonwealthland und schau Dich dort um, wo denn so der Hanf wächst. Sprech die Bauern an, und schlag dem ein Geschäft vor. Er kauft Dein Ferienhaus, auf Kredit von Dir. Seine beiden Söhne ziehen nach London um und gehen dort zur Schule, schlafen in der Küche, und in den restlichen Zimmern machen sie dass was sie hier auch machen, Gras pflanzen und ernten, dass haben sie gelernt, und wenn sie mal erwachsen sind dann haben sie richtiges Englisch an einer richtigen Schule gelernt und ein Haus in London. So ein kleines rotes Häuschen am Standrand von London ist zwar recht teuer, amortisiert sich aber innerhalb eines Jahres. Und das schlimmste was passieren kann, ist dass die Kinder erwischt werden, und ins Heim kommen, wo ebenfalls die Bildung besser ist als zu hause aufm Acker.

    ciao,Michael

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