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Lebensmittelverderb und Lebensmittelvergiftungen durch Bakterien und Pilze

Gute und schlechte Bakterien in Lebensmitteln

In zahlreichen Lebensmitteln finden sich Bakterien, die meisten jedoch nicht als unerwünschte Schmarotzer, sondern als nützliche Helfer. So ermöglichen Bakterien und Pilze erst die Herstellung zahlreicher Lebensmittel. Dieser gilt für alkoholische Getränke (Hefe führt die Gärung durch), die Herstellung von Sauermilch Produkten (Gärung durch Milchsäure Bakterien), wie auch die Herstellung von Sauerkraut und anderen Lebensmitteln. Selbst in Fleisch sind Bakterien an der Reifung von Würsten beteiligt. Oftmals schätzt der Verbraucher die Bildung von Abbauprodukten von Bakterien, die besondere Aromen bewirken. Auch Pilze sind wichtig für die Herstellung von alkoholischen Getränken oder Brot. Daneben wurden die ersten Antibiotika (Penicilline) aus Pilzen gewonnen.

Darüber hinaus gibt es allerdings auch Bakterien und Pilze die in Lebensmitteln nichts zu suchen haben und unter Umständen krank machen können. Mit diesen beschäftigt sich dieser Artikel.

Salmonellen

Geht man von der Anzahl der Lebensmittelvergiftungen aus, so sind Salmonellen die häufigsten Erreger. Salmonellen sind Bakterien die auch im Darm des Menschen vorkommen können. Man kennt heute über 2000 verschiedene Stämme. Die Salmonellen in Lebensmitteln sind im allgemeinen nicht so gefährlich wie ihre Verwandten, die Typhus und Paratyphus verursachen können. Bei diesen kommt es zu einer Infektion des ganzen Körpers, bei den Salmonellen lediglich des Darmes. Eine Salmonellen Infektion beginnt mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen und mehr oder weniger starken Leibschmerzen. Bald darauf beginnt sich leichtes Fieber zu bilden und es kommt zu häufigen wässrigen Durchfällen. Für den gesunden Menschen ist eine Salmonelleninfektionen eine Krankheit, die innerhalb einiger Tage abklingt, für einen Geschwächten (Kranke, Alte, Kinder) kann es durch die starken Wasserverluste zum Tode kommen.

Salmonellen finden sich vor allem auf tierischen Nahrungsmitteln. Wie schon erwähnt bewohnen Salmonellen oftmals den Darm von Wirbeltieren. Auch Menschen könnten als Dauerausscheider Salmonellen abgeben, und damit eine Infektionsquelle sein. Bedeutender ist aber die Infektion durch Fleisch und Eier. Fleisch kann durch Kontakt beim Schlachten mit Fäkalien infiziert sein. Geflügel enthält oft im Darm Salmonellen, vor allem bedingt durch die enge Haltung der Hühner und damit gegenseitige Ansteckung. Damit sind auch die Eier infiziert. In einem normalen Ei kann das Bakterium nicht durch die Schale kommen. Beim Aufschlagen oder der Unsitte die Eischale auszustreichen, kann es aber zum Kontakt kommen. Tiere werden in der Regel durch verseuchtes Wasser, wie es z.B. durch das Verregnen von Gülle, in Gebieten wo Wasser gewonnen wird, infiziert.

Heute sind Salmonelleninfektionen die häufigsten Lebensmittel Vergiftungen. Über 120000 Infektionen werden pro Jahr gemeldet, bei einer Dunkelziffer, die im Bereich von mehreren hunderttausend bis über eine Million liegt. Ca. 1000 Personen sterben jedes Jahr durch Infektionen mit Salmonellen. Damit haben sich Salmonellen Vergiftungen in den letzten Jahrzehnten rapide vermehrt. Grund dafür sind mehrere Faktoren. Zum einen wird zunehmend Oberflächenwasser genutzt, das kontaminiert sein kann. Auch importierte Futtermittel können mit Salmonellen verseucht sein. Zunehmend werden Salmonellen resistent gegen Antibiotika. Fehler bei der Be- und Verarbeitung von Lebensmitteln, könnten heute durch die zunehmende Ernährung mit halbfertigen Lebensmitteln oder in Kantinen einen größeren Kreis von Personen treffen.

Vorsichtsmaßnahmen gegen die Infektion mit Salmonellen

Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist den Salmonellen wenig Zeit zum Vermehren zu geben Salmonellen verursachen eine Infektion zumeist durch ihre große Zahl. Einige hunderttausend benötigt man schon um eine Infektion auszulösen. Man sollte daher Lebensmittel schnell und frisch verarbeiten und nicht lange stehen lassen.

Dies gilt besonders im Sommer wo die Hitze ideale Voraussetzung für eine schnelle Vermehrung ist. Die berühmte "Sommer Grippe" ist meistens eine Salmonelleninfektion. Bestimmte Lebensmitteln sind besonders oft mit Salmonellen infiziert. Dies sind Geflügel und Eier, aber auch Hackfleisch, da sich in dem zerkleinerten Fleisch die Salmonellen besonders schnell vermehren können. Lebensmitteln die eventuell Salmonellen infizierte Bestandteile enthalten, sollten daher durcherhitzt werden, da Salmonellen relativ einfach durch Hitze abgetötet werden können. Es reichen schon Temperaturen von 65°C aus. Salmonellen können weiterhin sich in sehr sauren oder salzhaltigen Lebensmitteln nicht vermehren, aber überleben. Für Küchen, in denen auch Dauerausscheider arbeiten können ist neben einer regelmäßigen Untersuchung des Personals vor allem Hygiene wichtig. Geflügel sollte z.B. intensiv gereinigt werden und das Auftauwasser weggeschüttet werden.

Staphylokokkus aureus

Dieses Bakterium ist der zweithäufigste Verursacher von Lebensmittelvergiftungen. Staphylokokkus aureus kommt bei zirka 50 Prozent der Menschen in der Mundschleimhaut vor. Auch als Erreger von Angina und eitrigen Geschwüren ist er bekannt. Die häufigste Infektion kommt durch Menschen die Staphylokokkus aureus aus Wunden oder durch Niesen abgeben. Besonders häufig findet man dass Bakterien auf eiweißreichen Nahrungsmitteln wie Milchprodukte, Speiseeis, Konditoreiwaren. Die Symptome einer Vergiftung mit Staphylokokkus aureus sind ähnlich der einer Salmonellenvergiftung. In der Regel bricht die Vergiftung jedoch schneller nach Genuss der Nahrungsmittel aus (3-6) Stunden. Normalerweise tritt im Gegensatz zur Salmonellenvergiftung auch kein Fieber auf. Die Beschwerden klingen auch rascher als bei einer Salmonellenvergiftung ab. Normalerweise innerhalb von 3-5 Stunden, spätestens in einem Tag.

Bei älteren Menschen kann es trotzdem zum Kreislaufkollaps kommen. Todesfälle sind jedoch sehr selten. Eine Infektion kommt in der Regel durch den Mitmenschen, der durch Niesen oder durch offene Wunde von Staphylokokken auf das Lebensmittels überträgt. Bedeutender noch als bei Salmonellen ist daher die Übertragung durch den Menschen. Bei Salmonellen sind dagegen mehr die Lebensmittel selbst infiziert. Die Tücke: Durch Niesen können schon durcherhitzte Lebensmittel infiziert werden. Hier ist es also wie bei Salmonellen wichtig die Lebensmittel möglichst frisch zu verzehren und zu kühlen. Eine zweite Quelle ist die Milch, wenn die Kühe eine Euterentzündungen haben. Normalerweise sollte bis zum vollständigen verheilen dieser keine Milch abgegeben werden.

Während Salmonellen durch das Lebensmittel selbst übertragen wird ist bei Staphylokokkus aureus der Mensch die primäre Quelle für eine Kontamination. Dadurch scheidet oft das Erhitzen von Lebensmitteln zur Abtötung der Erreger aus. Um so wichtiger ist gute Hygiene und konsequentes einhalten der Kühlkette bei Süßspeisen, die oft Quelle von Staphylokokkus aureus Infektionen sind. Da das vom Erreger gebildete Gift hitzestabil ist kann es nicht durch Erhitzen von Lebensmitteln zerstört werden.

Gegen mehrere Antibiotika resistente Stämme von Staphyllokokkus Aureus ("multiresistenter SA") gelten heute als der Hauptverursacher von Infektionen in Krankenhäusern mit tödlichem Ausgang.

Clostridium Botulinum

Die Lebensmittelvergiftungen durch Clostridium Botulinum Bakterien sind die seltensten aber tödlichsten. Das Bakterium selbst kann nur unter Luftabschluss existieren. Heutzutage ist es bei gekauften Lebensmitteln normalerweise nicht mehr zu finden. Da Lebensmittel in denen es sich vermehren könnte wie Konserven ausreichend sterilisiert werden, so dass eventuell vorhandene Sporen des Bakterium abgetötet werden. In Deutschland kommen daher die meisten Vergiftungen durch die Herstellung von eingemachten Lebensmittel durch Privatpersonen zustande, da dort die Temperatur beim Einmachen selten über 100 Grad liegt, und diese können Sporen von Clostridien überstehen. Anders sieht es in anderen Ländern aus, bei denen Konserven nicht so gut sterilisiert werden, wie in Mitteleuropa üblich. Das Bakterium produziert eine hochwirksames Nervengift, dass innerhalb weniger Tage zum Tode führen kann. Seinen Namen hat es davon, das es früher oft in Wurst vorkam.

Da das Bakterium in selbst gemachten Halbkonserven oder Eingemachten am häufigsten vorkommt, ist bei der Herstellung von eingemachtem Gemüse oder anderen eingemachten Lebensmitteln (Ausnahme Marmelade - durch den hohen Zuckergehalt können sich die Bakterien dort nicht vermehren) auf eine ausreichende Erhitzung des Inhalts über längere Zeit zu achten. Auch der Verschluss sollte absolut dicht sein. Ist beim Öffnen der Konserve kein Unterdruck mehr vorhanden so sollte man diese besser nicht genießen. Natürlich gilt dies erst recht bei fremdartigen Gerüchen. Da das Gift von Clostridium Botulinum sehr toxisch ist besteht eine Vergiftungsgefahr schon lange, bevor das Lebensmittel geschmacklich durch Fäulnis verändert ist. In sauren Lebensmitteln wie Obst kann das Bakterium nicht existieren, unter Luft ebenso wenig.

Selbst eingemachte Lebensmittel sollten vor dem Verzehr 15 min. über 100 Grad erhitzt werden um das gebildete Gift zu zerstören. Erst nach 12-36 Stunden kommt es zu ersten Vergiftungserscheinungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und besonders charakteristisch erste Lähmungserscheinungen wie der Augen (Pupillenstarre) oder Zunge (Schluckbeschwerden). Die Lähmungen verstärken sich allmählich, Tod tritt durch Atemlähmung nach 3-6 Tagen ein.

Inzwischen ist das Gift von Clostridium Botulinum (Botulinumtoxin oder Botox angekürzt) auch anders in die Schlagzeilen geraten. Da es ein hochwirksames Nervengift ist welches die Muskulatur lähmt, setzt man es neuerdings auch in der plastischen Chirurgie ein: Spritzen mit kleinen Mengen lähmen für lange Zeit (etwa 3-4 Monate) die Gesichtsmuskulatur, so dass Falten verschwinden. Allerdings braucht man die Muskeln auch für die Mimik wodurch das Gesicht bei unsachgemäßer Anwendung oder zu häufigem Einsatz wie eingefroren wirken kann. In der Erprobung ist auch der Einsatz des Toxins in der Medizin zum gezielten Lähmen von Muskeln zur Linderung mancher Krankheiten. Zweckentfremdet ist dies als "Botox" für die Lähmung der Gesichtsmuskulator und damit auch der Mmik, seit einigen Jahren bei sogenannten Schönheitschirurgen im Einsatz.

Pathogene Escherichia Coli Bakterien

Escherichia Coli (E. Coli) ist ein Bakterium, das im Darm des Menschen natürlich vorkommt und normalerweise harmlos ist, ja sogar für ein paar Vitamine sorgt. Es sind jedoch einige pathogene Stämme bekannt, deren gefährliches Potential dadurch zustande kommt, das die Bakterien den Darm verlassen oder Gifte bilden. Auch normale Escherichia Bakterien können auf die Verdauung verheerende Folgen haben, wenn es welche sind, an welche die Person nicht angepasst ist. Dies geschieht z.B. durch Aufnahme von an sich harmlosen Bakterien in fremden Länden (Reisediarrhöe, Montezumas Rache).

Man unterscheidet folgende 4 pathogene Stämme:

Ale E. Coli werden direkt von Tieren und Menschen über Fäkalreste übertragen. E. Coli selbst werden seit langem als Fäkalindikatoren benutzt z.B. um festzustellen ob Hygiene eingehalten wurde oder das Trinkwasser frei von Fäkalkeimen ist. Findet man E. Coli im Trinkwasser, dann kann man auch mit nicht so angenehmen Zeitgenossen rechnen, die sich aber nicht so leicht wie E. Coli nachweisen lassen.

Von den vier pathogenen Stämmen ist der EHEC am gefährlichsten, aber vergleichsweise selten, der ETEC am häufigsten, aber vergleichsweise harmlos. Bei Säuglingen die besonders vom EHEC und EPEC gefährdet werden ist daher auf Hygiene und vollständiges Erhitzen der Nahrung zu achten. EHEC war Verursacher eines Lebensmittelskandals 2012, als er auf Bockshornklee gefunden wurde, der ahrscheinlich mit Gülle gedüngt wurde, das ist für Gemüse verboten.  Er ist der infektiöseste der vier Stämme. Beim ETEC erfolgt die Infektion erfolgt durch den Genuss roher Ware in anderen Ländern. Besonders durch Milchprodukte, kalte Speisen, Speiseeis, Konditoreiwaren, Trinkwasser. Durch die Einhaltung von Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene ist einer Infektion einfach vorzubeugen (Sofern möglich das Lebensmittel / Wasser erhitzen, ansonsten gut und gründlich waschen).

Symptome (ETEC): Nach 6-36 Stunden Durchfall, Fieber, Übelkeit, Kopf und Gliederschmerzen. Diese dauern 24 Std. - mehrere Tage an.

Bacillus cereus

Bacillus cereus ist ein Umweltkeim, der häufig auf Pflanzen zu finden ist. Da er Sporen bildet kann er eine Hitzebehandlung gut überstehen. Trotzdem kommt es zu Vergiftungen mit Bacillus cereus nur bei großen Keimzahlen und diese nehmen dann einen leichten Verlauf.

Nach 2-6 Std. kommt es zu Leibschmerzen, Durchfall, Benommenheit. Es tritt aber kein Fieber auf. Innerhalb von 24-36 Stunden klingen die Beschwerden zumeist ab. Zu einer ärztlichen Behandlung kommt es in der Regel nicht, so das man nicht genau über die Infektionszahlen Bescheid weiß.

Das Bakterium kommt fast nur auf pflanzlichen Lebensmittel vor, meist stammen Infektionen aus stärkehaltigen Getreideprodukten wie Vanillesoße, Puddings, seltener Suppen , Klöße, Gemüse.

Weitere Gefahren durch Bakterien in Lebensmitteln

Auch harmlose Bakterien können zu einer Gefahr werden, wenn Sie in Lebensmitteln Nitrat zu Nitrit reduzieren (Gefahr vor allem für Säuglinge: Blockiert den Sauerstofftransport im Blut), oder dieses mit Eiweiß reagiert und dabei krebserregende Nitrosamine bildet.

Über diese Problematik finden Sie mehr in meinen Aufsatz über Nitrat, Nitrit und Nitrosamine.

Histamine und biogene Amine sind Zersetzungsprodukte von Aminosäuren durch Bakterien und kommen natürlicherweise z.B. in Käse vor. Biogene Amine verursachen einen scharfen, pfefferigen Geschmack auf der Zunge. Zahlreiche Menschen reagieren allergisch auf Histamine die z.B. auch in dem Brennnesselgift enthalten sind. Natürlicherweise enthalten fermentierte Lebensmittel biogene Amine wie Käse oder fermentierte Produkte der fernöstlichen Küche wie Sojasoße. Es wird auch diskutiert, das die allergische Reaktion auf chinesische Gerichte, nicht auf Glutamin sondern biogenen Aminen beruht.

Unerwünscht sind biogene Amine beim Abbau von Lebensmitteln durch Bakterien z.B. bei Fisch (Fischgeruch durch biogene Amine). Als Reaktion kommt es zu einem quaddelförmigen Ausschlag, Rötung und Atemnot durch Anschwellen der Schleimhäute in der Luftröhre. Betroffen sind vor allem Fische. Wer allergisch auf biogene Amine reagiert sollte den gleichzeitigen Genuss von Alkohol vermeiden, da dieser das Entgiftungsenzym für Amine hemmt.

Pilze und Pilzgifte

Ähnliches wie den Bakterien gilt auch für Pilze. Pilze sorgen für die alkoholische Gärung, machen Camembert und Gorgonzola schmackhaft, können aber auch Lebensmittel verderben und vergiften.

Ein prinzipieller Unterschied zwischen Bakterien und Pilzen liegt in dem Anspruchsverhalten. Bakterien wachsen nur schlecht bei niederen Temperaturen, zahlreiche Arten vertragen weder hohe Salz noch Zuckerkonzentrationen und können schlecht auf trockenen Lebensmitteln wachsen. Auch saure Lebensmittel wie Obst und Säfte mögen viele Bakterien nicht. Pilze sind hier wesentlich unempfindlicher. Sie wachsen noch gut im Kühlschrank, in sauren Essigkonserven, ebenso wie in Marmeladen mit viel Zucker und auch trockene Lebensmittel wie Nüsse werden gerne befallen.

Weiterhin sind die Gifte welche die Pilze produzieren, nicht wie bei den Bakterien, auf eine Art beschränkt sondern es sind oft verschiedene Pilze die dasselbe Gift herstellen. Daher werden hier die Gifte und nicht die Pilzarten behandelt. Denn wesentlich ist das Vorkommen der Gifte, auch wenn der Pilz abgetötet wurde.

Aflatoxine

Zahlreiche Pilze der Arten Aspergillus Flavus aber auch anderer Pilze produzieren ein Gift das Aflatoxin. Dieses Gift wirkt meistens nicht akut toxisch sondern verursacht Leberkrebs. Der Pilz kommt überall vor, kann sich aber in tropischen und subtropischen Zonen besonders gut vermehren.

Besonders oft befallen werden Nüsse, Gewürze, seltener andere pflanzliche Lebensmittel wie Brot. Da geringe Mengen ausreichen um Krebs auszulösen muss das Lebensmittel nicht stark verschimmelt sein um Aflatoxine zu enthalten. Öl aus Nüssen ist ungefährlich da bei der Extraktion das Gift zerstört wird. Regelmäßig finden sich Aflatoxine in Gewürzen und pflanzlichen Produkten auf der Türkei, sowie anderen Ländern mit warmen Klima.

Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Vergiftung durch Aflatoxine

Der einfachste und sicherste Weg ist jedes verdächtige Lebensmittel nicht zu essen. Schon bevor Pilze zu sehen sind kann man oft durch einen veränderten muffigen Geruch einen Befall durch Pilze ahnen. Die Wahrscheinlichkeit das es ein Pilz ist, der Aflatoxine produziert ist zwar gering, aber man sollte kein Risiko eingehen. Ausnahme sind Marmeladen: Durch den hohen Zuckergehalt können dort keine Aflatoxin produzierende Stämme wachsen.

Sterigmatocystin

Sterigmatocystin wird von Aspergillus versicolor und anderen Pilzen gebildet. Es ist chemisch mit den Aflatoxinen verwandt. Obgleich es nur ein Zehntel der Giftigkeit dessen hat, wird es als genauso gefährlich eingestuft, da die Pilze erheblich mehr Sterigmatocystin bilden. Es ist wie Aflatoxin krebserregend.

Gefunden wurde Sterigmatocystin auf Reis, Weizen, Erdnüssen, grünen Bohnen. Frisches Obst ist weitgehend vor den Pilzen geschützt, während in Säften hohe Toxinmengen nach einem Beimpfen gefunden wurden.

Ochratoxine

Dieses Gift wird von zahlreichen Pilzarten produziert die auf der ganzen Welt vorkommen. In unserer Klimazone ist es vor allem Pencillium viridicatum der Ochratoxin bildet. Der Pilz findet sich oft auf Futtergetreide, in Säften, Brot. In grünen Kaffeebohnen findet sich der Pilz sehr häufig, das Gift wird aber durch das Rösten weitgehend abgebaut. Durch Futtermittel kann das Gift auch in Milch oder Fleisch gelangen.

Das Gift wirkt nierenschädigend und ist krebserregend. Für die Verhütung gilt dasselbe wie bei aflatoxinbildenden Pilzen.

Patulin

Patulin wird von dem Pilz Pencillium expansum und anderen Arten gebildet. Patulin ist mäßig giftig, eine krebserregende Wirkung ist bisher nicht nachgewiesen. Der Pilz kommt sehr häufig auf Obst vor und ist Erreger der Braunfäule. Am besten wächst der Pilz auf kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Obstprodukten.

Daher findet man Patulin sehr häufig in Säften und Obstprodukten, vor allem Apfelsaft. Das Gift übersteht die Verarbeitung des Saftes unbeschadet, weshalb bei der Verarbeitung auf die Aussortierung angefaulter oder beschädigter Früchte zu achten ist. Auf Marmelade kann der Pilz nicht wachsen.

Trichothecene

Dieses Gift wird von Fusarium Pilzen gebildet. Es verursacht Nekrosen und schwer heilende Blutungen von Dünndarm, Hoden und zu einer Schädigung des Knochenmarks.

Der Pilz kommt als Zersetzer in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln vor. Damit ein Lebensmittel von Fusarium befallen wird muss es in der Regel feucht sein, so sind die bisherigen Fälle vor allem durch Verwendung feuchten und angeschimmelten Bohnen und Getreide bekannt. Bei Ernte von trockenen Lebensmitteln stellt der Befall von Fusarium keine Gefahr dar. Die einzigen Fälle, in den Menschen von Trichothecen verseuchte Lebensmittel gegessen haben, stammen aus dem 2.ten Weltkrieg wo die Bevölkerung in der Sowjetunion gezwungen war auf dem Feld überwintertes Getreide für die Herstellung von Brot zu verwenden.


Bücher vom Autor

Zum Thema Ernährung, Lebensmittel und Lebensmittelchemie/recht sind bisher vier Bücher von mir erschienen:

Das Buch Was ist drin?: Die Tricks der Industrie bei der Lebensmittelkennzeichnung verstehen und durchschauen wendet sich an diejenigen, die unabhängige Informationen über Zusatzstoffe und Lebensmittelkennzeichnung suchen. Das Buch zerfällt in vier Teilen. Es beginnt mit einer kompakten Einführung in die Grundlagen der Ernährung. Der zweite Teil hat zum Inhalt eine kurze Einführung in die Lebensmittelkennzeichnung - wie liest man ein Zutatenverzeichnis. Welche Informationen enthält es? Ergänzt wird dies durch einige weitere Regelungen für weitergehende Angaben (EU Auslobung von geographischen Angaben, Bio/Ökosiegel etc.).

Der größte der vier Teile entfällt auf eine Beschreibung der technologischen Wirkung, des Einsatzzweckes und der Vorteile - wie auch bekannter Risiken - von Zusatzstoffen.  Der letzte Teil zeigt beispielhaft an 13 Lebensmitteln, wie man ein Zutatenverzeichnis sowie andere Angaben liest, was man schon vor dem Kauf für Informationen aus diesem ableiten kann, die einem helfen, Fehlkäufe zu vermeiden und welche Tricks Hersteller einsetzen, um Zusatzstoffe zu verschleiern oder ein Produkt besser aussehen zu lassen, als es ist. 2012 erschien eine Neuauflage, erweitert um 40 Seiten. die zum einen den geänderten Gesetzen Rechnung trägt (neue Zusatzstoffe wurden aufgenommen, Regelungen über Lightprodukte beschrieben) und zum anderen ein Stichwortregister enthält, das sich viele Leser zum schnelleren naschschlagen gewünscht haben.

Wie sich zeigte haben die meisten Leser das Buch wegen des zentralen Teils, der die Zusatzstoffe beinhaltet, gekauft. Ich bekam auch die Rückmeldung, dass hier eine Referenztabelle sehr nützlich wäre. Ich habe daher 2012 diesen Teil und den Bereich über Lebensmittelrecht nochmals durchgesehen, um die neu zugelassenen Zusatzstoffe ergänzt und auch um neue Regelungen wie bei der Werbung mit nährwertbezogenen Angaben. Ergänzt um eine Referenztabelle gibt es nun die zwei mittleren Teile unter dem Titel "Zusatzstoffe und E-Nummern" zu kaufen.

Nachdem ich selbst über 30 kg abgenommen habe, aber auch feststellen musste wie wenig viele Leute von Ernährung oder der Nahrung wissen, habe ich mich daran gemacht einen Diätratgeber "der anderen Art" zu schreiben. Er enthält nicht ein Patentrezept (wenn auch viele nützliche Tipps), sondern verfolgt den Ansatz, dass jemand mit einer Diät erfolgreicher ist, der genauer über die Grundlagen der Ernährung, was beim Abnehmen passiert und wo Gefahren lauern, Bescheid weiß. Daher habe ich auch das Buch bewusst "Das ist kein Diätratgeber: ... aber eine Hilfe fürs Abnehmen" genannt. Es ist mehr ein Buch über die Grundlagen der Ernährung, wie eine gesunde Ernährung aussieht und wie man dieses Wissen konkret bei einer Diät umsetzt. Es ist daher auch Personen interessant die sich nur über gesunde Ernährung informieren wollen und nach Tipps suchen ihr Gewicht zu halten.

Das Buch "Was Sie schon immer über Lebensmittel und Ernährung wissen wollten" wendet sich an alle die zum einen die eine oder andere Frage zu Lebensmitteln und Ernährung haben, wie auch die sich für die Thematik interessieren und auf der Suche nach weitergehenden Informationen sind. Während andere Autoren zwar auch populäre Fragen aufgreifen und diese oft in einigen Sätzen beantworten und zur nächsten frage wechseln habe ich mich auf 154 Fragen beschränkt, die ich mehr als Aufhänger für ein Thema sehe, so hat das Buch auch 268 Seiten umfang. Jede Frage nimmt also 1-2 Seiten ein. Sie sind nach ähnlichen Fragestellungen/Lebensmitteln gruppiert und diese wieder in vier Sektionen: zwei großen über Lebensmittel und Ernährung und zwei kleinen für Zusatzstoffe und Lebensmittelrecht/Werbung. Man kann das buch daher von vorne bis hinten durchlesen und so seinen Horizont erweitern, aber auch schnell mal nach einer Antwort suchen.

© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.
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