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Das Lebensmittelchemiestudium

Dies ist ein kleiner Ratgeber für die Idealisten, die ein unheimlich interessantes und ziemlich brotloses Studium ergreifen wollen. Ich schreibe hier über meine Erfahrungen. Ich betone dies zum Anfang, da ich weder vorhabe über das Studium an sich zu schreiben, noch genügend Einblicke wie es woanders ist habe um dies zu tun. Alle Angaben beziehen sich auf die Zeit in der ich mein Studium absolviert habe (1988-1993). Ich kann auch nicht über die Arbeitsmarktsituation heute schreiben, weil ich inzwischen als Softwareentwickler arbeite.

Voraussetzung für das Studium

Das Lebensmittelchemie Studium unterlegt dem Numerus clausus. Die Bewerbung ist daher an die zentrale Vergabestelle für Studienplätze zu richten. Ein gutes Abitur ist bei dem derzeitigen Notendurchschnitt von 1.8 nötig.

Das Grundstudium

Das Grundstudium unterscheidet sich in den meisten Universitäten nicht wesentlich vom Chemiestudium. In der Universität Stuttgart in der ich studiert habe, besteht der Unterschied darin, dass zusätzlich Botanik zu hören ist und mikroskopische Übungen absolvieren zu sind. Als Ausgleich sind keine Scheine im Fach physikalische Chemie zu machen. Das Grundstudium besteht aus folgenden Fächern:

Die Vorlesungen finden dabei meistens vormittags statt, die Praktika, die bei der Chemie ca. 2/3 der Zeit ausmachen nachmittags. Im Gegensatz zu den meisten anderen Studienfächern laufen die Praktika auch in den Semesterferien weiter. Würden sie es nicht, so wäre das Chemiestudium nicht zu schaffen. Das Grundstudium dauert in der Regel fünf bis sieben Semester je nach den Umständen. (Manche Praktika finden nur einmal im Jahr statt schafft man die Aufnahmeprüfung nicht so kann dies eine größere Verzögerung bedeuten). Praktika bedeuten in der Chemie in der Regel auch nicht dass man 2 Stunden beaufsichtigt Versuche macht sondern selbständig eine Reihe von Analysen erledigen muss. Manche schafften dies in einigen Wochen, andere brauchen Monate dafür. Das Arbeiten im Labor ist der Alltag im Chemiestudium.

Ein Unterschied zum normalen Chemiestudium ist das die Prüfungen nicht nach Bestehen der Praktika und Vorlesungen nach und nach abgelegt werden können sondern in einem Block. Viele Studierende nehmen sich dafür ein eigenes Urlaubssemester.

Das Hauptstudium

Im Hauptstudiums ist die Atmosphäre viel familiärer. Man ist nun nicht mehr einer von 100 Chemiestudenten sondern in einer kleinen Gruppe. In Stuttgart maximal zwölf pro Semester. Im Hauptstudium unterscheiden sich die einzelnen Universitäten stark sowohl was Vorlesungsangebot wie auch Anforderungen an die Studenten betrifft so gilt München als relativ schwer. Dort arbeiten die Koryphäen dieses Faches. Im Hauptstudium wird auch die meiste Zeit im Labor gearbeitet um lebensmittelchemischen Analysen durchzuführen. Dies ist das Handwerk eines Lebensmittelchemikers, bei der er so nebenbei natürlich auch eine ganze Menge über Analytik lernt und wie man verschiedenste Methoden und Geräte anwendet. Dazu kommen Vorlesungen in:

Übungen in den Fächern

finden in Stuttgart den Semesterferien statt,
dazu kommen mikroskopische Übungen zur Bestimmung von Lebensmitteln Inhaltsstoffen. Sowie einzelne kurze Kurse wie in Olfaktometrie, Radioisotopenmarkierung etc.

Die Hauptprüfung erfolgt in den Fächern Lebensmittelchemie, Botanik, Mikrobiologie (theoretisch) und Botanik, Toxikologie, Lebensmittelanalytik (praktisch). Die Studiendauer ist an den einzelnen Unis unterschiedlich und beträgt meist 4 Semester. Ebenso dürfte auch der Aufbau des Studiums von Uni zu Uni variieren. Es ist im allgemeinen sowieso ratsam sich vor dem Hauptstudium zu überlegen wo man studieren will, denn die Unis sind unterschiedlich stressig.

"Die Anstalt"

Der Abschluss der Hauptprüfung berechtigt aber noch nicht zum Führen der Berufsbezeichnung Lebensmittelchemiker. Dazu ist eine einjährige Praktikantenzeit an einer chemischen Landesuntersuchungsanstalt erforderlich. Ziel ist es dort das Lebensmittelrecht und die Lebensmittelüberwachung kennen zulernen. Es schließt sich eine weitere Prüfung in den Fächern Lebensmitteluntersuchung, Wasseruntersuchung, Untersuchung eines Bedarfsgegenstandes und eine theoretische Prüfung in Lebensmittelrecht an. Erst danach kann man den Titel " staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker " führen. Nach der ersten Hauptprüfung ist es auch möglich an einer Universität zu promovieren. Die Zeit an einer Untersuchungsanstalt reduziert sich dann auf sechs Monate.

Dipl. chem.?

Seit langem wird überlegt ob man den Studiengang reformieren soll. Es wird überlegt ob man einem weiteren Diplom Studiengang einführen soll. Danach würde nach der ersten Hauptprüfung sich eine sechs bis neun Monate dauernde Diplomarbeit anschließen und als Abschluss hätte man dann den Titel " Diplom Lebensmittelchemiker ". Die einjährige Zeit an einer Landesuntersuchungsanstalt wäre dann nur noch dazu da eine Qualifikation zu erlangen um beim Staat tätig zu werden. Bei der Arbeit in der Industrie sind vor allem die analytische Fähigkeiten gefragt. Da der Konkurrenzkampf unter den Lebensmittelchemikern derzeit aber sehr stark ist, durfte das illusorisch sein, vielmehr dürften beide Prüfungen absolviert werden. Dieses wird an zwei Bundesländern angeboten, zudem noch von einigen Fachhochschulen

Berufsaussichten

Die Einsatzgebiete eines Lebensmittelchemikers sind sehr breit gestreut. Mit seinen hervorragenden analytischen Kenntnissen kann er in Analytik Labors sowohl Lebensmittel wie auch Bodenproben oder Wasser nach Inhaltsstoffen oder Kontaminanten untersuchen.

Durch seine rechtliche Ausbildung weiß er Bescheid über die Zusammensetzung, rechtliche Beurteilung, Etikettierung von Lebensmitteln. Das klassische Betätigungsfeld eines Lebensmittelchemikers ist die Arbeit für den Verbraucher an Lebensmittelchemischen Untersuchungsanstalten. Diese nehmen jedoch seit Jahren nur einen Bruchteil der Lebensmittelchemiker auf. In der Industrie wären Lebensmittelchemiker nützlich bei der Produktentwicklung und Produktüberwachung. Zu wenige Betriebe stellen jeder dafür eine Fachkraft ein. Lieber werden Strafen gezahlt. Die berufliche Situation ist daher zur Zeit als äußerst schlecht zu beurteilen. Zudem konkurriert der Lebensmittelchemiker in der Industrie mit dem Lebensmitteltechnologen. Im Bereich Produktdesign werden noch immer diese eingestellt, obwohl sie von der Chemie so wenig Ahnung haben wie die Kuh von der Botanik der Pflanzen die sie frisst. (Das schlägt sich oft in den Zutatenverzeichnissen wieder, siehe dazu auch meine Seite über die Zutatenliste ausgesuchter Lebensmittel). Früher kamen Lebensmittelchemiker in Analytiklabors unter, weil Sie echte Spezialisten auf diesem Gebiet sind und viele Analysemethoden beherrschen. Doch Seit Anfang der neunziger Jahre hat hier auch das große Sterben eingesetzt. Ein großer Konzern dominiert den Markt und die kleineren Labors machen nach und nach zu.

Die miserable berufliche Situation schlägt sich übrigens auch in den Web Angeboten nieder. Als ich Im August 1998 relativ spät Online ging war ich erstaunt, das ich die einzige Site in Deutschland war, die Informationen für den Endverbraucher in Sachen Lebensmittelchemie anbot. Darin hat sich bis heute wenig geändert. Zwar wurden die Domänen "Lebensmittelchemie.de" und "Lebensmittelchemiker.de" schon reserviert, aber nicht ins Netz gestellt.

Klar ist natürlich das viele Lebensmittelchemiker Probleme haben Informationen ins Netz zu stellen. Die Untersuchungsanstalten selbst haben das Problem, das es immer mehr Proben als Personal gibt, zumal in den letzten Jahren stark abgebaut wurde. (Dafür ist die Zahl der beanstandeten Proben in den letzten Jahren angestiegen - weniger Kontrolle, mehr Missbrauch !). Auch ist der Lebensmittelchemiker an der Untersuchungsanstalt in einer rechtlichen Zwickmühle, denn er ist zugleich Gutachter vor Gericht und könnt z.B. für Warnungen haftbar gemacht werden.

Im allgemeinen sind allerdings die Untersuchungsanstalten sehr zurückhaltend auch bei Beanstandungen, wenn die Größe einer Firma eine gewisse Größe erreicht hat. So sind die Beschriftungen auf vielen Schokoriegeln viel zu klein (Sie müssen deutlich lesbar sein) und die Werbung für so genannte "probiotische" Joghurts verstößt einwandfrei gegen das Verbot der gesundheitsbezogenen Werbung.

Auch von den Lebensmittelchemikern die in der Industrie arbeiten sind keine Verbraucherinformationen zu erwarten. Da hätte wohl der Arbeitgeber etwas dagegen.... Und die Lebensmittelchemiker die in Analytiklabors und anderen Betrieben untergekommen sind, haben nicht mehr den direkten Bezug zu ihrem früheren Fachgebiet.

Man sollte die Berufsaussichten im Auge behalten, aber diese können sich ändern. Als ich den Rest des Textes schrieb habe ich mich entschlossen nochmals neu anzufangen und Softwaretechnik studiert. In diesem Gebiert arbeite ich auch heute. Inzwischen sind 5 Jahre vergangen und weil in den letzten Jahren es wenige Studenten wegen der schlechten Aussichten gab sieht es heute wieder besser aus.

Wie lange dauert es?

Es gibt hier Unterschiede von Uni zu Uni. Ich möchte mal hier die Studienzeiten an der Uni Stuttgart vorstellen als ich studiert habe:

Summe Summarum kann man in Stuttgart also in 14 Semestern fertig sein, realistischerweise in 15-16. Bei anderen Unis kann es anders aussehen. Insbesondere wenn es keine Pausen durch die in Stuttgart Prüfungszeiträume gibt. In einigen Bundesländern und auf einigen Fachhochschulen gibt es auch Lebensmittelchemie als Diplom Studiengang. Dieser ist meistens straffer organisiert und alleine durch die wegfallende Zeit an einer chem. Landesuntersuchungsanstalt und die Wartezeit vorher um zirka 3 Semester kürzer. Dafür fehlt das zweite Staatsexamen das wichtig ist wenn man vor Gericht auftreten muss. Alle die mich bislang darauf hingewiesen haben das ihr Studium erheblich kürzer waren haben diesen Weg eingeschlagen. Von Vorteil ist das man sich "Diplom Lebensmittelchemiker" nennen darf, anstatt nur "Lebensmittelchemiker" oder "Staat. gepr. Lebensmittelchemiker". Die rechtliche Ausbildung ist aber in vielen Firmen und Analytiklabors auch wichtig, wenn es darum geht als Gegengutachter aufzutreten. Langfristig dürfte es darauf hinauslaufen, das man beide Abschlüsse erwirbt.

Es sind übrigens hier die "Real Life" Werte: Bei den Studienordnungen werden nur die Anzahl der Semester aufgeführt die wirklich nötig sind. Wartezeiten wie es in der Wirklichkeit gibt, tauchen dort nie auf und so kleine Details das manche Praktika und Vorlesungen nur in bestimmten Semestern stattfinden oder das Organikpraktikum ganztägig von 8-18 Uhr ist, so das man nichts anderes machen kann wird dort auch gern vergessen. Immerhin hat sich auch in Stuttgart etwas gebessert (war schon immer her von den Studienzeiten im hinteren Drittel) und man hat vor allem bei den langen Prüfungszeiträumen in denen man noch nicht fertig oder noch nicht im Hauptstudium war vieles gestrichen, so dass das Studium inzwischen schneller zu absolvieren ist.

Warnung !

Das Studium der Lebensmittelchemie hat weit reichende Folgen auf ihr Privatleben. Sobald Sie dies in Gesprächen erwähnen, werden Sie mit Fragen zum Thema Ernährung und Diät bombardiert. Eigentlich ist dies der Job derer die Ernährungslehre studiert haben, doch als Lebensmittelchemiker sollten Sie auch davon eine Ahnung haben, schließlich spielt dieser Punkt bei der Werbung eine Rolle und die müssen Sie beurteilen können.

Doch das schlimme: Es glaubt Ihnen keiner. Sie bekommen an der Uni die neuesten Erkenntnisse vermittelt und die Menschen sind immer noch indoktriniert von den Medien die seit Jahren Jahrzehnte alte, inzwischen widerlegte Vorurteile verbreiten. Dasselbe passiert Ihnen auch wenn Sie wie ich eine Webseite unterhalten. Früher habe ich eine Diskussion mit den Worten beendet. "Tja ich habe das ja nur 8 Jahre lang studiert. Da habe ich wahrscheinlich nicht so viel Ahnung wie sie als fleißige Brigitte Leserin". Inzwischen, weil ich in den letzten Jahren wirklich was anderes gemacht habe verweise ich darauf und betone, dass ich mich nun mit anderen Dingen beschäftige.

12 Jahre nachdem ich gelernt habe, das der größte Teil des Cholesterins vom Körper selbst gebildet wird und man über Diäten und Pillen wenig dran ändern kann scheint sich dies sogar bei den Ärzten herumzusprechen. Gut, dass wir so gute ausgebildete Mediziner haben !

Ich stelle nach mehr als 10 Jahre nach dem Ende des Studiums allerdings eines fest: Ich zehre immer noch von dem Wissen das ich erworben habe. Auch wenn ich den "Edmann Abbau" längst nicht mehr als Formel aufstellen könnte und mit "Reformatsky Reaktion" nur die Stichwörter Aldolreaktion und Zink verbinde. Aber ich merke wenn ich wissenschaftliche Sendungen anschauen, dass ich mitreden kann. Ich gehe an Probleme systematisch heran und fange an mir unbekannte Theorien auf Schwachstellen abzukopfen - Was kann diese nicht erklären, passt diese zu den Tatsachen. Dieses Handwerk ist sicher das wertvollste was ein Studium vermitteln kann, denn das Wissen nimmt laufend zu und veraltet rapide. Die Vorgehensweise und das wissenschaftliche Denken bleibt aber erhalten.

Ach ja und im Zeitalter des Computers bei denen man möglichst Passwörtern aus Zahlen und Buchstaben ohne Bedeutung wählen soll, habe ich es dank eines chemischen Studiums recht einfach. Meine Passwörter lauten z.b "CaSO4*2H20" oder "1,3,7trimethylxanthin" (Für Nichtchemiker: Gips und Coffein). Ich kann diese gerne verraten denn inzwischen habe ich andere und nach mehreren Jahren sind mir die Verbindungen immer noch nicht ausgegangen.

Zuletzt noch Bernds Chemiker Test: Wenn Sie "Desoxiribulonukleinsäure" und "Nikotinamid-adenin-dinukleotid-phosphat" ohne nach Nachdenken und ohne Stottern aussprechen können sind Sie Chemiker - oder sollten sich überlegen das zu studieren.

Bücher vom Autor

Zum Thema Lebensmittelchemie/recht Ernährungsberatung ist bislang ein Buch von mir erschienen:

Das Buch Was ist drin?: Die Tricks der Industrie bei der Lebensmittelkennzeichnung verstehen und durchschauen wendet sich an diejenigen, die unabhängige Informationen über Zusatzstoffe und Lebensmittelkennzeichnung suchen. Unabhängig heißt: Eine Beschreibung des Nutzens und der Risiken, ohne eine eigene Wertvorstellung dem Leser aufzwingen zu wollen. Das Buch zerfällt in vier Teilen. Es beginnt mit einer kompakten Einführung in die Grundlagen der Ernährung (wozu werden Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß benötigt, was sind die Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr und bei Vitaminen und Mineralstoffen). Der zweite Teil hat zum Inhalt eine kurze Einführung in die Lebensmittelkennzeichnung - wie liest man ein Zutatenverzeichnis. Welche Informationen enthält es? Ergänzt wird dies durch einige weitere Regelungen für weitergehende Angaben (EU Auslobung von geographischen Angaben, Bio/Ökosiegel etc.).

Der größte der vier Teile entfällt auf eine Beschreibung der technologischen Wirkung, des Einsatzzweckes und der Vorteile - wie auch bekannter Risiken - von Zusatzstoffen. Dieser Teil ermöglicht es, schnell nachzuschlagen, was sich hinter bestimmten Stoffen auf der Verpackung verbirgt.

Der letzte Teil zeigt beispielhaft an 13 Lebensmitteln, wie man ein Zutatenverzeichnis sowie andere Angaben liest, was man schon vor dem Kauf für Informationen aus diesem ableiten kann, die einem helfen, Fehlkäufe zu vermeiden und welche Tricks Hersteller einsetzen, um Zusatzstoffe zu verschleiern oder ein Produkt besser aussehen zu lassen, als es ist.

Geplant ist für das Jahr 2011 ein zweites Buch mit dem Titel „Das ist drin!“. Es ist eine Ergänzung zu dem ersten Buch. Es wird die einzelnen Lebensmittelgruppen genauer beschreiben und neben Angaben über den Nährwertgehalt, ernährungsphysiologische Bedeutung (die man auch in anderen Büchern findet) auch die eingesetzten Zusatzstoffe, mögliche Rückstände und Kontaminationen beschreiben.

Beide Bücher wenden sich an interessierte Laien, wobei ich mich speziell auf den Themenbereich Kennzeichnung und Zusatzstoffe konzentriere, da es sehr viele Bücher zum Thema Ernährung oder die Inhaltsstoffe der Grundnahrungsmittel gibt. Dagegen wird der Bereich der verarbeiteten und verpackten Lebensmitteln und die rund 300 möglichen Zusatzstoffe meist ignoriert. Des weiteren gibt es kaum Bücher für den Laien, die über die rechtlichen Grundlagen oder was die Angaben auf den Verpackungen bedeuten informieren. Die meisten haben dann auch eine Zielsetzung, wie die Industrie anzuprangern oder eine vorgefasste Meinung dem Leser näher zu bringen. Ich halte es für wichtiger den Leser zu befähigen selbst sich eine eigene Meinung zu bilden. Dass dies auch Kritik mit einschließt, zeigt sich durchaus im letzten Teil des Buchs „Was ist drin?“, da die meisten dort besprochenen Lebensmittel Mängel in der Kennzeichnung haben, Zusatzstoffe zur Täuschung eingesetzt werden oder Aufmachung und Inhalt im krassen Gegensatz stehen. Diese abschreckenden Beispiele sind aber gerade deswegen besonders lehrreich.


© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.
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