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Was ist drin... in Maltesers?

Einleitung

Es gibt immer wieder neue Lebensmittel. So auch hier: Äußerlich handelt es sich um kleine Schokoladenkügelchen und man vermutet wohl eine Nuss darin, doch in Wirklichkeit versteckt sich darin eine aufgeschäumte Keksfüllung, die nach Malz schmeckt. Der Hersteller hat sich Mühe gegeben den Verbraucher wirklich Nicht über die Zutaten aufzuklären, denn das Zutatenverzeichnis steht in winziger Schrift, mehrsprachig in GROSSBUCHSTABEN gedruckt in Weiß auf Rot. Vielleicht sollte der Hersteller mal einen Blick in §3 Abs. 3 LMKV werfen:

"Die Angaben müssen an gut sichtbarer Stelle, deutlich lesbar angebracht werden"

oder noch besser einen Lebensmittelchemiker anstellen, der etwas davon versteht. Damit Sie auch verstehen, was ich meine habe ich die Angaben auch mal in dieser Form übernommen

Zutatenliste

Fazit

Zählt der Geschmack? Ja und der ist auch in Ordnung. Doch das Zutatenverzeichnis ist keine Pflichtübung, die man am besten so absolviert das man es kaum lesen kann und es unübersichtlich ist. Es ist eine wichtige Informationsquelle für den Verbraucher, die der Hersteller durch die Gestaltung (unleserlich) und die Vermischung von vorgeschriebenen Angaben mit Hinweisen bewusst unbrauchbar gemacht hat. Die Produktkennzeichnung verletzt einwandfrei mehrere Paragraphen der LMKV und die Beziehung des Anteils wertgebender Zutaten auf die gesamte Füllung, und nicht den Malzanteil nähert sich bedrohlich den Vorschriften von §17 LMBG zum Schutz des Verbrauchers vor Täuschung.
Dieser Text stammt von Bernd Leitenberger

Bücher vom Autor

Zum Thema Lebensmittelchemie/recht Ernährungsberatung ist bislang ein Buch von mir erschienen:

Das Buch Was ist drin?: Die Tricks der Industrie bei der Lebensmittelkennzeichnung verstehen und durchschauen wendet sich an diejenigen, die unabhängige Informationen über Zusatzstoffe und Lebensmittelkennzeichnung suchen. Unabhängig heißt: Eine Beschreibung des Nutzens und der Risiken, ohne eine eigene Wertvorstellung dem Leser aufzwingen zu wollen. Das Buch zerfällt in vier Teilen. Es beginnt mit einer kompakten Einführung in die Grundlagen der Ernährung (wozu werden Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß benötigt, was sind die Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr und bei Vitaminen und Mineralstoffen). Der zweite Teil hat zum Inhalt eine kurze Einführung in die Lebensmittelkennzeichnung - wie liest man ein Zutatenverzeichnis. Welche Informationen enthält es? Ergänzt wird dies durch einige weitere Regelungen für weitergehende Angaben (EU Auslobung von geographischen Angaben, Bio/Ökosiegel etc.).

Der größte der vier Teile entfällt auf eine Beschreibung der technologischen Wirkung, des Einsatzzweckes und der Vorteile - wie auch bekannter Risiken - von Zusatzstoffen. Dieser Teil ermöglicht es, schnell nachzuschlagen, was sich hinter bestimmten Stoffen auf der Verpackung verbirgt.

Der letzte Teil zeigt beispielhaft an 13 Lebensmitteln, wie man ein Zutatenverzeichnis sowie andere Angaben liest, was man schon vor dem Kauf für Informationen aus diesem ableiten kann, die einem helfen, Fehlkäufe zu vermeiden und welche Tricks Hersteller einsetzen, um Zusatzstoffe zu verschleiern oder ein Produkt besser aussehen zu lassen, als es ist.

Geplant ist für das Jahr 2011 ein zweites Buch mit dem Titel „Das ist drin!“. Es ist eine Ergänzung zu dem ersten Buch. Es wird die einzelnen Lebensmittelgruppen genauer beschreiben und neben Angaben über den Nährwertgehalt, ernährungsphysiologische Bedeutung (die man auch in anderen Büchern findet) auch die eingesetzten Zusatzstoffe, mögliche Rückstände und Kontaminationen beschreiben.

Beide Bücher wenden sich an interessierte Laien, wobei ich mich speziell auf den Themenbereich Kennzeichnung und Zusatzstoffe konzentriere, da es sehr viele Bücher zum Thema Ernährung oder die Inhaltsstoffe der Grundnahrungsmittel gibt. Dagegen wird der Bereich der verarbeiteten und verpackten Lebensmitteln und die rund 300 möglichen Zusatzstoffe meist ignoriert. Des weiteren gibt es kaum Bücher für den Laien, die über die rechtlichen Grundlagen oder was die Angaben auf den Verpackungen bedeuten informieren. Die meisten haben dann auch eine Zielsetzung, wie die Industrie anzuprangern oder eine vorgefasste Meinung dem Leser näher zu bringen. Ich halte es für wichtiger den Leser zu befähigen selbst sich eine eigene Meinung zu bilden. Dass dies auch Kritik mit einschließt, zeigt sich durchaus im letzten Teil des Buchs „Was ist drin?“, da die meisten dort besprochenen Lebensmittel Mängel in der Kennzeichnung haben, Zusatzstoffe zur Täuschung eingesetzt werden oder Aufmachung und Inhalt im krassen Gegensatz stehen. Diese abschreckenden Beispiele sind aber gerade deswegen besonders lehrreich.


© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.
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