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Miese Werbung für Nahrungsergänzungsmittel

Die Werbung

Es gibt Werbung die ist wirklich schlecht. Ich meine die Werbung für teure, unnötige Mittel, zumeist Vitamine und Mineralstoffe. Sei es nun das "Apotheken-Magnesium" (Es sollte mir mal jemand die Apotheke zeigen in der Magnesium gewonnen wird....) oder das "Hochdosierte" Vitamin E. Allen die dort Werbung machen ist anzumerken, dass sie nicht so recht an das Produkt glauben. Die Werbung wirkt gekünstelt und inszeniert.

Die Wirklichkeit

Wozu benötigt man wirklich Nahrungsergänzungsmittel, also Vitamine und Mineralstoffe? Nach den Statistiken der deutschen Gesellschaft für Ernährung ist dies im allgemeinen nicht nötig. Von allen Vitaminen gibt es lediglich bei Folsäure einen Mangel bei Schwangeren. Bei den Mineralstoffen ist es das Eisen bei den Frauen. Dies verwundert nicht, denn wir haben ja nicht das Problem, das wir zu wenig Nahrung haben. Es gibt heute auch frische Nahrung im Winter - nicht wie vor 100 Jahren. Nein, wir leben von der Ernährung her in der besten Zeit seit Jahrtausenden (Hunderttausende sterben bei uns nicht an Mangelkrankheiten sondern an den Folgen von Überernährung....)

Gerade bei Vitaminen und Mineralstoffen wird es immer unwahrscheinlicher das es einen Mangel gibt, weil immer mehr Produkte "vitaminisiert" werden: Cornflakes mit 6 Vitaminen, Orangensaft + Calcium, Brot mit Selen und Jod... Diese Liste lässt sich endlos weiterführen. Es ist also sehr unwahrscheinlich das ihre Gelenkschmerzen auf Magnesiummangel hindeuten (Dann hätten sie vorher schon Muskelkrämpfe bekommen, da dies das erste Mangelsymptom ist).

Als letztes bleibt noch die Frage: Was unterscheidet Präparate aus der Apotheke von denen bei Lidl oder Aldi? Nun es ist der Preis: Alle Präparate enthalten industriell gewonnene Stoffe. Es ist daher völlig wurst was sie nehmen. Es mögen Unterschiede in der Zusammenstellung und Dosierung vorliegen, jedoch sind diese auch durch eine andere Präparatwahl zu erreichen. Dafür sind Apotheken Präparate Apothekenmäßig teuer.

Unterscheiden muss man dies von der Diskussion die im Gange ist, die eine erhöhte Wirkung von natürlichen Stoffen zeigt. Der Grund liegt darin, das hier andere Stoffe wie Flavone oder Anthocyane die Wirkung von Vitaminen noch unterstützen können. Bei Mineralstoffen ist es so, das bestimmte Nahrungsbestandteile die Resorption fördern können, wodurch prozentual mehr aufgenommen wird. Doch Nahrungsergänzungsstoffe sowohl von der Apotheke wie auch vom Supermarkt können beide nicht diesen Synergieeffekt zeigen.

Fazit

Die Firmen müssen viel Geld übrig haben - Werbespots sind nicht billig. Unverständlich warum sie diese so schlecht machen. Wenn man schon Heide Keller als Werbeträger bemüht, so könnte man doch erwarten das sie nicht wie ein Karnickel auf Kommando aufspringt und ruft "Für mich nur Magnesium VERLA". Kann es sein, das diese Mittel als Nebenwirkung eine geistige Verblödung verursachen? Wenn ja, so wäre definitiv davon abzuraten!
Dieser Text stammt von Bernd Leitenberger

Bücher vom Autor

Zum Thema Lebensmittelchemie/recht Ernährungsberatung ist bislang ein Buch von mir erschienen:

Das Buch Was ist drin?: Die Tricks der Industrie bei der Lebensmittelkennzeichnung verstehen und durchschauen wendet sich an diejenigen, die unabhängige Informationen über Zusatzstoffe und Lebensmittelkennzeichnung suchen. Unabhängig heißt: Eine Beschreibung des Nutzens und der Risiken, ohne eine eigene Wertvorstellung dem Leser aufzwingen zu wollen. Das Buch zerfällt in vier Teilen. Es beginnt mit einer kompakten Einführung in die Grundlagen der Ernährung (wozu werden Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß benötigt, was sind die Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr und bei Vitaminen und Mineralstoffen). Der zweite Teil hat zum Inhalt eine kurze Einführung in die Lebensmittelkennzeichnung - wie liest man ein Zutatenverzeichnis. Welche Informationen enthält es? Ergänzt wird dies durch einige weitere Regelungen für weitergehende Angaben (EU Auslobung von geographischen Angaben, Bio/Ökosiegel etc.).

Der größte der vier Teile entfällt auf eine Beschreibung der technologischen Wirkung, des Einsatzzweckes und der Vorteile - wie auch bekannter Risiken - von Zusatzstoffen. Dieser Teil ermöglicht es, schnell nachzuschlagen, was sich hinter bestimmten Stoffen auf der Verpackung verbirgt.

Der letzte Teil zeigt beispielhaft an 13 Lebensmitteln, wie man ein Zutatenverzeichnis sowie andere Angaben liest, was man schon vor dem Kauf für Informationen aus diesem ableiten kann, die einem helfen, Fehlkäufe zu vermeiden und welche Tricks Hersteller einsetzen, um Zusatzstoffe zu verschleiern oder ein Produkt besser aussehen zu lassen, als es ist.

Geplant ist für das Jahr 2011 ein zweites Buch mit dem Titel „Das ist drin!“. Es ist eine Ergänzung zu dem ersten Buch. Es wird die einzelnen Lebensmittelgruppen genauer beschreiben und neben Angaben über den Nährwertgehalt, ernährungsphysiologische Bedeutung (die man auch in anderen Büchern findet) auch die eingesetzten Zusatzstoffe, mögliche Rückstände und Kontaminationen beschreiben.

Beide Bücher wenden sich an interessierte Laien, wobei ich mich speziell auf den Themenbereich Kennzeichnung und Zusatzstoffe konzentriere, da es sehr viele Bücher zum Thema Ernährung oder die Inhaltsstoffe der Grundnahrungsmittel gibt. Dagegen wird der Bereich der verarbeiteten und verpackten Lebensmitteln und die rund 300 möglichen Zusatzstoffe meist ignoriert. Des weiteren gibt es kaum Bücher für den Laien, die über die rechtlichen Grundlagen oder was die Angaben auf den Verpackungen bedeuten informieren. Die meisten haben dann auch eine Zielsetzung, wie die Industrie anzuprangern oder eine vorgefasste Meinung dem Leser näher zu bringen. Ich halte es für wichtiger den Leser zu befähigen selbst sich eine eigene Meinung zu bilden. Dass dies auch Kritik mit einschließt, zeigt sich durchaus im letzten Teil des Buchs „Was ist drin?“, da die meisten dort besprochenen Lebensmittel Mängel in der Kennzeichnung haben, Zusatzstoffe zur Täuschung eingesetzt werden oder Aufmachung und Inhalt im krassen Gegensatz stehen. Diese abschreckenden Beispiele sind aber gerade deswegen besonders lehrreich.


© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.
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