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Die Geschichte des PC ist eng an einige Namen gebunden - Pioniere, Visionäre oder knallharte Geschäftsmänner. Die meisten, die mit dem PC berühmt wurden taten dies in den 70 ern oder Anfang der achtziger Jahre. Das hat vielerlei Gründe. Zum einen gab es noch nicht so etwas wie eine "PC Industrie", so das einzelne mit Elan und Wagemut (aber auch guten Ideen) aus dem Nichts eine florierende Firma erschaffen können. Zum anderen war die Hardware damals noch relativ einfach. Bei den 8 Bit Rechnern war das Betriebssystem typischerweise 16 KByte groß. Eine Person konnte es alleine programmieren. Das gleiche galt für die Hardware. Heute arbeiten an kleinsten PC Bauteilen Hunderte von Ingenieuren um sie zu verbessern. Wenn ich in diesem Zusammenhang von einem PC spreche so legen sie bitte nicht ihren heutigen Rechner zugrunde. Ein PC ist ein "persönlicher Computer" in diesem Sinne sind auch sehr beschränkte Geräte wie der Altair 8800 oder Apple I ein PC. Dieser Artikel befindet sich auch in druckbarer Form als PDF Datei zusammen mit anderen Kurzbiographien in dem Dokument "Väter des PC"
Chuck Peddle ist ein Mann den nur wenige kennen, obgleich er
Computergeschichte machte. Chuck Peddle kam aus der Minicomputerwelt 1972 zu Motorola, wo er den
6800 Prozessor mitentwickelte. Doch er konnte nicht viel an dem Prozessor selbst ändern: Als er
kam, war das Design zu weit fortgeschritten. Er wollte einen Mikroprozessor entwickeln der billig
angeboten wurde. Doch bei Motorola herrschte derselbe Geist wie bei Intel: "Das sind
vollwertige kleine Computer die verkaufen wir nicht so billig". (Kleine Anekdote: Lange Zeit
war der Einstandspreis für einen neuen Prozessor von Intel bei 360 USD - In Anlehnung an den
Verkaufsschlager von IBM: Das System 360). Motorola verkaufte den MC 6800 etwas billiger für 200
Dollar, da er auch einfacher aufgebaut war.
So wandte er sich an die kleine Firma MOS Industries um seinen Prozessor zu verwirklichen. Der 6502 - sein Vorgänger 6501 wurde aus Copyrightgründen gleich nach Erscheinen wieder vom Markt genommen - basierte auf dem Design des 6800. Um die Kosten zu reduzieren vereinfachte er es, achtete aber auf die Hardwarekompabilität zum 6800. 1975 wurde der neue Chip auf der Computermesse WESCON präsentiert - und für 25 USD verkauft. Das war damals unglaublich. Der Intel 8080 kostete 375 USD und der MC 6800 300 USD.
Der Erfolg des 6502 kam jedoch für die Firma MOS zu spät, 1976 wurde Sie von der Commodore Business Machines (CBM) übernommen. Deren Chef Jack Tramiel sah in dem neuen Prozessor ein Produkt welches auch seine angeschlagene Firma sanieren konnte. Tramiel verkaufte vorher Tischrechner welche auch den 6502 einsetzten. Dadurch das Texas Instruments ihre Tischrechner durch eigene Prozessoren billiger anbieten konnte war seine Firma nahe an die Insolvenz gekommen. Durch den Kauf von MOS Industries glaubte Tramiel in eine ähnliche Position wie TI zu kommen.
Im Jahre 1975 kamen die ersten Computer für Privatpersonen auf den Markt. Chuck Peddle produzierte um den MC 6502 einen Lerncomputer den KIM-1, der sich auch gut verkaufte. Chuck war aber auch klar, das wenn man einen Computer an die Massen bringen wollte, man mehr als einen Platinencomputer entwerfen musste. Der Computer musste in einer einfachen Programmiersprache wie BASIC programmiert werden. Er überzeugte Jack Tramiel dass man einen solchen Computer für 500 USD verkaufen könnte, und man 10.000 Stück los brächte. Dieser Computer wurde der PET 20001
So entstand der PET in sehr kurzer Zeit, lediglich 6 Wochen soll man für die Entwicklung des
Rechners gebraucht haben. Ursprünglich dachte man daran den Rechner an Tandy zu verkaufen, doch
mit dem knallhart verhandelnden Jack Tramiel kam es zu keiner Einigung. 1977 erscheint der PET,
zeitgleich jedoch auch der Apple II und wenig später der Tandy
TRS-80. Von allen Geräten war der PET, der für 800 USD verkauft wird das schlechteste mit einem
schlechten Bildschirm, fehlerhaftem ROM und einer unergonomischen Tastatur auf der sogar der "."
fehlte. Klar das sowohl Tandy wie auch Apple den PET schnell überholten. Zumal man sich bei
Commodore zu spät an ein Diskettenlaufwerk machte. Man wollte eine Doppelfloppy mit hoher
Kapazität von 1 MByte entwickeln. Doch Apple brachte vorher seine Floppy heraus - einzeln - aber
bündelbar zu einer Doppelfloppy. Auch spätere Modelle von Commodore konnten nicht mehr viel in
dem Markt bewegen. Lediglich in Deutschland waren Sie mit dem CBM System 4000 und 8000 sehr
erfolgreich.
Nachdem man sah, das man mit den teuren Business Rechnern nicht gegen Apple ankam versuchte man
sich ab 1979 an einer kleineren Maschine. Wesentlich preiswerter als der Apple und mit 64
Kilobyte RAM. Doch die Entwicklung zog sich hin. Es sah nicht danach aus als könnte man die
Maschine relativ rasch fertig stellen. Als Abfallprodukt bei der Entwicklung der Maschine
entsteht aber ein Chip (VIC) der alle Funktionen enthält um Grafik auf einem Fernseher in
beschränkter Qualität (176 × 184 Pixel) darzustellen. Chuck erklärt Tramiel, das man einen
kleinen Computer rund um den Chip recht preiswert herstellen könnte. Tramiel gibt das OK. Als
Peddle ihm erklärt das man einen solchen Computer für unter 300 USD herstellen könnte. Der 1981
erschienene VIC-20 (in Deutschland wegen der Aussprache VC-20) entsteht. Ein farbiger
Heimcomputer der an den Fernseher angeschlossen wird mit 5 K RAM, erweiterbar in 3 Stufen auf
32K. Er verkauft sich 500.000 mal. Gemäß der Philosophie Tramiels wird er in Deutschland auch als
"Volkscomputer" beworben. Der Name VIC leitet sich aber vom VIC Chip ab der voll ausgeschrieben
"Video Interface Chip" heißt.
1982 ist nun auch die 64 K Maschine fertig. Herauskam jedoch kein Apple II Konkurrent, dazu fehlte eine schnelle Floppy, 80 Zeichen Darstellung und Monitor Anschluss, sondern ein Heimcomputer mit 64 K RAM, aber einem lausigen BASIC. Trotzdem verkauft er sich wie nichts. Je nach Schätzung wurden zwischen 1982 und 1993 zwischen 17 und 22 Millionen Stück verkauft. Grund ist eine massive Reduktion im Preis, die sich Commodore leisten kann - sowohl Prozessor wie auch Videochip stammen von MOS, ihrem Tochterunternehmen.
Doch schon vor dem Erfolg des C-64 ging Peddle zu Victor und entwickelte einen
Richtungsweisenden 16 Bit Rechner, den Sirius 1. Der Sirius 1 kam etwa zur gleichen Zeit wie der
IBM PC auf den Markt, war aber erheblich leistungsfähiger. So verfügte er über einen 8086 mit 8
MHz, 128 K RAM, einen guten Monitor mit hochauflösender Grafik (640 × 400 Punkte), zwei
Disklaufwerken mit je 720 K und sogar eine Festplatte. Der IBM kam dagegen mit einem 8088 mit 5
MHz, 64 K RAM, Text und später CGA Grafik (320x 200 Punkte), Disks mit 180 K Kapazität. Zuerst
verkaufte sich so der Sirius 1 sehr gut. Bis IBM umstellte: Der XT erschien, mit besserer
Stromversorgung, mehr Speicher und einer Festplatte. Dazu kamen Ab Mitte 1982 die Clones. Der
Sirius 1 lief mit MS-DOS. Das heißt Programme die nur DOS Aufrufe nutzen liefen auf beiden
Systemen. Sobald aber ein Programm versuchte direkt das BIOS anzusprechen oder direkt Bausteine
(wie z.B. das damals übliche Schreiben in den Bildschirmspeicher) lief es nicht auf dem Sirius.
Er war nicht 100 % kompatibel zum IBM PC. Sehr schnell bröckelte der Absatz und Ende 1982
konnte Sirius dicht machen.
Danach ging Chuck Peddle zu Tandon und entwickelte dort preiswerte PC kompatible Rechner, auch hier zeigte er seine Innovation in dem er eine Wechselbare Festplatte entwarf. Er wurde Präsident von Tandon. Seine großen Verdienste liegen aber in den siebzigern, mit dem 6502 und dem VC-20.
Dieser Text stammt von Bernd Leitenberger| Sitemap | Kontakt | Neues | Bücher vom Autor | Buchempfehlungen |
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