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Als Abschluss meiner Serie über die Trägerraketen wird in diesem Artikel über die Trägerraketen berichtet, mit denen Frankreich, England und Israel ihren ersten Satelliten in einen Orbit gebracht haben. Weiterhin werden die Trägerraketen von Brasilien, Südafrika und Nordkorea beschrieben, die bislang noch nicht erfolgreich geflogen sind. Mit diesem Artikel sind auf meiner Website alle Raketen besprochen die jemals Satelliten in einen Orbit getragen haben.
Mit der Diamant wurde Frankreich nach den USA und der UdSSR die dritte Nation die einen Satelliten mit einer eigenen Trägerrakete in einen Orbit brachte. Die Rakete ist in ihrer Masse und Nutzlastkapazität mit der Scout vergleichbar, jedoch nur dreistufig und mit einem flüssigen Erststufentriebwerk.
Die Rakete wurde von SEREB am 23.12.1960 als ein Nachfolgemuster der Saphir Testrakete vorgeschlagen, die mit einer zusätzlichen neuen ersten Stufe Orbitalgeschwindigkeit erreichen sollte. Formell beschlossen wurde das Programm mit einem Entwicklungsauftrag über 54 Millionen französische Franc am 16.11.1961. SEREB und DMA sollten zusammen die Rakete entwickeln. Gleichzeitig wurde die CNES gegründet und die Raketenentwickelung von dem Verteidigungsministerium auf diese übertragen. Vom Juni 1964 bis September 1965 gab es 8 Testflüge der ersten Stufe an Bord der Rubis Rakete.
Die erste Version Diamant A verwendete in der ersten Stufe die ungewöhnliche Treibstoffkombination Salpetersäure und Terpentin. Das Erststufentriebwerk ist schwenkbar, die Regelung um die Rollachse übernehmen Hilfsruder. Aufgrund der geringeren Thermischen Belastung ist die Düse nur ablativ gekühlt durch eine Graphitauskleidung.
Die zweite Stufe wurde aus der französischen Lenkwaffe MSBS-1 abgleitet. Es besteht aus einem Feststofftriebwerk mit dem Treibstoff Isolane 29/9. Die Brennkammer besteht aus glasfaserverstärkten Kunststoff. Oberhalb der zweiten Stufe befindet sich die Lenkvorrichtung mit Stickstoffdruckgas zur Lagekontrolle.
Die dritte Stufe ist technisch der zweiten vergleichbar. Sie wird nach dem Abtrennen durch vier Feststoffraketen auf 180 Umdrehungen /Minute in Rotation versetzt und so drallstabilisiert. Die dritte Stufe war auch als vierte Stufe der Rakete Europa 2 vorgesehen. Die Diamant A wurde vom Startplatz Hammaguir in Algerien aus gestartet, die größere Diamant B und BP 4 von Kourou aus.
Der erste französische Satellit hieß - wie konnte es auch anders sein - Asterix. Leider wurde die Antenne bei der Abtrennung der Nutzlastverkleidung beschädigt und das Signal war zu schwach um es auswerten zu können. Es folgte der Start von Diapason im Februar 1966 und den beiden Diadème Satelliten im Februar, als die Rakete zugunsten der leistungsfähigeren Diamant B eingestellt wurde. Typische Nutzlasten waren 80 kg in eine 400 x 1,250 km, 30° Bahn oder 100 kg in eine 400 x 730 km, 30° Bahn.
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Diamant AErststart 26.11.1965, letzter Start 15.2.19674 Starts, 1 Fehlstart. Zuverlässigkeit 75 % Startkosten 5.70 Millionen USD Nutzlast 130 kg für eine 200 km Kreisbahn Länge 19.84 m, max. Durchmesser 2.3 m Stufe 1: |
Stufe 2: Vollmasse 2815 kg, Leermasse 540 kg Schub 147 kN über 39 sec. Spezifischer Impuls 2525 m/s (Vakuum) Treibstoff fest Isolane 29/9 Länge 4.6 m, Durchmesser 0.8 m Stufe 3: |
| Erfolg | Datum | Nutzlast | Typ | Träger Nr. |
|---|---|---|---|---|
| x | 26.11.1965 | Asterix | Diamant A | No. 1 |
| x | 17.02.1966 | Diapason D-1A | Diamant A | No. 2 |
| x | 08.02.1967 | Diademe D-1C | Diamant A | No. 3 |
| x | 15.02.1967 | Diademe D-1D | Diamant A | No. 4 |
Bei der verbesserten B Version der Diamant verfügte man über eine stärkere
Erststufe die nun mit den modernen Treibstoffen UDMH / Stickstofftetroxid arbeitete. Diese Rakete
wurde vom späteren europäischen Weltraumstartplatz Kourou in französisch Guyana aus gestartet.
Damit wurde dieser Weltraumbahnhof, von dem vorher nur Höhenforschungsraketen des Typs Veronique
gestartet wurden zu einem Startplatz für Trägerraketen
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Diamant BErststart 10.3.1970, letzter Start 21.3.19736 Starts, 2 Fehlstarts. Zuverlässigkeit 66 % Nutzlast 100 kg für eine 700 km Kreisbahn Länge 23.50 m, max. Durchmesser 2.3 m Stufe 1: |
Stufe 2: Vollmasse 2815 kg, Leermasse 540 kg Schub 147 kN über 39 sec. Spezifischer Impuls 2525 m/s (Vakuum) Treibstoff fest Isolane 29/9 Länge 4.6 m, Durchmesser 0.8 m Stufe 3: |
| Erfolg | Datum | Nutzlast | Typ | Träger Nr. |
|---|---|---|---|---|
| x | 10.03.1970 | Wika | Diamant B | No. 1 |
| x | 12.12.1970 | Peole | Diamant B | No. 2 |
| x | 15.04.1971 | Tournesol | Diamant B | No. 3 |
| - | 05.12.1971 | D-2A Polaire | Diamant B | No. 4 |
| - | 21.05.1973 | D-5B | Diamant B | No. 5 |
Die letzte Version der Diamant verfügte über einen durchgängigen Stufendurchmesser von 1.4 m, die zweite Stufe wurde dazu auf 4.78 t Masse vergrößert, ferner Nutzlastverkleidung und Lenkeinrichtung modernisiert. Die Bezeichnung BP4 kommt von einer optional verfügbaren 4.ten Stufe die z.B. für den Start des geodätischen Satelliten Starlette benötigt wurde.
Mit der stärkeren Beteiligung an der Ariane wurde die Entwicklung der Diamant eingestellt. Dies dürfte relativ leicht gefallen sein, denn die der Diamant zugrunde liegende Technologie war veraltetet, die Leistung relativ gering und die Rakete mit einem Startpreis von 14 Millionen DM (Preisbasis 1975) sehr teuer. Zum Vergleich: Ein Start mit der in der in der Leistung vergleichbaren Scout kostete damals 2 Millionen USD, das entsprach damals zirka 5 Millionen DM. Frankreich konzentrierte sich auf die Ariane, bei der man über 50 Prozent der Finanzierung aufbrachte.
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Diamant BP4Erststart 6.2.1975, letzter Start 27.9.19753 Starts, kein Fehlstart. Zuverlässigkeit 100 % Nutzlast 220 kg für eine 200 km Kreisbahn Länge 22 m, max. Durchmesser 2.3 m Stufe 1: |
Stufe 2: Vollmasse 4780 kg, Leermasse 700 kg Schub 180 kN über 55 sec. Spezifischer Impuls 2678 m/s (Vakuum) Treibstoff fest Isolane 29/9 Länge 2.38 m, Durchmesser 1.51 m Stufe 3: |
| Erfolg | Datum | Nutzlast | Typ | Träger Nr. |
|---|---|---|---|---|
| x | 06.02.1975 | Starlette | Diamant BP.4 | No. 1 |
| x | 17.05.1975 | Pollux | Diamant BP.4 | No. 2 |
| x | 27.09.1975 | Aura | Diamant BP.4 | No. 3 |
Die erste und zweite Stufe verwendeten "Gamma" Triebwerke, in der ersten Stufe 8, in der zweiten 2. Als Treibstoff diente die ungewöhnliche Kombination von 85 % Wasserstoffperoxid mit Kerosin. Diese Kombination hat einen niedrigeren spezifischen Impuls als Sauerstoff / Kerosin, da im Oxidator ein Molekül Wasser enthalten ist, der Sauerstoffanteil also nur 47 Prozent beträgt. man benötigt also mehr Oxidator und die Verbrennungstemperatur ist durch das Wasser niedriger. Dies erklärt auch die geringe Nutzlast von nur 73 kg. Selbst die mit festen Treibstoffen angetriebene Scout Trägerrakete erreicht bei etwa gleicher Startmasse die doppelte Nutzlast. Den höchsten spezifischen Impuls wies daher auch ausgerechnet die dritte Oberstufe, die nach einer ballistischen Phase im Scheitelpunkt der Bahn gezündet wurde. Sie wurde vor der Zündung mit einem Dralltisch auf eine Rotation von 200 U/min Die Steuerung war recht einfach ausgelegt und verbrannte den Treibstoff in den ersten beiden Stufen komplett. So war in der Praxis wegen der notwendigen Reserven nur elliptische Bahnen möglich. Der Satellit Prospero gelangte so auch auf eine 557 x 1582 km Bahn.
Die erste Stufe war abgeleitet von der Höhenforschungsrakete Black Knight, die England auch als Zweitstufe für die Europa Rakete vorschlug, bevor Frankreich die Coralie favorisierte. Sie sollte diese ersetzen können und war daher so kompakt (nur 5.8 m lang ohne Stufenadapter) entworfen und daher sieht man auch die Triebwerke nicht beim Start, denn diese sind von dem Stufenadapter verborgen. Die Black Arrow war nie gedacht als Satellitenträger sondern mehr als Prestigeobjekt. Sie sollte zeigen, dass auch England fähig war einen Satelliten mit einer eigenen Trägerrakete zu starten. Seit 1961 wurde eine britische Trägerrakete propagiert, alle Vorschläge basierten auf der Adaption bestehender Technologie wie existierende Höhenforschungsraketen oder militärischen Raketen. Bis 1966 hatte kein Vorschlag eine Chance. Die Situation änderte sich als Frankreich 1965 die dritte Nation wurde, die einen Satelliten mit einer eigenen Rakete startete. Nun wollte England Nummer 4 werden, wollte aber für die gesamte Entwicklung nicht mehr als 9 Millionen Pfund ausgeben. Das lies nur eine geringe Adaption bestehender Technik zu und eine langsame Produktionsrate von einem Träger pro Jahr. Nach zwei suborbitalen Flügen (der erste scheiterte wegen eines gebrochenen Drahtes, der zum Pendeln eines Triebwerkspaares führte) fand 1970 der erste Orbitaltest statt. Er scheiterte, weil das Druckgas für das Wasserstoffperoxid in der zweiten Stufe verloren ging und die stufe 30 Sekunden zu früh abschaltete. Schon 3 Monate vor dem letzten Start beschloss die britische Regierung die Einstellung der Black Arrow, erlaubte aber den noch ausstehenden Start, der dann am 28.10.1971 glückte. Durch die langsame Entwicklung hatten inzwischen Japan und China England überholt und so wurde die Nation nicht die vierte Weltraumnation, sondern die sechste. England ist bis heute die einzige Nation die jemals eine eigene Trägerrakete erfolgreich entwickelt hat und danach beschloss das eigene Trägerprogramm wieder einzustellen.
Die letzte produzierte Black Arrow wurde nie gestartet und ist heute im Science Museum in London zu besichtigen.
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Black ArrowErststart 29.6.1969, letzter Start 28.10.19714 Starts, davon 2 Fehlstarts, Zuverlässigkeit 50 % 2 orbitale, 2 suborbitale Starts Nutzlast 102 kg in eine 500 km hohe polare Bahn Stufe 1: Black Knight 1 |
Stufe 2: Black Knight 2 Vollmasse: 3439 kg Leermasse: 481 kg 1 Triebwerke Gamma 2 mit 2 Brennkammern Schub: 63.9 kN (Vakuum) Brenndauer: 116 sec Länge: 2.9 m Durchmesser: 1.37 m Treibstoff: 85 %Wasserstoffperoxid / Kerosin Spezifischer Impuls: 2599 m/s (Vakuum) Stufe 3: Waxwing |
| Erfolg | Datum | Nutzlast | Typ | Träger Nr. |
|---|---|---|---|---|
| - | 02.09.1970 | X-2 | Black Arrow | R-2 |
| x | 28.10.1971 | Prospero | Black Arrow | R-3 |
Basierend auf der Mittelstreckenrakete "Jericho 2" hat Israel als bisher letzte Raumfahrtnation einen Satelliten erfolgreich mit einer eigenen Rakete gestartet. Über die Rakete selbst sind nur sehr wenige Details bekannt. Die erste und zweite Stufe sind identisch. Sie wiegen je 10 t (nach anderen Quellen 13 t). Sie haben ein Gehäuse aus leichtgewichtigen Composite Materialen und verwenden festen Treibstoff. Die dritte Stufe ist aus Titan gefertigt und wiegt 2 t und liefert einen Schub von 60 kN über 92.5 sec. Die Nutzlasthülle wird vor Zündung der dritten Stufe abgesprengt. Die dritte Stufe ist drallstabilisiert. Von den 7 Starts der Shavit misslangen 2. Israel versuchte lange Zeiteinen Start von Wallops Island aus durchzuführen. Beim Start von Israel aus muss die Rakete in einem 143° Winkel gegen die Erdrotation gestartet werden (nach Westen über das Mittelmeer), damit keine Stufen über verfeindete arabische Länder niedergehen. Das bedeutet eine Einschränkung in der Nutzlastmasse, da man auf zirka 800 m/s Geschwindigkeit verzichtet. Eine zweite Möglichkeit die untersucht wird ist der Abwurf einer Shavit aus einem Flugzeug. Sie würde aus einem militärischen Transportfrachter durch eine Klappe abgeworfen werden, wobei ein Fallschirm sie schnell vom Flugzeug entfernt. Unmittelbar darauf wird die Rakete gezündet. Der Vorteil dieser Vorgehensweise die auch schon von US Militärs mit einer Minuteman Rakete erprobt wurde ist, das man die Rakete praktisch überall starten kann und nicht wie bei der Pegasus ein Flugzeug umbauen muss. Gegenüber Wallops Island wäre Israel so auch im Startort und im Startzeitpunkt unabhängig. Da die Shavit bislang nur militärische Nutzlasten befördert ist dies ebenfalls wichtig. Die Nutzlast bei beiden Startplätzen (Flugzeug und Wallops) ist eine Steigerung der Nutzlast um 30 % gegenüber einem Start von Israel aus.
Nach verschiedenen Quellen soll die Shavit in den ersten beiden Stufen nahezu identisch zu der südafrikanischen RSA-3 sein. Bestätigt ist dies jedoch noch nicht.
Im Laufe der Zeit wurden die Satelliten die gestartet wurden immer schwerer, das bislang letzte Exemplar Ofeq-7 wog 661 Pfund oder 300 kg. der erste Ofeq 1 lediglich 160 kg. Die Starts erfolgen von der Palmahim Air Base nahe Tel Aviv. Größere nicht militärische Kommunikationssatelliten startet Israel mit kommerziellen Trägern wie der Ariane. Die meisten Berichte gehen davon aus, dass die Ofeq Serie vor allem Bildaufklärung betrieben soll. Wie der relativ kleine Ikonos Satellit beweist, braucht man für Aufnahmen mit 1 m Bodenauflösung keinen tonnenschweren Satelliten, zumal Israel vorwiegen Interesse an Aufnahmen seiner Nachbarländer interessiert ist, man also ein begrenztes Gebiet nur erfassen muss.
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ShavitErststart 19.9.1988, letzter Start 22.1.1998Starts 5, davon 2 Fehlstarts. Zuverlässigkeit 60 % Nutzlast 160 kg in einen 366 km Orbit beim Start von Israel aus Startmasse: 23.5 t Stufe 1: Masse 10.215 kg, Leermasse 1100 kg. Länge 6.3 m, Durchmesser 1.3 m Schub 456 kN über 52 sec. Spezifischer Impuls 2354 m/s (Meereshöhe) Stufe 2: Masse 10.971 kg, Leermasse 1771 kg. Länge 6.4 m, Durchmesser 1.3 m Schub 456 kN über 52 sec. Spezifischer Impuls 2599 m/s (Vakuum) Stufe 3: Masse 2048 kg, Leermasse 170 kg. Schub 60 kN über 92.5 sec, spezifischer Impuls 2923 m/s (Vakuum) |
| Erfolg | Datum | Nutzlast | Trägerrakete |
|---|---|---|---|
| x | 19.09.1988 | 'Ofeq-1 | Shaviyt |
| x | 03.04.1990 | 'Ofeq-2 | Shaviyt |
| x | 05.04.1995 | 'Ofeq-3 | Shaviyt 1 |
| - | 22.01.1998 | EROS A | Shaviyt 1 |
| x | 28.05.2002 | 'Ofeq-5 | Shaviyt 1 |
| - | 06.09.2004 | 'Ofeq-6 | Shaviyt 1 |
| x | 1006.2007 | 'Ofeq 7 | Shaviyt 1 |
| Gesamt | Starts | Erfolge |
|---|---|---|
| Gesamt | 7 | 5 |
Am 31.8.1998 überraschte Nord Korea die Welt mit der Ankündigung das ein eigener Satellit mit der eignen Trägerrakete Taepodong 1 gestartet wurde. Westliche Experten gingen zuerst davon aus, das es sich um einen verschleierten Start einer Interkontinentalrakete handelte, wohl auch wegen des etwas seltsamen Zweckes des Satelliten: Er spielte das "Lied von General Kim Il Sung" und "Lied von General Kim Jong Il" und "Juche Korea" in 27 MHz. Der Musikbox Satellit wurde allerdings nie im Ausland vernommen.
US Militärs gingen nach Analyse der Daten über die Aufstiegsbahn allerdings später davon aus, das die Rakete tatsächlich einen orbitalen Versuch machte, aber anscheinend keinen Orbit erreichte.
Die Rakete ist nach westlichen Experten eine Bündelung von nach gebauten Scud-C Kurzstreckenraketen (4 Stück) in der ersten Stufe. Dies ist die koreanische No-Dong Kurzstreckenrakete. Gefolgt von einer Scud-C als Zweitstufe. Eine ähnliche Rakete plant auch der Irak der ebenfalls über Scud Raketen aus der GUS verfügt (eine Reihe davon wurde während des Golfkrieges auf Israel und Saudi Arabien abgefeuert.). Die Daten sind noch nicht bestätigt.
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Taepodong 1Erststart 31.8.1998, 1 Start, 1 Fehlstart Zuverlässigkeit 0 %Durchmesser 1.8 m, Länge 25.8 m Nutzlast 6 kg in einen 220 × 7000 km Orbit. 41° Inklination Stufe 1: No-Dong Stufe 1: No-Dong Stufe 3: |
| Erfolg | Datum | Nutzlast | Träger |
|---|---|---|---|
| - | 31.08.1998 | Kwangmyongsong 1 | Taepodong 1 |
VLSDie brasilianische Trägerrakete VLS ist wie andere Raketen aus einer Höhenforschungsrakete abgeleitet worden. Man verwendet 4 Stufen der Sonda 4 Höhenforschungsrakete als erste Stufe der Rakete (Booster). Eine modifizierte Version der Booster bildet die erste Stufe. Zwei Feststofftriebwerke bilden die dritte Stufe. VLS steht für Veiculo Lancador de Satelites also Trägerrakete für Satelliten. Israel hat über 300 Millionen US Dollar in die Entwicklung gesteckt und hofft mit dieser Trägerrakete jüngstes Mitglied im exklusiven Klub derer Nationen zu werden, die einen Satelliten mit einer eigenen Trägerrakete gestartet haben.
Ähnlich wie Japan bei der H-2 fanden Testflüge mit einem Modell von einem Drittel der Größe 1985 und 1989 statt. 1990 fanden Tests mit zwei Stufen erfolgreich statt. Der erste orbitale Versuch 1997 scheiterte allerdings, da einer der Booster nicht zündete. 1999 wurde die Rakete ebenfalls gesprengt, als sie vom Kurs abkam, nachdem die zweite Stufe nicht zündete
Zwei Tage vor dem geplanten dritten Start zündete bei Arbeiten am Träger einer der Booster. Der Booster entzündete sich und die Rakete explodierte, wobei es 21 Tote und etwa 20 Verletzte gab. Erstaunlicherweise war dies den Nachrichtensendungen am 23.8.2003 nur eine Randnotiz wert, während 6 Monate vorher es Sondersendungen gab, als die Columbia beim Wiedereintritt verglühte.
Wie das Programm nach dieser Katastrophe weitergeht ist noch offen. Dabei handelt es sich von der Anzahl der Toten her um die größte Katastrophe in der fast 45 jährigen Raumfahrtgeschichte! (Zumindest was die offiziellen Zahlen angeht, wie viele Tote es bei Fehlstarts in China gab, ist bis heute unbekannt, mindestens eine Rakete ist dort aber in der Nähe eines Dorfes aufgeschlagen. Die Nedelin Katastrophe im Jahre 1960 forderte noch mehr Opfer, aber dies war der Start einer Interkontinentalrakete.).
In Brasilien starben mehr Menschen als bei allen anderen bisherigen Katastrophen in Ost und West zusammen. Die Fotos links zeigen den Startkomplex in Alcantara nach der Explosion (oben) und vorher (unten). Die Startrampe ist jeweils unten rechts.
Am 24.10.2004 gelang ein suborbitaler Start, bei dem die nun als VSV-30 bezeichnete Rakete eine Nutzlast in 250 km Höhe brachte. während 7 Minuten der Schwerelosigkeit machte man Messungen. Brasilien hofft bis zu 15 ihrer VSV Raketen an die ESA verkaufen zu können. Ob dies gelingt, angesichts der etablierten Konkurrenz von russischen Trägerraketen und der Entwicklung der Vega Trägerrakete durch die ESA bleibt offen.
| Erfolg | Datum | Nutzlast | Typ | Träger Nr. |
|---|---|---|---|---|
| - | 02.11.1997 | SCD-2A | VLS-1 | V01 |
| - | 11.12.1999 | SACI-2 | VLS-1 | V02 |
| - | 22.08.2003 | VLS-1 | V03 | |
| x | 24.10.2004 | VSV-30 | V05 |
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VLSErststart: 2.11.1997 , letzter Versuch 24.8.20044 Starts, 3 Fehlstarts, Zuverlässigkeit 25 % Nutzlast: 380 kg in eine 5° Bahn, 200 km Höhe Booster: (4 Stück) |
Stufe 1: Vollmasse 8720 kg. Leermasse: 1536 kg. Schub 320.7 kN, Brennzeit 58 sec. Spezifischer Impuls 2717 m/s (Vakuum) Durchmesser 1.0 m, Länge 8.1 m 4 Triebwerke S-43 TM Stufe 2: Stufe 3: |
Während der siebziger und achtziger Jahre hat Südafrika in Zeiten weltweiter Isolation an einer eigenen Trägerrakete gearbeitet. Die Rakete RSA-3 wurde mit israelischer Unterstützung fertig gestellt, so das einige Quellen davon ausgehen das die israelische Shavit der RSA-3 ähnelt. Von dieser liegen Daten vor, im Gegensatz zur Shavit. Die RSA-3 war sowohl gedacht als Trägerrakete wie als ICBM. Als ICBM läge die Nutzlast bei 340 kg - 400 kg, je nachdem ob man auf Washington oder Moskau zielt.
Mit dem politischen Wechsel in Südafrika wurde die Entwicklung der RSA-3 eingestellt, da sie kommerziell nicht konkurrenzfähig gewesen wäre und mit Ende der Apartheid fiel auch die politische Isolation weg. Neben der RSA-3 war auch eine größere Version die RSA-4 in der Entwicklung. Bei ihr kam der Stopp schon in der Planungsphase. Südafrikas Aufklärungssatelliten sollen nun von amerikanischen Trägerraketen gestartet werden.
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RSA-3Startmasse 23630 kg,Breite max. 2.3 m, Höhe 15.0 m Nutzlast 330 kg ihn einen 210 km Orbit. Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 |
RSA-4Startmasse 52180 mBreite max. 3.4 m, Höhe 20.0 m Nutzlast 780 kg in einen 210 × 460 km Orbit Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 |
Von mir gibt es mehrere Bücher zum Thema Trägerraketen. Mein bisher
umfassendstes Werk ist ein zweibändiges Lexikon über Trägerraketen mit jeweils
rund 400 Seiten Umfang. Eine sehr gute, kompakte Übersicht über die Trägerraketen Russlands,
Europas, Chinas, Japan Indiens und verschiedener Nationen (Brasilien, Israel,
Australien, Nordkorea, Südkorea, Iran) ist das Raketenlexikon: Band 2: Internationale Trägerraketen
Der dazu gehörende Band 1 (Raketenlexikon: Band 1: US Trägerraketen
) behandelt die amerikanischen Trägerraketen. Jeder Band
behandelt die Technik und Geschichte von rund 100 Submodellen in kompakter
Form. Die grundlegende Technik eines Modells wird in einem einführenden ersten Kapitel
ausführlicher besprochen. Die folgenden Kapitel beinhalten dann die
Veränderungen von Subversion zu Subversion. Jeder Typ wird mit einem
ausführlichen Datenblatt und einem Startfoto dokumentiert.
Speziell mit der Geschichte der Trägerraketenentwicklung in Europa beschäftigt sich das zweibändige Wert Europäische Trägerraketen 1+2. Band 1 behandelt die nationalen Trägerprogramme (Black Arrow und Diamant) , die glücklose Europa-Rakete und die Ariane 1-4. Band 2 die beiden aktuellen Projekte Ariane 5 und Vega. Beide Bücher sind voll mit technischen Daten, Details zur Entwicklungsgeschichte und zu den Trägern.
Mehr über diese Bücher und weitere des Autors zum Themenkreis Raumfahrt, finden sie auf der Website Raumfahrtbucher.de.
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