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Die folgenden Varianten der Sojus wurden als Projekte verfolgt oder vorgeschlagen. Keiner dieser Ansätze wird aktuell verfolgt.
Die Rus hatte das Ziel die Sojus zu ersetzen. Der Zentralblock sollte das Triebwerk RD-120 erhalten, das in der zweiten Stufe der Zenit eingesetzt wird. Eine Variante dieses Triebwerks, angepasst auf den Betrieb bei 1 bar Außendruck hätte die Zentralstufe angetrieben. Deren Durchmesser wäre auf durchgehende 2,95 m vergrößert worden. Block I hätte auch ein neues Triebwerk bekommen. Das RD-0124, welches nun die Sojus 2 antreibt. Die Fregat Oberstufe wäre als optionale vierte Stufe eingesetzt worden.
Im ersten Schritt hätte man nur das Triebwerk von Block I ersetzt. Dies hätte eine rund 800 kg höhere Nutzlast erbracht. Mit der Vergrößerung von Block A auf durchgehende 2,95 m und einem ebenfalls vergrößerten Block I hätte die Rus eine Nutzlast von rund 11 t aufgewiesen. 1994 war noch von einem Jungfernflug 1998 die Rede. Danach kam die Rus in Finanzierungsschwierigkeiten und wurde eingestellt. Die Rus sollte nicht verwechselt werden mit der Rus-M, einer Schwerlastrakete mit mindestens der vierfachen Nutzlast der Sojus.
Unter der Bezeichnung Yamal (oder Geos) wurde das Konzept der Rus weiter verfolgt. Da die RUS zu teuer wurde, beschränkte man bei der Yamal die Änderungen und reduzierte die Zahl der neuen Elemente. So sollten die Tanks der Rakete nicht erweitert werden. Die vier Außenblocks wurden unverändert übernommen. Das zentrale Triebwerk in Block A aber durch wahlweise ein NK-33 oder ein RD-0120 ersetzt werden. Diese Idee wurde in der Folge bei verschiedenen Modifikationen wieder aufgegriffen. Neu war eine nicht genauer definierte Oberstufe namens „Taimyr“. Sie hätte den Block L der Molnija ersetzt und sollte das Triebwerk RD-0161 mit rund 20 kN Schub einsetzen.
Eine zweite Sojus Variante war die Aurora. In ihr wären die RD-107 des Außenblocks durch RD-107A und das Zentraltriebwerk durch ein NK-33 ersetzt worden. Da das NK-33 über einen höheren Schub als das RD-108 verfügt, wäre der Durchmesser des LOX-Tanks der Zentralstufe auf 3,40 m vergrößert worden. Dies war auch wegen des veränderten Mischungsverhältnis notwendig. Block I wäre von einem RD-0155A als angetrieben worden. In beiden Fällen wäre die Treibstoffzuladung vergrößert worden.
Für geostationäre Missionen wäre eine verkleinerte Version von Block DM mit einem nahezu sphärischen Sauerstofftank und einer ausfahrbaren Düsenverlängerung eingesetzt worden. Er hätte nur etwa 8 t Treibstoff aufgenommen. Dazu kam eine große Nutzlastverkleidung von 4-5 m Durchmesser, welche der Große von modernen Kommunikationssatelliten angepasst sein sollte.
Als Startplatz waren die Weihnachtsinseln im Gespräch, die einen GTO-Orbit mit 11 Grad Bahnneigung ermöglichen. Von hier aus sollte die Aurora 12 t in einen ISS-Transferorbit bringen oder 4.500 kg in einen GTO-Orbit. Von Baikonur aus wären es noch etwa 10,6 t zur ISS gewesen. Der Jungfernflug sollte 2004 erfolgen, mit dem Ziel 2007 die ersten kommerziellen Flüge durchzuführen.
Im Jahre 1999 wurde die Konfiguration geändert: Nun sollten die Außenbooster unverändert von der Sojus übernommen werden. Anstelle eines schwenkbaren NK-33 sollte dieses nun fest in der Zentralstufe eingebaut werden. Ein RD-0124 sollte nun als Verniertriebwerk mit vier Brennkammern hinzugenommen werden. Block I sollte nun von dem RD-0124A (demselben wie in der Sojus 2) angetrieben werden. Dies erlaubte es, die unteren Elemente der Yamal zu übernehmen. Um die maximale Nutzlast von 12 t zu halten, wurde Treibstoffzuladung von Block DM von 8 auf 10 t erhöht.
Die Aurora war als kommerzielle Rakete gedacht, und nicht primär für den Start russischer Nutzlasten. Die Ende der neunziger Jahre stark sinkenden Startzahlen bei Transporten in den GTO und die Möglichkeit die Sojus von Kourou aus zu starten, führten zum Einstellen des Projektes.
Eine neue Variation der Sojus ist die Sojus 1. Anders als die früheren
Projekte handelt es sich nicht um eine leistungsstärkere Version, sondern
um eine Trägerrakete im Nutzlastbereich der Rockot und Dnepr. Die Sojus 1
hat keine Booster. Der Block A wird von einem einzelnen NK-33 Triebwerk
angetrieben. Der Durchmesser der unteren Sektion verjüngt sich auf 2,05 m.
Die erste und zweite Stufe sind die gleichen wie bei der Sojus 2-1b. Dazu
kommt eine Verkleidung des Typs „Yantar“, die auch für militärische Starts
der Sojus eingesetzt wird. Die Sojus 1 wiegt beim Start 136 t, hat eine
Höhe von 44,00 m und einen Startschub von 1.550 kN. Die Nutzlast soll
2.850 kg in einen 200 km hohen Orbit von Baikonur aus betragen. Die Sojus
1 existiert bisher nur auf dem Papier. Sie hat den Vorteil durch die
weitgehende Übernahme der bisherigen Stufen kompatibel zu den Launchpads
der Sojus 2 zu sein.
Ersetzt man dagegen in der Sojus 2-1b in der Zentralstufe das RD-108A durch ein NK-33, so erhält man die Sojus 2-3. Das schwenkbare NK-33-1 macht auch die vier Vernierdüsen überflüssig. Sein um rund 80 t höherer Schub erlaubt es, Block-A auf einen Durchmesser von durchgehend 2,66 m zu erweitern. Die Startmasse der Sojus 3 liegt bei rund 335,5 – 340 t. Dies sind rund 25 t mehr als bei der Sojus 2-1b. Bei einer Höhe von 47,00 m bringt die Sojus 2-3 zwischen 10 und 10,7 t in einen erdnahen Orbit (verglichen mit 8,3-9,2 t bei der Sojus 2) und 2,48-3,9 t in den GTO Orbit (mit der Fregat Oberstufe). Die Leistung liegt so um rund 20 % höher als bei der Sojus 2-1b.
Das NK-33-1 ist eine leistungsgesteigerte Version des NK-33 mit rund 200 t Bodenschub, verglichen mit den 158 t des Originals.
Das Ersetzen der RD-107A in den Boostern durch die Hochdrucktriebwerke RD-0155 mit etwa gleichem Schub (912 kN), aber höherem spezifischem Impuls, sowie weitere Optimierungen sollen schließlich die Nutzlast auf 11-12 t anheben. Auch die Sojus 2-3 existiert bisher nur auf dem Papier.
Das neueste Konzept die Sojus zu erweitern, ist die Sojus 3. Die Booster verwenden jeweils ein Triebwerk des Typs RD-120F. Das RD-120F ist eine an Bodenbetrieb angepasste Version des RD-120. Dieses Hochdrucktriebwerk ist bisher noch nicht getestet worden, verspricht aber einen höheren spezifischen Impuls als die RD-107A. Die mittlere Stufe wird von einem NK-33-1 angetrieben. Dieses ist jedoch fest eingebaut und nicht schwenkbar. Die Lageregelung erfolgt durch ein RD-0110 Triebwerk, dessen vier Brennkammern als Verniertriebwerke eingesetzt werden.
Durch den durchgängigen zylindrischen Durchmesser des Blocks A, fasst dieser rund 40 t mehr Treibstoff. Soweit ähnelt das Konzept weitgehend dem der Sojus 2-3. Die gravierendste Änderung liegt in der neuen, dritten Stufe, mit vier RD-0146 Triebwerken. Diese Triebwerke verbrennen Wasserstoff und Sauerstoff und sollen die Nutzlast auf rund 14 t anheben, bei einem Startgewicht von 392 t.
Eine weitere Sojus Variante wurde von RSC Energija vorgeschlagen. Anders als bei den bisherigen Varianten sollen dabei die Booster und der Block A unverändert übernommen werden. Block I wird dagegen durch zwei kryogene Oberstufen ersetzt. Die zweite Stufe hat die Bezeichnung Block E (mit vier RD-0146E Triebwerken zu je 98 kN Schub). Ihr folgt die dritte Stufe genannt „Yastreb“ (mit einem RD-0126 mit 39 kN Schub). Der Start dieser nun „Onega“ genannten Sojus soll von Plessezk aus erfolgen. Die Nutzlast soll 11 t in einen LEO-Orbit, aber nur 2,3 t in den GTO-Orbit betragen. Dieser Unterschied ist bedingt durch die sehr ungünstige geographische Lage von Plessezk.
| Variante | Außenblocks | Zentralstufe | Oberstufe | Nutzlast |
|---|---|---|---|---|
| Rus | RD-120 | RD-120 | RD-124A | 7850 kg |
| Yamal | RD-107 | RD-120/NK-33 | RD-110 | - |
| Aurora | RD-107A | NK-33 | RD-0155 | 12.000 kg |
| Sojus 1 | - | NK-33-1 | RD-124A | 2.850 kg |
| Sojus 2-3 | NK-33-1 / RD-0155-1 | NK-33-1 | RD-124A | 10.000 kg |
| Sojus 3 | RD-120F | NK-33-1 | RD-0146 | 14.000 kg |
Von mir gibt es mehrere Bücher zum Thema Trägerraketen. Mein bisher
umfassendstes Werk ist ein zweibändiges Lexikon über Trägerraketen mit jeweils
rund 400 Seiten Umfang. Eine sehr gute, kompakte Übersicht über die Trägerraketen Russlands,
Europas, Chinas, Japan Indiens und verschiedener Nationen (Brasilien, Israel,
Australien, Nordkorea, Südkorea, Iran) ist das Raketenlexikon: Band 2: Internationale Trägerraketen
Der dazu gehörende Band 1 (Raketenlexikon: Band 1: US Trägerraketen
) behandelt die amerikanischen Trägerraketen. Jeder Band
behandelt die Technik und Geschichte von rund 100 Submodellen in kompakter
Form. Die grundlegende Technik eines Modells wird in einem einführenden ersten Kapitel
ausführlicher besprochen. Die folgenden Kapitel beinhalten dann die
Veränderungen von Subversion zu Subversion. Jeder Typ wird mit einem
ausführlichen Datenblatt und einem Startfoto dokumentiert.
Speziell mit der Geschichte der Trägerraketenentwicklung in Europa beschäftigt sich das zweibändige Wert Europäische Trägerraketen 1+2. Band 1 behandelt die nationalen Trägerprogramme (Black Arrow und Diamant) , die glücklose Europa-Rakete und die Ariane 1-4. Band 2 die beiden aktuellen Projekte Ariane 5 und Vega. Beide Bücher sind voll mit technischen Daten, Details zur Entwicklungsgeschichte und zu den Trägern.
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