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Oftmals ist jedoch dies nicht möglich. So sind beim Menschen Experimente schon aus ethischen Gründen nicht möglich. Über den Einfluss bestimmter Bestandteile der Ernährung liegen daher nur wenige experimentelle Nachweise vor. Zwar ist in Organkulturen eine gewisse Simulation möglich, jedoch der Einfluss einer Ernährung oder eines Verhaltens über das ganze Leben durfte auch in Zukunft nicht experimental untersuchbar sein. So gibt es über viele Bereiche der Ernährung wenig " harte " Daten. Dies beginnt schon bei dem Anteil der Grundnährstoffe und den empfohlenen Mengen für Vitaminen.
Doch schon bei einem "normalen" Experiment ist die Vorgehensweise wichtig: man wenn man schon mit einer Vorstellung über das Ergebnis an die Sache geht, so neigt man dazu bewusst oder unbewusst die Ergebnisse zu bekommen die dieser Theorie entsprechen, oder gegenteilige Versuche nicht zu unternehmen.
Daher wurde für Experimente eine Methode erarbeitet, die solche Probleme vermeiden soll: dies ist der Doppel-Blindversuch. Dabei sollten sowohl der, welcher ein Experiment durchführt, wie auch der welcher es auswertet von dem Ergebnis das erwartet wird nichts wissen. In der Medizin bedeutet das, dass weder Patient noch Arzt, die ein Medikament testen sollen wissen, ob es ein Placebo oder das Medikament ist.
Diese Methode ist auch auf andere Experimente übertragbar. Wenn jemand z.B. die Theorie testen möchte, dass der Mond ein Einfluss auf das Pflanzen Wachstum hat, so ist er gut beraten, dies nicht selbst zu tun sondern drei Pläne für die Arbeit mit dem Zyklus, gegen den Zyklus und unabhängig vom Zyklus ausarbeiten und die Experimente von jemand anders durchführen zu lassen. Dies macht natürlich Arbeit, und daher ist diese Vorgehensweise bei vielen Personen die ihre Theorien verbreiten wollen nicht besonders verbreitet.
Eigentlich arbeiten nur Wissenschaftler nach dieser Methode, und diese verbreiten
selten unsinnige Theorien. Ein Beispiel für ein Experiment welches nicht sorgfältig durchgeführt
wurde ist die Untersuchung von Arteriosklerose und der Einfluss von Cholesterin. Man hat entdeckt, dass die Ablagerungen die Arteriosklerose
verursachen zu einem großen Teil aus Cholesterin bestehen. Gleichzeitig stellte man bei Personen
mit Arteriosklerose ein erhöhten Cholesterinspiegel fest. Daraus schloss man, dass eine
cholesterinarme Ernährung den Spiegel senken könnte und empfahl diese der Bevölkerung. Der Fehler
dabei war die gegenteilige Position nicht zu würdigen. Wie viele Personen gab es die einen hohen
Cholesterinspiegel trotz cholesterinarmer Ernährung hatten? Wieweit hatte die Aufnahme von
Cholesterin überhaupt einen Einfluss auf den Cholesterinspiegel? Dem erst als man diese Fragen
untersuchte, und markiertes Cholesterin im Körper verfolgte, stellte man fest, dass 90 Prozent
des Cholesterin vom Körper selbst gebildet wird. Eine über zwanzig Jahre durchgeführte Studie bei
mehreren tausend Erwachsenen stellte zudem fest, dass es keinem Zusammenhang zwischen
Cholesterinspiegel und Cholesterinaufnahme über diese 20 Jahre gab. Trotzdem hat sich dieser
Irrtum bis heute gehalten, wie auch einige andere (Kochsalz soll den Blutdruck steigern und
Vitamin C soll in hohen Dosen Erkältungen verhindern - auch diese sind widerlegt worden).
Basis einer Studie sind die Daten möglichst vieler Personen. Des liegt daran, dass jede Person anders als eine andere ist. Diesen Effekt kennen sie sicher aus eigener Erfahrung: manche werden nie krank, andere leiden dauernd an Krankheiten. Mancher isst viel und nimmt nicht zu, ein anderer isst weniger und kann sein Gewicht nicht halten. Da Personen unterschiedliche Physiologie besitzen ist es für die Erkennung eines Trends essentiell notwendig, die zufälligen Schwankungen durch ein möglichst großes Kollektiv möglichst klein zu halten.
Wesentlich für eine Studie ist daher eine möglichst breite Datenbasis. Dies können sie mit dem beiliegenden kleinen Programm einfach durchspielen. Es handelt sich dabei um eine so genannte Monte Carlo Simulation. Dabei wird ein Roulette Tisch stimuliert, wobei wesentlich nur die Ergebnisse vieler Läufe als Summe sind. Lassen Sie einmal 1000, 10.000, 100.000... Durchgänge durchlaufen. Sie werden feststellen, dass die Zahlen erst bei sehr vielen Durchgängen einigermaßen gleich häufig vorkommen. Als Beispiel habe ich 3700 Durchgänge stimuliert. Theoretisch müsste jede Zahl dabei genau hundert Mal fallen. In der Praxis schwankten die Häufigkeiten zwischen 78 und 129. Nun was bedeutet dies? Wenn sie in ihrer Studie etwas untersuchen wollen so benötigen sie ein großes Arsenal an verfügbaren Daten um solche zufälligen Schwankungen auszugleichen.
Ein prominentes Beispiel ist der "Playboy" Günter Sachs. Er glaubt an Astrologie und hat sich von einer Schweizer Versicherung 10000 Daten von Verkehrsunfällen geben lassen. Dabei ging es nur um das Sternzeichen in dem der Unfallverursacher geboren wurde. Günter Sachs stellte fest, dass bestimmte Sternzeichen, korrelierend zu seinen astrologischen Berechnungen häufiger in Unfälle verwickelt waren als andere. Ist nun doch etwas an der Astrologie dann? Natürlich nicht! Denn als man dieselbe Untersuchung mit 5,5 Millionen Personen durchführte, nivellierten sich alle Schwankungen die von Sternzeichen stammen sollten, plötzlich aus. Bei einem echten Trend hätten sich aber diese verstärkt, da der Zufall nun eine immer geringere Rolle spielt. Kurioses Detail am Rande: ein anderer Gläubiger der Astrologie, der jedoch nach einem anderen System arbeitet, hat aus demselben Daten die Günter Sachs benutzte ein ganz anderes Ergebnis erhalten, dass wiederum seine astrologischen Theorien bestätigt
Die geringe Zahl an Versuchspersonen ist ein Manko an vielen Studien die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden und die den Einfluss bestimmter Ernährungsweisen auf die Gesundheit als Thema hatten. So berichtete ein Sportmediziner über den positiven Einfluss von Rotwein auf die Kondition von Probanden. Diese Daten hatte er aus einer Versuchsgruppe von nur 150 Leuten gefunden. Bei größeren Gruppen begeben sich oft völlig andere Befunde.
Ein weiteres Problem ist, dass man bei einer Studie oftmals auf allgemein verfügbare Daten zurückgreift, die das Problem haben, dass die einzelnen Personen relativ wenig miteinander gemeinsam haben. Vergleicht man ganze Bevölkerungsgruppen miteinander so unterscheiden diese sich in so vielen Dingen, dass man kaum einen einzelnen Faktor dafür verantwortlich machen kann. Hierzu ein Beispiel: Bekannt ist, dass in den Ländern rund um das Mittelmeer die Sterblichkeit an Herz- und Kreislauferkrankungen wesentlich geringer als in Mitteleuropa und Nordeuropa ist. Diese Tatsache wird in verschiedenen Studien jeweils anders beurteilt. Bei der einen Studie ist dafür der hohe Rotwein Konsum in diesen Ländern verantwortlich, bei einer anderen ist es der Fisch, der dort häufiger gegessen wird und bei einer dritten Studie ist das Olivenöl dafür verantwortlich. Betrachtet man es nüchtern so ist es schwer die Ernährungsgewohnheiten verschiedener Länder miteinander zu vergleichen und daraus einen Einfluss auf bestimmte Krankheiten heraus destillieren zu wollen. Die unterschiedlichen Ländern haben nicht nur unterschiedliche Ernährungsweisen, sondern auch unterschiedliche Lebensgewohnheiten. Da diese ebenso wichtig bei Herz- und Kreislauf Erkrankungen sind, ist es unmöglich nur einen Faktor dafür verantwortlich zu machen.
Wichtig ist in einem solchen Fall, ein Kollektiv auszuwählen, bei dem die Personen sich möglichst nur durch den Faktor unterscheiden den man untersuchen möchte, so dass man den Einfluss dieses Faktors isoliert betrachten kann. So kam erst vor wenigen Jahren die Nachricht heraus, dass eine über zwanzig Jahre durchgeführte Studie mit mehreren tausend Freiwilligen, feststellte dass die Aufnahme von Cholesterin bei gesunden Personen keinerlei Einfluss auf den Cholesterinspiegel und die Bildung von Arteriosklerose hat. Bisher beruhten Daten hierzu auf Versuchen an isolierenden Blutgefäßen und die Beobachtung von Patienten die an Arteriosklerose litten, aber niemals auf der Beobachtung von gesunden Personen über längere Zeit. Natürlich ist aus der Dauer und der großen Anzahl an Versuchspersonen abzulesen, dass derartige Studien sehr teuer sind. Dieser Aufwand wird oftmals gescheut, mit der Folge das gesunden Personen eingeredet wird, sie sollten auf Cholesterin verzichten um Arteriosklerose vorzubeugen. Es gibt noch weitere solcher schludrig durchgeführten Untersuchungen. So ist schon vor einigen Jahrzehnten eine amerikanische Untersuchung zu dem Schluss gekommen dass die Aufnahme von Salz Bluthochdruck verursacht. Basis hierfür waren Untersuchungen von verschiedenen Völkern, wobei der Befund erst statistisch relevant wurde als man die Daten von Naturvölkern hinzu nahm die so gut wie kein Salz aufnahmen. Als man dieselbe Untersuchung bei einer Personengruppe durchführte die entweder salzreich oder salzarm sich ernährte, sonst aber vergleichbar war stellte sich heraus, dass diese Schlussfolgerung falsch war. Danach sah man sich die Daten der früheren Studie neu an, und stellte eklatante Mängel dabei fest.
Statistiken haben einen schlechten Ruf, das liegt auch daran, dass man ohne falsches Zahlenmaterial zu benutzen mit Statistiken (fast) jede Theorie beweisen kann. Beispielsweise die Frage: Welches Verkehrsmittel ist sicherer: Das Auto oder das Flugzeug? Nun das kommt an wie sie die Statistiken auswerten. Setzen sie die Anzahl der Verkehrstoten zu den zurückgelegten Kilometern pro Passagier in Beziehung, so ist das Flugzeug weitaus sicherer als das Auto. Bilden Sie dagegen das Verhältnis: Risiko zu sterben zu Benutzung des Verkehrsmittels, so ist das Auto weitaus sicherer als das Flugzeug. (Man fliegt einmal im Jahr, benutzt das Auto aber täglich). Das Beispiel ist übrigens kein Taschenspielertrick sondern war wichtig für die Einführung des Bußgeldes bei der Gurtpflicht. Die meisten Autofahrer haben sich vorher bei kurzen Strecken nicht angeschnallt, aber auch bei kurzen Strecken gibt es Unfälle (die meisten sogar im Stadtverkehr).
Bisher war die Rede von Untersuchungen die Wissenschaftler
oder Ärzte schludrig oder unzureichend durchgeführt haben. Ein ganz anderes Thema sind
Untersuchungen von Laien die damit ihre Lieblingsthesen belegen wollen. Hier fehlt oftmals nicht
nur jede wissenschaftliche Fortbildung, sondern um auch jeder Anspruch auf Begehbarkeit der
Thesen. Trotzdem werden oft esoterische Themen wissenschaftlich "bewiesen". Nur selten sind dabei
überhaupt Informationen über die Art und Weise wie eine solche Untersuchung durchgeführt wird zu
erhalten. Als Beispiel möchte ich die Theorien verschiedener Autoren über den Mondzyklus
herbeiführen. Es gibt eine Reihe von Personen, welche die Ansicht vertreten, dass der Mond
Einfluss auf das Pflanzenwachstum hat und es daher bestimmte günstige und ungünstige Aussaat,
Pflege und Erntetermine gibt. dass es sich dabei vorwiegend um Theorien von Laien handelt, kann
jeder nachprüfen der etwas von Astronomie versteht und die Einflüsse des Mondes berechnen kann.
Wie werden nun aber solche Untersuchungen durchgeführt? Oftmals macht der Autor einen
Selbstversuch, indem er zu den Zeiten die er errechnet hat aussät und dies Ergebnis mit dem
Vorjahresergebnis vergleicht. Schon ein Kontrollversuch (gleiche Kultur ohne Beachtung des
Mondzyklus) unterbleibt. Selbst wenn jemand sich diese Mühe macht, ist er gegen seine eigenen
Vorurteile nicht gefeit. Es ist nicht auszuschließen, dass er unbewusst oder bewusst die Kultur
besser behandelt, die seine These stützt.
Bisher liegen nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen von Pseudowissenschaftlichen Themen vor. Wann immer eine solche unter streng wissenschaftlichen Bedingungen durchgeführt wurde fiel das Ergebnis katastrophal aus. Bekannt sind mir 2 Untersuchungen. Eine beschäftigte sich mit dem Mondrhythmus: Es wurde festgestellt, dass die Gartenarbeit nach dem Mondzyklus immer geringere Erträge erbrachte als mit dem normalen Rhythmus. Der Grund ist relativ einfach: wenn man aussät, wann das Wetter günstig ist und auch die Arbeit und Ernte nach dem Wetter ausrichtet erhält man die höchsten Erträge. Bei der Arbeit nach dem Mondzyklus kam es vor das günstige Wetter Verhältnisse nicht genutzt werden konnten und so immer der Ertrag niedriger als bei der Vergleichskultur waren.
Eine zweite Untersuchung beschäftigte sich mit den Fähigkeiten von Personen die Wasser unter der Erde über Pendel oder Stöcke finden konnten. Als man diese auf einem Versuchsgelände, auf dem Rohre mit Wasser verlegt wurden diese suchen ließ, war die Trefferquote nicht vom Zufall zu unterscheiden.
Studien haben in der Naturwissenschaft deswegen einen schlechten Ruf, weil man dort das Experiment als die Basis ansieht die "richtig wissenschaftlich" ist. Statistik und jeder Art von Auswertung von Zahlenmaterial hat einen schlechten Ruf, weil viele Fälle bekannt sind wie man mit viel Statistik Hypothesen beweisen wollte indem man einfach die Messergebnisse genommen hat die einem genehm waren.
Das zweite ist, das neben der Medizin um die es in diesem Artikel geht eine zweite Gruppe von Personen gerne Studien als einziges Wissenschaftliches Mittel kennt: Soziologen und Anthropologen. Studien verdanken wir solche Ideen wie das man die Intelligenz an körperlichen Merkmalen feststellen könnte oder eine Rasse besser als eine andere ist.
Der wohl größte Mangel einer Studie ist, das im Gegensatz zu einem Experiment nahezu jeder leicht eine Studie durchführen kann. Es gibt daher so viele Studien die keiner wissenschaftlichen Nachprüfung standhalten.
Um mal ein Beispiel zu nehmen: Sie wollen nachweisen, das die Ernährung von Babys mit Spinat und anderen Gemüsebreis Kinderkrankheiten entgegenwirkt.
Danach müssen Sie alle aussortieren wo es Probleme gab z.B. ernste Infektionen die das Krankheitsrisiko erhöht haben, Eltern die nicht durchgängig gefüttert haben. Wenn Sie Glück haben, so bleiben am Ende noch genügend Probanden übrig um einen statistisch signifikanten Beweis zu führen. Bei dieser Methode haben Sie viel Arbeit (Überwachung etc.) und brauchen mehr als ein Jahrzehnt.
Bei dieser Vorgehensweise kommen sie schneller zum Ergebnis in 1-2 Jahren und brauchen weniger Mittel, trotzdem dürften einige Dutzend Personen mit dem Interviewen und Auswerten beschäftigt sein.
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