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Web Log Teil 117 : 24.6.2009-27.6.2009

Mittwoch 24.6.2009: Es ist geschafft! / Vorsicht bei Wahlen

Hallöle. Ich habe extra mal die letzten zwei Tage keinen Blog Eintrag gemacht, damit Thomas Blog Eintrag auch von vielen gelesen wird. Das grundlegende Problem eines Blogs ist ja, dass die Einträge schnell nach hinten rutschen und dann keiner mehr drauf geht. Das ist vielleicht ganz erwünscht bei vielen Blogs in denen Leute über ihr Leben berichten. Doch ich sehe ja mehr meinen Blog als Möglichkeit mal exotischere Raumfahrtthemen  anzischenden und vor allem zu diskutieren. Da ist dies eher hinderlich. Daher habe ich jetzt auch angefangen ein paar Seiten anzulegen, für Themen, die dauerhaft sein sollen. So jetzt eine Seite für die aktuelle Umfrage (bei der ich ein Missverhältnis in den Antworten und den Abrufzahlen der Seiten feststelle) und bald eine wo ich mal empfehlenswerte Raumfahrtliteratur für Fortgeschrittene vorstelle und hoffe auch von den Lesern noch ein paar Tipps zu bekommen.

Also schauen sie ab und an auch mal oben an die Seitenleiste. Doch nun zum absolut wichtigsten Thema (zumindest bei mir im Raumfahrtsektor) in den letzten Wochen: Das vierte Buch. Gestern Abend bekam ich die letzten zwei Grafiken von Michel Van, habe sie in die schon vorbereiteten Stellen im Buch eingebaut und es abgeschickt. Zu meinen Vorschlägen hinsichtlich Buchdeckeltext und Katalogtext bekam ich nur eine Rückmeldung. Ich habe noch ein zwei kleine Fehler und ein paar worte geändert, aber ich denke er geht so.

Nun dauert es noch ein paar Wochen (Erfahrungsgemäß nach den letzten zwei Büchern rund 3-4 Wochen) bis es im Buchhandel erhältlich ist. Ich habe mir die Kritik von Lukas Graber beim ATV Buch habe ich viel an diesem Buch verbessert: Die meisten technischen Daten finden sich in 81 Tabellen. Es gibt viel mehr Grafiken, Schnittzeichnungen und Diagramme als Fotos. Ich hoffe auch zwei Korrekturleser haben ihm gut getan (obwohl ich beim endgültigen Lesen dann noch ein paar Sachen ergänzt habe und so sicher noch ein paar Fehler eingebaut habe). Meiner Ansicht nach ist es mein bisher bestes Buch. Es ist zumindest mein arbeitsintensivstes buch. Aber ich denke es wird auch ein gutes buch sein, zumindest meinen dass auch meine bedien Korrekturleser und Michel Van, der zahlreiche Grafiken für das buch erstellt hat.

Wenn es erscheinen ist, erfahrt ihr es hier. Den Preis und umfang kann ich schon verraten: 29,99 Euro für 324 Seiten geballte Informationen mit 81 Tabellen und 150 Diagrammen und Fotos. Nicht billig, aber es ist das wert, denn es gibt mit Sicherheit kein vergleichbares Werk derzeit auf dem Markt.

And now to seomthing completely different: Wahlen. Da läuft ja was im Iran: Da gibt es mehr Stimmen als Wahlberechtigte (Habt ihr die von unserer Europawahl geklaut?) Da sollen 11 Millionen Stimmen getürkt werden. Die Leute demonstrieren - obwohl es schon Tote gab. Der oberste Wächterrat tut so als gonge ihn das nichts an und es juckt ihn auch nicht wirklich, dass damit Wahlen im Iran im Prinzip eine Makulatur sind und nicht mehr als ein demokratischer anstrich eines diktatorischen Regimes. Erinnert sie das an was? Wer in meinem Alter ist fühlt sich an eines erinnert: Vor ziemlich genau 20 Jahren gab es auch Wahlen - in der DDR. Die wurden massiv gefälscht. Angeblich gab es 98.85 % Ja-stimmen. Nach den Beobachtungen von unabhängigen Bürgerrechtsbewegungen in 200 Wahllokalen waren es dort etwa 7-8 % Nein Stimmen bei 70-85 % Wahlbeteiligung, was sowohl angesichts der Zustimmung (>92 %) wie auch Wahlbeteiligung ein Super-Ergebnis für jeden demokratischen Staat gewesen wäre. Doch jeder wusste, das gefälscht wurde und das war der Keim zu immer stärker werdenden Protesten, die schließlich zum Untergang der DDR führten.

Ich sehe Parallelen zum Iran und ich wage die Prognose, dass diese Wahlfälschung auch dort noch Folgen haben wird. Wundern würde mich es nicht. Wenn ich mal Parallelen aus meinem beruflichen Alltag ziehe: Ich habe keine Probleme Hierarchischen zu akzeptieren und Dinge zu machen die ich für falsch oder überflüssig halte, weil der Chef es eben will. Auch wenn der Chef vielleicht nicht kompetent ist, er ist eben Chef. So kann auch eine Diktatur von vielen akzeptiert werden: Sie ist eben da und hat die Macht. Nur: Bitte verkauft mich nicht für blöd und lügt mich nicht an. Sagt mir nicht, dass es keine festen Stellen gibt, wenn der Personalrat und der Rektor das Gegenteil sagen. Lobt euch nicht über den Bush (Ach was sind wir doch für eine tolle Fakultät) wenn ein guter Teil der Professoren seit 20 Jahren dieselbe Vorlesung halten ohne sie mal zu modernisieren. Wenn man so dreist verarscht wird, obwohl eigentlich die Stelle keinen Grund dazu hätte, weil sie entscheiden kann und damit bestimmten kann "So ist es und damit basta", dann macht das die Leute wütend und es ist vielleicht der letzte Tropfen der das Fass zum überlaufen bringt.

Ich denke die nächsten Wahlen werden anders laufen und ob sich die Iraner - die nun auch durch Internet die Möglichkeit haben über den Tellerrand zu schauen und sich unabhängig zu informieren. Mich wundert ehrlich, dass die USA dies noch nicht erkannt haben: der Zugang zu freien Informationen ist für die Stabilität der Diktatur viel gefährlicher als Sanktionen. Wenn ich Obama wäre, würde ich einen Kommunikationssatelliten mieten oder kaufen und über Schmuggler die entsprechende Hardware zum empfang in den Iran schmuggeln. Wohlgemerkt: Nicht um TV Programm auszustrahlen, sondern Internetverbindungen zu ermöglichen. Einfach den Iranern den Zugang zum WWW erweitern. Was mag das kosten? Vielleicht eine Milliarde Dollar - Sicherlich nicht viel für eine Nation die viel mehr ausgibt für die Bekämpfung des Terrors im Nachbarstaat, den es erst dort gibt seit er von den USA überfallen wurde.

Heute noch ein kleiner Tipp: Seit einiger Zeit schaue ich mir gerne die Videos von Lars auf Fern-gesehen.vom an. Seit er keine Disney Trickfilme mehr bespricht sind die Spots echt sehenswert. Der letzte ist besonders gut: Die 10 schlechtesten Wahlwerbespots. Mein Lieblingsspot der von der CDU von 1983.

Donnerstag, 25.6.2009: Space Tourismus - suborbital

Gestern habe ich gerade noch das Ende einer Dokumentation auf ARTE gesehen über Weltraum-Tourismus, genauer gesagt die suborbitale Variante, wie bei Space Ship One. Der Beitrag war zweifellos etwas älter, weil von 2007 und 2008 gesprochen wurde als läge diese Daten in der Zukunft und die Prognosen, dass es heute 4-5 Unternehmen gibt, die Passagiere auf Parabelflüge gebracht haben ist noch nicht eingetreten. Aber nehmen wir mal an, es gäbe einen Markt - ginge es diese Hopser wirtschaftlich auszuführen? Ein Ticket soll zwischen 120.000 und 200.000 Dollar kosten, das klingt nach viel, doch wie ich seit ein paar Tagen weis, kostet eine Flugstunde im Eurofighter auch 38.000 Euro. Mal sehen wie dies wirtschaftlich klappt.

Spaceship One war ein Flugzeug mit Raketenantrieb. Das hat einige Vorteile und Nachteile. Der Hauptvorteil ist, dass die Landung recht einfach ist - es kann wie ein Segelflugzeug landen. Es hat genügend Flügelfläche, um nicht wie ein Space Shuttle als Stein vom Himmel zu fallen. Auf der anderen Seite ist der Start schwieriger: Das Trägerflugzeug dient nicht dazu, Spaceship One auf Höhe zu bringen oder die Startgeschwindigkeit zu erhöhen. Es dient nur dazu einen fliegenden Start mit dem Raketentriebwerk zu ermöglichen, der auf der Erde wohl schnell das Fahrwerk wegbrechen würde. Für Transporte viel wichtiger: Wie bei jedem Flugzeug ist die Kabine, also der Bereich wo die zahlende Kundschaft sitzt, klein im Vergleich zur Gesamtgröße des Flugzeugs. Das macht den Transport ineffektiv und teuer.

Wie würde ich es machen? Mit einem klassischen Raketenantrieb vom Boden aus. Eine aerodynamische Form für den Wiedereintritt und eine Landung, zuerst abgebremst durch Fallschirme und dann auf den letzten Metern mit Bremstriebwerken. So in etwa wie das DCX Konzept: Unten ein zentrales Raketentriebwerk und einige kleinere Korrekturtriebwerke, oben der Treibstofftank und an der Spitze ein Kegel und ein Zylinder, wo die Leute drin sitzen. Hier mal eine iterativ angenäherte Lösung mit europäischen Komponenten (das gleiche könnte man auch mit einem R-68 berechnen, das wahrscheinlich sogar günstiger wird.

Frage 1: Welche Endgeschwindigkeit muss man erreichen?

Nun das ist wegen der Gravitationsverluste und dem Luftwiederstand nicht so einfach. Doch es gibt Vorlagen: Eine V-2 erreichte eine Spitzenhöhe beim senkrechten Start von knapp 190 km bei einer Endgeschwindigkeit von 2500 m/.s. Spacehsip One und andere begügen sich sogar mit nur 100-120 km Gipfelhöhe. Die Endgeschwindigkeit hängt auch mit der Startbeschleunigung zusammen - je höher sie ist, desto besser. Auf der anderen Seite: Solange man nicht schubstarke Feststofftriebwerke hat, wird das benötigte Triebwerk rasch sehr schwer. Eine praktikable Startbeschleunigung sollte bei rund 1.3-1.6 G liegen. das senkt die Spitzenbeschleunigung auf maximal 3.0 G.

Frage 2: Wie schwer kann das Raumschiff sein?

Das hängt vom Triebwerk ab. Einfach Startschub durch gewünschte Beschleunigung teilen.  Wenn man das Vulcain 2 Triebwerk nimmt, mit einem Bodenschub von 960 kN und einer Startbeschleunigung von 1.6 G, dann etwa 60 t.

Frage 3: Wie viel davon ist Treibstoff?

Nun bei einem angenommenen spezifischen Impuls von 4000 im Mittel beim Vulcain-2 (3100 auf Meereshöhe, bei abnehmenden Druck auf 4248 m/s im Vakuum ansteigend) etwa 28 t. Die Spitzenbeschleunigung beträgt dann vor dem Ausbrennen etwa 42 m/s (wegen des im Vakuum ansteigenden Schubs).

Frage 3: Wie viel entfällt insgesamt auf den Raketenteil?

Nun es gibt dann neben den Tanks noch den Bedarf für kleine Triebwerke, welche kurz vor der Landung die Restgeschwindigkeit, von etwa 15 m/s, die beim Fallschirmabstieg noch verbleibt, abzubauen. Bei 5 m/s² benötigt man dafür einen Schub von rund 16 t. Das ist ein kleines Problem, denn selbst wenn das Vulcain so umgerüstet wird, dass es im Schub regelbar ist, so würde es sicher nicht auf nur 16-20 % des Schubs reduziert werden können. Bei Verringerung des Brennkammerdrucks auf 1/5 würde der Düsenmündungsdruck deutlich kleiner als 1 atm sein und damit ist ein Betrieb nicht mehr möglich. Die beste Lösung wären daher einige kleine kurz zündende Feststofftriebwerke, wie bei der Sojus und Dämpfer in den Landebeinen, welche die Restenergie auffangen.

Diese Triebwerke mit eingerechnet kann man von einer Trockenmasse von rund 6 t ausgehen. Das lässt etwa 26 t für die eigentliche Passagierkabine übrig.

Frage 4: Wie viele Passagiere können dann fliegen?

Eine Schwere Frage. Die Kabinengröße ist einfach zu berechnen. Hier kann man von den im Weltraum schon eingesetzten Transportern MPLM und ATV leicht die Größe ohne Innenausstattung berechnen. Die Innenausstattung und die Anzahl der Passagiere ist natürlich abhängig von dem Volumen dass man jedem Passagier zubilligt - schließlich wollen diese schwerelos schweben , was Raum benötigt. Was komplett entfallen kann, ist eine Lebenserhaltung: Selbst wenn jede Person nur 1 m³ Volumen zur Verfügung hat dauert es rund 3 Stunden bis das Kohlendioxidlevel einen Grad erreicht hat der Kopfschmerzen verursacht - und der Flug dauert ja nur 15-20 Minuten.

Basierend auf dem MPLM Abmessungen und einem Gewicht von 18 t (nur für die Kabine) entspricht dies einem Volumen von rund 460 m³. Bei einem Zylinder mit einem Durchmesser von 8 m mit einem Kegel als Spitze, entspricht dies einer Höhe von 8.0 m für den Zylinder und rund 7 m für den Kegel. Wenn die Passagiere an der Außenseite sitzen so wären im zylindrischen Teil 4 Decks möglich mit rund 24 Sitzplätzen im 1 m Abstand. Im Kegel Teil könnte man weitere 30 Personen unterbringen. Zusammen also rund 126 Personen. Bei rund 120 kg pro Person (inklusive Sitz) kommt man so auf eine "Nutzlast" von rund 15 t - zusammen mit den 18 t welche die Kabine wiegt, sind dies dann schon 33 t - also mehr als zulässig sind. Die Lösung ist den Zylinder auf 6 m zu verkürzen (3.9 t Gewicht eingespart und nur noch 102 Passagiere) - so kommt man auf rund 26.4 t.

Ein Flug transportiert also rund 100 Passagiere

Frage 5: Ist es profitabel?

Das ist natürlich die schwerste Frage. Ich habe bewusst das Vulcain Triebwerk genommen, weil es ein sehr teures Triebwerk ist, aber auch seine Leistungsdaten bekannt sind. Das Raketentriebwerk muss nach einer bestimmten Fluganzahl ausgetauscht werden. Da Raumgefährt wird die Flüge recht gut überstehen, denn verglichen mit einem Space Shuttle, muss nur etwa ein 40.stel der Energie abgebaut werden, was ohne Hitzeschutzschilde möglich ist.

Das Vulcain 2 ist für eine Gesamtbetriebsdauer von 6000 Sekunden ausgelegt. Ein Flug erfordert eine Betriebsdauer von rund 88 Sekunden. Es kann also für mindestens 60 Flüge (genau: 68) eingesetzt werden. Danach muss ein neues her - und das kostet derzeit noch rund 15 Millionen Euro. Alleine für da Vulcain sind also pro Flug rund 0.25 Millionen Euro zu bezahlen. Da 100 Passagere aber ein Einkommen von rund 10 Millionen Euro generieren, kann dieses Konzept tatsächlich profitabel sein, und zwar um so profitabler, je schubstärker das Triebwerk ist, weil das Volumen in der dritten Potenz ansteigt, die Oberfläche, aber nur in der zweiten: Der Anteil der Kabine sinkt so ab oder wenn man ihn konstant hält hat jeder Passagier mehr Raum zur Verfügung. Schon in dieser Variante hat jeder Passagier schon so viel Raum wie in der Apollo Kapsel, deutlich mehr als im Mercury und Gemini Programm und in der Sojus Kapsel.

Frage 6: Alternative Antriebe?

Bringt es etwa auf Kerosin/Sauerstoff über zu gehen, zum Beispiel das Merlin Triebwerk oder das RD-180? Ich glaube nicht, zumindest nicht wenn man ein Triebwerk sehr oft einsetzen kann. Bei Übergang auf Kerosin/Sauerstoff steigt schon der Treibstoff verbrauch von 28 auf 34 t - Rund 6 t weniger für die eigentliche Nutzlast, oder eine Reduktion um ein Drittel. Feststoffantriebe sind noch schlechter und ob sie noch so preiswert sind, wenn sie zig Mal eingesetzt werden?

Ein Vorteil könnte bei dem Einsatz von mehreren kleinen Triebwerken bestehen, dass man dann die Landung mit einem dieser Triebwerke durchführen kann. Doch dann braucht man zum Start mindestens 5 - ob dann 5 kleine Triebwerke (z.B. Merlin) billiger als ein große sind?

Frage 7: Was lernen wir daraus?

Nun es könnte profitabel gemacht werden, selbst mit heute verfügbaren 0815 Triebwerken von der Stange, ohne ein Raumschiff wie Spaceship One. Der Schlüssel ist Größe - Solange ein Raumschiff nur einige Passagiere befördert bleiben die Flüge teuer. Aber ein Vulcain kann rund 100 Passagiere hochheben. Ein RS-68 etwa 250. Selbst wenn die Kabine nur teilweise ausgebucht ist, liegt da der Anbieter wohl in der Gewinnzone.

Frage 8: Und in den Orbit?

Das ist eine komplett andere Frage. Bei diesen suborbitalen Flügen beträgt der Treibstoffanteil minimal ein Drittel der Startmasse. Knapp die Hälfte entfällt auf das Raumschiff. Bei einem Orbitalflug liegt er bei über 90 % und das Raumschiff bei maximal 6-7%. Schon aus diesem Grund müsste ein Orbitalflug erheblich teurer sein. Dazu kommt dann noch die Notwendigkeit eines schweren Hitzeschutzschildes der die Nutzlast weiter reduziert. Vor allem ist es aber dann nicht mehr möglich eine große Kabine zu starten und man ist dann bei kleinen Kapseln wie bei der Sojus, die relativ viel wenigen und dennoch wenig Platz bieten.

Frage 9: Alles Roger oder was?

Nein natürlich nicht. In den Details liegt der Teufel. Hier nur ein Paradoxon:

Für den aerodynamischen Auftrieb wäre ein reiner Kegel oder ein anderer Auftriebskörper sehr geeignet. Dieser hat aber ein schlechtes Oberflächen/Volumen Verhältnis und es ist schwierig in die Schräge Sitze einzupassen. Ein Auftriebskörper in Form eines Nur Flügels, wäre eine Lösung die ohne Landetriebwerke nd Fallschirm auskommt. Wegen des senkrechten Starts müssten dann aber die Sitze innerhalb von Minuten alle um 90 Grad schwenkbar sein (von der Vertikalen in die Horizontalen).

So und nun noch ein paar andere aktuelle Dinge

Mit dem vierten Buch ist mir eine echte Last abgefallen. Ich habe nun wieder den Kopf frei für andere Dinge und habe schon zwei Aufsätze über die Taepodong und Rendezvousmanöver geschrieben. Das Buch war auch dahingehend gut, als dass ich mich mehr auf zuverlässige Quellen verlasse - und wenn es von der Taepodong-2 keine zuverlässigen Daten gibt, dann schreibe ich lieber nichts als falsche Daten. Ich habe wie schon gesagt zwei neue Seiten im Blog, eine mit der aktuellen Umfrage und eine für empfehlenswerte Grundlagenbücher. Ich hätte mir eine größere Beteiligung an Thomas Gastblog gewünscht - schließlich greift er ein Thema aus, das mir als rationalen Menschen wohl fern liegt. Wie soll ich denn Gastautoren zum Publizieren animieren, wenn ihr ihre Blogeinträge nicht goutiert? Ansonsten habe ich noch ein paar Ideen für Blogs, z.B. über EADS.

Die ALDI Kamera

Heute ist eine 5.0 Megapixelkamera von Traveller im ALDI Sortiment (Traveller FX 5). Da ich schon seit längerem auf der Suche nach einer kompakten Kamera zum Mitnehmen bin, habe ich gleich zugeschlagen. Dass es "nur" 5 MP sind, ist mir egal, mir hätten auch 3 MP gereicht. Zum Hintergrund: Ich habe eine Canon Powershot S1 IS als Hauptkamera: Ein sogenanntes "Bridge" Modell, zwar nur mit 3 MP Sensor, aber zahlreichen Features und sie macht wirklich gute Bilder. Das reicht mir vollkommen und sie könnte wohl nur vom Nachfolgemodell S2 IS ersetzt werden, dass in den Tests noch etwas besser abschnitt.

Nur: Sie ist nicht wirklich klein. Zwar nicht so klobig wie eine Spiegelreflex aber eben nicht kompakt. Sie ist keine Kamera zum Mitnehmen jeden Tag für Schnappschüsse, den Regenbogen nach dem Gewitter oder dem Sonnenuntergang. Für diese Funktion habe ich mir erst eine gebrauchte Ixus 300 gekauft - ich schwöre beim Bedienungskonzept auf Canon - doch sie hat dann doch ein paar Mängel. Sie fokussiert träge und bei Nahbereichfotos meistens nicht richtig. Die Lithium-Ionenakkus halten nicht lange und haben eine hohe Selbstentladung und 2 MP sind mir dann doch zu wenig. 3 waren ganz in Ordnung aber den Unterschied zu 2 merkt man dann schon deutlich.

So schaute ich bei EBay eine Zeitlang nach gebrauchten Ixus und Powershots der 3-4 MP Klasse, doch bekam keine für das Geld das ich ausgeben wollte. Nun kam eine Kamera bei ALDI und da habe ich zugeschlagen- wenn sie nichts taugt kann man ja bei ALDI kommentarlos umtauschen. Nach 2 Stunden Tests hier mein Urteil:

Die Kamera ist für die 50 Euro in Ordnung. die Fotos bei Tageslicht sind scharf. Wunder darf man nicht erwarten: Die Bilder haben keine größere Schärfe als die 3 MP meiner Canon S1 und auch die Bildgröße von maximal 1.5 MB ist kleiner als bei der höchsten Qualitätsstufe meiner Canon (1.5-2.0 MB). Auffällig ist selbst bei Freilichtaufnahmen ein feines Farbrauschen, dass bei Innenaufnahmen ohne Blitz recht deutlich sichtbar ist.

Die Kamera hat einen (zu lichtschwachen, aber großen) LCD Bildschirm, leider keinen echten Sucher, der einem gute Dienste tut wenn man auf einem Schirm nichts mehr erkennt. Obwohl es heute bewölkt war, überstrahlte die Sonne das LCD, dass natürlich nicht entspiegelt ist.

Die Kamera ist nicht die schnellste: Drückt man auf den Auslöser, so vergehen 2 Sekunden bis das Bild erscheint. Eine "Schnellauslöser" Funktion im Menü schaltet nur jeglichen Autofokus ab, aber es bleibt immer noch 2 Sekunden lang der Bildschirm schwarz. Folgerichtig gibt es keine Serienbildaufnahmen, auch keine mit der von mir gerne bei der Canon benutzten Belichtungskorrektur (ein Bild etwas zu dunkel, eines normal und eines hell belichten - am PC daheim dann das beste auswählen). Dafür gibt es 21! Motivprogramme. Neben den üblichen wie Bewegung und Nachtaufnahme und Portrait liegt der Unterschied im Detail - Es gibt eine Portrait Funktion "Frau" und eine "Mann". Ach ja natürlich auch noch eine Portrait Funktion "Tiere" - das muss eine echte Kamera mit künstlicher Intelligenz sein.

Das Hauptkriterium für mich war: Eine kompakte, leichte Kamera im handlichen Format: Das leistet sie, wie die Größenvergleiche zur Canon S1 und Ixus 300 zeigen - sie ist auch leicht (134 g ohne Batterien) und kommt mit 2 normalen AA Akkus aus. Bei 50 Euro muss man mit den Nachteilen leben - ich denke dass kann man wenn man sie als Schnappschusskamera sieht und nicht als die Kamera mit der man dauerhafte Erinnerungsfotos macht. Für die 60 Euro gibt es sie immerhin mit Tasche und 1 GB Speicherkarte, Videos kann man auch machen Höchste Qualität ist 640 x 480 Pixel mit 24 fps. In höchster Qualität gehen etwa 16 Minuten auf eine 1 GB Karte. Das Format ist Motion-JPEG wie bei meiner alten Canon, doch das kann man leicht mit VirtualDub in MPEG-4 konvertieren, wodurch die Dateigrößen wesentlich kleiner sind. Die Videos sind in etwa so scharf wie mit meiner alten Canon, deutlich besser als das was sie von YouTube kennen. Der Ton ist dumpf drauf und wird beim VLC nicht richtig wiedergegeben (abgehackt und nachziehend), beim Windows Media Player ist er korrekt wiedergegeben. Allerdings wirkt bei der Kamera der Bildstabilisator nicht und Freihand Videos sind bei einer so langen Kamera dann leicht verwackelt. Alle anderen Kontrollen sind bei der Videofunktion blockiert - Das Zoomen wäre hier sinnvoll gewesen.

Mein Urteil: Eine Schnappschusskamera mit zwei Mängeln: Kein Sucher bei einem nicht besonders leuchtkräftigen Display und langsame Reaktion (und damit keine serienaufnahmen). Mit dem Farbrauschen kann man bei Außenaufnahmen leben. Innen ist es zu stark. Der Blitz ist hier dann auch keine große Hilfe, denn er reicht maximal 2.6 m weit. Wenn man damit leben kann sollte man zugreifen. Sie neigt auch dazu zu überzeichnen, also bei hellem Licht sieht man an den Rändern starke Aufhellungen und helle Teile sind dann unisono weiß.

Ach ja: Technische Daten der Kamera wie Sensorgröße etc. sucht man auch in der Bedienungsanleitung vergebens. Von der Brennweite ableitbar ist aber eine Sensorgröße von etwa 1/2.5 Zoll in CMOS Technik. Anbei einige Fotos der Kamera (in Blau) zusammen mit meiner Canon Powershot 1 und der Canon Ixus, die ja schon kompakt ist. Sie ist noch leichter und noch kompakter als diese..

Zum Selbst Nachschauen:

Hier 4 Bilder desselben Motivs:

Canon Ixus 300 (2003: 2 MP Kamera)

Canon Powershot S1 IS (2004, 3 MP Kamera)

Traveller FX 5 im 5 MP Modus

Traveller FX 5 im 3 MP Modus

Am besten sieht man die unterschiede wenn man Details in allen 3 Kameras vergrößert betrachtet. Dazu eignet sich z.B. das Fenster, weil dort der Putz rissig ist. Die Traveller FX 5 ist meiner Meinung nach minimal schärfer als die Powershot, verschenkt dies aber weitgehend durch ihre starke Artefaktbildung und ihre Neigung zum Überstrahlen. Auch die Farbe ist nicht echt (Das dach ist wie bei den Powershots zu erkennen braun und nicht rötlich gefärbt). Damit sie eine Vorstellung haben wie der Putz richtig aussieht, hier noch eine 10 x Zoom Aufnahme mit der Powershot S1

Freitag 26.6.2009: Michael Jackson und Farah Fawcett sind tot

Nachdem ich von dem Tod der beiden gestern Abend und heute morgen erfahren habe, heute mal ein etwa besinnlicher Blog. Ich weis nicht wie es Ihnen geht, wenn sie von dem plötzlichen Tod von jemand hören, der noch nicht so alt war, der der ein Star war als sie selbst jung waren. Mir ging es so beim Tod der beiden. Ich kann mich noch erinnern wie ich ende der siebziger Jahre am Fernseher klebte als "Drei Engel für Charlie" lief (obwohl mir eigentlich immer Kate Jackson als Sabrina lieber mochte als Farah Fawcett.

Michael Jackson hat zumindest in den frühen achtzigern auch geile Musik gemacht. Sein Thriller Album ist eines der besten die ich kenne. Danach fand ich es irgendwie als Wiederholung mit den ganzen Schreien im Lied, anfangs ist das ja noch ganz lustig, zumal er dann auch irgendwie auf einem anderen Trip war. Seltsamerweise bin ich gestern gerade noch auf Jackson gekommen - kann man ihn und Prince eigentlich noch als Superstars bezeichnen? Also jemand der per Definition über längere Zeit erfolgreich ist? Von beiden gibt es ja seit Jahren keine Erfolge mehr - im Gegensatz z.B. bei Madonna.

Das letzte mal wo ich so ins Denken kam, war als vor 2 Jahren die Tierärztin bei uns starb und die auch nicht viel älter war als ich. Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, ich komme dann immer ins Nachdenken. Schließlich könnte es einem ja genauso ergehen. Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, ich komme da ins Grübeln. So im Kopf hat ja jeder eine Art Lebensplan - bei mir ist es mich zur Ruhe setzen, bevor ich die 67 Jahre erreicht habe, bei der man eigentlich in Rente gehen kann und dann noch möglichst lange mein Rentnerleben genießen. Doch was passiert, wenn man das gar nicht erst erlebt? Das Problem ist ja bei uns: Alles läuft darauf hinaus Vollzeit bis 65 oder 67 zu arbeiten und dann in den Ruhestand zu gehen. Seit man sich auf die Rente nicht mehr verlassen kann (zumindest ich verlasse mich nicht auf sie) ist es ja fast noch wichtiger Rücklagen zu bilden. Viel besser wäre es einen Job zu haben der nur 50-70 % der Zeit beansprucht und mehr Freizeit zu haben um das Leben schon jetzt zu genießen, doch bei den meisten Arbeitgebern geht das nicht und wenn, wie lange ist der Job heute noch sicher?

Meine persönliche Lebensplanung ist es so viele Rücklagen zu bilden wie nur möglich um möglichst früh aufhören zu können. Dank des Rückgangs der Börsenkurse muss ich nach dem derzeitigen Stand aber deutlich länger arbeiten als geplant. So, das wars heute auch schon, ich habe ja gestern schon einen zweiten Blog über die ALDI Kamera geschrieben. Ich habe in den letzten Wochen auch die alten Seiten, die es vorher nur als HTML Seiten gab in den Blog transferiert - vielelleicht schaut der eine oder andere mal da nach. D gibt e interessante Beiträge wie z.B.. über die Folgen eines Asteroideneinschlages. Einfach mal die Archive zwischen Juni 2006 und August 2007 durchschauen....

Samstag 27.6.2009: Mondverschwörung und Galileo Mystery

Gestern bekam ich wieder mal eine Moon Hoaxer Mail, mit einem 40 K langen Anhang. Nun haben sie herausgefunden was mit den Saturn V passiert ist, die ja gestartet sind: Das waren militärische Raumstationen! Wie in bekannter Manier werden Fakten (Einführung über das Corona und MOL Programm) mit Fiction vermischt. Dabei ist es doch so einfach: Wenn es die Stationen gegeben hat, dann konnte sie auch sehen! Eine Raumstation in der Größe von Skylab ist mit bloßem Auge zu sehen. Das war bei Skylab so und das ist bei der ISS so (die schon des Öfteren für ein UFO gehalten wurde). Nun hat aber keiner die Station beobachten und bei einer Startneigung von 30 Grad kann man auch nicht wirklich die Sowjetunion beobachten.

Das ganze erinnert mich an Einstein. Als man ihm einen Brief brachte, bei dem viele Physiker unterschrieben haben, dass er unrecht hätte sagte er: "Wenn ich unrecht hätte, dann würde einer reichen". Sprich: Wenn Du mir sagen willst, es wäre eine Raumstation gestartet worden, dann schwafel mich nicht mit Fakten voll die ich schon kenne und verdrehe sie, sondern bringt Beweise. Ja Beweise, denn das fehlt bei jedem Moon Hoaxer. Es sind nur Fragen, Behauptungen, Unterstellungen. Sie haben nichts, aber auch noch gar nichts, von dem was sie behaupten beweisen können und sind trotzdem immer im Fernsehen präsent. Das ganze erinnert mich an meine Erfahrungen von Kinder in einem bestimmten Alter: Dann beginnen sie alles zu (hinter)fragen: Warum ist das so? Warum hat der Mann da blaue Augen? Warum ist das Gras grün? Irgendwann antwortet man dann, "Weil es so ist". Das gleiche bei den Moon Hoaxern. Sie beschäftigen sich ja nicht mit dem Thema in der Hinsicht, dass man mit ihnen diskutieren kann. Sie machen sich nicht mal Mühe die einfachsten Dinge nachzuprüfen oder sich mit Gegenargumenten auseinander zu setzen. Mit so jemand kann man nicht diskutieren. Ich meine wir kennen das ja auch von andern Themen: Bei uns sehr populär ist der Ableger "Holocaust Leungerei". Was mich wundert ist dass sie das bei einem so technischen Thema machen, wo die Argumentation auf Technik beruht und es zig Augenzeugen bei den Startorten und vor dem Fernseher gab.

Viel einfacher wäre es gewesen zu behaupten dass die Erstbesteigung des Mount Everest, das Erreichen des Südpols oder die Entdeckung Amerikas frei erfunden ist - Gibt es da denn Beweise, außer den Aussagen der "Entdecker"? Heute wurde das Thema wieder aufgekocht von Galileo Mystery. Ich kannte bisher das Format ja nur von der Parodie in "Switch Reloaded". Aber es ist wirklich so mies wie es dort präsentiert wird. Was als eigene Recherche verkauft wird, sind nichts anderes als Ausschnitte anderer Dokumentationen. Einiges kenne ich z.B. aus einer BBC Dokumentation und Quarks und Co. Dabei sind die Redakteure so dämlich, dass ihnen komplett entgegen ist, das ihr "Kritiker Bill Kaysing" schon seit 4 Jahren tot ist. Das Kaysing übrigens nicht am Apollo Programm beteiligt war ist ihnen auch entgangen. Er hatte einen Abschluss in Geisteswissenschaften und war mit der Archivierung und Dokumentation in Rocketdyne beschäftigt - nicht in der technischen Entwicklung und er verließ Rocketdyne 1963, kurz bevor diese Firma ihren ersten Auftrag für das Apollo Programm bekam.

Warum ich das erwähne? Anders als bei Galileo Mystery geht es nicht um die Anzahl der Argumente, sondern auch um die Glaubwürdigkeit von Augenzeugen. Hier drehen ja die Moon Hoaxer die tägliche Erfahrung um: Normalerweise ist ja jemand glaubwürdig weil er etwas von der Materie versteht - hier ist er nur ein Handlanger der CIA. Je mehr jemand von der Materie versteht desto "befangener" ist er. Am schlimmsten erwischt es dann die Astronauten. Kein wunder das Buzz Aldrin mal ausgetickt ist und einem besonders penetranten Evangelisten eine gescheuert hat. Komisch eigentlich, dass es nicht viel mehr Verschwörungstheorien gibt. Es gibt doch so viele Dinge im täglichen Leben die man nur mit der eigenen Erfahrung nicht erklären kann: Explosionen zerstören - wie kann dann ein Auto mit Explosionsmotor fahren? Sind da nicht Zwerge am Werk, welche den Wagen antreiben? Und jeder weiß doch, dass Eisen ganz schnell zum Boden sinkt und enorm schwer ist - wie kann dann ein Flugzeug aus Eisen fliegen? Sind das nicht Elfen, die unsichtbar die Flugzeuge über den Himmel bewegen? Ich kann mir das auch nicht anders erklären, also muss es doch so sein oder?


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