{"id":1025,"date":"2006-11-13T11:07:39","date_gmt":"2006-11-13T10:07:39","guid":{"rendered":"http:\/\/bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=1025"},"modified":"2010-01-28T11:08:19","modified_gmt":"2010-01-28T10:08:19","slug":"das-maerchen-von-der-goldmarie-und-pechmarie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2006\/11\/13\/das-maerchen-von-der-goldmarie-und-pechmarie\/","title":{"rendered":"Das M&auml;rchen von der Goldmarie und Pechmarie"},"content":{"rendered":"<p>Ich m&ouml;chte heute mal ein modernes M&auml;rchen erz&auml;hlen. Wie immer f&auml;ngt es an mit &#8222;Es war einmal&#8220;.   Also:<\/p>\n<p>Es waren einmal zwei Freundinnen. Die Pechmarie Tina und die Goldmarie Linda. Weil ich recht   schreibfaul bin, k&uuml;rze ich diese im folgenden mal mit T &amp; L ab. Sie waren seit vielen Jahren   Freundinnen, auch wenn sie sich in der Pubert&auml;t &auml;nderten und dies Spannungen ausl&ouml;ste. Doch immer   wieder fingen sie sich und vertrugen sich nach einem Streit wieder.<\/p>\n<p>Schlie&szlig;lich kamen sie auf die Idee zu einem Playback vor Publikum zu singen und viele, die sie   sahen, waren von ihnen angetan. Die Goldmarie beeindruckte durch ihr Mienenspiel und die   Pechmarie durch ihre Tanzeinlagen. Jeder der sie sah, war von ihnen verzaubert, auch wenn L sehr   bald viel mehr Fans hatte weil sie unglaublich sch&ouml;n und gut gebaut war. T war auch sehr sch&ouml;n,   doch nicht so sch&ouml;n wie L und sie trug h&auml;sslichen Schmuck im Gesicht. Auch  \tCharakterlich   unterschieden sich die beiden. T war ziemlich dumm, impulsiv, oberfl&auml;chlich und j&auml;hzornig. L   dagegen schlau, gr&uuml;blerisch, vorsichtig und?misstrauisch. Die einzige Gemeinsamkeit die sie   hatten, war, dass sie beide extrem stur waren.<!--more--><\/p>\n<p>Die beiden wurden &uuml;berregional bekannt und bald kamen sie auf die Idee einen Fanclub zu gr&uuml;nden. Dabei half ihnen die b&ouml;se Stiefmutter von T, die widerw&auml;rtige Walpurga, die sich selbst nur &#8222;W.W&#8220; ?nannte. Wie alle Stiefm&uuml;tter hatte W.W. einen b&ouml;sen Charakter. Sie war unh&ouml;flich, litt unter Paranoia und kannte keinerlei Moral. Und wie alle Stiefm&uuml;tter k&uuml;mmerte sie sich nicht um ihre Stieftochter T, bis diese erfolgreich wurde. Schon nach wenigen Tagen konnten sich die beiden vor Fanpost nicht mehr retten und brauchten mehr Zeit zum Beantworten der Post als sie hatten. Nun trat der schlaue?Luck, besser bekannt als S.L. auf sie zu und bot ihnen an, die Fans zu betreuen und auch ein sch&ouml;nes Lokal f&uuml;r sie zur Verf&uuml;gung zu stellen. Da k&ouml;nnten sich die Fans untereinander unterhalten und T &amp; L m&uuml;ssten nicht jedem einzelnen antworten. Au&szlig;erdem k&ouml;nnte man von den Fans Eintrittsgeld verlangen und Gesch&auml;ftsleute w&uuml;rden f&uuml;r Werbung zahlen. L war nicht gut zumute, doch W.W dr&auml;ngte die beiden das Angebot anzunehmen.<\/p>\n<p>So hatten die beiden bald ein gro&szlig;es Fanlokal und die Zeitung, das Radio und das Fernsehen   wurde auf die beiden aufmerksam. Es erschienen Artikel &uuml;ber sie und sie bekamen immer mehr Fans.   Bald gab es jedoch &Auml;rger, weil die Fans ganz versessen auf die Bilder der Goldmarie waren. Die   Pechmarie und ihre Schwiegermutter waren ganz sauer. Einer der ersten Fans war der bl&ouml;de Leopold,   allgemein B.L. genannt. Alle nannten ihn bl&ouml;de, weil er jedem half der ihn darum bat und sich   vielen auch aufdr&auml;ngte, die ihn nicht darum baten. Er sah, dass vieles im Fanlokal nicht in   Ordnung war und man mit einigen &Auml;nderungen viel mehr Fans betreuen konnte. Er sagte dies zu T,   die er zuf&auml;lligerweise kennengelernt hatte, doch T hatte kein Interesse. Sie hatte eigentlich   &uuml;berhaupt kein Interesse an einem pers&ouml;nlichen Kontakt zu einem Fan oder daran etwas f&uuml;r diese zu   tun, ganz anders als L, die jeden Tag ins Vereinslokal kam, ihre Post beantwortete und mit den   Fans, die sie antraf, redete. Als nach einem Fernsehauftritt das Lokal fast gest&uuml;rmt worden w&auml;re,   schlug S.L. vor ein gr&ouml;&szlig;eres Lokal anzumieten, doch T. sagte einfach &#8222;Mach es zu, wenn zu viele   Leute kommen&#8220;. L stimmte dem schlie&szlig;lich zu. W.W war unzufrieden &uuml;ber S.L, und dass L bei den   Fans mehr ankam und sie begann unter lustigen Namen wie &#8222;Kohl Michel&#8220; (K.M) b&ouml;se Dinge &uuml;ber beide   zu schreiben. Au&szlig;erdem wollte W.W bestimmen, was die beiden machen sollten und was sie singen   sollten. L wurde dar&uuml;ber ungehalten, doch T hielt zu der b&ouml;sen Schwiegermutter. Au&szlig;erdem sollte   das Geld f&uuml;r neue Auftritte, die nun bezahlt werden sollten, nicht mehr wie vorher geteilt   werden. ?Als es einmal Streit gab, klebte W.W die Postf&auml;cher von L zu, damit diese nicht   mehr an die Post kam und T trat nicht f&uuml;r ihre Freundin ein. Das war der Anfang des Ende der   Freundschaft zwischen der Pechmarie und der Goldmarie.<\/p>\n<p>So gab es immer mehr Streit zwischen den vieren. Schlie&szlig;lich beschlossen W.W und T sich von S.L zu trennen, der daraufhin mit der Kasse durchbrannte. W.W fing einen Prozess gegen S.L an, verlor ihn jedoch. Sie brauchten nun ein neues Vereinsheim. B.L., der schon immer den beiden helfen wollte, bot nun erneut seine Hilfe an. Er war ein begnadeter Einrichter und konnte aus einem billigen Schuppen innerhalb k&uuml;rzester Zeit ein sch&ouml;nes und gem&uuml;tliches Vereinsheim zaubern. W.W sagte dazu nichts, nachdem sie sich schon in S.L. geirrt hatte. T sah, dass sie einen Idioten hatte, der ihr ein sch&ouml;nes Heim einrichten konnte und gab ihm den Auftrag. Doch L war nicht einverstanden. F&uuml;r sie als K&uuml;nstlerin, war das Vereinsheim zwar zweckm&auml;&szlig;ig und erf&uuml;llte alles was sich die Fans erhofften, doch es war nicht sch&ouml;n genug. Es fehlten die filigranen Verzierungen.<\/p>\n<p>Da traf T auf der Stra&szlig;e die dumme Petra (D.P). Sie war v&ouml;llig verschossen in die beiden M&auml;dchen. Sie h&auml;tte alles getan um ihnen nahe zu sein, aber sie verstand nichts vom Einrichten des Heimes. Doch T schmeichelte es, eine willf&auml;hrige Dienerin zu haben, die alles tat was sie sagte und so lies sie diese einen anderen Schuppen einrichten. Sie konnte es jedoch nicht und so tat dies eine Freundin f&uuml;r sie. Als sie dies als ihr Werk ausgab, ver&auml;rgerte sie ihre Freundin und diese verlie&szlig; die dumme Paula. So stimmte in dem schnell eingerichteten Heim dann nichts. es gab kaum Platz f&uuml;r die Fans, es war alles schief und krumm und &uuml;berhaupt nicht sch&ouml;n. Trotzdem verk&uuml;ndete T alleine, dies w&auml;re nun das neue Vereinsheim. Als dies L sah, war sie geschockt. T und W.W sagten zu ihr: &#8222;Nimm es wie es ist oder gehe!&#8220; &#8211; und das tat sie dann auch. W&auml;hrend dessen hetzten W.W. und T &ouml;ffentlich vor den Fans gegen S.L, damit diese in die das neue Vereinsheim einzogen und das alte verlie&szlig;en.<\/p>\n<p>B.L. war ver&auml;rgert und wollte seine Arbeit nicht umsonst sein lassen und machte ein inoffizielles Heim auf. Die meisten Fans fanden sich nun im neuen offiziellen Heim ein und der eine oder andere verirrte sich auch in das Heim von B.l., wo sie beeindruckt waren, von den vielen sch&ouml;nen Dingen die sie dort &uuml;ber T &amp; L lesen konnten. Die Fans fragten &#8211; &#8222;Wo ist unsere Goldmarie?&#8220; und T vertr&ouml;stete die Fans: &#8222;Sie kommt bald&#8220;. Doch die Goldmarie wollte nicht mehr. Zu oft hatte sie Dem&uuml;tigungen von der b&ouml;sen Pechmarie einstecken m&uuml;ssen, die unter dem Einfluss der widerw&auml;rtigen Walpurga immer b&ouml;ser wurde. Sie stieg auf ihren Schimmel und ritt in den Sonnenuntergang. Nur zu bestimmten Zeiten ging sie an eine geheime Telefonzelle und Fans konnten mit ihr reden.<\/p>\n<p>B.l. suchte den Kontakt zu L, nachdem er von T so entt&auml;uscht war und sie tr&ouml;steten sich gegenseitig. Nachdem die Fans immer lauter nach L begehrten &uuml;berwand sich T bekannt zu geben, dass sie sich getrennt hatten. Nun redete sie nicht mehr zu den Fans direkt, sondern ver&ouml;ffentlichte jeden Tag einen Bericht &uuml;ber ihr pers&ouml;nliches Leben. Doch B.L redete mit den Fans, versuchte L zu &uuml;berzeugen auch mit den Fans zu reden und schrieb immer mehr &uuml;ber T&amp;L. Als er unvorsichtigerweise erw&auml;hnte, er h&auml;tte Kontakt zu L, von der T seit Wochen nichts mehr h&ouml;rte, wurde T w&uuml;tend auf B.L. Sie schrieb ihm: &#8222;Entweder Du verschwindest sofort aus Deinem Fanhaus oder ich mache dich fertig&#8220;. Und als dies B.L. nicht tat, schmiss sie ihn aus ihrem Fanheim heraus. D.P., mit der B.L vorher &uuml;ber gemeinsame Feste geredet hatte, nahm ihm den Schl&uuml;ssel ab und schmiss ihn kommentarlos aus dem Heim.<\/p>\n<p>Die Fans fragten sich nun warum B.L. herausgeworfen wurde, war sein inoffizielles Heim doch sehr beliebt und er eines der aktivsten Mitglieder im Heim. Die Fans kritisierten T und forderten, dass B.L. zur&uuml;ck geholt wurde. Erst dann begann T mit den Fans zu reden und jammerte &#8222;B.L. ist ein schlimmer Mensch, der mich verfolgt&#8220;. Viele kannten jedoch B.L. und konnten dies nicht glauben, doch einige glaubten es und bel&auml;stigten B.L. verklebten sein Postfach und rissen Reklame von den W&auml;nden. B.L., der die Einnahmen der Reklame L versprochen hatte, musste diese dann aus der eigenen Tasche bezahlen. B.L. stimmte zu, dass er in seinem Vereinsheim nun nichts mehr &uuml;ber T bringen w&uuml;rde, sondern nur noch &uuml;ber L, damit T ihre L&uuml;gen und Verleumdungen einstellte.<\/p>\n<p>Doch dies reichte T nicht. Als B.L. einen Riesenstapel Zettel anstatt einem aus der Auslage von dem Vereinsheim mitnahm und dies bemerkt wurde, reichte es T. und W.W. nicht, dass er diese ersetzte, nun begannen sie B.L. zu erpressen und k&uuml;ndigten an dies seinem Arbeitgeber zu melden und zur Polizei zu laufen. Die widerw&auml;rtige Walpurga die aus dem Osten Deutschlands kam, wo man viele Erfahrungen hatte, wie man unliebsame Meinungen unterdr&uuml;ckte, nutzte dies um B.L. soweit einzusch&uuml;chtern, dass ihm schlie&szlig;lich sein Seelenfrieden wichtiger war als sein Vereinsheim. Schlie&szlig;lich hatte T erreicht was sie wollte: B.L gab auf und ging zu L in die Verbannung.<\/p>\n<p>Doch auch T hatte verloren. Die meisten ihrer Fans waren nun verschwunden. Sie hatten gesehen wie T, ohne einen Grund zu haben, B.L. fertig gemacht hatte, nur weil?ihr sein Vereinsheim nicht gefiel und sie sahen, dass T nicht nur dumm sondern auch b&ouml;se war. Au&szlig;erdem war nun bei T auch die Hemmschwelle gegen&uuml;ber den Fans gefallen. Fans die eine andere Gruppe &#8222;Toronto Herberge&#8220; mochten, wurden von ihr beschimpft. Wer es wagte, in ihrem Vereinsheim Reklamezettel zu verteilen, wurde von ihr gewatscht und herausgeschmissen. Das einzige, was ihre Fans nun von ihr zu sehen bekamen, war der t&auml;gliche Bericht in dem sie beschrieb wie sie Pl&auml;tzchen backt oder Musik h&ouml;rt. Einige wenige Fans pilgern jeden Tag zu diesem Zettel, doch das Vereinsheim ist nun leer. Die Presse und das Fernsehen interessieren sich schon lange nicht mehr f&uuml;r T. Doch sie glaubt sie w&auml;re ein Star, ganz im Gegensatz zu L, die nun eine Arbeit angenommen hat und gl&uuml;cklich und zufrieden bis an das Ende ihrer Tage lebt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich m&ouml;chte heute mal ein modernes M&auml;rchen erz&auml;hlen. Wie immer f&auml;ngt es an mit &#8222;Es war einmal&#8220;. Also: Es waren einmal zwei Freundinnen. Die Pechmarie Tina und die Goldmarie Linda. Weil ich recht schreibfaul bin, k&uuml;rze ich diese im folgenden mal mit T &amp; L ab. 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