{"id":10345,"date":"2014-08-03T13:20:32","date_gmt":"2014-08-03T11:20:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=10345"},"modified":"2014-08-03T13:20:32","modified_gmt":"2014-08-03T11:20:32","slug":"der-sonnensystemsimulator","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2014\/08\/03\/der-sonnensystemsimulator\/","title":{"rendered":"Der Sonnensystemsimulator"},"content":{"rendered":"<p>So, weil icch derzeit so viel um die Ohren hab, machen wir mal was neues: W&auml;hrend ich ein Programm entwickele, schreibe ich gleichzeitig die Hilfe und die erscheint hier im Blog. Das Programm kann noch nicht alles und ich habe noch einiges was ich dran &auml;ndern will, aber das was ich beschreibe geht schon \u00a0Rechnet also noch nicht mit einer endg&uuml;ltigen Fassung, sondern eher einer alpha. Das hei&szlig;t ja in Neudeutsch nicht mehr Alpha, sondern &#8222;Early Access&#8220; und zumindest Steam l&auml;sst isch das bei Jagged alliance flashback gut bezahlen.<\/p>\n<p>So nun zu meinem aktuellen Programm in der Arbeit: Dem Sonnensystemsimulator<!--more--><\/p>\n<p>Der Sonnensystem Simulator ist im allgemeinen ein Simulator der Gravitationswirkungen von N K&ouml;rpern untereinander. Auch wenn sie damit im Prinzip alles simulieren k&ouml;nnen, z.B. zahlreiche Protoplaneten oder Sterne in einem Sternhaufen, so ist es prinzipiell daf&uuml;r gedacht, das Sonnensystem oder K&ouml;rper darin zu simulieren. Sie k&ouml;nnen damit:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Sonnensystem wie es ist simulieren und Ver&auml;nderungen &uuml;ber Jahrtausende verfolgen<\/li>\n<li>Die Ver&auml;nderungen einzelner K&ouml;rper wie Asteroiden auf elliptischen Bahnen simulieren<\/li>\n<li>den Flug von Satelliten und Raumsonden verfolgen<\/li>\n<li>Was w&auml;re wenn Simulationen anstellen, z-.B.: was w&auml;re wenn wir ein Doppelsternsystem h&auml;tten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Fangen wir aber mal an mit der Bedienung. Der Downloadlink ist am Ende des Artikels.<\/p>\n<h2>Das Tutorial<\/h2>\n<p>In diesem Tutorial lernen sie die Benutzung des Sonnensystemsimulators kennen. Das erste was wir machen wollen, ist einfach mal das Sonnensystem simulieren.<\/p>\n<p>Gehen sie in den Punkt &#8222;<strong>Einstellungen<\/strong>&#8220; \u2192 &#8222;<strong>K&ouml;rper eingeben<\/strong>&#8220; und klicken sie dort auf &#8222;<strong>Planeten<\/strong>&#8222;. Damit nehmen sie die Bahndaten der Planeten und ihre Positionen Mitte Juli 2014 in die Liste der zu simulierenden K&ouml;rper aus. Klicken sie nun auf &#8222;Start&#8220; und nach einigen Minuten erhalten sie folgendes Bild:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left;\" src=\"\/img\/solarsystemsim-1.png\" alt=\"\" width=\"1071\" height=\"683\" \/>Das ist eine Simulation der Bahnen der Planeten f&uuml;r die n&auml;chste Million Tage, also rund 3000 Jahre. Die einzelnen Bahnen wurden &uuml;bereinander gelegt. Die Startzeitpunkte werden mit Kreuzen angezeigt. Wo sie nur einen d&uuml;nnen Strich sehen, hat sich die Bahn w&auml;hrend der Zeit nicht ge&auml;ndert, wo sie dagegen einen dicken Bogen sehen gab es Ver&auml;nderungen. In der Gesamt&uuml;bersicht ist dies vor allem Saturn der von Jupiter gest&ouml;rt wird. Im Ergebnisformular sehen sie die maximalen Schwankungen seiner Bahn w&auml;hrend des Beobachtungszeitraums:<\/p>\n<p>K&ouml;rper: Saturn<br \/>\nBahnextrema: 1.334.937.039.327,1 x 1.531.786.910.909,9 x 179,4<\/p>\n<p>Derzeit hat Saturn eine Bahn von 1338,28 x 1506,91 Millionen km. Sie wird also noch etwas exzentrischer. Der Einfluss Jupiters auf die inneren Planeten ist noch etwas gr&ouml;&szlig;er. Doch das sieht man nur, wenn man die Darstellung vergr&ouml;&szlig;ert, also auf das innere Sonnensystem fokussiert.<\/p>\n<p>Gehen sie dazu in &#8222;<strong>Einstellungen<\/strong>&#8220; \u2192 &#8222;<strong>Simulationseinstellungen<\/strong>&#8220; und &auml;ndern sie die <strong>Skalierung<\/strong>. Sie steht beim Start auf 5.000.000, sprich 5 Millionen Kilometer entsprechen einem Pixel auf dem Bildschirm. Damit ist die\u00a0 Erdumlaufbahn gerade einmal 60 Pixel im Durchmesser. &Auml;ndern sie es auf 500.000 ab. Damit vergr&ouml;&szlig;ern wir um den Faktor 10 (auf einem Monitor mit einer nutzbaren Fl&auml;che von 1920 x 1000 Pixeln zeigt das Bild nun einen Ausschnitt von 500 x 960 Millionen km, die Marsbahn hat einen Durchmesser von etwa 450 Millionen km).<\/p>\n<p>Klicken sie nun auf &#8222;<strong>Bild l&ouml;schen<\/strong>&#8220; und erneut auf &#8222;<strong>Start<\/strong>&#8222;. Sie erhalten nun folgendes Bild:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: right;\" src=\"\/img\/solarsystemsim-2.png\" alt=\"\" width=\"577\" height=\"543\" \/><\/p>\n<p>Deutlich wird, dass von den inneren Planeten vor allem Merkur und Mars gest&ouml;rt werden. (Braun und Rot gezeichnet). Merkur ist anf&auml;llig durch seine elliptische Umlaufbahn die ihn auch nahe an Erde und Venus bringt, Mars dadurch dass er Jupiter viel n&auml;her ist als jeder andere Planet.<\/p>\n<p>Man kann nat&uuml;rlich auch neue Himmelsk&ouml;rper zur simulation hinzunehmen. Gehen sie nochmals ins Men&uuml; &#8222;K<strong>&ouml;rper eingeben<\/strong>&#8220; und klicken sie zuerst auf &#8222;<strong>Alle l&ouml;schen<\/strong>&#8220; um die Daten zu l&ouml;schen (die Planeten haben sich ja bewegt). Dann erneut auf &#8222;<strong>Planeten<\/strong>&#8220; um die Planeten hinzuzunehmen, dann auf &#8222;<strong>Chiron<\/strong>&#8220; in der Liste &#8222;<strong>Vordefinierte Werte<\/strong>&#8220; (Liste ganz unten rechts) und &#8222;<strong>&Uuml;bernehmen<\/strong>&#8222;. Damit haben sie die Position- und Geschwindigkeitsdaten von Chiron in den oben befindlichen Eingabefeldern. Mittels &#8222;<strong>Anf&uuml;gen<\/strong>&#8220; wird er zum Datensatz hinzugenommen und taucht in der linken Liste der K&ouml;rer die verwendet werden unten auf.<\/p>\n<p>Die Skalierung m&uuml;ssen wir nun wieder anpassen, da Chiron ein Asteroid zwischen den Bahnen von Saturn und Uranus ist. Also &auml;ndern sie die Skalierung wieder auf 5e6 ab. Das Ergebnis einer Simulation sehen sie hier:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left;\" src=\"\/img\/solarsystemsim-3.png\" alt=\"\" width=\"906\" height=\"626\" \/>Die Bahn von Chiron wird nun massiv gest&ouml;rt, deutlich zu sehen an den unterschiedlichen Bahnb&ouml;gen. (hier als Punkte gezeichnet, man kann auch die Punkte verbinden lassen). Sehr deutlich ist auch, dass es keine langsamen Bahnver&auml;nderungen sind, sondern die Bahnen durch St&ouml;rungen sich schnell &auml;ndern k&ouml;nnen. Bis zu einem weiteren nahen Vorbeiflug an einem Planeten verbleibt Chiron dann in &auml;hnlichen Bahnen. So kommen mindestens drei &#8222;Familien&#8220; von Bahnen zustande. Wenn sie sich die Ergebnisse anzeigen (Men&uuml; Simulation), so f&auml;llt ihnen folgende Zeile auf:<\/p>\n<p>K&ouml;rper: Chiron<br \/>\nBahnextrema: 875.311.271,4 x 3.148.775.929,7 x 179,9<br \/>\nMinimale Distanz 24.509.113,4 zu Saturn<\/p>\n<p>Chiron hat sich (mindestens) einmal bis auf 24,5 Millionen km an Saturn gen&auml;hert und das erkl&auml;rt die ver&auml;nderten Bahnen.<\/p>\n<p>Man kann mit dem Sonnensystemsimulator aber auch nette &#8222;Was w&auml;re Wenn&#8220; Simulationen machen. So sagt die Theorie, dass Mehrfachsternensysteme nicht stabil sind. Das &uuml;berpr&uuml;fen wir nun mal experimentell mit dem Programm. Wir w&auml;hlen dazu in der ersten Liste links Saturn aus. Die Daten erscheinen nun oben in der Maske. Nun &auml;ndern wir die Masse von 5,6850E+26 auf 5,6850E+27 ab und klicken auf &#8222;<strong>Editieren<\/strong>&#8222;, damit werden sie als neue Werte f&uuml;r Saturn &uuml;bernommen und lassen die Simulation laufen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: right;\" src=\"\/img\/solarsystemsim-4.png\" alt=\"\" width=\"901\" height=\"603\" \/>Die h&ouml;here Masse hat nun gravierende Folgen auf Chiron. In meiner Simulation (es h&auml;ngt davon ab wo sie gestoppt haben) wird er nach wenigen Uml&auml;ufen auf eine extreme Ellipsenahn bef&ouml;rdert. Die Bahnen der anderen Planeten sind aber stabil. Doch bisher ist das kein Doppelsternsystem. Noch ist Saturn in dr Simulation gerade mal dreimal schwerer als Jupiter, also legen wir noch eine Schippe drauf und erh&ouml;hen die Masse auf 5,6850E+28 kg. Nun befindet sich Jupiter auf einer unregelm&auml;&szlig;igen Bahn und auch Uranus und Neptun haben keine kreisf&ouml;rmige Bahn mehr, wenn auch nicht stark gest&ouml;rt. F&uuml;r Jupiter ergeben sich nun folgende Bahndaten:<\/p>\n<p>K&ouml;rper: Jupiter<br \/>\nBahnextrema: 481.046.317,9 x 958.361.879,9 x 179,8<\/p>\n<p>Ein Doppelsternsystem ist das aber noch nicht, sondern eines mit einem &#8222;Super-Jupiter&#8220;, (etwa dreifache Jupitermasse) damit es ein Doppelsternsystem w&auml;re, m&uuml;sste Saturn mindestens 10% der Sonnenmasse haben, das sind 1,9E29 kg, also tragen wir das mal ein.<\/p>\n<p>Das Ergebnis ist drastisch &#8211; Jupiter wird nun teilweise innerhalb die Marsumlaufbahn gedr&auml;ngt und dann aus dem Sonnensystem herausgeworfen. Auch der Mars wird stark gest&ouml;rt, lediglich Merkur bis Erde sind so sonnennah, dass ihre Bahnen stabil sind. Wenn wir nun in der Simulation ein echtes Doppelsternsystem aus zwei gleichwertigen Sternen machen (das erste war eines aus Sonne und einem roten Zwergstern der nur 10% der Sonnenmasse hat), also die Masse nochmals auf 1,9e30 erh&ouml;hen dann kommen wir zum n&auml;chsten Bild bei dem nun auch Mars und Erde nach kurzer Zeit auf chaotischen Bahnen das Sonnensystem verlassen.<\/p>\n<p>Bei meiner Simulation bleiben am Ende nur noch die &auml;u&szlig;eren und innersten Planeten &uuml;brig. Die inneren sind zu nahe an der Sonne als dass sie der zehnmal weitere Saturn beeinflussen k&ouml;nnte die &auml;u&szlig;eren gelangen sehr bald auf noch weiter au&szlig;enliegende Bahnen die dann zumindest kurzzeitig stabil sind (ob sie es &uuml;ber Millionen Jahre sind ist eine andere Sache) weil sie weit entfernt von Sonne und Saturn sind, allerdings sind sie satrk gest&ouml;rt und verlaufen eher wie Korkenzieher.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/img\/solarsystemsim-7.png\" alt=\"\" width=\"869\" height=\"605\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/img\/solarsystemsim-5.png\" alt=\"\" width=\"902\" height=\"615\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/img\/solarsystemsim-6.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich kann man damit auch den Flug von Raumsonden simulieren. Wir wollen mal die Reise von Maven zum Mars simulieren. L&ouml;schen sie zuerst alle Daten (&#8222;<strong>Alle l&ouml;schen<\/strong>&#8222;) Geben sie dazu folgendes ein: (jeweils nach der Eingabe auf &#8222;<strong>Anf&uuml;gen klicken<\/strong>&#8222;).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/img\/maven-sim1.jpg\" alt=\"\" width=\"903\" height=\"465\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/img\/maven2-sim.jpg\" alt=\"\" width=\"903\" height=\"465\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/img\/maven3-sim.jpg\" alt=\"\" width=\"903\" height=\"465\" \/><\/p>\n<p>Es handelt sich um die Bahndaten von Mars und MAVEN am 2.8.2014. Nun m&uuml;ssen wir noch die Simulation feiner machen, denn wir wollen ja nicht &uuml;ber Jahrtausende simulieren, aber bei einem nahen Vorbeiflug schadet etwas mehr Genauigkeit nicht. &Auml;ndern sie in den Simulationseinstellungen die werte wie folgt ab:<\/p>\n<ul>\n<li>Dauer: 1000 Tage<\/li>\n<li>Intervall (Sekunden): 10 oder 1 (je nach Baujahr des Rechners)<\/li>\n<li>Plotten: 1 Tag<\/li>\n<li>Skalierung: 5e5 bis 1e6, je nach Monitorgr&ouml;&szlig;e.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es ist ganz geschickt, die Daten zuerst zu speichern, (<strong>Datei<\/strong> \u2192 <strong>Daten speichern<\/strong>) dann k&ouml;nnen sie bei falschen Eingaben in der Simulation zu ihnen zur&uuml;ckkehren.<\/p>\n<p>Wenn sie nun die Simulation starten erhalten sie folgendes Bild<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left;\" src=\"\/img\/solarsystemsim-8.png\" alt=\"\" width=\"705\" height=\"601\" \/>und folgende Ausgabe:<\/p>\n<p>K&ouml;rper: Sonne<br \/>\nBahnextrema: 0,0 x 0,0 x 0,0<br \/>\nMinimale Distanz 169.717.892,3 zu Maven<br \/>\nK&ouml;rper: Maven<br \/>\nBahnextrema: 169.717.892,3 x 230.676.520,9 x 177,2<br \/>\nMinimale Distanz 5.687,2 zu Mars<br \/>\nK&ouml;rper: Mars<br \/>\nBahnextrema: 207.219.260,8 x 249.496.420,9 x 180,0<br \/>\nMinimale Distanz 5.687,2 zu Maven<\/p>\n<p>Nach der Simulation w&auml;re MAVEN ohne Kurskorrektur in 5687 km Entfernung an Mars vorbeigeflogen. Mars hat die Bahn ge&auml;ndert, denn Maven gelangt anders als Mars nicht mehr zum Startpunkt zur&uuml;ck. Die Bahn verl&auml;uft nun etwas weiter au&szlig;en. Wenn sie die Einstellungen nicht wie oben beschrieben &auml;ndern, kommen sie auf eine etwas anderes Ergebnis, dann passiert Maven den Mars in nur 5605 km Entfernung, daf&uuml;r l&auml;uft die Simulation 100 bis 1000-mal schneller.<\/p>\n<p>So, und hier noch der Downloadlink:<\/p>\n<p><a href=\"\/download\/sonnensystemsimulator.zip\">Download <\/a>  <!--VG WORT Beginn--><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/a3a2ad30801348e4b49878a1194e5fce\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\n<!--CRC: 1d7c2798e65140c3ad1f1883dec9c088; --><br \/>\n<!--VG WORT Ende--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, weil icch derzeit so viel um die Ohren hab, machen wir mal was neues: W&auml;hrend ich ein Programm entwickele, schreibe ich gleichzeitig die Hilfe und die erscheint hier im Blog. 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