{"id":10576,"date":"2014-11-17T00:19:07","date_gmt":"2014-11-16T23:19:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=10576"},"modified":"2014-11-16T17:20:19","modified_gmt":"2014-11-16T16:20:19","slug":"die-loesung-fuer-ein-ueberfluessiges-problem-himmelskoerper-auf-denen-eine-sonde-mit-ionenantrieb-landen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2014\/11\/17\/die-loesung-fuer-ein-ueberfluessiges-problem-himmelskoerper-auf-denen-eine-sonde-mit-ionenantrieb-landen-kann\/","title":{"rendered":"Die L&ouml;sung f&uuml;r ein &uuml;berfl&uuml;ssiges Problem: Himmelsk&ouml;rper auf denen eine Sonde mit Ionenantrieb landen kann"},"content":{"rendered":"<p>Die Landung von <a href=\"\/philae.shtml\" target=\"_blank\">Philae <\/a>mit ihren zwei H&uuml;pfern zeigte, dass es nicht so einfach ist auf einem kleinen Himmelsk&ouml;rper mit geringer Gravitation zu landen. Auch die Landung von Hayabusa auf Itokawa war nicht erfolgrich. Es kamen zwar einige Staubteilchen durch den aufgewirbelten Staub in die R&uuml;ckkehrkapsel, aber die eigentliche Bodenprobengewinnung scheiterte. W&auml;hrend es also problematisch ist mit chemischen Antrieb abzubremsen und sich zu verankern w&auml;ren sie doch ein ideales Ziel f&uuml;r eine Sonde mit Ionenantrieb. Sie haben die geringen Sch&uuml;be die man braucht um dort zu navigieren ohne glaich &uuml;bers Ziel wortw&ouml;rtlich &#8222;hinauszuschie&szlig;en&#8220;.<\/p>\n<p>Ich m&ouml;chte heute mal berechnen wie gro&szlig; ein Himmelsk&ouml;rper sein muss, damit eine Raumsonde mit Ionenantrieb dort landen und wieder starten kann. Die Beziehungen sind sehr einfach:<\/p>\n<p>Die Gravitationskraft als Schwerebeschleunigung ist definiert nach :<!--more--><\/p>\n<p>g = M * G \/ r\u00b2<\/p>\n<p>M : Masse des Himmelsk&ouml;rpers in Kilogramm<\/p>\n<p>G: Gravitationskonstante 6,67&#215;10<sup>-11<\/sup> m\u00b3\/kg\/s\u00b2<\/p>\n<p>Die Beschleunigung mit der eine Raumsonde ist definiert nach:<\/p>\n<p>a = F \/ M1<\/p>\n<p>M1: Masse der Raumsonde in Kilogramm<\/p>\n<p>F: Kraft in Newton<\/p>\n<p>Damit die Raumsonde wenigstens schweben kann muss gelten: a = g also<\/p>\n<p>M * G \/ r\u00b2 = F \/ M1<\/p>\n<p>Das sind also vier unabh&auml;ngige Variablen. Wir k&ouml;nnen das aber reduzieren. Die Daten des Raumfahrzeugs stehen fest und k&ouml;nnen nicht ver&auml;ndert werden. Im folgenden Beispiel will ich Dawn als einzige Raumsonde die bisher Ionenantriebe als alleinigen Antrieb nutzte nehmen. Sie hat drei Triebwerke mit jeweils 0,092 N Schub. Die Masse ist variabel weil der Treibstoff verbraucht wird. Ich gehe im folgenden von 1000 kg aus, das liegt in der Mitte zwischen Trocken- und Startgewicht. So resultiert eine Beschleunigung von<\/p>\n<p>a = 3 * 0,092 kg\/m*s\u00b2\u00a0 \/ 1000 kg = 0.000276 m\/s\u00b2<\/p>\n<p>So sind schon mal zwei Variablen weg. Bleiben noch die Masse und der Radius sprich Abstand der Sonde vom Mittelpunkt. doch auch diese sind miteinander verzahnt, denn die Masse errechnet sich nach:<\/p>\n<p>M = V * Dichte<\/p>\n<p>V: Volumen in dm\u00b3.<\/p>\n<p>Die dichte des Himmelsk&ouml;rpers h&auml;ngt von dem Material ab. Die meisten K&ouml;rper aus Gestein haben eine Dichte von 2,2 bis 2,8. Ist viel Eisen oder andere schwere Elemente vorhanden so kann sie deutlich h&ouml;her sein. Das gilt auch bei gro&szlig;en Himmelsk&ouml;rper, wo der Druck der &auml;u&szlig;eren Schichten die inneren zusammenpresst. Besteht der K&ouml;rper vorwiegend aus Eis so liegt sie eher bei 1,0. Wir kennen inzwischen sogar einige mit einer dichte unter 1. Churymasov Geramisenko hat z.B. eine Dichte unter 1. (derzeit auf 0,4 gesch&auml;tzt), d&uuml;rfte also Hohlr&auml;ume enthalten.<\/p>\n<p>Das Volumen h&auml;ngt zumindest bei einem kugelf&ouml;rmigen Himmelsk&ouml;rper alleine vom Radius ab:<\/p>\n<p>V = 4\/3 Pi * r\u00b3<\/p>\n<p>Nehmen wir an der Himmelsk&ouml;rper w&auml;re kugelrund und einmal ein Asteroid (Dichte 2,3) und einmal ein Komet (Dichte 0,8) so ergeben sich:<\/p>\n<p>M<sub>Asteroid<\/sub> = 4\/3 Pi * r\u00b3 \/ 1000 * 2,3<\/p>\n<p>M<sub>Komet <\/sub>= 4\/3 Pi * r\u00b3 \/ 1000 * 0,8<\/p>\n<p>Der Umrechnungsfaktor von 1000 kommt daher weil wir sonst in Metern rechnen, das Volumen aber Dezimeter als Basis nutzt.<\/p>\n<p>0.000276 = 4\/3 Pi * r\u00b3 \/ 1000 * 0,8\u00a0 * G \/ r\u00b2<\/p>\n<p>Wenn wir den Wert f&uuml;r G einsetzen und Pi und die r\u00b2 rausk&uuml;rzen kommt man auf<\/p>\n<p>987,473 \/ Dichte = r<\/p>\n<p>Wir errechnen f&uuml;r Dichte = 0,8 einen Radius von 1243 m (das ist in etwa die Gr&ouml;&szlig;e des kleineren Teils von chury) und bei einer Dichte von 2,3 sind es 429 m. Das ist etwas gr&ouml;&szlig;er als der mittlere Durchmesser von Itokawa. Das bedeutet dass eine Raumsonde mit Ionenantrieb auf zwei Himmelsk&ouml;rpern die wir schon untersucht haben landen k&ouml;nnte und wieder nur mit diesem Antrieb abheben k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Drehen wir den Spie&szlig; um: Wir wollen auf Phobos landen (Masse 1,072 x 10<sup>16<\/sup> kg, minimaler Radius: 9.200 m) &#8211; welchen Schub braucht eine 1000 kg schwere Sonde?<\/p>\n<p>Nun wir errechnen f&uuml;r g = 0.00845 m\/s\u00b2. F w&auml;re dann 1000 * 0,00845 N = 8,45 N. Das w&auml;re derzeit mit heutigen Antrieben nicht zu schaffen. Die Energieversorgung f&uuml;r die Ionentriebwerke w&uuml;rde zu viel wiegen. Bei Verzicht auf spezifischem Impuls k&ouml;nnte man noch etwas herausholen, aber solange man nicht extrem leichtgewichtige Solarzellen entwickelt wird es wohl nichts mit einer Landung auf Phobos ohne chemischen Antrieb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Landung von Philae mit ihren zwei H&uuml;pfern zeigte, dass es nicht so einfach ist auf einem kleinen Himmelsk&ouml;rper mit geringer Gravitation zu landen. Auch die Landung von Hayabusa auf Itokawa war nicht erfolgrich. Es kamen zwar einige Staubteilchen durch den aufgewirbelten Staub in die R&uuml;ckkehrkapsel, aber die eigentliche Bodenprobengewinnung scheiterte. 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