{"id":1063,"date":"2006-06-28T12:16:55","date_gmt":"2006-06-28T10:16:55","guid":{"rendered":"http:\/\/bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=1063"},"modified":"2010-05-27T10:54:34","modified_gmt":"2010-05-27T08:54:34","slug":"wir-sind-alle-sternstaub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2006\/06\/28\/wir-sind-alle-sternstaub\/","title":{"rendered":"Wir sind alle Sternstaub"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/img\/elementhaeufigkeit-universum.gif\" border=\"0\" alt=\"Elementh&auml;ufigkeiten\" width=\"450\" height=\"380\" align=\"left\" \/>Vielleicht haben Sie es schon geh&ouml;rt :?Fast alle Elemente die wir heute kennen wurden in Sternen   erzeugt. Sie bestehen aus Sternenstaub, ich tue es und bestimmte Schmuckgegenst&auml;nde haben sogar noch eine   aufregendere Entstehungsgeschichte.<\/p>\n<p>Am Anfang war der Wasserstoff :?Er und etwas Helium wurden beim Urknall gebildet. Die ersten Sterne und auch   heute die meisten Sterne fusionieren Wasserstoff zu immer h&ouml;heren Elementen. Zuerst zu Helium dann Kohlenstoff,   Sauerstoff, Stickstoff, Fluor, Neon und Natrium. Dies macht auch unsere Sonne seit &uuml;ber 4 Milliarden Jahren. Aus den   oben genannten Elementen zusammen mit dem Wasserstoff bestehen wir zum gr&ouml;&szlig;ten Teil. Etwa 80-90 % unser K&ouml;rpermasse   besteht aus den Elementen Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Stickstoff.<\/p>\n<p>Irgendwann besteht ein Stern im innern aus lauter Schalen, wie eine Zwiebel. Im inneren eine Kugel aus den   schweren Elementen, mit Schalen aus den immer leichteren Elementen dar&uuml;ber und einer H&uuml;lle aus Wasserstoff. Nun ist   der Wasserstoff im inneren verbraucht und der Stern beginnt Helium zu verbrennen. Er bl&auml;ht sich auf, weil dies bei   h&ouml;heren Temperaturen geschieht. So entstehen noch schwerere Elemente bis hin zum Magnesium. Danach setzen   Fusionsprozesse mit immer k&uuml;rzeren Zeitskalen ein. Im Wasserstoffbrennen kann ein Stern Milliarden Jahre lang   bleiben, im Heliumbrennen noch 100 Millionen Jahre, doch bei den folgenden Prozessen reden wir von 100-10000 Jahre.   Der Grund:?Fusioniert wird nur ein Teil des Brennstoffs und zwar der im Kern wobei dessen Menge immer kleiner   wird. Und man bekommt immer weniger Energie aus dem Fusionsprozess w&auml;hrend die Temperatur die man braucht um ihn am   Leben zu erhalten immer mehr ansteigt. Die letzten Fusionsprozesse die im inneren von Sternen ablaufen erzeugen die   Elemente bis zum Eisen. Dass unsere Erde gr&ouml;&szlig;tenteils aus Eisen besteht ist also kein Zufall. In kleinen Mengen   entstehen als Nebenprodukte durch Neutoneneinfang und Zerfall die Elemente von Atommasse 63 bis 209 als   Abfallprodukte.<!--more--><\/p>\n<p>Die meisten Sterne verl&ouml;schen dann, sie sprengen die &auml;u&szlig;eren H&uuml;llen dabei ab und die dort befindlichen Elemente   werden an das interstellare Medium zur&uuml;ck gegeben, wo sie dann f&uuml;r neue Sterne und Planeten zur Verf&uuml;gung stehen.   Sehr gro&szlig;e, massereiche Sterne enden aber anders. Der Eisenkern kollabiert wenn die Fusionsreaktionen ausbleiben und   die &auml;u&szlig;ere H&uuml;lle st&uuml;rzt auf ihn. Dabei erhitzt sie sich so stark, dass es zu einer Vielzahl neuer Fusionsreaktionen   kommt, bei denen innerhalb k&uuml;rzester Zeit (Zeitskalen, Sekundenbruchteile bis Minuten) die restlichen Elemente   erzeugt werden.<\/p>\n<p>Wegen dieser kurzen Zeitspanne und weil es sehr wenige massereiche Sterne gibt sind diese Elemente im Universum   &auml;u&szlig;erst selten. Zwei dieser Elemente sind auch bei vielen Menschen beliebt, es sind die Elemente Gold und Platin. Ihr   hoher Preis resultiert aus der Tatsache, dass sie selten sind und ihre Seltenheit hat mit den wenigen   Sternexplosionen die es gibt (etwa 1 pro Jahrhundert in der Milchstra&szlig;e) zu tun. Also schauen sie sich mal ihren   Ring, Kette oder Brosche mal anders an :?Was sie tragen ist der Rest eines vor langer Zeit explodierten   Sterns.<\/p>\n<p>Die Diamanten haben dagegen haben eine profanere Entstehungsgeschichte. Diamanten sind nur eine Form des   Kohlenstoffs der bei jedem sterbenden Stern, auch bei kleinen Sternen in gro&szlig;en Mengen freigesetzt wird und auch in   den Sternen in gro&szlig;en Mengen gebildet wird. Kohlenstoff ist das sechsth&auml;ufigste Element im Universum. Auch auf der   Erde ist Kohlenstoff recht h&auml;ufig. Die Kreidefelsen in Dover, die Dolomiten ja jede Lebensform besteht aus   Kohlenstoff.<\/p>\n<p>Reiner Kohlenstoff ist Graphit, wenn sie noch mit Koks heizen, das ist relativ reiner Kohlenstoff. Warum sind dann   aber Diamanten so selten ??Nun es gibt zwei M&ouml;glichkeiten wie sich Kohlenstoffatome zusammenfinden k&ouml;nnen.   Einmal mit 3 starken Bindungen zu den Nachbarn, aber einer schwachen nach oben oder unten zu den n&auml;chsten Schichten.   Dies ist Graphit, die h&auml;ufigste Kohlenstoffform. Sie ist die thermodynamisch stabilste, d.h. wenn Kohlenstoff aus   seinen Verbindungen freigesetzt wird so entsteht immer Graphit. Graphit hat eine Dichte von 2.26 g\/cm?.<\/p>\n<p>Setzt man nun aber Graphit hohen Temperaturen und Druck aus so bewirkt die Temperatur, dass die Bindungen   schw&auml;cher werden und der Druck, dass der Graphit versucht ein kleineres Volumen einzunehmen. Das geht indem der   Kohlenstoff st&auml;rker Bindungen zwischen den Schichten aufbaut, wof&uuml;r er die Form der Elektronenwolke welche den Kern   jedes Atoms umgibt &auml;ndert. Dazu braucht man Energie, diese stammt aus der Temperatur.<\/p>\n<p>Bei 1500-1800 ?C und 53000-100.000 Bar Druck wandelt sich so Graphit in Diamant um, der mit 3.51 g\/cm? wesentlich   dichter ist. Auf der Erde gibt es diese Bedingungen im Erdmantel. Leider unerreichbar tief. Doch ab und zu wird   Gestein aus dem Erdmantel nach oben gedr&uuml;ckt und dann findet man eine Diamantader. Heute kann man auch mit beheizten   Hochdruckpressen diese Temperaturen und Dr&uuml;cke erzeugen und so synthetische Diamanten erzeugen.<\/p>\n<p>Entgegen der landl&auml;ufigen Meinung ist Diamant nicht die stabilere Modifikation des Kohlenstoffs. Erhitzt man ihn   auf &uuml;ber 1500 Grad Celsius so wandelt er sich wieder in Graphit um. Es ist die kinetisch stabilere Modifikation, d.h.   die Atombindungen sind st&auml;rker, wodurch auch die hohe H&auml;rte resultiert.<\/p>\n<p>Copyright des Bildes: <a href=\"http:\/\/www.astronomie.de\/\">Astronomie.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht haben Sie es schon geh&ouml;rt :?Fast alle Elemente die wir heute kennen wurden in Sternen erzeugt. Sie bestehen aus Sternenstaub, ich tue es und bestimmte Schmuckgegenst&auml;nde haben sogar noch eine aufregendere Entstehungsgeschichte. Am Anfang war der Wasserstoff :?Er und etwas Helium wurden beim Urknall gebildet. 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