{"id":10818,"date":"2015-02-27T11:04:45","date_gmt":"2015-02-27T10:04:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=10818"},"modified":"2015-02-27T11:05:45","modified_gmt":"2015-02-27T10:05:45","slug":"intel-bekommt-neue-konkurrenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2015\/02\/27\/intel-bekommt-neue-konkurrenz\/","title":{"rendered":"Intel bekommt neue Konkurrenz"},"content":{"rendered":"<p>Intel konnte sich fast ein Jahrzehnt ausruhen: Mit der <a href=\"\/Core-Mikroarchitektur.shtml\">Core-Mikroarchitektur<\/a> hatte man 2006\/7 den Erzrivalen AMD abgeh&auml;ngt. Dessen Marktanteil schrumpft seitdem laufend. Gleichzeitig gelang es durch immer stromsparende Prozessoren auch einen Fu&szlig; ins Segment der leichten Mobilger&auml;te zu fassen. Es gibt inzwischen Smartphones mit x86-Prozessoren und bei den Tabletts dominiert Intel sogar. Die Firma ruht sich nicht aus. Die derzeit in 14 nm gefertigten <a href=\"\/haswell.shtml\">Broadwell-Prozessoren<\/a> sind noch stromsparender als die 22 nm Generation und die n&auml;chste Generatio Skylake wird da sicher nicht schlechter sein. Inzwischen wildert Intel mit dem Galileo und Edison sogar im Arduino Markt. Kurzum: es l&auml;uft gut, die Ums&auml;tze sind konstant hoch und vor einem Quartal konnte man sogar den 15 Jahre alten Umsatzrekord brechen.<\/p>\n<p>Doch immer wenn es toll l&auml;uft, gibt es Konkurrenten die auch ein St&uuml;ck vom Kuchen abhaben wollen und in den letzten Monaten gab es zwei Ank&uuml;ndigungen die das Zeug haben, Intel in einigen Segmenten Marktanteile abzujagen. Die erste war die Ank&uuml;ndigung von ARM f&uuml;r einen Serverprozessor. ARM ist kein Prozessorhersteller, sondern entwickelt Prozessordesigns, die es dann an Hardwarehersteller verkauft, die diese dann meistens noch spezifisch anpassen z.B. bei Handys den Sende-\/Empfangsteil an die verwendete Funkfrequenz und Kodierungsstandard anpassen. ARM bietet mehrere Generationen an, in 32- oder 64 Bit Architektur und mit Taktfrequenzen von einigen Zehn bis &uuml;ber 1000 MHz, die von dem einfachen Mikrocontroller f&uuml;r integrierte Ger&auml;te bis hin zum Tablett-PC Prozessor alles abdecken. Selbst Intel war einmal ARM Lizenznehmer und fertigte die <a href=\"http:\/\/www.arm.com\/support\/university\/development-platforms\/strongarmxscale-development-platforms.php\">XScale Prozessoren<\/a>, das war zu einer Zeit als man selbst keine entsprechend stromsparenden Prozessoren im Portfolio hatte.<!--more--><\/p>\n<p>ARM hat einige besonders leistungsf&auml;hige Prozessoren schon f&uuml;er den <a href=\"http:\/\/armservers.com\/\">Servermarkt positioniert<\/a>. Bisher hat er aber wenig Erfolg gehabt. Der Hauptvorteil der ARM-Architektur ist dass sie viel st&auml;rker aufs Stromsparen ausgelegt ist als Intels Prozessoren, besonders die Serverprozessoren der Xeon Linie. Die Leistung hinkt dagegen deutlich den Xeons hinterher. In einem kompletten Server in dem auch Speicher, Chipsatz, Festplatte Strom schlucken, ist der Vorteil deutlich geringer und in der Disziplin Rechenleistung\/Watt konnte ARM nicht gegen Intel bestehen. Es gab einige Erfolge, die vor allem darauf beruhten, dass man mehr Prozessoren in eine H&ouml;heneinheit packen konnte und so pro Volumen mehr Rechenleistung erhielt, da man keine oder nur eine pasivre K&uuml;hlung brauchte.<\/p>\n<p>Nun gibt es einen zweiten Anlauf. ARM bringt eine neue Architektur auf den Markt die nur zum Teil auf der bisherigen ARM-Architektur beruht. Diese wurde in den fr&uuml;hen Achtzigern entwickelt und war urspr&uuml;nglich eine 32-Bit-Architektur, inzwischen gibt es auch einen 64 Bit Ableger. Der Befehlssatz wurde erweitert, doch im Prinzip k&ouml;nnte man immer noch die alten Programme aus den Achtzigern ausf&uuml;hren. Die neue setzt dies letzte ARM V8 Version ein, aber f&uuml;hrt eine neue (Web-ARM, WARM genannt) zus&auml;tzlich ein, die nur 16 Bit Breite hat. Sie nutzt eine Untermenge der ARM-Befehle, f&uuml;hrt aber neue ein, f&uuml;r die Verarbeitung von 8 und 16 Bit breiten Daten. Besonders auff&auml;llig sind die Stringbefehle, die man auch von der x86-Architektur kennt. ARM kannte als RISC-Architektur solche Spezialbefehle nicht. Die neue WARM Architektur verf&uuml;gt dagegen &uuml;ber Befehle um Speicherbl&ouml;cke zu kopieren, mit einem Wert zu &uuml;berschreiben und einen Speicherblock nach einem String zu durchsuchen. F&uuml;r den Datentyp String wurde das C++-Standardlib Format genutzt (vor dem String zwei Referenzfeldern mit L&auml;nge und Referenzz&auml;hler, nicht Nullterminiert).<\/p>\n<p>ARM will den gr&ouml;&szlig;ten Teil des Servermarktes anpeilen, das sind nicht Server die in Rechenzentren viel rechnen, sondern die Webserver, Internetknoten, aber auch die Server von gro&szlig;en Internetanbietern und Suchmaschinenbetreiber. F&uuml;r das Design will ARM z.B. Google, Facebook, Apple und Amazon konsultiert haben. 80% des Rechenzeit ihrer Server, das hat Google ver&ouml;ffentlich entf&auml;llt auf die Verarbeitung von Byte und 16-Bit Werten, vor allem Stringoperationen wie Verketten, Durchsuchen, Kopieren. Ein &auml;hnliches Bild gilt bei Webservern, dei statische HTML-Seiten ausliefern aber auch bei aktiven Seiten dominieren Datenbankabfragen, die letztendlich auch Stringverarbeitung bedeuten. Daher hat man die Architektur auf Unicode (16-Bit Breite) und Zeichenkettenverarbeitung optimiert. Da im englischsprachigen Bereich aber auch noch die Byteweise Verarbeitung dominiert beherrscht der Prozessor auch dies. Die Adressierung erfolgt byteweise.<\/p>\n<p>Doch damit alleine kann man sicher keinen Blumentopf gewinnen. Daher setzt ARM auf das schon verf&uuml;gbare<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/ARM-Architektur#Big.LITTLE-Konzept\"> Big-Little Konzept.<\/a> Dieses wurde f&uuml;r Mobilger&auml;te entworfen, um deren Batterielebensdauer zu erh&ouml;hen. Es wird ein sehr leistungsf&auml;higer Kern mit einem weniger leistungsf&auml;higeren kombiniert. Der erstere, mehr stromverbrauchende, kann bei geringer Last (z.B. telefonieren, MP3 Anh&ouml;ren komplett abgeschaltet werden. Wird er ben&ouml;tigt (Videos anschauen, Spielen) so kann er aktiviert werden. Hier kombiniert ARM allerdings einen 32 oder 64 Bit ARM Kern der neuesten Generation (v8) mit dem WARM (Web-ARM) 16 Bit Kern. Ein Die zerf&auml;llt in 4 Sektoren, die jeweils einen 64-Bit, zwei 32-Bit oder acht 16-Bit Kerne aufnehmen k&ouml;nnen. Der Hersteller kann so die Rechenleistung anpassen zwischen hoher Flie&szlig;komma und 32-Bit Integerperformance oder der schnellen Verarbeitung von Strings. Jede Sektion hat eigene Caches. Bei der WARM Sektion hat jeder Kern einen 32 KByte gro&szlig;en Codecache und einen gemeinsamen 2 MByte gro&szlig;en Datencache. Die Taktfrequenz ist auch unterschiedlich hoch. die WARM Kerne arbeiten mit 666, 800 oder 1066 MHz, den Standardfrequenzen f&uuml;r DDR3-RAM. Jede Sektion kann zwei DDR3- Kan&auml;le ansprechen, zusammen bei vier Sektionen also acht. Die ARM-V8 Kerne sind h&ouml;her getaktet und laufen mit 1,5 oder zweifachem Taktmultiplikator.<\/p>\n<p>Was neu erstellt werden muss ist sie Software. Der Befehlssatz der ARM-Architektur wurde um zwei Befehle erweitert die den Beginn von Codebl&ouml;cken f&uuml;r den WARM-Teil und dessen Ende signalisieren. Mindestens ein konventioneller ARM-Kern muss im Die vorhanden sein, da er aktiv ist wenn der Rechner startet. er beinhaltet auch den Cachecontroller der jeweils in die Caches die Codesgemente l&auml;dt die zu dem jeweiligen Befehlssatz geh&ouml;ren.<\/p>\n<p>ARM rechnet aufgrund der bisherigen Zusammenarbeit mit vielen Firmen damit einen signifikanten Anteil des Servermarktes zu erobern. Samsung und Qualcomm wollen im Fr&uuml;hling ernste Muster der WARM-Architektur ausliefern.<\/p>\n<p>Deutlich weniger wei&szlig; man von dem neuen Kooperationsprojekt von NVidia und Via. Via hat <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Centaur_Technology\">Centaur Technologies<\/a> &uuml;bernommen, den einzigen X86-Konkurrenten der nach AMD noch verblieben ist. Ihr Via Namo Prozessor konnte sich jedoch mangels Rechenleistung nie durchsetzen. Auch der neueste Chip, der <a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Admin\/Documents\/Websites\/bernd-leitenberger\/cde.wikipedia.org\/wiki\/VIA_Eden\">Via Eden<\/a> ist nicht der gro&szlig;e Renner. <a href=\"http:\/\/www.nvidia.de\/page\/home.html\"> NVidia<\/a> fertigt dagegen Grafikkarten deren pure Rechenleistung um ein vielfaches h&ouml;her ist als die der leistungsf&auml;higsten Intel-Prozessoren, deren Programmierung aber schwierig ist und besondere Bibliotheken ben&ouml;tigt. Via und NVidia wollen Ende des Jahres einen Prozessor vorstellen, der beides verbindet. Intern weist er sich als x86 Prozessor aus, intern verwendet er aber vom Via Eden nur die Bus-Interfache Unit, Speicherverwaltung und angeh&auml;ngte Einheiten wie den Prefetch. Der Befehlsdekoder &uuml;bersetzt die x86-Befehle dagegen in B&uuml;ndel von einfachen befehlen f&uuml;r die integrierte GPU welche die komplette Verarbeitung &uuml;bernimmt. Deren Zahl ist hje nach Geschwindigkeit variabel. Das kleinste Modell hat 64 Einheiten, bis zu 1024 sollen in der ersten Generation m&ouml;glich sein. Schon mit 64 Einheiten ist die noch namenlose CPU-GPU schneller als eine 6-Kern Core I7 CPU. Bei mehr als 256 Einheiten wil man auch die schnellsten Xeon CPUs abgeh&auml;ngt haben. Anvisierter Markt ist der von PCs, Notebooks, Tabletts. Hervorgehoben ist die breite Skalierbarkeit des Konzeptes. Anders eine zugesteckte Grafikkarte soll die neue CPU (noch ohne Namen) mehr Leistung auch in Alltagsaufgaben bringen.<\/p>\n<p>Ob dies klappt wird sich zeigen, bisher konnte Via n&auml;mlich alle Performanceversprechen ihrer Chips nicht einl&ouml;sen und die Programmierung von Grafikkarten-GPUs mit <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/CUDA\">CUDA<\/a> zeigte enorme Schwankungen in der nutzbaren Rechenleistung, stark abh&auml;ngig vom Problem aber auch der Datenstruktur.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/ae65d64757c942149a6e2da6d6af82d3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Intel konnte sich fast ein Jahrzehnt ausruhen: Mit der Core-Mikroarchitektur hatte man 2006\/7 den Erzrivalen AMD abgeh&auml;ngt. Dessen Marktanteil schrumpft seitdem laufend. Gleichzeitig gelang es durch immer stromsparende Prozessoren auch einen Fu&szlig; ins Segment der leichten Mobilger&auml;te zu fassen. 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