{"id":10909,"date":"2015-03-24T17:04:19","date_gmt":"2015-03-24T16:04:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=10909"},"modified":"2015-03-24T17:04:19","modified_gmt":"2015-03-24T16:04:19","slug":"konkurrenz-belebt-das-geschaeft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2015\/03\/24\/konkurrenz-belebt-das-geschaeft\/","title":{"rendered":"Konkurrenz belebt das Gesch&auml;ft"},"content":{"rendered":"<p>Diese Woche gab es zwei neue Bekanntmachungen von Vorschl&auml;gen f&uuml;r das CRS-2 Programm. Es gab ja schon die Bekanntgabe von Boeing sich mit einem <a href=\"http:\/\/spacenews.com\/boeing-offers-cst-100-for-iss-cargo-contract\/\">umgebauten CST-100<\/a> zu beteiligen. Die beiden neuen sind durchaus innovativer. Sierra Nevada will ihren Dream Chaser <a href=\"http:\/\/spaceflightnow.com\/2015\/03\/20\/sierra-nevada-proposes-allinone-solution-for-iss-resupply\/\">unbemannt einsetzen<\/a> und gegebenenfalls durch ein angedocktes, nicht wiederverwendbares Modul f&uuml;r sperrige Fracht erg&auml;nzen. Pro Flug sollen 5500 kg hoch und bis zu 1750 kg runter transportiert werden.<\/p>\n<p>Lockheed Martin hat das umgesetzt, was ich immer f&uuml;r das ATV vorschlug: Servicemodul und Druckmodul <a href=\"http:\/\/www.lockheedmartin.com\/us\/ssc\/crs2.html\">zu trennen<\/a>. Ein &#8222;Jupiter&#8220; genanntes Gef&auml;hrt wird im Orbit bleiben, ein reines Frachtmodul einfangen (wegen den CBM-Anschl&uuml;ssen nimmt man dazu einen Canadararm) und dann bei der Station abliefern. Beim Abtrennen wird dann nur das Cargomodul deorbitiert. Anders als bei Sierra Nevada kann man so nur 1750 kg M&uuml;ll entsorgen. Pro Flug wird diese L&ouml;sung 6500 kg transportieren. Die L&ouml;sung spart Geld, denn das Druckmodul ist der billigste Teil am Transporter.<!--more--><\/p>\n<p>Dies zeigt in positiver Weise wie Konkurrenz das Gesch&auml;ft belegt. Die NASA nimmt ja nur noch eine Transportleistung in Anspruch. Sie ist damit Kunde wie kommerzielle Satellitenbetreiber bei GTO-Satelliten. Wie die Firma ihr Transportvehikel baut und wie ihre Wirtschaftlichkeitsrechnung aussieht ist ihr &uuml;berlassen. Das f&uuml;hrt dann doch zu ganz unterschiedlichen L&ouml;sungen, je nachdem welche Vorarbeiten die Firma schon erledigt hat. Bei LM basiert das Jupitermodul auf den Erfahrungen und Komponenten f&uuml;r Raumsonden, Sierra Nevada nutzt nat&uuml;rlich ihren schon in der Entwicklung befindlichen Dreamchaser. Beide Konzepte versprechen eine Reduktion der Kosten durch Wiederverwendung.<\/p>\n<p>Die beiden schon bei CRS1 beteiligten Firmen Orbital und SpaceX k&ouml;nnen dagegenhalten auch wenn bei Orbital das Gef&auml;hrt nicht wiederverwendbar ist und bei SpaceX die Masse im Druckmodul begrenzt ist: sie m&uuml;ssen keine Entwicllungkosten zu ihren Services hinzurechnen, denn die Gef&auml;hrte existieren ja schon.<\/p>\n<p>Es wird interessant sein zu sehen wer das Rennen macht. CRS runde 2 ist f&uuml;r die Firmen attraktiver als CRS1, da die Transportmenge sich mehr als verdoppelt. (CRS1: 40 t von 2012 bis 2016, CRS 2: 15,5 bis 21 t pro Jahr) Gerade deswegen kann es sein, dass die CRS1-Anbieter schlechtere Karten haben, denn bei 15,5 bis 21 t Material pro Jahr m&uuml;sste man bei durchschnittlich 2 bis 2,5 t Nutzlast bei den Transportern von Orbital und SpaceX durch sehr viele Fl&uuml;ge durchf&uuml;hren. Das bedeutet eine hohe Arbeitsbelastung der Astronauten und Kontrollzentren. Bei SpaceX wird es problematisch die vielen Fl&uuml;ge ins Launchamnifest zu integrieren das jetzt ja schon gerammelt voll ist. Wenn die NASA dem treu bleiben will, was sie bei COTS als Ziel hatte, n&auml;mlich mehr Auswahl zu haben, so sollte sie nun neue Unternehmen f&ouml;rdern wie eben Sierra Nevada. Ich bef&uuml;rchte aber es werden die beiden etablierten Anbieter sein, denn die Zeit ist wie schon bei CRS1 knapp: 2017 m&uuml;sste der erste Anbieter starten, eine Entscheidung wird aber erst im Sommer erwartet. Etwas mehr als zwei Jahe sind arg knapp f&uuml;r Neuentwicklungen. Den Fehler hat man ja schon bei COTS\/CRS1 gemacht &#8211; man k&uuml;mmert sich um die Probleme viel zu sp&auml;t und diesmal gibt es kein ATV dass drei Jahre Verz&ouml;gerung bei den US-Anbietern auffangen kann.<\/p>\n<p>Interessant wird auch die Summe sein die die NASA f&uuml;r die Transporte zahlen will. Wie wir aus der Auseinandersetzung um weitere ATV-fl&uuml;ge wissen, sind der NASA zwei ATV Fl&uuml;ge drei Jahre ISS Betrieb wert, die sonst mit 450 Millionen Euro berechnet werden, also rund 32.000 \u20ac\/kg Fracht. Bei CRS1 zahlt sie ihren Unternehmen aber im Durchschnitt 87.500 $\/kg. Also Fracht ist mehr wert wenn sie von US-firmen transportiert wird, als von internationalen Partnern. Es w&auml;re ja nicht das erste Mal wo die NASA ungleiche Ma&szlig;st&auml;be anlegt.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/3219bf553b434e60b1cea998afe693c5\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche gab es zwei neue Bekanntmachungen von Vorschl&auml;gen f&uuml;r das CRS-2 Programm. Es gab ja schon die Bekanntgabe von Boeing sich mit einem umgebauten CST-100 zu beteiligen. Die beiden neuen sind durchaus innovativer. 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