{"id":11185,"date":"2015-07-05T18:34:44","date_gmt":"2015-07-05T16:34:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=11185"},"modified":"2015-07-05T18:36:33","modified_gmt":"2015-07-05T16:36:33","slug":"fuenf-tage-durch-die-hoelle-der-cross-plattformentwicklung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2015\/07\/05\/fuenf-tage-durch-die-hoelle-der-cross-plattformentwicklung\/","title":{"rendered":"F&uuml;nf Tage durch die H&ouml;lle der Cross-Plattformentwicklung"},"content":{"rendered":"<p>Am vorletzten Samstag bekam ich meine Bauteile f&uuml;r die Wetterstation und nach einigen Versuchen ging ich an die Entwicklung der Anwendung. Was folgte waren 5 Tage in der Cross-Plattform H&ouml;lle. Doch f&uuml;r alle die das Projekt nicht kennen hier nochmal die Daten:<\/p>\n<p>Es soll eine autonome Wetterstation sein, die regelm&auml;&szlig;ig Sensordaten abfragt und lokal in einer Datei ablegt, aber auch regelm&auml;&szlig;ig eine Seite in meiner <a href=\"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/wetterstation\/\">Webseite<\/a> aktualisiert. Das ist z.B. die <a href=\"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/wetterstation\/2015-07-05.shtml\">Seite f&uuml;r heute<\/a>. Das Projekt ist also nicht nur gedacht als reines Sensorabfragen und Aufbereiten auf dem PC &#8211; die Seiten werden von der Wetterstation erzeugt und derzeit alle 300 s aktualisiert.<\/p>\n<h3>Tag 1<\/h3>\n<p>Angesichts dessen, das es f&uuml;r die Bauteile von Tinkerforge Bindings f&uuml;r Delphi\/Lazarus gibt, war die Entscheidung f&uuml;r die Programmiersprache schnell gefallen. Delphi &#8222;spreche&#8220; ich seit 15 Jahren, Pascal seit fast 30. Lazarus gibt es als Compiler auch f&uuml;r den Raspberry. Der Weg erschien recht klar &#8211; erst mal die Anwendung in Delphi entwickeln, zumal ich den Lazarus Debugger als sehr absturzgef&auml;hrdet in Erinnerung habe, dann auf Lazarus &uuml;bertragen &#8211; hier sind Anpassungen n&ouml;tig, vor allem weil Lazarus keine eingebaute FTP-Bibliothek hat und die dazugekommene von Synapse andere Befehle haben.<\/p>\n<p>Das Delphi Projekt war in einem Tag fertig &#8211; es bestand aus einer kleinen visuellen Oberfl&auml;che, um die Erfassung zu starten und die Parameter (f&uuml;r grafische Ausgabe, FTP-Zugang, lokale Verzeichnisse und Dateien und die UID f&uuml;r die Messwert-Geber zu programmieren. Der eigentliche Teil, der die Daten gewinnt, war in einer nicht visuellen Unit ausgelagert, denn geplant war eine Konsolenapplikation &#8211; ich w&uuml;rde schlie&szlig;lich den Raspberry Pi nur f&uuml;r diesen Zweck einsetzen und dessen einzige beiden USB-Buchsen sind sch&ouml;n durch Wlan-Adapter und den Brick mit den Bricklets blockiert.<\/p>\n<p>Diese letztere wollte ich in Lazarus wiederverwenden, nur eben in einer Konsolenanwendung. Die Startparameter stehen in einer Einstellungsdatei, die beim Start gelesen wird &#8211; Sie &auml;ndern sich ja kaum noch, wenn das Projekt mal l&auml;uft.<!--more--><\/p>\n<h3>Tag 2:<\/h3>\n<p>Nun stand die Portierung auf Lazarus an, aber noch auf dem Windows PC. Da tauchten die ersten Probleme auf. Neben einigen Problemen der FTP-Anwendung die falsche Dateinamen &uuml;bermittelte, habe ich die meiste Zeit mit dem Timer mich rumge&auml;rgert. Der Timer ist eigentlich eine nicht visuelle Standard Komponente. Er ruft eine Prozedur periodisch auf. Dass Timer auch unter Windows ihre einschr&auml;nken haben, wei&szlig; ich seit ich sie vor 14 Jahren erstmals nutzte &#8211; sie taugen nicht f&uuml;r die Messungen von Zeilen die kleiner als 1\/18 s sind. Aber f&uuml;r mein Intervall von 1 s sollten sie keine Probleme aufwerfen &#8211; nur konnte ich keinen Timer in Lazarus starten wenn ich als Eigent&uuml;mer &#8222;Nil&#8220; f&uuml;r nichts angab. Bei Delphi ging dies problemlos. Der Eigent&uuml;mer muss aber eine Komponente sein,. Also ging ich einen anderen Weg und schrieb eine Abwendung die auf TCustomApplication basiert einem nicht grafischen Objekt, das akzeptierte der Timer auch bei Lazarus als Eigent&uuml;mer und dann lief das Programm &#8211; doch bis dahin war Tag 2 vorbei.<\/p>\n<h3>Tag 3:<\/h3>\n<p>Nun ging es an die &Uuml;bersetzung in Lazarus. Erneut gab es &Auml;nderungen, vor allem weil ein Standardpackage f&uuml;r PNG Dateien sich nicht beim Raspberry installieren konnte, schlie&szlig;lich band ich die Unit f&uuml;r PNG Dateien die ich als einzige brauchte manuell ein. Erneut gab es das Timerproblem. Egal was ich machte, er startete nicht. Schlie&szlig;lich versuchte ich andere M&ouml;glichkeiten. Anstatt einen Timer zu bem&uuml;hen machte ich in dem Hauptprogramm eine Endlosschleife mit &#8222;Sleep&#8220;, doch das war zu ungenau. Auf 10 s eingestellt zeigten die Protokollausgaben einen Aufruf nach mal 3, mal 5 und manchmal 7 s an &#8211; nur nicht nach 10 s. Also machte ich nach einigen Versuchern eine endlosschleife in der Form<\/p>\n<ul>\n<li>Hole die aktuelle Zeit<\/li>\n<li>Wenn 10 s seit dem letzten Protokollieren vergangen sind dann<\/li>\n<li>\u00a0\u00a0 Starte Messwerterfassung<\/li>\n<li>\u00a0\u00a0 Merke neue Zeit<\/li>\n<li>sonst mache nichts<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das erzeugt 100% Prozessorlast, bei Sleep waren es noch 10%. Aber es funktioniert. Dank der Langsamkeit des Raspberrys brauchet ich aber einen Tag f&uuml;r die &Auml;nderungen. Es reichte noch die Konsolenanwendung in den Autostart zu installieren. Langsam genug gings, denn Lazarus auf dem raspberry Pi l&auml;uft gef&uuml;hlt langsamer als Turbo Pascal unter CP\/M. Beim Kompilieren sowieso und beim Eintippen erscheint auch manchmal der Tastendruck erst nach 1-2 Sekunden.<\/p>\n<h3>Tag 4:<\/h3>\n<p>W&auml;hrend die Konsolenanwendung unter grafischer Oberfl&auml;che l&auml;uft tut sie es beim Autostart nach dem Booten nicht. Nach dem Umschalten auf den Start nur zur Shell ist klar warum &#8211; sie bem&auml;ngelt das sie nicht den X-Server kontaktieren kann. Ich verwende zwar keine grafische Oberfl&auml;che aber die Graphic Unit weil diese das TBitmap Objekt enth&auml;lt auf dem ich die Grafiken zeichne &#8211; ohne das geht es also nicht.\u00a0 Es n&uuml;tzt dann auch nichts das nach dem Starten der X-Server startet. Zwei Tage sp&auml;ter d&auml;mmerte mir das ich mir die folgenden zwei tage Arbeit h&auml;tte sparen k&ouml;nnen, wenn ich es dann gleich im LXDR Startmen&uuml; installiert h&auml;tte.<\/p>\n<p>Also zur&uuml;ck zum Anfang. Wenn ich nicht ohne X-Server auskomme, dann kann ich aus der Not eine Tugend machen. Ich schrieb eine grafische Anwendung &#8211; erst mal ein Lazarusklon der Delphi Anwendung, also mit Einstellungsm&ouml;glichkeiten. Dann &uuml;berlegte ich mir auch ob ich nicht gleich die Charts nehmen sollte die Bestandteil von Lazarus sind. Deren Bilder sehen viel besser aus. Ich muss mich nicht um Achsenskalierungen k&uuml;mmern etc. Zudem traute ich nun nicht mehr dem Timer &#8211; ich hatte bisher die Zeit nicht als Datenfeld gespeichert, sondern den Index aus der aktuellen Zeit abgeleitet &#8211; kein Problem wenn er eindeutig ist, doch nach dem Schwanken der Zeit bei Sleep mir doch zu riskant. Zudem entfallen so auch Werte die nicht gesetzt waren und die ich bisher kaschieren musste bei den Diagrammen (kamen bei Tests vor wenn der Computer in den Ruhezustand lief oder der Brick den Computer wechselte).<\/p>\n<p>Nach einem halben Tag war alles umgeschrieben und Tests &uuml;ber Stunden zeigten auch das es unter Windows stabil war, das war vorher meine Sorge. Als ich am Band das ganze neu kompilieren wollte &#8211; diesmal weil der Raspberry Pi zu langsam ist auf dem Modell 2, gab es schon beim Laden haufenweise Fehler. Der dort installierte Compiler der Version 0,935 kann mit den Einstellungen der Version 1.4 unter Windows nichts anfangen. Ich beschloss die neuste Version zu installieren. Die gibt es aber nicht als Paket, die muss man manuell aus den Quellen kompilieren. Inzwischen hatte ich bei &uuml;ber 30 Grad Au&szlig;entemperatur keine Lust mehr hin und her zu laufen und auf dem Raspberry Pi SSH aktiviert und einen VNC-Server installiert. Damit ging der Zugriff mit Putty, die Daten&uuml;bertragungen mit Winscp und ein Remote desktopzugriff. So konnte ich neben dem Erstellen des Lazarus Compilers noch anders tun.<\/p>\n<p>Danach herrschte Ern&uuml;chterung: Die Version 1.5 (also sogar noch um eine Version h&ouml;her als die unter Windows) lud die Quelltexte, kompilierte, beim Start gab es aber eine Schutzverletzung die auf das Chart zur&uuml;ckzuf&uuml;hren war. Damit reicht es es mir f&uuml;r heute.<\/p>\n<h3>Tag 5:<\/h3>\n<p>Also nochmals umschrieben, diesmal nun &uuml;ber Remote Desktop auf dem Pi2. Da bemerke ich rasch, dass alle Tasten &uuml;ber Alt-Gr nicht gehen. wer programmiert wei&szlig;: das betrifft die geschweiften und eckigen Klammern. H&auml;ufig verwendet f&uuml;r Kommentare und Feldkennzeichen. Also direkt an den Pi2 &#8211; dort gibt es dasselbe Problem. Es liegt definitiv am Compiler, denn in einem Texteditor kann man die Zeichen eingeben und es ist eine deutsche Tastaturbelegung, sonst h&auml;tte ich ja auf die Tasten ausweichen k&ouml;nnen wo sie im englischen Layout liegen. Nach etwas Arbeit ist der Code um die Charts bereinigt und l&auml;uft &#8211; zur Sicherheit l&auml;uft nun der Brick &uuml;ber Nacht mit dem Raspi 2 ,denn ich will sehen ob er wirklich funktioniert.<\/p>\n<h3>Tag 6:<\/h3>\n<p>Erster Blick morgens auf die Webseite &#8211; neuer Eintrag f&uuml;r den 5.7. wird angezeigt. Ein Klick &#8211; und tats&auml;chlich. Der Brick l&auml;uft noch. Man sieht den Sonnenuntergang und Aufgang an der Helligkeit, im Laufe des Tages erreicht sie einen Maximalwert und nimmt wieder ab, genauso wie die Luftfeuchtigkeit. Sie lag mal bei knapp 60% und ist nun bei 24 %. Also die Exe auf den Raspi 1 kopieren &#8211; der st&uuml;rzt sofort ab. Ob es &uuml;ber den Zwischenweg des Abspeichern unter einem Windows PC lag? Das muss ich noch kl&auml;ren, eigentlich m&uuml;sste doch eine Bin&auml;rdatei auch beim alten Raspi funktionieren. Also nochmals Quelltexte aufspielen, Eigenschaften l&ouml;schen die es im alten Compiler bei Editbuttons nicht gibt\u00a0 und kompilieren &#8211; noch ein Fehler weil der Raspi 1 keine deutsche Oberfl&auml;che hat, und das Komma als Zahlentrenner bei den schon erstellten Daten nicht akzeptiert &#8211; doch dann gehts. Und so l&auml;uft er seit heute morgen, die erste H&auml;lfte des Tags bis 8 Uhr hat der Raspi 2 protokolliert.<\/p>\n<p>&Auml;rgerlich ist, das kein Remote Desktop f&uuml;r den Raspi 1 funktioniert, auch Putty und WinSCP rei&szlig;en oft ab. Ich vermute das liegt an dem Mini-Wlan Stick, aber mein gr&ouml;&szlig;erer w&uuml;rde die zweite USB-buchs f&uuml;r die Bricks blockieren.<\/p>\n<h3>Tage 7 &#8211; \u221e<\/h3>\n<p>Wie geht&#8217;s weiter? Die Wetterstation ist auch als Detektor zu nutzen. Dreimal ging nachts der Druck auf enorm hohe Werte von 1173 mbar hoch &#8211; gleichzeitig stieg die gemessene Luftfeuchtigkeit an. Ich vermute meine Katzen haben untersucht was da rumbaumelt. Es leuchtet schlie&szlig;lich eine blaue LED. Ich habe noch morgens am sechsten tag eine Gl&auml;ttungsfunktion eingebaut, sonst gehen die normalen Druckschwankungen z.B. ganz unter. Die t&auml;glichen Grafiken sind nur der Anfang. Interessant ist nat&uuml;rlich eine Langzeitauswertung, also wie ver&auml;ndern sich Temperaturen, Belichtungsbedingungen etc. &uuml;ber ein Jahr oder mehrere Jahre. Doch das werde ich sicher nicht auf dem Raspberry erledigen. Dazu muss ich nur die erzeugten CSV-Dateien herunterladen.<\/p>\n<p>Aber ein paar Dinge kann ich noch im Raspi-Projekt ver&auml;nderten. Zuerst ist mal ein Temperatursensor bestellt. Ich habe mich f&uuml;r den teureren IR-Sensor entschieden wenn auch prim&auml;r weil die 0,5 Grrad des ersten mir zu grob waren. Der kann neben der Luft- auch die Temperatur eines Objektes messen, das w&auml;re bei mir auf dem Balkon der Boden oder die Hauswand.<\/p>\n<p>Das Barometer muss noch kalibriert werden. Der Brickviewer zeit eine H&ouml;he von 460 m an und der Aufdruck ist f&uuml;r ein Hoch das wir haben auch zu niedrig. An dem Parsen der HTML-Dateien kann man noch ein Paar Gedanken verschwenden auch ich denke ich werde die Ausgabe noch um eine Tagestatistik erg&auml;nzten wie detektierter Sonnenaufgang und Untergang, maximaler, minimaler Druck Temperatur und Luftfruchte und Durchschnittswerte. Das muss dann auch wieder der Pi erledigen.<\/p>\n<p>Auch die Erstellungskette will ich nochmal &uuml;berdenken. Ich habe mir mal CodeTyphon installiert, das ist eine Crossplattform Entwicklungsumgebung. Die Firma macht nicht viel Wind um das verschenkte Produkt: Dokumentation und Hilfe ist vor dem Kauf gleich Null. Das es n&uuml;tzlich sein k&ouml;nnte habe ich auch nur durch einen Foreneintrag gesehen. Es basiert auf Lazarus mit einigen Erweiterungen. Damit k&ouml;nnte ich unter Windows direkt Arm Code f&uuml;r den Pi erzeugen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/7148d26911c24211bc2848248d885c3e\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<p>Derzeit ist es mir zu aufwendig. Ohne die Laufenden Anpassungen und Funktioniert bei &#8222;Lazarus unter Windows , \u00a0aber unter auf dem Raspberry&#8220; Probleme h&auml;tte ich es in zwei tagen abschlie&szlig;en k&ouml;nnen anstatt in f&uuml;nf. Das isst definitiv zu umst&auml;ndlich und vor allem wenn man direkt an den Raspi 1 muss auch sehr sehr langwierig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am vorletzten Samstag bekam ich meine Bauteile f&uuml;r die Wetterstation und nach einigen Versuchen ging ich an die Entwicklung der Anwendung. Was folgte waren 5 Tage in der Cross-Plattform H&ouml;lle. 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