{"id":11221,"date":"2015-07-17T18:00:30","date_gmt":"2015-07-17T16:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=11221"},"modified":"2015-07-17T18:00:30","modified_gmt":"2015-07-17T16:00:30","slug":"tune-me-up-eine-bessere-kommunikation-im-kuiperguertel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2015\/07\/17\/tune-me-up-eine-bessere-kommunikation-im-kuiperguertel\/","title":{"rendered":"Tune me up &#8211; eine bessere Kommunikation im Kuiperg&uuml;rtel"},"content":{"rendered":"<p>Ein Grund warum man nach dem <a href=\"\/new-horizons4.shtml\">Vorbeiflug von New Horizons<\/a> so wenige Bilder von Pluto sieht, auch in den tagen vorher ist das Kommunikationssystem der Sonde. New Horizons hat eine Hauptantenne von 2,1 m Durchmesser und einen Sender von 12 Watt Leistung. Ihre Datenrate ist daher kleiner als die der Voyagers (3,66 m durchmessende Antenne, 23 Watt Sender). Je nach Quelle hat sie bei Pluto eine Datenrate von 1-2 KBit pro Sekunde. Komprimiert man nicht, so braucht ein LORRI Bild mit 8,368 MBit so &uuml;ber zwei Stunden zur &Uuml;bertragung, Das Datensystem wurde auf eine Datenrate von 600 Bit in 36 AE Entfernung ausgelegt. Verbesserungen im Bodennetzwerk seit der Entwicklung vor 12 Jahren Start lassen eine etwas h&ouml;here Datenrate zu.<\/p>\n<p>Die Sonde hat nur wenig Zeit die Objekte zu untersuchen. Pluto f&uuml;llt das Kamerafeld der Telekamera LORRI erst 469.000 km vor der Begegnung, das sind 9 1\/4 Stunden vor dem Vorbeiflug und bei der Farbkamera Ralph ist es sogar erst in 23.217 km Entfernung, das ist 13 Minuten vor dem Vorbeiflug der F&auml;ll. So arbeitet die Sonde seit dem 13.Juli ein Jahre vorher festgelegtes Messprogramm ab, das nach den Pl&auml;nen die ver&ouml;ffentlicht wurden, 107,8 GBit Messdaten erzeugt.<!--more--><\/p>\n<p>Um diese knapp 108 GBit zu &uuml;bertragen br&auml;uchte die Sonde ohne Komprimierung bei 1 KBit\/s rund 1247 Tage also mehr als ein Jahr. Da die Sonde nicht f&uuml;r diese Zeit die 70 m Antennen des DSN rund um die Uhr bekommt, wird man zuerst nur die Daten in niedriger Aufl&ouml;sung &#8222;Browse&#8220; abrufen und dann die Teile die man f&uuml;r interessant h&auml;lt in h&ouml;herer Aufl&ouml;sung. der Rest wird gar nicht mehr abgeholt.<\/p>\n<p>Eine h&ouml;here Datenrate ist w&uuml;nschenswert, wenn man an weitere Sonden ins &auml;u&szlig;ere Sonnensystem denkt. Andere Kuiperg&uuml;rtel Objekte (KBO) sind noch weiter entfernt, die Datenrate sinkt dann weiter ab und Instrumente k&ouml;nnen immer mehr Daten generieren. Die meisten Daten von New Horizons liefert LEISA das ist das Spektrometer von Ralph. Es liefert mit 82,5 von 107,8 GBit fast 80% der Datenmenge und das ist kein Zufall. LEISA ist ein abbildendes Spektrometer. Dieses funktioniert wie folgt: Das Licht passiert einen Eingangsschlitz der nur einen Spalt durchl&auml;sst. Ein Gitter oder Prisma f&auml;chert es senkrecht zum Schlitz auf und das Spektrum wird auf einem CCD-Chip aufgefangene. Der Inhalt eines Frames entspricht der r&auml;umlichen und spektralen Information einer Spalte. Bewegt man die Kamera, so erzeugt man aus vielen Spalten ein zweidimensionales Bild. Die Daten bilden aber einen Kubus. LEISA hat nur einen 256 x 256 Pixel gro&szlig;en Chip, doch ein Bild besteht aus 256 x 256 x 256 Messpunkten, also &uuml;ber 16 Millionen Einzelwerten. Dagegen hat die hochaufl&ouml;sende\u00a0 Kamera LORRI nur 1 Million Bildpunkte und die Farbkamera MVIS 25 Millionen &#8211; dort aber 25 Millionen Pixel, w&auml;hrend es bei LEISA nur 65.536 sind &#8211; aber man bekommt pro Pixel ein komplettes Spektrum.<\/p>\n<p>Klar ist das solche Instrumente erhebliche Datenengen generieren k&ouml;nnen und es gibt schon solche Spektrometern, die bei einer Aufnahme 2 Gigabyte an Daten generieren &#8211; mit acht dieser Aufnahmen w&auml;re der Speicher von New Horizons belegt. Kurzum man braucht eine h&ouml;here Sendleistung. Ich will mal in diesem Aufsatz die M&ouml;glichkeiten durchspielen die man hat diese zu erh&ouml;hen.<\/p>\n<h3>Verbesserung des Sendesystems der Sonde<\/h3>\n<p>Die offensichtlichste Verbesserung w&auml;re eine gr&ouml;&szlig;ere Sendeantenne und st&auml;rkere Sender. Das ist beides eine Gewichtsfrage. Die 4 m gro&szlig;e HGA von Cassini wiegt 105 kg. nimmt man an dass das Gewicht quadratisch mit dem Durchmesser ansteigt so sind das 76 kg mehr als bei der bestehenden Antenne &#8211; bei nur 416 kg Trockengewicht durchaus ein Faktor. Damit w&auml;re die Sonde zu schwer zum Starten gewesen. Besser sieht es bei entfaltbaren Antennen aus. Diese waren, nachdem man sie bei ATS-6 erprobte in den fr&uuml;hen Achtzigern zurrst en vogue. Die <a href=\"\/tdrsss.shtml\">TDRS Satelliten<\/a> und Galileo setzten entfaltbare Antennen ein, die aus Streben und einem Metallnetz &uuml;ber ihnen bestehen. Beim Start sind die Streben zusammengefaltet wie ein Regenschirm und nach dem Start werden sie entfaltet. Sie sind viel leichter die 4,8 m gro&szlig;en Antennen von TDRS und Galileo wiegen nur 24 kg, sind also f&uuml;nfmal leichter als die massiven Strukturen. Nachdem es bei <a href=\"\/galileo-mission1.shtml\">Galileo<\/a> nicht mit dem Entfalten klappte, hat man sie aufgegeben, obwohl man sp&auml;ter rausfand, die Ursache nicht in der Konstruktion sondern dem mehrfachen Fahren der Sonde\u00a0 per Truck und die dauernden St&ouml;&szlig;e zum Auslaufen von Schmiermittel f&uuml;hrten. Doch sie w&auml;ren eine Alternative. Als weiterer Vorteil ist der Durchmesser eine Antenne so nicht so stark begrenzt. Eine monolithische Antenne muss kleiner als die Nutzlastverkleidung sein. Da ist heute bei 4-4,5 m Durchmesser Schluss. Die entfaltbare Variante kann so gro&szlig; sein wie die Nutzlastverkleidung hoch ist &#8211; ATS 6 hatte eine mit 9,14 m Durchmesser die w&auml;re als starre Struktur nicht in die Verkleidung der Titan 3C (3,05 m) gegangen. Mit einer 4,8 m Faltantenne w&auml;re New Horizons nicht schwerer gewesen, aber die Datenrate um den Faktor 5,2 h&ouml;her.<\/p>\n<p>Bei der Sendeleistung gibt es bei Sonden in den Kuiperg&uuml;rtel ein Problem: Die Stromversorgung ist extrem teuer. Das Plutonium in den RTG sorgt daf&uuml;r dass 1 Watt mehr rund 250.000 bis 300.000 Dollar kosten. Immerhin hier h&auml;tte man st&auml;rkere Sender n&uuml;tzen k&ouml;nnen. New Horizons hat einen Spitzenstromverbrauch von 182 Watt, die Sonde hat aber wenn sie Pluto erreicht noch 202 Watt Leistung. Bei den 35 Watt Eingangsleistung der Verst&auml;rkerr&ouml;hren w&auml;ren 20 Watt mehr rund 57% mehr Sendeleistung und auch entsprechend mehr Daten. Man kann dies auch noch weiter optimieren. De Faktor wird die Sonde au&szlig;er an wenigen Tagen rund um den 14.7 niemals 24 Stunden Support vom DSN bekommen. Normal d&uuml;rften 4-8 Stunden pro Tag sein, schlie&szlig;lich gibt es noch einige aktive Raumsonden mehr. Warum nimmt man nicht st&auml;rkere Sender und speichert die von ihnen ben&ouml;tigte Leistung in einer Batterie zwischen? Bei 8 Stunden pro Tag kann man mit einer dreifach h&ouml;heren Datenrate senden weil man dreimal st&auml;rkere Sender betreiben kann. Die Gesamtdatenmenge pro 24 Stunden ist nicht gr&ouml;&szlig;er &#8211; aber nur wenn die Sonde auch 24 Stunden Betreuung bekommt. Bei weniger Stunden ist der Gewinn da. Um die maximal 16 x 35 Watt zu speichern braucht man bei handels&uuml;blichen Akkus nur eine 3-4 kg schwere Batterie. Selbst bei Teilentladung sind es sicher nicht mehr als 10 kg Mehrgewicht &#8211; verschmerzbar.<\/p>\n<p>Der offensichtlichste Gewinn\u00a0 ist der &Uuml;bergang ins K-Band. Als die NASA die ersten Raumsonden losschickte, funkten die im L-Band bei 960 MHz. Die Datenraten lagen dann bei einigen Bit pro Sekunde bei Venus und Mars. Mitte der Sechziger Jahre ging man auf das S-Band &uuml;ber und sandte bei 2.2 GHz die Daten. Nun waren schon von Venus und Mars Datenraten von einigen Kilobit pro Sekunde m&ouml;glich. Zehn Jahre sp&auml;ter f&uuml;hrte Voyager das X-Band ein, gesendet wird bei 8,4 GHz. Das ist bis heute der Standard. W&auml;hrend man bei den vorherigen &Uuml;berg&auml;ngen immer sehr schnell das alte Band ausmusterte oder nur noch Reserve diente, ist nach &uuml;ber einem Jahrzehnt das K-Band noch immer im Probebetrieb. Hier senden die Sonden bei 30 GHz.<\/p>\n<p>Es gibt Gr&uuml;nde f&uuml;r h&ouml;here Frequenzb&auml;nder: Je h&ouml;her ein Band ist desto kleiner ist der &Ouml;ffnungswinkel der Antenne, d.h. die Sendeleistung verteilt sich auf eine kleinere Fl&auml;che wodurch die Datenrate steigt (jedes Bit braucht eine gewisse Anzahl an Photonen, damit man es vom Hintergrundrauschen unterscheiden kann). Der Zusammenhang ist einfach: doppelte Frequenz = vierfache Datenrate: quadratischer Anstieg. Beim MRO erh&auml;lt man dieselbe Datenrate mit 100 Watt im X-Band wie mit 35 Watt im Ka-Band. Dabei ist die Datenrate fest, auf der Erde ist das Signal aber um 5,7 db st&auml;rker, was bei gleicher Signalst&auml;rke der 3,7-fachen datenrate entspricht. Die Erfahrungen beim MRO &uuml;ber mehrere Jahre ergeben einen Gewinn um den Faktor 4,3 gegen&uuml;ber dem X-Band bei gleicher Antenne und Sendest&auml;rke. Theoretisch w&auml;ren es der Faktor 14,5. Doch das Ka-Band bei 32 GHz wird viel st&auml;rker vom Wetter beeinflusst. So ist das X-Band zu 97% verf&uuml;gbar, das Ka-Band nur zu 80%.Wasserdampf und andere Faktoren schwachen auch das Signal ab.\u00a0 Doch bei einer Sonde die sowieso alle Daten gespeichert hat wie New Horizons w&auml;re es kein Problem einfach die durch Regen oder Wasserdampf verlorenen Daten erneut zu &uuml;bertragen. Mit Sendern im Ka-Band k&ouml;nnte New Horizons die vierfache Datenrate &uuml;bertragen. Offen ist, ob man sie mit den entfaltbaren Antennen kombinieren kann. Denn die Genauigkeit mit der die Form des Netzes sich der Parabelform n&auml;hert, steigt auch an. Die Antennen von TDRS und Galileo waren f&uuml;r den X-Band ausgelegt. Im Ka-Band m&uuml;ssen die Abweichungen viermal kleiner sein.<\/p>\n<p>Theoretisch kann man nat&uuml;rlich zu noch h&ouml;heren Frequenzen &uuml;bergehen, doch dann absorbiert auch trockene Luft die Signale, nicht nur Wasserdampf oder Wolken. Es gibt TWTA Verst&auml;rker, die Standard Sender&ouml;hren von Satelliten bis 60 MHz und das h&ouml;chste Frequenzband das praktisch genutzt wird ist das 98 GHz Band (Wetterradar, Mikrowellen-Strahlenkanonen). Um dieses bei Raumsonden zu nutzen, m&uuml;sste man einen Satelliten mit Antenne <a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Admin\/Documents\/Websites\/bernd-leitenberger\/dsn-satellit.shtml\">in einem Orbit stationieren<\/a>. Auf der Erde w&uuml;rde die Atmosph&auml;re das Signal schlucken. Dann wird aber eine Empfangsstation schon sehr teuer.<\/p>\n<h3>Laserkommunikation<\/h3>\n<p>Fast noch l&auml;nger als das Ka-Band erprobt man die Laserkommunikation. Theoretisch ist das der &Uuml;bergang von einem Frequenzband von einigen GHz auf eines bei 200.000 GHz. Bedenkt man das eine Verdopplung der Frequenz die Datenrate vervierfacht so ist klar dass man so viel mehr Daten &uuml;bertragen k&ouml;nnte. zudem ist die verf&uuml;gbare Bandbreite dort enorm gro&szlig;. Gesandt wird derzeit nicht im visuellen Bereich sondern bei 1,5 Mikrometern im nahen Infrarot. Laserkommunikation wird seit 2001 zwischen Artemis und SPOT-Erdbeobachtungssatelliten erprobt. Weitere Experimente sind seitdem gefolgt. das Experiment OPALS an Bord der ISS kann in 3,5 s 175 GBit zur Erde &uuml;bertragen. Das europ&auml;ische Data Relay System wird 1,8 GBit\/s &uuml;ber 45.000 km &uuml;bertragen k&ouml;nnen. Die entfernteste Kommunikation erfolgte bisher durch LADEE: 622 MBit aus 390.000 km Entfernung.<\/p>\n<p>Das klingt zuerst toll, doch wenn das Signal quadratisch abnimmt mit der Entfernung wie bei Radiosignalen, so w&uuml;rde die Datenrate in 36 AE Entfernung nur noch 3,3 Bit\/s betragen &#8211; also ein Bruchteil der Datenrate die New Horizons heute hat. Dabei hat dieses Experiment einen Stromverrauch von 136,5 Watt bei nur 0,5 Watt Sendeleistung. Das Gewicht von 29,5 kg ist dagegen vergleichbar mit dem Sendesystem von New Horizons. Warum dieser enorme Unterschied? Nun weil man unterschiedliche Dinge vergleicht: Die bisherige Laserkommunikation fand aus kurzen Distanzen aus verschiedenen Erdorbits zur Erde oder anderen Satelliten bis maximal Mondentfernung statt. Hier sind die Empf&auml;nger klein und m&uuml;ssen wegen der geringen Entfernung nicht mit einem schwachen Signal k&auml;mpfen.. Ein Kommunikationssatellit kann heute eine kleine 60 cm Hausantenne mit 100 MBit\/s aus dem geostation&auml;ren Orbit versorgen &#8211; w&auml;re er 100-mal n&auml;her auf der Bahnh&ouml;he der ISS so w&auml;ren es theoretisch 1000 GBit\/s, doch das geht nicht. Hier limitieren sowohl die Transponder die nicht die ben&ouml;tigte Bandbreite haben. wie auch die Funkregularien die Datenmenge. Man bekommt im C,X oder Ka Band maximal einen 30 bis 50 MHz gro&szlig;en Frequenzbereich zugewiesen und in diesem Bereich kann heute etwa pro MHz 3\u00a0 bis 4 MBit &uuml;bertragen. Nur im Bereich des Lichts gibt es wegen der viel h&ouml;heren Frequenz den ben&ouml;tigten freien Frequenzbereich,.<\/p>\n<p>Dagegen arbeiten die 35 und 70 m Antennen der Deep Space Networks mit extrem rauscharmen Empf&auml;ngern, die aufwendig gek&uuml;hlt werden. Sie sind ausgelegt, Signale gerade noch &uuml;ber dem Hintergrundrauschen zu detektieren ohne allzu viele St&ouml;rbits zu generieren. Zudem sind die Empfangsantenenn f&uuml;r Raumsonden um eine Gr&ouml;&szlig;enordnung gr&ouml;&szlig;er als die f&uuml;r Erdsatelliten.<\/p>\n<p>Aber auch die Laserkommunikation ist verbesserbar. Empf&auml;nger bei LADEE sind 4 kleine Teleskope mit nur 40 cm Durchmesser. W&uuml;rde man hier zu einem Gro&szlig;teleskop &uuml;bergehen, so w&uuml;rde man nat&uuml;rlich viel mehr Daten &uuml;bertragen. Da man mit dem Teleskop keine Bilder macht, w&uuml;rde es reichen, wenn man nur die Empfangsleistung in einem relativ gro&szlig;en Brennpunkt b&uuml;ndelt. Daf&uuml;r reichen sph&auml;rische Spiegel und eine einfache azimutale Montierung. Man sch&auml;tzt die Kosten eines solche Teleskops nur als Empf&auml;nger viel kleiner als die eines astronomischen Teleskops ein.<\/p>\n<p>F&uuml;r den Mars Communication Orbiter hat man die Daten eines solchen Laserterminals errechnet:<\/p>\n<ul>\n<li>Teleskopdurchmesser Marssonde: 30 cm<\/li>\n<li>Sendeleistung 5 Watt Laser bei 1,06 \u00b5m Wellenl&auml;nge<\/li>\n<li>Datenrate: 1 MBit in 2,4 AE Entfernung, 80 MBit in 0,67 AE Entfernung<\/li>\n<li>Empf&auml;nger: 5 m Hale Teleskop<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das klingt ganz toll, doch einige Megabit\/s erreicht auch der derzeitige Mars Orbiter MRO im Ka-Band und sie nimmt dort mit der Entfernung nicht so stark ab. W&uuml;rde man den Wert von 2,4 AE auf 36 AE herunterskalieren, so w&uuml;rden immerhin noch 4400 Bit\/s (unter der Annahme einer quadratischen Abnahme der Datenrate mit der Entfernung wie bei Radiosignalen).<\/p>\n<p>Allerdings hat diese Methode noch Zukunft. Bisher hat man fast nichts in die Bodenterminals investiert. Es sind kleine Teleskope. F&uuml;r das obige Mars Laser Communication Demonstration Terminal (MLCDT) h&auml;tte man das 5 m Haleteleskop genutzt, das durch das Streulicht der St&auml;dte in der Umgebung f&uuml;r astronomische Beobachtungen weitgehend unbrauchbar wurde. Es kostet nichts, ex existiert schon. Dagegen sind die Antennen des Deep Space Networks teuer und auch ihr Betrieb ist teuer. Die zweite 35 m Antenne der ESA in Spanien hatte Baukosten von 30 Millionen Euro. W&uuml;rde man so viel Geld in ein nur f&uuml;r den Zweck der Daten&uuml;bertragung ausgelegtes Teleskop investieren man bek&auml;me wohl einen 6-8 m Teleskop in der vereinfachten nur f&uuml;r die Datengewinnung ben&ouml;tigten sph&auml;rischen Bauweise. Noch mehr Potential scheint das Koppeln vieler kleiner Teleskope zu bieten. Bei Radiosignalen wird dies schon getan und auch bei LADEE koppelt man vier Teleskope. Dies war eine Alternative f&uuml;r das MLCDT. Teleskope bis 1 m Gr&ouml;&szlig;e werden serienm&auml;&szlig;ig hergestellt und sind bezahlbar. (etwa 100.000 Dollar f&uuml;r ein 1 m Teleskop. F&uuml;r die 30 Millionen Euro bek&auml;me man also rund 300 dieser Teleskope die genauso viel Sammelfl&auml;che wie ein 17 m Teleskop h&auml;tten (in der Praxis gibt es nat&uuml;rlich noch andere Kosten f&uuml;r Nachf&uuml;hren, Detektoren, Geb&auml;ude, Stromversorgung etc., doch selbst wenn diese die H&auml;lfte ausmachen, so w&uuml;rden sie genauso viel Sammelfl&auml;che wie ein 13 m Teleskop haben. Verglichen mit dem 5 m Hale Teleskop w&auml;re das die 6,7-fache Datenrate.<\/p>\n<p>Was relativ gut klappt ist das man die Signale auch bei Tag detektieren kann, nur nahe der Sonne gibt es Probleme, doch die haben auch Radiosignale. Bei Raumsonden hat man es daf&uuml;r einfacher als von Satelliten Daten abzurufen &#8211; erdnahe Satelliten ziehen sehr schnell &uuml;ber den Horizont und ihr Signal leuchtet auf der Erde nur einen kleinen Fleck aus. Sowohl beim Satelliten wie auch der Empfangsstation braucht man daher eine sehr genaue Nachf&uuml;hrung. Dagegen w&uuml;rde sich eine Raumsonde nur langsam &uuml;ber den Himmel bewegen und ihr Signal w&uuml;rde aus der gro&szlig;en Entfernung &uuml;berall auf der Erde empfangbar sein.<\/p>\n<p>Da Laserkommunikation immer mehr bei Satelliten eingesetzt wird so bei geplanten Konstellationen im niedrigen Erdorbit zur Intersatellitenkommunikation ist allerdings damit zu rechnen, dass sie &uuml;ber kurz oder lang auch eine Praxisreife erreicht die sei zu einer Alternative zur Radiokommunikation bei Raumsonden macht.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/dbadaa33bb734cedb6376b9cee669166\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Grund warum man nach dem Vorbeiflug von New Horizons so wenige Bilder von Pluto sieht, auch in den tagen vorher ist das Kommunikationssystem der Sonde. New Horizons hat eine Hauptantenne von 2,1 m Durchmesser und einen Sender von 12 Watt Leistung. 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