{"id":11226,"date":"2015-07-26T22:25:49","date_gmt":"2015-07-26T20:25:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=11226"},"modified":"2015-07-26T22:26:22","modified_gmt":"2015-07-26T20:26:22","slug":"die-fsfa-app","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2015\/07\/26\/die-fsfa-app\/","title":{"rendered":"Die FSFA-App"},"content":{"rendered":"<p>Heute nun erneut eine Schlagzeile aus der Zukunft, gewonnen mit dem <a href=\"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2015\/06\/22\/der-temporalfluxkompensator\/\">Temporalfluxkompensator<\/a>. Die Schlagzeile heute stamme von 13.8.2017. An diesem Tag gibt es wenig neues, so konnte Minister Dobrin mit einer Pressekonferenz in die Nachrichten kommen. er feiert nach einem Jahr den Erfolg der FSFA-App. FSFA steht f&uuml;r <strong>f<\/strong>reie <strong>S<\/strong>tra&szlig;en <strong>f<\/strong>&uuml;r <strong>A<\/strong>lle. Die App entstand schon Ende 2015 stand aber zuerst in der Kritik. Das Bundesverkehrsministerium lancierte die App als Folge zahlreicher Beschwerden der Kommunen. Von dem Paket f&uuml;r den Stra&szlig;enausbau, das im Juni 2015 beschlossen wurde haben die Gemeinden nichts, denn damit werden nur Stra&szlig;en des Bundes saniert also Bundesstra&szlig;en und Autobahnen. Wo es aber wirklich hapert ist in den Gemeinden. Dort sind die Stra&szlig;en in einem oft erb&auml;rmlichen Zustand. Sie werden immer wieder aufgerissen f&uuml;r neue Leitungen oder Reparaturen an alten Wasserleitungen die nun fast &uuml;berall &uuml;ber 100 Jahre alt sind und gro&szlig;fl&auml;chig erneuert und repartiert werden. Das Streuen von Salz vergr&ouml;&szlig;ert die Stra&szlig;ensch&auml;den und sorgen f&uuml;r zahllose Schlagl&ouml;cher die viele Gemeinden nicht einmal mehr stopfen, sondern sich nur noch auf die gro&szlig;en Schlagl&ouml;cher konzentrieren. Eine Werbeaktion wie in den USA wo Konzerne die Beseitigung der Schlagl&ouml;cher sponsern und daf&uuml;r ihr Logo aufmalen \/siehe Bild unten) ist bei uns nicht denkbar. Manche Gemeinden sind dazu &uuml;bergangen die Anwohner an den Kosten zu beteiligen sodass diese f&uuml;r die Sanierung der Stra&szlig;en vor ihrem Haus aufkommen m&uuml;ssen.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft\" src=\"http:\/\/www.berliner-kurier.de\/image\/view\/2012\/1\/23\/11697832,9563690,highRes,kfc24.2.jpg\" alt=\"Copyright des Bildes: Berliner Kurier\" width=\"480\" height=\"396\" \/>Die FSFA-App war eine Idee des Bundes die klammen Kassen der Kommunen aufzubessern ohne selbst Geld abzugeben. B&uuml;rger sollten Verst&ouml;&szlig;e gegen die Stra&szlig;enverkehrsordnung &uuml;ber die App melden k&ouml;nnen und ein Beweisfoto mit &uuml;bermitteln. Ein zentraler Server sammelt die Daten und leitet sie an die &ouml;rtlichen Ordnungs&auml;mter weiter. Dort kann nun ein Mitarbeiter viel mehr F&auml;lle bearbeiten als einer der vor Ort die Stra&szlig;en abl&auml;uft und Verkehrss&uuml;nder aufschreibt. Das sp&uuml;lt Geld in die Kassen, vor allem durch die zahlreichen Parkverst&ouml;&szlig;e &#8211; da es immer mehr Autos, gibt aber die Zahl der Stellpl&auml;tze gleich bleibt, sind immer mehr Stra&szlig;en zugeparkt und viele Parker scheren sich nicht um Parkverbote. Aber auch andere Verst&ouml;&szlig;e f&uuml;r die ein Beweisfoto ausreicht k&ouml;nnen bearbeitet werden wie Fahren in eine Einbahnstra&szlig;e in der falschen Richtung oder &uuml;berfahren eines Kreisels (die werden oft nicht mehr als\u00a0 Hindernis ausgef&uuml;hrt sondern nur noch als Bodenmarkierung).<\/p>\n<p>Die erste Version wurde bald kritisiert, weil die App zahlreiche pers&ouml;nliche Daten &uuml;bermittelte wie den Namen der Person welche den Versto&szlig; meldete. Zudem war sie f&uuml;r die Benutzer umst&auml;ndlich zu bedienen. Sie mussten vier Felder mit Angaben ausf&uuml;llen da sich die app an den Formularen der Ordnungskr&auml;fte orientierte. Der ADAC prozessierte und bekam in der ersten Instanz recht. Zwar konnte der Automobilclub nichts gegen die App an sich machen. Das Nutzen von B&uuml;rgerhinweisen ist rechtens und es gibt keine Handhabe dagegen, aber die unverschl&uuml;sselte &Uuml;bertragung der Daten und die pers&ouml;nlichen Daten widersprachen dem Datenschutzgesetz. Das war am 16.7.2016. Das Urteil fiel damit in die Sommerpause und Dobrin delegierte die Aufgabe die App datenschutzkonform zu machen an seinen Staatssekret&auml;r. Der wollte in den Urlaub und verteilte die aufgaben weiter an seine drei Mitarbeiter. Doch auch diese gingen bald darauf in die Ferien und so landete die Aufgabe eine neue App schreiben zu lassen bei der Sekret&auml;rin. Diese bar jeder Kenntnis, wer so was erstellen kann kam auf die Idee die einzige Organisation damit zu betreuen, die sie kannte die sich mit Computern und Datenschutz auskannte &#8211; den Chaos Computer Club. Dieser bot an die App f&uuml;r 1,3 Millionen Euro bis zum 1.10. datenschutzkonform zu erstellen und nach einem kurzen R&uuml;ckruf beim Staatssekret&auml;r wurde das Geld bewilligt, allerdings erfuhr dieser nicht wer die App nun programmiert.<\/p>\n<p>Der CCC leistete ganze Arbeit. Er beseitigte nicht nur die Datenschutzproblem &#8211; &uuml;bertragen werden nur noch ein Bild, die GPS-Koordinaten, das Autokennzeichen und einige Statuscodes f&uuml;r den vermuteten Versto&szlig; und eine 128 Bit GUID und dies noch verschl&uuml;sselt. Sie machten auch die App benutzerfreundlicher und boten mit dem Portal: &#8222;Cateched&#8220; den Nutzen noch einen Anreiz Verkehrsverst&ouml;&szlig;e zu &uuml;berwachen.<\/p>\n<p>Die neue App l&auml;uft auf jedem Smartphone oder Tablett mit einer Kamera und GPS-Empf&auml;nger. Sie ist nun enorm einfach zu bedienen. Ein klick auf die App startet sei, dann muss man die Kamera auf die Szene ausrichten und ein Foto machen. Die App analysiert das Foto ob Verkehrsschilder und Fahrzeugkennzeichen zu erkennen sind und wenn dies der Fall ist und bestimmte Verkehrsschilder sichtbar sind (Parkverbot, Einbahnstra&szlig;e etc.) so sendet sie das Bild zusammen mit den erkannten Typen von Schildern und Kennzeichen an den Server. Findet die App kein Schild das in ihrem Katalog ist so kann der Anwender noch einen Kommentar schreiben warum er einen Versto&szlig; vermutet.<\/p>\n<p>Anhand der GPS-Koordinaten leitet der Zentralserver die Daten an das &ouml;rtliche Ordnungsamt weiter. Dort taucht das Foto mit den vermuteten Tatbestand auf. Man muss nur entscheiden ob dies zutreffend ist, dabei wird der Aufnahmeort und bei bestimmten Smartphones, die es erlauben auch die Aufnahmerichtung eingetragen, sodass der Mitarbeiter dies mit der momentane Situation und in der Karte eingetragenen Einschr&auml;nkungen oder Verkehrszeichen abgleichen kann.<\/p>\n<p>Der Anwender kann sich in &#8222;Catched&#8220; registrieren und eine dort vergebene ID-Nummer mit seiner App verkn&uuml;pfen. Danach werden alle von ihm gemeldeten Verkehrsverst&ouml;&szlig;e dort unter seinem Pseudonym in der &#8222;Bestenliste&#8220; aufgef&uuml;hrt, nachdem das Ordnungsamt diese bearbeitet hat also ein Bu&szlig;geld verh&auml;ngt hat. Das geht &uuml;ber die GUID, die einmalig pro Vorfall ist. Am 1.10.2016 ging Catched Online und wurde zwar gleich von der Presse als &#8222;Denunziantentum bisher unvorstellbarem Ausma&szlig;&#8220; bezeichnet, erfreute sich aber wegen der Bestenliste, gestaffelt nach Ortsteil, Ort, Kreis, Land und Bund gro&szlig;er Beliebtheit. Innerhalb des ersten Monats registrierten sich &uuml;ber 100.000 B&uuml;rger, bis heute sind es &uuml;ber 600.000. Spitzenreiter ist der &#8222;R&auml;cher der Fu&szlig;g&auml;nger&#8220; der in weniger als einem Jahr &uuml;ber 4000 Verst&ouml;&szlig;e in und um M&uuml;nchen zur Anzeige brachte. Nach einigen Monaten starker Kritik begann auch bei der Presse ein Umdenken, denn viele Stra&szlig;en sind heute wieder z&uuml;gig befahrbar, nicht mehr zugeparkt. Fahrradwege und Fu&szlig;g&auml;ngerwege werden nicht zur h&auml;lfte von parkenden Autos benutzt und in den Kommunen hat die App &uuml;ber 20.000 Arbeitspl&auml;tze geschaffen. Mehr noch. Mit den auf &uuml;ber 3 Milliarden Euro gesch&auml;tzten Einnahmen durch Bu&szlig;zetteln wollen ab n&auml;chstem Jahr die Kommunen beginnen diue Stra&szlig;en zu sanieren. Manche Parker stiegen gerade aus als sie schon Passanten die Smartphones z&uuml;cken sahen. Es gab daher auch 172 F&auml;lle von T&auml;tliochkeiten gegen&uuml;ber den WOrdnungsh&uuml;ter ohne Uniform&#8220; wie Dobrin sie bezeichnet.<\/p>\n<p>Allerdings nimmt seit einem halben Jahr die Zahl der gemeldeten Delikte stetig ab. Anfangs waren es sehr viele, doch nachdem einige Fahrzeugbesitzer innerhalb eines Monats zahlreiche Bu&szlig;geldbescheide bekamen, halten sich nun viele an die Ge- und Verbote und es werden immer weniger Verst&ouml;&szlig;e gemeldet. so ist die Anzahl auf weniger als 20% der F&auml;lle im ersten Monat gesunken. Ein zweiter Grund, warum die Einnahmequelle bald versiegen wird ist die EU-Richtlinie 56\/2017 die Deutschland bis zum 31.12.2019 umsetzen muss. Demnach m&uuml;ssen die Beh&ouml;rden ihre Karten die an die Hersteller der Navigationsservices geben um Informationen &uuml;ber Einschr&auml;nkungen erg&auml;nzen, die &ouml;rtlich gelten, wie Geschwindigkeitsbegrenzungen, Parkverbote etc. &uuml;ber das RCI (Remote Car Interface) werden diese an den Steuercomputer &uuml;bertragen. RCI ist ein Protokoll das &uuml;ber dem Fahrer steht, d.h. es muss die Fahrzeugelektronik diese Einschr&auml;nkungen respektieren. Das bedeutet, das egal wie der Besitzer auf das Gaspedal dr&uuml;ckt der Rechner nie schneller als Tempo 30 in einer 30-kmh-Zone erreicht. Das gilt auch f&uuml;r die meisten nachger&uuml;steten Navigationsger&auml;te, die m&uuml;ssen ab dem 1.1.2020 die Fahrzeugelektronik ebenfalls &uuml;ber RCI unterrichten. Das klappt bei den meisten ab 2004 zugelassen Fahrzeugen denn damals wurde RCI als Terrorismusbek&auml;mpfungsma&szlig;nahme eingef&uuml;hrt. Demnach kann man jedes Auto das &uuml;ber eine Funkverbindung nach au&szlig;en verf&uuml;gt (dazu reichen auch die beliebten Funk-Autoschl&uuml;ssel) &uuml;ber RCI steuerbar sein. Bisher nutzte man dies, um &uuml;ber RCI vor allem gestohlene Wagen zu sperren. Das f&uuml;hrte dazu, dass innerhalb weniger Jahre die Zeit bis ein Fahrzeug das Land verlie&szlig; von 2-3 Tagen auf unter 16 Stunden sank. (noch klappt das Sperren nicht &uuml;ber L&auml;ndergrenzen hinweg).<\/p>\n<p>Doch zur&uuml;ck von Dobrin: Er sonnt sich in dem unfreiwilligen Erfolg, denn es ist wohl unwahrscheinlich das er selbst den CCC beauftragt h&auml;tte. Umfragen zeigten das die meisten B&uuml;rger inzwischen der App positiv gegen&uuml;berstehen, da nicht zugeparkte Stra&szlig;en der Vergangenheit angeh&ouml;ren und die meisten Gemeinden schon begonnen haben viele Stra&szlig;en zu sanieren &#8211; letzteres d&uuml;rfte aber mit der Abnahme der Einnahmen bald wieder eingeschr&auml;nkt werden. Beschwerden gab es nur wenige und sehr oft zeigte sich das die angeblich fehlenden Parkpl&auml;tze gar nicht fehlten &#8211; oft waren die Autofahrer einfach zu Faul einige Meter von einem Parkplatz oder Parkhaus zu laufen anstatt direkt vor einem Gesch&auml;ft zu parken.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/8051015915e24037a7538e1d3a2c8928\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute nun erneut eine Schlagzeile aus der Zukunft, gewonnen mit dem Temporalfluxkompensator. Die Schlagzeile heute stamme von 13.8.2017. An diesem Tag gibt es wenig neues, so konnte Minister Dobrin mit einer Pressekonferenz in die Nachrichten kommen. er feiert nach einem Jahr den Erfolg der FSFA-App. FSFA steht f&uuml;r freie Stra&szlig;en f&uuml;r Alle. 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