{"id":11278,"date":"2015-09-13T14:01:13","date_gmt":"2015-09-13T12:01:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=11278"},"modified":"2015-09-13T14:01:13","modified_gmt":"2015-09-13T12:01:13","slug":"die-sache-mit-den-cubesats","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2015\/09\/13\/die-sache-mit-den-cubesats\/","title":{"rendered":"Die Sache mit den Cubesats"},"content":{"rendered":"<p>Letztes Jahr gab es eine Steigerung der Cubesat Starts um 40%. Cubesats wurden 1995 geschaffen, als eine standardisierte Plattform f&uuml;r Kleinstssatelliten. Sie wiegen maximal 1 kg und sind w&uuml;rfelf&ouml;rmig mit Abmessungen von 10 x 10 x 10 cm. F&uuml;r komplexere Projekte kann man auch vielfache dieser Gr&ouml;&szlig;en nehmen, so hat Planetlabs z.b 3U Einheiten von 10 x 10 x 30 cm Gr&ouml;&szlig;e f&uuml;r ihre Satelliten gew&auml;hlt. Erstaunlich ist wie viel man heute miut solchen Minisatelliten machen kann. Einschr&auml;nkender als die Masse ist meistens die geringe Gr&ouml;&szlig;e: Das Volumen\/Gewichtsverh&auml;ltnis liegt bei gr&ouml;&szlig;eren Satelliten meist bei 4-5 dm\u00b3\/kg, hier ist es nur bei einem 1 dm\u00b3\/kg. Das limitiert vor allem die Stromversorgung durch Solarzellen bei nur 0,01 m\u00b2 Fl&auml;che (bei &uuml;blichen Wirkungsgraden sind das maximal 3 Watt).<!--more--><\/p>\n<p>Gedacht als Projekte f&uuml;r Studenten, die so einen eigenen Satelliten kreieren k&ouml;nnen, zum Test von Bauteilen oder Technologien, sowie f&uuml;r kleine Organisationen hat sich dies verselbstst&auml;ndigt. Das Beispiel Planetlabs zeigt es schon: man kann selbst solche kleine Satelliten kommerziell nutzen. Planet Labs hat es fertiggebracht in den winzigen Satelliten ein Teleskop einzubauen, das immerhin 3,5 m Aufl&ouml;sung hat. Erstaunlicher ist mehr dass man es fertig bringt diese Bilder auch zu &uuml;bertragen &#8211; schlie&szlig;lich l&auml;sst die Oberfl&auml;che von 0,03 m\u00b2 nicht viel Platz f&uuml;r Solarzellen und eine Parabolantenne f&uuml;r eine Richtantenne hat auch keinen Platz. Inzwischen gibt es selbst Vorschl&auml;ge Cubesats zum Mond zu entsenden.<\/p>\n<p>Trotzdem gibt es zu wenige Startgelegenheiten f&uuml;r Cubesats. Warum? Nun sie teilen die Nachteile jeder Sekund&auml;rnutzlast, aber in versch&auml;rfter Form. Eine Sekund&auml;rnutzlast muss sich der Hauptnutzlast unterordnen. Da man sie nicht an der Hauptnutzlast anbringen kann, das w&uuml;rde wohl der Kunde nicht dulden kann man sie nur oberhalb oder unterhalb anbringen. Oberhalb ging nur mit einer Doppelstartvorrichtung, diese bietet nur Arianespace an. Sie ist aber teuer und addiert rund 500 kg Gewicht &#8211; dies f&uuml;r Satelliten die nur 1 kg wiegen. Die zweite M&ouml;glichkeit ist darunter. Daf&uuml;r gibt es eine Reihe von M&ouml;glichkeiten.<\/p>\n<p>Die g&auml;ngigste ist an dem Adapter der zwischen Oberstufe und Nutzlast liegt. Adapter f&uuml;r Satelliten sind standardisiert und es gibt sie in verschiedenen Durchmessern. Die meisten Oberstufen haben einen gr&ouml;&szlig;eren Durchmesser. Ein Adapter vermittelt zwischen dem Standardanschluss und der Oberstufe. Er ist meistens konisch, manchmal auch zylinderf&ouml;rmig. An seiner Au&szlig;enseite oder einem an ihm befindlichen Ring kann man Sekund&auml;rnutzlasten anbringen.<\/p>\n<p>Anbringungen an der Oberstufe oder ihrer Instrumentierung sind auch m&ouml;glich, aber heute selten.<\/p>\n<p>Die verbreitetste Methode ist es heute Cubesats mit einem Transporter zur ISS zu bringen und von den Astronauten durch einen Cubesat-Deployer auszusetzen. Die meisten Cubesats nehmen heute diesen Weg und er ist der einfachste.<\/p>\n<p>Das verwundert: Nur ein Drittel der Transportkapazit&auml;t der Frachter entf&auml;llt auf die Fracht. Da die Transporter auch bezahlt werden, ist jedes Kilogramm Nutzlast viel teurer als ein Kilogramm Satellit. Der Grund daf&uuml;r ist, das es f&uuml;r den LSP sehr unattraktiv ist kleine Sekund&auml;rnutzlasten zu bef&ouml;rdern. Er muss einen Ring f&uuml;r die Bef&ouml;rderung installieren, das kostet Geld und er nimmt nur wenig ein. Arianespace hat sogar den Start von weitaus gr&ouml;&szlig;eren Sekund&auml;rnutzlasten auf der Ariane 5 eingestellt. Die Starts der Transporter zur ISS werden dagegen von den Weltraumbeh&ouml;rden bezahlt und die haben schon Probleme den Platz in den Transportern voll auszunutzen. Den LSP kosten diese Starts nichts.<\/p>\n<p>Kann man daran etwas &auml;ndern? Nur bedingt. An dem schlechten Verh&auml;ltnis zwischen Aufwand und Nutzlast l&auml;sst sich nur bedingt etwas &auml;ndern. Man k&ouml;nnte zwar dran denken die Cubesats nicht einzeln zu starten sondern viele in einem Container. Doch dann muss gew&auml;hrleistet sein, dass diese sich beim Start nicht gegenseitig besch&auml;digen. Der Container muss sich zuverl&auml;ssig &ouml;ffnen und er addiert weitere Masse und Kosten. Eine weitere M&ouml;glichkeit ist es sie fest an der Oberstufe oder VEB zu befestigen. Die meisten Nutzlastverkleidungen haben einen gr&ouml;&szlig;eren Durchmesser als die Oberstufen und sind an deren Oberteil angebracht. Das Gibt Einschr&auml;nkungen bei der Beweglichkeit. Wenn man sie fest befestigt ist aber auch an ein Aussetzen in h&ouml;heren Orbits denkbar. Da Cubesats nicht mehr Weltraumm&uuml;ll bilden sollen ist es sinnvoll diese direkt an der Stufe zu befestigen. So gibt es nur ein St&uuml;ck Weltraumm&uuml;ll und nicht dutzende. Leider gibt es dann noch gr&ouml;&szlig;ere Einschr&auml;nkung hinsichtlich elektrischer Leistung und Sendem&ouml;glichkeiten, weil die Oberstufe zus&auml;tzlich abschirmt.<\/p>\n<p>Meiner Ansicht nach aber sollte es neben den Cubesats auch gr&ouml;&szlig;ere standardisierte Satelliten gibt in der 10 kg und 100 kg Klasse. Gerade f&uuml;r Unternehmen sind diese Gr&ouml;&szlig;en auch interessanter. Planetlabs hat z.B. Rapideye &uuml;bernommen die f&uuml;nf Satelliten von &uuml;ber 100 kg Gewicht Zudem erlauben sie komplexere Projekte anzugehen, die sich in einem Kilogramm nicht verwirklichen lassen. Die Cubesats passen in das Konzept dahingehend herien, dass man mehrere in dem K&ouml;rper eines 10 kg Satelliten unterbringen kann.<\/p>\n<p>Was ich f&uuml;r absolut &uuml;berfl&uuml;ssig halte ist ein dezidierter Cubesat Launcher. <a href=\"http:\/\/spacenews.com\/rocket-lab-booking-smallsat-launches-online\/\">Rocketlab<\/a> entwickelt einen der 150 kg Nutzlast hat und eine 1U Einheit f&uuml;r 80.000 Dollar starten kann. Das entspricht 12 Millionen Dollar f&uuml;r die komplette Rakete, das ist nicht gerade preisg&uuml;nstig. Vielmehr w&auml;re sinnvoll wenn wenigstens alle Weltraumagenturn auf ihren Starts auch wenn es Mehrkosten verursacht Cubesats, aber auch gr&ouml;&szlig;ere Sekund&auml;rnutzlasten mitf&uuml;hrt. Bei Preisen von 80.000 Dollar pro Satellit (die Herstellungskosten dieser liegen meistens darunter) w&auml;re der &#8222;Start&#8220; von Cubesats w&auml;ren ein gutes Zubrot f&uuml;r Astronauten &#8211; die m&uuml;ssten nur auf einen Teil ihrer pers&ouml;nlichen Ausr&uuml;stung verzichten und daf&uuml;r Cubesats zur ISS bringen lassen &#8211; leider ist die Masse dieser Personal Preference Kits auf 1 kg beschr&auml;nkt. Ich finde das erstaunlich, bedenkt man was f&uuml;r Gimmicks sonst zur ISS fliegen.<\/p>\n<p>Ein Vorteil der Starts zur ISS ist auf jeden Fall neben der hohen Frequenz von 5-6 Versorgungsfl&uuml;gen alleine auf US-Seite pro Jahr der niedrige Orbit &#8211; die Satelliten vergl&uuml;hen innerhalb von 2 Jahren wieder. Hier k&ouml;nnte man auch die Versorger selbst mit -cubesats ausr&uuml;sten &#8211; angebracht am Servicemodul von Sojus w&uuml;rden sie 180 Tage im All bleiben, bei Dragon, Cygnus und HTV sind es nur einige Wochen, doch vielleicht ist selbst das lohnend. Hier k&ouml;nnte man dran denken die Raumschiffe selbst mit einzubeziehen z.B. Strom aus dem Bordnetz oder Sendevorrichtungen zur Verf&uuml;gung zu stellen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/254ed1be4466428991e745eaf4145a78\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letztes Jahr gab es eine Steigerung der Cubesat Starts um 40%. Cubesats wurden 1995 geschaffen, als eine standardisierte Plattform f&uuml;r Kleinstssatelliten. Sie wiegen maximal 1 kg und sind w&uuml;rfelf&ouml;rmig mit Abmessungen von 10 x 10 x 10 cm. 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