{"id":11360,"date":"2015-11-08T18:45:31","date_gmt":"2015-11-08T17:45:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=11360"},"modified":"2016-09-11T16:29:46","modified_gmt":"2016-09-11T14:29:46","slug":"aktuelles-von-orbitalatk-und-spacex","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2015\/11\/08\/aktuelles-von-orbitalatk-und-spacex\/","title":{"rendered":"Aktuelles von Orbital\/ATK und SpaceX"},"content":{"rendered":"<p>W&auml;hrend es sonst wenig neues von SpaceX gibt, vor allem warum die Untersuchung und Beseitigung des (angeblich) schon nach einem Tag feststehenden Fehlers, einer &uuml;berlasteten Strebe so lange dauert, wartet man auf den n&auml;chsten Start von Orbital\/ARTK zur Station. Da die neue Antares mit den RD-181 Triebwerken erst n&auml;chstes Jahr zur Verf&uuml;gung steht, wird er mit einer Atlas erfolgen. Seltsamerweise ist das f&uuml;r Orbital g&uuml;nstiger. Der zweite Start soll schon von einer <a href=\"http:\/\/spacenews.com\/atlas-price-cut-helps-orbital-atk-shake-off-antares-failure\/\">Kostenreduktion profitieren<\/a>. Eine Atlas 401 kostet derzeit 150 Millionen Dollar, der Preis soll auf 100 Millionen Dollar sinken. Dem gegen&uuml;ber gab Orbital schon vor einigen Jahren die Startkosten der Antares mit 85 Millionen Dollar an.<!--more--><\/p>\n<p>Doch es kommt noch dicker: der n&auml;chste Start transportiert 3,5 t zu Station, die Antares letztes Mal nur 2,3 t. Die Atlas ist schlie&szlig;lich leistungsf&auml;higer. So entsprechen die beiden Starts drei Starts mit der Antares und die NASA hat den zus&auml;tzlichen Auftrag an Orbital um einen Start gek&uuml;rzt. Bei SpaceX die nominell viel mehr Nutzlast transportieren k&ouml;nnen, aber eine Kapsel mit zu kleinem Volumen einsetzen bleibt es dagegen bei drei Starts zus&auml;tzlich.<\/p>\n<p>In der Summe spart so Orbital Kosten, zumal sie ja auch eine Cygnus nicht bauen m&uuml;ssen. Der &#8222;Inspector General&#8220;, die Finanzaufsicht der Regierung befand daher auch dass die NASA es vers&auml;umt hat von diesen Einsparungen ihren Anteil einzufordern und so Orbital 80 Millionen Dollar zu <a href=\"http:\/\/spacenews.com\/nasa-inspector-general-warns-of-risks-to-cygnus-return-to-flight-plans\/\">viel gezahlt hat<\/a>.<\/p>\n<p>SpaceX wird bei dem n&auml;chsten Flug irgendwann im Dezember mit Orbcomm die neuen Merlins (Merlin 1e?) erproben &auml;hnlich wie beim Jungfernflug mit der Falcon v 1.1 soll eine Z&uuml;ndung der Oberstufe wie bei einer GTO-Mission stattfinden. Wie man ja wei&szlig; hat das damals nicht geklappt. Die alte Falcon 1.1 wird nur noch einmal f&uuml;r den Start von Jason eingesetzt werden. SES war das Risiko wohl dann doch zu hoch, auch wenn sie Zuversicht verbreiten. Schlie&szlig;lich fragte sogar die Versicherung nach, ob sie einen unversicherten Start riskieren wollten.<\/p>\n<p>Bei all dem fragt man sich was mit der Falcon Heavy los ist, deren Jungfernflug ja laufend nach hinten rutscht. Neben der Tatsache dass man die Ressourcen haben muss (die Rakete zu bauen und zu starten &#8211; sie belegt schlie&szlig;lich auch eine Startrampe und man ist ja mit den Falcon 9 schon im Verzug) fehlen auch noch die Nutzlasten. Fast alle sind auf die Falcon 9 gebaucht. Bisher ging ich davon aus, das SpaceX sobald die Falcon Heavy fliegt anfangen wird die Nutzlasten zu verschieben und eventuell Doppelstarts durchf&uuml;hren wird. Das w&uuml;rde es auch erlauben, mit weniger Starts pro Jahr den R&uuml;ckstand aufzuholen. Doch ein mir per Email zugespieltes Paper eines Vortags bei der AIAA (leider nicht &uuml;ber einen &ouml;ffentlichen Link einsehbar) l&auml;sst andere Schl&uuml;sse zu.<\/p>\n<p>Der Referent skizzierte das Konzept einer &#8222;Space(X) Fuel Station&#8220;. Der Grundgedanke: Da eine Falcon Heavy derzeit eine Nutzlast hat die viel zu gro&szlig; f&uuml;r jeden Auftrag ist den SpaceX hat, wird man die Falcon Heavy nutzen um neben einer prim&auml;ren Nutzlast einen besonderen Tank zu starten. Dieser verbleibt in einer 250 x 470 km Bahn, die er mit eigenen Draco-Triebwerken in eine 470 x 470 km Bahn zirkularisieren wird. Die Fuel Station besteht aus einem Kerosintank, einem besonders gut isolierten LOX-Tank, einem System zur Druckbeaufschlagung mittels Helium, einem Servicemodul mit lagerf&auml;higem Treibstoff und den Draco Triebwerken. Letzteres soll von der Dragon abgeleitet sein.<\/p>\n<p>Der Grundgedanke ist: Wenn eine Falcon 9 eine Nutzlast transportieren soll, die eigentlich zu schwer f&uuml;r die Oberstufe ist, so startet sie in einen niedrigen Orbit. Dort wird sie von der Fuel Station angeflogen. Zum Ankoppeln werden Dragon-Eye Laserreflektoren an der Oberstufe befestigt. Wie das Ankoppeln und vor allem der anschlie&szlig;ende Treibstoff Transfer erfolgen soll, das bleibt Geheimnis der Firma. Die Abbildungen geben hier nichts her. Nur soviel: Die Fuel Station wird vor dem Treibstoff Transfer auf hohen Druck gebracht, der h&ouml;her ist als der in der Stufe. Das presst den Treibstoff in deren Tanks bis es Drucklausgleich gibt. So ben&ouml;tigt man keine Flussmengenkontrolle. Als Preis wird man so nicht so viele Stufen auff&uuml;llen k&ouml;nnen, wie wenn man die Treibstoffmenge genau misst, da man immer etwas mehr &uuml;bertragen muss.<\/p>\n<p>Ziel ist es mehrere Stufen zu bef&uuml;llen. Der Vortag spricht von drei Auff&uuml;llungen die eine Nutzlastanhebung von 4 auf 6,5 t bei einer Falcon 9 erm&ouml;glichen. (1500 m\/s Standard-GTO). Das sind also 9 t Nutzlastgewinn, dazu kommen noch die 6,5 t f&uuml;r die Prim&auml;rnutzlast beim Falcon heavy Start. Demgegen&uuml;ber soll ein Solostart der Falcon Heavy 21 t bef&ouml;rdern, allerdings nicht in den Standard GTO. Trotzdem ist das Verfahren nat&uuml;rlich nicht so effektiv wie ein eigener Falcon Heavy Start.<\/p>\n<p>Sollte das Verfahren klappen, so ist denkbar es auf die geplanten Marsmissionen auszudehnen. Die Pl&auml;ne f&uuml;r eine neuere noch gr&ouml;&szlig;ere Tr&auml;gerrakete liegen derzeit auf Eis, allerdings vor allem wegen Kapazit&auml;tsproblemen bei SpaceX. Aber mit der Fuel Station k&ouml;nnten vier Falcon Heavy Starts 50 t zum Mars transportieren, genauso viel wie eine Tr&auml;gerrakete mit 160 t Nutzlast. Eine neue Tr&auml;gerrakete w&auml;re dann eventuell &uuml;berfl&uuml;ssig. Eventuell, weil derzeit die projektierten Transporter von SpaceX zum Mars deutlich schwerer als 50 t sind.<\/p>\n<p>Es g&auml;be noch einiges zu l&ouml;sen. So das Ankoppeln, vor allem aber die K&uuml;hlung des fl&uuml;ssigen Sauerstoffs &uuml;ber lange Zeit. Es k&ouml;nnten bis zu vier Monate vergehen bis die dritte Auff&uuml;llung erfolgt. Angesichts der besseren Wiederverwendung der Falcon 9 w&uuml;rde man aber schon einen Gewinn machen, wenn nur eine Auff&uuml;llung m&ouml;glich ist und die weitgehend zeitgleichen Starts einer Falcon heavy und Falcon 9 w&auml;ren beim Cape wegen zwei getrennten Startrampen m&ouml;glich.<\/p>\n<p>Ob es dazu kommt ist noch Spekulation. Neben vielen offiziellen Projekten von SpaceX die eingestellt wurden (Falcon 1e, Falcon 9, Falcon 9 Block II, Falcon 9 Heavy) gibt es auch zahlreiche Ver&ouml;ffentlichungen die nie umgesetzt wurden wie ein Merlin 2 mit dem Schub eines F-1 oder die zahlreichen unterschiedlichen Schubangaben zum Raptor. Es kann also gut sein, dass man das wieder dementiert. 2010 <a href=\"http:\/\/images.spaceref.com\/news\/2010\/SpaceX_Propulsion.pdf\">ver&ouml;ffentlichte Tom Marusic<\/a> &uuml;ber die Ideen bei SpaceX ein Paper, das von Elon Musk dann schnell als &#8222;Bunch of ideas&#8220; und &#8222;brainstorming&#8220; heruntergespielt wurde. Er verlies daraufhin die firma und <a href=\"http:\/\/fireflyspace.com\/news\/inthenews\/virgin-galactic-propulsion-vp-leaves-for-new-launch-company\"> gr&uuml;ndete eine eigene<\/a>, Firefly Space Systems.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/9f23914820bd4b52858aa303d5a30801\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W&auml;hrend es sonst wenig neues von SpaceX gibt, vor allem warum die Untersuchung und Beseitigung des (angeblich) schon nach einem Tag feststehenden Fehlers, einer &uuml;berlasteten Strebe so lange dauert, wartet man auf den n&auml;chsten Start von Orbital\/ARTK zur Station. 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