{"id":11368,"date":"2015-11-12T18:03:04","date_gmt":"2015-11-12T17:03:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=11368"},"modified":"2015-11-12T18:03:04","modified_gmt":"2015-11-12T17:03:04","slug":"die-satellitenentsorgung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2015\/11\/12\/die-satellitenentsorgung-2\/","title":{"rendered":"Die Satellitenentsorgung 2"},"content":{"rendered":"<p>Heute nun ein Beispiel wie so ein Gef&auml;hrt aussehen kann und was man von ihm erwarten kann. Da die meisten alten Satelliten nicht so schwer sind und das Gef&auml;hrt auch finanzierbar sein soll, habe ich mich f&uuml;r die Vega als Tr&auml;ger entschieden und so die Startmasse auf 1600 kg begrenzt die in eine 500 km hohe Umlaufbahn gelangen.<\/p>\n<p>Die H&auml;lfte soll auf das Antriebsmodul und die andere H&auml;lfte auf den Satellitenk&ouml;rper mit dem Servicemodul und der Ankupplung. Das sind dann 800 kg f&uuml;r das Antriebsmodul, das wichtig ist f&uuml;r die Anzahl der Transfers, bzw. der gesamten Masse. 100 kg ziehe davon ab f&uuml;r Triebwerke, Strukturen und Spannungskonverter f&uuml;r die Hochspannung die die Ionentriebwerke brauchen. Bleiben 700 kg f&uuml;r Treibstoff, Tanks und Solargenerator, der den ben&ouml;tigten Strom liefert.<!--more--><\/p>\n<p>Die genaue Aufteilung ist nicht ganz so einfach zu ermitteln, da der Gesamtimpuls von Schub x Betriebsdauer abh&auml;ngt, der Schub aber wiederum von der Leistung und dem spezifischen Impuls, die Leistung von der Gr&ouml;&szlig;e des Solargenerators und der Triebstoff der verbleibt, auch vom spezifischen Impuls und Treibstoffverbrauch. Kurzum, es ist ein nicht lineares System. Das kann man jedoch mit dem Computer l&ouml;sen und das habe ich getan mit folgenden Randbedingungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Solargenerator: Leistung 80 W\/kg Masse<\/li>\n<li>Tanks: 20% der Treibstoffmasse<\/li>\n<li>Gesamtbetriebsdauer: 1800 Tage (50% der Zeit von 10 Jahren Missionsdauer).<\/li>\n<li>Wirkungsgrad der Ionentriebwerke: 70% der eingesetzten Leistung werden als Schub abgegeben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es zeigt sich, dass bei dieser langer Betriebsdauer ein spezifischer Impuls von 145,2 km\/s den h&ouml;chsten Gesamtimpuls liefert. Hier wiegen die Solarzellen 351,2 kg und der Treibstoff 290,3 kg und die Tanks 58,5 kg.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/img\/ionentriebwwerk-spez-impuls.png\" alt=\"\" width=\"839\" height=\"433\" \/><\/p>\n<p>Diese lange Betriebsdauer macht nach den allgemeinen Zusammenh&auml;ngen den Einsatz von Ionentriebwerken mit hohem spezifischen Impuls m&ouml;glich. Doch so etwas gibt es heute als Serienexemplar nicht. Beschr&auml;nkt man sich auf 60 km\/s, das ist ein Wert den ein Rit 2X experimentell erreicht so befindet man sich immerhin auch auf einem Niveau von 30 MN, gegen &uuml;ber 42,15 MB als Spitze. Allerdings gibt es Ionentriebwerke nur in festen Gr&ouml;&szlig;en, daher nun mit einem Rit 2X konkret durchgerechnet. Das Datenblatt geht nur bis 4300 s Impuls.<\/p>\n<p>Nimmt man die gleiche Effektivit&auml;t des RIT-2X bei 6000 s an wie bei 4300 s so verbraucht eines 8200 Watt Leistung und liefert 0,2 N Schub. Es verbraucht dann in 1800 Tagen 529 kg Treibstoff. Dazu kommen die Tanks die 106 kg wiegen. Der Solargenerator f&uuml;r die 8200 Watt Leistung wiegt weitere 103 kg. Das sind zusammen 748 kg. Reduziert man den Treibstoffvorrat um 40 kg kommt man genau auf die 700 kg die f&uuml;r den Antrieb angesetzt sind. Mit 489 kg Treibstoff ergibt sich dann ein Gesamtimpuls von 28,7 MNs.<\/p>\n<p>Nimmt man 1000 kg f&uuml;r den Satelliten und ein mittleres Gewicht des Transportvehikels von 1400 kg (durch den verbrauchten Treibstoff wird es ja leichter) an, sowie das der Geschwindigkeitsbedarf f&uuml;r Hin- und R&uuml;ckweg gleich hoch ist, so bewegt ein Transfer 3800 lg Masse. Mit 28,2 MN Gesamtimpuls kann man so die Geschwindigkeit um &uuml;ber 7500 m\/s &auml;ndern.<\/p>\n<p>Pendelt das Gef&auml;hrt zwischen 550 und 800 km H&ouml;he (dV 133 m\/S) dann sind das 56 Transfers. Pendelt es dagegen zwischen 1400 und 550 km H&ouml;he (dV = 426 m\/s) dann sind es nur 17 Transfers. Das bedeutet, das sich dieses System durchaus lohnen w&uuml;rde, da es sehr oft eingesetzt werden kann.<\/p>\n<p>Wie sieht es mit dem Chemischen Antrieb aus? Basierend auf Erfahrungswerten w&uuml;rde hier der Treibstoffanteil 5\/6 des Gewichts ausmachen, das w&auml;ren dann 583 kg, also deutlich mehr. Doch der spezifische Impuls ist kleiner. Selbst gro&szlig;e Apog&auml;ums Motoren kommen nur auf 325 s, kleinere Triebwerke auf 285 s. Das entspricht einem Gesamtimpuls von 1,86 und 1,63 MN, mithin bei gleicher Masse nur 3 Transfers bei dem erdnahen Satelliten und einem bei der h&ouml;heren Bahnh&ouml;he. Damit ist es auf Basis von chemischen Treibstoffen unwirtschaftlich &#8211; einen Satelliten zu starten der nach einem Transfer schon ausgedient hat ist nicht lohnend.<\/p>\n<p>Geht man in der Betriebsdauer nach unten so verschiebt sich &uuml;brigens das Optimum Richtung kleinere Impulse. Bei 150 Tagen Betrieb erreicht es die 4300 s des RIT-2X (allerdings mit nur 12,1 MN Gesamtimpuls). Bei 300 Tagen sind es die 6000 s die maximal experimentell erreicht werden bei einem Gesamtimpuls von 17,2 MN.<\/p>\n<p>Da die heutigen Triebwerke nicht f&uuml;r lange Betriebszeiten ausgelegt sind (maximal einige Monate) verwundert es nicht, dass die eingesetzten Typen einen geringeren spezifischen Impuls haben der bei 13,5 bis 43 km\/s liegt, die meisten Typen um rund 30 km\/s herum.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/0d9f93ba5a314942a5f727d7d2fcfdcf\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute nun ein Beispiel wie so ein Gef&auml;hrt aussehen kann und was man von ihm erwarten kann. 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