{"id":11502,"date":"2016-02-14T00:39:04","date_gmt":"2016-02-13T23:39:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=11502"},"modified":"2016-02-14T08:15:55","modified_gmt":"2016-02-14T07:15:55","slug":"am-deutschen-raketenwesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2016\/02\/14\/am-deutschen-raketenwesen\/","title":{"rendered":"Am deutschen Raketenwesen &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; kann die Welt genesen. Ja Kaiser Wilhelm hatte schon recht. Ohne uns Deutschen w&uuml;rden die Russen immer noch an Katjuschas basteln, die Amis w&auml;ren auch in 50 Jahren noch nicht auf dem Mond gelandet und Inder und Chinesen h&auml;tten nichts zum Kopieren. Auf den Blogbeitrag kam ich schon vor einigen Wochen, als ich die Einleitung &uuml;ber die Tr&auml;gerentwicklung bei den internationalen Tr&auml;gerraketen geschrieben habe. In der Tat stehen hinter den meisten ersten Tr&auml;gern vieler Staaten Deutsche. Hier mal eine kurze Rekapitulation.<\/p>\n<p>Zu Ende des zweiten Weltkriegs fahndeten beide Siegerm&auml;chte nach den Sch&ouml;pfern der<a href=\"\/a4.shtml\"> A-4.<\/a> Nicht nur die USA, sondern auch die UdSSR boten denjenigen die sich ihnen stellten hohe Belohnungen. Wie bekannt landeten die meisten bei den USA. Die Entwickler wurden vor Ende des Krieges nach Bayern gebracht wo der Krieg von der Alpen Festung aus weitergehen sollte. Von Braun stellte sich aktiv den Amerikanern, die auch zuerst im Mittelbau Dora ankamen und dort demontierten was nur brauchbar war. Etwa 100 A-4 waren fertig oder fast fertiggestellt die wurden dann in die USA verschifft, den Mittelbau Dora lag in Th&uuml;ringen und damit in der russischen Besatzungszone. Bevor man die den Sowjets &uuml;bergab, verschiffte man alles in die USA was man Geheimwaffen oder Waffenentwicklungen fand. Es gab dann noch, als sich die Besatzungsm&auml;chte nach dem Krieg noch verstanden zu Starts der A-4 durch die Siegerm&auml;chte von Deutschland aus. Bei einem war auch Koroljow dabei.<!--more--><\/p>\n<p>In den USA wurden die deutschen in Fort Blizz erst mal kaltgestellt. Sie d&uuml;rften alte A-4 aus starten und weihten damit auch Cape Canaveral ein. Sie wurden als H&ouml;henforschungsraketen eingesetzt und sp&auml;ter durch kleine US-Raketen erg&auml;nzt und zweistufig. Sie lieferten die Erkenntnis, das die Sonne die st&auml;rkste R&ouml;ntgenquelle im All ist und lieferten den ersten Film der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Sykfqa3MKAg\">Erde aus dem All.<\/a> Verwendung hatte die Regierung f&uuml;r das Fachwissen erst, als die Russen 1949 ihre eigene Atombombe testeten und der Koreakrieg entbrannte. Nun schienen Raketen doch eine tolle Sache zu sein. Wernher von Braun bekam den Auftrag f&uuml;r eine Mittelstreckenrakete die eine Wasserstoffbombe transportieren konnte, die man auch gerade entwickelte und bei der wegen der Sprengkraft die noch mangelnde Treffgenauigkeit nicht so wichtig war. Die Redstone war eine Weiterentwicklung der A-4. das Triebwerk A-6\/A-7 war eine verbesserte Version des letzten A-4 Triebwerks vor Kriegsende, wie man auch am Namen sieht. Die Redstone wurde sp&auml;ter benutzt um den ersten US-Amerikaner ins All zu schicken und sie war die<a href=\"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2012\/04\/19\/der-kurzeste-flug-im-bemannten-us-weltraumprogramm\/\"> erste wiederverwendbare Rakete<\/a>.<\/p>\n<p>Danach wurde die Redstone weiterentwickelt. Mit einer neuen Treibstoffkombination stieg der Schub und der spezifische Impuls an. Die gr&ouml;&szlig;ere Version, &#8222;Jupiter C&#8220; wurde mit kleinen US-Raketen ausgestattet und zum Test der Materialien f&uuml;r Wiedereintrittsk&ouml;pfe der Atlas ICBM genutzt. Damit sie ja keinen Orbit erreichte, musste Ballast mitgef&uuml;hrt werden, denn die USA wollten unbedingt mit einem zivilen Satelliten den Orbit erreichen. Leider hatte\u00a0 die von den Amis selbst entwickelte Vanguard beim ersten Start einen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JK6a6Hkp94o\">kapitalen Fehlstart<\/a> und explodierte auf der Startrame. Mit der deutschen Redstone w&auml;re so was nicht passiert&#8230;<\/p>\n<p>Eerst danach durfte von Braun Explorer 1 starten. Eine Jupiter-C (in Juno umbenannt) transportierte so auch den ersten US-Satelliten in den Orbit. Von Braun hatte inzwischen auch eine zweite Rakete entwickelt die Jupiter. Auch sie wurde f&uuml;r das Raumfahrtprogramm wichtig und es wiederholte sich die Geschichte. Erst wollte die USAF mit einer Thor den Mond erreichen. Drei Versuche &#8211; drei Fehlstarts. Erst danach durfte die Jupiter ran, die im zweite Anlauf erfolgreich war. Schon vorher hatten aber auch hier die Russen die Amis geschlagen. Selbst schuld wenn ihr immer alles selbst machen wollt und nicht k&ouml;nnt &#8230; Wie hei&szlig;t es so schon in &#8222;Eins zwei Drei&#8220;: &#8222;Sowjetische Raketen &#8211; schttt zur Venus! Amerikanische Raketen fft-fft Miami Beach!&#8220;<\/p>\n<p>Danach bekam von Braun den Auftrag die Saturn zu entwickeln. Zuerst die Saturn 1 die als kleine Version erprobt wurde. Sie testete einige neue Techniken wie die B&uuml;ndelung vieler Triebwerke und erlaubte die IU und letzte Stufe der Saturn V zu testen. Ab 1967 wurde die Saturn V erprobt. Sie brachte die Astronauten zum Mond &#8211; rechtzeitig und mit 100% Zuverl&auml;ssigkeit. Daneben startete sie auch die f&uuml;r 25 Jahre gr&ouml;&szlig;te Raumstation Skylab. Die Triebwerke H-1, die f&uuml;r die Saturn I entwickelt wurden dann als RS-72 auf der Delta eingesetzt. 2017 wird die letzte Delta 2 starten &#8211; ich glaube nicht mal Wernher von Braun h&auml;tte geglaubt, dass ein von ihm entwickeltes Triebwerk &uuml;ber 50 Jahre ohne gr&ouml;&szlig;ere Ver&auml;nderungen eingesetzt wird. &Uuml;brigens in der ganzen Zeit ohne einen einzigen Ausfall beim H-1\/RS-72.<\/p>\n<p>Russland bekam nicht die F&uuml;hrungsspitze, aber einer der Chefentwickler, der Triebwerksspezialist Hellmuth G&ouml;ttrop ging zu den Russen. Die Russen glichen das aus, indem sie jeden nach Russland deportierten der eine Ahnung von einem Teil der Rakete hatte. Die Amis &uuml;bernahmen etwa 100 Entwickler &#8211; Russland 3500. Sie machten dort das gleiche wie ihre US-Kollegen: Die A-4 nachbauen die Russland als R-1 sogar ins Arsenal &uuml;bernahm. Auch der weitere Weg verlief &auml;hnlich. Die A-4 wurde nach und nach verbessert. allerdings waren in Russland die Deutschen nicht verantwortlich. Sie durften Pl&auml;ne machen, wurden bei Detailproblemen konsultiert. Russland verstand es besser das Wissen abzusch&ouml;pfen und entlies nach und nach die Deutschen wieder. Was nicht hei&szlig;t, das die R-7 so russisch ist. Jede Brennkammer hat den Schub einer A-4, nur eben 20 St&uuml;ck davon,\u00a0 der Gasgenerator verwendet wie die A-4 Kaliumpermanganat und Wasserstoffperoxyd um Gas zu erzeugen, die Brennkammerwand ist doppelwandig wie bei der A-4 und das ganze Konzept der B&uuml;ndelrakete hatte Hellmuth G&ouml;ttop schon 1952 entwickelt. Koroljow musste nur umsetzen was andere schon l&auml;ngst ausgearbeitet hatten.<\/p>\n<p>Viele F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten blieben f&uuml;r Frankreich und England nicht &uuml;brig. Doch immerhin ein Fachmann, Karl Heinz Bringer wechselte mit 30 Mitarbeitern von Peenem&uuml;nde zu den Franzosen. Bringer hatte w&auml;hrend des Krieges auch an Raketen gearbeitet doch er hatte L&ouml;sungen patentiert die nirgendwo eingesetzt wurden: Ein Gasgenerator der Wasser einsetzte um das Gas zu k&uuml;hlen und eine radiale Einspritzung in die Brennkammer, anstatt oben. Logischerweise finden wir das dann auch in allen Raketen Frankreichs bis in die Neunziger Jahre. Die erste war die Veronique, eine verkleinerte &#8222;Wasserfall&#8220; Flugabwehrrakete. Es folgte der Hauptantrieb f&uuml;r die Diamant (Emeraude Stufe), die zweite Stufe der Europa (Coralie) und die Viking Triebwerke der Ariane 1-4. Alle haben eine radiale Einspritzung und f&uuml;hren Wasser mit, das in den Gasgenerator injiziert wird. Die Ariane 4 &uuml;ber 2,7 t Wasser. Das Prinzip der radialen Einspritzung nutzte dann auch die OTRAG, die jedoch keine Rakete bis in den Orbit schaffte, doch jetzt wird auf der Technologie von Interorbital ein Tr&auml;ger entwickelt.<\/p>\n<p>England grabschte sich dagegen die Entwickler des Walther Antriebs, eines Raketenantriebs der die Me-163 und Bachem Natter antrieb. Was machten die Deutschen in England? Dreimal d&uuml;rft ihr raten. Der Walter Antrieb arbeitete mit Wasserstoffperoxid als Oxydator und einem Gemisch von Aminen als Brennstoff. Die britische Black Knight und Black Arrow die den ersten britischen Satelliten ins All brachte hatte rein zuf&auml;lligerweise genau dieselbe Treibstoffkombination. Und es ist die einzige Rakete die Wasserstoffperoxyd als Oxydator nutzte.<\/p>\n<p>Gab es ein Land das es ohne Deutsche schaffte? Schwer wird die Suche. Australien nutze eine Redstone f&uuml;r Wresat. China bekam die ersten Raketen von Russland, wahrscheinlich veraltete Exemplare auf Basis der A-4 Technologie. Qian Xuesen, der chinesische Chefentwickler war bei den US-Verh&ouml;ren von von Braun dabei und im fr&uuml;hen Weltraumprogramm involviert und wechselte erst zum Ende des Koreakrieges nach Chiba wo er das Wissen der Deutschen umsetzte. Indiens Vikas sind durch Industriespionage nachgebaute Vikings von Karl Heinz Bringer und die Scud, aus denen die Taepodong, Unha, Safir und Simorgh entstanden, ist ein direkter A-4 Nachk&ouml;mmling. Man muss sich bei Norbert Br&uuml;gge nur mal die Triebwerke dieser Raketen <a href=\"http:\/\/www.b14643.de\/Spacerockets_1\/Rest_World\/Simorgh-IRILV\/Description\/Frame.htm\">ansehen<\/a> und mit einer Abbildung des Triebwerks der A-4 vergleichen.<\/p>\n<p>Einzig Japan scheint seine Feststofftriebwerke allein entwickelt zu haben, daf&uuml;r haben sie bei den Fl&uuml;ssigraketen Nachhilfe von den Amis bekommen. Die setzten aber das Triebwerk H-1 von von Braun ein.<\/p>\n<p>Die letzte Firma die die A-4 Technologie einsetzte istm wie wenig bekannt istm <a href=\"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/06\/19\/spacex-und-die-a-4\/\">SpaceX<\/a>. Da wir so viel f&uuml;r die Weltraumfahrt getan haben, k&ouml;nnen wir uns heute ausruhen. Deutschland hat keine Rakete entwickelt, nur zweimal eine komplette Stufe f&uuml;r die Europa und Ariane 5G. Heute kann die deutsche Raumfahrtindustrie Boosterh&uuml;lsen aus Stahl fertigen, Tankdome oder Strukturteile, auch kleine Stufen mit schubschwachen Triebwerken &#8211; sofern sie lagerf&auml;hige Treibstoffe verwenden und sie kann die Stufen mit dem schlechtesten Voll\/Leermasseverh&auml;ltnis weltweit entwickeln. Kein Wunder &#8211; alle Experten sind ins Ausland abgewandert und was gutes ist nicht nachgekommen. Heute ist man in Deutschland schon Raumfahrtexperte wenn man meine Webseite zusammenfasst und mit eigenen Fehler versehen als eigenes Buch ver&ouml;ffentlicht, wie der <a href=\"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2013\/01\/06\/der-plagiator\/\">Plagiator<\/a>.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/0232b0a919c34adaab1dddb652f08183\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; kann die Welt genesen. Ja Kaiser Wilhelm hatte schon recht. Ohne uns Deutschen w&uuml;rden die Russen immer noch an Katjuschas basteln, die Amis w&auml;ren auch in 50 Jahren noch nicht auf dem Mond gelandet und Inder und Chinesen h&auml;tten nichts zum Kopieren. 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