{"id":11530,"date":"2016-03-04T12:07:55","date_gmt":"2016-03-04T11:07:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=11530"},"modified":"2016-03-04T12:09:30","modified_gmt":"2016-03-04T11:09:30","slug":"mit-der-sls-zu-uranus-und-neptun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2016\/03\/04\/mit-der-sls-zu-uranus-und-neptun\/","title":{"rendered":"Mit der SLS zu Uranus und Neptun"},"content":{"rendered":"<p class=\"tm5 Normal\">Die letzten beiden Tage habe ich an meiner Software-Dauerbaustelle gearbeitet. Das ist ein Programm &uuml;ber urspr&uuml;nglich Raketenberechnungen, inzwischen auch Bahnberechnungen. Die erste Version habe ich 1987 mit Turbo Pascal 3.02 unter CP\/M geschrieben, nun etliche Betriebssysteme und Compiler sp&auml;ter, werkele ich immer noch dran. Es ist wohl &auml;lter als viele Blogleser. Eine Dauerbaustelle ist es, weil ich immer wieder was dran mache und meistens aufh&ouml;re, wenn es meinen Bed&uuml;rfnissen entspricht, es also ziemlich chaotisch ist. Einiges ist seit Jahren geplant, aber nicht fertig, so die Umstellung der Daten auf eine Datenbank und die dadurch sich ergebenden M&ouml;glichkeiten bei der Ausgabe als HTML und bei einer Aufstiegsberechnung. Das werde ich als N&auml;chstes angehen.<!--more--><\/p>\n<p class=\"tm5 Normal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"float: left;\" src=\"\/img\/Jupiter-Uranus.png\" alt=\"Jupiter- Uranus\" width=\"377\" height=\"728\" \/>Was ich in den letzten zwei Tagen gemacht habe, war eine andere L&uuml;cke zu stopfen. Ich suchte seit Langem Formeln um die Reisezeit auf Hyperbeln und den Geschwindigkeitsvektor relativ zur Kreisbahn zu berechnen. Nun habe ich es auf den &#8222;Old-Style&#8220; Weg gel&ouml;st: &Uuml;ber Newtons Gravitationsgleichung die Beschleunigung durch die Sonne als Vektor berechnet und dann &uuml;ber die Geschwindigkeit- und Wegintegration die Bahn berechnet.<\/p>\n<p class=\"tm5 Normal\">Ein Ergebnis will ich gleich nutzen, und zwar ob es mit der SLS m&ouml;glich ist, einen Orbiter in eine Bahn um Uranus und Neptun zu bringen. Mit dem klassischen Hohmann-Gleichungen ist es leicht, daf&uuml;r das Ergebnis zu berechnen:<\/p>\n<table class=\"Normal tm6 tm7\" border=\"0\" rules=\"all\">\n<tbody class=\"tm8\">\n<tr>\n<th class=\"auto-style2\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Planet<\/p>\n<\/th>\n<th class=\"auto-style2\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Startgeschwindigkeit<\/p>\n<\/th>\n<th class=\"auto-style2\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Ankunftsgeschwindigkeit<\/p>\n<\/th>\n<th class=\"auto-style2\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Reisezeit<\/p>\n<\/th>\n<th class=\"auto-style2\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Geschwindigkeitsdifferenz f&uuml;r 5000 x 10.000.000\u00a0km Orbit<\/p>\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Jupiter<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">14106\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">5643\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">2 Jahre 267 Tage<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">493\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Saturn<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">15084\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">5443\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">6 Jahre 19 Tage<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">544\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Uranus<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">15777\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">4660\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">16 Jahre 14 Tage<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">580\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Neptun<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">16046\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">4054\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">30 Jahre 226 Tage<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">411\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Pluto<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">16095\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">3910\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">35 Jahre 264 Tage<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">3121\u00a0m\/s (@ 1000 km)<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p class=\"tm5 Normal\">Dank der Gr&ouml;&szlig;e und Masse der Riesenplaneten muss man relativ wenig abbremsen, um in einen\u00a0Orbit zu gelangen. Die H&ouml;he von 5000\u00a0km &uuml;ber der Planetenoberfl&auml;che (bei Pluto: nur 1000\u00a0km) habe ich zu Vergleichszwecken f&uuml;r die sp&auml;teren Berechnungen gew&auml;hlt, da man um so weniger abbremsen muss, je n&auml;her man dem Planeten kommt. Bei &uuml;blichen \u0394V-Budgets von 1000 bis 1500\u00a0m\/s wie sie Galileo, Cassini aber auch Venus- und Marssonden f&uuml;r ihre Bahnman&ouml;ver am Ziel haben, kann man selbst bei Uranus das Perig&auml;um in eine sichere Entfernung &uuml;ber den Ringen legen. (in 100.000\u00a0km Entfernung z.\u00a0B. bei Uranus mit der h&ouml;chsten Ann&auml;herungsgeschwindigkeit 1130\u00a0m\/s Abbremsung bei Uranus n&ouml;tig). Bei diesen ganz nahen Bahnen ergibt sich zwangsl&auml;ufig eine hohe Inklination, sonst w&uuml;rde man die Ringebene bei jedem Umlauf kreuzen, was erfahrungsgem&auml;&szlig; den Raumsonden so gut tut wie ein Sandstrahler ihrem Auto.<\/p>\n<p class=\"tm5 Normal\">Ab Uranus werden die Reisezeiten aber dann doch ziemlich lang. Sie sind in den letzten Jahrzehnten angestiegen. In den Sechzigern waren Raumsonden nach durchschnittlich einem halben Jahr am Ziel, die Voyagers brauchten f&uuml;r ihr zweites Ziel Saturn schon 4 Jahre und Messenger, Dawn, Rosetta und New Horizons sind jeweils fast ein Jahrzehnt unterwegs bis zum Ziel. Nehmen wir also mal an, das 10 Jahre Gesamtreisezeit heute die Fahnenstange eines ertr&auml;glichen Zeitraums markiert.<\/p>\n<p class=\"tm5 Normal\">Die SLS kann mit der Delta 4 DCSS 6,9\u00a0t auf 14,3\u00a0km\/s beschleunigen (etwas mehr asls minimal ben&ouml;tigt, das gleicht die Inklinationsdifferenz bzw. Schwankungen der Abst&auml;nde der Planeten aus, es w&uuml;rde aber auch bei optimaler Bahn die Reisezeit auf 1 Jahr 350 Tage verk&uuml;rzen). Diese Angabe ist etwas unsicher, weil nach den Daten die ich von den ersten zwei Stufen habe, die SLS mit 70\u00a0t Nutzlast sehr hohe Aufstiegsverluste hat, 600 m\/s mehr als die Ares, aber die genauen Stufendaten und Nutzlast hat die NASA auch noch nicht ver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p class=\"tm5 Normal\">Von Jupiter wird die Nutzlast dann auf eine Hyperbel beschleunigt. In weiteren 8 Jahren sollen dann Uranus und Neptun erreicht werden. Saturn habe ich ausgelassen, denn erreicht man schon ohne Gravity-Assist in 6 Jahren und Pluto ist so klein, dass er die Sonde nicht nennenswert abbremsen kann. New Horizons hatte nach 10 Jahren Reisedauer schon eine Relativgeschwindigkeit von 10\u00a0km\/s zu Pluto, die kann man, wenn man eine nennenswerte Masse in den Orbit bringen will, nicht mit chemischem Treibstoff abbremsen.<\/p>\n<p class=\"tm5 Normal\">Bei einer Reisezeit von 2920 Tagen (8 Jahren) ab Jupiter kommt man zu folgendem Ergebnis:<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"float: right;\" src=\"\/img\/Jupiter-Neptun.png\" alt=\"Jupiter - Neptun\" width=\"377\" height=\"728\" \/><\/p>\n<table class=\"Normal tm6 tm7\" border=\"0\" rules=\"all\">\n<tbody class=\"tm8\">\n<tr>\n<th class=\"auto-style2\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Planet<\/p>\n<\/th>\n<th class=\"auto-style2\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Startgeschwindigkeit<\/p>\n<\/th>\n<th class=\"auto-style2\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Ankunftsgeschwindigkeit<\/p>\n<\/th>\n<th class=\"auto-style2\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Reisezeit<\/p>\n<\/th>\n<th class=\"auto-style2\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Geschwindigkeitsdifferenz f&uuml;r 5000 x 10.000.000\u00a0km Orbit<\/p>\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Uranus<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">18703\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">3587\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">7 Jahre 362 Tage<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">358\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">Neptun<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">23438\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">13799\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">8 Jahre<\/p>\n<\/td>\n<td class=\"tm9 tm10 tm11\">\n<p class=\"tm5 Normal\">4090\u00a0m\/s<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p class=\"tm5 Normal\">Die hohe Ankunftsgeschwindigkeit (Gesamtbetrag, relativ zum Vektor des Planeten auf der Kreisbahn) ergibt sich, wenn man die Abbildungen betrachtet. Bei Uranus n&auml;hert sich die Sonde in einem spitzen Bogen, ein Gro&szlig;teil der Geschwindigkeit ist daher parallel zu Planetenbewegung. W&auml;hrend bei Neptun die Bahn eine Hyperbel ist mit der Geschwindigkeit fast senkrecht zum Bewegungsvektor des Planeten (eine Tangente am Kreisbogen).<\/p>\n<p class=\"tm5 Normal\">Mit 4090\u00a0m\/s Geschwindigkeitsdifferenz bleiben bei einem spezifischen Impuls von 3150\u00a0m\/s, das ist derzeit das Maximum bei druckgef&ouml;rderten Antrieben mit NTO\/MMH als Treibstoff bleiben noch von 6900\u00a0kg noch 1883\u00a0kg &uuml;brig, davon d&uuml;rften bei normalen Strukturfaktoren von 7:1 noch 1046\u00a0kg &uuml;brig bleiben. Das reicht f&uuml;r einen kleinen Orbit, Galileo wog ohne Antriebssystem auch nur 730\u00a0kg. Allerdings ist der Orbiter dann auf einer polaren Umlaufbahn (um die Ringebene nicht zu kreuzen) und man kann so Triton als einzigen massereichen Mond nicht nutzen, um sie anzuheben.\u00a0Es ist aber kein Problem, eine Atmosph&auml;rensonde mitzunehmen, da sie vorher abgetrennt wird.<\/p>\n<p class=\"tm5 Normal\">Uranus ist v&ouml;llig unproblematisch. Bei der niedrigen Ankunftsgeschwindigkeit kann man den Orbiter ohne Problem in eine &auml;quatoriale Umlaufbahn zwischen Miranda und Oberon einbremsen, und so diese Monde erkunden. Schwenkt man in eine 104.000 x 560.000\u00a0km Bahn (&uuml;ber der Wolkengrenze) ein, so kann man sich Uranus noch mit 8000\u00a0m\/s relativ n&auml;hern um einen 1000\u00a0kg scheren Orbiter in die Umlaufbahn zu bringen. Das l&auml;sst eine Reduktion der Reisedauer auf 2400 Tage ab Jupiter, gesamt also 8 Jahren, 7 Monaten zu.<\/p>\n<p class=\"tm5 Normal\">Zuletzt, au&szlig;er der Reihe, noch eine Absch&auml;tzung. Wenn man davon ausgeht, dass Jupiter die Bahn einer Raumsonde um 90 Grad drehen kann, (das war die bisher h&ouml;chste Bahn&auml;nderung bei Ulysses) so sind das 13,6\u00a0km\/s. mehr. Zusammen mit der Bahngeschwindigkeit von Jupiter also eine Geschwindigkeit von 27,4 km\/s. Wie weit kommt man dann in 8 Jahren um z. B. einen KBO zu erkunden? Ich komme in der Simulation auf eine Distanz von 5.655 Millionen km. Viel, doch nicht ausreichend f&uuml;r die meisten KBO.<\/p>\n<p class=\"tm5 Normal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"float: left;\" src=\"\/img\/Erde-Neptun.png\" alt=\"Erde - Neptun\" width=\"377\" height=\"728\" \/>Wenn man nun sich aber Jupiter bis auf 5000\u00a0km n&auml;hert und dann einen Feststoffantrieb (hier: PAM-D2 mit 3697\u00a0kg Start und 431\u00a0kg Trockenmasse) z&uuml;ndet, dann kann man die Geschwindigkeit einer 6,9 t schweren Raumsonde um 1836\u00a0m\/s erh&ouml;hen, dass entspricht bei dem starken Gravitationsfeld im Unendlichen einem Geschwindigkeitsgewinn von 10871\u00a0m\/s. Mithin einer maximalen Geschwindigkeit relativ zur Sonne nach verlassen von Jupiter von 38200\u00a0m\/s. Dann erreicht man nach weiteren 8 Jahren eine Distanz von 8710 Millionen km. Eris, derzeit in 14 Milliarden Kilometern Entfernung w&auml;re in 13 Jahren erreicht, allerdings d&uuml;rfte sich die Distanz in den 13 Jahren &auml;ndern. Eris ist der bisher gr&ouml;&szlig;te KBO. Bei einer Relativgeschwindigkeit von immer noch 33 km\/s w&auml;re die Passage aber sehr schnell vor&uuml;ber. Abz&uuml;glich der PAM-D2 bleiben dann noch 3,2 t f&uuml;r die Raumsonde, also durchaus eine gro&szlig;e Sonde,<\/p>\n<p class=\"tm5 Normal\">Dieses Szenario ist mehr etwas f&uuml;r die Erkundung der Heliosph&auml;re, die ja in 100\u00a0AE Entfernung langsam in den Interstellaren Raum &uuml;bergeht. Anstatt einer gro&szlig;en Sonde k&ouml;nnte man auch drei kleine, jeweils mit PAM-D (2141\u00a0kg voll, 232\u00a0kg leer) mitf&uuml;hren und h&auml;tte immer noch rund 1100\u00a0kg f&uuml;r die Sonden &uuml;brig, also mehr als Voyager wog. Die PAM w&uuml;rden die Soden um 2474\u00a0m\/s beschleunigen und das sind 13\u00a0km\/s nach verlassen des Jupiters. 100\u00a0AE w&auml;ren dann in 13 Jahren erreicht. Voyager 1 Position (derzeit knapp 21 Mrd. km) in 18 \u00bc Jahren, also zusammen rund 20 Jahren &#8211; Voyager 1 brauchte dazu 38 Jahre. Das w&auml;re eine Option f&uuml;r Raumsonden, die den &Uuml;bergang des Einflussbereiches der Sonne ins intergalaktische Medium und dieses untersuchen. Solche w&auml;ren dann vorwiegend mit Strahlungs- und Partikelsensoren ausger&uuml;stet.<\/p>\n<p class=\"tm5 Normal\">Zuletzt habe ich noch errechnet, ob es f&uuml;r Neptun g&uuml;nstiger w&auml;re, ohne Jupiter direkt zu Neptun zu starten. Bei 10 Jahren Reisedauer kommt man auf eine Ankunftsgeschwindigkeit von 7610\u00a0m\/s, wie man an der Abbildung sieht, g&uuml;nstiger, weil man sich tangential dem Planeten n&auml;hert. Daf&uuml;r muss man mit 42873\u00a0m\/s relativ zur Sonne starten. Das entspricht 17114\u00a0m\/s relativ zur Erdoberfl&auml;che. Die Nutzlast der SLS geht dann auf nur noch 1188\u00a0kg zur&uuml;ck. Doch die SLS ist ja f&uuml;r 70 t Nutzlast ausgelegt, man k&ouml;nnte &uuml;ber der Delta DCSS noch eine Centaur SEC mitf&uuml;hren. Die Nutzlastverkleidung hat f&uuml;r die Stufe auch gen&uuml;gend Platz und die DCSS ist f&uuml;r die Lasten ausgelegt. Das hebt die Nutzlast wieder auf 4400\u00a0kg an. Davon bleiben bei Neptun nach Abzug des Antriebssystems noch 2570\u00a0kg &uuml;brig. Diese L&ouml;sung ist dem Umweg &uuml;ber Jupiter also &uuml;berlegen. Allerdings auch nur wegen der zus&auml;tzlichen Stufe. Mit der w&uuml;rde auch zu Jupiter die Nutzlast von 6,9 auf 11,3\u00a0t steigen. Dies l&auml;sst dann auch einen 1,714\u00a0kg schweren (ohne Antriebssystem) Orbiter um Neptun zu.<\/p>\n<p class=\"tm5 Normal\">Ich habe &uuml;brigens noch etwas Weiteres in mein Programm eingebaut, weil es gerade passte: die Erweiterung der Newton-Simulation um eine dauernde kleine Schubbbeschleunigung durch Ionentriebwerke. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Vielleicht nehme ich das Mal zum Anlass f&uuml;r einen neuen Blog.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/58489bbb87b54208a5bea8844c651adf\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzten beiden Tage habe ich an meiner Software-Dauerbaustelle gearbeitet. Das ist ein Programm &uuml;ber urspr&uuml;nglich Raketenberechnungen, inzwischen auch Bahnberechnungen. Die erste Version habe ich 1987 mit Turbo Pascal 3.02 unter CP\/M geschrieben, nun etliche Betriebssysteme und Compiler sp&auml;ter, werkele ich immer noch dran. Es ist wohl &auml;lter als viele Blogleser. 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