{"id":11602,"date":"2016-04-07T11:29:25","date_gmt":"2016-04-07T09:29:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=11602"},"modified":"2016-04-07T11:29:25","modified_gmt":"2016-04-07T09:29:25","slug":"ein-vorschlag-fuer-den-ersten-teststart-der-sls","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2016\/04\/07\/ein-vorschlag-fuer-den-ersten-teststart-der-sls\/","title":{"rendered":"Ein Vorschlag f&uuml;r den ersten Teststart der SLS"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem ich ja schon eine m&ouml;gliche Nutzlast beim Aprilscherz skizziert habe, hier mal eine ernsthafte Idee. Sie Tr&auml;gt der Tatsache Rechnung das zum einen zwar der Jungfernflug kostenlos ist, zum anderen die NASA nun nicht die Gelder hat was zu entwickeln das auch die Nutzlast ausf&uuml;llt, wie vielleicht einen Titan Orbiter. Europa Clipper k&ouml;nnte ja auf der SLS starten, doch sicher nicht bald und er ist auch ziemlich teuer.<\/p>\n<p>Meine Idee ist nicht neu, die Grundidee ist auch nicht von mir. Sie nutzt auch nicht die hohe Nutzlast der SLS aus, sondern eher ihre Gr&ouml;&szlig;e: Seit zwei Jahrzehnten gibt es die Idee eines Mars-Wetternetzwerks. Anders als heutige Raumsonden sollten dabei nicht komplexe Lander zum Einsatz kommen, sondern relativ einfache Ger&auml;te, die nur wenige Sensoren tragen. Daf&uuml;r gibt es nicht einen sondern viele, und man erh&auml;lt so eine Art Netz von Wetterstationen. Durchgedacht wurde das Konzept bei dem Mars Meteorological Lander, MML, von dem ein Prototyp bei Phobos Grunt mitgef&uuml;hrt wurde.<!--more--><\/p>\n<p>Anders als bisherige Lander ist dieser ein Mitteldung zwischen Penetrator und Lander, mit einer aerodynamischen Verkleidung die ihn auf etwa 200 km\/h abbremst. Sie endet in einem Sporn der sich dann in die erde bohrt. Der Lander ist sehr klein, zusammengefaltet nur 54 cm im Durchmesser und 59 cm lang bei einem Gewicht von 22,3 kg. Auf dem Marsboden \u00b4kommen noch 14,5 kg ab, davon 4,88 kg Experimente. Das sind Wettersensoren f&uuml;r Luftfeuchtigkeit, Staub, Temperatur. Sensoren f&uuml;r Magnetfeld und Helligkeit und der solaren Lichtintensit&auml;t. Dazu kommt eine Panoramakamera die aber in niedriger H&ouml;he nicht viel sieht.<\/p>\n<p>Die instrumentelle Ausr&uuml;stung muss robust sein, sie muss schlie&szlig;lich einem Crash wiederstehen. So wird es keinen ausfahrbaren Mast geben, Solarzellen nur auf der Oberfl&auml;che, mit entsprechend kleiner Fl&auml;che.<\/p>\n<p>Das zweite an was ich eher denke ist ein Minilander. Auch hier gibt es ein Vorbild: <a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Admin\/Documents\/Websites\/bernd-leitenberger\/beagle2.shtml\"> Beagle 2<\/a>. Der Piggy Back Lander von Mars Express wiegt 73,7 kg, hat einen maximalen Durchmesser von 92,4 cm und transportiert 11,5 kg Instrumente. Deren Ausstattung ist deutlich besser. Neben den einfachen Wettersensoren gibt es einen Gaschromatograph, Sensoren zur direkten Bodenuntersuchung wie ein M&ouml;sslbauer-Spektrometer und ein Mikroskop, Einen Bohrer ein R&ouml;ntgenspektrometer und Stereokameras. Insgesamt 11,5 kg. Nachdem man vor zwei Jahren Beagle 2 endlich auf HiRISE Aufnahmen fand wei&szlig; man auch, die Landung selbst gl&uuml;ckte, es aber dann Probleme beim Entfalten der Solarpaneele gab welche die Sendeantenne abdeckten.<\/p>\n<p>Beagle 2 war als Projekt mit der hei&szlig;en Nadel gestrickt und mit etwas mehr Sorgfalt vielleicht auch erfolgreich gewesen.<\/p>\n<p>Wenn ich an ein robustes Design denke, dann eines ohne einen beweglichen Arm wie bei den derzeitigen Landern. Der ist zum einen teuer und zum andern anf&auml;llig. Das bedeutet, ein Lander w&auml;re ein Mittelding zwischen dem MML und Beagle 2. Man k&ouml;nnte an fest montierte Sensoren auf dem Lander und einem Mast denken. Auf dem Lander z.B. f&uuml;r Beleuchtungsst&auml;rke, Staub, Durck, Temperatur. Auf dem Mast f&uuml;r Temperatur, Magnetfeld, ein fest eingebautes Kamerasystem aus 6 Einzelkameras mit Normalwinkelobjektiven. Das letzte w&auml;re wohl f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit die wichtigste Nutzlast. Bei kleinen CCD-Sensoren wie sie heute &uuml;blich sind kann man auch in einem kleinen Volumen eine leistungsf&auml;hige Kamera unterbringen. Ein 24 MP Sensor im APS-C Format w&auml;re so klein, das eine Weitwinkelkamera nicht gr&ouml;&szlig;er als eine normale Kompaktkamera w&auml;re. Bei 60 x 90 Grad Bildgr&ouml;&szlig;e (Horizontal\/Vertikal) entspricht das einer Aufl&ouml;sung von 0,9 Bogenminuten, etwas besser als das menschliche Auge. Sechs Kameras decken auch ohne Schwenkarm die Umgebung ab. Wiegt eine Kamera 500 g kann man ohne Problem 6-7 anbringen die dann auch das gesamte Gesichtsfeld um den Lander abbilden. Kameras sind nat&uuml;rlich was wichtiges, vor allem f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit. W&uuml;nschenswert w&auml;re eine Zoomkamera, doch die Mechanik dieser macht sie auch anf&auml;llig. Besser w&auml;re wohl nur eine Kamera und ein robuster, einfacher Schrittmotor der sie dreht und neigt. Solche Motoren sind einfach, nicht anf&auml;llig und man kann dann eine Kamera mit einem leichten Zoom nehmen, mit einem Spegelreflexstandardobjektiv von 200 mm Brennweite kommt man z.B. auf ein Gesichtsfeld von 5,2 x 7,8 Grad, das entspricht einem 12-fach Zoom. Durch den Schrittmotor kann man zudem koaxial ein IR-Spektrometer anbringen. Mit einem 256 x 256 Pxiel Hg-Cd-Te Chip mit 40 \u00b5m Pixelgr&ouml;&szlig;e erreicht das eine r&auml;umliche Aufl&ouml;sung von 0,7 Bogenminuten. &Uuml;ber Tage hinweg k&ouml;nnte man so nach und nach ein Spektrum des Landeorts erstellen und die Mineralien charakterisieren.\u00a0 Zeit genug hat man ja, denn der Lander bewegt sich ja nicht.<\/p>\n<p>Landen w&uuml;rde man zum einen aus Kostengr&uuml;nden, zum anderen wegen der Robustheit die Lander mit Airbags. Die haben den Vorteil dass sie den Luftwidderstand vor der Landung nochmal erh&ouml;hen und so etwas unabh&auml;ngiger vom Fallschirm machen. Bisher mussten alle Landesonden tief landen, damit der Fallschirm die Geschwindigkeit deutlich reduziert. So sind Hochebenen als Landeort bisher tabu gewesen. Mit Airbags k&ouml;nnte man die Elysium und Tharsis Ebene angehen. Eventuell sogar die Caldera von Olympus Mons (Am hang w&uuml;rde der Lander wohl mit Airabgs bis ins Tal rollen).<\/p>\n<p>Nimmt man 1 m Durchmesser mit Sicherheitsabstand an, so k&ouml;nnte man in der SLS-Verkleidung von 8,38 m Durchmesser wenn die Lander in einer ebene sind vier konzentrische Kreise unterbringen mit 1,6, 9, 12 Kapseln sitzen, zusammen also 28 St&uuml;ck. Jeder w&uuml;rde um die 100 kg wiegen, dazu kommt dann noch die Platte auf der die Lander m&ouml;bliert sind, sowie eine Kommunikationsplattform welche f&uuml;r den Weg verantwortlich ist. Bei 8 m Durchmesser w&auml;re auch noch gen&uuml;gend Platz um den im Start verschobenen Mars Scout mitzuf&uuml;hren. Das spart f&uuml;r ihn eine Tr&auml;gerrakete ein. Das Problem ist also nicht die Nutzlastkapazit&auml;t sondern der Platz den man in der SLS hat (sicher w&auml;ren mit Doppelstartvorrichtungen auch mehrere dieser Marsflottensatelliten startbar, aber soweit will ich gar nicht gehen, dann wird es auch wieder teurer. Bei 60 cm gro&szlig;en Landern, wie dem MML w&auml;ren es &uuml;brigens dann 61 St&uuml;ck die man mitf&uuml;hren k&ouml;nnte.<\/p>\n<p>Beim Mars angekommen w&uuml;rden die Lander individuelle abgetrennt werden, wobei sich nach jeder Abtrennung der Bus neu ausrichtet. Danach k&ouml;nnte noch den Mars Scout absetzen. So spart man bei diesem eine interplanetare Cruise Stage, was auch Kosten spart. Die Platte wird abgetrennt und der Bus selbst schwenkt in eine Umlaufbahn ein &#8211; da die Lander sehr klein sind haben sie keine Richtfunkantenne und sind auf den Transfer der Signale angewiesen. Das k&ouml;nnen die aktuellen US-Orbiter mit &uuml;bernehmen, doch besser w&auml;re ein eigener Orbiter und das Gewicht f&uuml;r gen&uuml;gend Treibstoff spielt bei der SLS keine gro&szlig;e Rolle. Anzustreben w&auml;re eine geostation&auml;re Umlaufbahn, von der aus kann er die Daten aller Lander empfangen die jeder ein Sendefenster zugeordnet bekommen. Aus dem Abstand w&auml;re der Orbiter immerhin f&uuml;r globale Untersuchungen n&uuml;tzlich wie eine globale Aufnahme des Wetters oder andere Parameter die nicht auf einen Punkt bezogen werden m&uuml;ssen. Mit einem kleinen Teleskop k&ouml;nnte man auch gute Deimos Aufnahmen erhalten, der bis zu 3000 km an den geostation&auml;ren Orbit herankommt. Ein Teleskop mit 1 Bogensekunde Aufl&ouml;sung w&uuml;rde dann etwa Aufnahmen mit 15 m Aufl&ouml;sung erm&ouml;glichen, die besten HiRise Bilder haben heute 20 m Aufl&ouml;sung &#8211; nicht viel mehr, aber immerhin.<\/p>\n<p>Nun ja dazu wird es nicht kommen, aber nur einige Cubesats mit einer 500 Millionen Dollar teuren Rakete zu starten, das kann es doch auch nicht sein doer?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/61bcb1c5449f4339a18d5b551806a02d\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich ja schon eine m&ouml;gliche Nutzlast beim Aprilscherz skizziert habe, hier mal eine ernsthafte Idee. Sie Tr&auml;gt der Tatsache Rechnung das zum einen zwar der Jungfernflug kostenlos ist, zum anderen die NASA nun nicht die Gelder hat was zu entwickeln das auch die Nutzlast ausf&uuml;llt, wie vielleicht einen Titan Orbiter. 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