{"id":11777,"date":"2016-07-17T12:12:33","date_gmt":"2016-07-17T10:12:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=11777"},"modified":"2016-07-17T12:13:32","modified_gmt":"2016-07-17T10:13:32","slug":"eine-chance-fuer-die-private-bemannte-raumfahrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2016\/07\/17\/eine-chance-fuer-die-private-bemannte-raumfahrt\/","title":{"rendered":"Eine Chance f&uuml;r die private bemannte Raumfahrt"},"content":{"rendered":"<p>Die NASA hat einen Request ver&ouml;ffentlicht, in dem Interessenten sich f&uuml;r die Nutzung eines Ports bei der <a href=\"http:\/\/spacenews.com\/nasa-seeking-ideas-for-use-of-space-station-docking-port\/\">ISS bewerben k&ouml;nnen<\/a>. An diesem h&auml;ngt derzeit BEAM, ein Mini-Aufblasbares Modul. Es wird nach zwei Jahren 2018 abgekoppelt und um die Benutzung des Ports geht es dann. Bigelow will bis 2020 zwei gr&ouml;&szlig;ere BA-330 im Orbit haben und eines soll an der ISS sein &#8211; an eben diesem Port. So war der Firmensprecher auch etwas verwirrt da das NASA-Dokument ja dann &uuml;berfl&uuml;ssig w&auml;re. Und es scheint zumindest ein weiteres Unternehmen zu geben das sich f&uuml;r den Port interessiert und zwar mit einem normalen Modul. Es soll m&ouml;glichst gro&szlig; sein. Das k&ouml;nnte mit einer Ariane 5 gestartet 10 m lang sein, wenn man nur den zylindrischen Teil nimmt, wenn in ein paar Jahren eine neue Verkleidung zur Verf&uuml;gung steht sogar 13 m und damit deutlich l&auml;nger als die heutigen Module.<!--more--><\/p>\n<p>Die Firme kenne ich nicht, ich glaube auch nicht an einen Erfolg, aber etwas Konkurrenz w&auml;re nicht schlecht. Es g&auml;be dann zwei Anbieter von &#8222;privaten&#8220; Weltraumstationen. Damit der Wettbewerb gerecht beliebt sollte das Modul wie BEAM nur zwei Jahre an der ISS bleiben nicht wie die Firma will bis zum Ende der Lebensdauer der ISS. W&auml;hrend dieser Zeit kann die Firma Astronauten mit den ISS-Astronauten bef&ouml;rdern (die Taxis haben je sieben Sitzpl&auml;tze, die NASA will aber nur vier pro Flug nutzen) und die Firma f&uuml;r Versorgungsg&uuml;ter die NASA bezahlen. Sollte es einen Markt geben so muss sie nach sp&auml;testens 2 Jahren das Modul wieder abkoppeln. Dann m&uuml;sste sie es um mindestens ein, wahrscheinlich zwei weitere Module erweitern die Strom, Lagerr&auml;ume, Lebenserhaltungs- und Lageregelungssyteme und Wohnraum bereitstellen, denn wahrscheinlich wird die Firma dann die Taxis voll belegen, auch um die Kosten pro Person klein halten. An Bord der ISS reicht dagegen ein einfaches Wohnmodul. Alles was man an Technik und Versorgung braucht stellt die ISS. So halten sich die Anfangsinvestitionen in Grenzen. Es gibt ja zwei US-Systeme die als Taxi entwickelt werden, der Dream Chaser war urspr&uuml;nglich auch mal bemannt vorgesehen und k&ouml;nnte umgebaut Werden. Er k&ouml;nnte auch mit Ariane 5 gestartet werden, entsprechende Kooperationen wurden schon von ESA und Sierra Nevada unterzeichnet. Die neue Konkurrenz k&ouml;nnte auch dazu f&uuml;hren dass die Preise von Russland wieder sinken. Wobei damit die Sojus und Progress wieder attraktiv werden die Kosten schon deutlich geringer sein m&uuml;ssen, denn sei erfordern einen anderen Docking-Adapter.<\/p>\n<p>Die kommerziellen Stationen h&auml;tten einen weiteren Vorteil: Sie k&ouml;nnten sich mehr nach dem Zeitplan der Kunden richten. Das sind bei immer noch zweistelligen Millionenbetr&auml;gen pro Trip Milliard&auml;re. Und die richten sich sicher nicht nach dem Zeitplan der NASA. Zudem k&ouml;nnen sie auch nur mit den NASA-Astronauten zur&uuml;ckkehren und die wechselt nur alle 90 Tage aus. K&uuml;rzere Trips gehen also nicht. Ich sehe in reichen Einzelpersonen die wichtigste Klientel. Forschung an Bord der ISS ist ja heute schon m&ouml;glich. Obwohl seit Jahren fertiggestellt wird laufend neues Equipment mit Transportern hochgebracht. Voll belegt sind alle Racks und Au&szlig;enstationen immer noch nicht. Die Anlagen stammen allerdings fast ausschlie&szlig;lich von anderen &ouml;ffentlichen Einrichtungen. Und das obwohl alle Weltraumagenturen schon lange vor Fertigstellung die Pl&auml;ne aufgaben f&uuml;r die Nutzung der ISS Geld zu verlangen. Trotz Bef&ouml;rderung zum Selbstkostenpreis ist das Interesse gering. Ein kommerzieller Unternehmer wird mehr verlangen m&uuml;ssen um Gewinn zu machen und wenn ein Astronaut zur Bedienung noch gestartet werden muss wird es wirklich teurer.<\/p>\n<p>Trotzdem sehe ich keinen besseren Zeitpunkt als genau jetzt mit privaten Raumstationen zu beginnen, wenn sie sich den lohnen sollen, denn sp&auml;ter wird es teurer. Warum?<\/p>\n<ul>\n<li>Die NASA hat die Entwicklung der unbemannten Transporter durch COTS gef&ouml;rdert und betreibet selbst drei Systeme die jedes ab 2018 mindestens zwei Fl&uuml;ge pro Jahr absolvieren m&uuml;ssen. Damit gibt es eine Grunddeckung der Produktionskosten und kommerzielle Anbieter profitieren von Kostensenkungen durch erh&ouml;hte St&uuml;ckzahlen. Dar&uuml;ber hinaus g&auml;be es ja noch HTV und Progress.<\/li>\n<li>Ebenso gibt es jetzt zwei US-Systeme die Astronauten bef&ouml;rdern k&ouml;nnen, ich denke auch das man den Dream Chaser umr&uuml;sten kann das er dies kann. Alle drei benutzen nur einen Adapter, denselben wie die US-Versorger und das HTV. Auch hier spart ein kommerzieller Anbieter die Entwicklungskosten und profitiert von steigenden St&uuml;ckzahlen.<\/li>\n<li>Wenn die ISS mal ausgemustert wird, sind die Systeme zwar noch da, aber die Versorgung der ISS f&auml;llt weg. Die Kosten m&uuml;ssten dann ansteigen. Das hei&szlig;t, wenn man damit Gewinne machen kann dann jetzt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auf der anderen Weise kann ein privater Anbieter seine Kosten optimieren. Er muss ja nicht die B&uuml;ndelung der NASA &uuml;bernehmen. Ariane 5 ist preiswerter als die Atlas oder H2B. Die Falcon 9 f&uuml;r LEO-Missionen noch preiswerter. SpaceX kann zumindest bei Cargomissionen im Preis geschlagen werden, weil hier die Kapsel und ihr Volumen die Grenze setzen und nicht der g&uuml;nstige Preis. Die Cygnus auf der Atlas hat nach Untersuchungen der GAO Orbital einen Gewinn im Bereich von 60 Millionen Dollar eingebracht weil sie viel voller beladen werden konnte. Kostenoptimierte Transporter auf den gro&szlig;en Tr&auml;gerraketen k&ouml;nnten licht die Transportkosten f&uuml;r die NASA deutlich unterbieten.<\/p>\n<p>Ob das Gesch&auml;ft sich wirklich lohnt, ist eine andere Frage. Ich muss sagen ich bin au&szlig;erstande sie zu beantworten. Das liegt daran dass es keine Einsicht in den Markt gibt. Bis jetzt waren die Touristenpl&auml;tze limitiert. Russland konnte beim Aufbau der ISS mit einer Stammbesetzung von 2 Personen jeweils einen Passagier mitnehmen der nach einer Woche mit der alten Besatzung zur&uuml;ckkehrte. Das geht nun bei 6 Personen (2 x 3) nicht mehr. Vorher war also das Angebot begrenzt. Auf der anderen Seite sind selbst die billigsten vorstellbaren Tripkosten immer noch in einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Ich wei&szlig; nicht wie abschreckend das f&uuml;r die potentiellen Superreichen ist. Wenn ich lese, das viele von denen eigene Flugzeuge haben die genauso viel kosten oder Yachten die sogar noch teurer sind und die einige Male im Jahr benutzt werden, dann denke ich spielen die Kosten f&uuml;r einen Trip ins Weltall keine Rolle mehr. Im Endeffekt bekommt man wenn man die verbrachte Zeit als Gegenwert berechnet das gleiche als wenn man 10 Jahre lang 1-2 Wochen pro Jahr auf der Jacht ist. Aber nicht jeder superreiche hat eine Jacht und nicht jeder will auch ins All. Man wird sehen wenn Fl&uuml;ge stattfinden wie ausgebucht das Ganze ist.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/5229962526114a7e9a45a31f5afb984d\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die NASA hat einen Request ver&ouml;ffentlicht, in dem Interessenten sich f&uuml;r die Nutzung eines Ports bei der ISS bewerben k&ouml;nnen. An diesem h&auml;ngt derzeit BEAM, ein Mini-Aufblasbares Modul. Es wird nach zwei Jahren 2018 abgekoppelt und um die Benutzung des Ports geht es dann. 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