{"id":11786,"date":"2016-07-22T00:04:17","date_gmt":"2016-07-21T22:04:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=11786"},"modified":"2016-07-21T20:13:15","modified_gmt":"2016-07-21T18:13:15","slug":"they-were-easily-outnumbered-by-a-smaller-force-of-men","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2016\/07\/22\/they-were-easily-outnumbered-by-a-smaller-force-of-men\/","title":{"rendered":"They were easily outnumbered by a smaller force of men"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; oder Kann eine Dragon 2 auf dem Mond landen?<\/p>\n<p>So &auml;hnlich wurde ich gefragt. Kurze Antwort &#8211; kann sie aber nur wenn SpaceX seinen Mars Colony Transporter daf&uuml;r einsetzt und der existiert vielleicht auf den Computerbildschirmen von SpaceX und im Kopf von Musk, aber sonst nirgendwo. Aber anders als bei SpaceX muss man mir nichts glauben, man kann es nachrechnen oder eben nicht (wenn die daf&uuml;r notwendigen Grundlagen nicht vorhanden sind).<\/p>\n<p>Den Ansatz den ich ich heute verfolge ist der: Ich berechne welche Nutzlast eine Falcon Heavy zum Mond und zur&uuml;ck bringen kann\u00a0 Wenn das bekannt ist kann man hochrechnen wie gro&szlig; die Nutzlast sein muss um eine Dragon 2 auf dieselbe Mission zu schicken.<\/p>\n<p>Fangen wir mit der Falcon Heavy Nutzlast. SpaceX <a href=\"http:\/\/www.spacex.com\/falcon-heavy\">gibt die Nutzlast<\/a> zu 22,2 t in den GTO und 13,6 t zum Mars an, jedoch nicht f&uuml;r die Mondtransferbahn. Man kann aber extrapolieren. Bei anderen Tr&auml;gern isst die Mondnutzlast etwa 20% gr&ouml;&szlig;er als die zum Mars. Das w&auml;ren 16,3 t. Auf eine &auml;hnliche Zahl kommt man wenn man die Geschwindigkeiten ansieht. Die Mondtransferbahn ist 650 m\/s h&ouml;her als in den GTO und 500 m\/s kleiner als beim Mars. Die Nutzlast sollte also in der Mitte, etwas n&auml;her zur Marsnutzlast sein, auch hier kommt man bei (nicht ganz korrekter) linearer Absch&auml;tzung auf 17,3 t. Nimmt man das Mittel beider Sch&auml;tzungen, so kommt man auf 16,8 t. davon will ich nun ausgehen.<!--more--><\/p>\n<p>Die energie&auml;rmste, wenn auch langsamste, Bahn f&uuml;hrt bis auf 350.000 km Entfernung. Der Mond ist 81-mal masse&auml;rmer als die Erde. Die Gravitationskraft nimmt im Quadrat ab, also halten sich beide Gravitationskr&auml;fte in Wurzel(1\/81)= 1\/9 des Abstands der Erde die Waage. Addiert man noch den Erdabstand so kommt man auf die Gesamtentfernung von im Mittel 384.400 km (von den beiden Zentren) gemessen. In 1 * 384.400 km \/ (1+1\/9) = 345.960 km Entfernung vom Zentrum oder rund 339.600 km Entfernung von der Erdoberfl&auml;che m&uuml;sste dann das Apog&auml;um der &Uuml;bergangsbahn liegen.<\/p>\n<p>Ich habe mit 350.000 km gerechnet. Das gibt etwas mehr Sicherheit zudem schwankt der Abstand Erde-Mond auch etwas.<\/p>\n<p>Nach der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vis-Viva-Gleichung\">Vis-viva Gleichung<\/a> betr&auml;gt bei einem Perig&auml;um von 200 km im Perig&auml;um die Geschwindigkeit 10885 m\/s und im Apog&auml;um 202 m\/s.(wenn es den Mond nicht g&auml;be).<\/p>\n<p>Auf dieser Bahn wird die Dragon immer langsamer bis sie in 339.600 km Entfernung von der Erde angekommen ist. Danach zieht der Mond sie an und sie wird immer schneller. Doch wie schnell?<\/p>\n<p>Nach dem Energieerhaltungssatz gilt<\/p>\n<p>E = 1\/2 m v\u00b2<\/p>\n<p>Die Gesamtenergie ergibt sich so aus der Geschwindigkeit v1 die die Sonde hat wenn sie in die Mondeinflussp&auml;hre kommt (329 m\/s nach der Vis-Viva Gleichung) und der Geschwindigkeit v2 die sie erhalten w&uuml;rde wenn sie mit Geschwindigkeit 0 aus dem Unendlichen auf die Mondoberfl&auml;che f&auml;llt. Diese ergibt sich aus der lokalen Fluchtgeschwindigkeit die definiert ist als:<\/p>\n<p>vFlucht = Wurzel (2*Masse*Gravitationskonstante\/Abstand vom Zentrum).<\/p>\n<p>Man erh&auml;lt wenn man die Masse des Mondes und den mittleren Radius des Mondes von 1738 km einsetzt eine Geschwindigkeit Vflucht von 2381 m\/s).<\/p>\n<p>Die Gesamtenergie ist dann wenn man die konstante Masse und den Faktor 2 wegl&auml;sst:<\/p>\n<p>E = 329\u00b2 + 2381\u00b2<\/p>\n<p>Die Geschwindigkeit bekommt man aus demselben Satz, wenn man wieder die Wurzel zieht, so erh&auml;lt man eine Endgeschwindigkeit von 2403 m\/s.<\/p>\n<p>Diese Geschwindigkeit muss die Dragon abbremsen. Allerdings reicht das nicht. W&auml;hrend das Triebwerk arbeitet zieht der Mond weiter die Kapsel an, mit 1,6 m\/s an der Oberfl&auml;che. Bremst man mit 10 m\/s ab, das ist nahe dem irdischen g so dauet das 241 s und erh&ouml;ht die Geschwindigkeit um 243 x 1,6 m\/s. Da f&uuml;r die l&auml;ngere Brennzeit dann auch noch Verluste anfallen steigt das auf 481 m\/s. Zuletzt braucht man eine Reserve um zu schweben. Nimmt man 1 Minute so sind dies bei einer Mondgravitation von 1,6 m\/s rund 96 m\/s. Die Gesamtgeschwindigkeit die zu vernichten ist sind also 2403 + 481 + 96 m\/s = 2980 m\/s. Mit mehr als einem G w&uuml;rde ich nach fast 4 Tagen Schwerelosigkeit nur arbeiten wenn das ganze automatisiert vom Computer geht, denn dann k&ouml;nnen die Besatzungen nicht eingreifen. Es f&auml;llt schwer zu glauben dass sie bei mehreren G noch steuern k&ouml;nnen, wenn sei vorher in Schwerelosigkeit waren. 2 G\u00a0 Abbremsrate w&uuml;rden die Abstiegsverluste auf 210 m\/s reduzieren.<\/p>\n<p>Das bei Apollo praktizierte LOR Man&ouml;ver ist bei der Dragon ohne Vorteil, denn deren Vorteil lag daran, dass man nicht die schwere Apollokapsel landet sondern den leichten Mondlander. Hier soll aber die Dragon landen. Wikipedia gibt den spezifischen Impuls der Super-Draco mit 240 an, das ist relativ gering. Nehmen wir an, sie setzten welche mit verl&auml;ngerten D&uuml;sen ein, so k&ouml;nnte man einen spezifischen Impuls wie das Aestus erreichen, das hat mit 3187 m\/s den bisher h&ouml;chsten aller druckgef&ouml;rderten Triebwerke mit NTO\/UDMH.<\/p>\n<p>Wie viel Masse bleibt &uuml;brig? Nun formen wir die Ziolkowsksi-Gleichung<\/p>\n<p>v = Vspez * ln (Vollmasse\/Leermasse)<\/p>\n<p>auf die Leermasse um:<\/p>\n<p>Leermasse = Vollmasse \/ exp(v\/vspez)<\/p>\n<p>so kommt man bei Vspez = 3187 m\/s, v = 2980 m\/s und Vollmasse = 16800 kg auf 6595 kg.<\/p>\n<p>Es gibt nun zwei M&ouml;glichkeiten: Entweder die Dragon landet mit eigener Stufe, die kann man dann vor dem R&uuml;ckstart abziehen oder mit internen Treibstoffvorr&auml;ten. F&uuml;r beides will ich einen Strukturfaktor von 15 annehmen, das ist f&uuml;r Druckf&ouml;rderung schon ambitioniert.<\/p>\n<p>Kommen wir zuerst zur Geschwindigkeit f&uuml;r den R&uuml;ckstart. Auch hier m&uuml;ssen wir nur eine Bahn einschlagen die bis in 38.440 km Entfernung vom Zentrum f&uuml;hrt. Ich nehme f&uuml;r Berechnungen hier mal 40.000 km von der Oberfl&auml;che. Nach der Vis a Vis Gleichung braucht man daf&uuml;r 2331 m\/s. Dazu kommen auch hier Aufstiegsverluste, erneut bedingt daf&uuml;r das der Mond w&auml;hrend das Triebwerk l&auml;uft mit 1,6 m\/s anzieht und so die Geschwindigkeit senkt. So kommen weitere 470 m\/s zusammen. Schweben muss man nicht. So betr&auml;gt die Endgeschwindigkeit 2801 m\/s. Bem&uuml;ht man erneut die umgeformte Ziolkowsi Gleichung so erh&auml;lt man mit den neuen Werten (6595 kg \/ 2801 m\/s) nun auf 2738 kg.<\/p>\n<p>2738 kg, das ist das was zur Erde zur&uuml;ckkehrt. Doch das ist nicht nur die Dragon Die Differenz zur Startmasse ist Treibstoff. Das sind &uuml;ber 14 t. Nach Wikipedia fassen die Tanks aber gerade mal 1.368 kg. Bei einem Strukturfaktor von 15 f&uuml;r die relativ schweren Drucktanks reduziert das die Nutzlasse um (14062-1368 \/ 15 ) = 846 kg. Dies ist also von der Dragon abzuziehen. Netto bleibt also noch 1.892 kg &uuml;brig.<\/p>\n<p>Etwas g&uuml;nstiger ist es wenn man zwei Stufen hat. Dann kann man die Tanks f&uuml;r den Abstieg schon vor dem Aufstieg abwerfen. Hier spare ich mir die Rechnung. Sie wiegen 680 kg. Die Tanks der Aufstiegsstufe dann nur noch 185 kg. Wobei die Endmasse nach Erreichen der Erdtransferbahn 2455 kg betr&auml;gt (Tanks wurden ja schon vorher abgeworfen, d.h. das Startgewicht sit schon geringer), abz&uuml;glich der 185 kg also netto 2270 kg zur erde zur&uuml;ckkommen -.das sind &uuml;ber 20% mehr Nutzlast.<\/p>\n<p>So nun die Hochrechnung. Nach Wikipedia wiegt die <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Dragon_2\">Dragon 2<\/a> 6,4 t. Dazu k&auml;me noch die Besatzung, Nahrung, Luft, Wasser. Ausr&uuml;stung und Raumanz&uuml;ge. Nimmt man 300 kg pro Person an (alleine die Raumanz&uuml;ge wiegen 50 kg, bei Apollo verbrauchte die Besatzung rund 10 kg Wasser\/Nahrung, LiOH Kanister pro Tag) und 4 Personen so ist man bei 7,6 t. Das ist das 3,34-fache der 2.270 kg die maximal zur&uuml;ckkommen.<\/p>\n<p>Damit hat man die Antwort auf die Frage: Wenn SpaceX eine <strong>Rakete mit der 3,34-fachen Nutzlast der Falcon heavy, <\/strong>also &uuml;ber 180 t in einen Erdorbit hat, dann kann sie die Red Dragon auf dem Mond landen.<\/p>\n<p>Es zeigt aber auch sehr gut wie man Musks Angaben zu &#8222;can land everywhere in the solar System&#8220; interpretieren kann. Ja wenn man die Rakete daf&uuml;r hat. SpaceX gibt auch die Nutzlast der Falcon Heavy f&uuml;r Pluto an. Aus Jux und Tollerei will ich mal eine &Uuml;berschlagrechnung machen.<\/p>\n<p>New Horizons n&auml;hert sich Pluto\u00a0 mit 13,88 km\/s.. Dazu k&auml;men dann noch die Gravitation von Pluto selbst, Abstiegsverluste und Schweben, rechnen wir mal mit 14,3 km\/s (ohne Schweben und Abstiegsverluste sind 13932 m\/s). Zur&uuml;ckkommen muss man nicht (ist ja nicht die Rede davon, es geht nur um &#8222;land&#8220;).<\/p>\n<p>Man muss das aber nicht genau berechnen, denn wenn man mit gesch&auml;tzten werten der Falcon heavy die Geschwindigkeit f&uuml;r 2900 kg (die Nutzlastangabe f&uuml;r Pluto) rechnet kommt man auf 14,3 km\/s. Das ist kein Zufall, das ist die Geschwindigkeit um zu Jupiter zu kommen und Jupiter schickt einen dann zu Pluto. Damit kann man sagen: eine Falcon 9 die beim Start 549 t wiegt kann 2,9 t auf 14,3 km beschleunigen. Also kann eine 549 t schwere Rakete auch 2,9 t um 14,3 km\/s abbremsen oder eine 6400 * 549 t \/ 2900 kg = 1211 t schwere Rakete eine eine Dragon auf dem Pluto landen lassen. Die 1211 t muss man zu Pluto transportieren. Die normale Falcon 9 schafft bei 549 t Startmasse genau 2,9 t dorthin, also muss die Startrakete 1211\/2.9*549 t = 229254 t beim Start wiegen, also etwa 80-mal schwerer als eine Saturn V. Klar kann man bauen, ich glaubs aber ehrlich gesagt nicht.<\/p>\n<p>Was klappen k&ouml;nnte, wenn man sich die Zahlen anschaut ist das Landen auf dem Mond ohne R&uuml;ckkehr. Zieht man die Tanks ab, so entspricht die Rechnung einer Landemasse von 5915 kg. L&auml;sst man einige Systeme bei der Dragon 2 weg, die man bei der Landung auf dem Mond nicht braucht wie Fallschirme oder Hitzeschutzschild so kann man die 500 kg die sie derzeit zu schwer ist, einsparen und sie k&ouml;nnte tats&auml;chlich landen.<\/p>\n<p>Nur frage ich mich: Warum? Das ist dann eine leere Kapsel. Bewegen kann sie sich nicht. Nutzlast kann sie auch nicht in nennenswerter Weise mitf&uuml;hren. Okay man kann eine Videokamera au&szlig;en oder vor das Bullauge montieren und die Mondlandschaft aufnehmen. Das reicht vielleicht f&uuml;r das SpaceX PR-Ziel, aber sonst finde ich das zu wenig. Russland hat mit 40% der Nutzlast der Falcon Heavy ihre <a href=\"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/luna.shtml\">Luna 16-24<\/a> gestartet. Die konnten Bodenproben zur Erde zur&uuml;ckbringen oder ein Lunochod das monatelang auf dem Mond rumkurvte und das mit der Technik Ende der Sechziger Jahre. Da finde ich eine leere Kapsel bei einem vielfachen der Startmasse doch etwas bescheiden.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"line-height: 1.5;\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/b5c80ecd5eaa46ae99c1eab912abb2f6\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; oder Kann eine Dragon 2 auf dem Mond landen? 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