{"id":11901,"date":"2016-08-26T09:05:15","date_gmt":"2016-08-26T07:05:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=11901"},"modified":"2016-08-26T09:05:15","modified_gmt":"2016-08-26T07:05:15","slug":"die-roemische-armee-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2016\/08\/26\/die-roemische-armee-teil-2\/","title":{"rendered":"Die r&ouml;mische Armee Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Im zweiten Teil &uuml;ber die r&ouml;mische Armee geht es um die Armee zwischen etwa 100 v. Chr. bis 27. n. Christus. Es ist die r&ouml;mische Armee der B&uuml;rgerkriegszeit. Nachdem Karthago im Jahre 146. V. Christus gefallen war, hatte Rom im Mittelmeer keinen ebenb&uuml;rtigen Gegner mehr. Zwar hatte Rom damals noch viele Gebiete nicht erobert die sp&auml;ter zu seinem Herrschaftsbereich geh&ouml;rten, es umfasste damals Teile Spaniens rund um die S&uuml;dk&uuml;ste, das Gebiet um Tunis, Griechenland und die Mittemeerk&uuml;ste der T&uuml;rkei. Doch es gab nun keine Gro&szlig;m&auml;chte mehr die ein wirklicher Gegner waren. In Spanien, Frankreich, Mittel und Westeuropa gab es z.B. anstatt eines Staates viele kleine St&auml;mme. Die beiden verbliebenen Diadochenreiche (das mazedonische wurde 168 besiegt) waren milit&auml;risch schwach. &Auml;gypten hatte schon Probleme sein eigenes gebiet zu verteildigen und das letzte Diadochenreich, die Seleukiden das die Nachfolge des Perserreiches antrat war im Abwehrkampf mit den Pathern aus Iran.<\/p>\n<p>So fragt man sich warum die R&ouml;mer ihre Armee &auml;nderten. Sie war doch so erfolgreich? Nun zwar hatte man inzwischen zahlreichen italienischen B&uuml;rgern das B&uuml;rgerrecht verliehen, damit waren diese auch zum Kriegsdienst verpflichtet (das B&uuml;rgerrecht war so wichtig, das es zwischen 91 und 88 v.Chr. sogar einen Krieg zwischen Rom und seinen italienischen Bundesgenossen gab. So gab es eigentlich so viele potentielle Rekruten, dass man zu einer Freiwilligenarmee &uuml;berging. Die Soldaten wurden also nicht mehr eingezogen, sondern sondern meldeten sich freiwillig zum Dienst, allerdings gab es immer noch die Unterteilung nach St&auml;nden und jeder Soldat musste seine Ausr&uuml;stung selber stellen. Vor allem f&uuml;r Adelige und die die eine h&ouml;here staatslaufbahn anstrebten war der Milit&auml;rdienst wichtig, ohne ihn hatte man im Staat keinen Anspruch auf ein politisches Amt.<!--more--><\/p>\n<p>Der Kriegsdienst war eine doppelseitige Sache. Bei den meist siegreichen Feldz&uuml;gen winkte den beteiligten Soldaten eine fette Beute, denn sie bekamen einen Anteil an dem gut das gepl&uuml;ndert wurde. Zog sich dagegen ein Krieg lange hin, so konnte dies den wirtschaftlichen Untergang der Soldaten bedeuten. Vor allem die Bauern litten im zweiten punischen Krieg, der sich &uuml;ber ein Jahrzehnt auf der italienischen Halbinsel abspielte. Am Ende waren ganze Gegenden entv&ouml;lkert, denn die R&uuml;ckkehrer konnten ohne Vieh und Saatgut nicht einfach dort fortfahren wo sie aufgeh&ouml;rt hatten. So kam man auf das Freiwilligensystem.<\/p>\n<p>Doch auch ihm war keine lange Dauer bescheiden, denn 154 v. Christus begann Rom mit der Eroberung des restlichen Spaniens. Die Keltiberer hatten jedoch eine andere Taktik als die gro&szlig;en Gegner die Rom bisher hatte, sie vermieden gro&szlig;e Schlachten und f&uuml;hrten stattdessen einen Partisanenkrieg mit vielen Scharm&uuml;tzeln. Der Krieg dauerte 21 Jahre, l&auml;nger als jeder andere Konflikt vorher und es wurde sehr schwer Freiwillige zu finden die weiter Krieg f&uuml;hren wollten. Das setzte sich wenig sp&auml;ter im ebenso langwierigen Algerienkrieg fort.\u00a0 Dem Problem, dass Rom enorm schnell wuchs, auch weil viele Bauern nach dem Kriegsdienst verschuldet waren und ihr Land verloren daf&uuml;r gro&szlig;e Latifundien mit Sklaven entstanden versuchten die Graccus Br&uuml;der um 133 v. Chr. mit Reformen zu begegnen, doch vergebens. Wenig sp&auml;ter wurde die Republik aufger&uuml;ttelt als zwei germanische St&auml;mme (Kimbern und Teutonen) die R&ouml;mer besiegten und bis nach Italien einr&uuml;ckten und die Numidier in Nordafrika sich erfolgreich gegen eine Expansion &uuml;ber das Gebiet rund um Karthago wehrten.<\/p>\n<p>Die alte Armee war f&uuml;r eine dauerhafte Expansionspolitik nicht schlagkr&auml;ftig genug und vor allem fehlte es an Rekruten. Je weiter die Kriegsschaupl&auml;tze von Rom wegr&uuml;ckten und je l&auml;nger der Krieg dauerte desto schwerer waren Soldaten zu finden. Der r&ouml;mische Konsol und Feldherr Marius erkannte das Problem und reformierte die Armee. Es wurde nun eine Berufsarmee, bei der ein Rekrut 25 Jahre diente. Danach wurde er nicht nur entlassen, sondern bekam als Veteran auch ein St&uuml;ck Land zur Versorgung und f&uuml;r eine Nachkommen. Das er&ouml;ffnete die Armee f&uuml;r alle Besitzlosen, und es gab nun Rekruten in H&uuml;lle und F&uuml;lle. Damit musste aber auch die Ausr&uuml;stung ge&auml;ndert werden. Denn nun konnte der Legion&auml;r nicht mehr selbst die R&uuml;stung und Waffen stellen. Die Unterschiede die es vorher zwischen Triari, Hastati, Pr\u00edncipes und Velites gab wurden abgeschafft. Jeder Soldat hatte als R&uuml;stung ein Kettenhemd das bis zur H&uuml;fte reichte, einen Helm, der auch die Wangen sch&uuml;tzte, einen gro&szlig;en ovalen Schild, ein Kurzschwert und zwei Wurfspie&szlig;e, einen leichteren f&uuml;r etwas gr&ouml;&szlig;ere Entfernungen und einen schwereren f&uuml;r die Nahdistanz. Die grunds&auml;tzliche Taktik hatte sich nicht gewandelt. Noch immer versuchte man feindliche Formationen mit zwei Salven aus Wurfspie&szlig;en aufzubrechen und ging dann mit dem Schwer zum Nahkampf &uuml;ber. Die leichten Velites gab es nicht mehr. Anstatt der Reiterei hatte eine Legion die es nun in konstanter Gr&ouml;&szlig;e (30 Manipel in 10 Kohorten zu etwa 5000 Mann gab nur noch eine kleine Reiterei von 400 bis 500 Mann pro Legion die als Kundschafter und Meldereiter dienten. Die Armee war nun endg&uuml;ltig zu einer Infanteriearmee geworden. Die Ausr&uuml;stung blieb weitestgehend so. Da sie nun einheitlich war begann eine richtige Massenproduktion von Helmen Schilden und Schwertern.<\/p>\n<p>Sp&auml;ter schaffte Maris auch noch den Tross ab. Er transportierte bisher die ganze Ausr&uuml;stung und das Essen. Stattdessen mussten die Soldaten das nun selbst tun. Sie f&uuml;hrten neben Werkzeug und einigen Tagesrationen auch ein Zelt mit sich, das in zerlegter Form auf die Insassen verteilt wurden. Die Armee wurde dadurch schneller, denn der Tross war langsam, zog sich beim Marsch nicht so lange hin, was sie weniger verwundbar machte. Die Offiziere stammten von den Adeligen und hatten wie vorher nur eine kurze Dienstzeit die n&ouml;tig war um Stadt aufzur&uuml;cken. Das wurde meist durch einen vom Feldherrn ernannten Berufsoffizier den Legaten ausgeglichen, der &uuml;ber den eigentlichen Offizieren, den Tribunen stand. Eine Karriere in dem Sinne, das man wie bei der heutigen Armee im Rang aufr&uuml;cken konnte gab es nicht. Ein einfacher Soldat konnte sp&auml;ter eine Gruppe oder als Zenturio eine Hundertschaft anf&uuml;hren, doch er konnte nicht weiter aufr&uuml;cken.<\/p>\n<p>Die Armee wurde nun als Berufsarmee auch so bezahlt, dass die Soldaten davon leben konnten. Es ergab sich aber eine Abh&auml;ngigkeit vom Feldherrn die noch fatal werden sollte. Eroberte ein Feldherr ein neues Gebiet so zog er zuerst einmal die Beute ein, die man zu Geld machen konnte und verteilte einen Teil unter seinen Soldaten. In jedem falle erhielt er den Sold und nicht die Soldaten direkt vom Staat. Es gab also ein Abh&auml;ngigkeitsverh&auml;ltnis und in der Folge nutzten Feldherren die ihnen unterstellten Truppen nicht nur f&uuml;r Feldz&uuml;ge, sondern auch um eigene Interessen durchzusetzen. Julius C&auml;sar nutzte seine Truppenaus um Diktator zu werden, doch das war nur der Beginn. Sp&auml;ter wurde es &uuml;blich das Armeen ihre Feldherren zum. Kaiser auszurufen. Nach dem Tod Neros k&auml;mpften sogar drei Feldherren darum Kaiser zu werden. Die Armee die ihn zum Kaiser erhob bekam dann sp&auml;ter ein &uuml;ppiges Geschenk.<\/p>\n<p>In diese Zeit f&auml;llt ein Gro&szlig;teil der Eroberungen Roms, aber er endete auch in einem langj&auml;hrigen B&uuml;rgerkrieg, der mit der Machtergreifung C&auml;sar begann, der gegen Pompejus k&auml;mpfte und mit dem Sieg Augustus gegen Marc Antone &uuml;ber 20 Jahre sp&auml;ter endete.<\/p>\n<p>Die Berufsarmee war nun eine hervorragend trainierte Armee. Sie war ja nicht nur in Feldz&uuml;gen und wenn dann nicht die ganze Armee. So wurde sehr viel trainiert, sowohl Taktiken wie Nahkampf, aber auch regelm&auml;&szlig;ige Fu&szlig;m&auml;rsche gemacht, schlie&szlig;lich musste man mit R&uuml;stung fast 50 kg Ausr&uuml;stung tragen. Die Schlagkraft wuchs. In antiken Schlachten siegte nicht immer die am besten ausger&uuml;stete Armee (obwohl auch hier die r&ouml;mische Armee einen hohen Standard hatte) sondern die disziplinierteste. Eine Schlacht war dann entschieden, wenn die Schlachtordnung sich aufl&ouml;ste, dazu musste es nicht mal viele Verluste bis dahin gegeben haben, es reichte das Soldaten bef&uuml;rchteten nicht mehr zu siegen oder um ihr Leben f&uuml;rchteten. Wenn dann einer flieht, so reist das nicht nur ein L&uuml;cke, sondern das infizierte auch die umgebenen. Disziplin und Training f&uuml;hrten dazu dass die Soldaten ihr Trainingsprogramm auch unter extremen Belastungen abspulten und die Schlachtordnung hielt.<\/p>\n<p>Es gab aber auch so viel zeit und so wurde die r&ouml;mische Armee sehr wichtig f&uuml;r die Infrastruktur. Sie legten Stra&szlig;en durch das ganze r&ouml;mische Reich an, sehr zuverl&auml;ssig gebaut, bis &uuml;ber 50 cm tief wurde der Boden durch mehrere Schichten von Sand, Kies und Ger&ouml;ll ausgetaucht und oben mit Platten abgedeckt. Diese dienten der schnellen Verlegung der Truppen, warne aber auch f&uuml;r Handel und Zivilbev&ouml;lkerung wichtig. Pioniertruppen bauten Br&uuml;cken &#8211; C&auml;sar leis einmal eine &uuml;ber den Rhein errichten und wenige Tage sp&auml;ter abreisen nur um zu zeigen das er jederzeit &uuml;bersetzen konnte. Im Feindesland bzw. unterworfenen Gebieten wurden Legionslager gebaut, die dann mit Aqu&auml;dukten versorgt wurden. Die Legion&auml;re bauchten G&uuml;ter und schufen einen Nachfragemarkt, gr&uuml;ndeten Familien so bildeten sich um die Legionslager St&auml;dte. K&ouml;ln war urspr&uuml;nglich mal ein Legionslager um das sich eine Stadt bildete und wurde innerhalb eines Jahrhunderts zur gr&ouml;&szlig;ten Stadt n&ouml;rdlich der Alpen.<\/p>\n<p>De Fakto brachte so die r&ouml;mische Armee auch das r&ouml;mische Leben und Sitten in viele L&auml;nder. Das trug wahrscheinlich mehr zum r&ouml;mischen Frieden bei als die Milit&auml;rpr&auml;senz, denn viele (wenn auch nicht alle eroberten) fanden die neue Ordnung nicht so schlecht und das r&ouml;mische Leben ganz angenehm. Was die praktische Zivilisation anging waren die R&ouml;mer vielen ihrer Unterworfenen voraus, so verf&uuml;gten sie schon &uuml;ber Kanalisation, flie&szlig;endes Wasser, B&auml;der und Sauna. St&auml;dte hatten Steinh&auml;user, verf&uuml;gten &uuml;ber ein Forum als Versammlungs- und Marktplatz und Theater. es gab Gerichte und es gab so etwas wie ein Staats- oder Gemeinwesen.<\/p>\n<p>Die B&uuml;rgerkriege f&uuml;hrten dazu dass die vielen Parteien auf eigene Faust Legionen anwarben und als Augustus um 30 v. Chr. schlie&szlig;lich siegte gab es 71 Legionen. Augustus l&ouml;ste viele auf und es begann eine neue Phase das Kaisertum in de das r&ouml;mische Reich kaum noch wuchs und man stattdessen das eroberte sicherte., Das ist der Inhalt des letzten Teils.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/965427df6dcf4c37948af55cd42c746e\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im zweiten Teil &uuml;ber die r&ouml;mische Armee geht es um die Armee zwischen etwa 100 v. Chr. bis 27. n. Christus. Es ist die r&ouml;mische Armee der B&uuml;rgerkriegszeit. Nachdem Karthago im Jahre 146. V. 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