{"id":12013,"date":"2016-09-27T00:23:17","date_gmt":"2016-09-26T22:23:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=12013"},"modified":"2016-10-07T15:37:13","modified_gmt":"2016-10-07T13:37:13","slug":"entstehung-von-leben-auf-der-erde-und-im-sonnensystem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2016\/09\/27\/entstehung-von-leben-auf-der-erde-und-im-sonnensystem\/","title":{"rendered":"Entstehung von Leben auf der Erde und im Sonnensystem"},"content":{"rendered":"<p>Eines der Dauerbrennerthemen bei Sendungen &uuml;ber Astronomie ist es, wo es noch Leben geben k&ouml;nnte. Man kann ja viel spekulieren &uuml;ber fremde Planeten, doch am meisten wird nat&uuml;rlich &uuml;ber Leben in unserem Sonnensystem spekuliert. Die NASA n&auml;hrt das sehr gut, vor allem beim Mars. Auch wenn sie von &#8222;Der Suche nach dem Leben&#8220; auf &#8222;Spur des Wassers&#8220; als Motto umgeschaltet hat, kommt doch immer ein Hinweis darauf, dass Wasser eine Grundvoraussetzung f&uuml;r Leben ist. Daneben gibt es auch noch Postulate &uuml;ber Leben auf dem Mond Europa, manchmal auch auf Enceladus und Titan aber auch Jupiter und die Venus tauchen immer wieder auf. Bei manchen Sendungen ist es ganz einfach: Man braucht nur fl&uuml;ssiges Wasser, eine Energiequelle und einfache organische Verbindungen und es bildet sich von alleine Leben. So ist zumindest as Res&uuml;mee in vielen Wissenschaftssendungen, die sich mit dem Planetensystem oder Alien oder &auml;hnlichem besch&auml;ftigen. Um meine Meinung dazu geht es in diesem Beitrag.<\/p>\n<h3>Leben ensteht? ein Automatismus?<\/h3>\n<p>Kommen wir zuerst einmal auf einen Punkt: Wie kommt man zu dieser optimistischen Einstellung? Wann immer in der Vergangenheit man annahm oder postulierte, die Erde oder die Menschheit w&auml;re etwas Besonderes, dann lag man falsch. Das gab fr&uuml;her gro&szlig;e Auseinandersetzungen, auch weil viele dieser Ansichten religi&ouml;s motiviert waren. So lag man falsch, als man annahm, dass die Erde in der Mitte des Sonnensystems liegt. Kopernikus brachte ein zweites Modell ins Spiel, das sich als richtig erwies. Dann brachte Darwin die Vorstellung ins Wanken, dass der Mensch die Kr&ouml;nung der Sch&ouml;pfung sei. Wir sind nur eine von vielen Arten, wenn auch vielleicht die intelligenteste. In der Astronomie entdeckte man noch sp&auml;ter, dass Wir uns weder in der Mitte der Milchstra&szlig;e befinden, noch das unsere Milchstra&szlig;e, was Besonderes ist, sondern die meisten Nebel, die man mit dem Teleskop am Himmel sieht, sind auch Galaxien sind. Selbst unsere Sonne ist weder besonders gro&szlig; noch besonders klein, auch wenn sie nicht zur h&auml;ufigsten Klasse der roten Zwergsterne geh&ouml;rt die die meisten Sterne stellen.<!--more--><\/p>\n<p>Heute ist die Vorstellung daher genau umgekehrt: man nimmt an das unser Planetensystem typisch ist und dass auch die Entstehung von Leben so eine typische Sache ist, die ein Planet hervorbringt, wenn er in der richtigen Entfernung vom Stern ist und aus Gestein besteht. So entdeckte man 1995 die ersten Exoplaneten. Die waren zuerst ziemlich gro&szlig;, bewegten sich auf exzentrischen Bahnen oder nahe der Sonne. Sie waren also v&ouml;llig anders als die Planeten, die wir kennen. Doch die Forscher waren sich sicher. Man wird auch erd&auml;hnliche Planeten finden. Es war nur eine Frage der Messtechnik, die immer besser wurde. Die Exoten konnte man nur zuerst entdecken, weil sie starke Effekte auf ihre Sonne hatten. Heute kann man auch den kleineren Effekt eines erdgro&szlig;en Planeten nachweisen und nun hat man im August bei Proxima Centauri einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Proxima_Centauri_b\">Planeten <\/a> gefunden, der etwas gr&ouml;&szlig;er als die Erde ist und sich in einer habitablen Zone befindet. Bisher war man mit der Annahme also erfolgreich. So ist heute auch die Vorstellung f&uuml;r die Entstehung von Leben. Heute nimmt man an, dass wenn die Startbedingungen geeignet sind, automatisch Leben entsteht.<\/p>\n<h3>Argumente f&uuml;r eine schnelle Entstehung von Leben<\/h3>\n<p>Daf&uuml;r gibt es zwei wesentliche Argumente. Das Erste ist das Miller-Experiment. In den F&uuml;nfziger Jahren hat Stanley Miller ein Experiment durchgef&uuml;hrt. Er brachte in einen Kolben Wasser und Gase hinein, die er f&uuml;r die Bestandteile der Uratmosph&auml;re hielt, und setzte das elektrischen Entladungen aus und kochte es. Die kondensierte Fl&uuml;ssigkeit wurde wieder zur&uuml;ckgeleitet. Nach zwei Wochen beendete er das Experiment und analysierte den Inhalt. Der gr&ouml;&szlig;te Teil war Teer oder komplexe aromatische\/aliphatische Verbindungen, die aus Methan entstanden. Darunter waren aber vier Aminos&auml;uren und die Fetts&auml;ure Propions&auml;ure. So entstehen also zumindest in diesem Experiment von allein einfache organische Molek&uuml;le, die man auch in Organismen findet. Das Experiment wurde wiederholt, modifiziert, indem man andere Ausgangsstoffe nahm oder die Energiequelle wechselte und man kam so noch auf weitere Biomolek&uuml;le.<\/p>\n<p>Der zweite Umstand ist, dass die &auml;ltesten Lebensspuren, die man mit Sicherheit bestimmt hat, 3,5 Milliarden Jahre alt sind. 3,8 Milliarden alte Spuren von Kohlenstoff scheinen von Organismen zu stammen und nun hat man schon in <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/natur\/leben-auf-der-erde-entstand-vor-4-1-milliarden-jahren-a-1058689.html\"> 4,1 Milliarden Jahren alten Zirkonen<\/a> ein auff&auml;lliges Kohlenstoff-13 zu 12-Verh&auml;ltnis gefunden was eine Spur von Leben sein kann. Die beiden letzten Beweise sind aber indirekt. Auf der anderen Seite gibt es auch nur wenig Gestein aus dem fr&uuml;hen Pr&auml;kambrium das erhalten bleib. Beides zusammen \u2013 die Bildung von organischen Molek&uuml;len aus der Uratmosph&auml;re und das fr&uuml;he Auftreten von Lebensspuren f&uuml;hrt dazu, dass man heute der Ansicht ist Leben entsteht fast automatisch bei geeigneten Startbedingungen.<\/p>\n<h3>Einige Gegenargumente<\/h3>\n<p>Ich m&ouml;chte diese Suppe aber ein bisschen versalzen. Wenn Leben so zwangsl&auml;ufig entsteht, dann m&uuml;sste es damals sehr oft entstanden sein, also an verschiedenen Stellen auf der Erde. Selbst wenn ich annehme, das bestimmte Dinge gemeinsam sind, z.B. Fett genutzt wird, um eine Doppelmembranh&uuml;lle zu bilden oder Aminos&auml;uren die wichtigsten Biomolek&uuml;le bilden, da sie die gr&ouml;&szlig;te Variation an Strukturen erm&ouml;glichen, dann ist doch seltsam, dass in allen Zellen die es heute gibt, egal ob Viren, Archaebakterien, Pflanzen oder dem Menschen die gleichen Aminos&auml;uren und Fette verwendet werden. Das erm&ouml;glicht uns auch alle anderen Organismen zu verdauen, au&szlig;er die haben sp&auml;ter noch was Neues erfunden wie Pilze oder Insekten weitere Ger&uuml;stsubstanzen wie Chitin, die f&uuml;r uns unverdaulich sind. Aser selbst die Archaebakterien, die wegen ihrer Anpassung an extreme Bedingungen wie sie auch damals herrschten, als urt&uuml;mlich gelten, haben die gleichen Aminos&auml;uren wie wir und mehr noch der genetische Code ist gleich. Daher k&ouml;nnen wir ein Gen aus dem Menschen in Bakterien verpflanzen und die produzieren dann Humaninsulin.<\/p>\n<p>Das Leben nutzte von sehr vielen m&ouml;glichen Aminos&auml;uren, Fetts&auml;uren oder Zuckermolek&uuml;len nur wenige. Es sind z.B. selbst wenn man die Kohlenstoffanzahl auf 7-8 beschr&auml;nkt, enorm viele Aminos&auml;uren denkbar. Es gibt 16-verschiedene Zucker mit 6 Kohlenstoffatomen und einer Aldehydbindung, doch in der Natur werden nur zwei h&auml;ufig verwendet. Vor allem ist das Leben sehr selektiv, was die Stereochemie betrifft. Zucker und Amins&auml;uren haben mit wenigen Ausnahmen <a href=\"http:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/chemie\/stereoisomerie\/8711\"> Stereoisomere<\/a>. Das sind Molek&uuml;le mit identischer Struktur aber unterschiedlicher r&auml;umlicher Ausrichtung. Chemisch unterscheiden sich Stereoisomere nicht, sie entstehen auch beim Miller Experiment in gleichen Mengen, doch heute k&ouml;nnen wir nur L-Aminos&auml;uren verdauen. Wir bilden auch nur L-Aminos&auml;uren und viele Stereoverbindungen von Biomolek&uuml;len, die die \u201efalsche\u201c r&auml;umliche Ausrichtung haben, sind unwirksam, unverdaulich oder sogar giftig. Das gilt f&uuml;r viele Molek&uuml;le, auch Zucker und Vitamine. Wenn aber die anderen Verbindungen in der Uratmosph&auml;re entstanden, wo sind sie geblieben? Warum sind sie heute unverdaulich oder giftig? Selbst wenn man den Standpunkt einnimmt, man h&auml;tte sie mal verdaut und sp&auml;ter sich auf einen Syntheseweg beschr&auml;nkt, so m&uuml;ssten wir heute ja noch die F&auml;higkeit haben, die anderen Verbindungen wie D-Aminos&auml;uren abzubauen. Zahlreiche andere Abbauwege, die wir von Bakterien &uuml;bernommen haben, wie der Abbau von Zucker zu Milchs&auml;ure, sind ja immer noch aktiv.<\/p>\n<h3>Schl&uuml;sse<\/h3>\n<p>Nun gibt es zwei Auswege aus dem Dilemma. Das eine ist das Leben, nachdem es entstand, sich so schnell durchsetzte, das kein anderes mehr entstehen konnte, es verzehrte praktisch die Nahrungsgrundlage oder vielleicht sogar die anderen Zellen. Das bringt aber ein anderes Problem mit sich. Nachdem die Erde abk&uuml;hlte, erstarrte das Gestein und wurde weniger stark ausgelaugt, auch vulkanische Gase, aus denen sich Nachschub an Biomolek&uuml;len bildete, wurden weniger ausgesto&szlig;en. Der Mond r&uuml;ckte weiter von der Erde weg und sein Gezeiteneffekt, der alles sch&ouml;n durchmischte und viele Stoffe aus der Erdoberfl&auml;che auswusch, nahm schnell ab. Damit auch der Nachschub an organischen und anorganischen Substanzen als Nahrung f&uuml;r das Leben. Die Photosynthese als Voraussetzung, dass das Leben unabh&auml;ngig von oxidierbaren Substanzen wurde, wurde erst 1 Milliarde Jahre sp&auml;ter erfunden. Wovon hat sich das Leben in der Milliarde Jahren dann ern&auml;hrt, wenn es anfangs sich so schnell bildete und ausbreitete, dass es die Verhinderung anderer Zellen auf anderer chemischer Basis verhinderte?<\/p>\n<p>Zudem sehen wir ja gerade an den Archaebakterien aber auch anderen \u201elebenden Fossilien\u201c, das viele Arten in Nischen &uuml;berleben k&ouml;nnen, wenn sonst ihre Umgebung f&uuml;r sie lebensfeindlich ist. Archaebakterien sterben bei Umgebungsbedingungen, die wir sch&ouml;n finden, ab. Sie brauchen zum &Uuml;berleben je nach Art hohe Temperaturen, S&auml;uren oder f&uuml;r uns giftige Substanzen. Es f&auml;llt schwer zu glauben, dass es damals nicht auch abgeschottete Nischen gab wie Binnenmeere. Noch heute leben Archaebakterien z.B. um die schwarzen Raucher und bilden dort ein eigenes &Ouml;kosystem.<\/p>\n<p>Sehr offen ist aber vor allem der Sprung von Miller-Experiment zur einfachen Zelle. Im Miller Experiment entstanden nur einfache Molek&uuml;le, schon keine komplexeren Molek&uuml;le. Selbst die einfachsten Stoffwechselkreisl&auml;ufe erfordern aber einige Enzyme, die aus vielen Aminos&auml;uren bestehen. Enzyme nutzen wiederum nichts, wenn man sie nicht neu bilden kann. Man braucht also noch einen Mechanismus zur Vererbung und eine Zelle muss von der Umgehung isoliert sein damit die Substrate, die man umsetzen, will nicht wegschwimmen, trotzdem muss die H&uuml;lle selektiv durchl&auml;ssig sein. Selbst die einfachsten Bakterien haben eine so hohe Komplexit&auml;t, dass dies nicht einfach so aus dem Nichts entstehen kann. Selbst die einfachsten Stoffwechselvorg&auml;nge brauchen zwei bis drei Enzyme, die verbunden sind, da meist ein Energie kostender Schritt mit einem Energieliefernden verkn&uuml;pft ist (die Molek&uuml;le m&uuml;ssen erst aktiviert werden). Die g&auml;mgigen Coenzyme zur Aufnahme von Energie wie ATP (Adenosintriphosphat) und NADH (Nikotinamiddinukleotid) sind schon relativ komplexe Biomolek&uuml;le aus mindestens drei Einzelmolek&uuml;len.<\/p>\n<p>Viren, die noch einfacher sind, werden nicht als Lebensvorl&auml;ufer angesehen, sondern extrem einfache Organismen die andere Organismen nutzen, um sich zu vermehren. Ohne eigenen Replikationsapparat k&ouml;nnen sie aber nicht vor dem Leben entstanden sein. Ganz realistisch ist das Miller-Experiment &uuml;brigens nicht. Denn es f&uuml;hrte die Substanzen immer wieder zur&uuml;ck. Im Urmeer h&auml;tten sie sich dagegen verteilt. So sind schon die Chancen f&uuml;r die Entstehung von Molek&uuml;len mit mehr als einem C-Atom minimal.<\/p>\n<h3>Turbo und Fahren mit angezogener Bremse<\/h3>\n<p>Der zweite Punkt ist der folgende: das Leben entstand ja nach g&auml;ngiger Theorie recht schnell. Doch danach ruhte es sich erst mal aus. Das Leben brauchte dann weitere 800 Millionen Jahre f&uuml;r die \u201eErfindung\u201c der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Photosynthese#Anoxygene_Photosynthese\"> Photosynthese auf Basis von Schwefelwasserstoff<\/a>, weitere 300-600 Millionen Jahre f&uuml;r die moderne Photosynthese, die Wasser als Elektronenakzeptor nimmt. Das ist immerhin ein neuer Stoffwechselkreislauf. Aber nur die Bildung eines Zellkerns, in dem die Vermehrung stattfindet, anstatt wie bei Bakterien im Zellplasma verteilt dauerte weitere 1,5 Milliarden Jahre. In etwa auf dieselbe Zeitdauer taxiert man die Aufnahme von Mitochondrien und Chloroplasten als Zellorganellen, die zuvor eigenst&auml;ndige Zellen waren. Primitive Zellen, die sich aber immerhin vermehren konnten und G&auml;rungen durchf&uuml;hren, bildeten sich also ganz schnell. Doch danach ging es ganz langsam weiter. Schwer zu verstehen.<\/p>\n<p>Nachdem das Leben so mindestens 2 Milliarden Jahre von einer Bakterie zu einer &#8222;echten Zelle&#8220; brauchte, (mit der neuen Datierung sogar 2,6 Milliarden Jahre) entstanden dann trotzdem nun keine Vielzeller. Dabei ist dazu nicht mehr n&ouml;tig als eine unvollst&auml;ndige Teilung. Das dauerte weitere 900 Millionen Jahre, bevor die Vielzeller kurz vor dem Kambrium auftauchten. Dann ging jedoch alles ganz schnell. An der Grenze zum Kambrium kam es zu einer Artenexplosion. In den letzten 540 Millionen Jahren, also einem Siebtel bis Achtel der Gesamtzeit, entstanden dann enorm viele Arten, wurde das Land besiedelt, nachdem vorher nur die Meere belebt waren. Irgendwie ist das schon etwas komisch. Man k&ouml;nnte fast annehmen, dass man vor 600 Millionen Jahren ein Turbo-Schalter umgelegt wurde. Die Frage ist aber: Wenn man eine Urzelle mit der F&auml;higkeit zur Vermehrung und einem Stoffwechsel der immerhin die G&auml;rung beherrscht, also eine Art Bakterie schon vor 3,8 Milliarden Jahre hatte, wenige Hundert Millionen Jahre, nachdem &uuml;berhaupt sich die Meere bildeten, warum dauerte es dann so lange bis zur ersten richtigen Zelle? Und warum ging es danach dann so schnell mit der Weiterentwicklung der Arten?<\/p>\n<h3>Entstehung von Leben im Sonnensystem?<\/h3>\n<p>Kommen wir aber zu den M&ouml;glichkeiten der Lebensentstehung woanders im Sonnensystem zur&uuml;ck. Auf der Venus gab es niemals die Chancen f&uuml;r fl&uuml;ssiges Wasser. Es konnte dort kein Leben entstehen. In den Wolken gibt es heute zwar eine Region, die von dem Druck und der Temperatur her geeignet ist, doch kein Wasser. Zumal ist nicht sicher, ob es diese Zone fr&uuml;her auch schon gab.<\/p>\n<p>Bei Europa gibt es zwar durch die <a href=\"http:\/\/th.physik.uni-frankfurt.de\/~luedde\/Lecture\/Mechanik\/Intranet\/Skript\/Kap6\/node6.html\"> Gezeitenkraft<\/a> Jupiters einen Ozean und wahrscheinlich setzt dieser auch Mineralien aus dem Kern frei. Doch die Eisschicht sch&uuml;tzt vor der Sonne und die ist dort sehr schwach. Ohne Licht, nur auf chemische Energie angewiesen, geht dem Leben aber bald die Energie aus. Die Oxidation einfacher Verbindungen, wie Schwefelwasserstoff, liefert viel zu wenig Energie und diese ist auch bei Europa endlich. Sie reicht mit Sicherheit nicht bis heute aus.<\/p>\n<p>Das kann man auch auf alle Ozeane jenseits Europa im Sonnensystem &uuml;bertragen. In Jupiters Atmosph&auml;re findet man Methan, Wasserdampf und mit Ammoniak, Schwefelwasserstoff und Phosphin auch die anderen Elemente, die man im Leben findet. UV-Strahlung k&ouml;nnte als Energiequelle dienen. Doch die Atmosph&auml;re wird dauernd umgew&auml;lzt, was auch f&uuml;r schwebende Organismen schwierige Bedingungen sind. Sind sie zu schwer, was wahrscheinlich die erste Evolutionsstufe ist, so sinken sie herab und sterben. W&auml;re eine Atmosph&auml;re ein guter Ort f&uuml;r die Entstehung von Leben, es h&auml;tte sich auch bei uns dort und nicht im Wasser entwickelt. Vor allem aber m&uuml;ssten die Organismen die Photosynthese vor der G&auml;rung erfinden. Denn eine andere dauerhafte Energiequelle als das Licht gibt es nicht. Oxidieren sie die Spurengase in der Atmosph&auml;re so verarmt diese rasch an ihnen und aus, war es mit dem Leben.<\/p>\n<p>Zuletzt zum Mars. Beim Mars gab es niemals einen Mond und damit ein Magnetfeld, das vor dem Sonnenwind sch&uuml;tzte. So verlor er rasch die Atmosph&auml;re und das Wasser sublimierte und ging auch verloren. Er ist auch zu klein um auch sonst Wasser halten zu k&ouml;nnen zudem ist er weiter von der Sonne entfernt, sodass Leben vielleicht schneller entstanden sein k&ouml;nnte, aber auch schneller die Bedingungen unwirtlich wurden. Als kleiner, Planet ohne Mond, gab es auch weniger Vulkanismus und weniger Freisetzung von Treibhausgasen. Nach der Entstehung des Mondes rotierte die Erde in 6 Stunden war durch den Einschlag sehr aktiv. Unser Mond w&auml;lzte die Ozeane, nachdem die Erde sich abgek&uuml;hlt hatte, enorm schnell um, da er damals zehnmal n&auml;her an der Erde war als heute. Das erodierte das Land und sp&uuml;lte so erst viele Metallionen ins Wasser, die auch als einfache Katalysatoren dienen konnten.<\/p>\n<h3>Res&uuml;mee<\/h3>\n<p>So gesehen glaube ich nicht an weiteres Leben in unserem Sonnensystem. Es ist auch erstaunlich dass wir &uuml;ber das fr&uuml;he Leben trotz weitestgehender Aufkl&auml;rung der Stoffwechselkreisl&auml;ufe, der Vererbung und der Kartierung des genetischen Codes vieler Organismen wir heute noch diesen Riesensprung von einfachen Biomolek&uuml;len bis zu einem einfachen Bakterium nicht kl&auml;ren k&ouml;nnen. Selbst ein einfaches Bakterium, wie Mycoplasma genitalium hat <a href=\"http:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/biologie\/bakterienchromosom\/6848\"> 580.000 Basenpaare, <\/a>die zu 480 Genen geh&ouml;ren. Das bedeutet. Dieses Bakterium kann 480 Substanzen bilden die. Der Bauplan umfasst also rund 190.000 Aminos&auml;uren. Oft reicht es aus ein einziges Enzym zu blockieren, um die Zelle abzut&ouml;ten. So funktionieren z. B. Sulfonamide oder andere Antibiotika. Es ist und nicht gelungen Leben zu synthetisieren, selbst in einfachster Form oder auch nur (ohne Vererbung und Replikation) einen einfachen Stoffwechselkreislauf aufzubauen. Ich sehe hier noch eines der gr&ouml;&szlig;ten R&auml;tsel in der Wissenschaft und man sollte in dieses Gebiet mehr investieren, anstatt nach Higgs-Bosonen zu suchen oder 1 Milliarde Sterne zu kartieren.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/4e11b05707214a29aee07687a953aec8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines der Dauerbrennerthemen bei Sendungen &uuml;ber Astronomie ist es, wo es noch Leben geben k&ouml;nnte. Man kann ja viel spekulieren &uuml;ber fremde Planeten, doch am meisten wird nat&uuml;rlich &uuml;ber Leben in unserem Sonnensystem spekuliert. Die NASA n&auml;hrt das sehr gut, vor allem beim Mars. 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