{"id":12043,"date":"2016-10-13T11:05:55","date_gmt":"2016-10-13T09:05:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=12043"},"modified":"2016-10-13T11:08:14","modified_gmt":"2016-10-13T09:08:14","slug":"marskolonisation-nach-pippi-langstrumpf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2016\/10\/13\/marskolonisation-nach-pippi-langstrumpf\/","title":{"rendered":"Marskolonisation nach Pippi Langstrumpf"},"content":{"rendered":"<p>Musks Marspl&auml;ne bringen mich auf mein heutiges Thema: die Marskolonisation. Soweit ich wei&szlig; ist er der Einzige, der das ernsthaft will. Die meisten anderen versuchen erst mal, eine Marsexpeedition zu stemmen. Ich will auch nicht auf den Sinn einer Marskolonisation eingehen. Sonst w&auml;re der Blog relativ schnell erledigt. Die wurde bei Musk nach den Vorgaben der ber&uuml;hmten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pippi_Langstrumpf\">Weltraumpionierin\u00a0<\/a>Pippilotta Viktualia Rullgardina Krusmynta Efraimsdotter L\u00e5ngstrump[ erarbeitet gem&auml;&szlig; ihrem ber&uuml;hmten Zitat: &#8222;Ich mach&#8216; mir die Welt\u00a0Widdewidde wie sie mir gef&auml;llt &#8230;.&#8220; erarbeitet.<\/p>\n<p>Denn selbst bei 100.000 bis 200.000 Euro pro Ticket wird das nur f&uuml;r eine Minderheit erschwinglich sein, und man wird so die Probleme auf der Erde nicht l&ouml;sen. Meiner Ansicht nach ist es besser anstatt 100.000 Euro daf&uuml;r auszugeben, dass eine Person auf den Mars fliegt, 20 Frauen zu sterilisieren und diesen 5.000 Euro zu geben, dass sie keine weiteren Kinder mehr bekommen. Das ist f&uuml;r das Hauptproblem \u2013 es gibt zu viele Menschen auf der Erde \u2013 und das l&ouml;st man nicht durch Auswandern, sondern durch Reduktion der Weltbev&ouml;lkerung, dann reichen die Ressourcen auch f&uuml;r alle.<!--more--><\/p>\n<h3>Perchlorate im Boden<\/h3>\n<p>Doch nehmen wir mal an, wir w&uuml;rden eine Marskolonisation betreiben. Welche Probleme und Herausforderungen gibt es. Ich will in diesem Blog mich auf ein Problem konzentrieren: die Landwirtschaft.<\/p>\n<p>Eine Marskolonie muss nat&uuml;rlich auch ihre Nahrungsmittel selbst erzeugen. Da gibt es einiges zu tun. Fangen wir mit dem Boden an. Die <a href=\"http:\/\/viking1.shtml\/\">Viking Lander<\/a> und <a href=\"http:\/\/phoenix.shtml\/\">Phoenix<\/a> zeigten, dass der Marsboden zahlreiche oxidierende Substanzen enth&auml;lt. Beim Phoenix Landeort waren es <a href=\"http:\/\/s3.amazonaws.com\/academia.edu.documents\/35805561\/Quinn_Perchlorate_Astrobiology.pdf?AWSAccessKeyId=AKIAJ56TQJRTWSMTNPEA&amp;Expires=1476286706&amp;Signature=C1v8x889rhXXndFtYHqp95F7vQw=&amp;response-content-disposition=inline;%20filename=Perchlorate_Radiolysis_on_Mars_and_the_O.pdf\"> 0,5 Gewichts-% Perchlorate<\/a> im Boden. Das ist nicht wenig. Perchlorate sind oxidierende Substanzen. Sie reagieren mit organischen Substanzen und oxidieren diese und bilden dabei Chlorid. Aufgrund dieser Eigenschaft werden sie auch als Raketentreibstoff genutzt: 70% des Treibstoffs von Feststoffraketen bestehen aus Ammoniumperchlorat. Fr&uuml;her waren sie auch in WC-Reinigern anzutreffen. Perchlorate w&uuml;rde so schon die Samen sch&auml;digen, Wurzeln ebenfalls und nat&uuml;rlich k&ouml;nnte sich keine Bakterienfauna und Pilze entwickeln.<\/p>\n<p>Das bedeutet, man m&uuml;sste im gro&szlig;en Ma&szlig;stab den Boden erst entgiften, wahlweise, indem man ihn stark erhitzt. Ammoniumperchlorat zersetzt sich bei 200\u00b0, Kaliumperchlorat aber erst bei 525 \u00b0C. Das dabei freiwerdende Chlor kann man dann verwenden, um Chlorierte Kohlenwasserstoffe oder Salzs&auml;ure zu erzeugen. Das ist nat&uuml;rlich energieintensiv, vor allem wenn man bedenkt, um welche Fl&auml;chen es hier geht. Noch fehlt eine Erforschung des Untergrundes, d.h., findet man Perchlorate nur in den obersten Zentimetern des Bodens oder auch in gro&szlig;er Tiefe? Beim Letzten m&uuml;sste man sehr viel entgiften, weil Perchlorate wasserl&ouml;slich sind und so mit dem Wasser auch von tieferen Schichten nach oben gelangen.<\/p>\n<h3>Nacktes Gestein, anstatt Erde<\/h3>\n<p>Hat man so den Boden f&uuml;r die Marskolonisation vorbereitet, dann kommt die zweite Herausforderung: Es ist \u201enativer\u201c Boden. Sprich es ist Gestein, zerkleinert durch Wind und thermische Spannungen. Boden, den wir nutzen, enth&auml;lt zahlreiche organische Stoffe, den Humus, er ist auch deutlich Feiner und enth&auml;lt Lehm und Ton, also durch Wasser und S&auml;uren zerkleinertes Gestein. Vor allem enth&auml;lt er zahlreiche Mikroorganismen. Man wei&szlig;, dass viele Pflanzen ohne Pilze im Boden nicht gut wachsen, viele sogar ganz von den Pilzen abh&auml;ngig sind, so z.B. die meisten Laubgeh&ouml;lze. Marsboden entspricht nach der Reinigung vielleicht dem von frischer Lava, selbst Sand aus der Sahara enth&auml;lt immerhin einige Mikroorganismen, die besonders resistent sind wie z.B. Pilzsporen. Trotzdem kommen nur wenige auf die Idee, auf Sand Pflanzen anzubauen.<\/p>\n<p>In jedem Falle fehlen f&uuml;r die Marskolonisation Stickstoffverbindungen, also Nitrate. Die Atmosph&auml;re enth&auml;lt auch zu wenig Stickstoff, dass Stickstoff fixierende Bakterien diesen den Pflanzen zur Verf&uuml;gung stehen k&ouml;nnen. Es m&uuml;ssen also D&uuml;ngemittel synthetisiert werden.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich wird man so vorgehen, dass man zuerst auf einer Fl&auml;che anspruchslose Pflanzen anbaut, deren Biomasse kompostiert (das kann auch ohne Boden durch Algen geschehen, die man in Bottichen aufzieht \u2013 dann hat man das Problem der Entgiftung der Boden nicht) und diesen Kompost unter den Boden mischt. Die Oxidation des Kompostes kann dann die Peroxide abbauen und nach und nach erh&auml;lt man einen gr&ouml;&szlig;eren Teil an organischen Substanzen im Boden. Die Pflanzenwurzeln der ersten Pflanzen zersetzen mit ausgeschiedenen S&auml;uren dann auch die K&ouml;rner etwas. Nach einigen Durchg&auml;ngen h&auml;tte man dann eine Erde, die auch anspruchsvollere Pflanzen aufnehmen kann.<\/p>\n<h3>Die Atmosph&auml;re<\/h3>\n<p>Der Boden alleine reicht f&uuml;r die \u00a0Landwirtschaft nicht. Pflanzen brauchen auch eine Atmosph&auml;re, um zu wachsen. Die heutige Marsatmosph&auml;re hat eine Dichte, die maximal dem in 30 km H&ouml;he auf der Erde entspricht. Die d&uuml;nne Atmosph&auml;re ist nicht nur ein Hindernis f&uuml;r die Marskolonisation, sondern auch f&uuml;r die Pflanzen.<\/p>\n<p>Pflanzen brauchen zwei Gase: Kohlendioxid f&uuml;r die Photosynthese und Sauerstoff f&uuml;r die Atmung. F&uuml;r Stickstoff fixierende Bakterien w&auml;re auch Stickstoff wichtig. Wie viel, das m&uuml;sste man bestimmen. Bei uns wachsen Pflanzen nur bis zu einer bestimmten H&ouml;he &uuml;ber dem Meeresspiegel, doch das ist bedingt durch die in der H&ouml;he sinkenden Temperaturen bedingt. Macht man einen Blick in die Erdgeschichte, so begannen die Pflanzen im Silur an Land zu gehen, als die Atmosph&auml;re schon einen Sauerstoffgehalt von 10% hatte. Der Kohlendioxidgehalt von 5-8% war damals ebenfalls h&ouml;her, aber da wird man sicher den heutigen Gehalt ansetzen k&ouml;nnen. 10% Sauerstoffgehalt bei einem Bar Druck das ist auch das, was man erreichen muss, damit Arbeiter dort ohne Raumanzug arbeiten k&ouml;nnen. Die ganze Fl&auml;che wird &uuml;berglast sein m&uuml;ssen, das wird auch aus anderen Gr&uuml;nden notwendig sein. Das Grundproblem ist es, erst einmal f&uuml;r eine gro&szlig;e Fl&auml;che so viel Sauerstoff zu erzeugen.<\/p>\n<p>Wenn das Glasdach bei 2,5 m H&ouml;he ist, braucht man f&uuml;r 100 m\u00b2 Fl&auml;che und einem Sauerstoffpartialdruck von 10 kpa rund 36 kg Sauerstoff, denn man aus der Marsatmosph&auml;re oder Wasser gewinnen muss. Die Marsatmosph&auml;re hat einen Kohlendioxidgehalt der rund 0,6 kPa entspricht. Das w&auml;re bei dieser Atmosph&auml;re ein Kohlendioxidgehalt von 6% oder 3% wenn die Atmosph&auml;re so dicht, wie unsere ist. Das w&auml;re schon oberhalb der Konzentration, die heute bei einem Arbeitsplatz zul&auml;ssig ist (0,5%). Diese Konzentration w&uuml;rde man anstreben auch um das Pflanzenwachstum anzukurbeln. Man braucht aber neben dem Sauerstoff noch Stickstoff, sonst w&auml;re die Brandgefahr zu hoch. Bei Skylab enthielt die Atmosph&auml;re 28 % Stickstoff, bei reduziertem Druck (280 Hpa). Man m&uuml;sste daher die Marsatmosph&auml;re trennen, da Stickstoff nur ein Spurengas in der Atmosph&auml;re ist. Das ist ein ziemlich Aufwand.<\/p>\n<p>Den Sauerstoff erh&auml;lt man, wenn man aus Wasser und Kohlendioxid in dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bosch-Reaktion\">Bosch-Prozess\u00a0<\/a>Graphit erzeugt, denn man wiederum f&uuml;r die Eisenverh&uuml;tung braucht. F&uuml;r die Marskolonisation wird man auch Rohtsoffe vor Ort erzeugen m&uuml;ssen. Dazu in einem weiteren Beitrag &uuml;ber die Marskolonisation mehr.<\/p>\n<h3>Schutz vor Strahlung<\/h3>\n<p>Die Marsatmosph&auml;re enth&auml;lt keinen Sauerstoff und ist zu wenig dicht um eine Ozonschicht zu bilden. Schon alleine deswegen muss die ganze Fl&auml;che verglast werden wie bei einem Treibhaus, nur hermetisch abgeschottet. Damit man bei Besch&auml;digungen nicht um das Leben der Arbeiter f&uuml;rchten muss, wird man wohl kleinere Parzellen jeweils hermetisch abschotten und mit T&uuml;ren versehen, die man schnell luftdicht verschlie&szlig;en kann.<\/p>\n<p>Normales Glas l&auml;sst keine UV-Strahlung passieren. Damit kann man die Ozonschicht ersetzen, allerdings werden die Arbeiter auch nicht braun beim Arbeiten. Sicherheitsglas, das w&uuml;nschenswert w&auml;re, um Mikrometeoriten abzufangen, blockiert durch die Kunststofffolie leider auch einen Teil des blauen Lichts und eignet sich auch auf der Erde nicht f&uuml;r Gew&auml;chsh&auml;user.<\/p>\n<p>Leider hat der Mars auch kein Magnetfeld und um die gesamten Partikel abzuschirmen, braucht man dann doch eine deutlich h&ouml;here Glasschicht. Wenn Glas genauso gut wie Aluminium Strahlung absorbiert, so braucht man etwa 1 cm dickes Glas um einen Wert zu erreichen, der langfristig ertr&auml;glich ist. Bei Sonnenst&uuml;rmen m&uuml;sste man trotzdem die Arbeit einstellen und einen Schutzraum aufsuchen.<\/p>\n<p>Die Marskolonisation wird in jedem Falle unter abgeschotteten Habitaten erfolgen. Selbst wenn die Pflanzen mehr Sauerstoff produzieren als die Kolonie verbraucht und man die R&uuml;ckst&auml;nde am Verrotten hindert, so braucht man Jahrmillionen bis man eine atembare Luft erzeugt hat. Man muss sich nur klarmachen, dass dieser Prozess selbst nachdem es Landpflanzen gab auf der erde &uuml;ber 50 Millionen Jahre dauerte.<\/p>\n<h3>Die Temperaturen<\/h3>\n<p>Das Hauptproblem ist, das der Mars viel weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde. Die Erde hat eine nahezu kreisf&ouml;rmige Umlaufbahn zwischen 147,6 und 151,5 Millionen km Entfernung. Der Mars eine st&auml;rker elliptischere mit Extremwerten von 206 und 249 Millionen km Entfernung. Die Umrechnung der Strahlungsleistung ist durch die Neigung der Erdachsen daher nicht einfach, aber es gibt einen Vergleich:<\/p>\n<p>Die Strahlung, die am Mars&auml;quator ankommt, entspricht je nach Distanz der die bei der Tag- und Nachtgleiche auf der erde beim 59 Breitengrad (h&ouml;chste Ann&auml;herung) bis 69 Breitengrad (gr&ouml;&szlig;te Sonnenferne) ankommt. Schaut man sich auf einer Weltkarte um, so liegen zwischen dem 60 bis 70 Breitengrad Alaska, Island, die n&ouml;rdlichen Teile von Norwegen und Schweden und Finnland. Die letzten drei L&auml;nder sind allerdings aufgrund des Lorenzstroms und des warmen Wassers, das er bringt nicht repr&auml;sentativ. In Alaska und Island kann man nur Weidewirtschaft durchf&uuml;hren. Nahrungspflanzen wachsen dort nicht.<\/p>\n<p>Dabei gilt dieser Vergleich nur, wenn die Erdachse senkrecht zur Bahn steht, wie beim Mars&auml;quator (woanders wird man nicht siedeln wollen) das ist bei uns rund um den 21.3 und 23.9 der Fall und zu dieser Zeit findet auch bei uns in s&uuml;dlicheren Breiten kein weiteres Wachstum mehr statt. Das geht einher mit der Beobachtung das beim Mars&auml;quator je nach Jahreszeit die H&ouml;chsttemperaturen bei 0 bis 20\u00b0 Celsius liegen. Das entspricht auch den H&ouml;chsttemperaturen in diesen L&auml;ndern. 0 Grad bei rund 70\u201c Breite, 20 Grad bei 60 Gad Breite.<\/p>\n<h3>Vergleich mit der Erde<\/h3>\n<p>Auf Island betreibt man heute das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Island\">Z&uuml;chten von Obst mit Heizung (geothermische Energie)<\/a> unter Glas. Doch beim Mars gibt es keine Geothermie. Die W&auml;rme wird man k&uuml;nstlich &uuml;ber einen Reaktor erzeugen k&ouml;nnen. Trotzdem wird der Mars nie eine zweite Erde sein, denn der Anbau geschieht auch in diesen L&auml;ndern im Sommer, wenn man mehr Licht hat, weil die Erdachse zur Sonne zeigt, die Sonne also deutlich h&ouml;her steht und die Tage l&auml;nger sind. Das hei&szlig;t, die Bedingungen sind dann deutlich besser. Bei uns erreicht man im Sommer z.B. 50% mehr Sonneneinstrahlung als beim Mars&auml;quator am Sommer. Durch die elliptischere Bahn sind beim Mars die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter extremer, bei uns entstehen die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter nur durch die Neigung der Erdachse, doch beim Mars schwankt auch die Sonneneinstrahlung um 50% aufgrund der Umlaufbahn.<\/p>\n<p>Dazu kommt, dass ein Marsjahr l&auml;nger ist. Man wird nur den Sommer n&uuml;tzen k&ouml;nnen, dieser ist immerhin mit 178 Sols (ein Sol = 24 Stunden 37 Minuten) deutlich l&auml;nger als unser Sommer. Das gleicht in gewisser Weise die geringere Strahlung aus. Doch dann folgen 512 Sols in denen keine Landwirtschaft m&ouml;glich ist. Das bedeutet, man wird sehr viel Vorratswirtschaft betreiben m&uuml;ssen und gro&szlig;e Fl&auml;chen brauchen.<\/p>\n<h3>Klappt die Marskolonisation?<\/h3>\n<p>Wenn die Leute nicht nur von relativ gen&uuml;gsamen Pflanzen wie Kartoffeln, Hafer und Roggen leben wollen, so steigen die Anspr&uuml;che noch. Verschiedene Angaben &uuml;ber den Fl&auml;chenbedarf pro Person f&uuml;r die Versorgung von Nahrungsmitteln schwanken je Land zwischen 800 und 4000 m\u00b2, am oben Ende liegen die USA. Europa liegt mit 2000 bis 2700 m\u00b2 je nach Land in der Mitte. So effizient wird es aber auf dem Mars auch bei Heizung nicht sein. Daf&uuml;r gibt es zu wenig Sonne und ein Jahr dauert doppelt so lange. Man wird sicherlich eine landwirtschaftliche Fl&auml;che von rund 8000 m\u00b2 brauchen, um eine Person zu versorgen. Diese Fl&auml;che k&ouml;nnte man bei alleiniger vegetarischer Ern&auml;hrung auf ein Drittel verkleinern (nur 15% der Weltproduktion an verzehrbraren Pflanzen sind Nahrungsmittel, 58% sind Futtermittel).<\/p>\n<p>Trotzdem ist Landwirtschaft, wenn &uuml;berhaupt nur am &Auml;quator m&ouml;glich. Wie schon geschrieben: Im Sommer bekommt der Mars am &Auml;quator so viel Sonne wie bei 59 Grad n&ouml;rdlicher Breite zur Tag- und Nachtgleiche bei uns und das ist am 21.3 und 23.9 der Fall. Beim ersten Termin kann man auf der Erde noch nichts ernten, weil vorher der Winter war, beim zweiten Termin kann man ernten, aber nur weil es vorher den Sommer &uuml;ber erheblich w&auml;rmer wahr und mehr Licht gab. Nachwachsen tut Ende September nichts mehr. Unklar ist, ob unsere Pflanzen &uuml;berhaupt an die Marsbedingungen anpassbar sind, mit weniger Sonnenschein, viel l&auml;ngeren Jahreszeiten. Die n&ouml;tigen Temperaturen k&ouml;nnte man noch durch Beheizung erreichen z.B., indem man neben jedes Feld ein gleich gro&szlig;es St&uuml;ck mit doppelwandiger schwarzer Folie verkleidet und durch dieses Wasser zirkulieren l&auml;sst, das so erw&auml;rmt wird. Dies kann dann am bebauten Grundst&uuml;ck seine W&auml;rme wieder abgeben.<\/p>\n<h3>Algen anstatt Brot<\/h3>\n<p>Wahrscheinlich ist alleine wegen des hohen Aufwands \u2013 man m&uuml;sste enorme Fl&auml;chen mit Glas bedecken die Marskolonie keine Landwirtschaft in unserem Sinn betrieben, sondern Algen z&uuml;chten. Die kann man in relativ kleinen geschlossenen Systemen z&uuml;chten. N&auml;hrsalze zugeben. Man braucht weniger Fl&auml;che, Algen wachsen auch in kaltem Wasser und hohen Breiten und sie wachsen schnell. Nur ist das sicher nicht die Marskolonie die Musk vorschwebt. F&uuml;r 200.000 Euro will man sicher mehr Komfort: Nach <a href=\"http:\/\/spacenews.com\/shotwell-says-spacex-homing-in-on-cause-of-falcon-9-pad-explosion\/\">Shotwells Aussage<\/a> muss der Lebensstandard dort sehr hoch sein:<\/p>\n<p>A version of that system would also eventually be used at Mars, she added. \u201cIf you send a million people to Mars, you better provide some way for them to communicate,\u201d she said. \u201cI don\u2019t think the people who go to Mars are going to be satisfied with some terrible, old-fashioned radios. They\u2019ll want their iPhones or Androids on Mars.\u201d<\/p>\n<p>Dies zur Frage nach der Satellitenkonstellation von SpassX (eine anderes Vaporprojekt). Wenn man solche Anspr&uuml;che an Komfort hat, wird man sicher nicht jeden Tag Algensalat oder Algenpulver essen wollen&#8230; Doch die richtig Reichen werden sicher auch nicht alleine reisen. Sondern noch etliche Angestellte f&uuml;r die Auswanderung auf den Mars bezahle. Die wollen sicher nicht auf dem Mars arbeiten und Beete j&auml;ten \u2026.<\/p>\n<p>In einem weiteren Beitrag &uuml;ber die Marskolonisation werde ich mich mit den Rohstoffen und der Industrie besch&auml;ftigen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/317a668012914d95b3744fe665660532\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musks Marspl&auml;ne bringen mich auf mein heutiges Thema: die Marskolonisation. Soweit ich wei&szlig; ist er der Einzige, der das ernsthaft will. Die meisten anderen versuchen erst mal, eine Marsexpeedition zu stemmen. Ich will auch nicht auf den Sinn einer Marskolonisation eingehen. Sonst w&auml;re der Blog relativ schnell erledigt. 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