{"id":12351,"date":"2017-02-16T18:23:09","date_gmt":"2017-02-16T17:23:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=12351"},"modified":"2022-11-09T08:17:35","modified_gmt":"2022-11-09T07:17:35","slug":"faktenbasierte-drogenpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2017\/02\/16\/faktenbasierte-drogenpolitik\/","title":{"rendered":"Faktenbasierte Drogenpolitik"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_12351\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"12351\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ich wei&szlig; nicht was ihr von der Politik erwartet. Der Trend geht ja dahin, das man immer weniger erwartet, und das aus gutem Grund. Ich bin Naturwissenschaftler und Techniker. Man sagt der Bundeskanzlerin ja an, dass sie als Physikerin angeblich alles Durchdenken w&uuml;rde, oder wie ein Journalist formulierte \u201eDas Problem von hinten angeht\u201c, was f&uuml;r mich keinen Sinn macht. Aber ich erwarte von jemand der einen naturwissenschaftlich-technischen Hintergrund hat, dass er die Vorgehensweise der Naturwissenschaft anwendet. Das hei&szlig;t etwas durchdenken, logisch handeln und nicht auf wilde Hypothesen hereinf&auml;llt und nicht etwas tut von dem Er eigentlich wei&szlig;, das es unlogisch ist oder nur einer kleinen Gruppe n&uuml;tzt.<!--more--><\/p>\n<p>Ich sehe das in der Politik nicht. Eher scheint Merkel das Kohlsche Vorgehen &uuml;bernommen zu haben und tut gar nichts. In der Naturwissenschaft kommt man so allerdings nicht weiter. Sch&ouml;n w&auml;re es, wenn sie wirklich wie ein Wissenschaftler agieren w&uuml;rde, das hei&szlig;t, man &uuml;berdenkt die Pro- und Kontraargumente, die Folgen und Kosten. Als Beispiel will ich mal die Drogenpolitik nennen. Die ist meiner Ansicht nach extrem dogmatisch gepr&auml;gt. K&uuml;rzlich hat der Bundestag beschlossen, dass man Cannabis nun auf Rezept bekommen kann. Das ist einzigartig. Bei keiner der anderen Drogen kann man von einer positiven Wirkung sprechen, oder sie gar als Medizin einsetzen. (Wenn man davon absieht, dass nat&uuml;rlich auch unter dem Drogenmissbrauch auch der unkontrollierte Konsum von Medikamenten f&auml;llt). In den F&uuml;nfzigern gab es mal das \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frauengold\">Frauengold<\/a>&#8222;, das enorm beruhigend auf hysterische Frauen gewirkt hat (zumindest nach der Werbung). Der Hauptwirkstoff von Frauengold war Alkohol. Seitdem gibt es noch etliche andere freiverk&auml;ufliche \u201eMedikamente\u201c die winzige Ausz&uuml;ge von Kr&auml;utern als Alibi enthielten und sonst viel Alkohol wie Klosterfrau Melissengeist, Doppelherz etc. Doch obwohl als Medikament beworben helfen die nicht.<\/p>\n<p>Ich finde die gesamte Drogenpolitik verlogen. Nach Ansicht von Experten widerspricht sie sogar dem Grundgesetz. Denn das erlaubt es einem sich selbst Schaden zuzuf&uuml;gen. Nach dem Bet&auml;ubungsmittelgesetz ist aber schon der Konsum von Drogen verboten. Das ist grundgesetzwidrig, W&uuml;rde man diesen Schutz vor \u201eSelbstbesch&auml;digung\u201c auf andere Dinge ausdehnen, so m&uuml;sste man auch Tattoos, Piercing oder alle Operationen verbieten, die nicht gesundheitlich n&ouml;tig sind. Das hei&szlig;t die plastische Chirurgie, die zur \u201eVersch&ouml;nerung\u201c gedacht ist, aber auch Dinge wie Botox-Spritzen oder Fettabsaugen. Wenn ich mir krasse F&auml;lle von eingefrorener Mimik und Ballonlippen ansehe, dann f&auml;nde ich ein solches Gesetz gar nicht mal &uuml;berfl&uuml;ssig.<\/p>\n<p>Doch selbst wenn der Gesetzgeber das &auml;ndert (de Fakto hat er mit der \u201egeringen Menge\u201c bei der ein Verfahren eingestellt wird, ja den Konsum aus der Strafverfolgung ausgeschlossen, aber trotzdem bleibt der Konsum illegal). Es w&uuml;rde nichts &auml;ndern. Denn er kann ja noch immer den Anbau und den Handel verbieten, das bedeutet, das Recht zum Konsum w&uuml;rde einem nichts nutzen, weil man nichts erwerben darf oder (was zumindest bei einigen Drogen m&ouml;glich ist) selbst anbauen oder herstellen darf.<\/p>\n<p>Was hei&szlig;t den eine faktenbasierte Politik? Bei Drogen z.B., indem ich mal folgende Punkte abklopfe:<\/p>\n<h3 class=\"western\">Abh&auml;ngigkeitspotenzial der Droge<\/h3>\n<p>Wie viele konsumieren sie, und wie viele werden davon abh&auml;ngig? Wichtig ist der Prozentsatz der Abh&auml;ngigen an den Konsumenten, denn nat&uuml;rlich gibt es harte Drogen, die sehr wenige konsumieren, von denen aber viele abh&auml;ngig sind und \u201eVolksdrogen\u201c die vergleichsweise viele konsumieren aber nur ein kleiner Anteil ist abh&auml;ngig. Dann ist bei der letzen Gruppe die absolute Zahl an Abh&auml;ngigen gr&ouml;&szlig;er, aber die harten Drogen sind trotzdem gef&auml;hrlicher.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Gesundheitsgef&auml;hrdung durch Drogen.<\/h3>\n<p>Hier gibt es enorme Unterschiede. Das Paradebeispiel sind hier Alkohol und Hanf. Es ist noch nie, in Hunderten von Jahren Konsum weltweit, irgendjemand an Cannabis gestorben. Es gibt auch keine nachweisbaren Gesundheitssch&auml;den im physischen Sinn. An Alkohol, der dagegen erlaubt ist, starben alleine in Deutschland 2016 <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/news\/gesundheit\/gesundheit-drogentod-durch-alkohol-deutschland-ist-problem-nation-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140624-99-05382\">15.000 Personen <\/a><a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/news\/gesundheit\/gesundheit-drogentod-durch-alkohol-deutschland-ist-problem-nation-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140624-99-05382\">nur an Alkohol<\/a>. Die Zahl erh&ouml;ht sich, wenn man Alkohol als Mitursache f&uuml;r die Entstehung oder Versch&auml;rfung von anderen Krankheiten hinzunimmt, auf 62.000 bis 74.000 pro Jahr in den letzten 5 Jahren.<\/p>\n<p>Wenn eine Droge sehr gro&szlig;e Folgen f&uuml;r die Gesundheit hat, (das muss nicht t&ouml;dlich endet, es reichen auch ander Folgen wie Fettleber bei Alkohol) dann ist sie gef&auml;hrlicher als eine, die nur geringe Folgen hat.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Gesellschaftliche Folgen.<\/h3>\n<p>Au&szlig;er der individuellen Gef&auml;hrdung gibt es die gesellschaftlichen Folgen. Da ist zum einen bei bestimmten Drogen die Beschaffungskriminalit&auml;t. Bei Alkohol gibt es auch die Folgen durch Aggressionen wie Gewalt in der Familie, Randalieren, Schl&auml;gereien oder noch Schlimmeres. Bei Tabak war lange Zeit ein Problem, das man durch Passivrauchen auch seine Gesundheit gef&auml;hrden konnte. Soviel zur \u201eHarmlosigkeit\u201c von legalen Drogen&#8230;<\/p>\n<p>Zuletzt nat&uuml;rlich die Kosten f&uuml;r die Allgemeinheit f&uuml;r die Behandlung, der Folgen des Drogenkonsums sei, es f&uuml;r Entziehungskuren wie auch Behandlung der Folgen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Die heutige Praxis<\/h3>\n<p>Das sind nur drei Punkte, die mir spontan einfallen. Was haben wir stattdessen? Es gibt zwei legale Drogen, und zwar welche mit gro&szlig;en Auswirkungen auf die Gesundheit, die sind gesellschaftlich akzeptiert. Wann immer man (z. B. bei der Hanflegalisierung) einbringt, das Cannabis viel harmloser als Tabak und Alkohol seie, hei&szlig;t es, \u201edas w&auml;re kulturell gepr&auml;gt\u201c und man d&uuml;rfte es nicht verbieten. Das hat nichts mit Rationalit&auml;t zu tun. Wenn ich m&ouml;chte, das m&ouml;glichst wenig Drogen (egal welcher Art) konsumiert werden, dann sollte ich drauf hinarbeiten, dass man dieses Ziel erreicht. Stattdessen gibt es zwei Drogen die sind weitestgehend erlaubt, ohne Mengenbeschr&auml;nkung und Probleme bei der Beschaffung und andere sind total verboten. Dazwischen gibt es rein gar nichts. Also sich zur Besinnungslosigkeit besaufen und man kann in der CSU weit nach oben bringen oder einmal einen Joint konsumieren und man kann, wenn man erwischt wird, schon ein Krimineller sein. Das ist doch nicht eine rationale Poltik.<\/p>\n<p>Nun erhebt der Staat ja auf die Drogen Steuern und wahrscheinlich f&uuml;hrt er das als Argument f&uuml;r seine \u201eGesundheitsvorsorge\u201c. So nach dem Motto: Wir haben Tabak in den letzten Jahrzehnten enorm verteuert (ich kann mich noch erinnern, als eine Packung Zigaretten 2,50 DM kostete und da waren sogar noch 21 St&uuml;ck drin). Dazu kommen Verbote f&uuml;r die Werbung und den Verkauf an Jugendliche. Aber so richtig wirken tut das angesichts der vielen Toten und Kranke nicht. Wenn der Staat wirklich ernst mit der Drogenpr&auml;vention machen w&uuml;rde, dann w&auml;re der Weg ein anderer. Nat&uuml;rlich nicht ein Verbot. Das w&uuml;rde angesichts von Tausenden, die heute davon abh&auml;ngig sind, aber noch mehr, die regelm&auml;&szlig;ig Tabak und Alkohol konsumieren, nichts bringen. Das haben andere L&auml;nder, wie die USA bei der Prohibition ja beweisen. Ich sehe den Weg darin, zum Einen auf einen gesellschaftlichen Wandel hinzuarbeiten. Dazu geh&ouml;rt auch das Politiker in der &Ouml;ffentlichkeit keinen Alkohol konsumieren. Sie haben ja dann auch Vorbildcharakter. <a href=\"http:\/\/www.regensburg-digital.de\/christsoziale-trunkenheit-\u2013-eine-kleine-hall-of-fame\/28032008\/\">Politiker die im Vollrausch Verkehrsunf&auml;lle bauen<\/a>, sind da eher kontraproduktiv. Zum anderen eben die Droge nicht verbieten, aber den Zugriff erschweren. Das bedeutet eben, dass man nicht &uuml;berall Alkohol kaufen kann. Und nicht in jeder Menge. Im Prinzip entspricht es dem Modell, dass man in Colorado beim Hanf verfolgt: Man bekommt <a href=\"https:\/\/herbiesheadshop.com\/de?utm_source=bernd-leitenberger&amp;utm_medium=people&amp;utm_campaign=bernd-leitenberger_partner&amp;a_aid=bernd-leitenberger&amp;a_cid=d4a9f156\">Cannabis<\/a> nur in bestimmten zugelassenen Gesch&auml;ften. Die m&uuml;ssen von Schulen einen Sicherheitsabstand einhalten und man kann dort nur kleine Mengen f&uuml;r den t&auml;glichen Konsum kaufen. Auf Alkohol &uuml;bertragen darf man dann vielleicht eine Flasche Wein oder 2-3 Flaschen Bier kaufen, aber keinen ganzen Kasten und eine Schachtel Zigaretten, aber keine Stange. Nat&uuml;rlich hindert das die schon Abh&auml;ngigen nicht an ihrer Sucht. Das ist auch nicht der Sinn der Sache, aber es erschwert es denen, die nahe an der Sucht sind an ihren Stoff zu kommen und es sch&auml;rft das Bewusstsein: Du tust etwas was unerw&uuml;nscht ist. Die wo dagegen nur ab und an mal eine Flasche Bier trinken sind dagegen kaum betroffen. Aber sie denken vielleicht dar&uuml;ber nach ob sie so oft trinken m&uuml;ssen, wenn sie mehrmals in der Woche ihren Nachschub kaufen m&uuml;ssen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Tolerierte Volksdrogen \u2013 ohne Substanzen<\/h3>\n<p>Ein zweiter Punkt ist, das unser Gesetzgeber sich v&ouml;llig fokussiert auf Drogen, die man in irgendeiner Form einnimmt. Zwar weist der Drogenbericht inzwischen auch Gl&uuml;cksspiel, Internetsucht und Computerspielsucht. Ich habe mir mal den <a href=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/fileadmin\/Dateien\/Publikationen\/Drogen_Sucht\/Abschlussbericht\/Drogen_und_Suchtbericht_2016_screen.pdf\">Drogenbericht <\/a><a href=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/fileadmin\/Dateien\/Publikationen\/Drogen_Sucht\/Abschlussbericht\/Drogen_und_Suchtbericht_2016_screen.pdf\">2015<\/a> angesehen. Er ist nicht mal so schlecht. So nehmen Tabak und Alkohol durchaus den meisten teil ein, obwohl immer von der Politik als \u201ekulturell\u201c verharmlost. Ich fand bei Cannabis nur Fallzahlen, wie viel man beschlagnahmt hat oder wie viele Cannabis konsumieren, aber keine Zahl wie viele einen problematischen Konsum haben. Den gibt es aber bei Gl&uuml;cksspiel: 0,3 bis 0,8 % der Bev&ouml;lkerung in den letzten Jahren, ebenso viele bei Computerspielen (bei Jugendlichen sogar 1,2%) und ganz schlimm ist es bei der <a href=\"http:\/\/www.drogenbeauftragte.de\/fileadmin\/dateien-dba\/Drogenbeauftragte\/2_Themen\/2_Suchtstoffe_und_Abhaengigkeiten\/5_Onlinespiele-_und_Computersucht\/Downloads\/Faktenblatt_BZgA_DAS_Daten_ComputerInternet.pdf\">Internetsucht<\/a>, die betrifft 500.000 Erwachsene (1%) und 250.000 Jugendliche, wobei bei den 14 bis 16-J&auml;hrigen sogar ein Spitzenwert von 4% erreicht wird. Das sind mehr Abh&auml;ngige als bei allen legalen und illegalen Drogen zusammen und das bei Jugendlichen, die doch sonst einen besonderen Schutz genie&szlig;en!<\/p>\n<p>Davon sind also viel mehr Personen betroffen als von illegalen Drogen. Doch was tut der Gesetzgeber? Eigentlich nichts. Dabei kann man hier mit wenigen Mitteln relativ viel machen. Technische Ger&auml;te, die s&uuml;chtig machen k&ouml;nnen, k&ouml;nnten eine technisch eingebaute Zeitsperre haben, wie z.B. maximal 4 Stunden Internet am Tag oder nach 20 Uhr nur noch Verbindungen f&uuml;r Anrufe. Bei Gl&uuml;cksspiel kann man heute schon bundesweite Hausverbote erlassen, doch das geschieht sehr selten und meist auf Antrag der Betroffenen selbst. Vor allem finde ich sehr komisch das man hart gegen Drogen vorgeht, die man als &#8222;illegal&#8220; brandmarkt, diese neuen \u201eDrogen\u201c die aber auch nicht kulturell gepr&auml;gt sind (au&szlig;er vielleicht Gl&uuml;cksspiel) und die es erst seit einigen Jahren oder Jahrzehnten gibt, gegen die wird nichts getan, nicht mal die von mir erw&auml;hnten relativ einfach umzusetzenden technischen Ma&szlig;nahmen. Wenn ich z.B. Computerspielen mit mangelnder sportlicher Aktivit&auml;t und stundenlangem Sitzen vor dem Monitor assoziiere, k&ouml;nnte, man auch auf die Idee kommen, eine Gamer-Grafikkarte nur bei Vorlegen eines aktuellen Fitnesspasses und bei einem BMI unter 27 zu verkaufen. Das klingt zuerst surreal, aber genau das ist es doch was wir wollen: Die Leute sollen eben nicht vor dem Computer hocken und sich bewegen, und wenn sie das tun, dann sollen sie auch spielen d&uuml;rfen, eben eine auf Fakten basierte Politik.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Gesellschaftliche &Auml;chtung<\/h3>\n<p>Der zweite Punkt ist gesellschaftliche &Auml;chtung. Das kann funktionieren. Muss aber nicht. Bei Tabak hat das funktioniert, die Zahlen des Drogenberichtes zeigen, dass der Konsum stark r&uuml;ckl&auml;ufig ist. Obwohl Designerdrogen oder Crystal-Meth einen viel &uuml;bleren Ruf haben und es bei Letzterem genug abschreckende Beispiele gibt, sind hier die Fallzahlen aber eher gestiegen. V&ouml;llig in die Hose ist es gegangen beim Cannabis. Cannabis ist illegal, das schon seit Jahrzehnten, doch der Hype von Cannabis liegt nicht in den Sechziger Jahren und den fr&uuml;hen Siebzigern, also zur Zeit von 68-ern und Hippies sondern heute. Es wird immer mehr sichergestellt, umfragen zeigen auch das immer mehr schon mal Cannabis zu sich genommen haben. Warum? Nun, wenn ich mir mal das Fernsehen als Medium ansehe, so tauchen dort immer wieder illegale Plantagen auf oder es wird ein Joint geraucht. Doch die Konsumenten werden dort nicht als Schwerverbrecher dargestellt, sondern die Polizei geht dar&uuml;ber hinweg (hat nat&uuml;rlich beim Fernsehen meist damit zu tun, dass dort nur Morde aufgekl&auml;rt werden, und von einem Zeugen wird man kaum eine Aussage bekommen, wenn man ihn wegen drei illegalen Hanfpflanzen einsperrt). Manchmal raucht auch der Kommissar einen Joint. Cannabis hat also nicht den &uuml;blen Ruf einer illegalen Droge mit f&uuml;rchterlicher Abh&auml;ngigkeit, gesellschaftlicher Ausgrenzung, Gesundheitssch&auml;den, und Beschaffungskriminalit&auml;t, eher den von lockeren Leuten, die gut drauf sind, mit Liebe ihre Hanfpflanzen hegen und pflegen. Kurzum: Unsympathisch sind Cannabis-Junkies eher nicht. Sie randalieren nicht, gr&ouml;len nicht\u00b4, rauben niemanden aus.<\/p>\n<p>Was lehrt uns das: Man kann nichts gesellschaftlich &auml;chten, was eigentlich nichts B&ouml;ses mit den Menschen macht. Es fehlt dann einfach das abschreckende Beispiel.<\/p>\n<p>Kommen wir zum letzten Punkt der Politik nach Rationalit&auml;t: Was hat der Staat von Verboten und Geboten. Auch dies gilt es abzuw&auml;gen. Eine illegale Droge kostet erst mal etwas. Die Strafverfolgung kostet Geld. Wenn jemand verurteilt wird, verursacht er auch Kosten. Das muss man Gegenrechnen mit den Kosten, wenn viel mehr Leute die Droge konsumieren w&uuml;rden. Das sind dann Kosten f&uuml;r Entzugskliniken, Behandlung der Gesundheitssch&auml;den (vor allem bei Alkohol und Tabak) aber auch Kosten f&uuml;r die Gesellschaft wie verursacht durch Beschaffungskriminalit&auml;t oder Verlust der Impulskontrolle.<\/p>\n<p>Eigentlich m&uuml;sste auch unter diesem Gesichtspunkt Cannabis legalisiert werden. Junkies sind eher gut drauf. Sie tun auch keinem Weh, sondern liegen eher phlegmatisch auf der Couch rum. Junkies gr&ouml;len keine Parolen, beginnen keine Schl&auml;gereien vor dem Stadium und gehen nicht auf Demos. Kurzum: Eigentlich sind sie der Idealzustand des W&auml;hlers, den sich ein Politiker w&uuml;nschen kann. Ich vermute aber genau hier hat man doch mal nachgerechnet, und zwar mit dem Worst-Case Szenario. So nach dem Motto: was passiert, wenn 82 Millionen Deutsche Cannabis konsumieren und nur 10% davon dann dauerbekifft sind? Die gehen nicht mehr zur Arbeit, verdienen nichts mehr und die Kosten f&uuml;r die Sozialausgaben explodieren \u2013 Harz IV hin oder her. Unter dem Gesichtspunkt macht es auch Sinn, das Alkohol legal ist: Nach dem Drogenbericht sterben Alkoholabh&auml;ngige durchschnittlich mit 61 Jahren \u2013 17 Jahre fr&uuml;her als der Rest der Bev&ouml;lkerung und damit vor dem Renteneintrittsalter. Das spart pro Alkoholtoten 13 Jahre Rente de Rentenkasse. Bei 1000 Euro pro Monat also rund 169.000 pro Person \u2013 das ist doch mal ein Argument f&uuml;r den Alkohol! Genauso wird man wohl bei Tabak gerechnet haben. Je nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tabakrauchen#Senkung_der_Lebenserwartung\">Studienlage<\/a> sterben die 5-12 Jahre fr&uuml;her. Auch hier eine enorme Ersparnis und noch ein Vorteil: An Lungenkrebs stirbt man enorm schnell, anders als bei den Gesundheitssch&auml;den durch Alkohol. Er hat eine lange Vorlaufzeit bis zum Ausbruch doch dann geht es schnell. So verursacht ein Raucher weniger Kosten, als er sp&auml;ter der Rentenversicherung einspart. Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum diese Drogen erlaubt sind!<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/e4c1d6602eb24aee9079e3c61c22b640\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_12351\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"12351\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ich wei&szlig; nicht was ihr von der Politik erwartet. 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Das System ist eigentlich sehr einfach: Ich nehme nur eine SpaceX-Aussage und wette dagegen, also, dass sie nicht stimmt oder nicht erreicht wird. Das mache ich schon seit einigen Jahren und bisher habe ich mit einer Ausnahme\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/7955f286a7004559b4ddbb5d8b481043","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":14393,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2019\/11\/06\/warum-tut-man-sich-so-schwer-auf-etwas-voellig-ueberfluessiges-zu-verzichten\/","url_meta":{"origin":12351,"position":3},"title":"Warum tut man sich so schwer, auf etwas v&ouml;llig &Uuml;berfl&uuml;ssiges zu verzichten?","author":"Bernd Leitenberger","date":"6. November 2019","format":false,"excerpt":"Gestern war erneut das \u201eKlimakabinett\u201c aktiv. Sie haben den Ausbau der Ladeinfrastruktur und des Netzes an Wasserstoffnetzen beschlossen. Mal abgesehen davon das dies nicht in den Verantwortungsbereich der Bundesregierung, sondern der Betreiber der entsprechenden Stationen f\u00e4llt, ist das wieder ein Beispiel f\u00fcr Aktionismus. Genauso wie die nun erh\u00f6hte Elektroautopr\u00e4mie. Wer\u2026","rel":"","context":"In &quot;Allgemein&quot;","block_context":{"text":"Allgemein","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/a4a87b4f3c004c9ba9d11e2f979f8aac","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18603,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/03\/12\/politikverdruss\/","url_meta":{"origin":12351,"position":4},"title":"Politikverdruss","author":"Bernd Leitenberger","date":"12. M\u00e4rz 2026","format":false,"excerpt":"Bei uns wurde in BW gew\u00e4hlt und nat\u00fcrlich gab es jede Menge Sendungen im Radio und Fernsehen mit den Spitzenkandidaten. Ich habe mir die SWR1 Reihe \"Leute\", ein Radio-Talkformat mit den Spitzenkandidaten angeh\u00f6rt und nehme das mal als Aufh\u00e4nger etwas \u00fcber das zu schreiben was mich an der Politik in\u2026","rel":"","context":"In &quot;Allgemein&quot;","block_context":{"text":"Allgemein","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/9297ac798f9047d9a27f46008ab7fa99","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":4557,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/04\/03\/atom-und-wahlnachlese\/","url_meta":{"origin":12351,"position":5},"title":"Atom- und Wahlnachlese","author":"Bernd Leitenberger","date":"3. April 2011","format":false,"excerpt":"Nun einige Wochen nach dem Super-Gau von Japan wird es an der Zeit f?r eine Nachlese und zwar eine etwas allgemeiner gehaltene. Ich m?chte an dieser Stelle mal meine Einstellung zur Kernkraft in den letzten Jahrzehnten reflektieren. Ich war urspr?nglich f?r Kernkraft. 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