{"id":12497,"date":"2017-04-16T19:56:23","date_gmt":"2017-04-16T17:56:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=12497"},"modified":"2017-04-16T19:58:13","modified_gmt":"2017-04-16T17:58:13","slug":"ein-vorschlag-fuer-google-glases","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2017\/04\/16\/ein-vorschlag-fuer-google-glases\/","title":{"rendered":"Ein Vorschlag f&uuml;r Google Glases"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich das heutige Thema &uuml;ber eine aufgebohrte Google Glases als Glosse in die Kolumne &#8222;M&uuml;nchhausen&#8220; einf&uuml;gen, doch beim &uuml;berlegen dachte ich mir &#8222;eigentlich m&uuml;sste es technisch m&ouml;glich sein&#8220;. Die Idee war das Google, das ja auch in Nicht-Computerbereichen forscht und investierte, darunter auch im Medizin\/Pharmabereich eine Google Glases f&uuml;r alle, die nicht gut sehen auf den Markt bringt. Das grundlegende Prinzip:<\/p>\n<p>Eine kleine hochaufl&ouml;sende Kamera neben jedem Auge nimmt auf was der Mensch gerade sieht. Dies wird in die Brille projiziert. Das k&ouml;nnte man dann noch durch Informationen anreichern, doch schon diese Grundfunktion w&uuml;rde vielen helfen. Denn was gezeigt wird, das entscheidet der Benutzer selbst, indem eine zweite Kamera auf die Pupille schaut und sie verfolgt.<!--more--><\/p>\n<h3>Das Auge vs VR-Brillen<\/h3>\n<p>Das menschliche Auge ist relativ komplex gebaut und es ist schwer in wenigen Randzahlen zu beschreiben. So kann die Pupille zwischen 1 und 8 mm ge&ouml;ffnet werden und so mehr oder weniger Licht hereinlassen. Allerdings nimmt auch die optische Aufl&ouml;sung ab wenn die Pupille kleiner wird. Dann sind die Rezeptoren unterschiedlich auf dem Auge verteilt. In der Mitte die Zapfen die Farbsehen erm&ouml;glichen und eine hohe Aufl&ouml;sung bieten und au&szlig;en die St&auml;bchen die viel lichtempfindlicher sind, aber nur Graut&ouml;ne liefern und eine geringere Aufl&ouml;sung haben. Zudem ist die Dichte unterschiedlich. Es gibt einen zentralen Bereich mit hoher Dichte an Zapfen, nach Au&szlig;en hin nimmt sie ab. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sehsch&auml;rfe\">Aufl&ouml;sung<\/a> betr&auml;gt unter idealen Umst&auml;nden zwischen 0,5 und 2 Bogenminuten. Sie ist stark von dem Umst&auml;nden aber auch der Person abh&auml;ngig. In der Astronomie nimmt man 1 Bogenminute an und auch dieser Wert gilt nur bei zwei hellen Punktquellen wie Doppelsternen. Bei niedrigeren Kontrasten also nicht gerade schwarzen Linien auf weisem Grund wie beim Sehtest nimmt sie deutlich ab. Als &#8222;Notmalsichtig&#8220; mit 100 % Sehsch&auml;rfe nimmt man eine Aufl&ouml;sung 1 Bogenminute an, f&uuml;r das Erwerben des F&uuml;hrerscheins braucht man mindestens 1,4 Bogenminuten.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gesichtsfeld_(Wahrnehmung)\"> Gesichtsfeld<\/a> wird nach Wikipedia mit 107 Grad in er Horizontalen und maximal 80 Grad in der Vertikalen angegeben. Eine Kamera die also die Aufl&ouml;sung des Auges erreichen w&ouml;llte, m&uuml;sste rund 6420 x 4800 Bildpunkte haben. Das ist heute in der Sensortechnik machbar. Was noch nicht machbar ist ist diese Aufl&ouml;sung als Video wiederzugeben. Doch dass muss man auch nicht. Nur ein kleiner Bereich im Zentrum hat diese Aufl&ouml;sung, der Rest ist unscharf und wird von uns meistens bewusst gar nicht wahrgenommen, bewegt sich etwas so dreht das Auge die Pupille dorthin und man sieht den neu fokussieren Teil dann wieder scharf. Der Rechner m&uuml;sste also nur etwa 20-30 Grad so scharf rendern, dann k&ouml;nnte er die Aufl&ouml;sung herunterfahren. Daher auch die zweite Kamera die die Pupille verfolgt. Heutige VR-Brillen decken nur 90 x 60 Grad ab. Das reduziert dann die ben&ouml;tigten Pixel auf 5400 x 3600. Wenn man die F&uuml;hrerscheinaufl&ouml;sung anstrebt, dann reichen 3800 x 2500 Pixel. Bei Monitoren hat man mittlerweile schon 7680 x 4320 Pixel erreicht.<\/p>\n<h3>Nutzen einer medizinischen &#8222;Google Glases&#8220;<\/h3>\n<p>Die Brille bringt einen Vorteil f&uuml;r etliche Augenkranke die wich ich Nystagmus haben. Nystagmus ist ein angeborenes Augenzittern, die Augen sind nie ruhig. Ich merke das nur wenn ich versuche etwas genau zu fokussieren, dann zittert manchmal das Bild, h&auml;ufiger ist ein &#8222;Pumpen&#8220; bei dem die Abbildung kurz Scharf wird und dann wieder unscharf. Wenn die Kamera den Pupillen folgt, kann sie deren Bewegung beim Bild folgen und den scharfen Ausschnitt verschieben und so das Ph&auml;nomen austricksen. Ebenso w&auml;re sie von Nutzen wenn jemand kurzsichtig und altersweitsichtig ist. Der braucht normalerweise eine Gleitbrille die sich die Tatsache zunutze macht das man beim Betrachten von Nahen Dingen meist nach unten schaut und beim Betrachten von fernen geradeaus. Doch ideal ist das nicht und eine Kamera die das Auge verfolgt aber auch die Sch&auml;rfeebene der angepeilten Objektes feststellt kann eine Korrektur viel besser erledigen.<\/p>\n<p>Bei Personen die nicht 100% Sehsch&auml;rfe haben wird man wohl die Brille zuerst einsetzen, denn dann reicht auch eine geringe Aufl&ouml;sung. Ich habe durch Kombination von mehreren Augenfehlern mit Brille noch 25 bis 30%, ohne 5-10%. Da w&uuml;rde also eine deutlich geringere Aufl&ouml;sung ausreichen. Daher sehe ich die Chance daher auch zuerst als Medizinalprodukt. Durch die niedrigere Aufl&ouml;sung ei Personen mit nicht 100 % Sehsch&auml;rfe sinken dann auch die Hardwareanforderungen deutlich ab.<\/p>\n<h3>Verbesserung des Sehens f&uuml;r alle<\/h3>\n<p>Man k&ouml;nnte aber die Technik nat&uuml;rlich auch nutzen um die Sehsch&auml;rfe zu verbessern. Man kann nicht das Auge selbst &uuml;berlisten, aber man kann wie wenn jemand ein zus&auml;tzliches optisches System wie ein Mikroskop oder einen Feldstecher nutzt seine F&auml;higkeiten erweitern. Dazu muss das System nur unser Verhalten ausnutzen. Wenn wir etwas mit der Pupille fixieren, dann haben wir meist Probleme ein Detail zu erkennen oder sind zumindest an diesem Interessiert. Erkennt das System also keine Bewegung der Pupille, dann k&ouml;nnte die Kamera langsam heranzoomen. Das w&auml;re dann das Gegenst&uuml;ck zum Mikroskop oder Fernrohr.<\/p>\n<p>Wenn wir uns orientieren oder nach Gefahren schauen, z.B. bevor wir eine Stra&szlig;e &uuml;berqueren, so bewegen sich die Pupillen nach links und rechts. In dem Fall k&ouml;nnte man nicht nur herauszoomen sondern sogar auf eine Fischaugenlinse umstellen die mehr zeigt, das w&uuml;rde es uns ersparen, den Kopf stark zu bewegen.<\/p>\n<p>Denkt man das weiter so kann man die Pupillenbewegung sogar als Kommando oder zur Navigation benutzen, wenn man was sicher ein sch&ouml;ner Zusatznutzen Informationen in die Brille einblendet. Das k&ouml;nnen Informationen sein &uuml;ber das was man sieht (z.B. Stra&szlig;enplan, Infos zu Geb&auml;uden &#8211; man k&ouml;nnte sich ohne Navi in fremden St&auml;dten bewegen) aber auch die aktuellen B&ouml;rsenkurse. Schaut man auf einen Navigationspfeil so scrollt man, schaut man auf ein Kreuz so schlie&szlig;t sich das Fenster. Das kann man noch mit Blinzeln als &#8222;Klickersatz&#8220; ausbauen. Bei gen&uuml;gender F&auml;higkeit sogar mit linkem und rechtem Auge = linker und rechter Maustaste.<\/p>\n<p>Weitere M&ouml;glichkeiten des &#8222;Enhancens&#8220; w&auml;re wenn man man Kameras hat, die empfindlicher sind als das Auge, man nachts oder in der D&auml;mmerung mehr sieht, analog wird die Brille alleine schon durch ihre Bauweise verhindern dass man von der Sonne selbst im Sommer geblendet wird. Man k&ouml;nnte sogar an das Sehen in IR- oder UV-Wellenl&auml;ngen denken, was zumindest f&uuml;r einige Berufe von Vorteil ist, weil man so Materialdefekte oder W&auml;rmelecks erkennen kann.<\/p>\n<h3>Umsetzbarkeit<\/h3>\n<p>Technisch gesehen geht vieles schon. Sensoren die mindestens so lichtempfindlich wie das Auge sind, (da wir ab etwa 16-20 Bildern pro Sekunde keine getrennten Bilder mehr sehen, reicht eine Belichtungszeit von etwa 1\/20 s) gibt es schon, allerdings haben sie relativ gro&szlig;e Sensorgr&ouml;&szlig;en. Man kann aber die Eigenschaft es Auges ausnutzen und einen hochaufl&ouml;senden, nur ein kleines Gesichtsfeld abdeckenden Sensor mit einem grobausl&ouml;senden mit gr&ouml;&szlig;erem Gesichtsfeld kombinieren.<\/p>\n<p>Bei den VR-Brillen liegt die Aufl&ouml;sung derzeit bei 1800 x 1200 Pixel pro Auge. das ist noch zu wenig, doch vor einigen Jahren lagen die noch bei VGA Aufl&ouml;sung, sodass ich optimistisch bin, das man dies noch hinbekommt. Das Hauptproblem ist heute f&uuml;r die Informationsverarbeitung, die ja nicht nur dem Streamen von Bildern sondern auch der Mustererkennung, dauerndem Scharfstellen und Verfolgen der Bewegung der Augenbewegung. Das brauchte heute noch einen potenten Rechner den man im Rucksack tragen m&uuml;sste und der viel Strom braucht. Doch vieles kann man, wie dies auch unser Gehirn macht durch Vernetzung erledigen. Unser Gehirn braucht Jahre bis Kleinkinder &#8222;richtig&#8220; sehen k&ouml;nnen in der Zeit Vernetzens ich die Nervenzellen so das sie die Information verarbeiten. Analog kann man dies durch neuronale Netze trainieren und wenn man die Algorithmen so erst einmal ausgearbeitet hat als spezialisierte Hardware in FPGA oder andere kundenspezifische logische Schaltungen gie&szlig;en. Da die Aufgabe f&uuml;r alle gleich ist kann man das dann sogar wie Prozessoren maskenprogrammiert in Serie produzieren. Eindeutig ein Vorteil der Hardware gegen&uuml;ber unserem Gehirn. So stark reduzieren wie das Gehirn kann man aber nicht, weil man erst ja f&uuml;r die Sinneszellen ein vollst&auml;ndiges gut aufgel&ouml;stes Bild pr&auml;sentieren muss, aber wie schon gesagt nur den einen Zielbereich in der angegebenen Aufl&ouml;sung.<\/p>\n<h3>Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen sie Google oder ihren Datenschutzbeauftragten<\/h3>\n<p>&Uuml;brig f&uuml;r den Rechner bliebe dann noch das Einspiegeln von Zusatzinformationen wie es heute Google Glases tut. Und hier wird es dann sicher auch f&uuml;r Google interessant. Die M&ouml;glichkeiten f&uuml;r die Firma w&auml;ren enorm. Schlussendlich hat man nun ja den Browser 24 Stunden im Betrieb. Normalsichtige k&ouml;nnten noch die Brille abnehmen, aber Fehlsichtige wie ich k&ouml;nnten dies nicht. Als Herausforderung bleibt noch das es nat&uuml;rlich schick aussehen muss. Der beste Kompromiss w&auml;ren wohl nach au&szlig;en hin verspiegelte Gl&auml;ser, sonst w&uuml;rden alle mit dunkeln Sonnenbrillen a la Blues Brothers rumlaufen. Eine Alternative w&auml;ren durchsichtige Gl&auml;ser in denen man nur bei Bedarf den Zusatznutzen aktiviert, z. B. wenn man an etwas heranzoomen will. Das geht durch Kunststoffgl&auml;ser die man elektrisch polarisieren kann. Ohne Polarisation sind sie durchsichtig mit sind sie abget&ouml;nt und man sieht den aufprojizierten Inhalt.<\/p>\n<p>Das ganze er&ouml;ffnet dann aber auch neue Schlachtfelder in anderen Gebieten wie Sicherheit und Datenschutz. Was passiert wenn Google das aufnimmt was man sieht, z. B. beim eintippen der Geheimzahl im Bankautomaten oder beim Sex? Ein heikles Thema.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/005ef9aa603f405aa3199c4c4abad5cd\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich das heutige Thema &uuml;ber eine aufgebohrte Google Glases als Glosse in die Kolumne &#8222;M&uuml;nchhausen&#8220; einf&uuml;gen, doch beim &uuml;berlegen dachte ich mir &#8222;eigentlich m&uuml;sste es technisch m&ouml;glich sein&#8220;. 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