{"id":12616,"date":"2017-06-30T00:10:10","date_gmt":"2017-06-29T22:10:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=12616"},"modified":"2017-06-27T20:13:26","modified_gmt":"2017-06-27T18:13:26","slug":"die-saturn-v-und-die-betriebswirte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2017\/06\/30\/die-saturn-v-und-die-betriebswirte\/","title":{"rendered":"Die Saturn V und die Betriebswirte"},"content":{"rendered":"<p>Der Link von Kartoffel &uuml;ber die Doku <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=e58zMy9kvuU\">Fight for Space<\/a> hat mich mal inspiriert, auf Youtube zu st&ouml;bern. Der Trailer sieht interessant aus, aber sonst habe ich auch nur Ausschnitte gefunden, keine komplette Doku. Doch ich kam bald auf andere Videos, die rechts erschienen. Ich schaue normalerweise keine Videos an, sie brauchen zu viel Zeit f&uuml;r zu wenig Information, aber ich schaue mir immer wieder gerne die Starts der Saturn V an. Die wurden von unz&auml;hligen Kameras aufgenommen und heute nachgesch&auml;rft, sind sie noch beeindruckender. Es gibt so sch&ouml;ne Momente in den Aufnahmen, jenseits von meinen Lieblingen, den Aufnahmen der Abtrennung der S-IB. Beeindruckend ist auch, wie die Versorgungsarme erst zur&uuml;ckschwenken, kurz bevor die Rakete abheben und ich meine erst kurz vorher, denn die Aufnahmen sind in Zeitlupe. Ariane 4, die ich als Vergleich oft genug beobachtet habe, zieht die letzten Versorgungsarme schon einige Sekunden vor em Abheben zur&uuml;ck. Das gibt dem Start auch seine eigene Dramatik.<!--more--><\/p>\n<p>Zwei Punkte kamen in dem Trailer. Der eine: Man hat eine Rakete, die Saturn v, leistungsf&auml;higer als das Shuttle, leistungsf&auml;higer als die SLS und sie funktionierte. Dann startet man nicht mal die bestellten Exemplare (drei Apollomissionen wurden gestrichen und selbst das <a href=\"http:\/\/forum.nasaspaceflight.com\/index.php?action=dlattach;topic=13040.0;attach=106506\"> Backup von Skylab<\/a> das man zweimal besuchen k&ouml;nnte f&uuml;r moderate Kosten von 222 bis 290 Millionen Dollar) blieb am Boden. Oder wie es der Mann im Trailer sagte \u201eAre you people nuts?\u201c. Ja heute regieren die Verr&uuml;ckten die Welt.<\/p>\n<p>In dem Artikel kam auch zur Sprache, dass es damals ein Programm gab, Wissenschaft aufzuwerten. Kurse in Naturwissenschaften, die urspr&uuml;nglich nicht so wichtig waren wurden, h&ouml;her gestuft, es wurde allgemein mehr angeboten und das in allen Ebenen auch in den Hochschulen. Das Programm h&auml;ngt zwar mit Apollo zusammen, jedoch indirekt. Es war ein Programm, mit dem man auf einen angeblichen R&uuml;ckstand in der Technologief&auml;higkeit reagieren wollte, denn man in den raschen Erfolgen der Sowjets im Weltraum nach dem Start von Sputnik sah. Das klappte auch, es wurde die Zahl der Absolventen von Naturwissenschaften aber auch technischen F&auml;chern in den Sechziger Jahren verdoppelt. Auf das Programm wurde eine Reihe von Dingen zur&uuml;ckgef&uuml;hrt, denn auch die Forschung jenseits des Raumfahrtprogrammes wurde gef&ouml;rdert. Das Internet entstand aus einem der Forschungsvorhaben (die allerdings meist mit Milit&auml;r zu tun hatten). Andere meinen die rapide Entwicklung der Halbleiterindustrie in den Sechziger Jahren, die schlie&szlig;lich Anfang der Siebziger Jahre zum <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pc-hist1975-1981.shtml\">Mikrocomputer<\/a> f&uuml;hrte, w&auml;re auch durch diese Schwemme an Wissenschaftlern und Ingenieuren m&ouml;glich gewesen. Ich bin etwas vorsichtiger, aber ich teile die Auffassung, das die technologische F&auml;higkeit, aber auch die Innovation und das Nationaleinkommen davon abh&auml;ngen, wie viele Menschen in einem Land forschen und entwickeln, wie viele Ingenieure es gibt und wie viel Mittel die zur Verf&uuml;gung haben. Heute haben wir &uuml;brigens wieder so eine Debatte, man muss nur mal das Stichwort \u201eDigitalisierung der Schulen\u201c oder \u201e100 MBit f&uuml;r alle\u201c bei Google eingeben. Heute sieht man das Heil der Volkswirtschaft daran dass jeder schnelle Internetverbindungen hat und die digitale Welt in der Schule gelehrt wird. Ich teile das nicht. Wichtig f&uuml;r die Bildung ist nicht die Geschwindigkeit der Verbindung \u2013 die braucht man f&uuml;r Videos, aber nicht B&uuml;cher mit denen man sich viel schneller Inhalte aneignen, man liest schneller als man sieht, man kann Inhalte &uuml;berfliegen und nicht zuletzt ist die Informationsdichte viel gr&ouml;&szlig;er (es ist erschreckend wenn man mal ein TV-Skript also das, was gesagt wurde, von einer Dokumentation durchliest \u2013 das ist extrem wenig Text). Vor allem glaube ich wird in den Schulen dann nicht tieferes Wissen vermittelt, sondern eher wie man eine Suchmaschine bedient.<\/p>\n<p>Aber zur&uuml;ck zum Thema. Ja die Saturn V war au&szlig;ergew&ouml;hnlich. Man sieht dies schon daran, dass alle Fl&uuml;ge klappten. Das war bei dem damaligen Stand der Technik eine gro&szlig;e Leistung und selbst heute gibt es Tr&auml;ger, die bei den ersten 13 Fl&uuml;gen einige Fehlstarts haben, so Delta 3, Zenit, H-II, GSLV, Ariane 1-5. Die Saturn V war enorm robust. Das in zwei Dingen. Das eine war, das die technische Auslegung sehr konservativ war, also nicht das neueste und leistungsf&auml;higste einsetzte. Man sieht dies an typischen Performanceparametern wie Voll-\/Leermasseverh&auml;ltnis oder spezifischen Impulsen. Sie hatte aber auch eine Robustheit in der Mission. So konnte kurz nach dem Start ein Triebwerk ausfallen, ohne das die Mission gef&auml;hrdet war. Das passierte bei Apollo 13. Als dies bei einer Falcon 9 <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2012\/10\/08\/ach-ja-spacex-2\/\"> passierte<\/a>, hatte die, obwohl mehr Triebwerke und dadurch kleinerer Einfluss, eine zu niedrige Bahn und die Sekund&auml;rnutzlast ohne eigenen Antrieb ging hops. Beim Start von <a href=\"http:\/\/amzn.to\/2sNAzHK\">Skylab<\/a> l&ouml;ste sich der Stufenadapter nicht und die Saturn schleppte 4,5 t mehr Nutzlast in den Orbit \u2013 aber den richtigen Orbit. Kurzum: die Saturn V war ein robustes Arbeitspferd.<\/p>\n<p>Machen wir einen Sprung zu heute. Eigentlich sollte man bei der SLS es besser hinbekommen. Man hat leistungsf&auml;higere Antriebe, leichtere Legierungen. Doch die SLS soll bei fast gleicher Masse nur 70 t liften, keine 130. Was macht man falsch? Die SLS ist das Produkt, das rauskommt, wenn man eine Rakete nicht von Ingenieuren, sondern Betriebswirten konstruieren l&auml;sst. Denn das ist die &Auml;nderung zu damals. Damals gab es viele Ingenieure und Wissenschaftler heute gibt es viele Betriebswirte und wenige Ingenieure. Leute, die vielleicht Bilanzen lesen k&ouml;nnen, aber nichts konstruieren. Controlling hat schon Firmen ruiniert, indem kostenintensive Entwicklungsabteilungen zusammengestrichen wurden, um den kurzfristigen Profit zu erh&ouml;hen. Nur hat man dann langfristig keine neuen Produkte was meist das Aus f&uuml;r die Firma bedeutet. Kurzum, wenn Leute am Dr&uuml;cker sind, die nur aufs Geld achten, dann kommen Dinge raus die kurzfristig billiger sind, langfristig aber in eine Sachgasse f&uuml;hren oder teuer werden. Die SLS entsteht aus Resten \u2013 vom Space Shuttle Programm. Das einzige neue Triebwerk, das J-2X f&uuml;r die Oberstufe hat man qualifiziert und dann die Entwicklung eingestellt. Ein paar Betriebswirte meinten, man k&ouml;nne doch auch eine Oberstufe aus vier RL-10 mit 40% des Schubs machen \u2013 klar kann man, nur hat die dann auch nur 40 % der Masse und setzt die Nutzlast herab. Das besondere der SLS ist, das sie auf ein gleichbleibend flaches Budget getrimmt ist. Im Normfall ist es so, dass die Kosten steigen bis zur Mitte der Entwicklung und dann sinken. Bei Apollo gab es das h&ouml;chste Budget nicht, als die Landungen stattfanden, sondern 1966, w&auml;hrend der Entwicklung. Bei einem politisch verordneten gleichbleibenden Budget geht das aber nicht. (W&auml;re die NASA eine Milit&auml;rorganisation, dann w&auml;re das &uuml;berhaupt kein Problem).<\/p>\n<p>Lange Zeit meinte ich, die Saturn V w&auml;re zwar eine sch&ouml;ne Rakete, aber auch eine teure. 1969 kostete ein Start 185 Millionen Dollar. Inzwischen, nachdem ich Sch&auml;tzung f&uuml;r die Kosten der SLS las, bin ich anderer Meinung. Auch wenn man dies mit der Titan 3C, dem pro Kilo preisg&uuml;nstigsten Tr&auml;ger der \u201enormalen\u201c Klasse betrachtet: Die kostete damals 23 Millionen Dollar bei ziemlich genau 1\/10 der Saturn V Nutzlast. Was die Rakete so teuer machte, war vor allem die damals personalintensive Startvorbereitung. Als man nach Apollo 11 die Zahl der m&ouml;glichen Starts pro Jahr von 5 auf 2 reduzierte, entlie&szlig; man 5.600 Mitarbeiter \u2013 sie waren zwar auch an den Vorbereitungen des CSM und LM beteiligt, aber diese kamen komplett an, die Saturn V wurde erst im VAFB zusammengebaut. Vergleicht man das mit den rund 200 Personen, die f&uuml;r eine Ariane 5 zust&auml;ndig sind, dann sieht man den Unterschied. Heute ginge das sicher um einiges effektiver. Alleine 450 Personen waren ja am Countdown im Missionszentrum beteiligt. So kostete die Fertigung nur 113,6 Millionen Dollar. Heute rechnet man bei Arianespace mit 20-25 % Kosten f&uuml;r den Zusammenbau und Start, bei der Saturn waren es &uuml;ber 60%.<\/p>\n<p>In der Retrospektive ist die Saturn V aber gar nicht mal so teuer. Es ist nat&uuml;rlich schwer Kosten von damals zu vergleichen, aber in einem Buch &uuml;ber die Apollo 11 Mission fand ich das Buzz Aldrin als Colonel 18.622 Dollar pro Jahr verdiente. Heute sind es 121.493 $. &Uuml;bertr&auml;gt man das auf die Kosten der Saturn V, so w&uuml;rde ein Saturn V Start heute 1206 Mill. Dollar kosten, die reine Fertigung 741 Mill. $. Die NASA hat mal 500 Mill. $ f&uuml;r die SLS angegeben, doch das ist 5 Jahre her. Im letzten November schrieb sie Aerospacefirmen an, um nach Wegen zu suchen, die Kosten zu senken. Die Kosten f&uuml;r Orion und SLS sollen sich da schon auf 2 Milliarden Dollar pro Start summieren. Schwer zu sagen, wie viel auf die Orion entf&auml;llt. Bei Apollo waren die CSM mit 55 Mill. $ viel billiger als die Tr&auml;gerrakete. Das europ&auml;ische Servicemodul kostet alle <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/hamburg\/article162149790\/Servicemodul-fuer-Orion-kommt-aus-Bremen.html\"> 200 Mill. Euro<\/a>. Ist die Kapsel in etwa genauso teuer, so kommt die SLS alleine auf 1,5 Mrd. Dollar und ist damit teuerer als eine Saturn V bei kleinerer Nutzlast. Sie wird noch teurer werden. Denn was die lieben Betriebswirte bei ihrer kurzfristigen Optimierung auf niedrige Entwicklungskosten verga&szlig;en: Es gibt 16 RS-25 Triebwerke, die von den Shuttles &uuml;brig sind. Die reichen f&uuml;r 4 Starts. Danach muss man Neue bauen und zuerst kostet das schon mal <a href=\"https:\/\/spaceflightnow.com\/2015\/11\/27\/aerojet-rocketdyne-wins-propulsion-contracts-worth-nearly-1-4-billion\/\"> 1,16 Milliarden Dollar f&uuml;r die Neuaufnahme der Produktion<\/a> und dann 50 bis 60 Millionen Dollar pro Triebwerk. (optimistische Sch&auml;tzung) Das macht die Tr&auml;gerrakete schon mal um 25% teurer.<\/p>\n<p>Die Regentschaft der Betriebswirte hat Folgen. W&uuml;rde heute Trump ein Mondprogramm initiieren, ich habe meine Zweifel, dass man dann in 8 Jahren 2 Monaten nach Ank&uuml;ndigung landen k&ouml;nnte, selbst wenn man genauso viel Mittel wie damals bereitstellen w&uuml;rde. Die NASA ist heute eine andere. Schon beim Apolloprogramm begann der Niedergang <a href=\"http:\/\/amzn.to\/2siIr09\"> Chris Kraft<\/a>, Missionsdirektor seit Mercury, sp&auml;ter aufger&uuml;ckt zum Chef des Zentrums in Houston f&uuml;r bemannte Raumfahrt, beklagt in seiner Biografie, wie er sah, wie immer mehr Managementebenen eingezogen wurden. Trotzdem gelang es Apollo durchzuf&uuml;hren, weil das ganze Programm zeitgesteuert war und sich diesem Ziel alle unterordneten. Heute sind die Ingenieure in der Minderheit, stattdessen gibt es ein Management, Kostenmanagement, Projektmanagement, Zeitmanagement. Das Dumme nur: ein Ingenieure kann ein Triebwerk konstruieren, 100 Betriebswirte k&ouml;nnen nichts, au&szlig;er das Nichts zu verwalten. F&uuml;r ein Mondprogramm wie Apollo br&auml;uchte die NASA aus dem Stand enorm viele Ingenieure. Wo sollen die herkommen? Apollo konnte von dem schon unter Eisenhower angelaufenen Bildungsprogramm profitieren, daneben entwickelte man damals viele neue D&uuml;senflugzeuge und Raketen. Aus diesen Programmen konnten die Ingenieure zur NASA wechseln. Wo sind sie heute?<\/p>\n<p>Zur&uuml;ck zur Saturn V. Die erste Version war robust, doch wie bei vielen Tr&auml;gern dachte man an <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2015\/04\/06\/die-echten-saturn-v-upgrades\/\"> Verbesserungen<\/a>. Sehr weit war man mit dem J-2S. Das J-2S war eine verbesserte Version des J-2 Triebwerks der zweiten und dritten Stufe. Es hatte einen h&ouml;heren Schub, h&ouml;heren spezifischen Impuls, war aber vor allem einfacher aufgebaut (S f&uuml;r simplified). Nicht umsonst w&auml;hlte die NASA es als Ausgangsbasis f&uuml;r das J-2X. Das J-2S war zertifiziert, hatte das Testprogramm komplett durchlaufen. Es war f&uuml;r sp&auml;tere Saturn V vorgesehen und h&auml;tte die Nutzlast um 6-13% je nach Orbit gesteigert.<\/p>\n<p>Das Triebwerk der ersten Stufe, das F-1 wurde ebenfalls verbessert. Das F-1A war aber in einem fr&uuml;hen Entwicklungsstadium, als man die Entwicklung einstellte. Anders als beim J-2 hatte es keinen h&ouml;heren spezifischen Impuls, war aber um 25% schubst&auml;rker und h&auml;tte so die bei der Saturn V hohen Gravitationsverluste gesenkt. Die Saturn V hatte &uuml;ber 2000 m\/s Gravitationsverluste, typisch f&uuml;r eine dreistufige Rakete sind eher 1600 m\/s. 100 m\/s Reduktion w&auml;ren sicher machbar, das entspricht rund 1,5 t mehr Nutzlast.<\/p>\n<p>Andere Pl&auml;ne, die nicht umgesetzt wurden, waren Titan 3 Booster. Sie h&auml;tten den Schub gesteigert und die Gravitationsverluste gesenkt. Vor allem waren sie preiswert. Zwei Booster kosteten 6,28 Millionen Dollar, ein Drei&szlig;igstel der Saturn V bei einem Sechstel der Startmasse. Vier Booster h&auml;tten die Nutzlast um 7,5 t angehoben.<\/p>\n<p>Was h&auml;tte man mit der leistungsgesteigerten Saturn machen k&ouml;nnen? Nun es gab zwar Ideen f&uuml;r unbemannte Missionen wie die Voyager Landeapparate auf dem Mars (nicht zu verwechseln mit den Voyager Sonden) und dem GTOP-Projekt, bei dem man anders als bei Voyager 1+2 bei jedem Riesenplaneten auch einen Orbiter abgesetzt h&auml;tte \u2013 eine Saturn V konnte 11,3 t zu Jupiter bringen, mit den J-2S Triebwerken sogar 12,8 t. Die Saturn V war auch f&uuml;r Marsprogramme vorgesehen, dann allerdings wegen der noch h&ouml;heren Nutzlast f&uuml;r das Unternehmen mit einer nuklearen Oberstufe \u2013 entsprechende Reaktoren hat man schon getestet.<\/p>\n<p>Am offensichtlichsten w&auml;re der Einsatz bei einem Apollo-Fortsetzungsprogramm gewesen. Liest man alte B&uuml;cher, so findet man Hinweise auf dieses. Es war den Planern wohl nicht in den Sinn gekommen, das man, nachdem man 21 Milliarden f&uuml;r die Entwicklung ausgab, man ein Programm einstellt das pro Flug 350 bis 450 Millionen Dollar (350: Apollo 11, 450 Apollo 17, mit zus&auml;tzlicher Hardware und Inflationsanstieg) kostete. Vor allem wenn man davon schon 280 Millionen bezahlt hatte, also netto nur 70-170 Millionen einsparte (die bestellte und bezahlte Hardware steht daf&uuml;r heute in Museen). Aber sie haben wohl die Rechnung ohne die &Ouml;ffentlichkeit gemacht, die nach einigen Landungen das langweilig fand. Seitdem wird die NASA von Betriebswirten geleitet, die minimierten erfolgreich die Entwicklungskosten des Space Shuttles (gut es kostete dann w&auml;hrend des Einsatzes viel mehr als man einsparte, aber das juckt einen Betriebswirt nicht). Genauso erfolgreich waren sie bei der ISS (sollte mal 30 Milliarden Dollar kosten, durch Hinzunahme der Russen, damit man Geld sparen kann, wurden es dann 100 Milliarden) und derzeit sind sie sehr erfolgreich bei der Minimierung der Kosten von SLS und Orion.<\/p>\n<p>Von Braun skizziert in seinem Buch \u201e<a href=\"http:\/\/amzn.to\/2sO61FJ\">Bemannte Raumfahrt<\/a>\u201c ein erweitertes Mondprogramm. Kernpunkt sind l&auml;ngere Aufenthalte auf dem Mond. Die kleine L&ouml;sung w&auml;re ein zweiter Mondlander, der eine ausgeweidete Aufstiegsstufe hat. Ohne Treibstofftanks und das Triebwerk bietet er doppelt so viel Platz, Vor allem kann man nun auch liegen, das war wegen des mittig platzierten Triebwerks nicht m&ouml;glich. Er w&auml;re als Behausung gedacht. Ein weiterer Mondlander dann f&uuml;r die Besatzung zur Landung und R&uuml;ckkehr. Das wurde auch getestet. Zwei Ingenieure hielten es bis zu 18 Tage in diesem Gef&auml;hrt aus. Der Lander w&auml;re mit einer Apollomission zum Mond gebracht worden, dann aber ohne Besatzung durch den Bordcomputer gelandet worden. Die Besatzung h&auml;tte die Mission dann vielleicht f&uuml;r <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2010\/04\/18\/die-apollo-i-missionen\/\"> Fernerkundung<\/a> nutzen k&ouml;nnen, entsprechende Missionen tauchen ja in der Literatur auf. Die umgebaute Stufe h&auml;tte dann auch mehr Vorr&auml;te und Verbrauchsmaterial aufnehmen k&ouml;nnen. Eine Mission h&auml;tte rund 11 Tage gedauert, da man nur bei Tag arbeiten wollte \u2013 immerhin mehr als dreimal so lange wie eine normale Mission bei zwei anstatt einem Flug zum Mond (der zweite mit einem normalen Lander). Mehr Komfort und mehr Ausr&uuml;stung h&auml;tte ein neu konstruierter Landeapparat geboten, der direkt gelandet w&auml;re, ohne ein Apollo CSM. Anstatt 4,6 t h&auml;tte der rund 13,5 t auf dem Mond absetzen k&ouml;nnen, was dann schon eine andere Gr&ouml;&szlig;enordnung ist. Wegen der Neukonstruktion halte ich das Szenario aber f&uuml;r unwahrscheinlich. Immerhin nur die Aufstiegsstufe ausweiden, mehr Vorr&auml;te installieren, das h&auml;tte man mit vergleichsweise wenigen Mitteln machen k&ouml;nnen. Bei 2,4 t mehr Landemasse w&auml;re einiges mehr an Ausr&uuml;stung m&ouml;glich gewesen. Exkursionen k&ouml;nnten weiter weg vom Lander f&uuml;hren.<\/p>\n<p>Aber nat&uuml;rlich ist klar \u2013 nach dem Apollo-Programm, egal ob es ein Anschlussprogramm gab oder nicht, war die Zeit der Saturn beendet. W&uuml;rde es sie heute noch geben, man h&auml;tte mit der originalen Saturn V in 3-Stufenkonfiguration die ISS mit vier Starts in zwei Jahren im Orbit gehabt. So dauerte es eben 14 Jahre. Es gab ja auch <a href=\"http:\/\/amzn.to\/2sO5AeB\">Pl&auml;ne<\/a> f&uuml;r eine gr&ouml;&szlig;ere Station aus Skylab-Modulen, die man an ihren Kopplungsadaptern gekoppelt h&auml;tte.<\/p>\n<p>Meine Ansicht: die USA w&auml;ren gut beraten gewesen, dass Apollo und AAP-Programm solange zu verl&auml;ngern, bis das Space Shuttle einsatzbereit war. Das h&auml;tte die Jahre 1976 bis 1980 abgedeckt, 1973\/74 startete ja Skylab und 1975 Apollo-Sojus. Mit Skylab B, die Station gab es, h&auml;tte man ein Jahr f&uuml;llen k&ouml;nnen, mit mindestens einer Mondmission pro Jahr die anderen Jahre. Was w&auml;re gewesen, wenn Skylab B noch im Orbit gewesen w&auml;re und die Space Shuttles die Station h&auml;tten nutzen und ausbauen k&ouml;nnen (auch daf&uuml;r gab es Pl&auml;ne)? Eines g&auml;be es dann mit Sicherheit nicht: die <a href=\"http:\/\/amzn.to\/2sNocva\">ISS<\/a>. Skylab B war zu teuer f&uuml;r die NASA. Die kleinste Option kostete damals 222 Millionen Dollar. (Hardware war ja schon abbezahlt, musste nur noch gestartet werden) das sind heute rund 1,3 Milliarden Dollar. Echt teuer. 30 Jahre sp&auml;ter gibt man dann f&uuml;r eine neue Station 100 Milliarden aus. Wie hei&szlig;t es so sch&ouml;n: Wie bekommt man eine Firma klein? Mit Frauen (das ist am sch&ouml;nsten), mit Gl&uuml;cksspiel (das geht am schnellsten) mit Betriebswirten (das ist am Gr&uuml;ndlichsten &#8230;)<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/5320a0f3a0024b698a533cf5231c6284\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Link von Kartoffel &uuml;ber die Doku Fight for Space hat mich mal inspiriert, auf Youtube zu st&ouml;bern. Der Trailer sieht interessant aus, aber sonst habe ich auch nur Ausschnitte gefunden, keine komplette Doku. Doch ich kam bald auf andere Videos, die rechts erschienen. 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