{"id":12639,"date":"2017-07-11T23:49:09","date_gmt":"2017-07-11T21:49:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=12639"},"modified":"2017-07-12T07:22:13","modified_gmt":"2017-07-12T05:22:13","slug":"zum-kuiper-belt-und-in-die-heliopause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2017\/07\/11\/zum-kuiper-belt-und-in-die-heliopause\/","title":{"rendered":"Zum Kuiper Belt und in die Heliopause"},"content":{"rendered":"<p>Ich greife heute ein Thema, auf das ich aber bisher nur sch&auml;tzungsweise berechnen konnte, inzwischen kann ich durch Verbesserungen meines Programmes genau zu berechnen. Es geht um eine Sonde, die m&ouml;glichst schnell m&ouml;glichst weit von der Sonne entfernt sein sollte.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left;\" src=\"\/img\/heliopause1.png\" width=\"700\" height=\"750\" \/>Fr&uuml;her habe ich als wichtigsten Einsatzzweck die Erforschung der Heliopause genannt, also der Region, in der der Sonnenwind in das intergalaktische Medium &uuml;bergeht. Diese Region haben die Voyagersonden inzwischen erreicht. Sie liegt etwa 150 AE (rund 22.500 Mill. km) von der Sonne entfernt. F&uuml;r eine gute Vermessung braucht man mindestens drei Sonden: eine die in Bewegungsrichtung der Sonne gestartet wird, eine entgegengesetzt und eine senkrecht dazu.<\/p>\n<p>Inzwischen gibt es noch eine zweite m&ouml;gliche Einsatzm&ouml;glichkeit die Passage eines Kuiperg&uuml;rtelobjektes. Diese liegen auch in dieser Entfernung.<\/p>\n<p>Das Problem: <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/voyager-sonde.shtml\">Voyager<\/a> brauchte zwei Swing-Bys und rund 30 Jahre, um dorthin zu kommen. Ein Start mit einer <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/atlas-v.shtml\">Atlas V<\/a> f&uuml;r eine Nachfolgesonde d&uuml;rfte heute nur f&uuml;r eine Sonde die Teilchendetektoren hat kaum finanzierbar sein, auch wenn als Plus vielleicht noch ein naher Vorbeiflug an einem KBO herausspringt. Ein solver Tr&auml;ger kostet &uuml;ber 200 Millionen Dollar, dazu k&auml;me noch eine PAM-D Oberstufe.<\/p>\n<p>Also suchte ich nach billigeren Alternativen und einem schnelleren Weg.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Gehts mit der Vega?<\/h3>\n<p>Als erstes habe ich als Alternative eine Sonde zuerst einmal mit der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/vega-rakete.shtml\">Vega<\/a> gestartet. Die hat nur eine Nutzlast von 2.400 kg in einen 400 km hohen kreisf&ouml;rmigen Orbit. So muss man Ionentriebwerke einsetzen, um die Sonde &uuml;berhaupt zu Jupiter zu bekommen. Die Vega k&ouml;nnte maximal 500 kg auf eine Fluchtgeschwindigkeit bringen und braucht dazu noch ein weiteres Modul.<\/p>\n<p>Das Sondengewicht habe ich zu 700 kg festgelegt. Das entspricht dem Gewicht von Voyager ohne Hydrazintank. Die Lageregelung wird von den Ionentriebwerken durchgef&uuml;hrt. Statt den MMRTG werden GPHS-RTG mitgef&uuml;hrt, die mit 570 W eine etwas h&ouml;here Leistung haben, aber das gleiche Gewicht.<\/p>\n<p>Das Trockengewicht des Ionenantriebsmoduls orientiert sich nach dem verbrauchten Treibstoff, der erst nach Simulation feststeht. Ich errechnete einen Verbrauch von 945 kg bei einem hohen spezifischen Impuls von 44.000 m\/s. Dawn hatte 425 kg Treibstoff bei einem Trockengewicht (Tanks, Strukturen, Triebwerke) von 136 kg. Das entspricht auf 945 kg hochskaliert einem Trockengewicht von 303 kg. Dazu kommen noch die Solararrays, hier Flexarrays von ATK mit je 5 m Durchmesser f&uuml;r 30 kW Anfangsleistung. Diese wiegen bei 106 W\/kg BOL weitere 283 kg. Etwa 100 kg kommen noch f&uuml;r Strukturen hinzu, bei Dawn war das Antriebssystem ja in die Sonde integriert. Das l&auml;sst dann eine Restmasse von 765 kg zu:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left;\" src=\"\/img\/heliopause2.png\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"750\" \/><\/p>\n<table style=\"page-break-inside: avoid;\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"128*\" \/>\n<col width=\"128*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th style=\"border-top: 1px solid #000000; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: none; padding: 0.1cm 0cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">System<\/th>\n<th style=\"border: 1px solid #000000; padding: 0.1cm;\" width=\"50%\">Masse<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: none; padding: 0cm 0cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">Treibstoff<\/td>\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: 1px solid #000000; padding: 0cm 0.1cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">945 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: none; padding: 0cm 0cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">Tanks + Triebwerke<\/td>\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: 1px solid #000000; padding: 0cm 0.1cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">303 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: none; padding: 0cm 0cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">Solararrays:<\/td>\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: 1px solid #000000; padding: 0cm 0.1cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">283 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: none; padding: 0cm 0cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">Strukturen<\/td>\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: 1px solid #000000; padding: 0cm 0.1cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">100 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: none; padding: 0cm 0cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">Sonde:<\/td>\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: 1px solid #000000; padding: 0cm 0.1cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">769 kg<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die 69 kg &uuml;ber 700 kg Masse werden auch genutzt, und zwar f&uuml;r einen Niedrigenergieantrieb. Auch dies ist ein Ionenantrieb. Doch er arbeitet nur mit kleinem Schub. Der dahinter stehende Gedanke: Die Stromversorgung muss ausgelegt sein, bis die Sonde nach 40 Jahren eine hohe Distanz erreicht. Bis dahin ist der Strom bei RTG aber auf die H&auml;lfte abgefallen. So kann man 35 Jahre lang den &uuml;berfl&uuml;ssigen Strom (im Mittel ein Viertel des Gesamtstroms) f&uuml;r ein kleines Ionentriebwerk nutzen. Bei 570 W Anfangsleistung sind dies 140 W, die bei dem bisher jetzt h&ouml;chsten spezifischen Impuls kann man bei dieser Strommenge in 35 Jahren 43 kg Treibstoff verbrauchen. 20 weitere kg ben&ouml;tigt man dann f&uuml;r Tanks und Triebwerk.<\/p>\n<p>Die Mission gliedert sich in vier Phasen:<\/p>\n<ul>\n<li>Aufspiralen, bis Erdeinflusssph&auml;re verlassen ist (hier zu 1 Mill. Km Entfernung festgelegt)<\/li>\n<li>Aufspielen in der Sonnenumlaufbahn<\/li>\n<li>Freiflugphase zu Jupiter und Swing-By<\/li>\n<li>Ionenbetrieb mit niedrigem Schub<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dies habe ich in einem ersten Ansatz durchgerechnet:<\/p>\n<ul>\n<li>Startmasse: 2.400 kg<\/li>\n<li>Masse nach Verlassen der Erde: 2012,1 kg<\/li>\n<li>Masse nach Erreichen der Jupitertransferbahn: 1.455 kg<\/li>\n<li>Betrieb im Erdorbit: 238 Tage<\/li>\n<li>Betrieb im Sonnenorbit: 4 Jahre 318 Tage<\/li>\n<li>Endbahn: 258,58 x 1457,79 Mill. Km<\/li>\n<li>Passage von Jupiter in 250.000 km Entfernung ergibt die maximale Beschleunigung, eine Hyperbel mit einem Aphel von -2179 Mill. km Entfernung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich nehme mal als Vergleich Voyager, die ist heute (14552 Tage nach dem Start) in 20.807 Mill. km Entfernung. Zum selben Zeitpunkt (11947 Tage nach der Passage von Jupiter) w&auml;re diese Sonde ohne Nachbeschleunigung in 15.843 Millionen km Entfernung. Zum Nachteil ger&auml;t hier die lange Zeit vor dem Jupiter-Flyby (5,5 Jahre gegen&uuml;ber 1,5 Jahre). Zudem ist die Raumsonde langsamer als Voyager 1 unterwegs (14.435 m\/s relativ zur Sonne \u2013 Saturn hat die Sonde nochmals etwas beschleunigt. Voyager 2 ist &uuml;brigens langsamer unterwegs, sie wurde etwas abgebremst.<\/p>\n<p>Daher muss es die Nachbeschleunigung herausreisen.<\/p>\n<p>Nach dem Vorbeiflug von Jupiter wird das Ionenantriebsmodul abgetrennt um Gewicht zu sparen und die 50 kg Xenon ab Jupiter genutzt um die Sonde weiter zu beschleunigen. Nach 34 Jahren sind auch diese 50 kg Treibstoff verbraucht. Das erh&ouml;ht die Geschwindigkeit deutlich. Nun erreicht die Sonde 14.552 Tage nach dem Start eine Distanz von 18.847 Mill. km bei einer Geschwindigkeit von 18.915 m\/s. Das ist nicht so weit wie Voyager 1, aber weiter als Voyager 2 (17.176 Mill. km) und die Sonde ist rund 2 km\/s schneller unterwegs und wird so aufholen.<\/p>\n<p>Das bedeutet, man kann das Ziel erreichen. Allerdings ohne Sicherheitsmargen. Das ist also mit der hei&szlig;en Nadel gestrickt, obwohl ich das leistungsf&auml;higste Ionentriebwerk genutzt habe (im Sinne vom hohem spezifischen Impuls um den Treibstoffverbrauch zu reduzieren). Das ist aber ein Treibwerk der 25 kW Klasse ob man es auch 100-mal kleiner bauen kann? Eventuell klappts mit etwas mehr Reserven mit der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/vega-c-e.shtml\">Vega-C<\/a> die ja eine um 50% h&ouml;here Nutzlast haben wird.<\/p>\n<p>Die Abtrennung des separaten Ionenantriebsmoduls k&ouml;nnte fr&uuml;her erfolgen und dann schon mit dem Betrieb des Low-Energie Ionentriebwerks begonnen werden. Das w&auml;re eine Optimierung, doch wegen fehlender Reserven habe ich dies nicht untersucht.<\/p>\n<h2 class=\"western\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left;\" src=\"\/img\/heliopause3.png\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"800\" \/>Option 2: Sojus<\/h2>\n<p>Option 2 nutzt den n&auml;chstgr&ouml;&szlig;eren Tr&auml;ger, eine <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/sojus.shtml\">Sojus 2B<\/a>. Diese kann bei 8,3 t Nutzlast in den LEO transportieren. Das erlaubt nicht nur den Jupiter schneller zu erreichen, sondern es l&auml;sst einen weiteren Kniff zu. Anstatt Jupiter in 250.000 km Entfernung zu passieren, n&auml;here ich mich bis auf unter 2000 km Entfernung an die Wolkenobergrenze. Schon in 2000 km Entfernung z&uuml;ndet man eine PAM-D welche die 799 kg schwere Sonde (30 kg f&uuml;r den Adapter) welche die Sonde um 2981 m\/s beschleunigt. Der springende Punkt: Diese Geschwindigkeit addiert sich zur Spitzengeschwindigkeit von 60121 m\/s. Nach dem Energieerhaltungssatz bleiben so im Unendlichen aber nicht 2981 m\/s, sondern 19165 m\/s &uuml;brig.<\/p>\n<p>Aber fangen wir mit dem Ionenantriebsmodul an. Abz&uuml;glich der Sonde und der PAM-D bleiben 5300 kg f&uuml;r dieses. Mit etwas Spielen kommt man auf folgende Werte:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"page-break-inside: avoid;\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"128*\" \/>\n<col width=\"128*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th style=\"border-top: 1px solid #000000; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: none; padding: 0.1cm 0cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">System<\/th>\n<th style=\"border: 1px solid #000000; padding: 0.1cm;\" width=\"50%\">Masse<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: none; padding: 0cm 0cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">Treibstoff<\/td>\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: 1px solid #000000; padding: 0cm 0.1cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">2.670 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: none; padding: 0cm 0cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">Tanks + Triebwerke<\/td>\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: 1px solid #000000; padding: 0cm 0.1cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">840 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: none; padding: 0cm 0cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">Solararrays:<\/td>\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: 1px solid #000000; padding: 0cm 0.1cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">1.495 kg (160 kW).<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: none; padding: 0cm 0cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">Strukturen<\/td>\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: 1px solid #000000; padding: 0cm 0.1cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">300 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: none; padding: 0cm 0cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">Sonde+ PAM-D<\/td>\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: 1px solid #000000; padding: 0cm 0.1cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">3.000 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: none; padding: 0cm 0cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">Gesamt:<\/td>\n<td style=\"border-top: none; border-bottom: 1px solid #000000; border-left: 1px solid #000000; border-right: 1px solid #000000; padding: 0cm 0.1cm 0.1cm 0.1cm;\" width=\"50%\">8.300 kg<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Nach 143 Tagen hat man die Erde verlassen, nach weiteren 3 Jahren 10 Tagen hat man Jupiter erreicht (Bahn 177,1 x 778 Mill. km). Es geht dank etwas gr&ouml;&szlig;eren Solararrays etwas schneller. Damit hat man auch 13.304 anstatt 12.536 Tagen nach der Passage Zeit, um Voyagers heutige Position zu erreichen. Ich komme ohne Nachbeschleunigung nach 14552 Tagen auf eine Entfernung von 33.602 Mill km bei 29.518 m\/s. Mit Nachbeschleunigung sind es 35.092 Mill. Km und 335.02 m\/s. Das ist eine 50 % h&ouml;here Distanz als sie Voyager 1+2 erreichen. Macht man eine Prognose bis zum Ende der Voyager Mission (2025) so kann man sogar eine Distanz von 43 Millionen km erreichen. Voyager wird nur 25 Millionen km erreichen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Science Benefit<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left;\" src=\"\/img\/heliopause4.png\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"750\" \/>Durch die Passage an Jupiter gibt es wie bei den Voyagersonden die M&ouml;glichkeit Jupiter und vor allem seine Monde zu untersuchen. Dank kohlefaserverst&auml;rkten Geh&auml;usen kann man die Kameras etwas gr&ouml;&szlig;er als bei Voyager dimensionieren. Voyager hatte bei der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/voyager-instrumente.shtml\"> Telekamera<\/a> 22,2 kg Masse und eine Aufl&ouml;sung von 9,1 Mikrorad, bei <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/new-horizons2.shtml\">New Horizons<\/a> hat die Kamera LORRI eine Aufl&ouml;sung von 5 Mikrorad bei 8,8 kg Masse. Die Weitwinkelkamera von Voyager ist &uuml;berfl&uuml;ssig, sie liefert nur w&auml;hrend weniger Tage vor der Begegnung von Jupiter Bilder. Allokiert man ihre Masse zus&auml;tzlich zur Telekamera so w&auml;re ein 33-cm-Teleskop mit einer Aufl&ouml;sung von 1,7 Mikrorad m&ouml;glich \u2013 anders als bei New Horizons kann die Aufl&ouml;sung beugungsbegrenzt sein, da die Kamera ja nur bei Jupiter bei 50-mal mehr Licht arbeiten muss. Ein solches Teleskop ist mehr als 5-mal besser als Voyagers Kamera. Es macht aus 58.000 km Entfernung Aufnahmen mit 100 m Aufl&ouml;sung und w&auml;re daher ideal zum Erforschen der galileischen Monde. Man wird allerdings wegen der vorgegebenen Passagedistanz nur einen Mond in mittlerem Abstand und die anderen im gr&ouml;&szlig;eren Abstand passieren. Trotzdem w&uuml;rde man mit drei Sonden einen Teil der globalen Kartierung nachholen k&ouml;nnen, die bei Galileo wegfiel. Bei den typischen Abst&auml;nden die Voyager hatte von rund 100.000 bis 200.000 km erh&auml;lt man Aufnahmen von 200 bis 400 m Aufl&ouml;sung. Heute hat man globale Panoramen mit &gt; 1 km Aufl&ouml;sung. Als vorrangiges Ziel, wenn es im Flugplan m&ouml;glich ist, stufe ich Io ein. Io ist der einzige Mond im Sonnensystem mit aktiven Vulkanen. Seine Oberfl&auml;che &auml;ndert sich dauernd und er ist Jupiter so nah, das ihn andere Missionen meiden, um nicht zu stark der Strahlung ausgesetzt zu sein.<\/p>\n<p>Mehr noch: Das ionenantriebsmodul, das man zum Transfer zu Jupiter genutzt hat und das man vorher abtrennte, kann man ebenfalls an einem Mond vorbeifliegen, diesmal sogar recht nahe, da man auf die Bahn nach der Passage nicht achten muss. Bei Jupiter haben die Solarzellen immer noch &gt;1 kw (Vega-L&ouml;sung) bzw. &gt;4 kW Leistung. Das reicht, wenn man eine kleine Antenne anbringt f&uuml;r eine komfortable Datenrate zur Erde, wenn man leistungsf&auml;hige Sender nutzt. Jedes dieser Module kann beim Vorbeiflug eine Hemisph&auml;re eines Mondes daher im Detail erfassen und die Daten zuerst zwischenspeichern und &uuml;ber die n&auml;chsten Tage zur Erde senden. Dies wird man wahrscheinlich f&uuml;r Ion und Europa nutzen die man sonst wegen ihrer Jupitern&auml;he nur selten passiert. Auch JUICE sieht nur wenige Europavorbeifl&uuml;ge und keinen Iovorbeiflug vor.<\/p>\n<p>Die Sonden mit nachtr&auml;glicher beschleunigung k&ouml;nnen ihre Geschwindigkeit nach der Passage um &uuml;ber 4 km\/s &auml;ndern. Das erlaubt es, danach noch ein Kuiperg&uuml;rtelobjekt zu passieren. Wie bei New Horizons wird man die Daten an Bord speichern. Da die Datenrate mit steigender Entfernung stark abnimmt, wird man auf entfaltbare Antennen setzen. Voyagers 3,66 m Antenne wog 50,2 kg, die 4,7 m Antenne mit Gitternetz-Rippentechnik von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/galileo-orbiter.shtml\">Galileo<\/a> dagegen 34 kg bei 4,7 m Durchmesser. Damit w&auml;re bei gleicher Masse eine 5,8 m Antenne m&ouml;glich, die die Datenrate von New-Horizons immerhin noch in 16 Milliarden km Entfernung erm&ouml;glicht. Diese Mission ist ein guter Vergleich f&uuml;r einen KBO der sogar meist kleiner als Pluto ist. Wie bei New Horizons w&uuml;rde man die Daten an Bord speichern und sp&auml;ter &uuml;bertragen. Das erm&ouml;glicht es auch viele hochaufl&ouml;sende Bilder bei Jupiter zu gewinnen, da sie schnell abgespeichert sind. Voyager brauchte noch 48 s um ein Bild zu &uuml;bertragen. In der Zeit bewegte sie sich um 700 km weiter. So kann man leicht errechnen, dass sie schon nach 30 Bildern den doppelten Passageabstand zu Io (20.000 km) erreichte und die Aufl&ouml;sung auf die H&auml;lfte abfiel.<\/p>\n<p>Der &Uuml;bergang vom X-Band zum Ka-Band k&ouml;nnte noch etwas mehr herauskitzeln. Sein Hauptnachteil, dass es wetterbedingt nur zu 80% der Zeit verf&uuml;gbar ist, spielt da man die Aufzeichnung beliebig oft wiederholen kann keine Rolle.<\/p>\n<p>Die Bilder links informieren &uuml;ber die wesentlichen Phasen der Mission mit der Sojus \u2013 Heraufspiralen aus der Erdbahn, Ionenantrieb in Sonnenn&auml;he, antriebsloser Flug zu Jupiter und Vorbeiflug heliozentrisch und planetozentrisch. Bei der planetozentrischen Sichtweise f&auml;llt auf, wie die Sonde rechts nahezu gerade den Planeten verl&auml;sst \u2013 sie hat auch kr&auml;ftig Geschwindigkeit aufgenommen<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/361d125265084d93ad993e5484acfdea\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich greife heute ein Thema, auf das ich aber bisher nur sch&auml;tzungsweise berechnen konnte, inzwischen kann ich durch Verbesserungen meines Programmes genau zu berechnen. 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