{"id":12677,"date":"2017-07-25T10:27:57","date_gmt":"2017-07-25T08:27:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=12677"},"modified":"2017-07-25T10:27:57","modified_gmt":"2017-07-25T08:27:57","slug":"wie-klein-kann-der-schub-fuer-eine-oberstufe-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2017\/07\/25\/wie-klein-kann-der-schub-fuer-eine-oberstufe-sein\/","title":{"rendered":"Wie klein kann der Schub f&uuml;r eine Oberstufe sein?"},"content":{"rendered":"<p>Schaut man sich neue Oberstufen an, so f&auml;llt auf, dass das Schub\/Gewichtsverh&auml;ltnis seit Jahrzehnten absinkt. Das bedeutet bei einem gegeben Gewicht hat die Stufe immer weniger Schub. Man kann dies auch in der Startbeschleunigung ausdr&uuml;cken, oft angegeben in Bruchteilen von G. Die Ersten, speziell f&uuml;r Tr&auml;gerraketen konstruierte Oberstufen, kamen wenige Jahre nach Beginn der Raumfahrt auf. Vorher verwandte man einfach das, was es schon gab.<\/p>\n<p>In den USA waren die ersten beiden Oberstufen die Transtage und die Centaur. Die Transtage sollte Satelliten in den GEO bringen und hatte einen Schub von 72 kN bei einer Startmasse (mit Nutzlast) von 14 t, entsprechend einer Beschleunigung mit 5,1 m\/s. Die Centaur wog mit maximaler Nutzlast 20 t bei einem Startschub von 134 kN spricht einer Beschleunigung von 6,7 m\/s. In dieser Region von 0,5 bis 0,7 g lagen die meisten Stufen damals. So auch Block E auf der Sojus. (6,1 ms), Block L (8,1 m\/s), Block D (Proton) war schon eine Ausnahme mit einer Startbeschleunigung von 3,7 m\/s.<!--more--><\/p>\n<p>Im Laufe der Zeit wurden die Stufen immer gr&ouml;&szlig;er die Triebwerke blieben gleich oder neue Triebwerke, meist mit geringerem Schub wurden eingesetzt. Das <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/rl-10.shtml\">RL-10<\/a> in der Centaur gibt es nach wie vor. In der aktuellen Centaur hat es inzwischen 99 kN Schub \u2013 aber nur noch ein Triebwerk bei einer inzwischen auf 32 t angestiegenen Startmasse (3,1 m\/s). Lediglich bei schweren Nutzlasten baut man zwei Triebwerke ein. Das kam bisher noch nie vor wird aber bei den Starts des Starliners und Dreamchasers so sein. Auf der Delta 4 wird eine Variation des RL-10 eingesetzt und hier ist die Startmasse mit maximal 45 t mit Nutzlast bei der Delta 4H sogar noch gr&ouml;&szlig;er: 2,4 m\/s Startgeschwindigkeit.<\/p>\n<p>In Europa wurde das HM-7 zuerst auf der Ariane 1 eingesetzt. Hier wogen Stufe und Nutzlast maximal 12,3 t, was eine Startbeschleunigung von 4,9 m\/s ergab. Es wird heute noch eingesetzt, doch mittlerweile wiegen Nutzlast und Stufe 31,5 t bei einer Startbeschleunigung von 2,0 m\/s.<\/p>\n<p>In Russland w&auml;ren die Oberstufen Fraget, Ikar, Volga und Breeze zu nennen \u2013 Startbeschleunigungen von 0,43 m\/s 1,78 m\/s, 0,67 m\/s und 0,66 m\/s.<\/p>\n<p>Europa stellte als neue Stufe die EPS in Dienst, auch hier: das Aestus Triebwerk hat 28,7 kN Schub bei einer maximalen Startmasse von 29 t \u2013 Startbeschleunigung 1 m\/s.<\/p>\n<p>Die Schubwahl hat zwei Aspekte. Das erste das die Stufe es in einen Orbit schaffen muss. Die untere Stufe bringt einen Gro&szlig;teil der Vertikalbeschleunigung auf. Die oberen Stufen brauchen daher keine Startbeschleunigung &uuml;ber 1 g. Sie sollte aber auch nicht zu klein sein, denn die Rakete f&auml;llt, wenn der Schub geringer ist, und sei muss die Orbitalgeschwindigkeit erreichen, bevor die H&ouml;he wieder zu stark abgesunken ist. Nat&uuml;rlich steigt zum Brennschluss die Beschleunigung wieder an, sodass sie dann wieder H&ouml;he gewinnt, trotzdem sind vor allem bei LEO-Orbits, wo der Orbit ja erst zu Brennschluss erreicht wird, (bei GTO wird eine erste stabile Bahn weitaus fr&uuml;her, weil man hier rund 2,4 km\/s mehr aufbringen muss und auch die Nutzlast leichter ist) die Gefahr bei geringem Schub gro&szlig;, dass man wieder vergl&uuml;ht. So zumindest einmal passiert beim Jungfernflug von Block DM3, als dieser nach 25 Minuten z&uuml;nden sollte, aber von den Technikern zu voll betankt wurde, sodass er schon nach 10 Minuten wieder in die Atmosph&auml;re eintrat.<\/p>\n<p>Erreicht die komplette Stufe einen Orbit oder fast einen Orbit, so kann der Startschub wirklich gering sein. Die Ikar und Block L erreichten immer einen Orbit, bei der Fregat kann das je nach Nutzlast auch der Fall sein und bei Breeze M und EPS fehlen jeweils nur wenige Hundert Meter pro Sekunde bis zum Orbit, was selbst bei niedrigem Schub nur eine kurze Brenndauer n&ouml;tig macht.<\/p>\n<p>Im Orbit selbst k&ouml;nnte der Schub dann eigentlich beliebig klein sein \u2013 wie ja auch Ionenantriebe zeigen. Auch hier hilft ein Blick auf den Tellerrand. Heute verwenden die meisten Satelliten f&uuml;r den Transfer vom GTO in den GEO Triebwerke mit 400 bis 500 N Schub. Die wurden erstmals im Symphonie Satelliten 1974 eingesetzt. Symphonie wog 245 kg, die gr&ouml;&szlig;ten Satelliten heute 7 t, der Schub ist aber gleich geblieben. Daf&uuml;r wird der Orbit in mehreren Uml&auml;ufen angehoben. Der Triebwerksschub blieb gleich, weil dieser an der Grenze ist, wo man ein Triebwerk ohne K&uuml;hlung betreiben kann und gr&ouml;&szlig;ere Triebwerke daher teurer und komplexer w&auml;ren.<\/p>\n<p>Bei den Satelliten ist das noch unkritisch, die machen eine Apog&auml;umsz&uuml;ndung in 35.800 km H&ouml;he. Dort &auml;ndert sich selbst bei einer Brenndauer von 1 Stunde der Abstand kaum. Das bedeutet geringe Gravitationsverluste und geringe Auswirkungen auf das Apog&auml;um. Anders sieht es beim Transfer von LEO in einen GTO aus. Nach der Z&uuml;ndung in einem LEO wird das Gespann schneller, und gewinnt an h&ouml;he. Je weiter es sich w&auml;hrend des Betriebs der Stufe von der Erde entfernt, desto l&auml;nger kann die Gravitationskraft die Stufe abbremsen und desto h&ouml;her sind die Gravitationsverluste. Zudem steigt das Perig&auml;um durch den Schubimpuls in gr&ouml;&szlig;erer H&ouml;he an.<\/p>\n<p>Ich habe das im Folgenden simuliert. Ausgangsbasis ist eine 20 t schwere Stufe mit einem Triebwerk von variablem Schub und einem spezifischen Impuls von 3100 m\/s, typisch f&uuml;r einen lagerf&auml;higen Treibstoff. Die Ausgangsbahn ist 200 km kreisf&ouml;rmig, die Zielbahn 200 x 35800 km mit einem <span style=\"font-family: 'Arial Narrow', sans-serif;\">\u0394<\/span>V von 2457 m\/s bei einem Impuls mit Dauer Null. Modelliert man dies nun mit mehreren Triebwerkssch&uuml;ben und dauerndem Betrieb, so ergibt sich folgende Tabelle:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"43*\" \/>\n<col width=\"43*\" \/>\n<col width=\"43*\" \/>\n<col width=\"43*\" \/>\n<col width=\"43*\" \/>\n<col width=\"43*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"17%\">Schub<\/th>\n<th width=\"17%\">Restmasse<\/th>\n<th width=\"17%\">Geschwindigkeits&auml;nderung<\/th>\n<th width=\"17%\">Bahn<\/th>\n<th width=\"17%\">\u0394v Kreisbahn 35800 km<\/th>\n<th width=\"17%\">\u0394v Gesamt<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">1 kN<\/td>\n<td width=\"17%\">5.506 kg<\/td>\n<td width=\"17%\">3998,6 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">12.605 x 35.800 km<\/td>\n<td width=\"17%\">652,4 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">4651 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">2 kN<\/td>\n<td width=\"17%\">5.951 kg<\/td>\n<td width=\"17%\">3757,7 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">8.917 x 35.800 km<\/td>\n<td width=\"17%\">831,9 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">4589,9 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">5 kN<\/td>\n<td width=\"17%\">6.516 kg<\/td>\n<td width=\"17%\">3475,7 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">5.903 x 35.800 km<\/td>\n<td width=\"17%\">1010,9 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">4486,6 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">7,5 kN<\/td>\n<td width=\"17%\">7.065 kg<\/td>\n<td width=\"17%\">3225,7 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">3.925 x 35.800 km<\/td>\n<td width=\"17%\">1148,3 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">4374 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">10 kN<\/td>\n<td width=\"17%\">7.620 kg<\/td>\n<td width=\"17%\">2991,4 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">2.459 x 35.800 km<\/td>\n<td width=\"17%\">1265,1 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">4256,5 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">15 kN<\/td>\n<td width=\"17%\">8.262 kg<\/td>\n<td width=\"17%\">2740,7 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">1.238 x 35.800 km<\/td>\n<td width=\"17%\">1374,0 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">4114,7 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">20 kN<\/td>\n<td width=\"17%\">8.565 kg<\/td>\n<td width=\"17%\">2628,9 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">791 x 35.800 km<\/td>\n<td width=\"17%\">1416,2 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">4045,1 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">40 kN<\/td>\n<td width=\"17%\">8.920 kg<\/td>\n<td width=\"17%\">2503,4 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">350 x 35.800 km<\/td>\n<td width=\"17%\">1459,9 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">3963,3 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">80 kN<\/td>\n<td width=\"17%\">9.019 kg<\/td>\n<td width=\"17%\">2468,7 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">238 x 35.800 km<\/td>\n<td width=\"17%\">1467,1 m\/s<\/td>\n<td width=\"17%\">3935,8 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Ab 10 kN kann der Transfer in einem Umlauf geschafft werden sonst in mehreren. Wie zu erwarten, haben Bahnen mit einem niedrigen Schub ein h&ouml;heres Perig&auml;um. Das kostet Energie und das zeigt sich in der Geschwindigkeit, die aufzubringen ist und dadurch auch in der Nettonutzlast.<\/p>\n<p>Deutlich ist aber auch das schon eine moderate Schubsteigerung hier eine deutliche Nutzlaststeigerung bringt, danach der Gewinn aber kleiner wird. In der Gesamtbilanz (also mit der Anhebung des Apog&auml;ums) sieht es nicht so schlecht, aus. Der Geschwindigkeitsunterschied ist klein. Es sind nur 700 m\/s Unterschied in der Gesamtbetrachtung zwischen 1 und 80 kN L&ouml;sung). H&ouml;her als 4720 m\/s kann es auch physikalischen Gr&uuml;nden nicht werden. W&uuml;rde man mit dem Satellitenbetreiber ein Paket aushandeln k&ouml;nnen, indem man beim Startpreis auch den Treibstoffbedarf, den er sp&auml;ter hat, ber&uuml;cksichtigt (er m&uuml;sste seinen Satelliten ja z.B. nicht voll betanken) so k&ouml;nnte der Schub in der Tat sehr gering sein. Die Tabelle ist meiner Ansicht nach realistisch, denn Ariane 5 G hatte in etwa ein Perig&auml;um von 590 bis 620 km bei einer Startmasse von 20,5 t bei 28,7 kN Schub.<\/p>\n<p>Allerdings wiegen die Druckgastanks nat&uuml;rlich auch etwas und das Triebwerk ebenfalls. Im Folgenden bin ich von einem f&uuml;r Stufen typischen Strukturverh&auml;ltnis von 10:1 bei den Tanks ausgegangen und das Triebwerk sollte 1\/15 des Schubs wiegen (so ist es beim Aestus). Dann kommt man zu folgenden Nettomassen:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"128*\" \/>\n<col width=\"128*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"50%\">Schub<\/th>\n<th width=\"50%\">Masse ohne Stufe<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">1 kN<\/td>\n<td width=\"50%\">4.050 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">2 kN<\/td>\n<td width=\"50%\">4.632 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">5 kN<\/td>\n<td width=\"50%\">5.130 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">7,5 kN<\/td>\n<td width=\"50%\">5.722 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">10 kN<\/td>\n<td width=\"50%\">6.315 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">15 kN<\/td>\n<td width=\"50%\">6.988 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">20 kN<\/td>\n<td width=\"50%\">7.288 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">40 kN<\/td>\n<td width=\"50%\">7.545 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">80 kN<\/td>\n<td width=\"50%\">7.387 kg<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Nun werden die Unterschiede bei hohem Schub schon deutlich kleiner: Dem eingesparten Treibstoff steht das h&ouml;here Gewicht des Triebwerks entgegen. Nat&uuml;rlich ist ein gr&ouml;&szlig;eres Triebwerk auch teurer. Ab 15 kN ist der Gewinn klein, 500 kg. Bei 80 kN f&auml;llt in diesem Modell sogar die Nutzlast, das liegt aber bei der starren Modellierung \u2013 das Triebwerk w&uuml;rde hier 660 kg wiegen, wenn es druckgef&ouml;rdert w&auml;re. Bei dem Schub w&uuml;rde man aber eine Turbopumpe einsetzen und das Treibwerksgewicht w&uuml;rde auf 200 kg sinken.<\/p>\n<p>So macht die Dimensionierung des Aestus mit 28,7 kN durchaus Sinn, wenn man diesen Sachverhalt bedenkt. Es gibt aber Einschr&auml;nkungen. Die Erste ist die, dass man einen Orbit erreichen muss. Bei ATV-Missionen wird die EPS Oberstufe nur mit 5,2 anstatt 10 t betankt, sonst w&uuml;rde sie keinen Orbit erreichen. Das kostet in diesem Fall rund 900 kg Nutzlast. Das Zweite ist, das die Missionsdauer stark anzeigt, vor allem wenn man anders als hier modelliert nur nahe des Perig&auml;ums das Triebwerk betreibt. Dann ben&ouml;tigt man zur &Uuml;berwachung viele Bodenstationen oder eine Verbindung zu Satelliten im Orbit, um die kritischen Brennphasen zu &uuml;berwachen. Diese M&ouml;glichkeit hat derzeit nur die NASA. Dann steigt auch das Trockengewicht an. Man braucht weitere Batterien f&uuml;r die l&auml;ngere Missionsdauer zur Stromversorgung und die Tanks m&uuml;ssen isoliert werden, was ebenfalls das Gewicht erh&ouml;ht.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Fluchtgeschwindigkeiten<\/h3>\n<p>V&ouml;llig anders ist die Situation bei Missionen zu Mond, Mars und Venus. Aufgrund des <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2009\/06\/08\/der-hyperbolische-exzess\/\">hyperbolischen Exzesses <\/a>(siehe <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2017\/07\/15\/der-hyperbolische-exzess-teil-2-praktische-berechnungen\/\">Rechenbeispiele<\/a>) ist die Zielgeschwindigkeit um so geringer je h&ouml;her die Kreisbahngeschwindigkeit ist, von der aus gestartet wird. Das Anheben des Perig&auml;um ist daher kontraproduktiv. Hier nochmals die Tabelle nun aber f&uuml;r ein C3 von 10 km\/s, typisch f&uuml;r eine Mars-Transferbahn:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"85*\" \/>\n<col width=\"85*\" \/>\n<col width=\"85*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"33%\">Schub<\/th>\n<th width=\"33%\">Masse mit Stufe<\/th>\n<th width=\"33%\">Masse ohne stufe<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">1 kN<\/td>\n<td width=\"33%\">2.506 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">750 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">2 kN<\/td>\n<td width=\"33%\">2.920 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">1.198 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">5 kN<\/td>\n<td width=\"33%\">3.511 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">1.828 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">7,5 kN<\/td>\n<td width=\"33%\">3.868 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">2.204 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">10 kN<\/td>\n<td width=\"33%\">4.302 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">2.665 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">15 kN<\/td>\n<td width=\"33%\">4.943 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">3.337 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">20 kN<\/td>\n<td width=\"33%\">5.321 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">3.719 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">40 kN<\/td>\n<td width=\"33%\">5.864 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">4,183 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">80 kN<\/td>\n<td width=\"33%\">6.049 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">4.120 kg<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Auch hier das gleiche Verhalten: Die Nutzlast nimmt zuerst stak zu, dann immer weniger. Die niedrigere Nutzlast bei 80 kN Schub ist wie oben der Modellierung geschuldet auch hier l&auml;ge sie bei einem Triebwerk mit Turbopumpe um 300 kg h&ouml;her. Die Differenzen sind nun aber noch viel gr&ouml;&szlig;er bei einer aufgrund des h&ouml;heren \u0394v stark gesunkenen Nutzlast. F&uuml;r Fluchtbahnen w&uuml;nscht man sich also ein Triebwerk im h&ouml;heren Schubbereich, Ansonsten muss man das ganze anders abwickeln, als hier simuliert: ich habe das Triebwerk dauernd betrieben. Bei dem einzigen Einsatz des schubwachen Triebwerks der Breeze-M bei Phobos Grunt war die geplante Vorgehensweise die:<\/p>\n<ul>\n<li>Erste Betriebsphase: 207 x 347 km Orbit erreicht.<\/li>\n<li>Nach einem Umlauf erneute Z&uuml;nddung: 250 x 4.710 km Orbit, Zusatztank wird abgetrennt.<\/li>\n<li>Nach dem zweiten Umlauf im Perig&auml;um letzte Z&uuml;ndung: Fluchtbahn erreicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Man hat also drei Z&uuml;ndperioden, jeweils um das Perig&auml;um herum.<\/p>\n<p>Einen &auml;hnlichen Tanz vollzieht die Breeze M bei Proton Missionen, die je nach Zielort (Standard-GTO, Supersynchroner GTO) nicht wie bei anderen Tr&auml;gern eine Stunde oder k&uuml;rzer, dauern, sondern 9 bis 24 Stunden aufgrund der langen Freiflugphasen zwischen den zwei bis vier Bahnanhebungen. Das ist der Preis f&uuml;r einen kleinen Schub. Russland setzt nach wie vor f&uuml;r eigene Satelliten, also nicht kommerzielle Einsatze <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/block-d.shtml\">Block DM<\/a> ein, der schubst&auml;rker ist und maximal 2 Z&uuml;ndungen ben&ouml;tigt. Die Nutzlast ist kleiner als mit der Breeze M, doch anscheinend ist das unkomplizierte Bahnregime wichtiger als die maximale Nutzlast.<\/p>\n<p>Au&szlig;er der Reihe habe ich mal berechnet was passieren w&uuml;rde wenn man einen Satelliten mit (entsprechend dimensionierten Tanks) mit zwei 400 N Triebwerken direkt vom LEO in den GEO transferiert. Ich errechne ohne Triebwerke und Tanks eine Nettomasse von 3.077 kg. Bei 7.400 kg Nutzlast (entsprechend dem Wert der EPS-Stufe) komme ich bei gleichen Annahmen auf 4.307 kg, Es lohnt sich also nicht.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/0cefa4af900f43c8985a5f037fbc83bc\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schaut man sich neue Oberstufen an, so f&auml;llt auf, dass das Schub\/Gewichtsverh&auml;ltnis seit Jahrzehnten absinkt. Das bedeutet bei einem gegeben Gewicht hat die Stufe immer weniger Schub. Man kann dies auch in der Startbeschleunigung ausdr&uuml;cken, oft angegeben in Bruchteilen von G. 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Februar 2026","format":false,"excerpt":"Heute geht es wieder um einen Splitter meiner Recherche zu dem Buch und zwar um Bezeichnungen und Abk\u00fcrzungen der Thor. Wer mit den Akronymen PGM-17, SM-75, WS-315A, DM-18, MB3, DSV-2L-1A, DSV3E, SLV-2G, Thorad, TAT, TAID, LTTAT, UBT ELT und XLT etwas anfangen kann, der braucht den Blog nicht zu lesen.\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/b59364b1981c43209378f0bd5b9df7ef","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":13317,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2018\/04\/04\/die-aufklaerung-des-aprilscherzes\/","url_meta":{"origin":12677,"position":4},"title":"Die Aufkl&auml;rung des Aprilscherzes","author":"Bernd Leitenberger","date":"4. April 2018","format":false,"excerpt":"So, nun komme ich wieder mal zu einem Blog. Derzeit arbeite ich noch flei\u00dfig an der Aufstiegssimulation, nun vor allem im Pflegen der alten Daten. Rund 200 Tr\u00e4ger wollen schlie\u00dflich erg\u00e4nzt werden. Anscheinend hat es keiner gemerkt: Der letzte Blog war ein Aprilscherz. Nat\u00fcrlich w\u00fcrde unsere Regierung nie auf seinen\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"\/img\/sapcex-falcons.jpg","width":350,"height":200,"srcset":"\/img\/sapcex-falcons.jpg 1x, \/img\/sapcex-falcons.jpg 1.5x, \/img\/sapcex-falcons.jpg 2x"},"classes":[]},{"id":18547,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/03\/04\/quo-vadis-artemis\/","url_meta":{"origin":12677,"position":5},"title":"Quo Vadis Artemis?","author":"Bernd Leitenberger","date":"4. M\u00e4rz 2026","format":false,"excerpt":"Ich muss mal meine nicht vorhandene humanistische Bildung heraush\u00e4ngen, sprich Latein kann ich nicht, aber ich habe in meiner Jugend gerne Monumentalschinken angeschaut und da gibt es den ber\u00fchmtem Film \"Quo Vadis\" mit der ersten gro\u00dfen Rolle f\u00fcr Peter Ustinov als Nero. 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