{"id":12709,"date":"2017-08-15T23:41:18","date_gmt":"2017-08-15T21:41:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=12709"},"modified":"2017-08-17T08:05:12","modified_gmt":"2017-08-17T06:05:12","slug":"faktenbasierte-politik-die-automobilindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2017\/08\/15\/faktenbasierte-politik-die-automobilindustrie\/","title":{"rendered":"Faktenbasierte Politik: die Automobilindustrie"},"content":{"rendered":"<p>Eines der Dinge ich mich nerven, ist das Journalisten sagen, Merkel w&uuml;rde anders Politik machen als \u201eandere Politiker\u201c weil sie Physikerin ist und eine Sache voll durchdenken oder von hinten angehen.<\/p>\n<p>Keine Ahnung wie sich die Journalisten vorstellen, welche Gedankenwelt ein Physiker hat, aber damit hat Merkels Politik nichts zu tun. Ich sehe eigentlich keinen gro&szlig;en Unterschied zu Kohl:<\/p>\n<ul>\n<li>Probleme aussitzen anstatt l&ouml;sen.<\/li>\n<li>Nichts unpopul&auml;res machen und nichts reformieren.<\/li>\n<li>Alle Nachfolger und Rivalen abs&auml;gen.<\/li>\n<li>Keine langfristigen Dinge anpacken, sondern nur Sachen, die einem Vorteile bei der n&auml;chsten Wahl bringen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Von einem Naturwissenschaftler erwarte ich, dass man Politik macht, die den Fakten Rechnung tr&auml;gt und die zukunftsorientiert ist und nicht nur auf den n&auml;chsten Wahlsieg schielt, kurzum, eine rationale Politik. In der losen Reihe will ich dies mal bei einigen Themen anschneiden, wie ich mir die L&ouml;sung vorstelle. Ich bin ja auch Naturwissenschaftler und ich denke ich komme zu komplett anderer Politik als Merkel wenn ich die Grundprinzipien anwende die ich in meinem Studium beim Verifizieren von Theorien und dem Durchdenken von Entwicklungen bis zum Schluss gelernt habe. \u00a0Heute mit einem aktuellen Thema \u2013 der Automobilindustrie und wie die Politik hier auf eine &Ouml;kowende hinwirken kann.<\/p>\n<p>Ich will Zetsche und die anderen CEO nicht aufschrecken, aber ich will mal mit einem Faktum beginnen, das mir seit der &Ouml;lkrise bewusst ist, und da war ich acht: Roh&ouml;l ist endlich, es wird immer teurer und die Araber k&ouml;nnen uns den Hahn zudrehen oder Preis diktieren.<\/p>\n<p>F&uuml;r mich resultiert, wenn ich ein Produkt baue, das direkt von einem Roh&ouml;lprodukt abh&auml;ngt daher zweierlei:<\/p>\n<ul>\n<li>Nach Alternativen suchen.<\/li>\n<li>Bis diese zur Verf&uuml;gung stehen, die Abh&auml;ngigkeit reduzieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gerade das tut die Automobilindustrie nicht. Da die Industrie gut verdient, denke ich auch nicht, dass der Staat Pr&auml;mien geben sollte, &uuml;brigens auch nicht, wenn mal der Absatz einbricht, wie 2009 mit der Abwrackpr&auml;mie. Es muss Eigeninteresse der Industrie sein, nach Alternativen zu forschen. Das ist meiner Ansicht nach &uuml;brigens nicht das Elektroauto, zumindest nicht in der Form, wie es dieses heute gibt, aber in anderer Form.<\/p>\n<p>Einfacher und eigentlich selbstverst&auml;ndlich sollte es sein, die Abh&auml;ngigkeit zu reduzieren, sprich den Spritverbrauch zu reduzieren. Doch auch hier sehe ich keine Bewegung. Nur mal als Beispiel: Der Golf 1 hatte einen 37 bis 82 kw Ottomotor (Diesel nur bis 51 kW). Der aktuelle Golf 7 einen 63 bis 265 kW (Diesel bis 125 kW) Motor. Die Motorisierung ist also angestiegen, man sollte das Gegenteil annehmen. Hier kann die Politik eingreifen: Wir sind soweit ich wei&szlig; das einzige Land ohne Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Autobahnen. Zeit sie einzuf&uuml;hren, als Vorschlag genauso hoch wie in den Nachbarl&auml;ndern. Dann machen so hohe Motorisierungen keinen Sinn, mehr in der Praxis kann man schon heute kaum die Geschwindigkeit nutzen, dazu sind die Autobahnen zu voll.<\/p>\n<p>Ich sehe es nicht als die Aufgabe der Politik eine Technologie zu f&ouml;rdern also Elektro, Hybrid, LNP oder Wasserstoff, aber die Politik sollte daf&uuml;r sorgen das sich jeder B&uuml;rger effizient von A nach B bewegen kann, und zwar nicht nur wenn er ein Auto hat.<\/p>\n<p>Dazu geh&ouml;rt bei mir zuerst mal, dass jedermann f&uuml;r jedes Fahrzeug einen Stellplatz vorweisen muss. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo man durch Stra&szlig;en fahren konnte, ohne bei Gegenverkehr anhalten zu m&uuml;ssen. Heute sind die Stra&szlig;en zugeparkt. Nicht mal bei Neubauten fordert man die Zahl der Stellpl&auml;tze \/ Garagenpl&auml;tze. Ich komme zweimal in der Woche durch ein Neubaugebiet \u2013 pro Wohnung ein Stellplatz gefordert. Doch meistens hat eine Familie zwei Autos \u2013 die Stra&szlig;en sind genauso zugeparkt wie woanders auch. Da Stra&szlig;en &ouml;ffentliches Eigentum sind, ist das Parkverbot leicht durchzusetzen \u2013 einfach globales Parkverbot mit Ausnahme von Zonen, wo es Gesch&auml;fte gibt.<\/p>\n<p>Eine Ausnahme von der Regel sehe ich: Wenn ich will, dass die Automobilindustrie zuerst mal effizientere Fahrzeuge baut, was sie heute nicht tut, dann kann ich &uuml;ber Parkerlaubnisse einen Anreiz schaffen. Ein effizientes Fahrzeug ist f&uuml;r mich eines das dem Bedarf angebracht ist \u2013 meistens sehe ich nur einen oder zwei Personen in einem Auto. Also sollte man kleine Autos wie einen Smart oder Mini f&ouml;rdern. Sie k&ouml;nnten eine Ausnahme vom Parkverbot erhalten. Allerdings auch gekoppelt an Effizienz, z.B. einer Maximalmotorisierung oder Maximaltreibstoffverbrauch. Vielleicht setzt die Industrie dann auch mehr auf leichtere Materialien anstatt &uuml;berfl&uuml;ssigen Schnickschnack. Die gibt es ja schon. Man muss nicht mal die sonst gerne als Superwerkstoffe zitierten kohlenfaserverst&auml;rkten Kunststoffe zitieren \u2013 normaler im Gro&szlig;ma&szlig;stab produzierter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Glasfaserverst&auml;rkter_Kunststoff\">Glasfaserverst&auml;rker Kunststoff<\/a>, der fast genauso belastbare Vorg&auml;nger w&uuml;rde es auch tun. Schon er ist bei gleicher Belastung leichter als Stahl und wird z.B. im Flugzeugbau eingesetzt.<\/p>\n<p>Die zweite Ausnahme gibt es f&uuml;r eine effiziente Nutzung von Autos. Heute d&uuml;rfte es durch die IT-Infrastruktur kein Problem sein ein Carsharing Netz aufzubauen, und zwar flexibel. Also nicht nur, wenn jemand immer zur gleichen Zeit zum B&uuml;ro f&auml;hrt. Technisch sehe ich kein Problem eine App zu entwickeln, in der man den Startpunkt und Zeit eingibt, an einen Server werden die Infos geschickt, er sucht sich aus gemeldeten \u201efreien\u201c Fahrzeugen das aus, das am n&auml;chsten der Position ist und Richtung Ziel f&auml;hrt und schickt es zum Abholen. Auch f&uuml;r diese k&ouml;nnte man eine Ausnahme vom Parkverbot machen. Das w&uuml;rde sich auch f&uuml;r alle lohnen denn das Bef&ouml;rdern muss ja nicht umsonst sein. Heute kann man bequem per Handy zahlen. In Schweden hat man so den bargeldlosen Zahlungsverkehr schon eingef&uuml;hrt.<\/p>\n<p>Wo die Politik aktiv werden sollte, ist aber bei der Infrastruktur. Wenn ich eine zeitlich ertr&auml;gliche Bef&ouml;rderung von A nach B genauso als Grundrecht sehe wie der Zugang zu schnellem Internet, Stromversorgung und Wasserversorgung \u2013 und das ist es auch, wenn wie heute &uuml;blich die meisten zur Arbeit pendeln m&uuml;ssen \u2013 dann muss der Staat wie in den anderen genannten Gebieten eingreifen, um die Infrastruktur bereitzustellen.<\/p>\n<p>Das hei&szlig;t: Ausbau des &Ouml;PNV, Ausbau des Bahnnetzes anstatt Schlie&szlig;ung von Strecken, h&ouml;here Taktung. Es bedeutet auch mehr Flexibilit&auml;t: Bei uns ist der Bus gro&szlig;, er wird aber nur zu den Sto&szlig;zeiten voll. Warum nimmt man nicht bei den anderen Zeiten einen kleineren mit halb so vielen Sitzpl&auml;tzen? Analog fahre ich immer, wenn ich nach <a href=\"http:\/\/www.ferienlandhaus.de\/\">Nesselwang<\/a> gehe, das letzte St&uuml;ck von Kempten aus mit der \u201eBummelbahn\u201c &#8211; 38 Minuten f&uuml;r 27 km und das nur einmal pro Stunde. Auch hier hat man zwar den kleinsten Zug (einen Waggon) aber auch der wird kaum voll. Langfristig k&ouml;nnte man bei der Schiene auf autonome kleine Vehikel &uuml;bergehen, die schon in Szenarien durchgespielt sind und auch technisch m&ouml;glich sind \u2013 es sind computergesteuerte Vehikel in die einige Personen hineinpassen und die nach bedarf Haltestellen anfahren. Sie fahren auf Hauptstrecken in Kolone und nach dem n&auml;chsten gro&szlig;en Bahnhof trennt sich die Kolonne wieder nach Zielen. Computer k&ouml;nnen heute das durchf&uuml;hren und auch die autonome Steuerung inklusive Abbremsen bei Hindernissen ist kein Problem \u2013 es gibt bei der Bahn ja nicht so viele Einflussfaktoren wie im Stra&szlig;enverkehr.<\/p>\n<p>Wenn die Politik Technologien f&ouml;rdern will, dann nat&uuml;rlich nur solche, die in ihrem Interesse sind, aber nicht unbedingt in der der Industrie. Diese Kolonnenfahrt w&auml;re so was. Das w&auml;re auch f&uuml;r Autos m&ouml;glich, wobei aber alle Autos das bieten m&uuml;ssten und das mit dem Hauptverkaufsargument der Automobilindustrie kollidiert: Diese will ja nicht Bef&ouml;rderungsmittel verkaufen, sondern \u201eLifestyle\u201c und viele haben auch ein &uuml;berdimensioniertes Auto als Statussymbol. Anders kann ich mir die Flut von SUV aber auch Kombis nicht erkl&auml;ren. Daher sehe ich auch dem Vorhaben, das man nicht mehr selbst lenken soll (autonome Fahrzeuge und Fahrassistenten), kritisch gegen&uuml;ber, denn das ist doch das, was die meisten wollen. Einfache Probe aufs Exempel: lassen sie doch einfach mal konsequent ihren Partner ans Steuer und beobachten sie sich selbst \u2026<\/p>\n<p>Das Wichtigste ist aber das die Politik die Randbedingungen schafft, das man gar kein Auto braucht. Das zu geh&ouml;rt mehr Fahrradwege, ein System, bei dem man Fahrr&auml;der ausleihen kann (auch mit Elektroantrieb, sonst wird es z.B. in Stuttgart bei 200 m H&ouml;henunterschied zu den Vororten nichts).<\/p>\n<p>Zur&uuml;ck zum Thema Elektroauto. Ich ma&szlig;e mir nicht an zu sagen, ob dies die beste Technologie ist. Ich denke zumindest Erdgas verfl&uuml;ssigt unter Druck w&auml;re eine n&auml;here Untersuchung wert \u2013 man kann zwar auch nicht so viel tanken wie bei Benzin, aber das geht wenigstens schnell. Erdgas ist zwar auch endlich, aber es gibt mehr davon als Erd&ouml;l und man k&ouml;nnte es begrenzt auch aus organischem Abfall erzeugen. Aber wenn ich wirklich auf Elektroautos setze, dann als Erg&auml;nzung zu einer guten Verkehrsinfrastruktur die anders als heute eine Alternative zum \u201enormalen\u201c PKW ist. In einer solchen Infrastruktur brauche ich einen Wagen, um vielleicht von einem Vorort bis zur n&auml;chsten gr&ouml;&szlig;eren Stadt zu fahren, wo ich umsteigen kann oder um Eink&auml;ufe zum machen \u2013 bei mir ist der Discounter zwar vor Ort, aber 1,2 km von meiner Wohnung entfernt. Der Aldi Markt hat &uuml;brigens rund 10 Fahrradstellpl&auml;tze und rund 100 Parkpl&auml;tze \u2026 Dazu reicht aber dann eine Batterie, die auf diese Strecke, sagen wir mal maximal 40 km ausgelegt ist. Damit ist die Batterie viel leichter, und wenn das Auto dann nur ein Zweisitzer aus GFK-Werkstoffen ist und entsprechend wenig Masse hat, dann kann ich darin auch einen gewissen Sinn erkennen. Ansonsten halte ich aus Effizienzgr&uuml;nden nichts von der Technologie: es macht keinen Sinn 1.000 kg Fahrzeug zu bewegen, wenn die Nutzlast (Person und Gep&auml;ck) 100 kg wiegen, der Energiespeicher aber 300 bis 400 kg. Da stimmt anders als bei einem Elektrofahrrad oder Elektroroller einfach der Verh&auml;ltnis zwischen Aufwand und Nutzen nicht.<\/p>\n<p>Es g&auml;be sicher, wenn man dies konsequent umsetzen w&uuml;rde, weniger Autos, daf&uuml;r w&auml;ren die dann auch wenigstens voll. Ich sehe das auch nicht als schlimm an. In meiner Erinnerung kam man auch in den Siebzigern mit weitaus weniger Autos als heute gut aus. Insgesamt halte ich das Auto in der heutigen Form f&uuml;r unerh&ouml;ht ineffizient: 20.000 \u20ac Anschaffungskosten, nur um sich fortzubewegen, wenn es auch Alternativen gibt, dazu noch j&auml;hrliche Kosten in ebenfalls vierstelliger H&ouml;he. Bequemlichkeit ist viel wert, aber so viel? Man hat es mal ausgerechnet. Ein Autofahrer gibt &uuml;ber sein Leben im Durchschnitt <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/leben\/auto\/autokosten-das-kostet-autofahren-im-leben-a-755373\">332.000 Euro f&uuml;r das Auto aus<\/a> \u2013 daf&uuml;r k&ouml;nnte er sich auch ein komfortables Eigenheim leisten und w&uuml;rde sich jeden Monat die Miete sparen.<\/p>\n<p>Ich denke, wenn es genug Alternativen gibt, die auch gut sind, dann verzichten viele von alleine auf das Auto,<\/p>\n<p>Vergleichen wir das nun mit der realen Politik:<\/p>\n<p>Die wird von der Autolobby bestimmt. Es ist ja nicht mal so das die Politik &uuml;berhaupt die Intension hat den Automobilherstellern irgendetwas vorzuschreiben. Nur einige Dinge die mir ohne viel nachzudenken spontan einfallen:<\/p>\n<ul>\n<li>2009 gibt es f&uuml;r die Automobilbranche als Einzige (au&szlig;er den Banken die noch mehr Einfluss auf die Politik haben) ein F&ouml;rderungsprogramm in Form der Abwrackpr&auml;mie<\/li>\n<li>2011 setzt sich Merkel mit einem Veto gegen strengere europ&auml;ische Grenzwerte durch.<\/li>\n<li>2015 gibt es den Abgasskandal, und wie wir heute wissen, wussten die Beh&ouml;rden seit Jahren, dass die Autos nicht die Grenzwerte einhalten. Getan hat man nichts.<\/li>\n<li>2017 gibt es den Dieselgipfel mit dem Konsens eines Softwareupdates.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich stelle fest: VW, Daimler und Co fertigen ein Produkt, dessen Abgase die menschliche Gesundheit sch&auml;digen, und halten gesetzliche Vorschriften nicht ein. Jeder andere h&auml;tte nun einen Prozess am Hals. Wenn sie eine Heizung haben, welche die gesetzlichen Grenzwerte nicht einh&auml;lt, wird die stillgelegt. Doch nicht so bei den Automobilherstellern. Die d&uuml;rfen weiter die Umwelt verpesten und das jedes Jahr <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/ratgeber\/faktencheck-todesfaelle-diesel-abgas-100.html\">38.000 Menschen weltweit durch Dieselabgase sterben<\/a>.<\/p>\n<p>Nicht mal eine Nachr&uuml;stung wird durchgesetzt. Dabei sollte das selbstverst&auml;ndlich sein. Soweit ich noch die gesetzlichen Regeln f&uuml;r die Gew&auml;hrleistung im Kopf habe, ist das ein Produktmangel: Ein Produkt hat einen Mangel und das berechtigt bei jedem anderen Produkt den Konsumenten das Produkt zur&uuml;ckzugeben oder gegen eines, ohne den Mangel auszutauschen. Vorher muss er dem Hersteller Gelegenheit geben, den Mangel zu beheben. Hier wird von der Politik verordnet, dass deutsche Hersteller aus dieser Verantwortung entlassen werden, w&auml;hrend sie in den USA zweistellige Milliardenstrafen zahlen m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Dabei ist die Masche so uralt wie doof, trotzdem fallen Politiker immer drauf rein. Es muss nur einer rufen \u201eDas kostet Arbeitspl&auml;tze\u201c, schon kuschen alle. Hallo wie geht es im Land der politischen Dummk&ouml;pfe? Wenn die Automobilhersteller nachr&uuml;sten m&uuml;ssen, dann k&ouml;nnen sie das von ihren &uuml;ppigen Gewinnen bezahlen. Alleine Daimler hat dieses Jahr 2,72 Milliarden Euro an die Aktion&auml;re ausgesch&uuml;ttet. (Okay ich habe auch was davon bekommen) davon werden keine Arbeitspl&auml;tze geschaffen. Aber wenn in ganz Deutschland f&uuml;r 2,72 Milliarden Euro Autos nachger&uuml;stet werden, das w&uuml;rde bei 1000 Euro pro Auto f&uuml;r knapp 3 Millionen reichen, dann schafft das eine Menge Arbeitspl&auml;tze. Bei Daimler und den Zulieferern, wo die Umr&uuml;sts&auml;tze hergestellt werden, und bei den vielen Werkst&auml;tten, wo sie eingebaut werden.<\/p>\n<p>Man muss mal woanders hinschauen. Erinnert sich noch jemand an den Pentium Bug? 1995 entdeckte ein Mathematikprofessor, dass sich der Pentiumprozessor verrechnete. Nicht immer, nur bei bestimmten Zahlenkombinationen und selbst da war das Ergebnis nicht komplett falsch sondern nur bei Divisionen ab einigen Nachkommastellen falsch. So fiel der Fehler auch erst 2 Jahre nach Herauskommen des Chips auf. Intel hatte ihn sogar schon vorher entdeckt und stillschweigend korrigiert. Intel weigerte sich anfangs, umzutauschen. Argumentation: Das k&auml;me bei einem durchschnittlichen Anwender nur alle paar Tausend Stunden bei einer Rechnung (von mehreren Millionen pro Sekunde) vor. Der &ouml;ffentliche Druck nahm aber zu und so tauschte Intel 1995 jeden Pentiumprozessor der betroffen war um. Das war so teuer, das es bis heute das einzige Quartal der Firmengeschichte ist, wo die Firma Verluste in Milliardenh&ouml;he machte. Gegen diesen Mangel ist der Dieselskandal ein echter Supergau.<\/p>\n<p>Es verlangt ja kein Mensch, dass die Automobilhersteller pleitegehen, nur das Sie ihren Gewinn, sagen wir mal f&uuml;r zwei Jahre f&uuml;r die Umr&uuml;stung verwenden. Was Arbeitspl&auml;tze kostet, ist letztendlich die Politik der Regierung, die die Automobilindustrie st&uuml;tzt. Eine Industrie die nicht f&auml;hig ist sich von einem eingefahrenen Gesch&auml;ftsmodell zu trennen, das langfristig zum Scheitern verdammt ist. Eine Industrie, die es nicht fertigbekommt, ihre Produkte effizienter zu machen oder wenigstens auf eine neue Antriebstechnologie umzusteigen. Es d&uuml;rfte doch jedem klar sein, dass eine solche Industrie, egal wie viele Arbeitspl&auml;tze sie heute sichert, dem Untergang geweiht ist. Anstatt das die Politik daf&uuml;r sorgt, dass Sie sich wandelt und so die Arbeitspl&auml;tze wirklich sichert, st&uuml;tzt sie das bisherige Modell. Das kostet dann wirklich Arbeitspl&auml;tze, aber da Merkel und Co maximal bis zur n&auml;chsten Wahl denken, wird sich da nichts tun. Das ist auch das was ich schon anfangs kritisierst habe \u2013 heute denken Politiker nicht langfristig. Das zeigt auch der Dieselgipfel. Nur zur Erinnerung: Der Skandal wurde im September 2015 aufgedeckt. Warum erst jetzt ein Dieselgipfel? Vielleicht weil in knapp zwei Monaten gew&auml;hlt wird? Ein Schelm wer B&ouml;ses dabei denkt&#8230;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/51e1a1a26505460ab94becf28a7758b9\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines der Dinge ich mich nerven, ist das Journalisten sagen, Merkel w&uuml;rde anders Politik machen als \u201eandere Politiker\u201c weil sie Physikerin ist und eine Sache voll durchdenken oder von hinten angehen. Keine Ahnung wie sich die Journalisten vorstellen, welche Gedankenwelt ein Physiker hat, aber damit hat Merkels Politik nichts zu tun. 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