{"id":1290,"date":"2007-03-02T12:33:00","date_gmt":"2007-03-02T10:33:00","guid":{"rendered":"http:\/\/bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=1290"},"modified":"2010-12-20T20:04:15","modified_gmt":"2010-12-20T19:04:15","slug":"amargeddon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2007\/03\/02\/amargeddon\/","title":{"rendered":"Amargeddon"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 0px initial initial;\" src=\"\/img\/steinheimer-becken.jpeg\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"592\" align=\"left\" \/>Ein  beliebtes Thema von Spielfilmen ist der Einschlag eines Planetoiden auf der Erde. Das Gefahrenpotiential  ist bis heute noch nicht sicher gekl&auml;rt. Man hat wahrscheinlich viele der gr&ouml;&szlig;eren Brocken entdeckt welche  die Erdbahn kreuzen, aber noch lange nicht alle kleine. Man teilt Asteroiden welche die Bahn der Erde  kreuzen und damit auf ihr einschlagen k&ouml;nnen in verschiedene Klassen ein. Die wichtigste Klasse ist die der  Aten Asteroiden (so benannt nach dem ersten entdeckten Mitglied). Diese w&auml;chst sehr rasch. 1999 kannte man  90 Asteroiden, 2006 waren es schon 316. Ein gewisses Risiko geht auch von den Apollo Asteroiden aus. Die  Bahn dieser Asteroiden ber&uuml;hren die Erdbahn. Auch diese Gruppe hat schnell immer mehr Mitglieder Auch hier  vergr&ouml;&szlig;erte sich die Zahl rapide von 415 auf 2162 von 1999 bis 2006. Insgesamt wurden am 2.3.2007 837  Objekte als potentiell gef&auml;hrlich eingestuft.<\/p>\n<p>Die Ursache daf&uuml;r ist dass es nun spezialisierte Suchprogramme gibt. Automatisch gesteuerte Teleskope  mit Weitwinkelkameras und gro&szlig;en CCD Arrrays als Detektoren suchen den Himmel ab und vergleichen Aufnahmen  nach sich bewegenden Objekten. LINEAR, das bekannteste Projekt hat mit einem 1 m Spiegelteleskop in 10  Jahren  211.849 Objekte, darunter 1622 Erdbahnkreuzer entdeckt. Ein neues Suchprogramm mit vier Teleskopen der 2.5  m Klasse wird wahrscheinlich die Zahl explodieren lassen.<\/p>\n<p>Was passiert wenn ein K&ouml;rper auf der Erde einschl&auml;gt? Nun im Prinzip immer das gleiche, die Auswirkungen  h&auml;ngen aber von der Gr&ouml;&szlig;e ab.<!--more--><\/p>\n<p>Objekte von bis zu 100 m Gr&ouml;&szlig;e Haben die Chance bei der Passage der Erdatmosph&auml;re in kleinere Brocken  auseinander zu brechen, die dann weniger gef&auml;hrlich sind oder vergl&uuml;hen. Wann dies geschieht h&auml;ngt von dem  Objekt ab. Raumsonden haben festgestellt, das viele Planetoiden eine geringe Dichte haben, d.h. im inneren  Hohlr&auml;ume aufweisen. Diese k&ouml;nnen leicht zerbrechen. ein kompaktes Objekt mit 50 m Durchmesser hat dagegen  eine geringe Chance von der Atmosph&auml;re wirksam abgebremst zu werden, so dass es desintegriert. Bei den  seltenen Eisen Meteoriten k&ouml;nnen kleine Brocken ohne Probleme die Atmosph&auml;re unbeschadet  ihrer Gr&ouml;&szlig;e. Der  Barringer Krater in den USA von mehr als 1 km Durchmesser wurde zum Beispiel. von einem nur 30 m gro&szlig;en  Eisenmeteoriten verursacht.<\/p>\n<p>Wenn ein 100 m gro&szlig;er K&ouml;rper auf der Erde einschl&auml;gt hinterl&auml;sst er einen 1-2 km gro&szlig;en Krater. Der  Auswurf betrifft ein viel gr&ouml;&szlig;eres Gebiet, etwa einen Kreis von 20-40 km Durchmesser. Hitze, Druckwelle und  herabregnendes Material w&uuml;rden das meiste Leben in diesem Umkreis zerst&ouml;ren. Ein 100 m Asteroid kann also  eine Gro&szlig;stadt ausl&ouml;schen. Die mittelbaren Folgen in Form von Asche und Staub in der Atmosph&auml;re welche  herunterregnet uns Licht nimmt und damit die Landwirtschaft stark beeintr&auml;chtig betrifft ein noch gr&ouml;&szlig;eres  Gebiet. Die Folgen eines 100 m Asteroiden betreffen ein Land.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"border: 0px initial initial;\" src=\"\/img\/gbtna.jpeg\" border=\"0\" alt=\"Gosses Bluff Northern Territory Australia\" width=\"540\" height=\"405\" align=\"right\" \/>Bei einem 1 km K&ouml;rper passiert im wesentlich das  gleiche. Nur hat dieser die 1000 fache Masse und entsprechend mehr Energie. Der Krater ist nun gr&ouml;&szlig;er und  etwa 10-15 km gro&szlig;. Ein solches Ereignis verursachte zum Beispiel. das Steinheimer Becken und das  N&ouml;rdlinger Ries vor 15 Millionen Jahren. Die Folgen sind entsprechend gr&ouml;&szlig;er. Geschmolzenes Glas von dem  Ereignis fand man noch in Frankreich und der Tschechei. Im wesentlichen sind die unmittelbaren Folgen nun  in einem Bereich von 200-400 km das Ausl&ouml;schen des Lebens und es wird so viel Material ausgetauscht, dass  es Wochen und Monate dauert bis es wieder aus der Atmosph&auml;re verschwindet. ein solches Ereignis ver&auml;ndert  das Klima f&uuml;r l&auml;ngere Zeit auf einem ganzen Kontinent.<\/p>\n<p>Ein 10 km Brocken verursacht schon einen 100 km Krater. Die Folgen eines solchen Ereignisses sind  weltweit wahrzunehmen. Asche wird in solche H&ouml;hen bef&ouml;rdert, das sie sich weltweit verteilt. Sie  reflektiert das Sonnenlicht und es k&uuml;hlt sich das Klima weltweit ab. Sulfate aus dem Gestein bilden  Schwefels&auml;ure, es kommt zum sauren Regen und die Aerosole bleiben Jahre in der Atmosph&auml;re. Man vermutet das  solche Einschl&auml;ge an vielen Artensterben schuld sind. 2 Einschl&auml;ge die mit solchen Ereignissen  korrespondieren wurden schon entdeckt. Durch die Bewegung der Erdkruste und langsame Abtragung verschwinden  leider auch solche Krater bald. Vor allem wenn sie im Meer aufschlagen, welches zu 2\/3 die Oberfl&auml;che  bedeckt. Meeresboden besteht nur etwa &uuml;ber 200 Millionen Jahre, er wird laufend neu gebildet. F&uuml;r die  Auswirkungen eines gr&ouml;&szlig;eren Einschlags ist es egal ob dieser im Meer oder auf dem Land erfolgt, nur gibt es  beim Einschlag im Meer noch eine Flutwelle unvorstellbaren Ausma&szlig;es.<\/p>\n<p>Gott sei Dank sind solche Ereignisse recht selten. Ein Einschlag eines 10 km Brockens kommt etwa alle  25-100 Millionen Jahre vor, mit gro&szlig;en Abweichungen. Mit einem 100 m Brocken muss man im Bereich von  100.000-500.000 Jahren rechnen. Insgesamt kennt man etwa 200 Einschlagskrater oder deren Reste auf der  Erde. Dies sind nur die wo noch heute detektiert werden k&ouml;nnen. Es muss viel mehr gegeben haben, doch haben  je l&auml;nger ein Ereignis zur&uuml;ck liegt nur gro&szlig;e Krater eine Chance nicht abgetragen zu werden. So und morgen  erfahren sie was man dagegen machen kann&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein beliebtes Thema von Spielfilmen ist der Einschlag eines Planetoiden auf der Erde. Das Gefahrenpotiential ist bis heute noch nicht sicher gekl&auml;rt. Man hat wahrscheinlich viele der gr&ouml;&szlig;eren Brocken entdeckt welche die Erdbahn kreuzen, aber noch lange nicht alle kleine. 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