{"id":13,"date":"2007-08-29T16:27:17","date_gmt":"2007-08-29T14:27:17","guid":{"rendered":"http:\/\/bernd-leitenberger.de\/blog\/2007\/08\/29\/50-jahre-raumfahrt-die-erforschung-des-monds\/"},"modified":"2007-11-04T11:25:35","modified_gmt":"2007-11-04T10:25:35","slug":"50-jahre-raumfahrt-die-erforschung-des-monds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2007\/08\/29\/50-jahre-raumfahrt-die-erforschung-des-monds\/","title":{"rendered":"50 Jahre Raumfahrt: Die Erforschung des Monds"},"content":{"rendered":"<p>Bei keinem anderen Gebiet sieht man den &#8222;<a href=\"\/wettlauf-zum-mond.shtml\">Wettlauf im All<\/a>&#8220; so sehr wie bei der Erforschung des Mondes. Schon ein Jahr nach Sputnik gab es die ersten Versuche den Mond zu erreichen. Dabei ging es nur um einen nahen Vorbeiflug bzw. im Falle der Sowjetunion um einen Aufschlag.  Ein Jahr nach dem ersten Satelliten waren Tr&auml;gerraketen noch sehr unausgereift, die Genauigkeit gering. So verwundert es nicht das sowohl USA wie auch die UdSSR einige Anl&auml;ufe brauchten um dieses Ziel zu erreichen. Die USA versuchten sich dann an einem kleinen Mondorbiter, den <a href=\"\/pioneer-p.shtml\">Pioneer P Sonden<\/a>, doch alle Versuche eine zu starten schlugen fehl. Die UdSSR konzentrierte sich zuerst auf eine Umfliegung der Mondr&uuml;ckseite und die Gewinnung von Bildern dieser, die von der Erde aus nicht einsehbar ist. Als dies gelang mit Luna 3 war es eine Sensation, obwohl die Bilder selbst nach damaligen Ma&szlig;st&auml;ben recht schlecht waren. Danach folgte sofort eine Landung, die jedoch erst nach vielen Fehlversuchen mit <a href=\"\/luna.shtml\">Luna 9<\/a> gelang.<\/p>\n<p>Die USA hatten zu diesem Zeitpunkt schon das Mondlandeprogramm Apollo beschlossen und so wurden unbemannte Projekte als Vorbereitungsmissionen ausgelegt. Das erste war das Ranger Projekt. <a href=\"\/ranger.shtml\">Ranger<\/a> sollte zuerst beim Aufschlag Bilder zur Erde &uuml;bermitteln und dann eine Me&szlig;kapsel auf der Oberfl&auml;che aussetzen. Man erwartete durch besondere Isolierung, dass sie den harten Aufschlag &uuml;berleben w&uuml;rde. Doch die Sonden erwiesen sich als &auml;u&szlig;ertst komplex, es gab Fehler im Management und zum &Uuml;berfluss versagten auch die Tr&auml;gerraketen. Kurzum: Die ersten 5 Ranger Sonden waren allesamt Versager. Danach wurde das Programm total umgekrempelt und nun sollten nur noch Videoaufnahmen vor dem Aufschlag gemacht werden, was nach einem weiteren Versager mit den drei letzten Ranger Sonden auch gelang.<\/p>\n<p>Danach folgte das Projekt <a href=\"\/lunar-orbiter.shtml\">Lunar Orbiter<\/a>. 5 Orbiter sollten vordringlichst potentielle Apollo Landegebiete aus dem Orbit fotografieren. Als &#8222;Nebenprodukt&#8220; fertigten sie auch eine topographische Karte des Mondes in geringerer Aufl&ouml;sung an. Lunar Orbiter war sehr erfolgreich. Die 5 Orbiter &uuml;bermittelten Fotos von hervorragender Qualit&auml;t und entdeckten erstmals die St&ouml;rungen des Gravitationsfeldes unter den Maren. Auch hier zog die UdSSR mit Luna 10 vor, allerdings gab es kein Programm f&uuml;r Mondorbiter, stattdessen r&uuml;stete man nur das Busmodul der Landesonden mit Experimenten f&uuml;r den Orbit aus. Wie die Landesonden war der Orbiter batteriebetrieben, so das er nur einige Wochen im Orbit arbeiten konnte.<\/p>\n<p>Das Gegenst&uuml;ck zu den Luna 4-9 Landesonden war auf US Seite die <a href=\"\/surveyor.shtml\">Surveyor<\/a> Sonden Reihe. Von 7 gestarteten landeten auch 5. Sie &uuml;bermittelten nicht nur Aufnahmen der Mondoberfl&auml;che, sondern &uuml;berlebten obwohl ohne Stromversorgung und Heizung die kalte Mondnacht, was man nicht erwartet hatte. Danach kannte man wesentliche Parameter des Mondbodens und wusste, das Apollo sicher landen konnten.<\/p>\n<p>Die UdSSR verfolgte zu dieser Zeit drei Programme. Zum einen eine bemannte Mondumrundung mit einem umgebauten Sojus Raumschiff, gestartet von einer Proton. Dieses wurde unbemannt unter dem Namen <a href=\"\/zond.shtml\">Zond<\/a> getestet wobei man auch Schildkr&ouml;ten zum Mond schickte und Farbaufnahmen beim Vorbeiflug gewann. Um einer bemannten Mondumrundung der Sowjets vorzukommen strich man bei der NASA sogar einen Erdorbittest und startete mit Apollo 8 direkt zum Mond. Allerdings erreichte die Kapsel nie die Zuverl&auml;ssigkeit die f&uuml;r eine bemannte Mission notwendig war, so dass man das Programm nach der Mondlandung von Apollo 11 einstellte.<\/p>\n<p>Das zweite war eine Mondlandung wie bei Apollo. Jedoch versagte die daf&uuml;r notwendige Tr&auml;gerrake<a href=\"\/hercules.shtml\">te N-1 &#8222;Herkules&#8220;<\/a> bei allen Testfl&uuml;gen. Das letzte war eine &#8222;Absicherung&#8220; gegen diese Versager: Eine unbemannte Bodenprobenentnahme durch automatisierte Sonden. Einige davon scheiterten. Doch 3 Sonden brachten knapp ein Pfund Mondgestein zur Erde. Auch hier nutzte man die schon entwickelte Hardware sp&auml;ter f&uuml;r Mondorbiter und die Landung von zwei Lunochods &#8211; Fahrzeugen die von er Erde aus &uuml;ber den Mond gesteuert wurden und bis zu 37 km zur&uuml;cklegten. Insgesamt war dieses sp&auml;te Luna Programm so erfolgreich, dass die Sowjets schlichtweg behaupteten, sie h&auml;tten nie die Absicht gehabt bemannt zum Mond zu fliegen und ihr Programm h&auml;tte mit wesentlich geringerem Materialeinsatz mehr Resultate gebracht.<\/p>\n<p>In der Tat besteht die Hauptausbeute von Apollo heute in den &uuml;ber 380 kg, meist von kundiger Hand ausgesuchten Bodenproben. Die Wissenschaft musste hinten anstehen. Die Astronauten bauten noch Stationen auf, welche bis 1977 Daten &uuml;ber den Mondboden, Erdbeeben oder die Sonnenaktivit&auml;t zur Erde sandten. Die letzten Missionen setzten auch Instrumente in dem Kommandomodul wie Stereokameras oder ein Gammastrahlenspektrometer. Auch stieg die Reichweite durch mehr Vorr&auml;te in den Landekapseln und Mondautos an.<\/p>\n<p>Doch mit dem Start der letzten Apollomission 1972 und der letzten Luna Sonde 1976 war der Mond abgehakt. Die n&auml;chsten 25 Jahre erhielt er nur einmal Besuch von dem experimentellen Mondorbiter <a href=\"\/hiten.shtml\">Hiten<\/a>. Der Grund: In den USA verschlang zuerst das Shuttle fast den ganzen NASA Haushalt, erst f&uuml;r die Entwicklung, dann f&uuml;r den Betrieb, zudem &auml;nderten sich die Priorit&auml;ten der Regierung und unter Reagan sank das NASA Budget. Gleichzeitig erschienen Missionen zu den Planeten interessanter zu sein. Erst mit der Spekulation ob es Wasser auf dem Mond g&auml;be und man vielleicht dann dort eine gr&ouml;&szlig;ere Mondbasis betrieben k&ouml;nnte wurde er in den 90 er Jahren wieder interessanter.<\/p>\n<p>Danach setzte eine R&uuml;ckbesinnung auf den Mond ein. Den Anfang machte 1999 <a href=\"\/lunar-prospektor.shtml\">Lunar Prospektor<\/a>, die nach Wasser auf dem Mond suchte. Ihm folgte 2003 die europ&auml;ische Technologiesonde <a href=\"\/smart-1.shtml\">SMART-1<\/a>. In den n&auml;chsten Jahren werden einige Raumsonden folgen. China, <a href=\"\/selene.shtml\">Japan<\/a> und Indien planen Starts von Raumsonden in diesem und den n&auml;chsten 2 Jahren. Die USA wollen ebenfalls eine neue Raumsonde starten und selbst die DLR schlug eine deutsche Mondsonde vor. Aufgrund der schnellen Erreichbarkeit ist der Mond so ein ideales Sprungbrett f&uuml;r das Training von Planetensonden. Man braucht allerdings kein Netzwerk von gro&szlig;en Bodenstationen und so verwundert es nicht, das China und Indien ihre ersten planetaren Schritte zum Mond machen.<\/p>\n<p>Zuletzt wollen auch die Amerikaner zur&uuml;ck zum Mond. Wann ist noch offen. Der Termin verschiebt sich immer weiter nach hinten. War vor 3 Jahren noch von 2017 die Rede so ist nun von 2019 als fr&uuml;hestem Termin einer bemannten Landung die Rede. Das ganze Programm hat noch nicht einmal richtig begonnen, da die Mittel f&uuml;r es erst frei werden, wenn Space Shuttle und ISS au&szlig;er dienst gestellt werden. In einem so fr&uuml;hen Stadium ist es auch nicht ganz unwahrscheinlich, dass der n&auml;chste Pr&auml;sident der USA eine andere Raumfahrtpolitik als G.W. Bush verfolgt und das Projekt ganz einstellt.<!--<\/p-->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei keinem anderen Gebiet sieht man den &#8222;Wettlauf im All&#8220; so sehr wie bei der Erforschung des Mondes. Schon ein Jahr nach Sputnik gab es die ersten Versuche den Mond zu erreichen. Dabei ging es nur um einen nahen Vorbeiflug bzw. im Falle der Sowjetunion um einen Aufschlag. Ein Jahr nach dem ersten Satelliten waren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":169,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-13","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-raumfahrt","entry"],"a3_pvc":{"activated":false,"total_views":1247,"today_views":0},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":18627,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/04\/05\/artemis-ii\/","url_meta":{"origin":13,"position":0},"title":"Artemis II","author":"Bernd Leitenberger","date":"5. 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