{"id":13528,"date":"2018-09-30T12:15:16","date_gmt":"2018-09-30T10:15:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=13528"},"modified":"2018-09-30T12:33:11","modified_gmt":"2018-09-30T10:33:11","slug":"ram-prozessor-oder-java-die-langsamkeit-des-raspberry-pis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2018\/09\/30\/ram-prozessor-oder-java-die-langsamkeit-des-raspberry-pis\/","title":{"rendered":"RAM, Prozessor oder Java? &#8211; die Langsamkeit des Raspberry Pis"},"content":{"rendered":"<p>Derzeit bin ich in Nesselwang. Zweimal im Jahr komme ich in das <a href=\"http:\/\/www.ferienlandhaus.de\/\">Ferienhaus<\/a> um Gro&szlig;putz zu machen, den Garten zu pflegen, die Terrasse zu reinigen und Dinge zu ersetzen. Klar, kann man nicht den ganzen Tag putzen und so habe ich noch etwas Freizeit. Seit drei Jahren nehme ich immer einen Raspberry Pi mit. Er reicht f&uuml;r einfaches Surfen aus und die letzten drei Male habe ich auch mit Libreoffice an meinen Manuskripten geschrieben. Trotzdem ist es doch sehr z&auml;h und das will ich mal beleuchten.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/f4ff521ecea744be938a7eb92d8fd06d\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><!--more--><\/p>\n<p>Rein technisch sieht es nicht mal so schlecht aus. Ich habe einen <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2zGhzhS\">Raspberry Pi 3<\/a> mit 1.200 MHz, also noch nicht das <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2xMpjx4\">neueste Modell 3B+<\/a> mit 1,4 GHz. Als die erste Generation herauskam, das war der Raspberry Pi 1 mit 700 MHz, habe ich die FAQ durchgelesen und da hat einer gefragt wie schnell der Prozessor im Vergleich zur x86 Architektur w&auml;re. Die Antwort war, das er so schnell w&auml;re wie ein Pentium-II mit 300 MHz. Der Pi 3 hat vier Kerne, eine h&ouml;here Taktfrequenz und einen 64 anstatt 32 Bit Prozessor, der schneller rechnet. Die ct&#8216; ermittelte beim Test des Raspis 3 die sechsfache Geschwindigkeit des ersten Pi, bei dem schon der grafische Desktop wirklich z&auml;h zu bedienen ist. Auf einen Kern reduziert, denn viele Programme nutzen eben nur einen Kern, w&auml;re das die 1,5-fache Performance bei gleicher Taktrate und wenn man den h&ouml;heren Takt dazunimmt sind es dann die 2,6-fache Leistung. Damit w&auml;re mein Raspberry Pi 3 so schnell wie ein Pentium III mit 750 MHz.<\/p>\n<p>Nun hatte ich von 1999 bis 2002 einen AMD K6 mit 550 MHz, 128 MB RAM und einer 10 GB Platte. Rein technisch hat der Raspberry Pi eine h&ouml;here Geschwindigkeit, achtmal mehr RAM und selbst die SD-Karte ist 3,2-mal gr&ouml;&szlig;er als damals die Festplatte. Trotzdem war das Arbeiten mit dem Rechner viel fl&uuml;ssiger. Warum also ist der Raspberry Pi so lahm? Der Pi setzt ja schon einen sehr ressourcenschonenden Desktop ein \u2013 der sieht auch nicht viel besser aus als die Windows 98 Oberfl&auml;che die ich damals hatte.<\/p>\n<p>Einen Hinweis liefert schon das Browsen. Es ist ja nicht so, das es allgemein langsamer geworden ist. Meine eigene Webseite, aber auch der WordPress Blog sowie <a href=\"https:\/\/www.planet4589.org\/space\/jsr\/jsr.html\">Jonathans Space Report<\/a> laden schnell. Das sind Seiten die sich kaum seit Jahren ver&auml;ndert haben. Zahlreiche andere gebookmarkte Startseiten wie Spacenews.com oder Spaceflightnow laden sehr z&auml;h weil sie zig Plugins nachladen. Noch schlimmer sind kommerzielle Seiten wie von Bild oder anderen Seiten mit Werbung. Trotzdem habe ich die Plugins f&uuml;r Werbung abgeschaltet, denn sie halten nun genauso auf, aber so komme ich wenigstens bei den anderen Seiten schneller durch, denn Adblocker halten auch das Laden des Textes auf. Und wenn die Seite nichts f&uuml;r mich ist, breche ich eh das Laden ab. Anders sieht das bei kommerziellen Websites aus. Die Couch war als ich ankam durchgelegen, also habe ich &uuml;ber Amazon eine neue bestellt. Amazon ist mit dem Raspberry Pi genauso fl&uuml;ssig bedienbar wie mit einem gr&ouml;&szlig;eren Rechner, wenn auch etwas langsamer im Seitenaufbau, was aber auch an der Internetverbindung (6 anstatt 50 Mbit\/s) liegen kann. Ebenso merke ich bei Google keine Beeintr&auml;chtigung.<\/p>\n<p>Ich benutze Chromium, das Gegenst&uuml;ck zu Chrome unter Debian. Zum einen weil es bequem ist \u2013 &uuml;ber das Google Konto werden so automatisch Passw&ouml;rter und Bookmarks synchronisiert und ich muss nicht in einer Liste nachschauen. Zum andern weil es kaum Alternativen gibt. Bis diese Woche hatte noch noch Firefox auf dem Rechner. Doch er ist nicht schneller und die neueste Version liefert bei vielen Seitenaufrufen nur eine Crash-Fehlermeldung, so habe ich ihn deinstalliert. Die anderen Browser die es &uuml;ber das Software-Verzeichnis gibt wie Dillo, Epiphany, Netsurf haben eine Oberfl&auml;che die noch hinter meinem ersten Browsererfahrungen zur&uuml;ck hinkt \u2013 das war 1998 der Internet Explorer 1,6. Sie sind schnell, doch viele Zeiten zeigen sie nicht an oder haben Darstellungsprobleme. Netsurf z.B. selbst bei meiner Seite aus reinem HTML das Leerzeichen mehrfach angezeigt werden.<\/p>\n<p>Besser klappts mit Libreoffice. Es startet schnell und ist fl&uuml;ssig bedienbar. Beim korrigieren meiner beiden letzten Manuskripte habe ich keine Nachteile feststellen k&ouml;nnen, mit Ausnahme dessen das ich die verbesserten Rechtschreibkorekturen nicht nutzen kann. Dazu sp&auml;ter mehr. Libreoffice ist auch ressourecenschonender \u2013 wenn ich die Temperaturanzeige als Basis nehme (die Prozessorauslastung ist nicht so gut geeignet, weil wenn ich den Taskmanager aufrufe, das Programm das bisher Last erzeugte, den Fokus verliert und die Auslastung absinkt. Im Ruhezustand hat der Pi eine Temperatur von 45 bis 47\u00b0C, derzeit beim Schreiben des Artikels mit offenem, aber ruhenden Chromium sind es 52 bis 54 Grad. Beim Surfen mit Chromium kann das auf 83\u00b0C steigen, was die Auslastung des Prozessors anzeigt. Kurz: heutige Webseiten brauchen viel mehr Prozessorressourcen.<\/p>\n<p>Doch es ist nicht nur die Prozessorlast. Wenn ich den Taskmanager bei diesen beiden offenen Programmen &ouml;ffne, dann belegen die Programmen 886 von 932 MB RAM und noch bedeutsamer, der Gesamtspeicher den alle Programm ben&ouml;tigen und der eben nur als virtueller Speicher zu Verf&uuml;gung steht, erreicht alleine bei den Prozessen mit mehr als 100 MB schon 4 GB. Das ist das die meiner Ansicht nach gr&ouml;&szlig;ere Einschr&auml;nkung. Der Pi hat einfach zu wenig Speicher. Das ist dem Konzept geschuldet und war auch der Grund warum ich mir keinen Pi 3+ angeschafft habe. Der Chipsatz adressiert maximal 1 GB. Der ARM-Propzessor ist leicht austauschbar, aber nicht der Chipsatz. Das das RAM der Knackpunkt ist, zeigt sich auch wenn man in Chromium mehrere Tabs &ouml;ffnet, dann ist die Sanduhr n&auml;mlich kr&auml;ftig am Drehen und wenn man den Taskmanager offen hat sieht man wie die Prozessorlast immer noch bei 20 bis 35 % liegt, aber eben der Gesamtspeicherverbrauch ansteigt. So wundert es auch nicht das die meisten Alternativen zum Raspberry Pi mehr RAM haben, typisch 2 GB, teilweise 4 GB. Als ich mehrere Tabs &ouml;ffnete, um f&uuml;r den Artikel zu recherchieren fror schlie&szlig;lich dann auch der Raspi ein, obwohl nur je ein Tab aktiv war.<\/p>\n<p>Warum aber dieser enorme Ressourcenverbauch? Meiner Ansicht nach hat es einen Grund. Denn wie schon gesagt Libreoffice l&auml;uft schnell. Meine selbst mit Lazarus kompilierten Programme auch, wenn man auch die Geschwindigkeit nicht mit einem PC vergleichen kann. Ich halte <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2zGfNx1\">Java<\/a> f&uuml;r den &Uuml;belt&auml;ter. Java, bzw. im Broser Javascript ist meinen Erfahrungen nach nicht nur extrem langsam, sondern verbraucht auch enorm viel Speicher. Als Java rauskam, das war so um 1996, trat es mal an die Softwarewelt zu revolutionieren. Es sollte vom Mikrocontroller bis zum Server laufen und im WDR Computerclub kam jemand mit einem Ring, auf dem ein Microcontroller war auf dem Java lief. Heute ist davon nichts geblieben. Selbst auf dem PC ist Java langsam. Ich habe auf dem PC als popul&auml;rstes Javaprogramm den <a href=\"https:\/\/mediathekview.de\/\">Mediathekviewer<\/a>. Der wird von Generation zu Generation langsamer. Ich hatte ihn auch auf dem Raspberry Pi. 2016 konnte ich damit noch Videos von den Mediatheken herunterladen, auch wenn man Sekunden nach jedem Tastendruck warten musste bis er reagierte. In den letzten beiden Jahren ging dies gar nicht mehr und dieses Jahr st&uuml;rzte er schon beim Start ab. Schaut man in den Taskmanager so l&auml;dt er zuerst Java das 1.1 GB belegt, so viel Speicher gibt es aber gar nicht irgendwann w&auml;hrend des Bootens kackt dann alles ab. Den Mediathekviewer habe ich nicht aktualisiert, aber Java &uuml;ber die &uuml;blichen Updates mit apt-get. Ich hatte mal Java 7 und seit Java 8 l&auml;uft er nicht mehr.<\/p>\n<p>Inzwischen habe ich Java und den Medthekviewer gel&ouml;scht. Beim Browsen n&uuml;tzt das wegen des vom Browser interpretierten <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2Rcg01B\">Javascripts<\/a> nichts. Analoges erlebte ich als in Libreoffice das <a href=\"https:\/\/languagetool.org\/de\/\">LanguageTool<\/a> aktualisieren wollte. Auch hier 1 Minute lang keine Reaktion, dann eine Java Exception. Offensichtlich hat Libreoffice noch eine zweite, unabh&auml;ngige Javalaufzeit-Umgebung.<\/p>\n<p>Was g&auml;be es an L&ouml;sungen? Die f&uuml;r mich offensichtlichste w&auml;re eine Raspberry Pi Distribution. Die Pi Foundation hat zwar ein angepasstes Betriebssystem, derzeit aktuell \u201eJessie\u201c, aber das basiert auf Debian. Ich denke man hat nur den Kernel auf den SOC angepasst und die ganzen Packete sind eben Standard Debian Programme, gedacht f&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere Rechner. Sehr gut tun w&uuml;rde ein Browser der schneller als Chrome ist, aber auch eine korrekte Darstellung bietet, anders als Netsurf &amp; Co.<\/p>\n<p>Die zweite L&ouml;sung ist eine Alternative. Prinzipell gibt es zwei L&ouml;sungen. Das eine sind andere Einplatinencomputer wie der <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2xMCqi7\">Tinkerboard<\/a> oder <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2xMCRcf\">Odroid<\/a>, oft auf Basis &auml;hnlicher ARM-Prozessoren. Sie haben oft mehr RAM, schnellere CPU und bessere Schnittstellen. Daf&uuml;r sind sie teurer 70 bis 120 Euro. Dazu kommen noch Geh&auml;use, Stromversorgung und SD-Karte oder eMMC. Mein derzeitiger Favorit isst der Rock64 den es zum einen mit 4 GB gibt, daneben hat er eine gute Schnittstellenausr&uuml;stung und ist mit 76 Euro die preiswerteste <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2RbCXCb\">Alternative<\/a>. Was mich dran st&ouml;rt ist das bei den offiziellen OS sich kein Linux findet, das ich kenne. Android kenne ich zwar vom Smartphone, doch da habe ich noch nie ein Terminalwindow gehabt oder einen Text eingegeben.<\/p>\n<p>Die zweite Alternative w&auml;re ein tragbarer PC. Wenn ich von mir ausgehe, scheiden Notebooks aus. Sie leben nicht lange genug und ich komme bei nur 25 % Sehsch&auml;rfe mit Brille nicht mit den kleinen Displays zurecht. <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2xMGtLj\">Klein-Formrechner<\/a> wie <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2zGdJ8c\">Intels NUC<\/a> haben meist Atoms, die dann auch schnarchlangsam sind und mit schnelleren Prozessoren kommt man dann schon auf mehrere Hundert Euro.<\/p>\n<p>Es muss ja nicht neu sein. Im Prinzip w&uuml;rde ein <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2OXMWJH\">Refurbished oder Retail PC<\/a>, also ein ausgemusteter Gesch&auml;ftsrechner f&uuml;r mich reichen. Nur haben die einen anderen Nachteil: sie sind zu schwer. Ich habe aufgrund meiner Sehbehinderung kein Auto, das hei&szlig;t alles was ich mitnehme muss ich tragen k&ouml;nnen und es sind 2,5 Kilometer vom Bahnhof bis zur Siedlung. Ich k&ouml;nnte ihn hier lassen. Doch dann gibt es ein anderes Problem: ich benutze ihn dann zweimal im Jahr f&uuml;r je eine Woche. Da kann ich mir ausrechnen wann die Batterie leer ist und wie oft ich ihn bis dahin genutzt habe. Trotzdem erscheint mir das derzeit als die beste L&ouml;sung. Vielleicht bestelle ich mir zum Fr&uuml;hjahrsaufenthalt einen Rechner und lasse ihn gleich hierher liefern, dann spare ich mir den Transport und er bleibt hier. Alternativ kaufe ich einen teureren Mini-PC den ich dann auch bei meinem Kunden nutze. Dort werden die Einschr&auml;nkungen immer gr&ouml;&szlig;er und man hat mir schon angek&uuml;ndigt das ich bald w&auml;hlen muss zwischen \u201enormaler Benutzer mit Internetzugriff\u201c oder \u201eAdministrator ohne Internetzugriff\u201c. F&uuml;r Bastelobjekte habe ich immer noch eine Raspi Pi 1 und 2.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Derzeit bin ich in Nesselwang. Zweimal im Jahr komme ich in das Ferienhaus um Gro&szlig;putz zu machen, den Garten zu pflegen, die Terrasse zu reinigen und Dinge zu ersetzen. Klar, kann man nicht den ganzen Tag putzen und so habe ich noch etwas Freizeit. Seit drei Jahren nehme ich immer einen Raspberry Pi mit. 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