{"id":13788,"date":"2019-03-05T10:47:11","date_gmt":"2019-03-05T09:47:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=13788"},"modified":"2019-03-05T10:47:11","modified_gmt":"2019-03-05T09:47:11","slug":"nutze-den-placeboeffekt-fuer-dich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2019\/03\/05\/nutze-den-placeboeffekt-fuer-dich\/","title":{"rendered":"Nutze den Placeboeffekt f&uuml;r Dich!"},"content":{"rendered":"<p>Ich denke ich muss den meisten Lesern hier nicht erkl&auml;ren, was der Placeboeffekt ist. Ich will es aber trotzdem tun, damit die Schlussfolgerungen, die ich draus ziehe verst&auml;ndlicher werden.<\/p>\n<p>Unter dem Placebo-Effekt versteht man das ein Medikament ohne Wirkstoff wirkt. Je nach Krankheit soll dies zwischen 20 und 50 Prozent der Wirkung ausmachen.<\/p>\n<p>Das hat nat&uuml;rlich einige Folgen. Eine der Folgen ist, dass man bei Medikamentenstudien sehr sorgf&auml;ltig vorgehen muss und sehr viele Teilnehmer braucht, um eine statistisch signifikante Aussage &uuml;ber die Wirksamkeit zu treffen. Nutzt man ver&ouml;ffentlichte Formeln f&uuml;r die ben&ouml;tigten Teilnehmerzahlen, so kommt man leicht auf 1.000 Teilnehmer pro Studie. Das ergibt sich einfach aus den Tatsachen, wenn (im Mittel) bei einem Drittel der Teilnehmer es eine Besserung ohne Wirkstoff gibt und der auch nicht bei allen wirkt (also selbst das Medikament keine 100 % erreicht) ben&ouml;tigt man schon viele Teilnehmer, damit man im Gauss-Diagramm auf die Seite rutscht, wo der Fehler in den einstelligen Prozentbereich liegt.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/7cbf6a14f8064fc09c73914e2b148d81\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><!--more--><\/p>\n<p>Standard ist daher in der Medizin die Doppelblind-Studie. Darunter versteht man, das es zwei Gruppen gibt. Die eine erh&auml;lt ein Scheinmedikament und die andere den Wirkstoff. Weder Teilnehmer noch Arzt\/Schwester wissen aber ob der Teilnehmer ein Placebo oder ein Medikament erh&auml;lt. Auch dadurch, dass man immer doppelt so viele Patienten ben&ouml;tigt, wie eigentlich n&ouml;tig, steigt die Teilnehmerzahl f&uuml;r medizinische Studien deutlich an.<\/p>\n<p>Das auch der Arzt nicht wissen darf, ob der Patient ein Placebo erh&auml;lt, hat einen einfachen Grund: Eine der bekanntesten Ursachen f&uuml;r den Effekt ist, das wir zum einen Respekt vor Autorit&auml;ten haben. Wenn ein Arzt sich um einen k&uuml;mmert, dann reicht das alleine aus, das sich bei vielen die Symptome bessern. Je st&auml;rker die Zuwendung desto st&auml;rker der Effekt. Der Arzt ist ja Fachmann, er wird mir helfen, so die &Uuml;berlegung im Hinterkopf. Vor der modernen Medizin war das oft das Einzige, was ein Arzt, damals wohl eher Heiler oder Schamane, tun konnte. Je intensiver die Zuwendung ist, desto gr&ouml;&szlig;er der Effekt. So wirken Handauflegen und Massagen mehr als Gespr&auml;che und T&auml;nze in Wilden Kost&uuml;men mehr als Gebete.<\/p>\n<p>Grundlegend in allem ist bei Placeboeffekt die Verkn&uuml;pfung von Geist mit K&ouml;rper. Wie wir unseren K&ouml;rper und seine Signale empfinden, hat viel mit unserer Vorstellung zu tun. Wenn wir annehmen, das die Schmerzen durch ein Mittel oder eine Behandlung nachgelassen haben, dann tun sie es auch oft. Das geht sogar soweit das ein Arzt mal nur die H&auml;lfte der Patienten, die eine Knie-Op hatten, wirklich operiert hat. Bei den anderen machte er zwar einen Schnitt, tat aber nichts um die Ursache zu bek&auml;mpfen. Da dies unter lokaler Bet&auml;ubung erfolgte, bekamen die Patenten auf dem Monitor stattdessen Bilder einer aufgezeichneten echten Knieoperation zu sehen. Nun ist das keine Kleinigkeit. Wenn die Gelenke am Knie hin sind, reiben sie aufeinander und das tun sie, auch wenn man nach der Op nichts ver&auml;ndert hat. Trotzdem empfand ein Teil der Patienten danach keine Beschwerden mehr und dies auch noch nach Jahren. Der K&ouml;rper hat den Schmerz ausgeblendet. Er ist zwar noch da wird aber nicht mehr wahrgenommen. Das ist Grundlage von Entspannungstechniken und Hypnose, die teilweise sogar die Narkose ersetzen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel: Wie lange m&auml;nnliche Versuchspersonen ihre Hand in Eiswasser halten k&ouml;nnen, bis sie sie herausziehen, weil es zu schmerzhaft ist, das ist nach einer Studie stark davon abh&auml;ngig wie attraktiv die weibliche Person ist, die die Zeit nimmt. Auch hier wird die Schmerzgrenze offenbar durch die Wahrnehmung (oder Ablenkung?) verschoben.<\/p>\n<p>Ein Teil der &Auml;rzte findet daher auch, dass die Hom&ouml;opathie, bei denen kein Wirkstoff mehr in den Medikamenten vorhanden ist, prim&auml;r durch den Placeboeffekt wirkt.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Der Noecboeffekt<\/h3>\n<p>Zur Vervollst&auml;ndigung: es gibt auch den Noceboeffekt. Da erwartet man keine Wirkung von einem Medikament und es wirkt nicht. Da kann ich sogar aus eigener Erfahrung eine Geschichte erz&auml;hlen. Als ich Chemie studierte, musste ich auch mal Acetylsalicyls&auml;ure (ASS) synthetisieren, also den Wirkstoff in <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2Exxct9\">Aspirin<\/a> und anderen Kopfschmerztabletten. Das war so einfach und auch dieses Molek&uuml;l so einfach aufgebaut, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass es wirksam in den relativ komplexen Ablauf der Signal&uuml;bertragung zwischen den Nervenenden eingreifen k&ouml;nnte. Danach wirkten Tabletten mit ASS bei mir nicht mehr, bis einige Jahre sp&auml;ter man entdeckte, dass ASS in kleiner Menge auch positive Wirkungen bei Thrombosen hat und pr&auml;ventiv einen Herzinfarkt vorbeugt. Das hat meine Einstellung ge&auml;ndert und seitdem wirken die Tabletten wieder. Ich kaufe aber da ich nur an den Wirkstoff glaube immer die billigsten. Das sind derzeit die Tabletten von <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2GZiuif\">A1 Phrama<\/a>, die nur 40 % derer von Ratiopharm und 20 % der Aspirin kosten.<\/p>\n<p>Aufgrund des Nocebo-Effekts sollte man auch vorsichtig beim Durchlesen von Verpackungsbeilagen von Medikamenten sein. Es kann n&auml;mlich durchaus sein, dass man die dort beschriebenen Nebenwirkungen bei sich beobachtet \u2013 wenn man n&auml;mlich glaubt, dass ein Medikament eine bestimmte Wirkung hat, dann ist der Schritt nicht weit daran zu glauben, dass es auch eine bestimmte Nebenwirkung bei einem selbst ausl&ouml;st.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Placebos und Nahrungserg&auml;nzungsmittel<\/h3>\n<p>Nach dieser Einleitung nun zum Hauptthema. Ich kam drauf, weil ich in letzter Zeit &uuml;ber viele Nahrungserg&auml;nzungsmittel gestolpert bin, die alle m&ouml;glichen Wirkungen auf Haut, N&auml;gel und Haare oder die Gesundheit allgemein versprechen. Dazu geh&ouml;ren auch Mittel gegen verschiedene Alterswehwehchen wie nachlassendes Ged&auml;chtnis, Darmprobleme oder Vitalit&auml;t, die, wenn man wie ich zur Hauptsendezeit ARD &amp; ZDF anschaut, fast die H&auml;lfte des Werbeblocks ausmachen. Bei vielen dieser \u201eKrankheiten\u201c gibt es nicht wirklich belastbare Symptome. Ob man Schmerzen hat oder nicht, ist relativ klar abgrenzbar. Doch wie sieht es beim Hautbild aus, bei der Vergesslichkeit oder Darmproblemen? Sie sind nur schwer quantisierbar und oft nicht mal richtig qualifizierbar. Vor allem ist hier die Verkn&uuml;pfung mit dem Geist\/der Vorstellung viel intensiver als vielleicht bei R&uuml;cken- oder Knieschmerzen, Diabetes oder Bluthochdruck (obwohl auch bei Letzterem Entspannung hilft). Jeder wei&szlig;, wie die Haut auf Stress reagiert, n&auml;mlich auch gestresst. Mit <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2H14YdV\">Wellness<\/a> basiert eine ganze Industrie darauf Menschen zu entspannen, um ihr &Auml;u&szlig;eres zu versch&ouml;nern. Das der Darm ein eigenes <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Enterisches_Nervensystem\">Nervensystem<\/a> hat, das sehr empfindlich auf Stress reagiert ist auch bekannt. Jeder kennt das Magenbrummeln bei Pr&uuml;fungsangst, die Schmetterlinge im Bauch beim Verliebtsein. Wenn man also glaubt, dass ein Medikament die Darmprobleme, egal ob Durchfall, Verstopfung oder Kr&auml;mpfe l&ouml;st, dann entspannt man sich und damit auch das vegetative Nervensystem im Darm. Ich habe das selbst ausgenutzt. Etwas entspannendes im <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2C6hV1N\">Vaporizer<\/a> aufgenommen, bevor man zur Darmspiegelung geht und ich war so entspannt, dass ich keine Bet&auml;ubung brauchte und auch nicht haben wollte.<\/p>\n<p>Und direkt verbunden ist der Geist nat&uuml;rlich mit geistiger Fitness. Wer meint <a href=\"https:\/\/www.deutsche-apotheker-zeitung.de\/daz-az\/2008\/daz-27-2008\/wirkungsloser-ginkgo-extrakt\">Ginkgoextrakt<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.apotheken-umschau.de\/heilpflanzen\/rotes-weinlaub\">Weinlaubextrakt<\/a> helfe seinem Ged&auml;chtnis auf die Spr&uuml;nge wird bald eine Verbesserung feststellen. Schon alleine die Angst, etwas zu vergessen kann ja eine Blockade ausl&ouml;sen.<\/p>\n<p>Bei allem kommt dann noch die R&uuml;ckkopplung hinzu: merkt man erst einen Effekt, dann wei&szlig; man ja es wirkt und es wirkt dann noch besser.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Der Gewinn an einem Beispiel<\/h3>\n<p>Damit kann man wirklich viel Geld verdienen. Ein Hersteller von Nahrungserg&auml;nzungsmitteln verkauft 2,5 g Kollagen-Hydrolysat pro Ampulle in einer 28 St&uuml;ckpackung f&uuml;r 89.- Euro. Kollagenhydrolysat ist Gelatine, durch ein Enzym in kleinere Bruchst&uuml;cke aufgespalten. Es wird auch bei Amazon als Nahrungserg&auml;nzungsmittel <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2VwFU1m\">angeboten<\/a> (interessanterweise auch zum Muskelaufbau, dazu ist es, weil zwei essentielle Aminos&auml;uren fehlen, aber nur bedingt bis kaum geeignet). Bei Amazon kosten 1 kg Kollagenhydrolysat zwischen 25 und 40 Euro. Wenn ich nur diesen Preis nehme (ein Hersteller wird gr&ouml;&szlig;ere Mengen abnehmen und es g&uuml;nstiger bekommen), so kostet der Wirkstoff Kollagenhydrolysat (ohne Ampulle, einige Vitamine und Zinksalze, aber auch ohne Zusatzstoffe und Konservierungsstoffe) f&uuml;r eine Packung nur 1,75 bis 2,80 Euro. Das sind also enorme Verdienstmargen, selbst wenn man noch die Kosten f&uuml;r Ampullen, Werbung und den Anteil, den die Apotheken einstreichen, abzieht. Der Verkauf nur &uuml;ber Apotheken ist auch so ein Trick, um mit dem Placeboeffekt zu werben. In der Apotheke kaufen wir Medikamente, werden von Personen in wei&szlig;en Kitteln bedient. Eine Substanz X die wir dort kaufen muss also schon mal besser sein als dieselbe Substanz, die wir im Discounter kaufen. Vor einigen Jahren gab es sogar Werbung f&uuml;r ein \u201e<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/miese-werbung.shtml\">Apothekenmagnesium<\/a>\u201c. Diesen Trend bedienen einige Firmen die inzwischen sogar Kosmetika nur &uuml;ber Apotheken verkaufen.<\/p>\n<p>Doch zur&uuml;ck zum Beispiel. Die Packung zum UVP von 89 Euro versorgt einen schon mal f&uuml;r 28 Tage. Allerdings schreibt der Hersteller, das da zwar erste Effekte schon sichtbar w&auml;ren, aber Erstanwender erst nach 3 Monaten mit deutlichen Ergebnissen rechnen k&ouml;nnen. Folgt man dem, so ist man schon die dreifache Summe los. Rein statistisch wird dann, selbst wenn der Wirkstoff Kollagen-Hydrolysat wirkungslos f&uuml;r die Haut ist, (und das ist er nach <a href=\"https:\/\/www.efsa.europa.eu\/de\/efsajournal\/pub\/3257\">Ansicht der europ&auml;ischen Ern&auml;hrungsaufsicht EFSA<\/a>) bei einem Teil der Konsumenten sich das Hautbild verbessern. Da die Haut nicht nur auf den Placeboeffekt, sondern direkt auf Stress reagiert und die Einnahme einen in jedem Falle entspannt, weil man ja was Gutes f&uuml;r die Haut tut, w&uuml;rde ich den Prozentsatz an \u201egeheilten\u201c hoch ansetzen.<\/p>\n<p>Doch selbst f&uuml;r den Fall, das man nichts sieht, hat der Hersteller noch L&ouml;sungen parat. Da gibt es eine Seite mit R&uuml;ckmeldungen von Anwendern. Bei den meisten liest man von einer Einnahme &uuml;ber mehr als die drei Monate, oder sogar dauerhaft. Wenn jemand Zweifel hat, ob das Pr&auml;parat wirksam ist der kommt vielleicht auf die Idee, das die Dauer zu kurz war und schon geht die n&auml;chste Packung &uuml;ber die Theke.<\/p>\n<p>Ein zweiter Trick nennt der Hersteller \u201eFreundinnen-Effekt\u201c. Man soll seine Freundin fragen ob sie Verbesserungen sieht. Toller Trick. Zum einen sind die meisten engen Freunde\/innen zu h&ouml;flich, um zu sagen \u201eN&ouml;, da hat sich nichts getan\u201c. Zum anderen unterliegt man ja nicht nur selbst dem Placeboeffekt. Der kann bei anderen, die meinen, es m&uuml;sste sich was ver&auml;ndert haben genauso zuschlagen. Schon sinkt der Teil der K&auml;ufer, die keine Wirkung sehen, nochmals ab.<\/p>\n<p>In der Folge kann man dauerhaft, denn wie Kosmetika muss man das Pr&auml;parat dauerhaft nehmen, obwohl es ja angeblich die Hautzellen zu neuer Teilung animieren soll, einen treuen Kundenstamm aufbauen, der ein Vielfaches des Produktionspreises f&uuml;r die Packung zahlt.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Nutze den Placeboeffekt selbst aus!<\/h3>\n<p>Nun aber der Tick: Das Ganze funktioniert nur so, weil man glaubt, das die Ampullen wirken. Der Hersteller hat gerade mal in 11 Studien 805 Probanden zusammenbekommen. Das ist die Zahl, die man f&uuml;r <b>eine<\/b> wirklich aussagekr&auml;ftige Studie br&auml;uchte. Doch addieren kann man die Teilnehmerzahlen nicht, zu unterschiedlich waren die Fragestellung, Vorgehensweise, Versuchsdauer und die untersuchten Dinge und Dosierungen in den Studien. Es gibt also 11 Studienergebnisse, die alle nicht wissenschaftlich ausreichend signifikant sind.<\/p>\n<p>So kann man aber die Werbung und das Renommee sich selbst zu Nutze machen. Hier zwei Vorschl&auml;ge von mir:<\/p>\n<h4 class=\"western\">Vorschlag A: Analogon<\/h4>\n<p>Angenommen Kollagen-Hydrolysat habe einen positiven Effekt auf die Haut und die Studienergebnisse stimmen, dann gibt es den Effekt, auch wenn man das Pulver aus dem Gro&szlig;handel nimmt. Ich w&uuml;rde, weil man ja nicht wei&szlig;, ob es bei einem pers&ouml;nlich anschl&auml;gt, f&uuml;r den Anfang eine eher kleine Packung nehmen. 250 g sind ab <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2GXNAqx\">11,50 Euro zu haben<\/a>. Selbst die reicht problemlos bei der gleichen Dosierung wie im Originalpr&auml;parat f&uuml;r drei Monate. Mann kann nach dem Motto \u201eviel hilft viel\u2018\u201c auch st&auml;rker dosieren. Beim verlinkten Pr&auml;parat werden 10 anstatt 2,5 g pro Tag empfohlen.<\/p>\n<p>Wenn Kollagen-Hydrolysat wirkt, so hat man &uuml;ber 90 % der Kosten gespart. Einziger Zusatzaufwand: man muss das Pulver selbst in ein Getr&auml;nk aufl&ouml;sen (bitte kein tr&uuml;bes Getr&auml;nk nehmen, Kollagen wird in der Lebensmittelindustrie genutzt, um Tr&uuml;bungen aus Apfelsaft und Wein zu entfernen).<\/p>\n<h4 class=\"western\">Vorschlag B: Leckerer Ersatz<\/h4>\n<p>Wenn (wie ich annehme) Kollagenhydrolysat unwirksam ist, stammt jede Wirkung nur aus dem Placeboeffekt. Dann kann man aber jede Substanz nehmen um was gutes f&uuml;r die Haut zu tun. Wie weit man da geht, h&auml;ngt nur von der Vorstellungskraft ab. Anf&auml;nger k&ouml;nnen es mit Gummib&auml;rchen probieren (enthalten auch Kollagen, aber kein Kollagenhydrolysat). Fortgeschrittene nehmen Vitaminbonbons (fast alle Vitamine haben irgendeine Verbindung zur Haut, am st&auml;rksten das Vitamin C, das zur Bildung des Kollagens n&ouml;tig ist) und Profis nehmen ein x-beliebiges leckeres Lebensmittel, das sie m&ouml;gen wie Schokolade, Eis, Kekse, Fruchtjoghurt etc.<\/p>\n<p>Das wichtigste ist ein Ritual und ein intensives Glauben an die Wirkung. Also nehmen Sie sich Zeit, am besten zu einem festen Termin (z.B. vor dem Schlafengehen) genie&szlig;en sie die Aufnahme und denken sie daran wie nun die Schokolade (Gummib&auml;rchen, Eis \u2026) an ihre armen, geschundenen Hautzellen ger&auml;t, die den ganzen Tag &uuml;ber der Sonne, Wind und Regen ausgesetzt waren. Wie sich diese &uuml;ber diese leckere Mahlzeit freuen und wieder gesunden und ich wette: Bei etwa der H&auml;lfte der Leser wird das Hautbild besser.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Andere Beispiele<\/h3>\n<p>Das war ein Beispiel. Man kann dies noch fortsetzen. Es gibt wie schon gesagt inzwischen eine Flut dieser Nahrungserg&auml;nzungsmittel. Teilweise mit Pflanzenextrakten, manchmal mit Vitaminen oder eben hier Nahrungsbestandteilen. Ich meine das ein Gro&szlig;teil der Wirkung auf dem Placeboeffekt beruht. Dann kann man sich aber auch selbst eine Alternative zu einem konkreten Mittel suchen. Man muss nur glauben, das die Werbung auch auf dieses Substitut zutrifft, denn nat&uuml;rlich verst&auml;rkt Werbung mit Personen, denen das Pr&auml;parat angeblich geholfen hat, den Effekt. Das man etwas glaubt, nur weil andere das so sagen, ist ja nicht neu. Die Tatsache wurde schon im M&auml;rchen \u201e<a href=\"https:\/\/amzn.to\/2EPjZNH\">Des Kaisers neue Kleider<\/a>\u201c beschrieben. Will man die Werbung f&uuml;r sich positiv nutzen, so sollte das Sublimat aber den gleichen Wirkstoff haben, was aber kein Problem ist. Dazu im Internet einfach mal nachschauen, was das Pr&auml;parat enth&auml;lt. <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2EMEDxE\">Vitasprint<\/a>, die seit Jahren Werbung im Fernsehen machen, geben als Hauptwirkstoff 500 \u00b5g Vitamin B12 pro Dosis an. Das ist zugegebenerweise schwer selbst zu dosieren. (ein Salzk&ouml;rnchen hat ein Gewicht von mehreren Milligramm und das ist schon ein vielfaches von 500 \u00b5g = 0,5 mg = 0,0005 g). Allerdings gibt es Vitamin B12 auch von anderen Herstellern in Tablettenform zu kaufen.<a href=\"https:\/\/amzn.to\/2C7mQQ2\"> Hier z.B.<\/a> 365 Tabletten mit 1000 \u00b5g pro Tablette, also die doppelte Dosis. Nur kosten diese Tabletten 11 Euro, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/vitasprint.shtml\">Vitasprint<\/a> f&uuml;r einen Monat dagegen &uuml;ber 54 Euro, kurz: Die Tabletten sind bei doppelter Wirkstoffmenge etwa 60-mal billiger.<\/p>\n<p>F&uuml;r <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/vitamin.shtml\">Vitamin<\/a> B12 Zufuhr gibt es &uuml;brigens, anders als f&uuml;r viele andere beworbene Pr&auml;parate tats&auml;chlich eine Indikation: Reine Veganer haben Probleme mit der Versorgung mit diesem Vitamin, da es nur in tierischen Nahrungsmitteln vorhanden ist. Da der K&ouml;rper es aber speichern kann und der Tagesbedarf nur (je nach Organisation das ihn festlegt nur 3-5 \u00b5g\/Tag betr&auml;gt braucht man auch da nicht jeden Tag hoch dosiertes Vitamin B12 schlucken.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Fazit<\/h3>\n<p>Wenn Sie an die Wirkung und den Sinn von Nahrungserg&auml;nzungsmittel glauben, so besteht eine reelle Chance, dass sie bei Ihnen auch wirken. Doch dann gibt es f&uuml;r sie eine Alternative, indem sie den Wirkstoff einfach direkt nehmen und nicht noch die Werbung, den Apotheker und den Hersteller f&uuml;rstlich daf&uuml;r bezahlen, dass er diesen f&uuml;r sie in kleinen Dosen abf&uuml;llt. Das spart bei den meisten Pr&auml;paraten &uuml;ber 90 Prozent der kosten ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich denke ich muss den meisten Lesern hier nicht erkl&auml;ren, was der Placeboeffekt ist. Ich will es aber trotzdem tun, damit die Schlussfolgerungen, die ich draus ziehe verst&auml;ndlicher werden. Unter dem Placebo-Effekt versteht man das ein Medikament ohne Wirkstoff wirkt. Je nach Krankheit soll dies zwischen 20 und 50 Prozent der Wirkung ausmachen. 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