{"id":138,"date":"2008-03-31T10:01:56","date_gmt":"2008-03-31T08:01:56","guid":{"rendered":"http:\/\/bernd-leitenberger.de\/blog\/2008\/03\/31\/der-apollo-computer\/"},"modified":"2010-05-23T18:23:18","modified_gmt":"2010-05-23T16:23:18","slug":"der-apollo-computer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2008\/03\/31\/der-apollo-computer\/","title":{"rendered":"Der Apollo Computer"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich greife heute mal auf was P.G. auch schrieb, dass man das ganze Apollo Programm mit einem   Computer durchf&uuml;hrte, der in etwa die Leistung eines Taschenrechners hat. Abh&auml;ngig davon von   welchem Taschenrechner wir sprechen ist das korrekt. der Apollo Guidance Computer (AGC) der   Landef&auml;hre (Lunar Module LM) hatte 72 KByte ROM und 8 KByte RAM, es war ein 16 Bit Computer mit   einer Taktfrequenz von 1 MHz, d.h. er hatte in etwa die Leistung eines Commodore C-64 oder war   nicht ganz so schnell wie der erste IBM PC.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das erscheint wenig, doch wer vielleicht noch in den fr&uuml;hen 80 ern seine ersten   Computererfahrungen machte, wei&szlig;, dass solche &quot;kleinen&quot; Rechner sehr viel k&ouml;nnen, wenn sie gut   programmiert werden und noch heute tummeln sich in vielen Steuersystemen auch 8 oder 16 Bit   Systeme mit &auml;hnlicher Rechenleistung.<\/p>\n<p>Doch nun der Schock f&uuml;r G.P: Man kann auf dem Mond auch ohne Computer landen! Der AGC bot der   Besatzung Komfort, Sicherheit und entlastete sie, aber es gab unbemannte Mondsonden die ohne   Computer landeten &#8211; sowohl die sowjetischen Lunasonden wie auch Surveyor taten dies. Die ersten   Bordcomputer bei unbemannten Raumsonden gab es erst bei Viking, doch schon Mariner 6+7 hatten den   Vorl&auml;ufer des Programmierbaren Sequenzers. Surveyor musste ganz ohne programmierbaren Sequenzer   auskommen, hatte jedoch einen einfachen Sequenzer an Bord.<\/p>\n<p>Daher zuerst einmal eine Erkl&auml;rung was ein Sequenzer ist. Jeder Satellit und jede Raumsonde hat   einen Komamndodekoder der Kommandos von der Erde empf&auml;ngt. Mit diesen Kommandos kann man die Sonde   steuern. Das ist bei einfachen Kommandos einfach ein Ein\/Aus Schalter z.B. f&uuml;r ein Heizelement an   Bord. Komplexere Kommandos erfordern einen Parameter wie z.B. die Drehung um einen bestimmten   Winkel. Dann wird z.B. &uuml;ber den Parameter der in Strom umgewandelt wird ein Motor hochgefahren der   ein Reaktionsschwungrad antreibt. Das alles geht mit einfacher elektrischer Technik, auch wenn es   einen ziemlichen Drahtverhau gibt und bei gr&ouml;&szlig;eren Raumsonden die Kabell&auml;nge dann in die Kilometer   geht.<\/p>\n<p>Ein Sequenzer ist nun ein Speicher gekoppelt an eine Uhr f&uuml;r solche Kommandos. Die Kommandos   werden sequentiell abgelegt und mit einem Zeitindex versehen. Ist der Zeitindex identisch mit der   aktuellen Systemzeit wird das Kommando ausgef&uuml;hrt. Eine Reaktion auf &auml;u&szlig;ere Einfl&uuml;sse ist so nicht   m&ouml;glich aber selbst komplexe Messprogramme wenn man einem Planeten vorbeifliegt, ohne direkten   Kontakt zur Erde.<\/p>\n<p>Bei Surveyor gab es dazu noch ein Radar um den Abstand zum Boden zu messen. Es war der Trigger   f&uuml;r die Kommandosequenz. Sobald das Radar einen abstand von 75 km zur Oberfl&auml;che feststellte wurde   die komamndosequenz ausgel&ouml;st und der Feststoffantrieb gez&uuml;ndet. Er reduzierte die Geschwindigkeit   von 2579 m\/s auf 130 m\/s. Danach wurde die Sonde durch regelbare D&uuml;sen abgebremst. Dazu steuerte   man den Schub durch R&uuml;ckkopplung der Geschwindigkeitsmessung (mit Hilfe des RADARS) &#8211; Ganz   einfach: Hohe Geschwindigkeit &#8211; hoher Schub, niedrige Geschwindigkeit &#8211; niedriger Schub. Die   Umsetzung war so erarbeitet worden, dass die Raumsonde noch mit 2.4 m\/s landete. Das klappte auch   ganz gut bis auf Surveyor 3, bei der bei der Landung der Antrieb weiter brannte und die so zwei   ungeplante Spr&uuml;nge machte.<\/p>\n<p>Mit derselben Technik h&auml;tte man auch bemannt landen k&ouml;nnen, nat&uuml;rlich mit einem ziemlichen   Risiko, denn so sieht man ja nicht wo man landet. Bei Apollo steuerte man daher schr&auml;g auf das   Landegebiet zu, so dass die Astronauten es vorher sehen konnten. Der Computer bremste das LM ab   und im Endanflug &uuml;bernahmen die Astronauten die Steuerung wobei sie vom Computer assistiert   wurden, der ihre Steuerbewegungen so umsetzte, dass die Flugbahn erhalten blieb. Schwenkte der   Astronaut z.B.. das LM zur Seite um die landestelle besser sehen zu k&ouml;nnen, so w&auml;re bei   ungeregeltem Schub dieser in der Senkrechte abgefallen. Der AGC steuerte den Schub so, dass man   nur in der Achse in der gesteuert wurde sich eine &Auml;nderung gab, die beiden anderen Raumachsen sich   aber mit der gleichen rate ver&auml;nderten wir vor der Steuerung.<\/p>\n<p>Eigentlich ist vieles einfacher als man denkt, nur man kann es sich auch kompliziert denken   oder man kann aus etwas ein Wunder oder eine Unm&ouml;glichkeit machen, wenn man es nicht versteht. Das   erleben wir ja bei Moon Hoax oder 911 Verschw&ouml;rungen. Doch finden wir im t&auml;glichen Leben genug   andere Dinge. Wer kann sich z.B. vorstellen wie man bei dem technischen Stan des Mittelalters, in   Unkenntnis jeder Statikberechnung so filigrane Bauwerke wie die gothischen Kathedralen bauen   konnte? Wie schafften es die alten &Auml;gypter die Pyramiden zu errichten und die Chinesen eine Mauer,   die man sogar vom Weltall aus sehen kann? Das alles zeigt doch nur, dass die Menschen schon damals   nicht dumm waren. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich greife heute mal auf was P.G. auch schrieb, dass man das ganze Apollo Programm mit einem Computer durchf&uuml;hrte, der in etwa die Leistung eines Taschenrechners hat. 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