{"id":13844,"date":"2019-04-04T11:48:36","date_gmt":"2019-04-04T09:48:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=13844"},"modified":"2019-04-04T11:48:36","modified_gmt":"2019-04-04T09:48:36","slug":"platzx-suborbitaltourismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2019\/04\/04\/platzx-suborbitaltourismus\/","title":{"rendered":"PlatzX Suborbitaltourismus"},"content":{"rendered":"<p>Auf den heutigen Blog komme ich durch diesen Artikel in den <a href=\"http:\/\/www.thespacereview.com\/article\/3680\/1\">SpaceReviews<\/a>. Er besch&auml;ftigt sich mit dem wirtschaftlichen Aspekt von Suborbitaltourismus mit dem PlatzX Geld verdienen will, um ihre Marspl&auml;ne zu finanzieren.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/bb3411f1d5b148fc9d66caca1516f9d6\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><!--more--><\/p>\n<p>Ich habe mich damit nicht besch&auml;ftigt, weil es f&uuml;r mich offensichtlich ist, dass es wirtschaftlich nicht klappt. Seit Jahren offeriert Virgin Galactics (inzwischen: The Spaceship Company) suborbitale Hopser mit einer Gipfelh&ouml;he von 100.000 m f&uuml;r 250.000 Dollar. Man kann leicht ausrechnen das man daf&uuml;r nur eine Spitzengeschwindigkeit von 1400 m\/s, rund 5.040 km\/h oder zwischen Mach 4 und 5 braucht, wenn man vom Erdboden aus startet. Wenn wie in diesem Fall man in der Stratosph&auml;re startet, dann noch weniger. Als Spitzengeschwindigkeit von SpaceShip Two werden nur 4200 km\/h genannt. Dagegen ist die Geschwindigkeit f&uuml;r transatlantische Strecken viel gr&ouml;&szlig;er. Hier die theoretischen Mindestgeschwindigkeiten auf einer optimalen Bahn:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"85*\" \/>\n<col width=\"85*\" \/>\n<col width=\"85*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"33%\">Strecke<\/th>\n<th width=\"33%\">Distanz<\/th>\n<th width=\"33%\">Geschwindigkeit<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">Frankfurt \u2192 New York<\/td>\n<td width=\"33%\">6.199 km<\/td>\n<td width=\"33%\">~ 6.300 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">Frankfurt \u2192 Los Angeles<\/td>\n<td width=\"33%\">9.297 km<\/td>\n<td width=\"33%\">~ 7.100 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">Frankfurt \u2192 Hawaii<\/td>\n<td width=\"33%\">12.070 km<\/td>\n<td width=\"33%\">~ 7.500 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">Frankfurt \u2192 Melbourne<\/td>\n<td width=\"33%\">16.331 km<\/td>\n<td width=\"33%\">~ 7.840 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Tilde steht daf&uuml;r das dies die Geschwindigkeiten nach den Bahngesetzen sind. Sie beruhen auf einem Startpunkt an der Erdoberfl&auml;che, was aber nicht der Fall ist, sie sind aber relativ genau. Mit einer Gleitphase (man denke an S&auml;ngers Antipodengleiter) kann man die Geschwindigkeit reduzieren. Das habe ich mangels Berechnungsm&ouml;glichkeit nicht ber&uuml;cksichtigt. Man erkennt leicht das man sich immer mehr der Orbitalgeschwindigkeit von 7912 m\/s am Erdboden n&auml;hert. Vergleichen mit dem Suborbitaltourismus braucht man also die vier bis f&uuml;nffache Geschwindigkeit und die Anforderungen an das Vehikel beim Wiedereintritt sind auch h&ouml;her. Wie bitte soll man dann auf bezahlbare Preise kommen. Aus wirtschaftlichen Gr&uuml;nden sah ich das daher schon als unsinnig an.<\/p>\n<p>Ich will mich in diesem Blog, aber mal um die praktische Umsetzung k&uuml;mmern, auf den wirtschaftlichen Aspekt komme ich erst am Schluss zur&uuml;ck.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Anbindung an Flugh&auml;fen<\/h3>\n<p>PlatzX wird sicher nicht ein neues Verkehrsmittel aus dem Stand schaffen k&ouml;nnen. Sie sind abh&auml;ngig von der Anbindung an andere Verkehrsmittel. Wie bei der Concorde die nur von London oder Paris nach New York flog, wird man wenige Flughafen bedienen. In den USA wahrscheinlich einen an der Ost- und Westk&uuml;ste, in Europa einen oder zwei usw. wie heute schon, wenn man zu etwas exotischeren Reisezielen will, werden die Passagiere von anderen Flugh&auml;fen dort anreisen, wahrscheinlich auch per Flugzeug, so wie man heute von Stuttgart nach Frankfurt fliegen muss. Daher wird man am besten die Start\/Landepl&auml;tze an einem Flughafen haben.<\/p>\n<p>Die werden das aber nicht gerne sehen. Wenn heute jemand eine Rakete startet, braucht er eine Genehmigung der FAA. Dann wird der ganze Luftraum in einem sicheren Abstand gesperrt, solange der Start l&auml;uft. Bei einem Flugplatz, wo im Minutenabstand Flugzeuge starten und landen, legt das den ganzen Betrieb lahm. Nicht nur das \u2013 alle ankommenden Flugzeuge m&uuml;ssen eine Warteschliefe drehen. Die Ankunft verz&ouml;gert sich um die Zeit der Sperrung, was weder dem Flugplatzbetreiber noch den Passagieren recht ist. Selbst wenn es nur eine halbe Stunde ist \u2013 k&uuml;rzer wird es nicht gehen, denn die Erststufe soll ja wieder nach dem Start landen und muss danach gesichert werden. Dann f&auml;llt bei nur einem Start und einer Landung am Tag der Flugplatz f&uuml;r eine Stunde aus und das wahrscheinlich genau dann wenn sowieso Hochbetrieb ist. Das macht kein Betreiber mit. Man muss nur mal an das Chaos bei Gatwick wegen einer Sperrung wegen Drohnen oder letztes Jahr in M&uuml;nchen als eine Frau ohne Sicherheitskontrolle ins Flugzeug stieg und jeweils der ganze Airport gesperrt wurde denken.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Risiken<\/h3>\n<p>Es gibt noch andere Risiken, die ein Flugplatz nicht so gerne hat. Zweimal ist eine Falcon am Boden oder kurz nach dem Start explodiert \u2013 will man so etwas nahe von Flugzeugen haben? Wohl kaum. Dazu kommen die gro&szlig;en Mengen an Treibstoffen, die man sonst nicht im Einsatz hat (Methan und fl&uuml;ssiger Sauerstoff) und die man sicher weit weg von allen Bereichen haben will, in denen Passagiere oder Flugzeuge sind.<\/p>\n<p>Diese sind auch ein Kontraargument f&uuml;r andere Pl&auml;tze. PlatzX hat ja demontiert das sie auf einem Punkt landen k&ouml;nnen. So w&auml;re ja ein Start von einem Dach eines Wolkenkratzers m&ouml;glich \u2013 nun ja wenn nicht einer der h&auml;ufigen F&auml;lle auftritt, in denen die Stufe das Drohnschiff verpasst oder bei der Landung umkippt. Was passiert, wenn sich dann Tonnen von brennbaren Fl&uuml;ssigkeiten auf einem Wolkenkratzer entz&uuml;nden, wissen wir seit dem 9.11.2001. Auch dort w&uuml;rde man nicht die Treibstoffmengen haben wollen \u2013 die gesamte Rakete wird rund 900 t Treibstoff und 3400 t Sauerstoff aufnehmen \u2013 da ist die Treibstoffzuladung der Passagierflugzeuge klein, mal abgesehen, ob die Konstruktion des Wolkenkratzers weitere 4.500 t auf dem Dach aush&auml;lt.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Sicherheitsabst&auml;nde<\/h3>\n<p>Auch beim Boden sieht es nicht so toll aus. Es sind die Sicherheitsabst&auml;nde, die das ganze problematisch machen. Bei Raketenstarts n&auml;hert sich niemand mehr als einige Kilometer der Startrampe. Nicht nur wegen der Gefahr einer Explosion \u2013 900 t Methan haben bei der vollst&auml;ndigen Verbrennung mit Sauerstoff eine Energie von 5.100 GJ oder 12,6 kt TNT \u2013 also im Bereich einer Atombombe. Als die erste Saturn mit Apollo 4 startete hatte man noch keine Erfahrung mit den Kr&auml;ften die diese Rakete entwickelte. Reporter d&uuml;rften sich bis auf 5 km an die Rakete n&auml;hern. Als die Triebwerke z&uuml;ndeten, fielen in den Studios Teile der Deckenverkleidung ab, Journalisten dr&uuml;ckten mit ihren H&auml;nden gegen die Fenster, die so sehr zitterten, das sie bef&uuml;rchteten, sie w&uuml;rden brechen. Danach wurde der Sicherheitsabstand auf 12 km erh&ouml;ht.<\/p>\n<p>Die Saturn hatte einen Startschub von 34 MN, die BFR soll auf 61,8 MN kommen, also noch mehr. Man kann daher von einer mindestens genauso gro&szlig;en, wahrscheinlich gr&ouml;&szlig;eren Sicherheitszone ausgehen. Wo aber gibt es in den dicht besiedelten Ballungszentren Zonen mit einem Durchmesser von 24 km, in denen sich niemand aufhalten darf oder wo die Bewohner dann vor jedem Start evakuiert werden? Nirgends. PlatzX kann so nur neue Startpl&auml;tze in d&uuml;nn besiedelten Gebieten irgendwo in der Pampa aufbauen und selbst dort wird es teuer, man m&uuml;sste zumindest in der unmittelbaren Startzone das gesamte Land aufkaufen. In Brownsville will PlatzX nur f&uuml;r Falcon 9 und Falcon Heavy 100 Millionen Dollar investieren, etwas geringere Betr&auml;ge waren jeweils f&uuml; die Umr&uuml;stung schon existierender Startrampen n&ouml;tig, da konnte man immerhin die restliche Infrastruktur von VAFB und CCAF nutzen. Ich gehe mal davon aus, das Anlagen f&uuml;r die VFR noch teurer werden und f&uuml;r zwei Punkt zi Punkt Verbindungen braucht man zwei Startpl&auml;tze. Auch zeigt Brownsville mit den Sicherheitsma&szlig;nahmen (siehe <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/SpaceX_South_Texas_Launch_Site\">wikipediaartikel<\/a>) wie problematisch Starts in Industriel&auml;ndern sind, wenn man nicht gerade direkt am Meer oder auf einer Milit&auml;rbasis ist.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Zeitkette<\/h3>\n<p>Ich bezweifele nicht das es gen&uuml;gend Kunden gibt, die gerne f&uuml;r viel Geld Zeit einsparen. Die gibt es ja heute schon. Unz&auml;hlige Reiche haben Privatflugzeuge. Ihr Hauptvorteil ist das sie einfach starten k&ouml;nnen, wann sie wollen, ohne auf den n&auml;chsten Linienflug zu warten und ohne zwei Stunden in der Sicherheitskontrolle zu verbringen. Manch wie John Travolta haben sogar eine ganze Flotte. Das sind durchaus nicht nur kleine Jets wie ein Learjet. Es werden auch komplette gro&szlig;e Passagierflugzeuge nur f&uuml;r eine Person bereitgehalten. John Travolta hat z. B. Eine<a href=\"https:\/\/www.catawiki.de\/stories\/4877-sammlungen-von-promis-john-travolta-und-seine-leidenschaft-fur-flugzeuge\"> Boeing 707 inklusive eigenem Flugplatz<\/a> mit zwei Start\/Landebahnen. Dabei geht es nicht nur um Privatsph&auml;re die k&ouml;nnte man auch haben, wenn man die ganze erste Klasse mietet. Verglichen mit diesem Hobby ist dann auch ein Suborbitalflug nicht teuer. Dazu kommen die Personen, f&uuml;r die Zeit Geld ist. Wer als Manager viel reisen muss kann ausrechnen, was die Firma das kostet. Ein Spitzenmanager der 10 Millionen Euro pro Jahr kostet, bei 250 Arbeitstagen mit je 14 Stunden, kommt auf einen Stundenlohn von knapp 3.000 Euro \u2013 wenn dann ein Flug ans andere Ende der Welt einen Tag dauert, dann ist das nicht billig. Im Suborbitaltourismus ist man in sp&auml;testens 90 Minuten da, Beschleunigungs- und Abbremsphasen mit eingerechnet.<\/p>\n<p>Doch das rechnet sich nur, wenn die Zeitkette stimmt. Wenn jemand erst zu einem der Abflugpl&auml;tze per normalem Flugzeug anreisen muss, dann noch in Pampa raus fahren und es dann nur einen Flug pro Tag gibt dann ist der Zeitvorteil einfach weg, zumindest bei den mittelgro&szlig;en Strecken. F&uuml;r Fl&uuml;ge nach Tokio oder Melbourne ist er noch gegeben. Gut PlatzX hat daf&uuml;r sicher eine L&ouml;sung \u2013 sie verbinden die Flugh&auml;fen in denen die Kunden ankommen mit den Raketenstart\/Landepl&auml;tzen per Hyperloop, das geht dann wieder ganz schnell. Nur schl&auml;gt dann das n&auml;chste Problem zu:<\/p>\n<h3 class=\"western\">Passagierzahl<\/h3>\n<p>Offen ist wie viele Passagiere PlatzX transportiere will. Daten sind sp&auml;rlich. Die zweite Stufe soll leer 85 t wiegen und der Kabinenteil soll 1.100 m\u00b3 Volumen haben. Damit man einen Vergleich hat: Eine Boeing 737 wiegt in der <a href=\"http:\/\/www.b737.org.uk\/techspecsdetailed.htm\">800-er Version<\/a>, der am meisten produzierten Version 67,7 t leer, hat ein Gesamtinnenvolumen von 167 m\u00b3 und mximal 189 Passageiere (allerdings geht davon ein Gro&szlig;teil ab f&uuml;r die Fracht). Rechnet man die Treibstofftanks der BFR ab, so d&uuml;rfte, d&uuml;rfte das Gewicht vergleichbar sein. Das Volumen ist gr&ouml;&szlig;er und die Nutzlast von 150 t ebenfalls. Es gibt nun zwei Herangehensweisen:<\/p>\n<p>Ich vergleiche mit einem Flugzeug. Die 150 t Nutzlast entsprechen 1.000 Passagieren mit Gep&auml;ck, wahrscheinlich sogar mehr. Ebenso ist das Volumen sechs mal gr&ouml;&szlig;er als bei einer B-737, das hei&szlig;t 1.000 bis 1.200 Passagiere bekommt man locker unter, wenn sie so viel Platz wie in einem Flugzeug haben. Aus Operatorsicht ist das auch das sinnvollste. Sie bleiben die ganze Zeit angeschnallt, denn die schwerelose Phase dauert maximal 45 Minuten. Niemand will in wenigen Minuten 1.000 Leute wieder anschnallen und das m&uuml;ssen sie, wenn de Wiedereintritt beginnt mit den starken Verz&ouml;gerungskr&auml;ften. Dann muss ich aber auch pro Flug so viele Personen zusammenbringen und das wird problematisch. Gerade ist der Airbus A380 eingestellt worden. Er war einfach zu gro&szlig;. Die wenigsten Linien hatten einen Bedarf f&uuml;r ein so gro&szlig;es Flugzeug f&uuml;r so viele Passagiere. Und nun reden wir von noch mehr Passagieren pro Flug.<\/p>\n<p>M&ouml;glichkeit 2: ich biete Schwerelosigkeit als Erlebnis an. Dann habe ich wenige Passagiere. Zero-G Fl&uuml;ge gibt es ja schon. Die Raumfahrtagenturen f&uuml;hren welche durch. Nur: Da gibt es keine Inneneinrichtung. Das Flugzeug ist ausgeweidet und ausgepolstert. Die Teilnehmer\/innen wurden vorher medizinisch gecheckt und vor allem d&uuml;rften schon Stunden vorher nichts essen \u2013 etwa einem Drittel der Teilnehmer wird n&auml;mlich &uuml;bel. Die Kotzt&uuml;te bekommt jeder vor dem Start ausgeh&auml;ndigt. Ich glaube nicht, dass man sich das mit vielen Passagieren antun will. Jeder braucht auch Freiheit zum Schweben, Purzelbaum schlagen und an den Fenstern d&uuml;rften sich die Leute stauen. Wenn ich 8 m\u00b3 (2 m x 2 m x 2 m) pro Passagier ansetze, geht die Zahl aiuf 120 zur&uuml;ck \u2013 wahrscheinlich, wenn man bedenkt, dass bald nach der schwerelosen Phase der Wiedereintritt ansteht, immer noch eine zu gro&szlig;e Zahl. Ich w&uuml;rde sch&auml;tzen das es deutlch unter 100 sind, auch weil man erst mal pro Flug so viele zahlende G&auml;ste bekommen muss.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Gesundheitsaspekte<\/h3>\n<p>Schon Flugzeug fliegen kann nicht jeder, aber Raketen sind noch etwas anderes. Beim Space Shuttle sollte ja \u201eJeder\u201c mitfliegen k&ouml;nnen. Die Spitzenbeschleunigung betrug 3 g. Deutlich niedriger als in einer <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/saturn5.shtml\">Saturn V<\/a> (4,7 g) oder <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/sojus.shtml\">Sojus<\/a> (4,3 g). In den meisten F&auml;llen sitzen die Passagiere in Konturensesseln, speziell f&uuml;r sie angefertigt. Wenn ich davon ausgehe, das 3 g das Maximum ist, das ein Mensch ohne spezielles Training (ein Basistraining durchliefen aber auch die Nicht-Astronaut-Passagiere beim Space Shuttle wie Politiker, Ingenieure, Journalisten oder Prinzen) aushalten kann, dann darf die BFR nicht &uuml;ber 3 g beschleunigen. Die Daten der BFR sind noch hoch spekulativ, doch nehme ich die Daten der englischen Wikipedia f&uuml;r BFR und Raptor und rechne ich mit hohen Strukturfaktoren, so hat die erste Stufe vor Brennschluss eine Beschleunigung von 4,1 g und die Zweite (bei 150 t Nutzlast) sogar auf 6 g. Das ist deutlich zu hoch f&uuml;r einen Transport von Jedermann ohne medizinischen Check, einfach mal so.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Kostenabsch&auml;tzung<\/h3>\n<p>Anders als der Artikel in Space Review gehe ich von Raketen aus. Erst mal die \u201eLow Cost\u201c Absch&auml;tzung. Ich nehme mal die Falcon Heavy als Basis, sie liegt von der Nutzlast der BFR am n&auml;chsten. Sie sollte mal 135 Millionen Dollar kosten, bei 40 % der Nutzlast der BFR, also diese dann rund 300 Millionen Dollar. Die erste Stufe soll bei der Falcon 100-mal wiederverwendbar sein, das ist sportlich, bedenkt man das die SSME maximal 55-mal schafften und wir reden hier &uuml;ber d&uuml;nne Tanks und nicht nur massive Triebwerke. Aber gehen wir mal von 100 x aus, so sind das 3 Millionen Dollar pro Flug. Der Treibstoff kostet nach Musks Angaben auch 1 % der Kosten eines normalen Starts, das addiert weitere 3 Millionen Dollar. Zuletzt muss der Start durchgef&uuml;hrt werden. Da sind bei normalen Raketen 20 bis 30 % der Gesamtkosten f&auml;llig. Nehmen wir die niedrigere Ziffer und eine Reduktion auf 2 % also ein Zehntel (alle 10 Fl&uuml;ge m&uuml;ssen ja die Stufen general&uuml;berholt werden und bei den klassischen Startkosten ist einer Landung und alle damit verbundenen Vorg&auml;nge gar nicht dabei) so ist man bei weiteren 6 Millionen Dollar.<\/p>\n<p>Selbst in disem optimistischen Szenario w&uuml;rde man also 12 Millionen Dollar f&uuml;r einen suborbitalen Flug zahlen. Da ich nicht rechne, das sie mehr als 100 Passagiere pro Flug zusammenbekommen sind das 120.000 Dollar pro Flug und dies nicht einmal, sondern dauerhaft, bei 365 Fl&uuml;gen pro Jahr zwischen zwei Punkten. Ich glaube anfangs wird man sicher die Zahl bekommen bis alle, die es sich leisten k&ouml;nnen, einmal die Erde aus dem All gesehen haben, doch nicht dauerhaft.<\/p>\n<p>Daneben halte ich diese optimistischen Kosten noch f&uuml;r untersch&auml;tzt, wenn Virgin Galactics suborbitale H&uuml;pfer f&uuml;r den Preis anbietet und daf&uuml;r 250.000 Dollar f&uuml;r 8 Passagiere bei knapp 10 t Startmasse anbietet. Dann m&uuml;sste ein 400 x gr&ouml;&szlig;eres Vehikel 400 x teurer sein, es transportiert aber nicht 400 x mehr Passagiere sondern, wenn es 100 sind, nur 12,5 mal mehr. Mithin w&auml;re ein Sitzplatz 8 Millionen Dollar teuer. Meine pers&ouml;nliche Sch&auml;tzung (ohne irgendeine Einsicht in die Kosten oder Gewinnmargen kann es nur Spekulation sein) w&auml;re diese:<\/p>\n<p>Die Falcon Heavy kostet 135 Millionen pro Flug bei 75 % Bergung, die BFR ist dreimal schwerer und teurer. Wenn ich noch den Faktor 2 ber&uuml;cksichtige f&uuml;r Bergung der Oberstufe und mehr Routine bei mehr Fl&uuml;gen, dann komme ich auf 200 Millionen Dollar pro Flug oder 2 Millionen pro Passagier (bei 100).<\/p>\n<h3 class=\"western\">Alternative Kurzorbitaltourismus<\/h3>\n<p>Den Knackpunkt am Konzept sehe ich darin gen&uuml;gend zahlungskr&auml;ftige Passagiere zusammenzubekommen. Denn wie schon geschrieben, direkt neben einer Gro&szlig;stadt wird der Flughafen nicht sein. Mit Hyperloop mag man ihn anbinden k&ouml;nnen, doch das n&uuml;tzt auch nichts, wenn sonst niemand dorthin muss, dann sind das einige Hundert Passagier pro Tag, wodurch sich auch Hyperloop nicht rechnet. Aber es gibt eine Alternative: Es ist heute kein Problem Tausende von zahlungskr&auml;ftigen Personen an einen abgelegenen Ort zur selben Zeit zu bekommen \u2013 bei Kreuzfahrten. Wenn PlatzX also nicht Suborbitaltourismus zur Reduktion der Reisedauer anstrebt, sondern einen Kurztrip in den Orbit, dann ist der Kundenkreis viel gr&ouml;&szlig;er. Dann muss man sich nicht um die kurze Zeit der Schwerelosigkeit Sorgen machen. Man hat alle Zeit der Welt jeden Passagier vor der R&uuml;ckkehr anzuschnallen. Nat&uuml;rlich wird man dann auch weniger Passagiere haben, denn die brauchen mehr Freiheit. Die Nutzlast von 150 t reicht in jedem Falle aus, um einen Orbit zu erreichen selbst mit Innenausstattung wie Trennw&auml;nden, Schlafkabinen etc., und wenn man auf die Tabelle sieht, ist die Geschwindigkeit f&uuml;r den Orbit auch nicht viel h&ouml;her.<\/p>\n<p>Es gibt andere Probleme. Die Leute wollen was essen und m&uuml;ssen aufs Klo. Ich mag mir nicht vorstellen was passiert, wenn nur einer der 100 untrainierten Passagiere mit der Weltraumtoilette nicht zurechtkommt oder die ausf&auml;llt (ist schon auf der ISS vorgekommen) oder welche Sauerei es gibt, wenn jemand nicht wei&szlig;, wie man in der Schwerelosigkeit isst. Da ich aber annehme, das ein l&auml;ngerer Aufenthalt im All ist, wie dauerhaft Achterbahn fahren \u2013 anfangs ein toller Trip, sp&auml;ter gew&ouml;hnt man sich dran \u2013 mehr als sich in der Schwerelosigkeit drehen und aus dem Fenster schauen geht nicht \u2013 denke ich sollte man die Dauer so festlegen, dass die Leute ohne gr&ouml;&szlig;ere Mahlzeit auskommen und ohne Kot absetzen zu m&uuml;ssen, dann k&ouml;nnten sie beim Trip Windeln tragen \u2013 das tun die Astronauten bei EVA-Operationen und etliche Senioren auf der Erde auch. Trinken ist problemlos in der Schwerelosigkeit, mit geeigneten Gef&auml;&szlig;en und Dinge, die nicht kr&uuml;meln oder von denen leicht Partikel abgehen wie viele Obstsorten, Schokolade, kann man problemlos essen. Ich w&uuml;rde dann so einen Trip auf einige Stunden, idealerweise 12 oder 24 ansetzen. Bei 12 oder 24 Stunden kann man sogar wieder beim Startort landen. Zudem g&auml;be es f&uuml;r den Passagier bei nahezu gleichen Kosten einen deutlichen Mehrwert \u2013 anstatt nur einige Minuten Schwerelosigkeit und Blick auf die Erde ein halber oder ganzer Tag.<\/p>\n<p>Ich glaube dieses Konzept k&ouml;nnte funktionieren. Jeder der ein Verm&ouml;gen im zweistelligen Milionenbereich hat k&ouml;nnte sich so was leisten und das m&uuml;ssten auch gen&uuml;gend Kunden sein. Nur ob man so eine Marsmission finanzieren kann? Bei den hohen Kosten, um erst mal die Infrastruktur am Boden aufzubauen, glaube ich eher nicht.<\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich klappt, da nur wenn auch die ver&ouml;ffentlichten Zahlen von PlatzX stimmen. Die VFR ist ja schon einmal verkleinert worden. Die Nutzlast halte ich f&uuml;r deutlich zu hoch abgesetzt, vor allem wenn man beim Wiedereintritt noch aktiv k&uuml;hlen muss. Ich vermute in einigen Monaten wird es sowieso wieder neue Daten, ein neues Konzept f&uuml;r die Finanzierung der Marsmission geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den heutigen Blog komme ich durch diesen Artikel in den SpaceReviews. 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Das Starship mit der Seriennummer S33 und die SuperHeavy mit der Seriennummer B14 hoben mit 37 Minuten Versp\u00e4tung um 4:37 nachmittags lokaler Zeit ab. Der Flug selbst hatte einen genehmigten Startzeitraum von 10. bis zum 17. Januar 2025 mit jeweils einem Startfenster pro\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/60231369830445f0b5712ad7af8fdc7a","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18656,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/05\/09\/vor-dem-12-ten-testflug-des-starships\/","url_meta":{"origin":13844,"position":5},"title":"Vor dem 12-ten Testflug des Starships","author":"Bernd Leitenberger","date":"9. Mai 2026","format":false,"excerpt":"W\u00e4hrend ich f\u00fcr den Artikel recherchiere, gibt es noch keinen Starttermin f\u00fcr das erste Starship V3, der Start wurde mehrfach von M\u00e4rz bis Mai verschoben. SpaceX k\u00fcndet immer kurzfristig an, sodass sich das mit dem Schreiben des Blogs \u00fcberlappen kann. Es ist klar, das mit V3 vieles besser werden muss.\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/dc51ed97a0f548b6bea1f689ca456c33","width":350,"height":200},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13844","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/169"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13844"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13844\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13844"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13844"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13844"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}