{"id":139,"date":"2008-04-01T12:58:17","date_gmt":"2008-04-01T10:58:17","guid":{"rendered":"http:\/\/bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=139"},"modified":"2008-04-01T12:58:17","modified_gmt":"2008-04-01T10:58:17","slug":"doppelt-fit-mit-64-bit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2008\/04\/01\/doppelt-fit-mit-64-bit\/","title":{"rendered":"Doppelt fit mit 64 Bit"},"content":{"rendered":"<br \/>\n<h2>Dienstag 1.4.2008: Doppelt fit mit 64 Bit<\/h2>\n<p>In der aktuellen ct sind einige Artikel die sich damit besch&auml;ftigen, wie und was unter einem 64   Bit Vista oder Linux l&auml;uft. Zeit also sich dies mal genauer zu betrachten. Zuerst einmal: Was   hei&szlig;t &uuml;berhaupt 64 Bit? Gemeint ist die Breite der Register des Prozessors. Der erste x86   Prozessor hatte 16 Bit breite Register, ab dem 386, der 1985 erschien, waren es 32 Bit und seit 4   Jahren gibt es nun 64 Bit.<\/p>\n<p>Neue Befehle k&ouml;nnen nun 64 Bit breite Daten bearbeiten, doch darum geht es nicht, der &Uuml;bergang   bringt auch nur f&uuml;r wenige Anwendungen eine Geschwindigkeitssteigerung. Vielmehr geht es um die   Adressierung. Diese ist unabh&auml;ngig von der Registerbreite. Beim 8086 waren dies 20 Bit, wobei   allerdings nur Segmente von 16 Bit Breite linear angesprochen werden konnten, beim 80286 waren es   24 Bit, wobei man allerdings in einen zweiten Modus wechseln musste, der inkompatibel zum DOS war.   Daher setzte sich diese L&ouml;sung nicht durch. Seit dem 80386 sind es 32 Bit &#8211;&nbsp; volle 4 Gigabyte   Speicher. Seit dem Pentium II gibt es einen Modus bei dem man 36 Bit nutzen kann. Einige Windows   Server Versionen setzen diesen ein. Doch er ist langsamer und viele Treiber haben Probleme in   diesem Modus.<\/p>\n<p>Nun sind also 64 Bit Prozessoren auf dem Markt und damit ist die Begrenzung des   Arbeitsspeichers auf 4 Gigabyte (wobei unter Windows XP und 32 Bit Vista nur etwa 3 GB nutzbar   sind). Allerdings wird es so bald kein 64 Bit Windows geben &#8211; denn die Prozessoren unterst&uuml;tzen   derzeit nur 40 Bit breite Adressen. Das reicht immerhin f&uuml;r 1 Terabyte oder 256 mal mehr als heute   m&ouml;glich ist.<\/p>\n<p>In der Vergangenheit hat sich im Durschnitt alle 3 Jahre der Speicher vervierfacht. 1982 hatte   ein durchschnittlicher PC 64 KByte, und damit die 16 Bit ausgesch&ouml;pft, die ein 8 Bit Prozessor   adressieren konnte. 1988 hatte ein PC schon 1 MByte, das war das Maximum eines 8086 Prozessors.   1995 waren es 16 MByte, das Maximum eines 80286 Prozessors.<\/p>\n<p>Nun kann man sich 4 Gigabyte leisten, also das Maximum eines 80386 Prozessors oder seiner   Nachfolger bis zum Athlon 64 oder Core Duo bei Intel. (Bei 64 Bit war AMD ausnahmsweise schneller   und hier musste Intel die AMD Technik lizensieren). Nach den bisherigen Erfahrungen werden diese   40 Bit etwa 12 Jahre lang ausreichend sein. Bis dahin wird es dann sicher 48 Adressierung geben.   (F&uuml;r jede Adressen und Datenleitung die ein Prozessor heute hat kommen einige Versorgungs- und   Masseleitungen, weshalb man die Anzahl der Adressleitungen nat&uuml;rlich begrenzt, wenn kein Bedarf   daf&uuml;r ist.<\/p>\n<p>Doch wird es einmal 64 Bit Adressierung geben? Ich denke nicht. Heute ist Speicher in 65 nm   Technologie gefertigt und es gehen bis zu 2 Gigabyte auf ein DIMM. 4 Dieser DIMMs erlauben heute   einen Maximalausbau auf 8 GByte. Das sind 2<sup>33<\/sup> Bit. 2<sup>64<\/sup> Bit sind 31 Bits   mehr, d.h. rund 2 Milliarden mal mehr Speicherzellen. L&auml;sst man die Anzahl der DIMM Sockel und   Chips gleich, so muss man die Speicherzelle um den Faktor 46000 kleiner machen. Die ersten   Speicherchips auf dem Markt hatten 256 Bit Kapazit&auml;t Heute sind es 1 Gigabit. Der Sprung von   diesen betrug nur 22 Bit also weitaus weniger als die 31 Bit die man f&uuml;r eine 64 Bit Adressierung   ben&ouml;tigt.&nbsp; Deutlich wird dies vor allem an der Strukturgr&ouml;&szlig;e:<\/p>\n<p>Heute sind die Strukturen 65 nm breit. Der Abstand zweiter Siliziumatome in einem   Kristallgitter betr&auml;gt 0.222 nm. Anders ausgedr&uuml;ckt: Kommt man in den Bereich von 0.2 nm, also   rund 130 mal kleineren Strukturen als heute, so speichert man eine Information in einem einzelnen   Siliziumatom. Kleiner geht es nicht. Damit kann man aber nur maximal 2<sup>54<\/sup> Bits   Adressieren &#8211; weniger als die 64 Bit Adressierung hergeben w&uuml;rde. In der Praxis wird es deutlich   weniger sein. Man kann zumindest bei Silizium nicht ein Elektron in einem Atom speichern. Dann   h&auml;tte man ein Ion. Man braucht einige Atome die das Elektron teilen. Daneben muss man eine   Speicherzelle isolieren. Das geht mit Siliziumoxid, das aber auch erst ab einer Dicke von 2-3   Atomlagen isoliert. Praktisch wird eine Speicherzelle dadurch etwa 10 Atome breit sein sein. Das   entspricht 2 nm Strukturbreite oder etwa 32 mal weniger als heute. Das sind dann pro Rechner etwa   2<sup>44<\/sup> Bits oder 16 Terabyte Speicher. <\/p>\n<p>Man sollte sich so langsam mit dem Gedanken anfreunden, das die PC&#8217;s nicht weiter wie bisher   exponentiell in der Leistung wachsen. Schon heute sieht man dies in Teilbereichen. So ist die   Taktfrequenz seit Jahren nicht angestiegen. Dual oder Quadcore Prozessoren von heute liegen heute   unterhalb der 3.8 GHz welche ein Pentium 4 einmal erreichte. Die Taktfrequenz die heute maximal   m&ouml;glich ist, wurde schon 2003 erreicht. Festplatten verdoppeln sich auch nicht mehr so schnell in   der Kapazit&auml;t. Die 1 Terabyte Platte gibt es nun seit einem Jahr und seitdem keine gr&ouml;&szlig;eren mehr.   F&uuml;r noch kleinere Strukturen als heute wird man in das Extrem UV gehen m&uuml;ssen, da die   Strukturbreite von der Wellenl&auml;nge der Belichtungsquelle abh&auml;ngt. (integrierte Schaltungen werden   &quot;gedruckt&quot; und dabei kommen Masken zum Einsatz die belichtet werden). Das erfordert Vakuum, extrem   glatte Spiegel anstatt Linsen und teure Systeme die Extrem UV Strahlen erzeugen. trotzdem ist   diese Technologie nur f&uuml;r bis zu maximal 6-10 nm gut. F&uuml;r 2 nm wird man R&ouml;ntgenstrahlen brauchen,   was nochmals die Kosten hochtreiben wird. <\/p>\n<p>Wer braucht 1 Terabyte oder 16 Terabyte? Nun ich bin mir sicher, man wird diese Speichermenge   f&uuml;llen. Als DOS konzipiert wurde legte man den Maximalausbau auf 640 KByte fest .- 10 mal mehr als   in den ersten IBM PC steckten, und von Gates gab es das Zitat &quot;640K sind genug f&uuml;r jedermann&quot;.   Windows 3.1 lief prima mit 4-8 MB Speicher und niemand h&auml;tte zu Windows 3.1 oder 95 Zeiten   gedacht, dass man jemals 4 Gigabyte f&uuml;r Anwendungen brauchen k&ouml;nnte. Wenn man einfach nur mal   anf&auml;ngt den Trend vom &quot;Semi-3D&quot; Desktop von Vista fortzusetzen, kann man durch das hinzuf&uuml;gen   einer r&auml;umlichen Dimension leicht Speicher en Masse beanspruchen oder man integriert anstatt der   Hilfe zu allem einen sch&ouml;nen HD Video Film, wie man etwas macht, auch damit kann man locker   Festplatten und Speicher zum&uuml;llen. <\/p>\n<p>Voll bekommt man den Speicher immer. Der derzeit gr&ouml;&szlig;te Supercomputer in der November 2007   Liste von Top500 hat 73728 GByte Hauptspeicher &#8211; 73 Terabyte oder etwas mehr als 2<sup>46<\/sup>   Byte&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dienstag 1.4.2008: Doppelt fit mit 64 Bit In der aktuellen ct sind einige Artikel die sich damit besch&auml;ftigen, wie und was unter einem 64 Bit Vista oder Linux l&auml;uft. Zeit also sich dies mal genauer zu betrachten. Zuerst einmal: Was hei&szlig;t &uuml;berhaupt 64 Bit? Gemeint ist die Breite der Register des Prozessors. 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