{"id":13988,"date":"2019-06-01T09:32:02","date_gmt":"2019-06-01T07:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=13988"},"modified":"2019-06-21T10:08:05","modified_gmt":"2019-06-21T08:08:05","slug":"faktenbasierte-klimapolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2019\/06\/01\/faktenbasierte-klimapolitik\/","title":{"rendered":"Faktenbasierte Klimapolitik"},"content":{"rendered":"<p>Ich wurde von einem Leser meines &auml;lteren Blogs \u201e<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2017\/08\/15\/faktenbasierte-politik-die-automobilindustrie\/\">Faktenbasierte Politik: Die Automobilindustrie<\/a>\u201c aufgefordert auch etwas zu der Klimapolitik zu schreiben. Dem komme ich mit diesem Blog nach. Zuerst mal ein paar Vorbemerkungen, denn der Blog kann durch Suchmaschinen leicht auch noch in Jahren gefunden werden, was gerade aktuell in der Diskussion ist. Wir schreiben den 30.5.2019. Die CDU hat bei den Europawahlen massiv verloren, die Gr&uuml;nen hinzugewonnen und sind zweitst&auml;rkste Partei. Seit Monaten demonstrieren Sch&uuml;ler mit \u201eFridays for Future\u201c und Donald Trump hat das Klimaabkommen gek&uuml;ndigt, weil es ein &#8222;Bad Deal&#8220; sei. In Deutschland meint die AFD es g&auml;be keine Klimaver&auml;nderung, das w&auml;re nur Hysterie und die FDP sieht als Allheilmittel den Emissionshandel an. Das ist die Situation heute.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/981d986de15748e4b2d0dc278b86b4a1\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><!--more--><\/p>\n<h3 class=\"western\">Problem Klima<\/h3>\n<p>Anders als viele andere Herausforderungen der Politik hat Klima den Nachteil, das es zum einen ein \u201eweiches\u201c Thema ist, also es weniger harte Fakten und direkte Ursachen \u2192 Wirkungsbeziehungen, aber auch Ma&szlig;nahmen \u2192 Wirkung gibt. Zum anderen ist es kein nationales, sondern ein globales Problem.<\/p>\n<p>Klimamodelle und wie die Politik sich herauswindet<\/p>\n<p>Ich gehe zuerst mal auf den Punkt ein, der von vielen Amis, aber bei uns von der AFD gebracht wird: es g&auml;be gar keine Klimaver&auml;nderung, oder es l&auml;ge an der Sonne. Zum einen wird man bei jedem wissenschaftlichen Modell Leute finden, die es ablehnen. Es gibt sogar zum etablierten Modell, das die Erde eine Kugel ist eine Gegenmeinung \u2013 die Erde w&auml;re eine Hohlkugel. Solche Leute ignorieren nat&uuml;rlich dann 60 Jahre Raumfahrt. Die Klimamodelle sind aber breit akzeptiert und das ist der wesentliche Punkt.<\/p>\n<p>Ich schreibe von Klimamodellen, denn es gibt zwei grunds&auml;tzliche Probleme: das eine ist das Klima ein langfristiger Vorgang ist. Kurzzeitig kann durchaus auch mal ein Jahr k&auml;lter sein. Die Datenlage wird zwar mit jedem Jahr besser, aber gerade von dem Beginn der &Auml;nderungen, die schon im 19-ten Jahrhundert begann, gibt es nur Temperaturmessungen und die nicht global.<\/p>\n<p>Das Zweite ist, das die Modelle komplex sind. Die Rechtsvorschrift basiert auf den Modellen, mit denen auchb die Wettervorhersage erstellt wird. Nur &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum, gr&ouml;berem zeitlichen und regionalem Raster und der Hinzunahme weiterer Einflussgr&ouml;&szlig;en. F&uuml;r die Wetter muss man Meeresstr&ouml;mungen kaum ber&uuml;cksichtigen, f&uuml;r Klimamodelle schon. Dazu kommen Faktoren wie die Bedeckung der Oberfl&auml;che mit Schnee (reflektiert Strahlung), Anstieg des Meeresspiegels (ver&auml;ndert das Verh&auml;ltnis von Land\/Meer), Wolkenbedeckung (reflektiert Strahlung, bevor sie den Boden erreicht) Aufnahme von Treibhausgasen im Meer oder Abgabe bei Erw&auml;rmung, Vorhandensein von Polkappen (Einfluss auf Meeresstr&ouml;mungen) oder Algenbewuchs (entziehen Kohlendioxid ver&auml;ndern Reflexionseigenschaften). Kurzum diese Modelle sind sehr komplex und sie kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, je nach Einstellungen was man wie ber&uuml;cksichtigt, mit aufnimmt und wie fein man rechnet.<\/p>\n<p>Das Gute aber: Mit dem laufenden Anstieg von Rechenleistung n&auml;hern sich die Ergebnisse verschiedener Modelle und ihre Vorhersagen immer mehr an, weil immer mehr hinzugenommen werden kann. Zudem kann man die Ergebnisse alter Rechnungen mit den Ver&auml;nderungen vergleichen und die Modelle verbessern.<\/p>\n<p>Es gibt jenseits der Modelle aber durchaus einige Korrelationen zwischen Klimagasen und Klimaver&auml;nderungen, die man rein messtechnisch begr&uuml;nden kann, also Fakten:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Kohlendioxidgehalt ist seit Beginn der industriellen Revolution angestiegen.<\/li>\n<li>Ebenso ist die (&uuml;ber mehrere Jahre gemittelte) mittlere Oberfl&auml;chentemperatur weltweit angestiegen.<\/li>\n<li>Die weltweit hei&szlig;esten Jahre lagen alle in den letzten beiden Jahrzehnten.<\/li>\n<li>Weltweit schmelzen die Gletscher im gleichen Zeitraum kontinuierlich ab<\/li>\n<li>Die Arktis ist immer l&auml;nger eisfrei, inzwischen wird dar&uuml;ber nachgedacht &uuml;ber die Nordwestpassage (um Kanada herum) und Nordostpassage (um Russland herum) Waren zu transportieren, weil die Eisbedeckung so geschrumpft ist.<\/li>\n<li>Analog stieg parallel zum Abschmelzen von Eis der Meeresspiegel weltweit an<\/li>\n<li>Als weitere Folge richten St&uuml;rme und &Uuml;berflutungen immer gr&ouml;&szlig;ere Sch&auml;den an, auch die Summe an Versicherungssch&auml;den steigt laufend an<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das alles sind nachpr&uuml;fbare Fakten, die man nicht leugnen kann.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Klimafolgen lokal<\/h3>\n<p>Ein grunds&auml;tzliches Problem, das jede Regierung hat, ist, das sie eigentlich nur f&uuml;r das Land zust&auml;ndig ist, in dem die B&uuml;rger leben. In Deutschland also f&uuml;r die Deutschen. Was sind also die Klimafolgen f&uuml;r Deutschland. Es sind zuerst einmal, und das zeigten schon die letzten Jahrzehnte mehr Sch&auml;den durch Naturkatastrophen. Fr&uuml;her gab es einmal pro Jahrhundert ein Jahrhunderthochwasser mit Rekordfluten, das ist inzwischen alle paar Jahre so, wodurch man dann schon nicht mehr von einem Jahrhunderthochwasser sprechen kann. Schon da sieht man die Problematik: Charakteristisch ist, dass es im Fr&uuml;hling ziemlich schnell von \u201ekalt\u201c auf \u201ewarm\u201c wechselt. Manch einer hat die sonst fr&uuml;her &uuml;bliche Bekleidung f&uuml;r die Zwischensaison schon in die letzte Ecke im Kleiderschrank verbannt. Dadurch schmelzen in den Alpen Eis und Schnee schnell ab und das Wasser f&uuml;hrt zu &Uuml;berflutungen. Das wei&szlig; man und ebenso, was man dagegen tun kann \u2013 prim&auml;r sind das nicht hohe Deiche, sondern Auen, in denen sich der Fluss ausbreiten kann und die viel des Flutwassers aufnehmen und dann wieder langsam trocken werden. Schon diese einfache Ma&szlig;nahme, die wenig kostet, ist aber schwer durchzusetzen, weil sie die Schifffahrt beeintr&auml;chtigt oder es an Fl&auml;chen rund um die Fl&uuml;sse fehlt.<\/p>\n<p>Dazu kommen noch immer mehr Extremwetterlagen in denen es &uuml;ber einem kleinen Ort enorm viel Regnet aber auch eine Ver&auml;nderung des Klimas. Tendenziell wird es bei uns hei&szlig;er und trockener. Vor allem das letztere beeintr&auml;chtigt Landwirtschaft aber auch die gesamte Flora. Noch immer haben die Niederschl&auml;ge das viel zu trockene Jahr 2018 ausglichen und wenn dies so weitergeht und das ist die Prognose, dann wird es bei uns viel trockener werden, was umfangreiche Folgen hat, nicht nur in dem, was man anbauen kann, sondern auch f&uuml;r den Wald. Baumarten die viel Wasser ben&ouml;tigen wie Laubb&auml;ume werden zugunsten von Arten die mit weniger Wasser auskommen, wie Nadelb&auml;umen verschwinden.<\/p>\n<p>Langfristig ist am bedrohlichsten der Meeresspiegelanstieg. Bremen und Hamburg liegen praktisch auf Meeresniveau, sind heute schon bei Hochfluten gef&auml;hrdet. Deutschland d&uuml;rfte, wenn die Modelle f&uuml;r den Meeresspiegelanstieg richtig sind, sehr viel Land an der K&uuml;ste verlieren.<\/p>\n<p>Das ist nur ein Beispiel. Es g&auml;be unz&auml;hlige weitere. Bei hei&szlig;en Sommern sterben viel mehr Menschen an Hitzeschlag, die Attraktivit&auml;t von Tourismusregionen &auml;ndert sich, z.B. wenn die Alpen schneefrei im Winter sind. Mir fehlt der Platz alles auszuf&uuml;hren, doch klar ist das die finanziellen Folgen enorm hoch sein k&ouml;nnen. Bei Klimasch&auml;den gilt dasselbe wie bei anderen Sch&auml;den \u2013 vorbeugen und verhindern ist billiger als die Sch&auml;den auszub&uuml;geln. Schon alleine deswegen sollte die nationale Politik ein Interesse haben, die Folgen zu verringern. Da denkt man heute nur an die direkten Folgen, nicht aber die Beseitigung der Ursache also der Treibhausgase. Kurz: man baut eher Deiche, als dass man Gesetze erl&auml;sst, die Energie teurer machen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Globale Folgen<\/h3>\n<p>Doch die Klimaver&auml;nderung ist ein globales Problem. Da befinden wir uns auf einer Insel, in der es noch relativ gut geht. Wir haben immer noch relativ viel Niederschlag und viel Wasser.<\/p>\n<p>Anders sieht es bei Regionen aus, die heute schon Probleme durch den Klimawandel haben. Wenn in Regionen mit wenig Wasser der Niederschlag noch d&uuml;rftiger wird, gibt es eine D&uuml;rre zu einer Katastrophe. Weltweit breiten sich die W&uuml;sten aus. &Auml;thiopien scheint ein Dauerkandidat f&uuml;r Hungersn&ouml;te zu sein, und viele Inselparadiese sind von einem steigenden Meeresspiegel bedroht, weit vorher schon vom Zur&uuml;ckgang des Tourismus durch Absterben der Korallen. Auf l&auml;ngere Frist ist, wenn man bedenkt, wie viele Menschen in Gro&szlig;st&auml;dten direkt am Meer wohnen der Meeresspiegelanstieg eine der bedeutendsten Folgen. So werden unz&auml;hlige Menschen zu Klimafl&uuml;chtigen, wenn ihre Stadt unter Wasser steht oder im Falle von Bangladesch ein ganzes dicht bev&ouml;lkertes Land. Besonders die AFD, die ja einen menschengemachten Klimawandel leugnet, sollte daher eigentlich f&uuml;r eine Klimapolitik sein, denn dann gibt es viel mehr Klimafl&uuml;chtlinge als Kriegsfl&uuml;chtige und die k&ouml;nnen auch nicht mehr zur&uuml;ck.<\/p>\n<p>Es wird durch den Klimawandel global fast nur Verlierer geben. Nur wenige Regionen profitieren vom Klimawandel. So <a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.de\/umwelt\/warum-groenland-auf-den-klimawandel-hofft\">Gr&ouml;nland<\/a> die erstmals in ihrer Geschichte nun anfangen Gem&uuml;se selbst (wenn auch unter Folien) anzubauen, was vorher unm&ouml;glich war, Weidehaltung beginnen und auch an das Anpflanzen von Wald denken, all das geht erst, seit das Klima auch in Gr&ouml;nland w&auml;rmer wird.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Nationale Klimapolitik<\/h3>\n<p>Das Thema ist ja nach dem Wahlerfolg der Gr&uuml;nen wieder auf der Agenda. Wie konnte man auch ahnen, das so pl&ouml;tzlich vor allem die Jungen Menschen die den Klimawandel viel gravierender (der Prozess ist ja einer der dauernd schlimmer wird, weil immer neue Treibhausgase dazukommen) mitbekommen als die Stammw&auml;hler der CDU, n&auml;mlich Rentner, eine Partei w&auml;hlen, die als Einzige eine richtige Klimapolitik in ihrem Programm hat? Seit Merkel Kanzlerin ist, hat sich eigentlich nichts getan. Das EEG-Gesetz, nachdem erneuerbare Energien gef&ouml;rdert werden, stammt von Rot-Gr&uuml;n, und l&auml;uft n&auml;chstes Jahr nach 20 Jahren aus &#8211; ja so lange ist das schon wieder her. Seitdem hat man entweder gar nichts getan oder das Rad r&uuml;ckw&auml;rts gedreht \u2013 2010 wurde der Ausstieg aus dem Atomausstieg beschlossen \u2013 w&auml;re in Fukoshima nicht mal wieder ein Reaktor explodiert (alle 25 Jahre tun sie das um die Menschen auf die Gefahren von Kernenergie hinzuweisen), es bliebe auch dabei. Braunkohle wird bis 2038 betrieben, obwohl sie anders als andere Energien auch ganze Landschaften zerst&ouml;rt und seit Jahren wehrt sich die Bundesregierung gegen niedrigere CO2-Grenzwerte bei der EU f&uuml;r Autos. Von dem Ausbau von Alternativen beim Verkehr mal ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>National und international l&auml;uft es wahrscheinlich nur &uuml;ber den Geldbeutel. Der Ansatz einer CO2-Steuer ist nicht schlecht, weil sie gekoppelt ist an den Aussto&szlig; an Treibhausgasen und man den CO2-Verbauch relativ einfach nach den chemischen Formeln berechnen kann. Jeder Stoff, der verbrannt wird oder f&uuml;r die Stromerzeugung benutzt wird besteht aus Kohlenstoffverbindungen und die bilden eine definierte Menge an Kohlendioxid bei der Verbrennung \u2013 am meisten bei Kohle, am wenigsten bei Erdgas. Doch wenn man das Problem wirklich universell angehen will, muss man weiter denken. Kohlendioxid ist das bekannteste, aber nicht potenteste Klimagas. Im Gegenteil. Es ist noch am harmlosesten. Viel gef&auml;hrlicher ist Methan. Methan wird bei uns von Wiederk&auml;uern, also vor allem Rindern durch die Vorverdauung durch Bakterien emittiert. Weltweit ist die bedeutendste Quelle der Reisanbau, denn das Gas entsteht beim Abbau organsicher Materie unter anaeroben Bedingungen wie luftarmen &uuml;berfluteten Reisfeldern. Vor allem aber steckt das Gas in riesigen Mengen gebunden im Permafrostboden und Clathraten, Eis mit Methan, das durch hohen druck stabil ist, aber wenn sich die Ozeane erw&auml;rmen leicht freigesetzt werden kann. Das Gleiche gilt, wenn Permafrostboden auftaut und das Eis schmilzt. Wir k&ouml;nnen nichts an dem weltweiten Aussto&szlig; machen, aber wir k&ouml;nnen die deutsche Quelle, Rinder deutlich teurer machen, indem auf Fleisch und Milchprodukte noch eine Methansteuer oben drauf kommt. Neben dem offensichtlichsten Instrument Energie teuer zu machen, das auf praktisch allen Ebenen wirkt, weil man so mehr Anreize hat, den Verbrauch zu verringern, kann man die Gelder nutzen, um Alternativen zu f&ouml;rdern. Neben der Verl&auml;ngerung der EEG-Zulage &uuml;ber 2020 hinaus sind das Aufgaben, die der Staat an und f&uuml;r sich sowieso hat, n&auml;mlich die Forderung eines f&uuml;r alle bezahlbaren Verkehrs, also eines &ouml;ffentlichen Verkehrs und Wege f&uuml;r alle, nicht nur Autobesitzer. Man k&ouml;nnte auch mal dar&uuml;ber nachdenken die CO2-Steuer zu staffeln, und zwar nach Art der Vermeidungsm&ouml;glichkeit. Heizen muss jeder, das kann man kaum vermeiden. Aber ob ich &ouml;ffentlichen Verkehr oder ein SUV nehme, da habe ich die Wahlm&ouml;glichkeit genauso ob ich innerhalb Deutschlands per Bahn oder Flugzeug fliege. Also w&auml;re es denkbar, diese Verkehrsmittel gezielt zu verteuern. Dank Computerunterst&uuml;tzung kann man das leicht pro Ticket machen, also einen Flug M&uuml;nchen-Berlin st&auml;rker verteuern als einen M&uuml;nchen \u2013 New York, wo es noch keine Alternative gibt. Wenig M&ouml;glichkeiten gibt es bei uns auch das Kohlendioxid wieder aus der Atmosph&auml;re zu bekommen. Es werden zwar teuere Projekte wie die Speicherung im Boden &uuml;berdacht, aber am einfachsten geht das sicher mit Aufforstung. Die deutsche Regierung k&ouml;nnte hier in Projekte in anderen L&auml;ndern investieren, wo es die n&ouml;tigen freien Fl&auml;chen gibt.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Internationale Ma&szlig;nahmen<\/h3>\n<p>Die heutigen Klimaabkommen haben einen Nachteil: sie sind nicht verpflichtend. Wenn da Donald Trump meint, aussteigen zu m&uuml;ssen, gibt es nichts, was ihn da hindert. Sie m&uuml;ssen durch ein weltweit verbindliches Abkommen ersetzt werden. In der Art, wie heute schon Verst&ouml;&szlig;e gegen die Menschenrechte verfolgt werden, und zwar ohne Diskussion, denn es geht um Zahlenwerte die man leicht durch die angaben an verbrauchten Energien berechnen kann. Wenn ich eine intakte Umwelt als Menschenrecht ansehe, ist das auch durch die UN-Charta gedeckt. Meine Vorstellung: es gibt pro Land wie bisher eine Vorgabe eines Klimaziels, gemessen in Kohlendioxidaussto&szlig; und dem anderer Treibhausgase wie Methan oder Lachgas. Wenn das Land das Ziel nicht einh&auml;lt, werden alle Waren und Dienstleistungen einfach um einen Prozentsatz der der Abweichung entspricht teurer. Beispiel: Deutschland sollte bis 2020 seine Emissionen um 40 % reduzieren. <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2019-02\/klimaschutzbericht-ziele-2020-immissionen-klimawandel\">Es hat nur 32 % geschafft<\/a>, also wird eine Sonderabgabe von 8 % auf alles. Innerhalb des Landes wird das Geld genutzt um die Ziele zu erreichen, also F&ouml;rderungen zu erh&ouml;hen, Ma&szlig;nahmen zu finanzieren. Die bei anderen L&auml;ndern einbehaltenen Summen (Exporte) werden dagegen an einen UN-Fond gezahlt, mit dem zum einen die Klimafolgen in den st&auml;rker betroffenen L&auml;ndern die meist ja selbst kaum etwas zum Klimawandel beitragen, da sie heute noch meist in den Entwicklungsl&auml;ndern sp&uuml;rbar sind, verringert werden) und zum Andern es F&ouml;rderungen bei L&auml;ndern gibt die nicht die Mittel haben selbst den Umstieg schnell genug zu schaffen. Im Prinzip l&auml;uft das darauf hinaus, das Industriel&auml;ndern die am meisten Klimarelevante Gase emittieren sich am meisten anstrengen m&uuml;ssen oder daf&uuml;r bezahlen das die Sch&auml;den die das Klima anrichtet woanders behoben werden.<\/p>\n<p>Gar nichts halte ich vom Emissionshandel. Denn das ist ein typisches Instrument der Banken, der Handel mit virtuellen Dingen. Beim Emissionshandel, dem <a href=\"https:\/\/www.fdp.de\/wp-modul\/btw17-wp-a-196\">Hauptinstrument der FDP<\/a> werden \u201eVerschmutzungsrechte\u201c gehandelt. Sprich, jedes Land hat nach dem Klimaabkommen eine Vorgabe. Wenn es diese nicht nur erreicht, sondern darunter liegt kann sie die \u201enicht emittierten\u201c Tonnen Kohlendioxid verkaufen. Also ein anderes Land wie Deutschland kauft das Recht x Tonnen Kohlendioxid zu emittieren, ohne das diese in ihrer Klimabilanz auftauchen. Das ist typisch Bankerdenken. Denn es muss ja das Ziel sein, den Kohlendioxidaussto&szlig; zu minimieren, nicht die Rechte daran zu ver&auml;u&szlig;ern. Vor allem wird dadurch ja keine einzige Tonne Kohlendioxid weniger emittiert, eher durch den Stromverbrauch der Computer beim Handel noch erh&ouml;ht. Vor allem ist das enorm billig: eine Tonne zu emittieren kostet als Endloszertifikat heute rund 20 Euro, das sind f&uuml;r einen Bundesdeutschen dann 240 Euro pro Jahr bei 11,76 t Kohlendioxidemission\/Jahr. Dagegen ist die Investition in wirkliche Anlagen die Energie einsparen oder sogar generieren wie Windkraft oder Photovoltaik viel teuer.<\/p>\n<p>Langfristige L&ouml;sung<\/p>\n<p>Der Klimawandel ist ja nur eine Seite eines grundlegenden Problems zu dem auch die steigende Umweltzerst&ouml;rung, das Aussterben von Arten und anderes geh&ouml;rt: einer viel zu gro&szlig;en Weltbev&ouml;lkerung. Das ist ja nicht neu. Der Club of Rome hat schon vor 50 Jahren davor gewarnt, dass die Erde nicht f&uuml;r alle reicht. Derzeit verbraucht die Menschheit die Ressourcen von 1,5 Erden. Wenn alle so wie Deutschland Ressourcen verbrauchen sogar 2,5 Erden. Kurz billigen wie allen Menschen unseren Lebensstandard zu, so m&uuml;sste die Menschheit auf 40 % ihrer Gr&ouml;&szlig;e schrumpfen, und wenn man wie der Autor der Ansicht ist, das die Natur auch an sich ein Recht auf eine unangetastete Umwelt hat noch weniger, denn das schlie&szlig;t ja ein, das man alle Fl&auml;chen nutzt, die nutzbar sind.<\/p>\n<p>Meine L&ouml;sung basiert auf der Beobachtung, das alle Industriestaaten eine sinkende Bev&ouml;lkerungszahl haben. Wenn die Leute eine Absicherung im Alter haben, die durch ein staatliches System solide finanziert wird, dann wollen sie sich im Leben selbst verwirklichen und nicht Kinder aufziehen. In Entwicklungsl&auml;ndern werden dagegen m&ouml;glichst viele Kinder geboren, denn die m&uuml;ssen die Eltern mal verrosten wenn diese, das nicht mehr selbst k&ouml;nnen. Ziel sollte es also sein, Sozialsysteme &uuml;berall in der Welt zu etablieren, notfalls &uuml;ber Querfinanzierung seitens der reicheren L&auml;nder. Parallel kann man, da so was eine Aufgabe &uuml;ber Jahrzehnte ist auch vor allem in den L&auml;ndern, wo die Bev&ouml;lkerung w&auml;chst, eine Pr&auml;mie einf&uuml;hren, f&uuml;r Frauen, die sich sterilisieren lassen. Abgestuft nach 0,1 oder 2 Kindern und dar&uuml;ber keine mehr. Da diese Staaten auch meist die sind mit den gr&ouml;&szlig;ten Problemen ihre Bev&ouml;lkerung zu versorgen w&auml;re das auch in anderer Hinsicht effektiv. Zahlen m&uuml;ssten daf&uuml;r auch die Industriel&auml;nder. Ich denke das ist aber viel effektiver, wenn man einmal eine gr&ouml;&szlig;ere Summe zahlt, die der Familie dann als Ersatz f&uuml;r die ausbleibende Arbeitskraft der Kinder als Absicherung im Alter dient (auch hier kann sie in einem Rentenfond angelegt werden) als laufend Hungersn&ouml;te zu bek&auml;mpfen, Kosten f&uuml;r Klimafl&uuml;chtlinge im eigenen Land zu bezahlen, die ja viel teurer sind als die Versorgung der Menschen im Herkunftsland.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Neues von meiner PV Anlage<\/h3>\n<p>Zuletzt noch das Ergebnis vom Mai meiner eigenen PV-Anlage und die Prognose f&uuml;rs Jahr. Gewonnen habe ich im Mai 774,5 kwh. So im Mittel liegen die Prognosen bezogen aufs ganze Jahr je nach Datenbank um 64 bis 6500 kWh, trotz zahlreicher wolkenbedeckter Tage im Mai, beim ersten <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2019\/05\/19\/ein-monat-mit-der-pv-anlage\/\">Betriebsmonat<\/a> am 19.5. war die Prognose noch bei 6577 kwh\/Jahr, nun im Mittel bei 6450, da der Mai doch etwas mau war. In jedem Falle sind beide besser als die Ertragsprognosen der Anlagenbauer, die zwischen 5834 und 6319 kwh\/Jahr lagen.<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"85*\" \/>\n<col width=\"85*\" \/>\n<col width=\"85*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"33%\">Datenbank<\/th>\n<th width=\"33%\">Gesamtertragsprognose pro Jahr basierend auf 774,5 kWh im Mai<\/th>\n<th width=\"33%\">Mittel Mai<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">PVGIS-Cosmo<\/td>\n<td width=\"33%\">6568<\/td>\n<td width=\"33%\">950 kWh<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">PVGIS-ERA5<\/td>\n<td width=\"33%\">6565<\/td>\n<td width=\"33%\">892 kWh<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">PVFGIS-SARAH<\/td>\n<td width=\"33%\">6597<\/td>\n<td width=\"33%\">831 kWh<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">PVGIS-CMSAF<\/td>\n<td width=\"33%\">6328<\/td>\n<td width=\"33%\">845 kWh<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">PVGIS-CMSAF (V4)<\/td>\n<td width=\"33%\">6468<\/td>\n<td width=\"33%\">786 kWh<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">PVGIS-CLASSIC<\/td>\n<td width=\"33%\">6174<\/td>\n<td width=\"33%\">768 kWh<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wurde von einem Leser meines &auml;lteren Blogs \u201eFaktenbasierte Politik: Die Automobilindustrie\u201c aufgefordert auch etwas zu der Klimapolitik zu schreiben. 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Mal abgesehen davon das dies nicht in den Verantwortungsbereich der Bundesregierung, sondern der Betreiber der entsprechenden Stationen f\u00e4llt, ist das wieder ein Beispiel f\u00fcr Aktionismus. Genauso wie die nun erh\u00f6hte Elektroautopr\u00e4mie. Wer\u2026","rel":"","context":"In &quot;Allgemein&quot;","block_context":{"text":"Allgemein","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/a4a87b4f3c004c9ba9d11e2f979f8aac","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":4557,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/04\/03\/atom-und-wahlnachlese\/","url_meta":{"origin":13988,"position":4},"title":"Atom- und Wahlnachlese","author":"Bernd Leitenberger","date":"03.04.2011","format":false,"excerpt":"Nun einige Wochen nach dem Super-Gau von Japan wird es an der Zeit f?r eine Nachlese und zwar eine etwas allgemeiner gehaltene. Ich m?chte an dieser Stelle mal meine Einstellung zur Kernkraft in den letzten Jahrzehnten reflektieren. Ich war urspr?nglich f?r Kernkraft. Wie viele andere, glaubte ich an umweltfreundliche Energie\u2026","rel":"","context":"In &quot;Allgemein&quot;","block_context":{"text":"Allgemein","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/"},"img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":15301,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2021\/04\/20\/nachlese-zum-human-landing-system-hls-kontrakt\/","url_meta":{"origin":13988,"position":5},"title":"Nachlese zum Human Landing System (HLS) Kontrakt","author":"Bernd Leitenberger","date":"20.04.2021","format":false,"excerpt":"\ufeffWie bereits bekannt und hier auch schon kommentiert, hat die NASA am Wochenende SpaceX den Vertrag \u00fcber das HLS in einer H\u00f6he von 2,89 Milliarden Dollar vergeben. 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