{"id":14005,"date":"2019-06-11T10:00:54","date_gmt":"2019-06-11T08:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=14005"},"modified":"2024-08-29T08:54:55","modified_gmt":"2024-08-29T06:54:55","slug":"lithium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2019\/06\/11\/lithium\/","title":{"rendered":"Lithium"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_14005\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"14005\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ein Schl&uuml;sselelement, auf das man immer wieder st&ouml;&szlig;t, wenn man von der Klimawende redet ist Lithium. Den Grund d&uuml;rfte wohl jeder Besitzer eines Ger&auml;tes mit einem Akku wissen: Lithium steckt in verschiedenen Verbindungen aus denen Akkus aufgebaut werden, egal ob Lithiumphosphat-Batterien, Lithiumionenakkus oder Lithiumpoymerakkus. Zeit mal meinen Senf als Chemiker dazuzugeben.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/1410b78a4ee24582b4ce9c5b0632192d\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><!--more--><\/p>\n<p>Fangen wir mit der Chemie an. Lithium ist das leichteste Element der Alkaligruppe und es reagiert im Prinzip wie alle Elemente der Gruppe. Der eine oder andere wird wahrscheinlich Natrium im Schulunterricht kennengelernt haben. Es ist das n&auml;chsth&ouml;here Element der Alkaligruppe. Natrium ist ein weiches, mit dem Messer schneidbares Metall, es wird unter Petroleum aufbewahrt. Nimmt man es heraus, so entz&uuml;ndet sich Natrium an der Luft. Ebenso reagiert es heftig mit Wasser und sogar Alkohol. Das zeigt das allgemeine Reaktionsverhalten von Alkalielementen. Ihre Eigenschaften kann man mit dem Schalenmodell gut erkl&auml;ren, auch wenn es eine starke physikalische Vereinfachung ist, reicht es daf&uuml;r aus. Alkalimetalle haben in der &auml;u&szlig;ersten Schale ein einzelnes Elektron. Sie sind die ersten Elemente jeder Periode, die eine neue Schale haben. Wenn sie nun dieses Elektton wieder loswerden w&uuml;rden, dann w&auml;re alles okay. Die Schale w&auml;re weg, die anderen Elektronen der Schale darunter fester gebunden, weil der Kern viel schwerer ist als beim letzten Element der Periode. Kurz: Alkalimetalle wollen unbedingt ihr Elektron verlieren das ist f&uuml;r sie der einfachste Weg wieder eine stabile Schalenkonfiguratioin zu erhalten. Sie sind daher so reaktionsfreudig das sie sogar den Wasserstoff aus dem Wasser verdr&auml;ngen, um ihr Elektron an den Sauerstoff abzugeben und Wasser ist eigentlich recht stabil, um sonst den Wasserstoff freizusetzen, braucht man ziemlich viel Energie. Das klappt auch noch beim Alkohol, obwohl dieser eigentlich kein Oxidationsmittel ist, sondern meistens selbst oxidiert wird, z.B. kann er Kupferoxid zu Kupfer reduzieren. Nur die C-H Bindung in Alkanen ist zu wenig polar um sie zu spalten.<\/p>\n<p>Lithium ist in im Periodensystem eine Periode vor dem Natrium. Daher reagiert es nicht ganz so schlimm wie Natrium, das wiederum harmlos gegen&uuml;ber Kalium, C&auml;sium und Rubidium ist. Es ist sogar an trockener Luft stabil, reagiert aber genauso intensiv mit Wasser. Anders als Natrium ist es sogar in Legierungen einsetzbar wie der Lithium-Alumniumlegierung AL 2195.<\/p>\n<p>Doch mit was reagiert Lithium bevorzugt? Eine einfache Regel der Chemie besagt, das ein Element, das sehr gerne seine Elektronen los werden, will eher reagiert mit Elementen, die gerne Elektronen aufnehmen. Das bedeutet: Im Periodensystem reagieren am ehesten die ersten Perioden mit den letzten Perioden. Alkalielemente gehen daher intensive Verbindungen mit Halogenen ein, aber auch Sauerstoff und Verbindungen, bei denen das Zentralatom durch viele Sauerstoffbindungen ebenfalls gerne Elektronen h&auml;tte, denn der Sauerstoff zieht Elektronen ab. Das sind z.B. die Schwefels&auml;ure, Phosphors&auml;ure und Kohlens&auml;ure.<\/p>\n<p>Das bedeutet: typische Lithiumverbindungen w&auml;ren Lithiumchlorid, Lithiumcarbonat und Lithiumphosphat. Auch hier fanden wir die Analogie zum Natrium: die wichtigsten Natriumverbindungen sind Natriumchlorid (Kochsalz), Natriumcarbonat (Soda) und Natriumphosphat. Alle diese Salze sind leicht wasserl&ouml;slich, auch das ist eine Gemeinsamkeit in der ganzen Gruppe.<\/p>\n<p>Doch wie sieht es aus bei komplexeren Verbindungen? Damit sind die vielen anorganischen Mineralien gemeint, aus denen die Erdkruste besteht. Sie bestehen haupts&auml;chlich aus hochmolekularen Silizium- und Aluminiumverbindungen, in die auch andere Elemente eingebaut werden k&ouml;nnen. Hier gibt es ein Problem: Dadurch das ein Alkalimetall seine &auml;u&szlig;erste Schale verliert, wenn es ein Elektron abgibt, ist das Atom sehr klein, verglichen mit anderen Elementen, zumal die meisten Metalle die in solchen Silikaten und Aluminiumverbindungen stecken aus den Nebengruppen stammen und dann noch einige Schalen mehr haben. Es passt r&auml;umlich so nicht gut in viele Kristalle hinein. Das ist auch beim Natrium so, praktisch das ganze Natrium, das es in der Erdkruste gibt, steckt in leicht l&ouml;slichen Verbindungen und die wurden &uuml;ber Milliarden Jahre lang ins Meer gesp&uuml;lt, sodass Meerwasser heute zu 3,5 % aus Natriumchlorid besteht.<\/p>\n<p>Kalium ist dagegen so gro&szlig;, das es von vielen Tonen gebunden und ins Kristallgitter oder in Hohlr&auml;umen eingebaut wird. Das f&uuml;hrt auch dazu, das Pflanzen, die sich ja schlecht bewegen k&ouml;nnen, Kalium nutzen, um den Zelldruck zu regulieren oder osmotische Vorg&auml;nge zu initiieren, Tiere dagegen Natrium.<\/p>\n<p>Bei Lithium ist die Situation &auml;hnlich, aber es hat als erstes Element der Periode eine Sonderrolle. Die ist den Chemikern als \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schr%C3%A4gbeziehung_im_Periodensystem\">Schr&auml;gbeziehung<\/a>\u201c bekannt. Das erste Element einer Periode verh&auml;lt sich untypisch. Seine chemischen Eigenschaften &auml;hneln mehr dem Element eine Gruppe rechts und eine Periode tiefer. Lithium &auml;hnelt also ein bisschen Magnesium. Magnesium geht lieber Verbindungen mit Phosphaten, Karbonaten und Sulfaten ein, als mit Halogenen. Ebenso das Lithium. Ebenso gibt es einige komplexere Verbindungen, die Magnesium einbauen wie Spinelle. Das gleiche gilt f&uuml;r das Lithium. Der Gro&szlig;teil des Lithiums der Erdkruste steckt in solchen Erzen, nicht wie beim Natrium im Meerwasser.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Wie viel Lithium gibt es?<\/h3>\n<p>Ah zeit den Chemikerkittel mit dem Astronomiek&auml;ppi auszutauschen. Wie h&auml;ufig die Elemente im Universum sind, h&auml;ngt davon ab, wie sie entstehen. Wasserstoff und Helium entstanden beim Urknall. <a href=\"https:\/\/www.wissenschaft.de\/astronomie-physik\/lithium-und-der-urknall\/\">Lithium aber auch <\/a><a href=\"https:\/\/www.wissenschaft.de\/astronomie-physik\/lithium-und-der-urknall\/\">beim Urknall<\/a>. Insgesamt gibt es um die Entstehung von Lithium noch viele R&auml;tsel. Das Element wird in Sternen verbraucht, das hei&szlig;t anders als die meisten anderen Elemente nimmt die H&auml;ufigkeit mit der Zeit ab. Auf der Sonne und in allen anderen Sternen ist in den &auml;u&szlig;eren H&uuml;llen die man spektroskopisch untersuchen kann findet man viel weniger Lithium als in Gasnebeln oder Planeten. Trotzdem gibt es mehr Lithium im Universum als nur durch den Urknall entstanden sein kann und das Isotop Lithium-6 entsteht &uuml;berhaupt nicht beim Urknall. Die <a href=\"https:\/\/www.obspm.fr\/spip.php?page=imprimer&amp;id_article=2940&amp;lang=fr\">ESO hat aber inzwischen Sterne entdeckt, die reich an Lithium sind<\/a>, also Lithium erbr&uuml;ten.<\/p>\n<p>Trotzdem ist es kein Element, das regul&auml;r bei den Fusionsprozessen in Sternen erbr&uuml;tet wird, auch nicht bei Supernovas erzeugt. Es ist also relativ selten, verglichen mit seinen Nachbarn Natrium oder Kalium. Erst recht wenn man die anderen Hauptgruppenelemente ansieht. Seine H&auml;ufigkeit ist in etwa so hoch wie bei einigen Nebengruppenelementen wie Blei, Kobalt, Kupfer, Zinn.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Geht uns dann das Lithium aus?<\/h3>\n<p>Diese Frage stellen sich angesichts des prognostizierten E-Mobnilit&auml;tsbooms viele. Klar ist: Der Bedarf durch Autos ist in keiner Weise mit dem zu vergleichen den Mengen an Lithium, die man bisher f&uuml;r Akkus von Handys oder Notebooks brauchte. Deren Kapazit&auml;t wurde in Wattstunden angegeben, eine Batterie f&uuml;r ein Auto dagegen in Kilowattstunden. Heute wird Lithium aus Sole gewonnen. Sie entsteht, wenn ein Meer oder sonstiges salzhaltiges Gew&auml;sser austrocknet. Dann fallen die Salze nach ihrer L&ouml;slichkeit aus. Lithiumsalze sind am besten l&ouml;slich, fallen also als Letztes aus bzw. werden durch Wasser als Erstes wieder aufgel&ouml;st. So gibt es entweder Ablagerungen von Lithiumsalzen oder es steckt in salzhaltigen Fl&uuml;ssigkeiten. Die Gewinnung ist trotzdem aufwendig, doch da der Preis durch die Nachfrage deutlich angestiegen ist \u2013 um den Faktor 7 in den letzten Jahren und heute Lithiumcarbonat 14 Dollar pro Kilogramm kostet, lohnt es sich. Nochmals teurer wird es das Metall aus den Verbindungen zu isolieren. Das geschieht durch Schmelzelektrolyse.<\/p>\n<p>Insgesamt m&uuml;ssen wir uns aber &uuml;ber die Menge keine Sorgen machen. Es gibt rund 16 Millionen Tonnen f&ouml;rderf&auml;hige Vorkommen (gerechnet als Lithiumkarbonat). 2017 wurden 35.000 Tonnen weltweit gef&ouml;rdert, also 1\/500-stel der Gesamtmenge. Bei Lithiumionenakkus macht das Lithium 1,67 % des Gewichts aus, das sind f&uuml;r einen Mittelklassewagen rund 10 kg bei 600 kg Batteriegewicht. Die 16 Millionen Tonnen reichen also rein theoretisch f&uuml;r 1,6 Mrd. Fahrzeuge. Aber schon wegen des Gewichts der Akkus sehe ich die Zukunft in kleinen Fahrzeugen mit kurzer Reichweite wie <a href=\"https:\/\/e-go-mobile.com\/de\/modelle\/e.go-life\/\">E.Go live<\/a> mit einer 100 kg schweren Batterie anstatt 600 kg in einem Fahrzeug mit 400 km Reichweite. Dann kommt man auf &uuml;ber 9 Milliarden Batterien, das sollte mit Recycling, das nun ja auch mal angegangen wird (warum jetzt erst?), ausreichen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Die Win-Win-Situation<\/h3>\n<p>Ich bin auf den heutigen Blog gekommen, weil ich die Sendung \u201e<a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/dokumentation\/planet-e\/planet-e-der-wahre-preis-der-elektroautos-100.html\">Der wahre Preis der Elektroautos<\/a>\u201c angesehen habe. Da wird neben der Umweltproblematik der Gewinnung von Lithium auch dessen &Ouml;kobilanz genannt. Ein elektrisch angetriebener Mittelklassewagen als Ersatz f&uuml;r einen Benziner hat eine miserable &Ouml;kobilanz. Er muss 114.000 km fahren, bis er in der &Ouml;kobilanz g&uuml;nstiger ist. Der kleine E.go mit 100 km Reichweite immer noch 25.000 km. Zweifel an den Zahlen habe ich nur bedingt, man mag die Zahlen diskutieren aber der h&ouml;here Energieaufwand schl&auml;gt sich ja auch in den viel h&ouml;heren Anschaffungskosten nieder und 114.000 km Strecke entsprechen rund 10.000 l Benzin \u2013 und dessen Preis kosten heute auch Elektroautos mehr.<\/p>\n<p>Was heute unwirtschaftlich ist, ist die scheinbar einfachste Gewinnung: aus dem Meerwasser. Dazu ist einfach im Meerwasser zu wenig Lithium pro Liter enthalten, im Mittel 180 ppb. Bevor man es aus dem Meerwasser gewinnen kann, muss man es <a href=\"https:\/\/www.samcotech.com\/is-it-possible-to-extract-lithium-from-seawater\/\">konzentrieren um den Faktor 300 bis 700<\/a>. Das ist nun ein Verfahren, das ich gut kenne, nur nutzt man bisher nicht die entstehende Sole, sondern das dabei entstehende salzfreie Wasser \u2013 Es ist die Meerwasserentsalzung. Es gibt daf&uuml;r einige Verfahren f&uuml;r die Entsalzung, die g&auml;ngigste ist die Umkehrosmose. Das Verfahren ist heute unwirtschaftlich, wenn man nur am Lithium interessiert ist. Doch was ist, wenn man das Abfallprodukt &#8222;salzfreies Wasser&#8220; nutzen kann? Meine Vision:<\/p>\n<p>Entlang der K&uuml;sten von Arabien und Afrikas bis zum subtropischen G&uuml;rtel, wo heute W&uuml;ste ist, entstehen direkt an der K&uuml;ste gro&szlig;e Solaranlagen. Im Prinzip k&ouml;nnen sie auch woanders stehen, wenn man das Wasser ins Landesinnere pumpt. Die Solaranlagen liefern den Strom f&uuml;r die Anlage, die zuerst Umkehrosmose betreibt, dann die Gewinnung von Lithium aus Meerwasser. Das Abfallprodukt Wasser kann von der Bev&ouml;lkerung genutzt werden, neben Trinkwasser bei den Mengen, von denen wir hier reden, reicht es auch f&uuml;r Landwirtschaft \u2013 die im Schatten der Panels auch leichter m&ouml;glich ist. Um die 10 kg Lithium zu gewinnen die man f&uuml;r eine 600-kg-Autobatterie eines Mittelklassewagens braucht, fallen bei 180 ppb Anteil im Wasser 55.000 m\u00b3 Trinkwasser an. Das reicht f&uuml;r eine ganze Plantage. Es bleibt aber der Energiebedarf: Nach <a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Admin\/Downloads\/sustainability-02-00980.pdf\">diesem Aufsatz<\/a> braucht man rund 60.000 kwh um 1 kg Lithium zu gewinnen. F&uuml;r die Batterie eines Mittelklassewagens sind das dann 600.000 kwh. Ein Test mit einigen Gebieten auf der arabsichen Halbinsel und am Mittelmeer ergab, das eine 1 kwp Anlage im Jahr rund 2000 kWh liefert. Eine 300 kwp Anlage liefert also pro Jahr nur das Lithium f&uuml;r eine Batterie, daf&uuml;r ben&ouml;tigt man dann rund 1500 m\u00b2 Fl&auml;che. Eine Anlage die j&auml;hrlich nur 10 Millionen dieser Batterien produzieren w&uuml;rde, belegt dann eine Fl&auml;che von 15.000 km\u00b2, das ist die Fl&auml;che von Th&uuml;ringen oder Schleswig Holstein, die sich aber &uuml;ber Tausende von Kilometern K&uuml;ste verteilen w&uuml;rde. Problematischer sind die Kosten. Wenn ich mal von einer Erfahrungskurve von 0,75 ausgehe und dem Preis, den hier eine 10 kwp Anlage kostet, liegt eine 300 kwp Anlage rund 130.000 \u20ac. 20 Jahre Betrieb gerechnet produziert sie 200 kg Lithium, die in Form von Lithiumphosphat heute 46.400 Dollar kosten, also rund 40.800 Euro. Das hei&szlig;t, heute ist der Strom viel zu teuer.<\/p>\n<p>Aber Lithium ist in den letzten Jahren um den Faktor 7 teurer geworden. Daneben liefern die Solaranlagen nach 20 Jahren immer noch 80 bis 85 Prozent der Leistung und bei Atomkraftwerken rechnen unsere Betreiber ja auch von einem halben Jahrhundert Betriebszeit. Wenn man l&auml;ngerfristig denkt, sieht es anders aus, auch wenn man das Abfallprodukt Trinkwasser verkauft. Bei nur 0,2 Euro pro Kubikmeter kommen so weitere 110.000 Euro zusammen, viel mehr als das Lithium wert ist (nebenbei: mit derselben Technologie kann man auch Uran und Gold aus dem Wasser gewinnen, das hebt die Wirtschaftlichkeit weiter an).<\/p>\n<p>Ich sehe hier eine Chance. Weniger f&uuml;r Energieunternehmen, als vielmehr f&uuml;r die &Ouml;lstaaten. Zum einen suchen die schon seit Langem nach einer Einkommensquelle, wenn das &Ouml;l mal zu Ende ist. Zum anderen betrieben diese Staaten schon Meerwasserentsalzung und mit dem Wasser Landwirtschaft. In einem ersten Schritt k&ouml;nnten sie die Sole die sie heute schon erzeugen weiter verarbeiten und Lithium gewinnen. In einem zweiten Schritt k&ouml;nnte das ihre Zukunftsindustrie werden.<\/p>\n<p>Die Fl&auml;che, die man so bewirtschaften kann, ist riesig, weil man so viel Wasser braucht, um Lithium zu gewinnen. In Deutschland regnet es im Mittel 800 mm\/m\u00b2\/Jahr. Bei einer Bew&auml;sserung mit 2000 mm\/m\u00b2\/Jahr w&uuml;rde eine 300 kwp Anlage rund 27.000 m\u00b2 Fl&auml;che mit Wasser versorgen k&ouml;nnen. Da das Wasser bei 0,2 \u20ac\/m\u00b3 rund 0,4 \u20ac\/m\u00b2 kosten w&uuml;rde, lohnt sich wirtschaftlich wohl eher Obst- und Gem&uuml;seanbau als Getreideanbau.<\/p>\n<p>Noch utopischer: Eine viel gr&ouml;&szlig;ere Fl&auml;che k&ouml;nnte man mit Wald bepflanzen. Da muss man nicht dauernd w&auml;ssern, ben&ouml;tigt zudem weniger Wasser und muss auch viel weniger Arbeit investieren. Damit w&uuml;rde ein weit vorausschauender &Ouml;lscheich nicht nur etwas f&uuml;rs globale Klima tun, sondern auch f&uuml;r das regionale und wer wei&szlig;, wie teuer Holz in 50 oder 100 Jahren ist, wenn man alle Regenw&auml;lder und die Taiga abgeholzt hat?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_14005\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"14005\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ein Schl&uuml;sselelement, auf das man immer wieder st&ouml;&szlig;t, wenn man von der Klimawende redet ist Lithium. 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Diesmal m\u00f6chte ich mich relativ kurz fassen und nur auf einen besonderen Aspekt eingehen, n\u00e4mlich den Gehalt an Omega-3-Fetts\u00e4uren in k\u00e4uflichen Pr\u00e4paraten. Aber zuerst ein paar Grundlagen. In der organischen Chemie gibt es ein Nomenklatursystem, um Chemikalien und Substanzen genau\u2026","rel":"","context":"In &quot;Ern\u00e4hrung&quot;","block_context":{"text":"Ern\u00e4hrung","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/ernaehrung\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/c87d2dda0f864e3e9949f7cb7c09df0d","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18643,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/04\/22\/reiches-endlager\/","url_meta":{"origin":14005,"position":5},"title":"Reiches Endlager","author":"Bernd Leitenberger","date":"22. April 2026","format":false,"excerpt":"Man ist ja von der derzeitigen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche einiges gewohnt. Mal will sie 40 neue Gaskraftwerke bauen, dann die F\u00f6rderung regenerativer Energien ab dem 1. Januar 2027 einstellen, schon jetzt bekommen nach einer Gesetzesreform Betreiber von Windkraftanlagen keine Verg\u00fctung mehr f\u00fcr Strom. den sie nicht einspeisen k\u00f6nnen, weil die\u2026","rel":"","context":"In &quot;M\u00fcnchhausens Kolumne&quot;","block_context":{"text":"M\u00fcnchhausens Kolumne","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/satire\/muenchhausen\/"},"img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14005","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/169"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14005"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14005\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14005"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14005"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14005"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}