{"id":14291,"date":"2019-09-16T09:58:27","date_gmt":"2019-09-16T07:58:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=14291"},"modified":"2019-09-16T10:03:52","modified_gmt":"2019-09-16T08:03:52","slug":"treibstoff-weglassen-nuetzlich-oder-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2019\/09\/16\/treibstoff-weglassen-nuetzlich-oder-nicht\/","title":{"rendered":"Treibstoff weglassen \u2013 n&uuml;tzlich oder nicht?"},"content":{"rendered":"<p>Eine bei Raketen mit fl&uuml;ssigen Treibstoffen eher seltene Praxis ist das Weglassen von Treibstoff. Bei Feststoffantrieben ist es h&auml;ufiger vorkommend, um sie an die Masse des Satelliten anzupassen, wenn die Ausgangsbahn fest ist, z.B. bei einem Doppelstart oder dem Aussetzen mit dem Space Shuttle.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/3e801b57365d48e78598c24c83ca4a80\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><!--more--><\/p>\n<p>Das man bei einer Rakete mit fl&uuml;ssigem Treibstoff, wegl&auml;sst wird, kommt selten vor. Ich kenne nur zwei Beispiele. Das eine ist die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane4.shtml\">Ariane 4<\/a>. Nachdem man die erste Stufe verl&auml;ngert hatte, das sie rund 70 t mehr Treibstoff aufnahm konnte sie bei gleichem Schub der Triebwerke voll betankt gar nicht mehr abheben. Bei den Versionen ohne Booster oder mit nur zwei Boostern wurde daher Treibstoff weggelassen. Die zweite Anwendung gibt es bei den ATV Fl&uuml;gen der Ariane 5. Da das <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/atv-aktuell.shtml\">ATV<\/a> &uuml;ber 20 t wiegt, die EPS Stufe aber nur 3 t Schub hat und zudem mittelenergetische Treibstoffe wird sie nur zur H&auml;lfte mit Treibstoff beladen. Die Vulcan k&ouml;nnte, wenn man einer Ver&ouml;ffentlichung f&uuml;r die Startmassen glaubt, auch nur teilbef&uuml;llt sein, wenn sie ohne Booster startet.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Normalfall: Booster ben&ouml;tigt<\/h3>\n<p>Normal ist bei einer Rakete, die um Booster erweitert wurde, oder schon mit diesen konzipiert wurde, dass sie nicht ohne sie abheben kann. Das ist so bei der H-II, Ariane 5, Delta 2. Bei, der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/delta.shtml\">Delta<\/a> kann man diese Entwicklung sogar an Entwicklungsschritten festmachen. Es begann mit der Thor mit 48 t Startmasse, dann folgte die Long Tank Thor mit 70 t Startmasse, die Extended Long Tank Thor mit 84 t Masse und zuletzt die XLT Thor mit 104 t Startmasse. Die erste Version hatte noch drei Booster mit je 4,4 t Masse und die letzte neun mit je 13 t Masse als Startunterst&uuml;tzung.<\/p>\n<p>Als Extremfall kann man die Ariane 5 ansehen. Eine <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane5.shtml\">Ariane 5<\/a> ohne Booster w&uuml;rde mit der maximalen Nutzlast und gr&ouml;&szlig;ten Oberstufe (ESC-B) rund 238 t wiegen, das Vulcain 2 hat aber nicht mal 100 t Bodenschub. Man ben&ouml;tigte drei anstatt einem Triebwerk damit sie ohne Booster abheben kann. W&auml;hrend der Brennzeit der Booster verbraucht sie Treibstoff und wird leichter, aber bei Brennschluss der Booster wurde noch nicht so viel Treibstoff verbraucht, dass die Beschleunigung &uuml;ber 1 g liegt. Die Rakete lebt also davon, dass die Booster eine hohe Vertikalbeschleunigung aufbauen. Wegen derselben Konzeption bei der Ariane 6 resultiert bei nur zwei Boostern daher auch ein deutlicher Nutzlastverlust.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Warum Weglassen von Treibstoff doch n&uuml;tzlich sein kann<\/h3>\n<p>Der offensichtlichste Vorteil ist, dass man eine Option mehr hat, nat&uuml;rlich sind Feststoffbooster viel preiswerter als die Zentralstufe mit fl&uuml;ssigen Treibstoffen. Aber wenn man deren Nutzlast gar nicht ausnutzt, hat man eine M&ouml;glichkeit Kosten zu sparen. Das betrifft vor allem Raketen, die auf GTO-Bahnen ausgelegt sind aber auch LEO- oder SSO-Nutzlasten starten. So entfiel kein einziger Start der kleinsten Ariane 4, Ariane 40 auf GTO-Starts. Alle sieben Starts gingen in den SSO. &Auml;hnliches gilt f&uuml;r die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/atlas-v.shtml\">Atlas V<\/a>. Bisher gab es keinen Start der kleinsten Version, Atlas 401 die auch nur die volle LEO Nutzlast ausnutzte, denn daf&uuml;r ben&ouml;tigt man die Centaur mit zwei Treibwerken (DEC-Centaur).<\/p>\n<p>Gibt es mehrere Boostervarianten, so kann man die Zentralstufe ao auslegen, dass sie optimal auf die gr&ouml;&szlig;te Boosterzahl ausgelegt ist und bei weniger Boostern, mithin auch weniger Schub Treibstoff weglassen.<\/p>\n<p>Die Brenndauer verl&auml;ngert sich nat&uuml;rlich durch die Mehrzuladung an Treibstoff. Ein gr&ouml;&szlig;erer Teil entf&auml;llt auf den Betrieb im Vakuum, was die Nutzlast erh&ouml;ht, da dort der Schub und spezifischer Impuls h&ouml;her sind.<\/p>\n<p>Da die Trennung bei einer h&ouml;heren Geschwindigkeit stattfindet, kann man eine gr&ouml;&szlig;ere Oberstufe mitf&uuml;hren oder bei einer bestehenden Oberstufe mit weniger Schub auskommen, z.B. einem anstatt zwei Triebwerken. Das reduziert die Kosten.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Der offensichtliche Nachteil<\/h3>\n<p>\u2026 ist, das man einen Tank hat, der viel gr&ouml;&szlig;er ist, als eigentlich ben&ouml;tigt. Allerdings ist der Nachteil nicht so riesig. Bei gro&szlig;en Raketen (&uuml;ber 100 t Treibstoff) wiegt ein Tank bei einer mittleren Dichte des Treibstoffs von etwa 1 (so gegeben bei LOX\/Kerosin, aber auch NTO\/Hydrazine) etwa 1\/70-stel des Inhalts. Bei einer LOX-Kerosinrakete wiegt der Tank normalerweise weniger als die H&auml;lfte der Stufe.<\/p>\n<p>Bei LOX\/LH2 ist das Verh&auml;ltnis schlechter, denn der Treibstoff hat eine niedrigere Dichte. Trotzdem k&ouml;nnen sehr gro&szlig;e Taks 1\/20 bis 1\/25 des Inhalts wiegen. Bei einer gro&szlig;en LOX\/LH2 Stufe macht der Tank typisch <sup>2<\/sup>\/<sub>3<\/sub> bis \u00be des Gewichts aus.<\/p>\n<p>Das bedeutet \u2013 selbst wenn der Tank doppelt so schwer ist, steigt das Strukturgewicht der Stufe nur um ein Viertel bis die H&auml;lfte an. Das klingt zuerst dramatisch, aber das Strukturgewicht macht ja nur 1\/12 (LOX\/Lh2) bis 1\/20 (LOX\/Kerosin) einer gro&szlig;en Stufe aus und dazu kommt noch das Gewicht der Oberstufe und Nutzlast das ja konstant bleibt.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Nachgerechnet<\/h3>\n<p>Ich habe dies einmal mit drei Beispielen nachgerechnet. Ich will sie zuerst vorstellen und erkl&auml;ren:<\/p>\n<p>Als historische Vorlage habe ich die Delta G\/L gew&auml;hlt. Zwischen diesen beiden Versionen wurde die Thor durch die l&auml;ngere Version ersetzt. Das erlaubt es eine hypothetische Version zu untersuchen, welche die LTT Thor einsetzt, aber eben nicht voll gef&uuml;llt und diese mit der Delta L zu vergleichen.<\/p>\n<p>Als moderne Beispiele habe ich die Delta 4M und Atlas V 401 gew&auml;hlt. Anders als bei der historischen Vorlage ist man aber nun frei in der Menge des Treibstoffs, der zugeladen wird. Ich habe drei F&auml;lle untersucht und zwar:<\/p>\n<ul>\n<li>Beschleunigung nach Boosterabtrennung mit 0,7 g \u2013 auf dieses Level sinkt die Beschleunigung bei Ariane 5G bei Brennschluss der Booster<\/li>\n<li>Beschleunigung nach Boosterabtrennung mit 1,0 g \u2013 Zwischenniveau<\/li>\n<li>Beschleunigung nach Boosterabtrennung mit 1,3 g \u2013 sichere Beschleunigung, die viele Stufen beim Start haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei der Delta G \u2192 L kostet die kleinere <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/thor.shtml\">Thor<\/a> 75 kg GTO Nutzlast \u2013 relativ viel bei 300 kg GTO Nutzlast. Bei LEO ist es genauso 1200 zu 750 kg. Das ist eine Ansage. Allerdings ist die Thor auch die leistungsf&auml;higste der Stufen. Sie hat den h&ouml;chsten spezifischen Impuls, einen hohen Schub und eine geringe Leermasse \u2013 31 t mehr bei Verl&auml;ngerung der stufe bei nur 700 kg mehr Leermasse. Das muss bei den modernen Stufen nicht so deutlich sein.<\/p>\n<p>Bei den hypothetischen neuen Versionen ist es so, dass prinzipiell die Nutzlast der Versionen ohne Booster sinkt \u2013 man kann ja die Stufen bei ihnen nicht voll f&uuml;llen, hat aber die h&ouml;here Leermasse als Nachteil. Bei den Versionen mit vielen Boostern (ich habe jeweils die Maximalzahl also f&uuml;nf bei der atlas V und vier bei der Delta 4 genommen) ist es dagegen so das sie profitieren sollten.<\/p>\n<p>Bei der Atlas mit ihren 3.152 kN Schub im Vakuum resultieren bei 7, 10 und 13 m\/s Beschleunigungen Restmassen von 593, 314 und 320 t. Ich bin im Folgenden von einer konstanten Masse der Restrakete von 38 t ausgegangen. Das entspricht rund 12 t Maximalnutzlast bei der kleinsten Version. So resultieren bei 1\/70 Trockenmassenanteil der Zusatzmasse folgende Daten f&uuml;r die Atlas 551:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"20%\">Rakete<\/th>\n<th width=\"20%\">Vollmasse CCB<\/th>\n<th width=\"20%\">Leermasse CCB<\/th>\n<th width=\"20%\">Nutzlast LEO<\/th>\n<th width=\"20%\">Nutzlast Fluchtbahn<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Atlas 551<\/td>\n<td width=\"20%\">305,440 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">21,351 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">15.200<\/td>\n<td width=\"20%\">6.500 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Verl&auml;ngert, 13 m\/s Beschleunigung<\/td>\n<td width=\"20%\">320,000 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">21,559 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">15.400 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">6.800 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Verl&auml;ngert, 10 m\/s Beschleunigung<\/td>\n<td width=\"20%\">414,000 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">22,901 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">18.000 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">8.100 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Verl&auml;ngert, 7 m\/s Beschleunigung*<\/td>\n<td width=\"20%\">500.000 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">24.164 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">17.200 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">8.500 kg<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der Stern (*) zeigt an, das die angegebenen 500 t nicht der Vorgabe entspricht, das w&auml;ren 593.000 kg. Allerdings sinkt dann die Startbeschleunigung auch bei f&uuml;nf Boostern so stark ab, das die Nutzlast wieder abf&auml;llt. Ich habe schlie&szlig;lich eine CCB mit 500 t Startmasse modelliert, die mit 1,25 g startet. Die Nutzlast f&uuml;r hohe Geschwindigkeiten steigt erst stark an, dann aber schw&auml;cher. Bei der LEO Nutzlast ist es so, das hier die gr&ouml;&szlig;te Version sogar von Nachteil ist. Die Centaur mit nur einem Triebwerk muss dann 40 t Masse beschleunigen und das ist zu viel f&uuml;r die nur 10 t Schub des einzelnen RL10.<\/p>\n<p>und hier dieselbe Berechnung f&uuml;r die Basisversion, bei der man nat&uuml;rlich nicht mehr Treibstoff zuladen kann, sondern nur die Trockenmasse erh&ouml;ht ist.<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"20%\">Rakete<\/th>\n<th width=\"20%\">Vollmasse CCB<\/th>\n<th width=\"20%\">Leermasse CCB<\/th>\n<th width=\"20%\">Nutzlast LEO<\/th>\n<th width=\"20%\">Nutzlast Fluchtbahn<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Atlas 401<\/td>\n<td width=\"20%\">305,440 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">21,351 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">9.252 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">3.730 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Verl&auml;ngert, 13 m\/s Beschleunigung<\/td>\n<td width=\"20%\">305.648 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">21,559 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">9.140 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">3.730 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Verl&auml;ngert, 10 m\/s Beschleunigung<\/td>\n<td width=\"20%\">306.990 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">22,901 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">8.786 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">3.600 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Verl&auml;ngert, 7 m\/s Beschleunigung<\/td>\n<td width=\"20%\">308.353 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">24.164 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">8.507 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">3.420 kg<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Es handelt sich bei den Nutzlasten um die mit meiner Simulation errechneten. Diese sind meist h&ouml;her als die realen, da ich mit vereinfachten Modellen arbeite, so gibt es keine Steuerungsverluste und die Rakete nimmt die energetisch g&uuml;nstigste Bahn, dies muss nicht gegeben sein, z.B. um die aerodynamische Belastung zu verringern. Man sieht: die Verl&auml;ngerung kostet bei der Basisversion rund 300 bis 700 kg Nutzlast. Die Differenz wird mit zunehmender Geschwindigkeit kleiner. Bei GTO-Bahnen denke ich sind es um 400 bis 500 kg.<\/p>\n<p>F&uuml;r die Atlas folgt damit gegen&uuml;ber einer Teilbef&uuml;llung ein kleiner Nutzlastverlust bei der Version ohne Booster in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von unter einer Tonne. Daf&uuml;r kann man bei der gr&ouml;&szlig;ten Version die Nutzlast f&uuml;r einen LEO um 3 t steigern und f&uuml;r eine Fluchtbahn um 1,6 t. Das halte ich f&uuml;r attraktiv. Als optimalste Version stellt sich eine CCB von etwa 414 t Maximalstartmasse heraus, das m&uuml;sste man durch weitere Simulationen dann noch genauer bestimmen. Bei weniger Boostern w&uuml;rde man entsprechend die Treibstoffzuladung anpassen.<\/p>\n<p>Dasselbe nun bei der Delta 4M:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"20%\">Rakete<\/th>\n<th width=\"20%\">Vollmasse CBC<\/th>\n<th width=\"20%\">Leermasse CBC<\/th>\n<th width=\"20%\">Nutzlast LEO<\/th>\n<th width=\"20%\">Nutzlast Fluchtbahn<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Delta 4M<\/td>\n<td width=\"20%\">226,400 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">26,760 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">9.500 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">3.250 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Verl&auml;ngert, 13 m\/s Beschleunigung<\/td>\n<td width=\"20%\">215,560 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">26,760 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">8.700 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">3.000 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Verl&auml;ngert, 10 m\/s Beschleunigung<\/td>\n<td width=\"20%\">226,400 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">29,394 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">8.600 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">3.000 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Verl&auml;ngert, 7 m\/s Beschleunigung<\/td>\n<td width=\"20%\">226,400 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">31.720 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">7.800 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">2.000 kg<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Und mit vier Boostern:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"20%\">Rakete<\/th>\n<th width=\"20%\">Vollmasse CBC<\/th>\n<th width=\"20%\">Leermasse CBC<\/th>\n<th width=\"20%\">Nutzlast LEO<\/th>\n<th width=\"20%\">Nutzlast Fluchtbahn<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Delta 4M (5,4)<\/td>\n<td width=\"20%\">226,400 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">26,760 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">13.600 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">5.800 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Verl&auml;ngert, 13 m\/s Beschleunigung<\/td>\n<td width=\"20%\">215,560 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">26,760 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">14.500 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">5.500 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Verl&auml;ngert, 10 m\/s Beschleunigung<\/td>\n<td width=\"20%\">292.000 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">29,394 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">13.800 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">6.700 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Verl&auml;ngert, 7 m\/s Beschleunigung<\/td>\n<td width=\"20%\">350.000 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">31.720 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">15.500 kg*<\/td>\n<td width=\"20%\">6.600 kg<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der Stern (*) zeigt an, dass ich hier auf ein Zweiimpulsman&ouml;ver ausgewichen bin. Bei nur einer Brennperiode erreiche ich keinen stabilen Orbit. Allerdings d&uuml;rfte ein Zweiimpulsman&ouml;ver auch bei den anderen Versionen die Nutzlast anheben.<\/p>\n<p>Man sieht: die Delta 4 ist schon relativ gut optimiert. Das zeigt auch das die Version mit 13 m\/s Beschleunigung kleiner als die derzeitige CBC ist. Eine teilbef&uuml;llte, gr&ouml;&szlig;ere Zentralstufe w&uuml;rde die Nutzlast bei der kleinsten Version ohne Booster leicht bis stark absenken. Bei vier Boostern resultiert ein Gewinn, doch er ist selbst bei Fluchtgeschwindigkeit nur ein Achtel der bisherigen Nutzlast. Eventuell w&auml;re das beim Einsatz von sechs oder acht Boostern anders, solche Versionen hat Boeing evaluiert, sie werden aber nicht nachgefragt.<\/p>\n<p>Bei beiden Tr&auml;gern weicht bei 13 m\/s Startbeschleunigung die Zentralstufe nicht stark von der existierenden ab, bei der Atlas ist sie etwas schwerer, bei der Delta sogar etwas kleiner. Bei beiden war die Beschleunigungsstufe von 7 m\/s zu Brennschluss der Booster nicht realisierbar, weil dann die Zentralstufen so schwer waren, dass sie nicht mehr sicher abhoben. Ebenfalls bei beiden Tr&auml;gern ist das Optimum gegeben, wenn die Zentralstufe bei Brennschluss noch etwa mit 1 g beschleunigt.<\/p>\n<p>Das die Delta nicht so viel besser abschneidet hat einleuchtende Gr&uuml;nde. Bei Wasserstoff\/Sauerstoff als Treibstoff ver&auml;ndert sich gegen&uuml;ber Kerosin\/LOX bei den teilbef&uuml;llten Stufen Folgendes:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Masse des Tanks zu Brennschluss steigt viel st&auml;rker an, mithin sinkt die Nutzlast st&auml;rker. Bei zwei Stufen kann man in etwa davon ausgehen das 400 kg bis 500 kg mehr Masse beim Brennschluss etwa 100 kg weniger Nutzlast entsprechen. Das ist aber systemimmanent, denn Wasserstoff\/LOX hat nun mal dreimal gr&ouml;&szlig;ere Tankvolumina als LOX\/Kerosin.<\/li>\n<li>Die Beerenzeit der Booster steht fest und ist relativ kurz (bei beiden Tr&auml;gern unter 100 s). Da durch den h&ouml;heren spezifischen Impuls LH2\/LOX in dieser Zeit f&uuml;r denselben Schub weniger Treibstoff verbraucht als LOX\/Kerosin, wurde bei Abtrennung der Booster weniger Treibstoff verbraucht und entsprechend wiegt die Rakete noch mehr. Das bedeutet, das man den Tank nicht so stark verl&auml;ngern kann wie bei LOX\/Kerosin.<\/li>\n<li>Nun f&auml;llt die Beschleunigung ab, da die Booster keinen Schub mehr liefern. Von nun an beschleunigt die Rakete kaum noch vertikal oder verliert sogar in dieser Richtung Geschwindigkeit. Bedingt durch die insgesamt l&auml;ngere Brennzeit ben&ouml;tigt aber eine LOX\/LH2 Stufe mehr Zeit um die Orbitalgeschwindigkeit zu erreichen, bei der dies dann bedeutungslos ist. Das hei&szlig;t, will man eine stabile Umlaufbahn haben, so muss man bei h&ouml;herer Beschleunigung abtrennen und die Vertikalkomponente, die nicht zur Kreisbahngeschwindigkeit beitr&auml;gt, ist h&ouml;her.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alle drei Gr&uuml;nde zusammen f&uuml;hren dazu, das das Offloading bei Treibstoffen hoher Dichte und geringem Impuls (man k&ouml;nnte hier auch NTO\/Hydrazine als Referenz nehmen) attraktiver ist.<\/p>\n<p>Weiterhin von Vorteil w&auml;re auch eine m&ouml;glichst lange Brennzeit der Booster. Die Booster von Ariane 5, Space Shuttle und <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/titan34.shtml\">Titan<\/a> erreichen 130 bis 140 s Brennzeit das sind 40 bis 50 s mehr als bei den Boostern von Delta 4 und Atlas V und damit auch mehr Zeit f&uuml;r den Abbau des Treibstoffs. Entsprechend mehr kann man die Stufe verl&auml;ngern. Nat&uuml;rlich muss dann auch noch der Startschub ausreichen, doch das geht schon heute relativ gut, indem man ein Segment so auslegt, das es beim Start einen hohen Schub liefert, der dann aber bald abf&auml;llt.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite haben wir ein Konzept wie die Ariane 5. Bei ihr verzichtet man auf die M&ouml;glichkeit ohne Booster abzuheben. Daf&uuml;r ist die Zentralstufe so ausgelegt, dass sie gerade mal den n&ouml;tigen Schub hat, um die Nutzlast im Orbit abzusetzen. F&uuml;r schwerere Oberstufen braucht man daher das schubst&auml;rkere Vulcain 2. Angesichts des Preises eines Vulcain ist die Entscheidung wirtschaftlich sinnvoll. Bei der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane6.shtml\">Ariane 6<\/a> mit im Prinzip dem gleichen Konzept reduziert dann aber eine relativ hohe Nutzlastabnahme bei nur zwei Boostern. Warum man hier das Konzept nicht mehr flexibilisiert hat z.B. auch drei und sechs Booster vorsieht, entzieht sich meinem Verst&auml;ndnis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine bei Raketen mit fl&uuml;ssigen Treibstoffen eher seltene Praxis ist das Weglassen von Treibstoff. Bei Feststoffantrieben ist es h&auml;ufiger vorkommend, um sie an die Masse des Satelliten anzupassen, wenn die Ausgangsbahn fest ist, z.B. bei einem Doppelstart oder dem Aussetzen mit dem Space Shuttle.<\/p>\n","protected":false},"author":169,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-14291","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-raumfahrt","entry"],"a3_pvc":{"activated":false,"total_views":443,"today_views":0},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":18449,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/10\/16\/das-v4-wirds-schon-richten-2\/","url_meta":{"origin":14291,"position":0},"title":"Das V4 wirds schon richten (2)","author":"Bernd Leitenberger","date":"16. 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