{"id":14456,"date":"2019-12-13T19:34:11","date_gmt":"2019-12-13T18:34:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=14456"},"modified":"2019-12-14T13:55:35","modified_gmt":"2019-12-14T12:55:35","slug":"der-schneider-amstrad-cpc-6128-und-das-joyce-man-haette-mehr-draus-machen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2019\/12\/13\/der-schneider-amstrad-cpc-6128-und-das-joyce-man-haette-mehr-draus-machen-koennen\/","title":{"rendered":"Der Schneider \/ Amstrad CPC 6128 und das Joyce \u2013 man h&auml;tte mehr draus machen k&ouml;nnen."},"content":{"rendered":"<p>Die ct\u2018 hat dieses Jahr zwei Retro-Ausgaben herausgebracht, die sich mit alten Computern wie dem C64, Spectrum, Amiga oder Atari ST besch&auml;ftigten. Das hat mich dazu gebracht mich wieder mehr mit alten Computern zu besch&auml;ftigen. Ich dachte zuerst daran einen Artikel &uuml;ber das Bankswitching und wie es im CPC 6128 funktionierte zu schreiben, doch bei der Recherche daf&uuml;r entdeckte ich das es da schon gen&uuml;gend gute Quellen gibt. Aber es hat mich dazu inspiriert, mal einen \u201eRetro-Wir-Wissen-es-besser\u201c Aufsatz zu schreiben. Gut ist aus der Retroperspektive immer m&ouml;glich, aber ich denke meine Ideen sind zumindest diskutabel.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/3cd5fa1dce1b4a2da98e963f9f385a9f\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><!--more--><\/p>\n<p>Aber fangen wir mal mit etwas Pers&ouml;nlichem an. Das Vorg&auml;ngermodell CPC 464 war mein zweiter Computer. Mein erster war ein Ti 99\/4A. Von ihm trennte ich mich bald, zum einen weil ich ihn als langsam empfand, was dann beim Lesen von Tests best&auml;tigt wurde, vor allem, aber weil zweimal kurz nacheinander der Tuner meines Fernsehers zum Totalschaden wurde und das Einzige was ich anschloss war eben dieser Computer. Alle 1-2 Monate einen neuen Tuner konnte ich mir nicht leisten.<\/p>\n<p>Ich habe dann &uuml;ber zwei Jahre gewartet mit einem Neukauf, weil ich mit keinem der angebotenen Modelle zufrieden war. Entweder waren sie zu teuer oder billig verarbeitet wie der Spectrum oder mit einem spartanischen BASIC wie der C64. Der CPC &uuml;berzeugte mich sofort. Er hatte einen Monitor mit dabei, 80 Zeichendarstellung, was bei Heimcomputern die absolute Ausnahme war, einen guten Grafikmodus, 64 K RAM, von dem viel mehr nutzbar war als bei der Konkurrenz und er war bezahlbar. Ich g&ouml;nnte mir nach dem schriftlichen Abitur sogar die Version mit Farbmonitor. Recht bald kamen dann noch ein Diskettenlaufwerk und ein Drucker dazu. Sp&auml;ter eine Doppelfloppy von Vortex (die von Amstrad hatten das ungew&ouml;hnliche Format 3 Zoll und die Disketten waren sehr teuer) und sp&auml;ter ebenfalls von Vortex eine Speichererweiterung auf 512 kb, die mir unter CP\/M eine komfortable RAM Floppy erm&ouml;glichte und damit bequemes Arbeiten. Mein Arbeiten verlagerte sich auch nach einem Jahr von BASIC auf CP\/M. Ich nutzte Word-Star und Dbase und programmierte in Turbo Pascal und Assembler. Ich habe selbst als der CPC kaputtging mir nicht das Nachfolgemodell gekauft, sondern den gleichen Rechner wieder. So benutze ich ihn bis zum Ende meines Studiums, das war 1993, also &uuml;ber acht Jahre \u2013 so lange wie seitdem keinen Rechner.<\/p>\n<p>Den CPC 6128 habe ich nie besessen. Rationaler Grund war das mir die Aufteilung des Tastenfelds nicht gefiel und das kurze Design, zudem fand ich konnte man die 128 KB nur unzureichend nutzen. Sie sind deswegen auch Aufh&auml;nger f&uuml;r den Artikel. Wenn ich ehrlich bin: ich habe mich wohl ge&auml;rgert: Ich zahlte im Februar 1985 1398.- f&uuml;r den Rechner und 899.- f&uuml;r die Floppy. Zusammen also 2297.- Wenige Monate sp&auml;ter erschien der CPC 664 mit integrierter Floppy f&uuml;r 1998.- Schon 300 DM billiger und wieder einige Monate sp&auml;ter der CPC 6128 mit verdoppeltem Speicher f&uuml;r 2098.- Immer noch billiger und unter CP\/M mit einer TPA (Transistent Program Area \u2013 der Speicher der f&uuml;r Anwendungsprogramme &uuml;brig blieb), die f&uuml;r alle Programme, die es gab, ausreichte. Bei den vorherigen Modellen war sie wegen des 16 KByte gro&szlig;en Bildschirmspeichers relativ klein, reichte aber trotzdem f&uuml;r Wordstar, Multiplan und Dbase aus.<\/p>\n<p>Aber das Design des CPC 6128 basiert auf dem CPC 464 und deswegen kann ich dr&uuml;ber schreiben. Es geht &uuml;ber das Bank Switching und wie es clever genutzt wird. Die grundlegende Technik ist bei allen Rechnern die gleiche, nur die Umsetzung variiert. Ein 8-Bit-Prozessor wie der 8080, Z80, 6502 oder 680x kann mit 16 Adressleitungen maximal 64 KByte adressieren. Will man mehr Speicher adressieren, so ben&ouml;tigt man eine zus&auml;tzliche Schaltung. Das kann entweder ein daf&uuml;r spezialisierter Zusatzbaustein sein, eine MMU (Memory Management Unit) das ist die beste und flexibelste, aber auch teuerste L&ouml;sung. Der C128 hatte eine solche MMU an Bord. Alternativ realisiert man dies mit Zusatzbausteinen. Das kann geschehen mit Bausteinen der 74xxx Serie. Flipflops k&ouml;nnen einen Zustand speichern \u2013 man wird die Bank mit einem Befehl wechseln, aber dann muss der Zustand auch aufrechterhalten werden. Ein Element wie das 74138 kann aus drei Eingansadressleitungen dann ein Signal auf einem von 8 Ausgangsleitungen erzeugen. Das nutzt man, um bis zu acht Chips anzusprechen. In der Regel wird man aber eine eigene Schaltung daf&uuml;r entwickeln. So auch beim CPC 464 bis 6128. Die 74xxx L&ouml;sung verwenden aber Bastelprojekte, so die Zeitschrift ct\u2018, die den 6128 von 128 auf 512 kb aufbohrte und zur Selektion der Bank ein 74138 nutzte. Technisch geht dies so, das jeder RAM-Chip aber auch jedes ROM eine Reihe von Steuerleitungen hat, &uuml;ber die ihm der Prozessor signalisiert das er von ihm etwas will. Ansonsten reagiert es nicht auf Daten am Datenbus oder Adressbus. F&uuml;r einen Lesezugriff muss er die Read-Leitung aktivieren, f&uuml;r einen Schreibzugriff die Write Leitung. Doch das alleine reicht nicht aus. Nur wenn eine weitere Leitung \u2013 auf CPU Seite hei&szlig;t sie Chip Select (CS), auf Speicher Seite Memory Request (Msel) aktiv ist, f&uuml;hlt sich der Baustein auch angesprochen. So kann man in einem System viele Speicherbausteine verbauen und &uuml;ber eine Schaltung, die CS jeweils zur richtigen Msel Leitung zieht, wird dann nur ein Speicherbaustein (hoffentlich der richtige) angesprochen. Bank Switching ist nichts anderes als mehr dieser CS-MSel Verbindungen herzustellen, als der Prozessor von Natur aus hat.<\/p>\n<p>Aber kommen wir mal zur Speicherarchitektur des CPC 464. Was ich erst nach dem Kauf erfuhr: die war sehr ausgekl&uuml;gelt. Ich wusste zwar damals schon von der 64 K Grenze, ging aber davon aus, das ein Hersteller alles tut, um dem Nutzer die 64 K RAM vollst&auml;ndig zur Verf&uuml;gung zu stellen. Das bei vielen Rechnern wie dem C64 oder der MSX Serie das ROM Teile des Arbeitsspeichers verdeckte und der nur mit Assemblerprogrammen nutzbar war, wusste ich damals nicht. Am schlimmsten war das bei den MSX Rechnern, bei denen es keinen Unterschied zwischen 32 und 64 K RAM unter BASIC gab.<\/p>\n<p>Beim CPC 464\/664 sah die Speicher aufteil so aus:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"25%\">Adresse<\/th>\n<th width=\"25%\">ROM<\/th>\n<th width=\"25%\">RAM<\/th>\n<th width=\"25%\">Erweiterung<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">0000 &#8211; 3FFFF<\/td>\n<td width=\"25%\">Betriebssystem<\/td>\n<td width=\"25%\">BASIC Programm<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">4000 \u2013 7FFF<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<td width=\"25%\">BASIC Programm<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">8000 &#8211; BFFF<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<td width=\"25%\">BASIC Programm \/ reseverierter Bereich<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">C000 -FFFF<\/td>\n<td width=\"25%\">BASIC Interpreter<\/td>\n<td width=\"25%\">Bildschirmspeicher<\/td>\n<td width=\"25%\">RSX-ROM<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der Speicher war in vier Banks von je 16 KB Gr&ouml;&szlig;e aufgeteilt. Ein Schreibzugriff ging immer in das RAM. Beim Lesezugriff hing es von der selektierten Bank ab.<\/p>\n<p>Da der Z80 bei Anlegen der Stromversorgung bei Adresse 0 das Programm ausf&uuml;hrt, war da beim Einschalten das Betriebssystem ROM aktiv. Es enthielt die grundlegenden Routinen f&uuml;r das Ansprechen der anderen Bausteine, Interrupts, Speichern auf Kassette, Bildschirmausgabe und den Editor sowie den Zeichensatz. Parallel dazu lag der Bereich, bei dem ein BASIC-Programm abgelegt wurde, mit Ausnahme der ersten Bytes. Dorthin kopierte der BASIC-Interpreter sieben Restartroutinen. Restarts sind beim Z80 Routinen auf festen Adressen (0-56 in 8 Byte Schritten), die mit einem Opcode aufgerufen werden k&ouml;nnen. Diese Routinen hatten bis auf eine, die vom Nutzer belegt werden konnten, alle mit dem Bankswitching zu tun. So konnte eine Routine aus den untersten 16 KByte das Betriebssystem aufrufen, obwohl das im selben Speicherbereich lag. Sie waren auch auf Erweiterungen ausgelegt. So gab es die M&ouml;glichkeit im oberen Speicher weitere ROM hinzuzuf&uuml;gen und ein ROM konnte &uuml;ber einen Restart eine Routine in einem anderen ROM davor oder dahinter aufrufen. So waren Programme m&ouml;glich die mehrere ROMS ben&ouml;tigten.<\/p>\n<p>Die n&auml;chsten 16 K waren immer aktiv und nahmen ebenfalls das BASIC-Programm auf, wie der untere Teil des n&auml;chsten Blocks. Oben in dem dritten Block befanden sich aber der Stack, Puffer und eine Sprungleiste zu Betriebssystemroutinen, die automatisch das Betriebssystem einblendeten, dann konnte, jedes obere ROM beginnend mit dem BASIC Interpreter, darunter eigene Puffer anlegen und die Speicherobergrenze erniedrigen. In der Retroperspektive fand ich einige Buffer recht gro&szlig;z&uuml;gig dimerisiert, trotzdem hatte der Rechner mit 43903 freien Bytes den gr&ouml;&szlig;ten nutzbaren Speicher zu seiner Zeit.<\/p>\n<p>In den obersten 16 KByte befand sich der Bildschirmspeicher. Das war f&uuml;r einen 8 Bitter ziemlich gro&szlig;. Andere Rechner begn&uuml;gten sich mit 6 KByte wie der C64 oder Sprectrum, erm&ouml;glichte aber auch mehr Bildpunkte und einen hochaufl&ouml;senden Modus, der sogar die Grafikf&auml;higkeiten des IBM PC &uuml;bertraf. Nach Initialisierung des Betriebssystems wurden die oberen ROMS initialisiert. Das begann mit dem BASIC Interpreter und ging dann &uuml;ber die Erweiterungsroms, die man entweder intern verbaute oder extern anschloss. Wer ein Ger&auml;t mit Floppy hatte, hatte eines dieser ROMS immer verbaut, das war das das AMSDOS mit #7. Ich hatte noch eine Speichererweiterung mit #6. Um die Erweiterungen unter BASIC anzusprechen, konnte jedes ROM im oberen Bereich Befehle mit Sprungadressen ablegen, die dann mit dem | begannen wie |CPM oder |Bank. Sie konnte man in das BASIC-Programm einbauen.<\/p>\n<p>Insgesamt also eine durchdachte Systemarchitektur, bei der der Speicher gut gen&uuml;tzt wurde und die auf Erweiterung ausgelegt war. So gab es auch unz&auml;hlige Erweiterungen, die meisten schafften es leider nicht auf den deutschen Markt, sondern gab es nur in England, von wo der Rechner kam. Dort hatte er auch einen gro&szlig;en Marktanteil, von mehr als 50 %.<\/p>\n<p>Man sieht: Bank-Switching gab es schon, nur eben beschr&auml;nkt auf ROMs. So war es auch einfach das Modell zu erweitern und das tat man beim CPC 6128. Was den Rechner aber einholte, war der Fluch der Komptabilit&auml;t. Es sollten ja alle Programme, das waren vor allem Spiele, f&uuml;r die beiden Vorg&auml;nger laufen. Also musste der Rechner dazu kompatibel sein. Das bedeutete: man konnte wenig &auml;ndern. Nach wie vor gab es 16 K B&auml;nke nur, konnte man nun mit einem Ausgabebefehl an das ULA eine von acht Konfigurationen w&auml;hlen. Schon an der Zahl ist klar, dass dies nicht alle technisch m&ouml;glichen sind, denn es gab ja acht B&auml;nke mit 51 m&ouml;glichen verschiedenen Konfigurationen, um die auf vier 16 K Bereiche zu verteilen. Im wesentlichen gab es vier F&auml;lle:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.cpm.z80.de\/manuals\/cpm3-sys.pdf\">CP\/M<\/a> Benutzerbereich: durchgehender 64 K RAM Bereich, oben im Speicher Puffer und Bankswitchingroutinen, die zum Systembereich f&uuml;hren<\/li>\n<li>CP\/M; Systembereich: oben 16 K Grafikspeicher, unten 16 K Betriebssystem, dazwischen CP\/M.<\/li>\n<li>BASIC Modus: Wie beim CPC 464\/664<\/li>\n<li>BASIC-Erweiterung: zweiter 16 K Bereich (16-32 KByte) wird geswitcht und kann eine Datenbank oder vier 16 K gro&szlig;e Grafikbildschirme aufnehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der unterste 16 K Bereich und oberste konnten nicht geswitcht werden, ohne das man sich den BASIC-Interpreter oder das Betriebssystem wegzog, in den dritten 16 K befanden sich wichtige Datenstrukturen und Sprungvektoren. Da sowieso nur ein 16-K-Block auf einmal angesprochen wurde entschied man sich daher f&uuml;r den einzigen Bereich, der beim CPC 464\/664 vollkommen frei war.<\/p>\n<p>Eine einfache L&ouml;sung, aber mit &uuml;berschaubarem Nutzen. Die 128 KByte kamen meiner Ansicht daher nur CP\/M Nutzern richtig zu Gute.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Meine Alternative<\/h3>\n<p>Komptabilit&auml;t ist gut, aber sie sollte nicht heilig sein. Meiner Ansicht nach h&auml;tte es auch eine M&ouml;glichkeit gegeben, einen zweiten Modus einzuf&uuml;hren. Das s&auml;he meiner Ansicht nach so aus:<\/p>\n<ul>\n<li>Modus 1: Rechner ist ein CPC 664, spricht nur 64 K RAM an<\/li>\n<li>Modus 2: neuer leistungsf&auml;higer Rechner<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was klar ist, ist das der Rechner nie mehr als 64 K RAM ansprechen kann. Anstatt Kr&uuml;ckenl&ouml;sungen zu machen, wie die ihn als Grafikspeicher zu nutzen, halte ich es f&uuml;r sinnvoller, den Bildschirmspeicher auszubauen. Der verbaute <a href=\"http:\/\/bitsavers.trailing-edge.com\/components\/motorola\/_dataSheets\/6845.pdf\">MC 6845<\/a> kann bis zu 512 KB RAM ansprechen und ist in weiten Grenzen frei programmierbar. Er wurde beim IBM PC in so unterschiedlichen Grafikkarten wie der CGA, Hercules, EGA und VGA eingesetzt. Am sinnvollsten erscheint mir den Bildschirmspeicher auf 32 KByte zu vergr&ouml;&szlig;ern. Das erlaubt einen neuen hochaufl&ouml;senden Modus (640 x 400 in zwei Farben), der auch beim Monitor m&ouml;glich sein sollte (ein Monitor der horizontal 640 Pixels schafft, schafft auch vertikal 400). Die anderen Modi haben dann mehr Farben (640 x 200 in vier anstatt zwei Farben, 320 x 200 in 16 anstatt vier Farben, denkbar w&auml;re auch ein neuer Modus 320 x 400 in vier Farben, die Darstellung w&auml;re dann nicht so verzerrt wie bei 640 x 200.<\/p>\n<p>Damit belegt der Bildschirmspeicher die oberen 32 KByte. Da der MC 6845 ein Videocontroller, aber kein Videoprozessor ist, muss der Speicher im Adressbereich der CPU liegen. Damit rutscht der freie Speicher unter BASIC auf 32 KByte \u2013 Buffer = ~ 26 KByte zusammen. Anstatt nun wieder einen BASIC-Interpreter in die oberen 16 K zu verbauen, habe ich mir gedacht ist ein BASIC Compiler wohl die bessere Wahl. Ein Compiler ben&ouml;tigt nicht das ganze RAM dauernd im Zugriff, da er nicht jede Zeile neu interpretiert, wie eine Textverarbeitung parst er eine Textdatei und erzeugt daraus Bin&auml;rcode. Nur wenn er den Bin&auml;rcode f&uuml;r eine Bank fertig hat oder die n&auml;chste Textzeile in einer anderen Bank liegt, muss er die Bank wechseln. Er kommt daher mit wenig RAM aus. Die restlichen 96 kb kann man so aufteilen in zwei Banks von je 48 K einmal f&uuml;r den Quelltext und eine f&uuml;r das erzeugte Programm. Das w&uuml;rde dann zum Start umkopiert werden, enth&auml;lt auch alle notwendigen Switchingroutinen und ist als Bin&auml;rprogramm mit einem CP\/M Programm vergleichbar. Es w&uuml;rde beim Start die Situation wie unter CP\/M vorfinden: fast 64 K freies RAM (unter CP\/M waren 61 K frei) nur mit Sprungvektoren \/ Switchroutinen am oberen Ende. Ein Programm k&ouml;nnte so maximal 48 K lang sein (Rest f&uuml;r Variablen). Alternativ speichert man das erzeugte Programm auf Disk dann f&auml;llt auch diese Grenze weg und auch der Quelltext kann dann 96 K lang sein.<\/p>\n<p>Ich denke in den 32 Kb, die sowieso der Bildschirmspeicher blockiert, passt ein solcher Compiler. Es gibt zwei Anhaltspunkte. Ich denke an ein BASIC ohne Zeilennummern mit Prozeduren und Funktionen, lokalen Variablen, Variablen und wertparametern, eine Art Pascal lite, nur ohne die bei Pascal noch vorhandenen M&ouml;glichkeiten f&uuml;r eigene Typen, Zeigern Records, Aufz&auml;hlungstypen, Sets, es soll ja einfach bleiben. Es gab einen BasIc Compiler f&uuml;r den CPC 6128, den FabaCom, der war 23 kByte gro&szlig;. Umgekehrt war Turbo Pascal, mit noch gr&ouml;&szlig;erem Sprachvorrat und integriertem Editor, 32 KByte gro&szlig;. So denke ich passt ein BASIC Compiler in 32 KByte.<\/p>\n<p>Der Lohn: BASIC Programme sind so schneller, da kompiliert, es ist ein komfortables BASIC, wie es damals auch gerade woanders aufkam (Atari ST:GFA-BASIC, MS-DOS: Turbo BASIC, Sinclair QL: Super BASIC) und man kann die ganzen 64 KByte nutzen, nicht nur rund 42 KByte und hat noch die doppelte Aufl&ouml;sung. Der technische Aufwand besteht in einem weiteren 32 KByte gro&szlig;en ROM f&uuml;r den BASIC Interpreter.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Wenn schon, denn schon<\/h3>\n<p>Als ich f&uuml;r den Artikel mal alte Ct\u2018s mit Tests und Projekten zum CPC gew&auml;lzt habe, bin ich auch &uuml;ber die damals noch &uuml;blichen Preislisten f&uuml;r Bauteile gestolpert. Als der CPC erschien, waren 16 Bit CPUs schon weit verbreitet. Der IBM AT und Atari ST waren erschienen, in den USA auch der Amiga. Diese CPUs waren h&ouml;her getaktet und so sanken die Preise f&uuml;r schnelle Bausteine rapide ab. Hier mal eine Tabelle mit Preisen aus der ct Ausgabe, in der der 6128 getestet wurde:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"25%\">Typ<\/th>\n<th width=\"25%\">4 MHz Version<\/th>\n<th width=\"25%\">6 MHz Version<\/th>\n<th width=\"25%\">8 MHz Version<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">Z80 CPU<\/td>\n<td width=\"25%\">4,95<\/td>\n<td width=\"25%\">9,90<\/td>\n<td width=\"25%\">17,56<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">4164 RAM<\/td>\n<td width=\"25%\">2,80<\/td>\n<td width=\"25%\">2,80 &#8211; 4,10<\/td>\n<td width=\"25%\">4,90 &#8211; 4,95<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Zur Erkl&auml;rung: Die Z80A CPU, die im CPC 6128 steckte, ist bis 4 MHz Takt spezifiziert. Bis 6 MHz erlaubt die Z80B CPU, bis 8 MHz die Z80H (fr&uuml;her als Z80C bezeichnet). Bei der Z80 ben&ouml;tigt man RAMs mit einer Zugriffzeit, die dem Kehrwert der Taktfrequenz entspricht, also bei 4 MHz mit 250 ns Zugriffszeit, 6 MHz 166 ns Zugriffszeit und 8 MHz 125 ns. Entsprechend findet man bei den Typen die Zugriffszeit vermerkt. Ein Blick auf die Platine des CPC 464 zeigt, das er schon 4164 (64 KBit x 1 Bit) Bausteine mit 150 ns Zugriffzeit verbaut hatte, obwohl 250 ns gereicht h&auml;tten. Ein Blick auf die Preisliste zeigt auch \u2013 die waren damals nicht mehr teuerer als die 250 ns Typen. Ich kann mich auch an eine Leserzuschrift erinnern, bei der jemand die Z80A CPU durch eine Z80B ersetzt hatte und den Quarz ebenso und der Rechner stabil lief \u2013 bis auf die Floppyroutinen, der Floppykontroller hatte seinen Takt wahrscheinlich auch vom Haupttakt abgeleitet und beim Schrieben auf die Disk entspricht jedes Bit einer bestimmten Zeitdauer. Das Speichern auf Kassette ging aber. Das bedeutet, der Rechner h&auml;tte an und f&uuml;r sich schon mit 6 MHz laufen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Bei Ferigungbeginn des CPC 6128 war eine Z80H CPU noch 11,5 DM teurer, 120-ns-RAMs pro St&uuml;ck um 80 Pfennig teuer als 160 ns Bausteine. Das addiert bei 16 RAM-Bausteinen und einer Z80H CPU 24,30 DM zum Ger&auml;tepreis, der bei 1398 DM lag \u2013 die doppelte Geschwindigkeit f&uuml;r wenig Zusatzkosten und die sanken noch mit der Zeit. Ich habe dann noch geschaut ob das nicht Probleme bei den anderen Bausteinen gibt. Ergebnis: Nein. Der I\/O Baustein 8255 wird auch im IBM PC eingesetzt und kommt mit 8 MHz zurecht. Das Gate Array hat sogar einen eigenen 16 MHz Takt, der noch h&ouml;her ist und generiert aus ihm den 4 MHz CPU Takt (den m&uuml;sste es nur noch teilen anstatt vierteln). Der Soundchip AY-8910 l&auml;uft sowieso nur mit 1 bis 2 MHz erhielt also schon vorher einen geteilten Takt. Der 6845 ist f&uuml;r eine Zykluszeit von 1 \u00b5s spezifiziert. Es gibt aber auch die 6845A und B Version mit 0,67 und 0,5 \u00b5s Zykluszeit, die dann den doppelten Takt zulassen.<\/p>\n<p>Der 6845 ist auch schuld an einer Besonderheit des CPC 6128. Die CPU l&auml;uft zwar mit 4 MHz, Assemblerprogramme sind aber nur so schnell, wie auch einer CPU mit 3,2 MHz. Der Grund: Damit sich CPU und CRTC nicht in die Quere kommen, wenn sie auf den Videospeicher zugreifen, werden alle Z80 Befehle auf ein Vielfaches von 4 Takten durch Wartezyklen gestreckt. (4 Takte = 1 \u00b5s, die Zykluszeit des 6845). Da ein Z80 im Mittel 6,8 Takte im Instruktionsmix brauchte, wurde der Durchschnitt auf 8 Takte gestreckt und die CPU um rund 20 % verlangsamt.<\/p>\n<p>Da nun das BASIC-Programm, aber auch CP\/M Programme immer in der Bank laufen, in der nicht das Videoram liegt, k&ouml;nnte man diese Einschr&auml;nkung f&uuml;r diesen Bereich aufheben. In der Summe w&auml;re dann der Rechner (8 MHz Takt, keine Wartezyklen) 2,5-mal schneller als der \u201eoriginale\u201c CPC 6128 und das auch bei Spielen oder CP\/M Programmen. Das w&auml;re doch ein deutlicher Kaufanreiz.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Geschwindigkeit<\/h3>\n<p>Wie schnell w&auml;re der CPC so? Die Frage ist nat&uuml;rlich hypothetisch, aber man kann sich der Antwort n&auml;hern. Es gab von einem sehr guten deutschen Programmier-Trio einen BASIC-Compiler f&uuml;r den CPC, der den vollen Sprachumfang abdeckte und es gab in der ct\u2018 10\/1987 ein Hochsprachenbenchmark in Pascal und C, bei dem auch der CPC mitmachte. Den Benchmark hatte ich noch unter meinen DOS Files und ich habe ihn in BASIC umgewandelt, was gut ging. F&uuml;r einige Kommandos musste ich trotzdem ins Handbuch schauen, ist schlie&szlig;lich &uuml;ber 30 Jahre her, das ich unter BASIC programmiert habe.<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"20%\"><\/th>\n<th width=\"20%\">CPC BASIC<\/th>\n<th width=\"20%\">CPC BASIC compiliert<\/th>\n<th width=\"20%\">CPC Turbo Pascal<\/th>\n<th width=\"20%\">IBM PC Turbo Pascal<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Integerberechnungen<\/td>\n<td width=\"20%\">42,72 \/ <strong>66,67<\/strong><\/td>\n<td width=\"20%\">6,85<\/td>\n<td width=\"20%\">7,93<\/td>\n<td width=\"20%\">1,23<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Flieskommaberechnungen<\/td>\n<td width=\"20%\">66,66 \/ <strong>79,02<\/strong><\/td>\n<td width=\"20%\">34,6<\/td>\n<td width=\"20%\">67,59<\/td>\n<td width=\"20%\">39,11<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Funktionen<\/td>\n<td width=\"20%\">62,89<\/td>\n<td width=\"20%\">59,93<\/td>\n<td width=\"20%\">117<\/td>\n<td width=\"20%\">56,39<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Textausgabe<\/td>\n<td width=\"20%\">59,67<\/td>\n<td width=\"20%\">59,57<\/td>\n<td width=\"20%\">39,65<\/td>\n<td width=\"20%\">64,20<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Grafikausgabe<\/td>\n<td width=\"20%\">21,85 \/ <strong>43,05<\/strong><\/td>\n<td width=\"20%\">6,89<\/td>\n<td width=\"20%\">7,89<\/td>\n<td width=\"20%\">6,59<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Speichern<\/td>\n<td width=\"20%\">21,5 \/ 21,97 \/ 22,91 \/<strong> 37<\/strong><\/td>\n<td width=\"20%\">18,7 \/19,56 \/ 20,07<\/td>\n<td width=\"20%\">16,5<\/td>\n<td width=\"20%\">4,78<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Zur Erkl&auml;rung: ich habe die Benchmarks in drei Emulatoren laufen lassen und die Werte mit denen aus der Zeitschrift vergleichen. Bei den Fliesskommaberechnungen, Grafikausgabe und Speichern habe ich Unterschiede gefunden (Ct-Werte <strong>in Fett<\/strong> hinter dem \/). Beim Speichern gab es ja nach Emulator (der ja Mechanik nicht so simulieren kann wie Elektronik) leichte Unterschiede um 1-2 Sekunden.<\/p>\n<p>Der kompilierte Code kann bei Fliesskommaberechnungen, transzendenten Funktionen, der Textausgabe und Grafikausgabe mit einem IBM PC mithalten. Nur bei den Ganzzahlberechnungen und dem Speichern auf Disk ist er deutlich langsamer. Turbo Pascal holt hier noch einiges mehr aus dem Code ist daf&uuml;r bei den Berechnungen mit Flie&szlig;kommazahlen wegen der Genauigkeit von 11 anstatt 7 Stellen langsamer. Wenn man nun den Code nochmals um den Faktor 2,5 durch einen schnelleren Prozessor beschleunigen k&ouml;nnte, so w&auml;re der CPC mit Z80H 8 MHz CPU in den meisten Aspekten einem IBM PC &uuml;berlegen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Problem Floppies<\/h3>\n<p>Was jedem CPC Anwender als Idee f&uuml;r einen verbesserten CPC einf&auml;llt sind die Floppies. Einer urbanen Legende zufolge soll die Wahl auf das ungew&ouml;hnliche 3 Zoll Format gefallen sein, weil man vom Hersteller die Diskettenlaufwerke billig bekam, der wohl so das Format im Markt durchsetzen wollte. Au&szlig;er Amstrad hat aber nur die Firma Tatung im <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tatung_Einstein\">Einstein<\/a> es eingesetzt. Resultat: Noch nach Jahren kostete eine 3 Zoll Diskette 17,90 DM (ja man kaufte sie einzeln!) w&auml;hrend ein Zehnerpack Verbatim 3,5 Zoll Disketten (DS\/DD, das hei&szlig;t auch noch mit der doppelten Kapazit&auml;t) f&uuml;r 49,90 DM zu haben war. NoName noch billiger. Man h&auml;tte gleich ein 3,5 Zoll Laufwerk verbauen sollen, den Platz gab es wie jeder sehen kann, der das Geh&auml;use mal ge&ouml;ffnet hat.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Das Joyce Konzept<\/h3>\n<p>Amstrad brachte nicht nur die CPC-Serie auf den Markt, sondern auch den Joyce, eigentliche technische Bezeichnung PCW 8256. Er war noch mehr ein Komplettsystem als die CPC-Reihe. Man bekam einen monochromen Monitor mit 90 x 32 Zeichen (er war grafisch mit 720 x 348 Punkten, das entsprach der Herculeskarte beim IBM PC), an ihm war an der Seite ein 3 Zoll Laufwerk verbaut, ein Zweites konnte erg&auml;nzt werden. Das war anders als beim CPC ein DS\/DD Laufwerk mit der vierfachen Kapazit&auml;t, aber eben auch im 3 Zoll Format. Die Tastatur war abgesetzt also nicht wie beim CPC ein dicker Kasten mit Floppy. Dazu kam ein Drucker mit 9 Nadeln. Der Rechner hatte 256 KByte RAM, 102 KByte davon waren eine RAM Disk, der Rest wurde f&uuml;r CP\/M 3.0 ben&ouml;tigt. Mitgeliefert wurde ein BASIC, das von Diskette geladen wurde und die Textverarbeitung Locoscript.<\/p>\n<p>F&uuml;r mich war der Rechner nicht auf dem Schirm. Denn er wurde in Deutschland auch als Textverarbeitungskomplettsystem vermarktet. Wie dr&ouml;ge. Auch in Zeitschriften fanden sich kaum Programme und Projekte f&uuml;r den Joyce. Als ich dann f&uuml;r mein Buch &#8222;<a href=\"https:\/\/amzn.to\/36wXBDB\">Computergeschich<\/a><a href=\"https:\/\/amzn.to\/36wXBDB\">te(n)<\/a>&#8220; die Verkaufszahlen von Computern recherchierte, kam ich ins Staunen. Der Rechner, der in Deutschland nicht so poul&auml;r war, wurde 8 Millionen mal verkauft, die CPC-Serie dagegen nur 3 Millionen mal!<\/p>\n<p>Warum? Nun zum einen war bei uns schon die Marketing Kampagne schlecht. Er wurde als reines Textverarbeitungssystem verkauft. Was man bekam, war aber ein vollwertiger CP\/M Rechner mit hoch ausl&ouml;sender Grafik, 256-Kbyte-RAM und Monitor. Das f&uuml;r 2490 DM. Zum Vergleich: Zum gleichen Zeitpunkt kostete ein No-Name IBM PC Nachbau mit 256 KB RAM und einem Laufwerk, der in etwa dasselbe leistete, 3500 DM, dazu ben&ouml;tigte man aber noch einen Monitor (400 DM) und einen Drucker (ab 800 DM), so wurde man locker fast das doppelte los. Mehr leisten konnte der aber auch nicht.<\/p>\n<p>Was mir entging, den meisten Journalisten ebenso, war das der Joyce ein Rechner war, der diejenigen ansprach die einen Computer einfach nur benutzen wollten. Wer ein Textverarbeitungssystem auf einem anderen Rechner in Betrieb nehmen wollte, hatte Folgendes zu tun:<\/p>\n<ul>\n<li>Betriebssystem booten<\/li>\n<li>Diskette gegen Textsystem wechseln<\/li>\n<li>Textsystem einstellen auf die Steuercodes des Monitors (im Handbuch nachschlagen) und Druckers (im Druckhandbuch nachschlagen).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das alles setzt f&uuml;r Leute die keinen Computer benutzt haben eine ziemlich H&uuml;rde auf. Dagegen war, weil die Hardware und Software aufeinander abgestimmt waren beim Joyce schon alles fertig eingestellt. Ich habe das damals nicht so gesehen. In meiner Ignoranz geh&ouml;rt einfach dazu das man sich in die Materie einarbeitet und ein Computer war schlie&szlig;lich zum Programmieren da. Mir h&auml;tte zu denken geben m&uuml;ssen, das Alan Sugar, Chef von Amstrad sagte, der PCW w&auml;re sein erster Computer \u2013 ich fand die Aussage damals komisch f&uuml;r jemanden der Computer herstellt und verkauft und anscheinend vorher nie einen benutzt hat. Auf der anderen Seite kannte ich auch jemanden der sich schwerer mit Computer tat. Er arbeitete z.B. das DOS-Handbuch durch, als er beim Buchstaben &#8222;F&#8220; ankam, musste er alles neu installieren. Das w&auml;re mit einem Joyce nicht passiert.<\/p>\n<p>Was man meiner Ansicht nach verpennt hat, war die Chance, die in dem Konzept lag: so viele verschiedene Programme brauchte man damals im B&uuml;ro eigentlich nicht. Damals kamen die ersten integrierten Pakete auf wie Symphonie. Wenn man, anstatt den Rechner mit 256 KByte Speicher auszuliefern, nur 128 verbaut h&auml;tte, das reicht f&uuml;r CP\/M 3.0, Bildschirmspeicher und eine gro&szlig;e TPA und stattdessen die Anwendungen in ROMS gegossen h&auml;tte \u2013 neben der Textverarbeitung eine Tabellenkalkulation (Supercalc), Datenbank (Dbase II) und ein Modul f&uuml;r Diagrammen (GSX als Schnittstelle war ja schon an Bord), dann h&auml;tte man ein komplettes Paket gehabt. Da die Programme im ROM sitzen, sollten sie dann auch etwa 60 KByte f&uuml;r die Daten nutzen k&ouml;nnen, was viel ist. Bei einem IBM PC m&uuml;sste man, weil die Anwendung auch Speicher belegt, dort wegen dem 16-Bit-Code auch Betriebssystem und Anwendung gr&ouml;&szlig;er sind, mindestens 320 KByte verbauen, um auf eine analoge Anlage zu kommen. Dabei sind ROMS billig. Ein maskenprogrammiertes ROM ist noch einfacher aufgebaut als ein dynamisches RAM. Es ist einfach eine Matrix von Transistoren, die entweder im Durchlassbetrieb oder Sperrbetrieb arbeiten entsprechend 0 oder 1 Bits. Ein RAM hat dagegen noch pro Bit einen Kondensator sowie Schreib-\/Leseverst&auml;rker und die ganze Refreshlogik. Trotzdem waren zu dem Zeitpunkt RAMs schon billig 41256 RAM-Bausteine (256 KBit x 1) kosteten 9,90 DM, bei vier Anwendungen, jede war unter CP\/M etwa 70 bis 80 KByte gro&szlig;, h&auml;tte man 320 KByte Speicher ben&ouml;tigt, die Bausteine daf&uuml;r kosteten als RAM rund (10 St&uuml;ck) 100 DM, ich denke als ROM waren sie noch billiger. Vor allem aber bekommt ein Hersteller andere Konditionen f&uuml;r die Software oder kann sich Software sogar programmieren lassen, wie das bei Locoscript ja auch der Fall war. Selbst die f&uuml;r den Preisbeutel eines Heimcomputer zugeschnittenen Versionen von Word-Star, Dbase und Multiplan kosteten damals 199 DM pro St&uuml;ck, PC Anwendungen lagen deutlich im Preis oberhalb von 500 DM. So war der Nutzen f&uuml;r den Kunden offensichtlich. Auch hier gibt es Vorbilder: Beim Sinclair QL gab es eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sinclair_QL#Software\">Softwaresuite<\/a> zum Computer und die war ein wesentlicher Verkaufsanreiz.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Was wurde aus Amstrad?<\/h3>\n<p>Amstrad entwickelte die 8 Bit Serie weiter, es gab dann CPC 6128+ und andere verbesserte Ger&auml;te, sp&auml;ter auch die Spielkonsole GX 4000, ebenso gab es eine 512 kb Version des PCW, sp&auml;ter sogar mit 3,5 Zoll Laufwerken. Daneben bauten sie eine IBM PC kompatible Linie auf, die auch zum Kampfpreis vertrieben wurde. Was sie aber nicht fertigbrachten, war sich einmal von der urspr&uuml;nglichen Hardware zu l&ouml;sen und einen Mehrwert, wie ich ihn in meiner Konzeption geschildert habe, zu bieten. Selbst die GX 4000 Konsole kam noch mit einem 4 MHz Z80A \u2013 das war 1990. Zu dem Zeitpunkt war nicht nur die Z80H billig, es gab auch Nachfolgechips, die &uuml;ber eine integrierte MMU mehr Speicher adressieren konnten und weitere Befehle hatten z.b. f&uuml;r die Multiplikation\/Division wie den HD64180 oder Z180.<\/p>\n<p>Alan Sugar, Chef von Amstrad (der Firmenname ist eine Abk&uuml;rzung von Alan Michael Sugar Trading) hat es nicht geschadet. Er hat heute ein gesch&auml;tztes Verm&ouml;gen von 1,4 Mrd. Euro und er wurde 2009 auch geadelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Kleine Notiz am Rande: Den Z80 gibt es immer noch, anders als andere Prozessoren dieser Zeit wie den 6502, 68000 oder 8086. Bei Reichelt kostet die <a href=\"https:\/\/www.reichelt.de\/z80-microprozessor-dil-40-z84c00-06mhz-p23029.html?&amp;trstct=pos_0\">6 MHz Version<\/a> mit 5,99 Euro aber doppelt so viel wie vor 34 Jahren &#8230; Das billigste Z80 System das man heute (neu) kaufen kann ist der <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2PHsChm\">Taschenrechner Ti 83<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ct\u2018 hat dieses Jahr zwei Retro-Ausgaben herausgebracht, die sich mit alten Computern wie dem C64, Spectrum, Amiga oder Atari ST besch&auml;ftigten. Das hat mich dazu gebracht mich wieder mehr mit alten Computern zu besch&auml;ftigen. 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