{"id":14503,"date":"2020-01-03T00:10:47","date_gmt":"2020-01-02T23:10:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=14503"},"modified":"2020-01-03T08:09:45","modified_gmt":"2020-01-03T07:09:45","slug":"der-apple-ii-und-der-ibm-pc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2020\/01\/03\/der-apple-ii-und-der-ibm-pc\/","title":{"rendered":"Der Apple II und der IBM PC"},"content":{"rendered":"<p>Als der IBM PC im August 1981 erschien, kauften sich Apple Entwickler, darunter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andy_Hertzfeld\">Andy Herzfeld<\/a> einen, Namen ihn auseinander und mussten \u2013 zumindest nach Herzfeld Aussage &uuml;ber ihn lachen, denn er bot ihrer Ansicht nach weniger als der Apple II der ja schon 1977 erschien.<\/p>\n<p>Ich habe mir die Aufgabe gemacht, mal beide Systeme zu vergleichen. Der Apple II war damals auf dem US-Markt der Verkaufsschlager. Eine technisch besserer Vergleich, w&auml;re wohl mit einem CP\/M Rechner gewesen, da der originale IBM PC auch CP\/M 86 laufen lassen konnte. Nur ist es da schwerer die Daten f&uuml;r einen Preisvergleich zu finden und vor allem gibt es eben nicht nur einen also DEN CP\/M Rechner, mit dem man vergleichen konnte.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/90b285854799403d8e9fa7c36aca8ece\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><!--more--><\/p>\n<p>Ich habe vor allem auf den Nutzeraspekt abgehoben. Das hei&szlig;t, was bot ein<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/apple-2.shtml\"> Apple II<\/a> einem Nutzer, was ein IBM PC. Bei den Preisen damals, die bei Komplettger&auml;ten 3.000 Dollar erreichten, das entspricht heute &uuml;ber 4.000 Euro, war der typische Benutzer jemand der den Rechner f&uuml;r Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation nutzte.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Anforderungen<\/h3>\n<p>F&uuml;r diesen Einsatzzweck ben&ouml;tigt man neben den Basisger&auml;ten, die keinen Massenspeicher hatten, noch einen Monitor und eine Grafikkarte. Beim Apple II eine 80 Zeichen Karte, da er standardm&auml;&szlig;ig nur 40 Zeichen pro Zeile darstellte, beim <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ibm-pc.shtml\">IBM PC<\/a> einen Monochrom Display Adapter, der einen reinen Textmodus beherrschte. Die grafikf&auml;hige Color Grafik Adapter Karte kam erst sp&auml;ter heraus. Weiterhin ben&ouml;tigte man mindestens ein Diskettenlaufwerk mit Controller. Das zweite Laufwerk war ohne Controller meistens billiger.<\/p>\n<p>Will man etwas ausdrucken, so ben&ouml;tigt man in beiden F&auml;llen noch eine Druckerkarte um einen Drucker anzuschlie&szlig;en und den Drucker selbst, bei dem man aber dank standardisierter Anschl&uuml;sse die freie Auswahl hatte.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Prozessor und RAM<\/h3>\n<p>Nat&uuml;rlich ist klar, das ein 6502 mit 1 MHz Takt in der Leistung nicht vergleichbar ist mit einem 8088 mit 4,77 MHz. Doch in der Praxis spielte eine Rolle, \u201ewas hinten rauskommt\u201c. Der Apple II war zu dem Zeitpunkt schon vier Jahre auf dem Markt. Software, die speziell f&uuml;r ihn geschrieben war und seine Hardwaref&auml;higkeiten direkt in Maschinensprache ausnutzte, war verf&uuml;gbar. Ein Beispiel daf&uuml;r war Visicalc, das bei seinem Erscheinen einen Absatzboom f&uuml;r Apple ausl&ouml;ste. Die ersten Programme f&uuml;r den IBM PC waren von anderem Kaliber. Ein Vorteil des <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/8086.shtml\">8086<\/a>\/88 war, dass sein Befehlssatz und seine Register sehr dem Vorg&auml;nger 8080 &auml;hnelten. Dadurch konnte man ein Programm, dass f&uuml;r den 8080 geschrieben war, per Crossassembler in 8086 Maschinensprache umsetzen. Es gelang sogar bei Bin&auml;rcode. Seattle Computer Products, die vor IBM einen Einplatinencomputer auf Basis des 8086 entwickelten und Probleme mit dem Absatz hatten entwickelten eine Software die 8080 Programme in 8086 Programme umsetzte.<\/p>\n<p>So kamen praktisch alle der ersten Programme zustande. Manchen wie Wordstar sieht man sogar an, das es die gleichen sind wie unter CP\/M. Diese L&ouml;sung hat aber enorme Nachteile. Der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/8080.shtml\">8080<\/a> musste f&uuml;r 16 Bit Operationen immer zwei Register einsetzen. 16 Bit Worte konnte er nur &uuml;ber das HL-Register laden und speichern. Der 8086 konnte das mit allen Registern und so ersetzte eine 8086 Anweisung mehrere Befehle des 8080, bei der 1:1 &Uuml;bersetzung war das aber bedeutungslos. Es gab dann eben die unn&ouml;tigen Anweisungen die ein 16 Bit Register in zwei 8 Bit Register mappten obwohl man auch direkt das 16 Bit Register laden konnte. Ebenso gab es neue Befehle, mit denen man schnell Datenbl&ouml;cke kopieren oder durchsuchen konnte. Neue Adressierungsmodi, wie Index-Adressierung, die den Zugriff bei festen Strukturen vereinfachten. All dies nutzte konvertierte Software nicht aus. Noch 1984 schrieb die Zeitschrift ct\u2018, das Benchmarks in interpretiertem BASIC bei dem IBM PC langsamer liefen als auf aktuellen 6502 und Z80 Systemen. Diese Situation besserte sich erst ab 1984 als nativ f&uuml;r den IBM PC geschriebene <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/programme.shtml\">Programme<\/a>, wie Lotus 1-2-3 oder Sidekick erschienen. Diese umgingen auch das MS-DOS, weil es zwei Schichten (BIOS und BDOS) &uuml;ber die Hardware legte. Nur so wurde der Bildschirmaufbau wirklich schnell. Das war beim Apple nicht n&ouml;tig, dort konnte man die Hardware direkt ansteuern.<\/p>\n<p>Ein weiterer Punkt ist das der Code f&uuml;r beide Prozessoren unterschiedlich lang ist. Die meisten Befehle des 8086 ben&ouml;tigen zwei Bytes f&uuml;r den Opcode. Dazu kommen noch die Daten, in der Regel 16 Bit Werte. Der 6502 kam mit einem Byte f&uuml;r den Opcode aus und wenn er die Zeropage nutzte, mit einem Byte f&uuml;r die Adressierung. Der Code ist dadurch beim Apple II erheblich kompakter. Das spielt eine Rolle, wenn man den RAM-Ausbau betrachtet. Ein 48 K Apple hatte so in de Regel mehr freies RAM f&uuml;r die Nutzdaten, wenn man ein Anwendungsprogramm lud, als ein 64 K IBM PC, auch da vom IBM PC noch der speicher abging denn DOS belegte, das beim Apple in einem ROM war.<\/p>\n<h3 class=\"western\">16 Bit Vorteile<\/h3>\n<p>Theoretisch war der 8086 des IBM PC \u201ezukunftsf&auml;higer\u201c als der Apple II. Das galt aber nicht f&uuml;r die erste Version des IBM PC. MS-DOS 1.0 war eine Kopie von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/cpm.shtml\">CP\/M 80<\/a> und konnte wie dieses maximal 64 KByte gro&szlig;e Programme (die Gr&ouml;&szlig;e eines Segments) verwalten. Immerhin belegte der Bildschirmspeicher keinen Arbeitsspeicher, weil er sich auf einer eigenen Karte in einem eigenen Bereich des Adressraums befand. Auch die .com Files, die MS-DOS 1.0 als ausf&uuml;hrbares Format einsetzte, nutze, nur 64 KByte. Das &auml;nderte sich erst, als die verbesserte Version MS-DOS 2.0 eingef&uuml;hrt wurde. Der Ur-IBM PC hatte daher f&uuml;r einen Anwender keinen Mehrwert im Sinne von mehr verf&uuml;gbarem Arbeitsspeicher. Auch das Netzteil war nicht f&auml;hig eine Festplatte mit Strom zu versorgen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Grafikf&auml;higkeit<\/h3>\n<p>Ein grundlegender Unterschied des Apple II zum IBM PC war, das er grafikf&auml;hig war. Die h&ouml;chste Aufl&ouml;sung betrug 280 x 192 Pixel in zwei Farben. Mit der f&uuml;r das professionelle Arbeiten sowieso n&ouml;tigen 80-Zeichen-Karte konnte das noch auf 560 x 192 Pixel gesteigert werden. Allerdings war dann auch ein RAM-Ausbau auf 64 KByte n&ouml;tig, da daf&uuml;r mehr Speicher ben&ouml;tigt wurde. Die Standard Karte f&uuml;r den IBM PC (MDA) erlaubte nur Textdarstellung. Zwar in zwei Intensit&auml;ten und mit Attributen wie Unterstrichen und in einer hohen Aufl&ouml;sung von 9 x 14 Pixeln (Apple: 7 x 8), aber eben keine Grafik. Das spielte allerdings bei den damals &uuml;blichen Standardprogrammen die textbasiert waren keine Rolle. Erst mit Tabellenkalkulationen, die auch Diagramme anzeigten, &auml;nderte sich dies. Als Option konnte man auch eine Color Graphic Adapter Karte einbauen, die dann 320 x 200 Pixel in vier Farben darstellte. Daf&uuml;r ben&ouml;tigte man aber einen Farbmonitor zus&auml;tzlich, denn Text konnte diese nur mit maximal 40 Zeichen pro Zeile darstellen. In der Preistabelle habe ich diese Option nicht ber&uuml;cksichtigt auch, weil sie erst nach dem IBM PC erschien. Plante man Grafiken zu erstellen, dann war der Apple sicher das bessere System. F&uuml;r die Textdarstellung war die Darstellung der MDA Karte aber dem Apple hinsichtlich Bildpunkten und damit Sch&auml;rfe &uuml;berlegen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Diskettenlaufwerke<\/h3>\n<p>Als beide Systeme auf den Markt kamen waren Festplatten noch un&uuml;blich und teurer als der restliche Rechner. IBM stellte erst 1983 den IBM XT vor, der eine Festplatte enthielt. Apple machte dies bei der Apple II Reihe nie. Beide Systeme ben&ouml;tigten f&uuml;r den Betrieb von Diskettenlaufwerken einen Diskettenkontroller. Das zweite Laufwerk ohne Kontroller war dann bedeutend preiswerter. Dies war eine Zusatzkarte, die ins Geh&auml;use eingebaut wurde. Der Apple erschien mehrere Jahre vor dem IBM PC. Der Apple verwandte urspr&uuml;nglich Disketten mit 35 Spuren und 143 KByte formatierter Kapazit&auml;t. Beim IBM PC waren Laufwerke, die beide Seiten einer Diskette nutzen konnten und 40 Spuren einsetzten \u2013 das waren theoretisch 360 KByte pro Diskette. Durch einen Fehler in PC-DOS wurden sie aber nur einseitig angesteuert und so waren es nur 180 nutzbare KByte. In das Geh&auml;use des IBM PC passten zwei Diskettenlaufwerke. Der Apple Kontroller konnte bis zu drei Floppis ansteuern, die aber auf dem Ger&auml;t neben dem Monitor platziert wurden. In der Regel ben&ouml;tigte man f&uuml;r einen Arbeitsplatzrechner zwei Diskettenlaufwerke, weil auf einem Laufwerk die Diskette mit Betriebssystem und Anwendungsprogramm war und auf dem anderen Laufwerk die Diskette f&uuml;r die Texte oder Tabellen. Zudem wird sonst schon das kopieren einer Datei zu einer Herausforderung. Mehr als zwei Laufwerke ben&ouml;tigte man aber auch nicht. So war das dritte Laufwerk bei Apple kein Vorteil. Es gab aber einen anderen Vorteil: Bei Apple konnte man auch andere Laufwerke als von Apple selbst anschlie&szlig;en mit h&ouml;herer Kapazit&auml;t. F&uuml;r den Einsatz von Software blieb man beim ersten Laufwerk bei dem Apple Format, das war n&ouml;tig um System- oder Anwendungsprogramme zu laden. F&uuml;r das zweite Laufwerk gab es aber L&ouml;sungen die bis zu 655 KByte also ein Vielfaches des Originallaufwerks speicherten und das bei nahezu gleichen Kosten f&uuml;r das Laufwerk.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Druckeranschluss<\/h3>\n<p>Ein Merkmal, das aber schon damals eher selten war, war das beide Ger&auml;te in der Standardausf&uuml;hrung &uuml;ber keinen Druckeranschluss verf&uuml;gten. Daf&uuml;r musste man eine Zusatzkarte einbauen. Danach konnte man aber dank des Centronics Standards jeden Drucker anschlie&szlig;en. IBM bot einen eigenen Drucker an, der jedoch nur ein umgelabelter Epson Drucker war. Apple analog den Silentwriter, einen Thermodrucker der nur das Apple Logo hatte.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Ausbauf&auml;higkeit<\/h3>\n<p>In Sachen Ausbauf&auml;higkeit punktet der IBM PC. Beide Rechner haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind durch Steckkarten ausbaubar. Allerdings ist das Apple-Geh&auml;use durch die eingebaute Tastatur deutlich flacher und die Tastatur sorgt auch f&uuml;r eine Schr&auml;ge an der Front. Karten f&uuml;r den Apple sind daher erheblich kleiner als f&uuml;r einen IBM PC. So gab es Speichererweiterungskarten f&uuml;r den IBM PC die 512 KByte RAM aufnahmen, so viel w&auml;re im Apple II nicht m&ouml;glich gewesen, allerdings dort auch nicht sinnvoll. Dies glich der Apple II aber dadurch aus, dass er acht Slots hatte, der IBM PC nur f&uuml;nf. Bei einem Standardsystem ben&ouml;tigten die Rechner folgende Karten:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"192*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"25%\">IBM PC<\/th>\n<th width=\"75%\">Apple<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<td width=\"75%\">Druckeranschlusskarte<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">Diskettenkontrollerkarte<\/td>\n<td width=\"75%\">Diskettenkontrollerkarte<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">Textmoduskarte<\/td>\n<td width=\"75%\">80-Zeichen Karte<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Damit waren zwei bzw. f&uuml;nf Slots frei. Der Apple war im Mainboard auf maximal 48 KByte ausbaubar (wenig sp&auml;ter erschien der Apple Iie, der mit 64 KByte ausgeliefert wurde), der IBM PC war von 16 auf 64 KByte durch Wechseln der Speicherchips aufr&uuml;stbar. Mehr Speicher erforderte eine weitere Karte. F&uuml;r den Apple gab es damals eine mit 16 KByte RAM, mehr konnte der Prozessor nicht adressieren. Beim IBM PC waren es anfangs 64 und 256 KByte RAM auf den Erweiterungskarten, sp&auml;ter erschienen Karten mit noch mehr RAM.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Ergonomie<\/h3>\n<p>Wo IBM punkten konnte, war das Thema Ergonomie. Schlie&szlig;lich produzierte die Firma seit Jahren Terminals f&uuml;r die Eingabe bei gr&ouml;&szlig;eren Computern. Die IBM Tastatur mit einem guten Druckpunkt und langen Fingerweg erhielt damals ausnahmslos gute Noten bei Tests, auch wenn sie f&uuml;r heutige Verh&auml;ltnisse relativ schwerg&auml;ngig war. Der Apple II hatte dagegen im Geh&auml;use die Tastatur integriert, was das Ger&auml;t zwar kompakt und stylish machte, aber nicht so ergonomisch war.<\/p>\n<h3 class=\"western\">CP\/M Komptabilit&auml;t<\/h3>\n<p>Der Softwarestandard der damaligen Zeit war CP\/M. Auch wenn kein einzelner CP\/M Rechner die Verkaufszahlen von Apple erreichte, so war die Summe dieser Rechner doch h&ouml;her als die Verk&auml;ufe aller Apples. Microsoft hatte die Softcard herausgebracht um ihre Programmiersprachen, die nur unter CP\/M liefen, auf dem Apple laufen zu lassen und sie wurde zu einem Verkaufsschlager. Die Softcard enthielt einen <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/z80.shtml\">Z80<\/a> Prozessor, der wenn CP\/M gebootete wurde, den 6502 weitestehend (bis auf die Ein-\/Ausgabe) ersetzte und das im Rechner verbaute RAM nutzte. Damit war ein Apple voll kompatibel zu CP\/M. Diese Karte kostete 1981 rund 290 Dollar. Der IBM PC war durch den 8086 Prozessor nicht direkt kompatibel zu CP\/M. Es gab aber eine CP\/M Version f&uuml;r den 8086, CP\/M-86. Ein CP\/M f&uuml;r 8 Bit Prozessoren musste nur neu &uuml;bersetzt werden und lief dann auch unter CP\/M 86. Allerdings kostete dieses Betriebssystem 240 Dollar, PC-DOS nur 40. F&uuml;r die CP\/M Kompatibilit&auml;t waren also in beiden F&auml;llen rund 250 bis 300 Dollar zus&auml;tzlich zu berappen. Wer allerdings einen CP\/M Rechner haben wollte, konnte diesen auch direkt kaufen. Es gab in den USA, wo beide Firmen ihren Hauptmarkt hatten, bekannte Anbieter wie Northstar, Cromenco, Altos oder Zenit. Die Kosten f&uuml;r einen CP\/M Rechner mit 64 K Speicher und zwei Disclettenlaufwerken lagen typisch damals bei 2900 bis 3200 Dollar und damit in der Region eines Apple II.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Kosten<\/h3>\n<p>Die folgenden Kosten habe ich Anzeigen, in der Byte 10\/1981 entnommen in der auch der IBM PC erstmals getestet wurde. Beim Apple gab es zu diesem Zeitpunkt nat&uuml;rlich schon viele Fremdanbieter und Zubeh&ouml;r. Beim IBM PC konnte man nur zwischen verschiedenen Standardkonfigurationen von IBM w&auml;hlen.<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"20%\">Komponente<\/th>\n<th width=\"20%\">Apple II<\/th>\n<th width=\"20%\">Dollar<\/th>\n<th width=\"20%\">IBM PC<\/th>\n<th width=\"20%\">Dollar<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Basisger&auml;t<\/td>\n<td width=\"20%\">Apple II+ 48 K<\/td>\n<td width=\"20%\">1.095<\/td>\n<td width=\"20%\">IBM PC 16 K<\/td>\n<td width=\"20%\">1.265<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Speichererweiterung<\/td>\n<td width=\"20%\">16 k RAM Card<\/td>\n<td width=\"20%\">130 &#8211; 179<\/td>\n<td width=\"20%\">16 K RAM<br \/>\n32 K RAM<br \/>\n64 K RAM<\/td>\n<td width=\"20%\">90<br \/>\n325<br \/>\n540<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Diskettenlaufwerk<\/td>\n<td width=\"20%\">Erstes Laufwerk mit Controller<br \/>\nZweites Laufwerk<\/td>\n<td width=\"20%\">490<br \/>\n410<\/td>\n<td width=\"20%\">Kontroller<br \/>\nLaufwerk<\/td>\n<td width=\"20%\">220<br \/>\n570<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Grafikkarte<\/td>\n<td width=\"20%\">80 Zeichen Karte<\/td>\n<td width=\"20%\">329<\/td>\n<td width=\"20%\">MDA + Parallelport<br \/>\nCGA Graphic<\/td>\n<td width=\"20%\">335<br \/>\n300<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Monitor<\/td>\n<td width=\"20%\">Zenit gr&uuml;n<br \/>\nSanyo Monochrom<br \/>\nSanyo Farbe<\/td>\n<td width=\"20%\">149<br \/>\n249<br \/>\n469<\/td>\n<td width=\"20%\">Monitor 11,5 Zoll<\/td>\n<td width=\"20%\">345<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Druckeranschluss<\/td>\n<td width=\"20%\">Parallel Printer Card<\/td>\n<td width=\"20%\">155<\/td>\n<td width=\"20%\"><\/td>\n<td width=\"20%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Komplettger&auml;t ohne Drucker<\/td>\n<td width=\"20%\">Apple II+, 1 Disk mit Controller, Zenit Gr&uuml;nmonitor<\/td>\n<td width=\"20%\">2.063<\/td>\n<td width=\"20%\">48 K, ein Diskettenlaufwerk mit Controller. Monochrommonitor<\/td>\n<td width=\"20%\">2.915<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Komplettger&auml;t mit Drucker<\/td>\n<td width=\"20%\">Mit Epson MX-80, Zenit Gr&uuml;nmonitor<\/td>\n<td width=\"20%\">3.223<\/td>\n<td width=\"20%\">Mit IBM Drucker (ebenfalls Epson)<\/td>\n<td width=\"20%\">4.500<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Das Grundger&auml;t des Apple II ist bei mehr Speicher um 200 Dollar g&uuml;nstiger. Der Unterschied steigt auf 900 Dollar, wenn man eine Konfiguration mit einem Diskettenlaufwerk und Monitor nimmt. Bei einer Vollkonfiguration mit zwei Laufwerken und einem Drucker betr&auml;gt der Preisunterschied schlie&szlig;lich 1.300 Dollar. Das ist signifikant mehr.<\/p>\n<p>Das zeigt auch die Geschichte. 1981\/82 verkaufte IBM noch verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig wenige PC, Apple dagegen mehr Apple II als im vorherigen Jahr. Die Ums&auml;tze von Apple II steigen weiter an. 1983 erreichte das den H&ouml;hepunkt mit 1 Million verkauften Apple II. Das Problem war aber das sich die PC-Plattform weiter entwickelte. Es kam der IBM XT auf, der eine Festplatte enthielt. Die Platinen nahmen dann auch 256 KByte RAM auf, das mit MS-DOS 2.x auch genutzt werden konnte und es erschien die Hercules Grafikkarte die Grafik und Text konnte, wenn auch nur monochrom. Dazu erschienen Clones die besser als der IBM PC waren oder einfach billiger.<\/p>\n<p>Daneben wandten sich aber beide auch an eine unterschiedliche Kundschaft. Leute, die IBM kauften, waren meist die, die schon mit IBM zu tun hatten \u2013 Manager oder anderes F&uuml;hrungspersonal und der Rechner landete dann bei der Sekret&auml;rin. Sie waren auch die hohen Preise von IBM gewohnt \u2013 es gab ja schon bei den Gro&szlig;rechnern g&uuml;nstigere Nachbauten wie von Amdahl, einer Firma gegr&uuml;ndet von dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gene_Amdahl\">Ingenieur<\/a> der das IBM System 360 designte. Bei Firmen spielten die Kosten weniger eine Rolle, als wenn man den Rechner selber bezahlte und es gab das gefl&uuml;gelte Wort: \u201eEs wurde noch niemals jemand entlassen, weil er IBM kaufte\u201c. Der Apple II Kunde war dagegen meist selbstst&auml;ndig oder Ingenieur, ohne Zugang zu gr&ouml;&szlig;eren Rechnern. Er kaufte eine L&ouml;sung, die er ben&ouml;tigte und nicht nach Firmennamen oder er programmierte diese sogar selbst. F&uuml;r Apple wurde die Situation erst bedrohlich, als das Nachfolgeprodukt <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/gui.shtml\">Macintosh<\/a> nicht der Renner war, den man sich erhoffte und durch zahlreiche Kompatible die Preise f&uuml;r PCs sanken und nun auch Software die Vorteile des 8086 Prozessors und mehr RAM auch wirklich nutzte. Das war ab 1984 der Fall.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"\/img\/apple-ibm.jpeg\" width=\"974\" height=\"735\" \/><\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Beim Erscheinen des IBM PC bot er einige Vorteile in der Ergonomie, wie abgesetzte Tastatur und scharfe Textdarstellung, nicht jedoch im t&auml;glichen praktischen Einsatz. Er war aber &uuml;ber ein Drittel teurer. So verwundert es nicht, dass Apple IBMs Markteintritt begr&uuml;&szlig;te. Es lohnte sich: denn mit dem Eintritt des Markf&uuml;hrers wurde dieser neue Markt in Firmen allgemein akzeptiert. Auch die Verk&auml;ufe anderer Rechner stiegen an, weil diese nun nicht mehr nur als das teure Spielzeug von Nerds angesehen wurden, sondern als eine Arbeitshilfe im B&uuml;ro.<\/p>\n<p>So siehts aus &#8211; jetzt kommst Du!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als der IBM PC im August 1981 erschien, kauften sich Apple Entwickler, darunter Andy Herzfeld einen, Namen ihn auseinander und mussten \u2013 zumindest nach Herzfeld Aussage &uuml;ber ihn lachen, denn er bot ihrer Ansicht nach weniger als der Apple II der ja schon 1977 erschien. 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